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Hersselder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^^ für den Kreis Hersfeld

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- Ä .

zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei jJPTSlnOPT

Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. 7

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im MmSOlOII amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bet Wieder­

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittag».

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage'

Zernfprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 320.

Sonnabend, den 19. September

1914.

Die amtlichen Bekanntmachungen befinden sich aus der letzten Seite.

Zeichnet die Kriegsanleihen!

Bcrluftlijtcn!

Ar. 1-24 zu haben in der Geschäfts­stelle des Tageblattes.

besteht aus 300 Mann, einer größeren Anzahl von Vorstehern, mehreren Bahnmeistern, Betriebs­ingenieuren und wird geführt von dem Regierungs­baumeister Schaller. Beide Züge waren mit Girlanden und Fahnen reich geschmückt.

Von der Weser, 16. September. Ein schreckliches Brandunglück hat sich in der gestrigen Nacht in dem Dorfe Albaffen (Kreis Höxter) ereignet. In der Mitternachtsstunde entstand in dem Dorfe, das über 1200 Einwohner zählt, auf noch nicht aufge­klärte Weise plötzlich Feuer indem Konteschen Hause, das mit solch unheimlicher Schnelligkeit um sich griff, daß in ganz kurzer Zeit mehrere benachbarte Wohn­häuser in vollen Flammen standen und die schon im tiefsten Schlafe liegende Bewohner sich nicht alle mehr rechtzeitig retten konnten und vier Personen in den Flammen umgekommen sind. Es sind dies: F Haese, Fräulein Susmann, der Bäckermeister M<

statt eier

Bus der Heimat«

* (DerPo st verkehr mitdemAuslande.) Von jetzt ab werden Postpakete nach der Türkei (türkische Postanstalten) sowie nach Spanien und Portugal wieder angenommen. Ferner sind Postpa­kete nach den Vereinigten Staaten von Amerika zu den bisherigen Bedingungen für die Beförderung über Bremen oder Hamburg zugelassen. Diesen Paketen sind jedoch 3 Zollinhaltserklärungen beizugeben. Außerdem können jetzt Postpakete nach den Ver­einigten Staaten von Amerika auf dem Wege über die Schweiz und Italien befördert werden. Auch nach einzelnen anderen überseeischen Ländern ist der Post­paketverkehr wieder eröffnet worden. Nähere Aus­kunft erteilen die Postanstalten. Erneut wird darauf hmgewiesen, daß die Ausfuhrverbote genau zu be- achten sind, da Postpakete mit Gegenständen deren Ausfuhr verboten ist, nicht an das Ausland ausge- Uefert werden. Auch würde der Absender sich unter Umstanden eine Bestrafung durch die Zollbehörde

* Zur Erleichterung des Kohlenbezuges wahrend, der Dauer des Kriegszustandes ist mit Gumakeit vom 10. September 1914 ein Ausnahme- tartf für Steinkohlen, Braunkohlen, Koks und Briketts ur den Versand von binnenländischen Wasserum- lchlaasplatzen sowie von Stationen in der Nähe eines Amalhafens, von denen daselbst herge- oder Koks versandt werden, mit den des Rohstofftarifs eingeführt. Ferner ist mit Gültigkeit vom 15. September d. J. auf die Dauer

.gegenwärtigen Krieges ein Ausnahmetarif für ^,,!^/^artoffeln zur Herstellung von Trockenkartoffeln n-i'^^rnungen bis 150 Kilometer in Kraft getreten.

Anwendungsbedingungen und die Höhe der Frachtsätze geben die Güterabfertigungen Auskunft. i»i«^EMeld, 18. Sept. Auf Anordnung des Kriegs- terlums lind alle Kriegsgefangenen, einschließlich überall streng abgesondert und abgeschlossen ^r0?rC^m ^?Eehr mit der Zivilbevölkerung zu halten. B^Bcosungoder Erleichterungen sind in keiner Form zutafttg.

und der Landwirt Johannes Meise. Die drei ersten konnten nur in völlig verbranntem Zustande aus den Trümmern gezogen werden, während Meise zwar noch lebend, aber tödlich verbrannt geborgen wurde und seinen Geist aufgab. Die ganze Gemeinde steht unter dem Eindruck dieses erschütternden fürchterlichen Unglücks.

Gerstungen, 17. Sept. Kommt da dieser Tage, so lesen wir in derEis. Tagesp." ein Handwerksbursche in das Pfarrhaus eines benachbarten Ortes und bittet um eine Gabe. Die Frau Pfarrer händigt ihm einen Pfennig aus. Was tut nun der Handwerksbursche? Er holt aus seiner Tasche neun Pfennige, legt sie

dazu und gibt sie der Frau Pfarrer mit den Worten: Da, nehmen Sie diese zehn Pfennig für das Rote Kreuz." Die Frau Pfarrer bewirtet den patriotischen Handwerksburschen nunmehr mit Kaffee und Gelee­brot. Der Handwerksbursche läßt sichs gut schmecken,- doch ehe er mit Dank das Haus verläßt, legt er weitere zwanzig Pfennig auf den Tisch und spricht: Hier, nehmen Sie das auch noch für das Rote Kreuz."

