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rettet unS zwei Kanonen an Bord.X E 1* gehört« Sn^tlUtÄ die in England für die anstta- lische Flotte gebaut worden sind; es war im vorigen Jahre vom Stapel gelaufen.

Lehrreiche Gegenüberstellung der Ereignisse.

Das Wiener K. K. Telegr^-Korresp^-Bureau schreibt: Am gleichen Tage, da die erfolgreiche helden­hafte Tat des deutschen Unterseebootes U 9 gegen die starken englischen Kriegsschiffe bekannt wurde, erfuhr man, was die französische Flotte gegen Pelagosa unter­nommen hat. Hier wurde das Trinkwasser armer Leuchtturmwächter durch Matrosen unflätig verunreinigt und der wenige Proviant sowle einige Wäschestücke ihnen weggenommen. m

Die Deutschen zerstören drer englische Panzerkreu­zer, die Franzosen verunreinigen das Trinkwasser eines Leuchtturms in der Tat eim interessanter Vergleich.

Die Grenzen der englischen Flottenmacht.

Der Marinemitarbeiter derTimes" hat am 9. September eine Betrachtung über den -stand und die Aktionen der englischen, deutschen und russischen Flotten in der Nord- und Ostsee angestellt, in deren Verlauf er schreibt:

Die Mitteilungen über die deutschen Flotten- operationen in der Ostsee müssen mit großem Vorbe­halt ausgenommen werden, und man darf auch nicht den Wünschen, eine Aktion in der Ostsee vorzunehmen, irgendwelche Aufmerksamkeit beimessen. Admiral Mahan hat mit Recht ausgesprochen, daß Englands Ueberlegenheit zur See hinsichtlich des Materials nicht so groß ist, daß sie eine gleichzeitige Verwendung in der Nordsee und in der Ostsee gestattet. Das ist von Wich­tigkeit, um zu einer richtigen Beurteilung unserer Stra­tegie zur See zu kommen, daß es Grenzen für die Ver­wendung einer Flotte gibt. Man darf von ihr nicht mehr erwarten, als sie leisten kann."

Die Niederlage der Serben.

WTB. Wien, 25. September. Die Südslavische Kor­respondenz meldet aus Esfegg: Nach einem Bericht des offiziösen BlattesDrau" über das Ergebnis der Kämpfe mit den in Slavonien eingedrungenen Serben ist der Einfall völlig zurückgeschlagen. Unsere Truppen griffen die Serben in ihren Verschanzungen von zwei Seiten ans an und bereiteten ihnen eine fürchterliche Niederlage. Bisher wurden 7000 Gefangene eingebracht. Tansende von serbischen Verwundeten und Toten liegen umher. Viele Serben ertranken in der Save. Syrmie« ist ganz von den Serben geräumt.

Im neuen Wiener Tageblatt wird über die mili­tärische Lage geschrieben: Während in Galizien eine Art Waffenruhe ein getreten ist, überschritt unser Heer von Bosnien aus die Drina und rückte nach Osten vor. Immer schwieriger gestaltet sich die Lage der serbischen Armee, Die Cholera fordert Tag für Tag zahlreiche Op­fer. Mazedonische Banden stöen empfindlich die Ein­fuhr. Jetzt werden starke serbische Kräfte entscheidend geschlagen.

Der koloniale Kriegsschauplatz.

Nach einer Meldung derFranks. Ztg." haben die Engländer in Südafrika Ramans am rechten Ufer des Oranje besetzt und die Deutschen zum Rückzüge gezwun­gen. Im Stillen Ozean zerstörten die Engländer all« deutschen Funkenstattonen. In Neupommern fanden heftige Kämpfe statt.

WTB. London, 25. September. Reuter meldet aus Sydney, daß nach dort eingetroffener Nachricht die deutsche Funkenstation auf der Insel Nauru zerstört worden ist.

Der Kampf in Südafrika.

