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Einzelheiten über die Heldentat des U 9

Die Kämpfe im Westen. — Wie es in

Englische Furcht. -

London, 24. September. Die Ueberlebende» von den drei versenkten Panzerkreuzern erklären: Der Kampf sei an einer Stelle erfolgt, die seit Wochen sorgfältig avge- sncht worden sei. Die Kreuzer wurden von den Geschos­se« des dentschen Unterseebootes beim Kesselraum und teilweise auch bei den Offizierskabinen getroffen. Unter den nach Rotterdam gebrachten Geretteten befinden sich keine Offiziere. Auch zwei englische Hilfskutter sind bei dem Gefecht gesunken, wahrscheinlich durch die Schüsse der eigenen Schiffe.

WTB. Berlin, 24. September. Es wird mitgeteilt, daß das Unterseeboot „U. 9" und seine Besatzung gestern nachmittag unversehrt zurückgekehrt sind.

Was gerettete englische Matrosen erzählen.

Aus Erzählungen geretteter englischer Matrosen gegenüber der Besatzung der holländischen Schiffe „Ti­tan" und „Flora" läßt sich der „Berl. Lok.-Anz." aus Rotterdam folgende Schilderung des 'Hergangs über-

Die drei Kreuzer streiften Dienstag früh bei leich­tem Nebel durch die Nordsee. Der größte Teil der Be­satzung schlief noch in den Kojen. Der Kreuzer „Abou­kir" wurde um 6^ Uhr morgens unerwartet an der Steuerbordseite von dem Torpedo eines deutschen Unter­seebootes getroffen. Man meinte zuerst, daß das Schiff auf eine Mine gestoßen war, weil infolge der Stürme der letzten Tage in der Nordsee nach englischer Befürch­tung Minen umherschwimmen sollten. Der Kreuzer „Hogue", der in der Nähe war, ließ vier Rettungsboote herunter. In diesem Augenblick bekam auch die „Hogue" an der Steuerbordseite einen Torpedoschutz. Jetzt wußte man, daß es sich um einen Angriff eines deutschen Unter­seebootes handelte. Man glaubte auch, mehrere Unter­seeboote zu sichten, und eröffnete darauf ein Feuer. „Aboukir^ ging sofort unter, die „Hogue" drei Minuten später. Der Kreuzer „Cressy", der herbeieilte, um Hilfe zu leisten, erkannte die Gefahr nicht: er wurde ebenfalls torpilliert und ging bald unter. An Bord der drei Schiffe waren im ganzen rund 2200 Mann, größtenteils. Reservisten. Das Meer war bedeckt mit Wrackstücken und umherschwimmenden Ueberlebenöen. Viele wurden durch die

Explosionen der Munitionsvorräte getötet oder verwundet. Fischerfahrzeuge und die hol­ländischen Dampfer „Titan" und „Flora" fischten zahl­reiche mit den Wellen ringende Mannschaften auf. Auf dem Schauplatz des Angriffs ging auch noch ein eng­lischer Fischerkutter unter. Später erschienen sechs eng­lische Torpedojäger an der Stelle des Unfalls und nah­men sofort

die Verfolgung des Unterseebootes

auf. Andere englische Kriegsschiffe blieben in der Nähe. — Der Kapitän Berkhout des Dampfers „Titan" teilt ferner folgendes mit: Der Kamps begann früh 7 Uhr, etwa 30 Meilen von der holländischen Küste in südöst­licher Richtung. In großer Ferne sichtete ich die drei Kreuzer. Nach kurzer Zeit war einer verschwunden. Zuerst meinte ich, er sei abgedampst, aber als ich genauer hinsah, entdeck' -

schwunden war.

hinsah, entdeckte ich, daß auch ein zweiter Kreuzer ver­schwunden war. Ueber dem Meere hing Rauch und ich körte eine leichte Explosion. Sofort nahm ich Kurs in der Richtung, in der ich die Schiffe gesehen hatte. Da­rauf ließ ich zwei Boote nieder, um Schwimmende zu retten. Ich nahm 114 Mann an Bord, darunter drei Offiziere.

