Die Kathedrale von Reims im Granatfeuer
Gut- Arbeit deutscher Unterseeboote. 80000 belgische Flüchtlinge. Deutsche Fliegerbomben.
Drei Stellen an der Front der Kämpfenden, deren gesamte Linie sich wieder über mehrere hundert Kilo- meter erstreckt, sind gegenwärtig von ganz besonderem Interesse. Das ist einmal die Gegend um Noyon, rechts der Oise, wo unser rechter Flügel kürzlich nahezu zweieinhalb französische Armeekorps geschlagen hat. Dort und am äußersten westlichen Flügel der beiderseitigen Aufstellung hat sich der Kampf abgespielt, durch dessen Ausgang der Versuch der Franzosen gescheitert ist, unsere rechte Flanke zu überflügeln. Anfangs hatten sie Glück gehabt. Es war ihnen zwar nicht gelungen, einen Teil unserer Armee abzuschneiden, aber die ernstliche Bedrohung und die ungestümen Angriffe hatten unsere Truppen zu immer neuen Bewegungen und Windungen genötigt — die sich dann allmählich unserer gesamten Front mitteilten — bis es schließlich gelang, durch eine energische Verschiebung der Kräfte den französischen Plan zum Scheitern zu bringen. Der linke Flügel der Franzosen wird sich bestenfalls nur noch so lange in seiner Stellung halten können, als es die Lage auf den anderen Abschnitten der Schlachtfront gestattet. Das kann aber nach den neuesten Meldungen mcht mehr lange dauern, denn im Zentrum der Kämpfe an der Aisne steht es für die Franzosen offenbar schlecht. Vou den Höhen, die die Festung Reims umschließen, sind zweifellos jetzt schon wesentliche Punkte im Besitz der deut- schren Truppen. Selbst die französischen Bulletins müssen das einräumen. Aus der Fassung des letzten deutschen Berichts kann man aber schließen, daß wir uns dort in vorzüglicher Lage befinden. Wenn die Arbeit unserer Armeen dort in derselben Weise fortschreitet, dann wird das Ende dieser Schlacht vermutlich sein, daß die Franzosen bei Reims, also gerade an der Stelle, an der sie selber den Hauptstoß führen und unsere Front durchbrechen wollten, ganz entscheidend geschlagen werden. Die Taktik unserer Armeeleitung, die sich — aller nröglichen Mißdeutung — nicht gescheut hat, dem freiwilligen Abbruch der von den Franzosen
trotz nach
dem srerwtüigen Abbruch der von den Franzosen gewünschten Schlacht an der Marne unsere Truppen sogar bis über Reims hinaus zurückzunehmen, bewährt sich jetzt glänzend, denn die Franzosen haben sich bei dem Ansturm auf unsere festen Stellungen norwestlich von Reims erschöpft und werden nun unserem eigenen Angriff nicht lange Stand halten können, ganz abgesehen von allen weiteren Vorteilen, die sich aus unseren Stellungen bet Reims noch leicht ergeben könnten. Bei V er dun endlich erscheint unsere Lage, die sich auch durch die Rückwärtsbewegung wohl keinen Augenblick verschlechtert hatte, gleichfalls so aussichtsreich zu sein, daß wir von diesem dritten Abschnitt unserer Front schon bald Wichtiges werden erfahren können. Die völlige Umschließung der Festungswerke ist schon vollendet, oder sie steht unmittelbar bevor. Das Gesamturteil über die gegenwärtige Lage im Westen kann darum nur lauten: wir sind zu großen Hoffnungen voll berechtigt.
Die Beschießung der Kathedrale in Reims
Schuld der Franzosen.