Aus Nairobi (Südafrika) wird vom 21. September aus englischer Quelle berichtet: Eine deutsche Truppe, deren Stärke unbekannt ist, griff am 19. September in dem Voidistrikt einen Posten zwanzig Meilen von der Grenze an. Nach einem stundenlangen scharfen Gefecht zogen sich die Deutschen unter Zurücklassung von acht Toten zurück.

Es dürfte sich um farbige Soldaten handeln. Die Verluste der Engländer werden nicht bekannt gegeben.

DerDaily Telegraph" bringt einen Brief des ®e» «erms Beyer, wodurch er als Oberbefehlshaber der süd­afrikanischen Streitmacht und als Offizier überhaupt zu- utatutt. Die,er Brief wird in holländischen Kreisen

Beweis für die Vermutung angesehen, daß ein deut­scher Angriff auf die Union nicht erfolgt ist und daß Beyer sich nicht zu einem völlig grundlosen Angriff auf DAttschsüdwestafrika hergeben will. Beyer er Härt auf das bestimmteste, daß kein deutscher Soldat die Union- grenze in feindlicher Absicht überschritten habe. Be­sonderen Eindruck machen die bitteren Worte, womit Beyer der Vernichtung der Unabhängigkeit der Buren- staaten und der englischen Grausamkeiten während des Krieges gedenkt. Trotz der großen Anleihe, womit Eng­land die öffentliche Meinung der Union zu bestechen putzte, steht, wie bestimmt versichert wird, Beyer in dieser Ansicht nicht allein. Auch General Kempe ist zu- rückgetreten.

c Die bisherige« Verlustlisten,

ersten (9. August) bis zur 80. (20. Septem- der) reichen, ergeben insgesamt folgende Verluste: tot 053 Dffiziere, 8590 Mannschaften: leicht verwundet 882 Ältere, 26 283 Mannschaften: schwer verwundet 475 MfiAiere, 9087 MannWaften: vermißt oder gefangen 32 .Offiziere, 11752 MannWaften: Gesamtverlust an Toten, Verwundeten und Vermißten: 2092 Offiziere und 55 662 Mannschaften, zusammen 57 754 Angehörige des Heeres.

Was die Engländer aus den dentschen Verlustlisten herauslesen.

Die Engländer haben beim Studium der deutschen Verlustlisten mancherlei für sie Unerfreuliches Heraus- gefunden. Sie finden, wie dieKöln. Volksztg." be­richtet, daß die deutsche Mobilisierungunerschöpfliche Mengen Soldaten" liefert, weil zu den seltsamsten Be­zeichnungen gegriffen werden müsse, um die Truppen- körper zu kennzeichnen. So finde man nicht nur ein Regiment X, sondern ein erstes und ein zweites Re­serveregiment X, ein Landwehrregiment X, ein Ersatz­bataillon zum Landwehrregiment X, Ersatzbataillone zum zweiten Reserveregiment X und anderes mehr. Die Friedensstärke sei glatt vervierfacht, wahrscheinlich aber verfünffacht, denn alle diese Formationen seien kriegs­stark. Sämtliche Garderegimenter aller Waffengattun­gen seien dreimal vorhanden. Man dürfe nicht glauben, daß die Reserveregimenter keinen Liniencharakter hätten, denn unter den Gefallenen dieser Reserveregimenter be- uude sich aktive Mannschaft neben Reservisten. In ^.andwehrregimenter seien auch Reservisten eingestellt, wrer zu viel vorhanden sind. An Offizieren errsche kein Mangel, denn bei ein und derselben Kom- Wmte finde man als getötet oder verwundet so viel fchpn ^ man drei andere Kompagnien damit ver- ^»I^« suue. Aufsehen erregen die vielen Reservesor- ®»

von tettwUerenm8rrHt^ auch entdeckt? baß von oer schweren Arttllerie und der BelagerungSartU-

lerie des deutschen Heeres bis letzt fast keine Verluste zu verzeichnen sind, weil diese Artillerie wahrscheinlich außer dem Schußbereich der Festungen sich aufstelleu könne.