Sie waren alle nackt, denn sie hatten sich im Wasser ihrer Kleider entledigt. Einer der Offiziere war der Kommandant W. F. Sols aus Plymouth. Die Uhr, die er an der Hand trug, stand still auf 7 Uhr 5 Minuten, und es war 10 Uhr, als ich ihn ausnahm. Alle Geretteen waren erschöpft, und so­bald der Kommandant an Bord war, brach er zusam­men. Er bekam ein wenig Wein zu trinken, und bald kam er wieder zu sich. Er stand auf, lächelte und er­klärte: Das war eine langwierige Schwimmtour. Er erzählte, daß er rund 3 Stunden im Wasser gelegen hatte. Er war vom ersten Kreuzer, der getroffen wurde, über Bord gesprungen, als sein Schiff zu sinken anfing, war dann von einekn anderen Kreuzer aufgefischt und mußte beim Untergang dieses Schiffes wieder über Bord sprin­gen, dann nahm ihn die „Cressy auf, die er dann eben­falls wieder verlassen mußte, als sie unterging.

Wie Ueberlebende erzählten, lagen die meisten Leute, als t>er Angriff erfolgte, noch in den Kojen. Daraus erklärt sich, daß die Geretteten meist nur mit einem Hemd bekleidet waren. Sie kämpften drei Stunden

Ein Meisterwerk.

Roman von Paul Beye.

48) (Nachdruck verboten.)

Ihre leidenschaftlichen Bitten erschütterten ihn. Er fühlte selbst, daß seine Handlungsweise hart und grausam war, aber wie sollte er sie vermeiden?

„Du weist nicht, was Du von mir verlangst, Nina," laste er ernst. „Wenn ich auch jene Leute schonen wollte, wie kann ich es? Gargiulo ist ein Betrüger, ein Dieb — er verdient keine Schonung —"

..."®u kennst ihn gar nicht, Frank," klagte das Mädchen. „Wie kannst Du über ihn urteilen? Ach, möchtest, um was es N hobeltl Ich weiß so viel von jenen Dingen, ich habe

hp^r«^ -^ Leuten gelebt, habe auch so manches a?fana?«besprachen zwischen dem Oheim und Lupi auf- SS S ^Uür meine Ohren bestimmt war — miders^DI SV1^ helfen könnte, die Dinge an mir" S H^' doch Vertrauen gehoben, ' ^"eichelte sie, die Hände bittend zu ihm auf- wegm WtÄ meinte dann: „Meinet- mi& ia nS ^n Fall erzählen. Du verrätst ^avon Mittel, und ebenso gut, wie ich der Polizei über." ß nahe, kann ich es auch Dir gegen- ««ÄSeÄ des R°U-!S in «w, welchen Borschlag ich Dir machen will Gib mir bi-s-n Bri-i, teil Du mir ÄS?mÄ damit zu Concetta gehen, ibn ibr am«^ „„LV® meroe Uern ihr Mann nW innerhalb aÄ Ä^ « »sy m &M *

mit den Wellen, ehe sie gerettet wurden. Die nach Hol­land gebrachten Engländer befinden sich unter Be­wachung des holländischen Militärs. Sie sollen nach einem Jnternierungslager befördert werden. Die Be­mannung des „Aboukir" betrug 920 Mann (?), die der ?K?sue" 999 Mann (?) und die der „Cressy" 832 Mann (?), meist Reservisten.

Die englischen Seeleute hatten fast alle 15 Fahre und langer in der englischen Marine Dienst getan. Man glaubte erst, auf eine Mine gelaufen zu sein, weshalb „Hogue" Rettungsboote aussetzte, kurz darauf aber ebenfalls

geradezu auseinanderharst.

Der Kapitän des holländischen Schiffes „Flora" konnte mit dem Fernrohr den Untergang der „Cressy" beobachten, und begann das Rettungswerk, in dem er nach Ablauf einer Stunde durch das holländische Schiff lt^ttan unterstützt wurde. Im ganzen sind etwa 1800 Mann ertrunken. Unter den Geretteten befindet sich Kaptttn Micholton des Schiffes „Hogue", der abermals er, an Bord der „Flora" kam und sich vorstellte, keiner­lei Erkennungszeichen trug, da er in Unterhosen war. Da fast alle Geretteten nackt waren und Zivilkleiöer fehlten, wurden viele von ihnen in holländische Uni­formen gesteckt. Nachdem das Rettungswerk auf See beendigt war, erschien der englische Torpedojäger „Lu- zifer" und erklärte sich durch Signal bereit, die Geret­teten vom „Titan" zu übernehmen, jedoch 25 der Ge­retteten weigerten sich, auf das englische Schiff zurück- Mkehren. Die offizielle englische Nachricht, daß „Luzifer" das Rettungswerk unternommen habe, ist also unwahr. Ebenso ist, wie die „Franks. Ztg." meldet, die andere Meldung unwahr, daß ein englisches Geschwader das deutsche Unterseeboot verfolgt habe. Die vernichteten drei Kreuzer dienten zur Kontrolle des Hafens von Rotterdam, den die englische Flotte ungemein belästigte.

