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Aus blutgedüngtem Boden.

Dieselben Gefilde, nnf denen jetzt das gewaltige Ringen zwischen den Truppen der verbündeten Welt­mächte und den deutschen Armeen vor sich geht, haben auch vor 100 Jahren blutige Schlachten gesehen. Auch damals wogten die Kämpfe zeitweise unentschieden auf und nieder,- doch war die Zahl der Streiter unvergleichlich kleiner als heute. Im Jahre 1814 raffte in den Februartagen der große Feldherr Napoleon noch einmal die ganze Kraft seines Genres zusammen, um den Sieg wieder an seine Adler zu heften. Bewunderungswürdiges leistete er damals, als er seine tapferen, aber gar sehr zusammen­geschmolzenen Kerntruppen zu großzügigen Unter­nehmungen anspornte. Weniger anerkennenswert, ja verwerflich aber war die Verblendung, mit welcher er, ähnlich wie die jetzigen Machthaber in Frankreich, den hinterhältigen Franktireurskrieg irregeleiteter Bauern entfesselte. Da kam es ihm sehr zu statten, daß die Korps der Armee seines gefährlichsten, weil rührigsten Gegners, des wackeren Feldmarschalls Blücher, getrennt marschieren mußten. Die Verpflegung war nämlich außerordentlich erschwert, da die Fran­zosen selbst zuvor umfangreiche Requisitionen in den Dörfern der Champagne vorgenommen hatten. So gelang es dem Korsen, in wuchtigen Schlägen, die kurz

aufeinander folgten, die vier Heereshaufen Blüchers mit Uebermacht zurückzuwerfen: bei Champaubert, Montmirail, Chateau-Thierry und Vauchamps (10.14. Februar). Chateau-Thierry liegt an der Marne, während die anderen drei Kampfplätze an oder unweit eines linken Nebenflusses der Marne liegen, des in diesen Tagen, als unser rechter Flügel trotz seiner Erfolge aus strategischen Gründen Zurückgenommen wurde, vielgenannten kleinen Morin. In dem Glauben, die schlesischc Armee fast vernichtet zu haben, wandte sich Napoleon gegen Schwarzenbergs große Armee und schlug ihre vorgeschobenen Streitkräfte bei Nangis und Montereau (17., 18. Februar), die beide weiter südlich in der Nähe der Seine zu finden sind.

Die Früchte dieser ansehnlichen Erfolge blieben freilich aus. Denn Schwarzenberg gelang es, die Marschälle Oudinot und Macdonal bei Bar (an der Aube, 27. Februar), wo sich Kaiser Wilhelm der Erste als Sechzehnjähriger das Eiserne Kreuz erwarb, zu besiegen. Blücher hingegen drang trotz jener Schlappen wieder rastlos bis Meaux (an der Marne) vor, das ebenfalls vor kurzem oft genannt wurde, vereinigte sich dann bei Soissons (an der Aisne, einem Neben­fluß der Oise) mit Bülow und Winzingerode und schlug den Kaiser selbst bei Laon (zwischen Aisne und Oise, 9. und 10. März). Leider verhinderte die Ver­schlimmerung eines Augenleidens den stürmischen

Vorwärtsöränger, die Niederlage der Franzosen zu vollenden. Als Napoleon auch von Schwarzenberg bei Areis (an der Aube, 20. und 21. März besiegt worden war, unternahm er jenen nutzlosen abenteuerlichen Marsch nach Lothringen, um die Verbündeten wie er meinte zum Rückzüge zu nötigen. Diese ließen sich aber nicht beirren, siegten vielmehr über Marmont und Mortier bei La Fere Champenoise (25. März), bei Paris (Pantin, Vineetes) und am Montmartre W. März) und zogen bereits am 31. März in Frankreichs Hauptstadt ein.

Einhundert Jahre später scheint nun das Schicksal Frankreichs wiederum zwischen Marne und Oise entschieden zn werden. Nach den erfreulichen Nach­richten über zahlreiche hochbedeutsame Teilerfolge unserer Waffen sind wir zu der festen Ueberzeugung berechtigt, daß bald auf diesem blutgedüngten Boden, die Feinde unter Joffre und French auf der ganzen Linie eine Niederlage erleiden werden. Gott segne dazu unsere tapferen Streiter und verleihe unserer gerechten Sache in Gnaden einen völligen, ent­scheidenden Sieg.

Wetteraussichten für Freitag den 25. September.

Heiter und trocken, nachts kalt, tags ziemlich warm, ruhig.

Amtliche Bekanntmachungen.

Herdfeld, den 18. September 1914.

Diejenigen Herren Bürgermeister etc. des Kreises, welche meine Verfügung vom 20. März 1911 I. A. 2050 betreffend Berichterstattung über die Zahl der vorhandenen deckfähigen Ziegen und angekörten Ziegenböcke noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 38. Septem­ber ds. Js. erinnert.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. Nr. 6954. I. A.

v. Hedemann, Reg.-Assesfor.