(Amtlich.) Großes Hauptquartier, 22. September, abends. Die französische Regierung hat behauptet, dich die Beschießung der Kathedrale von Reims keine mili?' tärische Notwendigkeit gewesen sei. Demgegenüber sei folgendes festgestellt: Nachdem die Franzosen die Stadt Reims durch starke Verschanzungen zum Haupt- stützpunkt ihrer Berteidignng gemacht hatten, zwangen sie selbst uns zum Angriff auf die Stadt mit allen zur Durchfühning nötigen Mitteln. Die Kathedrale sollte anf Änordnnng des deutschen Armeeoberkommandos nicht beschossen werden, solange der Feind sie nicht zu seinen Gunsten ausnützte. Seit dem 20. September wurde auf der Kathedrale die weiße Fahne gezeigt und von uns beachtet. Trotzdem konnte man anf dem Turm einen Beovachtungsposteu feststelle«, der die gute Wirkung der feindlichen Artillerie gegen unsere angrei- fende Infanterie erklärte. Es war möglich, ihn zu beseitigen. Dies geschah durch Schrapnellfeuer der Feldartillerie. Das Feuer schwerer Artillerie wurde auch jetzt noch nicht gestattet, und das Feuer eingestellt, nachdem der Posten beseitigt war. Wie wir beobachten konnten, stehen Türme und Aentzeres der Kathedrale ««zerstört, der Dachstnhl ist in Flammen anfgegangen. Die an- greifenden Truppen sind also nur soweit gegangen, wie sie unbedingt gehen mußten. Die Verantwortung trägt der Feind, der ein ehrwürdiges Bauwerk unter dem Schutze der weißen Flagge zu mißbrauchen versuchte.
London, 23. September. (Nichtamtlich.) Die Times melden aus Paris: Drei Amerikaner, die am Freitag in Reims eintrafen, erzählten, das Blut ströme von den Treppenstufen der Kathedrale herab. Die Franzosen
Ein Meisterwerk.
Roman von Paul Beye.
47) (Nachdruck verboten.)
Und nun behauptet er, daß die Concetta einen Liebhaber hätte, er hat wiederholt einen Mann über die Hoftreppen in ihre Wohnung gehen sehen — so eifersüchtig wie er ist, hat er allabendlich am Fenster gestanden, um sie zu beobachten. Er war wie rasend vor Zorn und schimpfte auf die Concetta und die ganze Welt, Sie nichts taugt, wie er sagt. Aber da er die Concetta doch nicht da hat, um seinen Groll an ihr auszulassen, so nmßte ich seinem Grimm herhalten! Aber ich glaube nie und nimmer, daß die Concetta einen Liebhaber hat," fügte das Mädchen lebhaft hinzu. „Sie liebt ja ihren Mann so grenzenlos und wenn man jemand liebt, dann rann man ihm doch auch nicht untreu werden."
Drank mußte unwillkürlich lächeln über die Ueber- Ä E der sie diese Worte sprach. Sie, ferne kleine Nma, das wußte er, würde ihn ewig be- weinen. wenn der Tod ihn von ihrer Seite reißen sollte.
sagte sie, ihre Stinune
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»Nun, eben weil es ganz unmöglich ist üak hie cetta einen Liebhaber hat. Und im Grunde ist der Obeim selbst überzeugt davon, das merke ich
!-w°» Reben. Er sprach es nur «Ich? ÄuS, fonbem redete immer von dem Liebhaber, weil er in seiner
Fal^verloren^ Me e°ncea doch auf jeden „Nina, mein Liebling," sagte er/„möchtest Du wir
bätten augenscheinlich die Beschießung herausgefordert, indem sie Artillerie in der Stadt aufgestellt hätten.
Franzosen wirklich in ganz hinterhältiger Absicht ihre Geschütze in der Stadt Reims selbst, statt in den Festungswerken aufgestellt, und somit die Beschießung der Stadt durch die deutsche Artillerie geradezu er- Swungen haben, wird durch die in diesem Falle wohl als Erg einwandfreie Zeugin zu betrachtende „Times" be- statrgt:
. „ Die „Times" melden aus Paris: Theoretisch wurde «?^^^^^bment von Reims durch die französische Artillerie herausgefordert, die in der Stadt ausgestellt war und das deutsche Geschtttzfeuer kräftig erwiderte. Französische Soldaten lagerten in den Straßen. In der Hauptstratze befand sich ein Artilleriepark, dahinker lag die Infanterie.
Dem „Neuen Rotteröamer Kurant", dessen Berichterstatter am Sonntag in Reims gewesen ist, geht darüber folgender Bericht zu: Die Kathedrale und die umliegenden Gebäude sind zwar fürchterlich beschädigt, nichts- destoweniger war des Nachmittags die Kathedrale als Bau völlm erhalten. Der Schrecken und die Verwüstung in Reims sind unbeschreiblich. In einem Regen von Granaten wurden eine Frau und ein Kind unter den Augen des Berichterstatters getötet. Mehrere Stadtteile sind verbrannt und eingestürzt.