Die Wackeren des „U 9".

_ Zur Besatzung des Unterseebootes „U 9" gehören: Kapitänleutnant Weddingen (Otto), Kommandant, Oberleutnant zur See Spieß, Marineingenieur Schoen, Obersteuermann Saelbert, Obermaschinist Heinemann, Bootsmannsmaate Schoppe, Hoer, Matrosen Geist, Rose­mann, Schenkel, Schulz, Obermaschinistenmaat Marlow, Stellmacher Hinrichs, Maschinistenmaate Maerz, Rei- chardt, Obermaschinistenanwärter Hallenberg, v. Kos- lowski, Oberheizer Eisenblätter, Schutzke, Heizer Karbe, Schober, Liebe, Küster, Wollstedt und Funkenheizer Lieber.

Ueber den Eindruck der Katastrophe in England

wird über Kopenhagen aus London noch gemeldet: Das Gefühl vollkommener Sicherheit und Ueberlegenheit, in das bisher die Engländer gewiegt wurden, ist mit einem Schlage verschwunden und einem Gefühl banger Beun­ruhigung gewichen. Zu der «ständigen Furcht vor Zep­pelinluftschiffen ist nun die Unterseebootsangst getreten. Die Nachricht von dem Verluste der Panzerkreuzer wurde in London durch die Morgenblütter bekannt. Die Mit­teilung rief allgemein starke Niedergeschlagenheit her­vor, und trotzdem die Blätter den Verlust zu beschönigen suchen und darauf Hinweisen, daß sich gewiß die Mög­lichkeit bieten werde, Vergeltung zu üben, gibt man sich doch keiner Täuschung darüber hin, daß die hochgespann­ten Hoffnungen, die man bei Kriegsausbruch in die eng­lische Flotte setzte, sich bisher in keiner Weise erfüllt haben, ja, daß vielmehr die deutsche Flotte eine weit er­folgreichere Tätigkeit zu verzeichnen habe, als die eng­lischen Schiffe. Die genaue Höhe der Verluste ist heute noch nicht bekannt, man nimmt an, daß etwa 1900 See­leute ihreu Untergang gefunden haben. Sehr abfällig wird bemerkt, daß es möglich sein konnte, drei englische Kreuzer zum Sinken zu bringen, ohne daß auch nur eins dieser Schiffe Gelegenheit genommen hätte, aktiv in den Kampf emzugreifen, und daß kein einziger Schuß von den englischen Schiffen abgefeuert wurde. Man nimmt in London an, daß mehrere Unterseeboote an der Arbeit waren, und versteht es nicht, wieso diese ganz unbemerkt ihre Tätigkeit verrichten konnten. In der Presse und in der Oeffentlichkeit wird stark dafür Stimmung ge­macht, daß die englische Flotte nunmehr unbedingt aus ihrer Zurückhaltung heraustrete und energisch vorgehen müsse. Obgleich von verschiedenen Seiten bisher ver­sucht worden ist, die Untätigkeit der englischen Schiffe fachmännisch zu erklären, will man diese Begründung nicht mehr glauben. — Rotteröamer Blätter melden, dem „12-Uhr-Telegraph" zufolge, der Rücktritt Churchills werde jeden Augenblick erwartet. Man fordert, daß nicht nur der Befehlshaber der Mittelmeerflotte, Trou- bridge, zur Verantwortung gezogen werde, sondern vor

„Er wird gerade kommen," weinte Frank.

„Nun, dann kannst Du ja immer noch den Brief ab­schicken."

„Und inzwischen geht er auf und davon."

„Wohin denn? Es fahren doch nicht ununterbrochen Schiffe nach Amerika ab, und Gargiulo ist kein Pietro Tozzi, der sich in Steinklüften und Wäldern versteckt. Wenn diese Anzeige bei der Polizei eingeht, so wird doch eine Untersuchung eingeleitet, durch den nicht nur Gar- giulo, sondern auch Concetta und Lupi kompromittiert werden — wer weiß, ob nicht in höherem Grade als Gargiulo. Bei einer Untersuchung würde es zu Tage kommen, daß Lupi seit Jahren Fälschungen verkauft, die er selbst anfertigen ließ. Gargiulo hat bis auf den einen Fall mit dem Luca öella Robbia niemals eine falsche Aussage über die Echtheit eines Gegenstandes abgegeben, er wußte allerdings von den Betrügereien seines Schwiegervaters und schwieg dazu: aber ich glaube nicht, daß ihm das nachzuweisen ist, denn Lupi war schlau genug, die Fälschungen vor Gargiulo zu verstecken und alle betrügerischen Käufe in dessen Abwesenheit abzu- schlietzen. Kurz, die Untersuchung würde Gargiulo wahrscheinlich weniger belasten als Lupi, und Gargiulo ist nicht der Mann, die Seinen in der Stunde der Gefahr allein zu lassen."

