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Weitere deutsche Erfolge im Westen.

Der Feind in die Verteidigung gedrängt. Deutschland unter See und in der Luft Meister. Glänzendes Ergebnis der Kriegsanleihen.

WTB. Großes Ha«ptq«artter, 19. September, abös.

Die Lage im Westen ist im allgemeinen unverändert. Auf der ganzen Schlachtfront ist das englisch-französische Heer in die Verteidigung gedrängt. Der Angriff gegen die starken, zumteil in mehreren Linien hintereinander besetzten Stellungen kann nnr langsam vorwärts gehen. Die Durchführung des Angriffs gegen die Sperrforts- linie südlich Berdnn ist eingeleitet. Im Elsaß stehen unsere Truppen längs der französischen Grenze dem Gegner gegenüber.

Im Osten ist am 17. September die vierte finnlän- dische Schützenbrigade bei Angnstow geschlagen worden.

Bei dem Vorgehen gegen Osowiec wurde Grajowo und Szezidzyn nach kurzem Kampf genommen.

WTB. (Amtlich). Großes Hauptquartier, 20. Sep­tember abends. Im Angriffe gegen das französisch-eng­lische Heer sind an einzelnen Stellen Fortschritte gemacht worden. Reims liegt in der Kampffront der Franzosen. Gezwungen, das feindliche Fener zu erwidern, beklagen wir, daß die Stadt dadurch Schaden nimmt. Es ist An- weisnng znr möglichsten Schaltung der Kathedrale ge­geben worden. In den mittleren Vogesen sind Angriffe französischer Truppen am Dono«, bei Senones mrd Saa­les abgewiesen worden.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatze heute keine Er- eignisse. __

In Erwartung der Entscheidnng.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" erörtert, dem Lok.-Anz." zufolge, in einer längeren Besprechung die Lage in Frankreich und komnrt zu dem Schluß, daß die Deutschen nicht, wie französische und englische Blätter glauben machen wollen, standhalten, um den Rückzug auf die Maas zu decken, sondern um ihre Offensive fort- zusetzen, zumal das deutsche Zentrum schon vorzurücken beginne. Entscheidend sei die Frage, wer von beiden Gegnern iiber die größten Verstärkungen verfüge und diese baldigst einsetzen könne.

Berlin, 21. September. (Privattelegramm.) Zur militärischen Lage schreibt derLok-Anz": Die von den Franzosen versuchte Umfassung des rechten deutschen Flügels ist lang. Trotz aller Opfer zwischen Marne und Aisne mußte der im deutschen Manöver so oft heran­gezogene Spaten seine Schuldigkeit tun und die fran­zösische Armee war in der gleichen Beziehung nicht weni­ger eifrig. So ist man von dem bisherigen Bewegungs­kampfe zum Positionskampfe übergegangen. Die Stel­lung der deutschen Armee ist die günstigere. Der Feind hat zwei Flüsse hinter sich, und Flüsse im Rücken üben einen beunruhigenden Einfluß aus, wenn das Gefühl der Siegeszuversicht ins Schwanken kommt.

DieTimes" über die Absichten der deutschen Strategie.

Aus Rotterdam meldet dasB. T.": Die hier ein­getroffenenTimes" erklären, sie wissen nicht, zu wel­chem Zweck die Deutschen jetzt standhalten. Sie hätten möglicherweise Verstärkungen und Vorräte erhalten und beabsichtigten einen neuen Vormarsch. Vielleicht woll­ten sie nur Zeit gewinnen, um ihre Transportkolonnen nach der Maas zu schicken. Die deutsche Stellung zwi­schen La Före und Reims fet an einigen Punkten stark, aber könne durch die französische linke Armee umgangen werden, es stehe aber fest, daß wenn die Verbündeten auf dem linken Flügel Erfolg hätten, es nur ein takti­scher Erfolg sei. Der strategisch entscheidende Flügel sei der deutsche linke Flügel. Wenn er aber nicht viel schwächer sei, als sich bisher gezeigt habe, würden die Verbündeten auf dieser Seite kaum einen Erfolg er­ringen.

Andere ansländische Kampfberichte.