Die Kathedrale von Reims, 1212 gegründet, und im 14. Jahrhundert vollendet, ist eine der schönsten Kirchen Frankreichs. Berühmt ist der reiche Skulpturen- wid Reliefschmuck des Doms, die 530 Statuen an der Fassade, die 12 300 Kilogramm schwere Glocke, die Orgel mit 3516 Pfeifen und 53 Registern und die herrlichen Glasmalereien.
Die deutschen Stellungen.
Wie italienischen Blättern aus London gemeldet wird, sollen die Positionen der deutschen Truppen unverändert sein. An den Laufgräben werden gewaltige Arbeiten ausgeführt. Die Stellungen sind sehr geräumig und gut gedeckt. Es wird berichtet, daß die deutschen Soldaten in der Handhabung von Schaufel und Spaten ungemein gewandt sind. Aehnliche Fähigkeiten gingen den französischen Soldaten ab.
Wie die „Tribuna" aus Rom meldet, dürfte die Schlacht noch einige Tage dauern. Die Verluste anf beiden Seiten seien bisher sehr groß gewesen. Die Deutschen hätten auf den Höhen Schanzgräben angelegt und diese durch Baumstämme, Mauerwerk und Drahtgeflechte stark befestigen können. Außerdem hätten die Deutschen ihre Batterien dank ihrer Geschicklichkeit und der Gunst des Weichbodens so zu verstecken vermocht, daß sie selbst in Abständen von zwei Kilometern nicht wahrnehmbar seien. Die Franzosen nnd Engländer hätten häufig Frontangriffe machen müssen, die für sie verhängnisvoll gewesen seien.
Eine Depesche aus Soissons an den „Daily Expreß" meldet, daß die Verluste der französischen Infanterie sehr ernst sein müßten infolge des «rörderischen Artillerie- und Jnfanteriefeuers der Deutschen. Das Schlachtfeld soll nach dem Rückzug der französischen Infanterie überall mit Leichen bedeckt gewesen sein.
Eine deutsche Granate im englischen Hauptquartier.
London, 23. September. „Daily News" melden aus Chateau-Thierry vom 19. September: Gestern tobte ein wütender Kampf. Die Angriffe fanden tags nnd nachts statt. Die deutsche Infanterie wogte un- anfhörlich gegen die Stellungen der Engländer und Franzosen. Die Angriffe waren eine Erholung gegen den entnervenden Granatenhagel, der von den Hügeln kam, wo die Anwesenheit der Deutschen nur durch den aufsteigenden Ranch der Geschütze wahrnehmbar war. Die deutschen Kanoniere machen Fortschritte und bestimmen die Schußweite mit außerordentlicher Genauigkeit. Gestern fiel eine Granate in das englische Hauptquartier, wo sie vollständige Verwüstung anrichtete. Der Stab kam mit dem Leben davon. Die Verbündeten hatten schreckliche Verluste. Sie vernichteten drei deutsche Geschütze. Das Feuer auf die Verschanzunge« war so heftig, daß es den Feldhospitälern unmöglich war, die Toten nnd Verwnndeten wegzuholen.
Chateau Thierry liegt südwestlich von Reims, etwa in der Mitte zwischen Meaux und Epernay.
Frankreichs letzte Hoffnung.
Aus Bordeaux wird gemeldet. daß Sie jetzt in Bordeaux erscheinenden Pariser Blätter gemeinsam eine Nationalsammlung für die Bildung von freiwilligen Hilfskorps in ganz Frankreich eröffnet haben. Diese Hilsskorps sollen zur nationalen Verteidigung dienen.
„Alles, alles, was Du willst, Frank," beteuerte sie.
„Nun gut, so gehe heute abend nach der Strada nuova Capodimonte und überzeuge Dich, wer der Mann ist, der Concetta Gargiulo allabendlich besucht. Es handelt sich um sehr wichtiges für mich und ich weiß mir nicht anders zu helfen."
„Aber warum willst Du wissen, ob jener Mann der Signor Gargiulo ist?"
„Das sage ich Dir später, Kind. Für jetzt bitte ich Dich, frage mich nicht."