„Du sprichst ja wie ein Buch," sagte Frank gezwun­gen lächelnd. „Woher kommen Dir nur alle diese Er­wägungen und diese Sachkenntnis?"

Sie zog mit der ihr eigentümlichen kindlichen Ge- berde die Schultern in die Höhe. „Ach Francesco," sie nannte ihn, wenn sie erregt war, zuweilen so, „ich habe doch seit Jahren viel über diese Dinge gehört — ich war doch meist im Nebenzimmer, wenn der Oheim und Lupi verhandelten — da müßte ich ganz dumm sein, wenn ich diese Dinge nicht wüßte."

Er betrachtete sie mit einer gewissen Bewunderung, atzN rMt wohl War ihm doch nicht dabei. Daß seine

Ostpreußen aussieht.

allem der der großen Nordseeflotte, dessen Unfähigkeit und Verfehlungen weit größer seien. Das führende Arbeiterblatt verlangt, man solle das ganze Ministerinn, in Anklagezustand versetzen. Es habe dies Schicksal so­wieso schon durch seine Teilnahme am Kriege verdient. Der Krieg wäre an und für sich schon unpopulär, jetzt sei er verhaßt, und der Haß werde sich gegen die wenden, die ihn herausgefordert haben. Auch die „vornehmen Blätter" sprechen von der großen Enttäuschung des eng­lischen Volkes, das bisher geglaubt habe, die beste Flotte der Welt zu besitzen, und jetzt sehen müsse, wie weit ihr die deutsche Flotte an Tatkraft voran sei. Wir haben den Mut verloren, schreibt die „Evening Post", und Mut verloren heißt alles verloren. In dieser Tonart be­wegen sich die Ausführungen aller englischen Zeitungen. Nur eine glänzende Waffentat unserer Flotte könnte den niederschmetternden Eindruck - verwischen, schreibt das „Daily Chronicle", uns aber fehlt das Vertrauen, an einen solchen Sieg zu glauben.

Der Erfolg der „Emden"-Streifzüge.

Der Londoner „Daily Telegraph" meldet aus Kal­kutta, daß der von der „Emderr" auf ihrem kühnen Zuge angerichtete Schaden 59 Millionen Mark betrage. Der Erfolg des deutschen Kreuzers wäre noch größer ge­wesen, wenn der italienische Dampfer „Lariano", der be­kanntlich gleichfalls angehalten, aber noch an demselben Tage wieder freigelassen wurde, nicht eine Anzahl eng­lischer Dampfer benachrichtigt hätte.

Abermals ein Minenopfer.

WTB. Göteborg, 24. September. Der Dampfer „James Dickson" ist gestern hier eingetroffen. Er führte einen schiffbrüchigen Matrosen mit, der von dem Dampfer an der holländischen Küste ausgenommen worden war. Der Matrose gehörte zu der Besatzuilg des holländischen Dampfers „Automat", der auf eine Mine gestoßen und gesunken war. Der Matrose ist der einzige Ueberlebende der 16 Mann starken Besatzung.

Die Kämpfe im Westen.

WTB. Großes Hauptquartier, 23. September, abends. Auf dem rechten Flügel der Westarmee jen­seits der Oise steht der Kampf. Umfassungsversuche der Franzosen haben keinen Erfolg gehabt. Ostwärts bis an den Argonuenwald fanden heute keine größeren Kämpfe statt. Oestlich der Argonnen ist Baren» im Laufe des Tages genommen. Der Angriff schreitet weiter fort. Die gegen die Sperrforts südlich Verdn» angreifenden Armeeteile haben heftige aus Verdun über die Maas und aus Toul ausgeführte Gegenan­griffe siegreich abgeschlagen, Gefangene, Maschinenge­wehre und Geschütze erbeutet. Das Feuer der schweren Artillerie gegen die Sperrforts Troyon, Les Paroche, Camp des Romains und Lionville ist mit sichtbarer« Erfolg eröffnet worden. In französisch Lothringen und an der elsässischen Grenze wnrden die französischen Bor­truppen an einzelnen Stellen znrttckgedrängt. Eine wirkliche Entscheidung ist noch nirgends gefallen.