Rom, 20. September. Pariser Blätter geben zu, daß die Deutschen Teilerfolge bei Reims errungen $« ben. Sie melden gleichzeitig den Heldentod des fran­zösischen Generals Battaille. Der Corriere d'Jtalia er­fährt, daß die deutschen Stellungen westlich von Cha- lons furchtbar stark befestigt seien. In Rom gilt die allgemeine Lage des deutschen Heeres als ausgezeichnet. Die franzosenfreundliche Presse, die Tag für Tag Siege der Franzosen meldete, ist jetzt ganz kleinlaut gewor- deu. Die Blätter erklären, daß die deutsche« Stellungen auch nach Ansicht französischer Heerführer fast unein­nehmbar seien.

Genf, 20. September. Schweizer Berichterstatter melden ihren Blättern, daß die Berichterstattung anf Seiten der französisch-englischen Armee deshalb so

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Ein Meistevwevk.

Roman von Paul Beye.

(Nachdruck verboten.)

Da geschah es eines Tages, daß Fräulein Laura Spignatelli ihn besuchte. Sie hatte sich während der ganzen Zeit seiner Krankheit täglich zweimal nach seinem Befinden erkundigen lassen und ihm Früchte und Blumen geschickt, aber ihren Besuch hatte der Arzt bisher verboten. Vielleicht würde er nichts gegen denselben gehabt haben, sofern Frank selbst ihn gewünscht hätte, aber dieser, der fürchtete, daß die Tante ihm zu viel von Teresa Bondi sprechen würde, hatte den Arzt veranlaßt, der Tante zu sagen, daß sein Zustand strengste Ruhe

Schonung erheische und daß sie demnach vorerst noch Abstand nehmen möge, ihn zu sehen. Jetzt war sein Be- gebessert, daß er das alte Fräulein Haben Erbe, wenn man sie noch länger hätte $Xctn?enBctt ^s geliebten Neffen fern gehalten LavÄ^Ä^Ä ^ank jedoch, als er hinter Tante ^eTeresasaustauchen fahl Das Fräu- mÄfS^i o Besuch hochelegante Toilette ge- ß ff Vp J iSÄSf wenig patzte, und in der Hand ' ^Aa ^ Ö^lS n.^ kostbarer bunter Lilien,

des Netten inünE?^^^ aufgeregt auf das Lager Nchsten, aber in Anbetracht seines schonunasbedürftiaen Zustandes allzu lebhaften Worten ihreFreude üb« seine Genesung aus. 9 Uöex

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Ä ÄÄ?6obc-", »'**^ a^r^pn0^ ^ aetreulich geholfen, meinen Kummer zu trage«. Sie war auch ganz autzer sich, das gute Kind. Du ahnst ja gar nicht, wie sie Dich schützt.«

Dasgute Kind" stand derweil im Hintergründe We glutvolle« Wicke unv^rwatcht auf den NÄen ge-

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schwierig sei, weil seit dem 11. September ununter­brochen heftige Regengüsse eingesetzt haben, die auch jetzt noch anhalten und den größten Teil der Wege für Gefährte und auch für Reiter fast unwegsam machen, z«- mal das Gelände, auf dem die Engländer und Franzosen jetzt stehen, wellig, hügelig und sehr glatt infolge des aufgeweichten Bodens fei.

Ein französischer Kampfbericht.

wird derFranks. Ztg." folgender fran­zösischer Bericht gemeldet:

Auch nach dem dritten Schlachttage an der Oisne ist die Lage im ganzen unverändert. Die Deutschen verschanzen sich zwischen den Argonnen nnö der Maas, weshalb die Aktion der Verbündeten sich verlangsamt habe. Sehr wirksam waren nach Aussage der Offiziere die deutschen Maschinengewehre, doch warteten die fran­zösischen Soldaten mit ihrem Vorgehen ab, bis die Ar­tillerie das Gelände gesäubert habe.

Die französische Heeresleitung hat, wie weiter ge­meldet wird, noch keine Verlnstliste veröffentlicht; jedoch sind die Zeitungen mit Todesanzeigen gefüllt.

Frankreichs letztes Anfgebot.

LautLok.-Anz." macht die französische Botschaft in Rom bekannt, daß sich alle dort befindlichen Franzosen unter 48 Jahren binnen 8 Tagen zur Feststellung ihrer Militärverhältnisse melden sollen.

General Pau organisiert ein Hilfskorps.