Statt besonderer Anzeige.

Am 29. August fiel auf dem Felde der Ehre für das Vaterland unser lieber Sohn und Bruder, der

Hersfeld, den 19. September 1914.

Die Herren Orts- bezw. Gutsvorsteher des Kreises ersuche ich mir bis zum 8 k. Mts. bestimmt anzu- zeigen, wieviel:

1. Quittungskartenformulare A. (gelb)

2. B. (grau)

3. Quittungsformulare für Jnvalidenrentenempfänger, 4. Altersrentenempfänger,

5. Krankenrentenempfänger u.

6. Muster zu Aufrechnungsbescheinigungen für das Jahr 1915

voraussichtlich erforderlich sein werden.

Der Bedarf an Quittungskarten und Auf- rechnungsbefcheinigungen PP ist so reichlich zu bemessen, daß im Laufe des Jahres 1915 weitere Nachfendungen nicht zu erfolgen brauchen. Be­züglich der benötigten Muster zu Aufrechnungsbeschei­nigungen bemerke ich, daß der Bedarf an solchen wohl nicht so groß sein wird, wie der Bedarf an Quittungs- karken, da sich bekanntlich eine nicht unerhebliche Anzahl von Versicherten im Besitze von Aufrechnungsbescheini­gungsb ü ch e r n befindet.

Im Uebrigen mache ich noch besonders darauf aufmerksam, daß die Quittungskarten B. nur für solche freiwillige Versicherte auszustellen sind, für welche früher nochniemalsauf Grund versicherungspflichtiger Tätigkeit Beitragsmarken verwendet worden sind, und daß diejenigen Personen, welche einmal dem Ver­sicherungszwange unterlegen haben, Quittungskarten nach Formnlar A weiter gebrauchen müssen, auch für den Fall, daß sie sich freiwillig weiter versichern wollen.

Königliches Verficheruugsamt.

I. V. Nr. 2242, Der Vorsitzende:

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Kaufmann Oskar Buge

Unteroffizier u. n im Ersten Barde-Regiment zu Fuss

im Alter von 25 Jahren.

Im Namen der Hinterbliebenen

Buge,

Königlicher Hegemeister, Heenes.

Polizei-Verordnung.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landes­teilen vom 20. September 1867 (G. S. S. 1529) und des § 142 des Gesetzes über die allgemeine Landes­verwaltung vom 30. Juli 1883 (G. S. S. 195) wird mit Zustimmung des Kreisausschuffes für den Umfang des Kreises Hersfeld folgende Polizeiverordnung erlassen:

§ 1.

Personen, die das 17. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen Gast- und Schankwirtschaften, sowie andere Verkaufsstellen von geistigen Getränken nur in Be- glettung der Eltern oder deren Stellvertreter besuchen. ? ?56snommen sind solche jungen Leute, welche sich lediglich auf der Durchreise befinden.

§ 2.

. . Der Besuch von Volksfesten. (Kirchweihen u. a.) wnd durch die Vorschrift des § 1 nicht berührt.

§

und Händler mit geistigen Getränken dürfen N«nen, auf welche der § 1 sich bezieht, nur dann in PrnL dulden oder Getränke an sie

b"feÄ L °bet Me ^E^ § 4.

ftrafenUebi3^ ^ V 'und 3 werden mit Geld- Woche bestraft " °^ "" W M 8« einer § 5.

Die den gleichen Gegenstand reqelnde Volizei-Ver- ÄÄ^ 1887 ^^^ * * *

Wird neröffenMch?' ^ ®qlembcr 1914

Der Landrat.

J $ .

v. Hedemann,' Reg.-Assesfor

Hersseld, den 22. September 1914.

Die Maurerlehrlinge des Kreises Hersfeld, welche die Gesellenprüfung ablegen müssen, werden aufgefordert, ihre Anmeldungen bis zum 1. Oktober ds. Js. an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Herrn Mau­rermeister H. Schulz in Hersfeld einzureichen.

Den Anmeldungen ist beizufügen:

1. Gesuch um Zulassung zur Gesellenprüfung,

2. ein selbstgeschriebener Lebenslaus,

3. das Zeugnis des Lehrmeisters,

4. das Abgangs-Zeugnis der Volksschule,

5. das Zeugnis der Fortbildungsschule, wenn dieselbe besucht worden ist,

6. Der Lehrvertrag.

Der Prüfungstermin wird den Betreffenden demnächst schriftlich von dem Herrn Vorsitzenden des Prüfungs-- ausschusses mitgeteilt werden.

I. 9907. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Alle Liebesgaben an Lebensmitteln welche für das Rote Kreuz zu Hersfeld bestimmt sind, bitten wir nur in der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes im Auguste Viktoria-Haus (Dippelstraße), nicht aber am Bahnhof abgeben zu wollen.

Der Vorstand der Roten Kreuzes,

Sektion Hersseld.

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