Die Ursachen des Weltkrieges.

Das Zeugnis eines norwegische» Historikers.

In der norwegischen ZeitschriftSamtiden" (Uni­versitätsprofessor Grans) veröffentlicht der Historiker Hansen einen Aufsatz von 400 Seiten tn Lexikonformat: Der Weltkrieg und seine Ursachen". Ju dem Aufsatz kommt es zu dem Schluß, daß der Bruch der Neutralität Belgiens kaum der Grund für die Einmischung Eng­lands sei. Die starken Worte von Heiligkeit und von Abmachungen seien unecht bei den englischen Staats­männer«, die sehr oft vertragliche Gelöbnisse unter ver­änderten Verhältnissen brachen. Zweifellos hätte ein französischer Durchmarsch durch Belgien keine englische Kriegserklärung gebracht. England wolle den Rivalen zur See, Deutschland, vernichten. Der Bund mit Ruß­land und Japan sei unnatürlich. Wenn freisinnige Staatsmänner Frankreichs und Englands sagten, es gelte der Rettung der Freiheit Europas vor dem preußi­schen Militarismus, so sei dies nichts als eine Phrase. Sollte jetzt Deutschland besiegt werden, so würbe es für Westeuropa umso schwerer sein, in dem nächsten Welt­kriege, der ganz zweifellos gegen Rußland würde geführt werden müssen, die Kultur der Nationen Westeuropas, ihre Freiheit und ihr Selbstbestimmungsrecht, England mit eingerechnet, zu behaupten.

Dieses Zeugnis ist umso wertvoller, weil es von neutraler Seite kommt.

Eine argenttnische Stimme gegen Englands Politik.

Berlin» 25. September. Das argentinische Wochen­blatt bringt einen scharfen Artikel gegen Englands Poli­tik, die einen Schlag gegen die menschliche Zivilisation bedeute. England sei der Judas der germanischen Rasse. Den Schandfleck, den England jetzt auf sich geladen hat, wird es nie wieder reinwaschen können.

Bon der Feldpost.

Zu der Nachricht, daß sich auf dem Hauptbahuhose in Leipzig ein Wagen mit den unerledigten Feldpostsen­dungen befunden habe, erklärt die Oberpostüirektton Leipzig: Sowohl die hiesige Postsammelstelle, als auch die Feldpostanstalten sind an dem bedauerlichen Vor­kommnis völlig unschuldig.

Diese Erklärung eines einzelnen Falles ist gewiß wertvoll, wertvoller aber wäre eine Erklärung für das bisherige Versagen der Feldpost und die Zusicherung schleunigster Besserung. Tagtäglich mehren sich die Klagen. Unsere braven Krieger draußen sind ohne alle Nachrichten von der Heimat: auch die Liebesgaben er­reichen sie oft nickt. Hiergegen muß so lauge und so laut angegangen werden, bis Wandel geschaffen wird. Daß es nicht ganz aussichtslos ist, ist einer Meldung desB. L.-A" zu entnehmen, nach der vom Kriegsministerium dem Generalguartiermeister neue Vorschläge für eine erheblich beschleunigte Beförderung der Felopostsenöun- gen unterbreitet worden sind.

Belgische Gendarmen in einem deutschen Nonnenkloster.

WTB. Antwerpen, 25. September. Belgische Gen­darmen sind in das deutsche Nonnenkloster in Borsbeck eingedrungen und haben vierzig Nonnen verhaftet, die über die Grenze gebracht werden sollen. Als Grund der Verhaftung wird angegeben, daß die Nonnen einen Arbeiter aufgefordert haben, für den deutschen Kaiser, anstatt für den König der Belgier zu beten.

B o r s b e ck ist eine Gemeinde in Belgien in der Provinz Antwerpen.

Ei« englisches Fliegergeschwader über Düsseldorf?