Cöln, 21. September. Wie ein Privattelegramm derKöln. Ztg." aus Genf meldet, ist General Pau zur Organisation von Hilfskorps nach Südfrankreich ent­sandt worden.

____ Eine Reise Pichons nach Rom?

Nach einer über Rotterdam kommenden Meldung desExcelsior" soll der frühere französische Minister des Aeußern Pichon beabsichtigen, zu politischen Besprechun­gen sich nach Rom zu begeben.

Ob Pichon immer noch einen Erfolg erhofft, trotz­dem Italien wiederholt und in bestimmtesten Worten erklärt hat, unter keinen Umständen aus seiner Neu­tralität herauszugehen?

Frankreich im wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Das große Pariser Finanzblatt l'Jnformation" schreibt, wie dieVoss. Ztg. berichtet, über die wirtschaft­liche Lage Frankreichs im Anschluß an einen Artikel folgendes:

Die wirtschaftliche Krisis, die Frankreich durchwacht, ist sehr groß, ihre Folgen können vernichtend werden, wenn der Krieg sich in die Länge zieht, ja selbst, wenn er sich siegreich so lange hinzieht. Die vor dem Kriege zusammengetragenen Ersparnisse sind schon jetzt fast voll­ständig anfgebraucht. Nach dem Kriege wird an den meisten Türen der Bürger, Arbeiter und selbst des Mittelstandes das Elend klopfen.

DerEdelmut" Clemenceaus.

WTB. Bordeaux, 21. September. Clemenceau wirft imHomme Libre" dem Kommandeur des 18. Armee­korps General Oulart vor, Damen des Roten Kreuzes, die sich weigerten, deutsche Verwundete zu pflegen, ge­sagt zu haben, daß sie sich durch ein solches Verhalten entehrten. Wegen der angeblichen Grausamkeiten der Deutschen behauptet Clemenceau, daß die deutschen Ver­wundeten nicht desselben Mitgefühls wie die anderen bedürftig seien.

Das britische Expeditionskorps.

Ueber das britische Expeditionskorps bringt das Militär-Wochenblatt" auf Grund englischer Berichte folgende Angaben: Das Feldheer besteht aus 8 Armee­korps, jedes zu zwei Divisionen, und aus einer Ka­valleriedivision (Generalmajor Edmond Allenby). Jedes Armeekorps besteht aus 24 Bataillonen Infanterie, 6 Regimentern Kavallerie, 18 Batterien Feldartillerie mit zusammen 108 Geschützen, 2 Haubitzenbatterien mit zu­sammen 8 Geschützen und aus den erforderlichen Spezial- truppen. Die Gesamtstärke würde demnach betragen: 72 Bataillone Infanterie (je 1024 Mann), 18 Kavallerie­regimenter (je 674 Mann), 84 Batterien mit 492 Ge­schützen. Die Stärke des Feldheeres würde sich auf etwa 100 900 Mann belaufen. Führer des 1. Armeekorps ist Generalleutnant Douglas Hia, des 3. Generalmajor W. P. Poultenay. Das 2. Armeekorps sollte Generalleutnant James Brierson erhalten, der plötzlich am 17. August starb.

Wieder drei englische Schiffe gesunken.

Schiffskata- iten Minen

Täglich laufen neue Nachrichten über § strophen ein, die durch die in der Nordsee gelegt hervorgerufen worden sind. Der Londoner Daily Cbro- nicle meldet unter dem 13. September:Der englische

richtet, aber doch mit einer Miene, als ob eine gewisse Scheu sie hinderte, näher zu treten.

Aber so komm doch, Teresita, und begrüße unseren lieben Kranken," rief Tante Laura, worauf die junge Dame mit einer seltsamen überstürzten Bewegung an das Bett eilte und dann dort wieder zaudernd stehen blieb und Frank schüchtern ihre Lilien hinstreckte.Ich habe immer für Sie gebetet, Stgnor," stammelte sie.

Ihr ganzes Wesen trug so den Stempel des Ge­machten, daß Frank sich unbeschreiblich angewidert fühlte. Sie sind sehr gütig, Signorina," sagte er höflich und lud dann, ohne den Gegenstand weiter zu verfolgen, die Damen zum Sitzen ein.