Am selben Abend trat Nina ihren Forschungsgang an. Nach kaum zwei Stunden kehrte sie mit der Nachricht zurück, daß sie tatsächlich Gargiulo gesehen, der von der kleinen Gasse aus, welche die Grundstücke ihres Oheims und Lupis von der Hofseite aus begrenzte, in den Schuppen getreten war, in dem Lupi seine Vorräte verwahrte. „Ich wußte ja, daß er nur von dort auf die Hoftreppe gelangen konnte," sagte sie, „und hatte mich daher in einem Torweg ganz in der Nähe der Hintergebäude verborgen, um auf sein Erscheinen zu warten. Denn um ihn über die Treppen auf den Altan klettern zu sehen, besaß ich ja keine Möglichkeit, da ich sonst in unser Haus hätte gehen müssen."
Also war es Wahrheit! Gargiulo weilte wieder iu Neapel! So nahe war Frank Robinson ihm und doch von ihm getrennt, als ob taufende von Meilen zwischen ihnen lägen! O, diese Wunde, die ihn hinderte, sich Gewißheit über das. zu verschaffen, was er erfahren wollte und mußte! Und zu denken, daß Gargiulo schon am folgenden Tag?, vielleicht in dieser Nacht schon wieder verschwinden konnte! Wie fing er es nur an, ein Geständnis von ihm zu erlangen?
„Ich muß der Polizei eine Anzeige über sein Hiersein schicken und seine Verhaftung verlangen," dachte er. Die Ausführung dieses Planes hatte keine Schwieng- keiten, da er Vollmachten nnd Legitimationen mit sich
Man kann daraus ersehen, daß man in Frankreich schon zu den verzweifeltsten Mitteln greift, um sich zu wehren,- und die Bildung von Freiwilligenkorps beweist, daß man mit dem Menschenmatertal zur Ergänzung der Truppen zu Ende ist.
Drei englische Panzerkreuzer in den Grund geschossen.
(Nichtamtlich). Berlin, 23. September. Aus London wird unterm 22. September gemeldet: Deutsche Unterseeboote schössen in der Nordsee die englischen Panzerkreuzer Aboukir, Hogne und Cressy in den Grnnd. Eine beträchtliche Anzahl Mannschaften wurde durch herbei, geeilte englische Kriegsschiffe und holländische Dampfer gerettet.
Wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, kann eine Bestätigung der Nachricht deutscherseits noch nicht erfolgen, da die Unterseeboote infolge der Entfernung Meldung noch nicht haben erstatten können. Aus anderer Qnelle wird bekannt, daß der Zusammenstoß am 22.
September zwischen 6 und 8 Uhr früh 20 Seemeilen nordwestlich von Hoeck van Holland stattfand. Abonkir wurde als erstes Schiff durch ei« Torpedo getroffen. Der holländische Dampfer Flora brächte 287 Ueberlebende
nach Ymuiden. Die Panzerkreuzer Cressy, Aboukir und
Hogne stammen aus dem Jahre 1900, haben je 12 200
To. Wasserverdrängung, eine Bestückung von je 23,4
12 Stück 15 und 12 Stück 7,6 cm Geschütze, Maschinen
von 21000 Pferdestärke und 755 Mann Besatzung.
„Kein Brot, keine Soldaten!"
Den „Münchener Neuesten Nachrichten" wird das Kriegstagebuch eines gefallenen französischen Fahnenjunkers zur Verftigm^g gestellt. Die darin enthaltenen Notizen lassen einen erschreckenden Einblick in die Verhältnisse der im Felde stehenden französischen Armee zu. Folgende vielsagende Stellen seien angeführt:
„22. Mobilmachungstag. Seit gestern abend sind wir hier. Es war ein ermüdender Marsch nach zwei Kampftagen, insbesondere wegen des Brotmangels mtd der unzulänglichen Lebensmittelzufuhr, die erst im Augenblick des Abmarsches eintraf. Das furchtbare Gefühl des fluchtartigen Rückzuges bedrückte die Mannschaft und erzeugte eine böse Gärung, die den Geist der Revolte und Disziplinlosigkeit zur Folge hatte. In meiner Kompagnie schrie ein Mann: „Kein Brot, keine Soldaten!" Und der Aufruhr hielt erst inne, als der Fahnenträger, den ich begleitete, den Soldaten mit dein Revolver bedrohte. Der Weg war ermüdend, weil niemand glaubte, daß wir vorwärts gehen. Wir waren überzeugt, daß wir zurück ins Feuer gingen,- die Müdigkeit gewann die Oberhand und löste tierische Instinkte aus."