. kontra, 17. September. Vor einiger Zeit meldeten wir einen Einbruchsdiebstahl auf dem hiesigen Ritter­gut, bei welchem dem Diebe 222 Mark in die Hände Nelen. Damals wnrde die Tat auf das Konto eines ^ffssen geschrieben, welcher behördlicherseits auf dem Rittergut als Arbeiter untergebracht und in der lragltchen Nacht entflohen war. Man glaubt, der Tat nunmehr etwas näher auf den Grund gekommen zu em. Als nämlich die Ehefrau des polnischen Vorarbeiters gestern unter einem Schuppen Wäsche aufhängen wollte, kam sie plötzlich auf den Gedanken, ob nicht der Dieb das Geld an diesem Orte vergraben haben könnte, sie grub nach nnd fand auch in einem Beutel die Hälfte des gestohlenen Geldes im Betrage von 111 Mark vor. Es dürfte wohl kaum anzuneh' lem, daß der flüchtige Russe die Hälfte seiner 99 an einen Ort, den er nie wieder betritt, vergraben hat, sondern daß andere lokalkundige Leute ihre Hände im ^piel haben.

anen eute

Gaffel, 17. September. Heute vormittag ist der jährige Sohn des Zollsekretärs Müller, Dörnberg- straße Nr. 22, plötzlich verschwunden. Alles Suchen nach ihm war bisher vergeblich. Der Kleine trug ein blaues Kleid mit rotem Besatz.

Gaffel, 17. Sept. Casseler Eisenbahnbeamten für ore eroberten Gebiete.) Gestern mittag um 1,50 Uhr fuhr die zweite Baukolonne der Eisenbahndirektion Gaffel nach den von unsern Truppen im Westen be­setzten Gebietsteilen ab. Die Kolonne ist 120 Mann stark und wird von dem Bahnmeister 1. Klasse Schwarz geführt. Mit demselben Bahnzug fuhr eine Tele- graphen-Bau- und Betriebskolonne ab. Eine weitere Betriebskolonne fuhr gestern abend 7,30 Uhr ab. Sie

Der Deutsche Landwirtschaftsrat (Berlin W. 57, Winterfeldstr. 37) übernimmt gerne die Vermittlung. Es empfiehlt sich der Ankauf von Maschinen usw. für die Landwirtschaft auch schon deshalb, weil Aussicht auf Lieferung zu ermäßigten Preisen und unter mög­lichst günstigen Zahlungsbedingungen besteht, seitens der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse und der Reichsbank kann weitgehende Kreditgewährung er­wartet werden. Diese kann auch noch dadurch ge­fördert werden, daß die Pfandbrieftnstitute eine Aus­schüttung oder Belethung des Amortisationsfonds gestatten und daß Neubeleihungen nötigenfalls nach vereinfachten Taxen burd)Qefü()rt werden. Eine wesentliche Unterstützung der Industrie liegt auch darin, daß die Landwirte die fälligen und überfälligen Zahlungen jetzt ungesäumt leisten. Wenn man be= denkt, daß die Industrie wegen des völligen Aus­bleibens ihrer ungeheueren Außenstände sich in sehr großer Notlage befindet, wenn man weiter berück­sichtigt, daß die Industrie die Rohstoffe und Halb­fabrikate bar oder in kürzesten Zahlungsfristen an die Syndikate bezahlen muß, dann wird man einsehen, wie notwendig eine rasche U

n sehen,

nterstützung der Industrie durch die Landwirtschaft ist. Darum wird die Anregung des Deutschen Landwirtschafsrates sicher von der ein­heimischen Industrie mit Freuden begrüßt und von der Landwirtschaft nach Kräften befolgt werden. Auf diese Weise kann auch der zunehmenden Arbeitslosig­keit gesteuert und Not und Elend von Tausenden von Arbeiterfamilien abgeweudet werden.

N Jubiläum der aUgenitinen WrLM.

Wir waren noch vor kurzem das jubiläumsfroheste Volk, und wäre das Jahr 1914 friedlich verlaufen, so wäre der 3. September sicher mit Reden, Erlassen und Denkmälern gefeiert worden. Jetzt aber sind wir zur Tat übergegangen, wir fühlen die guten Geister der Vergangenheit in unsern Adern leben und brauchen ihr nicht mehr zu huldigen, als ob sie sich von uns abwenden und uns einer jämmerlichen Gegenwart _________ _______ _____ .... _ überlassen wollten. Am 3. September waren es Scheidt von der 10. Kompagnie des Thüringischen hundert Jahre her, daß die allgemeine Wehrpflicht Infanterie-Regiments Nr. 94 zu Jena wegen Ur- Gesetz wurde. Als sie im Frühjahr 1813 etngcftthrt kundenfälschung, Betrugs und Untreue zu einem Jahr wurde, galt sie vielen eben nur als ein verzweifelter acht Monaten Gefängnis verurteilt,- außerdem wurde Notbehelf, der Uebermacht der Feinde gegenüber, und auf Degradation erkannt. Scheidt hatte als Rechnungs- als dann am 30. Mai 1814 Friede geschlossen war, gab führer im Kasino in Jena in elf Fällen Quittungen es einige Monate Zaudern, ob mau nicht zum alten gefälscht, falsche Eintragungen in das Postbuch und System zurückkehren sollte. Scharnhorst, ihr eigent- Nauptkassenbuch vorgenommen und aus dem Kasino licher Vater war tot, aber sein Schüler Boyen war verschiedene Gegenstände mitgenommen. Kriegsminister und er überwand die entgegengesetzten