Besonders hat es mich so furchtbar beunruhigt," fuhr das Fräulein fort,als ich hörte, daß Sie nicht mehr in dem Krankenhause waren. Daß auch jetzt ge­rade diese Krankenhäuser so überfüllt sein müssen! Sie ohne ausreichende Pflege zu wissen entsetzlich!"

Sie irren," sprach der Amerikaner,ich habe die beste und aufopferndste Pflege genossen, die denkbar ist. Signorina Bozzari war so gütig, sich meiner an- zunehmen, und ich kann ihr gar nicht genug dankbar sein für das, was sie an mir getan hat. Aber ich habe die Damen noch nicht miteinander bekannt gemacht. Liebe Tante," fuhr er vorstellend fort,dies ist die Signorina Nina, die als mein guter Engel an meinem Kranken­lager gewacht hat und hier Signorina Teresa Bondi Signorina Nina Bozzari."

Indes Tante Laura gezwungen mit dem Kopf nickte und Nina sich verlegen verneigte, nahm Teresa ihr lang­gestieltes Lorgnon, das sie in Anbetracht ihrer guten Augen nur aus Koketterie trug, in die Hand und musterte dadurch das junge Kind hochmütig.

Ach, dies Mädchen ist Ihre Pflegerin gewesen?" fragte sie mit gespielter Nachlässigkeit.Sie scheint mir doch noch recht jung für ihr Amt. Hat sie denn auch Erfahrung in der Krankenpflege?"

DampferImperialist" von Hull ist auf der Höhe von South Shields auf eine Mine geraten und gesunken. Dem DampferRhodesia" gelang es mehrere Stunden später, einen Teil der Bemannung zu retten. Am 8. September, 11 Uhr mittags, barst der Grimsbydampfer Revigo", der ebenfalls auf eine Mine geraten war, durch eine Explosion mitten auseinander. Bei Grimsby wur­den Rettungsringe mit der AufschriftSteamer Ceylon- Grimsby" aufgefischt. Sie gehören zu dem seit zehn Tagen überfälligenCeylon", der also aller Wahrschein­lichkeit nach auch ein Opfer der Streuminen geworden ist. Aus Dunbar meldet das Londoner Pressebureau, daß die ganze Küste auf über anderthalb Seemeilen hin mit Wrackteilen übersät ist, darunter auch Teilen des Pathfinder". Als seit drei Wochen überfällig wird der zum Hilfskreuzer umgewandelte britische Dampfer Jakana" gemeldet."

Wie England für den Krieg arbeitete.

DieB. Z," entnimmt der einflußreichen amerika­nischen WochenschriftThe Nation" vom 27. August einen Brief des Londoner Korrespondenten Towes, der u. a. besagt: Seit dem 1. August, also drei Tage vor der Kriegserklärung, bemerkt man fieberhafte militärische Vorbereitungen, unablässige Truppentransporte zur Küste, Einziehung der Reservisten und Territorialsol- daten, Aushebung von Pferden, Lastwagen und Auto­mobilen. Die Regierung handelte außergewöhnlich schnell und heimlich mit der Ordnung. Man erfahre all­mählich, daß die Kriegsverwaltungen bereits vor drei Monaten begonnen haben, die damals bereiten Reserve­offiziere einzuziehen, und daß die Flotten-Mobilmachung unter dem Vorwanoe der Flottenparade vor dem König begonnen worden fei. Und zwar befahl Churchill, die Mobilmachung anzuordnen, ohne die übrigen Minister zu befragest. Die Flotte war aktionsfähig und nach stra­tegischen Plänen der Admiralität disponiert noch vor Asquiths Ultimatum und der Kriegserklärung. Kit- chener habe schon vor einigen Tagen heimlich in Belgien mit dem belgischen Admiralstab wegen Vorkehrungen für ein englisches Expeditionskorps, das sich größten­teils bereits am 3. August oder am 4. August in Dover befand, verabredet. Nach zuverlässiger Auskunft sollten bereits am 4. August 100 000 Engländer in Belgien ge­standen haben.

DieB. Z." bemerkt dazu, daß schon im Jahre 1905 Lord Landsdowne im Kabinett Balfour sich verständigt habe, zusammen mit der französischen Armee Deutsch­land von belgischem Gebiet ans anzngreifen. Der obige Brief bestätige, daß es nur eines Druckes auf den Knopf bedurfte, um die längst vorbereitete Maschinerie in Gang zu setzen.