Tags darauf: „Ganz naher Kanonendonner. Wir errichteten ein Biwak ohne Feuer und erhielten den Befehl, bis zum Aeutzersten auf der Stelle auszuharren, die wenig günstig zu fein schien. Die Deutschen haben den Uebergang von L .... erzwungen. Mehr und mehr schleicht sich Entmutigung in unsere Reihen ein. — K«E darauf fiel der Fahnenjunker.
Afrikanische Truppen als Kanonenfutter.
Mailand, 23. September. Der „Corriere della Sera" schreibt: Die deutschen Maschinengewehre hätten ein furchtbares Gemetzel unter den afrikanischen Truppen, welche, kaum aus der Bahn gestiegen, in den Kamps mußten, angerichtet. Während man auf französische Artillerie, die zu spät eingetroffen sei, gewartet habe, seien die Afrikaner wie die Fliegen gefallen. Die Offiziere mußten mit dem Revolver in der Hand die Leute zum Ausharren zwingen.
80 000 belgische Flüchtlinge.
Rotterdam, 23. September. Wie englische Blätter melden, sind in England 70 000 belgische Flüchtlinge an- gekommen. Der dänische Gesandte in Brüssel ist über Antwerpen nach dem Haag verzogen. Er schätzt die Anzahl der aus allen Teilen Belgiens nach den belgischen Küstenstädten geflüchteten größtenteils Mittellosen auf 70 000 bis 80 000. Dänemark will auf dtplomattzchem Wege vermitteln, um einem großen Teil der Flüchtlinge die Auswanderung nach Amerika zu ermöglichen. Ein feindlicher Flieger über der Düsseldorfer Luft- ‘ schiffhalle.
Düsseldorf, 23. September. (Nichtamtlich.) In der Höhe der Lnftschiffhalle wurden gestern dnrch feindliche
führte, welche ihm die Willfährigkeit der italienischen Polizei sicherten. .
„Geschwind, Nina," sagte er, „nimm Feder uno Papier vor und schreibe, was ich Dir diktiere." Sie tal gehorsam, wie er ihr geheißen, aber je länger sie schriev, desto mehr bemächtigte sich ihrer eine heftige Aufregung- Die Farbe kam und ging in dem zarten Gesicht und ihre Hand zitterte beim Schreiben. Als sie dann fertig war und ihm das Papier zur Unterschrift reichen sollte, hieu sie es plötzlich hinter ihrem Rücken und blickte ihn um
flammenden Augen an.
„Das darfst Du nicht fortschicken, Frank,
leidenschaftlich
„L^as oarnr L)u niw yuiimHuxn, vtmn, rief sw ki^u^unii^. „Ich habe geschrieben, was Du mir dik- tiertest, aber wenn Du es abschicken willst, so zerreiße
ich es."
Er war so verblüfft über ihr Auftreten, daß er sogar vergaß, sich darüber zu entrüsten. War das setuc kleine, demütige, gehorsame Nina, die da wie eine 9iad)C5 göttin vor ihm stand? _ .
„Was fällt Dir nur ein, Kind?" fragte er.
muß doch tun, was meines Amtes ist, was meine Pflicyi mir gebietet —"
„Dies kann niemals Pflicht fein, arme, unglückliche Menschen vollends zu vernichten," schrie sie außer siw- „Gargiulo ist gut und wenn er sich wirklich wegen jene' dummen Reliefs etwas hat zuschulden kommen lassen,/ tat er es aus Not, aus Liebe für seine Frau. Und Concetta, die ihn so liebt und sich so nach ihm geiev» ! hat, ihn wieder zu entreißen, nachdem sie ihn eben er, ! wiedergefunden hat, ist eine Grausamkeit. Wenn
Pflicht so etwas von Dir verlangt, dann ist die PsUw nicht etwas Gutes, sondern etwas Schlechtes.
j Frank, mein Geliebter, mein Herr —" sie brach 1 fassungsloses Schluchzen aus, „ich beschwöre Dich, 1 ;
■ flehe Dich an, tu' das nicht. Ach, Dll bist ja so edel, i j gütig, Du kannst ja gar nicht so eine Grausamkest
gehen wollen!" (Forts, folgt.)