Wie der Erfurter Allae- Einflüsse. Lange Zeit ist die allgemeine Wehrpflicht

anderen Staaten folgten ihrem Beispiel, so daß Eng­land mit seinen geworbenen Truppen ganz vereinzelt ist. Geworbene Truppen hatten in den letzten Kriegen weder Oesterreich noch Frankreich gehabt, die Rekru- Fulda, 17. Sept. Ein ehrenvolles Begräbnis tierung erfolgte, da man gar nicht daran dachte, alle de dem hier im Landkrankenhaus gestorbenen Tauglichen einzustellen, durch Auslosung. Wer aus- - st war, konnte aber einen Ersatzmann stellen, den ^zahlen mußte, so daß tatsächlich nur die ärmere Bevölkerung die Armee füllte. Wie anders war das in Preußen! Freilich war es bei der steigenden ____ -.....- ~ , Bevölkerung nicht leicht den Gedanken der allgemeinen tretender Militärgeistlicher in Gegenwart einer großen Wehrpflicht in vollem Maße durchzuführen. Dann Volksmenge vor. Die Mitglieder der hiesigen Krieger- hätte die Armee in ganz anderem Maße vermehrt vereine waren zahlreich erschienen. I werden müssen, und stets schreckten die großen Kosten.

Daß sich der Reichstag 1913 zu der gewaltigen Heeres­vermehrung entschloß, die die Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht ermöglichte, war der erste Strich, den Deutschland durch die ausgeklügelte Rech­nung seiner Feinde machte.

Erfurt, 16. September. Vom Kriegsgericht der

38. Division wurde heute der Vizefeldwebel Otto

port französischer Ver hiesigen Bahnhof kur^ , ,

des französischen Ministers Delcasse, der Oberleutnant bei den 14. Jägern ist. Er wurde, wie das Blatt mitteilt, bei Verdun durch einen Schuß in den Ober­schenkel verwundet. Der Transport ging nach Halle.

wurde dem hier litt ^unorruNLenyuus gtfiurucxicii i ^cruo französischen Krieger gestern nachmittag zuteil. Vor gelost und hinter dem Leichenwagen schritt eine Abteilung er bec Kanoniere mit zwei Offizieren. Die Beerdigung ar? m-' dem neuen städtischen Friedhof nahm ein Franzis kanerpater vom Kloster Frauenberg als stellver-

Eine wertvolle Unterstützung unserer Industrie. ____

Durch verständiges, planmäßiges Zusammenar- I Verzeichnis

tomem^nS » M im »" ^ 8. Pfeiffer Witenfaffe H«s-,d ferner

Sae hat wenigstens einigermaßen mildern So eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend haben Stadt und Land zusammengeholfen, um die dankend quittiert wird:

M^Mern."^ Landwirtschaft edle^Ve"^ Für das Rote Kreuz, Sektion Hersfeld geltung. In einer Konferenz am 5. September hat > 1

der Deutsche Landwirtschaftsrat den Beschluß gefaßt, die deutschen Landwirte zu einer Unterstützung unserer einheimischen Industrie dadurch zu veranlassen, daß er ihnen dringend nahelegt, rhren Betrieb voll auf­recht zu erhalten und insbesondere mit ihren Bauten und Kulturarbeiten (Meliorationen), mit der An­schaffung von landwirtschaftlichen Maschinen und Ge­räten, sowie von künstlichen Düngermitteln nicht zu- rückzuhalten, sondern nach Möglichkeit in noch höherem Grade als in Friedenszeiten fortzufahren. Natürlich muß gefordert werden, daß unsere Landwirte nur deutsche Fabrikate beziehen, welche den bisher noch in großer Zahl eingeführten ausländischen Maschinen gleichwertig und in größtem Umfange vorrätig sind.

von

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errn M. Strauß, Schenklengsfeld . M.

M. Daube, Oberlengsfeld . . nterweißenborn.......

Frau Claus, Schenklengsfeld . . . Herrn Carl Koch hier..... Darlehnskasse Kruspis...... MontagskränzchendurchFrauSchmeißer Verschönerungsverein Hersfeld . . Herrn Förster Kühnemuth, Forsthaus

Falkenbach.......

Fr. Elise Rück, Forsthaus Falkenbach

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Bestand 21189.04 heutiger Bestand M. 21484.04