Englands Verlogenheit wird mit jedem Tage offen­kundiger.

Schwerer Patronillendienst in der Nordsee.

Der LondonerDaily Telegraph" bringt ein Tele- axamm aus Harwich: In den Hafen zurückgekehrte orpedobootszerstörer berichteten von einer kleinen Besserung des Wetters in der Nordsee, welches der Durchführung des Patrouillendienstes, der jetzt mit un­ablässiger Wachsamkeit gehanöhabt werde, große Schwie­rigkeiten bereitet habe. Die See sei so schwer gewesen, daß es wiederholt unmöglich gewesen sei, Feuer in der^ Kombüse zu halten, auch.wären verschiedene Verletzgu- gen der Mannschaft gemeldet.

Englands Freiwilligenwerbung in Irland und Schottland mißglückt.

Berlin, 21. September. (Privattelegramm.) Ein Privattelegramm derVoss. Ztg." aus London über Schottland-Kopenhagen meldet, daß sich nach einem amt­lichen Bericht in Irland 0,93 Prozent, also nicht ein Pro­zent, in Schottland 2,45 Prozent der männlichen Bevöl­kerung zum Kriegsdienst gemeldet haben. Dieses ge­ringes Interesse der schottischen und irischen Bevölkerung an dem großen Kampfe Englands um seine Macht­stellung auf der Erde habe in allen englischen Kreisen niederschmetternd gewirkt.

Die neue Gruppierung der Ocsterreicher.

WTB. Wie«, 21. September. Amtlich wird verlaut- bart unterm 19. September mittags: Die neue Grup­pierung unseres Heeres anf dem nördlichen Kriegsschau­platz ist im Znge. Ein isolierter Vorstoß einer rus­sischen Infanteriedivision am 17. September wurde blutig abgewiesen. Der ostseitige kleine feldmätzige Brückenkopf Siejawa, unserseits nur von einer sehr schwachen Abteilung heldenmütig verteidigt, zwang die Russen znr Entfaltnng zweier Korps und schwerer Ar­tillerie. Als die Befestigungen ihre Aufgabe erfüllt hatten, wurden sie freiwillig geräumt.

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Frank stieg das Blut zu Kopf, aber sich beherrschend, entgegnete er eisig:Signorina Nina ist keine Kraliken- Pflegerin von Beruf, sie hat sich nur aus Güte und Barm­herzigkeit meiner angenommen."

Ach richtig," meinte Teresa,jetzt fällt mir ja ein, daß ich das Mädchen im Albergo del Plebiscits oder wars in der Casa ö'Oro? gesehen habe. Das Gesicht kam mir gleich bekannt vor, aber da sie dazumal im kurzen Röckchen mit dem Teller in der Hand herumging- um Geld einzusammeln, so konnte ich offen gestanden nicht annehmen, daß Ihre Pflegerin und jene Taran- tellatänzerin ein und dieselbe Person wäre. Ich bewun­dere Ihren Mut, Signor, daß Sie sich eine Tarantella­tänzerin zur Krankenwärterin ausgesucht haben."

Franks Gesicht erstarrte förmlich in eiserner Ruhe bet Teresas Reden, nur in seinen Augen wetterleuchtet es.Warum das, Signorina?" fragte er scharf. Uebrigens bemerke ich noch, daß Ihre Erinnerung Ihnen einen Streich gespielt haben muß, denn die Ta­rantellatänzerinnen sammeln nie mit dem Teller in der Hand von den Gästen das Geld ein. Der Maestro, welcher die Vorstellung veranstaltet, zahlt seinen Künste lerinnen selbst die Gage. Aber Sie sind mir die Antwort auf meine Frage noch schuldig, Signorina warum meinten Sie, daß Mut dazu gehöre, sich von einer Ta­rantellatänzerin pflegen zu lassen?"

Nun weil diese Mädchen doch wohl selten den Berns zur barmherzigen Schwester in sich fühlen. Ihre Barmherzigkeit erstreckt sich meist nur auf die jungen Ka­valiere, denen sie vortanzen oder vielmehr auf deren Herzen."

Teresa!" rief Tante Laura beschwörend, die sah- wie Franks Stirn dunkelrot wurde vor Zon.

(Fortsetzmlg folgt.)