Ans Belgien nnd ans dem Osten ist nichts Neues zu melden.

Das blutige Ringen auf den Schlachtfeldern zwischen der Oise und der Maas tobt nnunterßrodjen weiter, und wann die Entscheidung fallen wird, kaun nienuutö sagen. Auf beiden Seiten wird, wie die deutschen und^ diL nerischenBerichte übereinstimmend melden, mit irr größ­ten Erbitterung gesümpft. Und ebenso wie im deutschen Hauptquartier weiß man auch beim französischen Ober­kommando, welch ungeheure Bedeutung der Ausgang dieser Riesenschlacht für den weiteren Verkauf des ganzen Feldzuges haben wird. Deshalb hat General Joffre alle nur verfügbareri Kräfte in die Front geworfen, um einen letzten Versuch zu machen, sich der deutschen Um­klammerung zu erwehre::. Aber es- hat ihm bisher nichts genützt. Alle Durchbruchsversuche sind blutig ab­geschlagen worden, und während in den ersten Tagen, als der rechte deutsche Flügel seine strategischen Rück- biegungsbewegungen vornahm, Frankreich das ganze neutrale Ausland, namentlich Italien mit Siegesmel­dungen überschüttete, fließen jetzt die Siegesmeldungen aus dem Lager unserer Gegner immer kärglicher. Die französischen Berichterstatter geben bereits offen zu, daß die deutsche Stellung bisher allen Angriffen Trotz ge­boten habe. Der Oberstleutnant Ronsset spricht sogar in einem Artikel im „Petit Parisien" davon, daß die Deutschen sich nicht bloß verteidigen, sondern auch zum Angriff übergingen. Das stimmt mit dem überein, wav uns aus dem deutschen Hauptquartier gemeldet wor­den ist. , ,

Die deutsche oberste Heeresleitung befleißigt sich seit Beginn des Krieges in ihrer Berichterstattung der größten Zurückhaltung, sie sieht davon ab, nebensächliche

kleine Braut, die er in jeder Hinsicht für ein Kind ge­halten, ihn mit unanfechtbar logischen Beweisgründen zu beeinflussen suchte, war eine Ueberraschung, die ihn mit sehr gemischten Gefühlen erfüllte.

„Aber wenn es so steht, wie Du behauptest," wandte er ein, indem er sich gewaltsam von seinen Betrachtungen lotzritz, „wie können die Leute dann alle sagen, daß Gar­giulo vermöge seines Rufs als ehrenhafter Mann und vermöge seiner Fachkenntnis seinem Schwiegervater den Rücken gedreht habe. Ich hörte doch, die Käufer hätten oft einen unechten Gegenstand anstandslos als echt er­worben, nur weil Gargiulo ihn ihnen anpries."

„Wer hat das gesagt?" fragte das Mädchen eifrig. „Und wenn es einer gesagt hat, so braucht es deshalb doch noch nicht wahr zu sein. Die Kunden nahmen eben ein­fach an, daß Gargiulo von allen Geschäften, die sein Schwiegervater abschloß, Kenntnis hätte."

Frank schwieg in Gedanken verloren. Es fiel ihn: ein, daß Teresa Bondi es im Grunde allein gewesen war, die jene Behauptung aufgestellt hatte — Teresa Bondi aber haßte Gargiulo, weil er ihre Liebe zurtick- gewiesen hatte.

„Lupi," fuhr Nina fort, „hielt die Fälschnngen unter eigenem Verschluß und Gargiulo hat sie wohl kaum ge­sehen. Das hindert freilich nicht, daß er von dem be­trügerischen Treiben Lupis und Concettas wußte, aber er war nur insofern darin verflochten, als er absichttmt- die Augen davor schloß. Glaube mir, er verdient es nicht, so hart gestraft zu werden, wie Du es im Sinne hast. Er hat ohnehin schon schwer genug büßen müssen Ich bitte Dich nochmals, Francesco, — sei gut, laß' gehen, ich bringe Dir gewiß Gargiulo hierher — versichert, er kommt. Dann wirst Du selbst urteilen, ob ich recht habe oder nicht." Und wieder umschlang 111 ihn und bettelte und schmeichelte, bis er nachgab.

(Fortsetzung folgt.).