Berlin, 25. September. LautB. T." gibt die eng­lische Admiralität bekannt, daß ein englisches Flieger­geschwader am Dienstag die Luftschiffhalle in Düsseldorf ausgesucht, daß aber Nebel die Operationen sehr beein­trächtigt habe. Dennoch seien drei Bomben herabge- worfen worden. Die Flugzeuge seien unversehrt zurück­gekehrt.

Ausweisung Deutscher und Österreicher aus Paris.

Geuf, 25. September. Aus Paris wird gemeldet: Die Regierung hat gestern die Deutschen und Oester­reicher, die bisher noch eine Aufenthaltserlaubnis be­saßen, aufgefordert, Paris sofort zu »erlassen. Teils wurden sie in die Konzentrationslager abgeschoben.

Eine zurückgezahlte Kriegssteuer.

Hamburg, 25. September. Aus Rotterdam erfährt dasHamb. Fremdenbl.": Daily Mail berichtet, daß der Stadt Epernay die eingezahlte Kriegssteuer von 140 000 Mark zurückgegeben sei, weil die deutschen Soldaten und Verwundeten in der Stadt so gut verpflegt und behan­delt worden seien.

fitiegsalletlei.

Zum Heldentode des Fürsten von Schönburg- Waldenburg werden derKreuzztg." noch folgende Einzelheiten be­richtet: Am 14. September erhielt der Fürst, der beim Leib-Garbehusaren-Regiment stand, den Auftrag, feind­liche Stellungen festzustellen. Seine Abteilung wurde, als sie aus einem Walde heraustrat und sich einem Vahndamm näherte, von französischen Infanteristen, die hinter dem Bahndamm lagen, sehr heftig beschossen. Der Fürst stürzte gleich zu Anfang von mehreren Kugeln getroffen vom Pferde. Er rief seinen Truppen zu, sich nicht um ihn zu kümmern, sondern schleunigst Meldung über die Stellung der feindlichen Truppen zu erstatten. Als man später in einer Gefechtspause nach dem Ver­wundeten sehen konnte, war der Fürst bereits gestorben. Er war etwa 5 Minuten nach der Verwundung durch die Kugel, die in das Herz eingedrungen war, verschieden. Unter einem Rosenstrauch wurde der Fürst bestattet. Die Leiche soll später in die Heimat übergeführt werden.

Ritter des Eiserne« Kreuzes.

Nach einer Meldung derFranks. Ztg." konnten bis jetzt 38 000 Eiserne Kreuze 1. und 2. Klasse verliehen werden. Die vor dem Feinde erworbenen Orden und Ehrenzeichen können beim Tode des Inhabers den Hin­terbliebenen auf ihren Wunsch belassen werden. Auch ist gestattet, diese Auszeichnungen auf Wunsch der Betei­ligten in den Kirchen aufzubewahren.

Der Friedensnobelpreis.

Anathon Aal, der Philosoph und Professor der Uni­versität Christiania, ehemals Privatdozent in Halle, schlägt in einem Vortrag vor, den diesjährigen Nobel- friedenspreis in Christiania keinem Einzelnen anzuer- kennen, sondern die Summe zur Aufklärungsarbeit für den Frieden zu verwenden, damit eine internationale Bewegung geschaffen werben könne zu dem Zwecke, daß künftige Kriege nur nach Volksabstimmungen mög­lich sind.

Festsetzung von Höchstpreise« für Getreide.

Berlin, 25. September. (Privattelegramm.) Wie dasB. T." meldet, fand heute vormittag in Berlin im Ministerium des Innern unter Beteiligung der Han­delskammer eine Sitzung wegen der Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide statt yy*

Der englische Schunrrbark.

Vor einigen Tagen bestieg ein junger Krieger in einer Hauptstadt des westlichen Oesterreich den Militär­zug, um ins Feld zu ziehen. Begleitet war der junge Mann von seinem Vater, einem kleinen Landwirt. Der Abschied war kurz und führte zu keiuer Rührszene:Be. hüt di Gott. Seppl, und kimm g'sund wieder und, was t sagen wollt, kimm mir mit an anständigen Schnauzer wieder und nöt mit so alter elendigen englischen Kratz- bürschten, wiest jetzt trägst." Dann war der Zug da- vongerollt.

Ei« kecker Streich.

Oberleutnant der Reserve Hermann Bolle vom Grenadier-Regiment in B., der als Ordonnanzoffizier dem mobilen Generalkommando des .... Armeekorps zugeteilt ist, geriet mit 10 Mann seines Regiments in französische Gefangenschaft. Aber nur acht Stunden hat­ten sie diese zu ertragen. Auf der französischen Etappen» station schenkte man den Gefangenen nicht allzuviel Auf­merksamkeit. Zufällig standen auch zwei Kraftwagen be­reit. Ein schneller Entschluß, hinein, und ehe die Fran­zose» zum Handeln kamen, waren ihnen die Gefangenen in den Wagen entkommen. Die Ankunft des Leutnants und seiner Mannschaft mit den erbeuteten Automobilen wurde bei der eigenen Gruppe mit großem Jubel be­grüßt. Oberleutnant Bolle wurde für seinen kecken Streich mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Ein Steckbrief hinter Wetterlee.

Das Kriegsgericht in Colmar erläßt heute einen Steckbrief gegen den katholischen Priester uno Redakteur Wetterlee-Colmar, der flüchtig ist. Es wird die Unter­suchungshaft gegen ihn wegen Kriegsverrates verhängt. Es wird ersucht, ihn zu verhaften und auszuliefern. Gleichzeitig wurde das gesamte Vermögen, das Wet­terlee besitzt, oder das ihm später anfällt, mit Beschlag belegt.

Gute Getreideernte in Rumänien.

Rom, 25. September. Die italienische Gesandtschaft in Bukarest berichtet: Die Weizeuerute in Rumänien sei normal, dagegen die Hafer- und Maisernte ganz vor­züglich ausgefallen. Es lagere noch Weizen in beträcht­licher Menge vom vorigen Jahre, da das Frachtgeschäft infolge des Krieges erschwert sei.

So sind dieBandalen"!

Aus einem brennenden Bethaus in Eppeyhem bet bei Mecheln rettete ein deutscher Offizier zwei größere Altargemülöe altvlämischer Meister. Er überwies sie bent Verwaltungschef beim Generalgouvernement, der sie seinerseits der Verwaltung der belgischen Museen zur Verfügung stellte.

wie England Ausschreitungen gegen seine Truppen röcht.

DieKölnische Zeitung" schreibt:Im Juni 1906 war eine englische Truppenabteilung auf dem Marsch von Kairo nach Alexandrien. Auf der Rast gingen einige Offiziere in das Dorf Denschawi und begannen, ohne die Erlaubnis des zufällig abwesenden Dorfvorstehers abzuwarten, nach Tauben zu schießen. Dies erregte die Fellachen, die sich um die Offiziere drängten, sie be­drohten und versuchten, ihnen die Waffen abzunehmen. In dem Gewirr ging ein Gewehr los und der Schutz verletzte eine Frau. Auch entstand, angeblich von Hetzern angelegt, ein Brand, und schließlich würben die Offiziere überwältigt und mit Stöcken und Steinen übel mißhan­delt. Ein Hauptmann versuchte Hilfe zu holen, brach aber unterwegs tot zusammen, wie die Untersuchung er­gab, am Hitzschlag als Folge von Hieben über den Kopf.

Nach einer Verordnung vom 25. Februar 1895 hat nun ein Sondergericht über Verbrechen zu urteilen, die gegen Angehörige des englischen Besatzungsheeres ver­übt werden. Ein solches Gericht trat auch in diesem Fall zusammen und verurteilte vier Angeklagte zum

Fall zusammen un ................ ......

Tobe, vier zu lebenslänglichem Zuchthaus, drei zu je 15 Jahren Gefängnis, sechs zu je sieben Jahren und drei zu je einem Jahr Gefängnis, sowie fünf zu i

In einer Stunde waren die Veryc. .. in Angeklagter, ein 70jähriger Greise

je 50 NNb-

Gewalt England

Peitschenhieben. I lungen beendigt. Ein «uuvuuumf vi»i lujuvnyvi der nichts weiter aussagen konnte, als daß er die engli­schen Offiziere nicht kenne, wurde mit deu drei andern tags darauf erhängt. Nach deutschem Recht hätte es sich im schlimmsten Falle um Körperverletzung mit tödlichem Ausgang gehandelt, die mit höchstens jwei Jahren be­straft wird. Aber das englische Gericht nahm Aufruhr au gegen Offizere des Besatzungsheeres und begründete damit seine drakonischen Strafen. In der arabischen Bevölkerung rief der Vorfall und seine Sühne eine un­geheure Erregung hervor, und auch die europäischen, in Aegypten erscheinenden Zeitungen waren mit dem stren­gen Urteil nicht einverstanden. Etwas später wurden einige Eingeborene megen Tätlichkeiten gegen einen englischen Soldaten zu zehn und sieben Jahren Zucht­haus verurteilt.

Diese Vorgänge zeigen, mit welcher rücksichtslosen Gewalt England in Aegypten im tiefen Frieden jede Ausschreitung gegen seine Soldaten ahndete. Und das­selbe England ergeht sich jetzt in den niedrigsten Beschim­pfungen gegen deutsche Offiziere und Mannschaften, die gegen Franktireurs vorgehen, die heimtückisch auf deut­sche Truppen schießen. Es ist immer dieselbe Heuchelei und die Ansicht, daß England berechtigt sei, alles zu tun, was seinen Zweckeit entspricht, aber jede Handlung an­derer Völker splitterrichtend zu tadeln, weil ihm, wie es sich anmaßt von Gott eine Vorzugsstellung gegeben sei.

Als im großen indischen Mufftanb englische Frauen und Kinder von den Empörern scheußlich abgeschlachtet worden waren, begnügte man sich nicht, die Schuldigen vom Leben zum Tode zu befördern, sondern fügte der gerechten Strafe noch eine ausgesuchte Grausamkeit hin-

Man band d:e Leute vor Geschütze undblies sie in die Luft" dadurch nahm man ihnen nach ihren Begriffen das Jenseits. Ebenso ließ General Neil schuldige Ju- der Blutlachen wegfegen, bevor sie erschossen wurden, und bemerke in seinem Tagesbefehl ausdrücklich da­bei, dies geschehe, weil sie dadurch nach ihrem (Glauben für ewig verunremmt würden. Vielleicht erinnert man

in England heute nicht mehr, mit rvelchen Greueln die Erstürmung von Delhi verbunden war. Auch in Spanien haben englische Truppen in den Stapotcont sehen Kriegen mit geradezu viehischer Roheit bei dem Sturm auf Badajoz gehaust, währeud ihre deutschen H^nMEN die beutle Legion und die Braunschwei- aer, sich davon fernhielten. Nach der Schlacht von Belle- Alliance hat Wellington allerlei Vorwürfe gegen die Preußen bet dem Marsch auf Paris erhoben un? mußte es erleben, daß ihm, der auch preußischer Feldmarschall war, einer der ruhmbedeckten preußischen Heerführer, General von Grolman, im Miltärwochenblatt eine Ab- fertigung zuteil werden ließ, wie sie so scharf kaum je ein hochgestellter General öffentlich empfangen hat.

Es gehört eben zum Glauben der Engländer, daß ?iuem Engländer als höherstehendem Wesen alles er» laubt ist, einem anderen nichts, auch wen er im Kampf um das Dasein seines Vaterlandes steht.