Einzelbild herunterladen
 
  

Der Gedanke Mgt nahe, » Japan schon Anfang JnU mit der Suche «ach Flugmotoren Rüstungszwecke verfolgte.

Deutsche Arbeit in der Türkei.

WTB. Wien, 17. September. Nach einem Gewährs­mann der Politischen Korrespondenz hat die deutsche Militärmission in Konstantinopel eine sehr ersprießliche Tätigkeit entfaltet. Sie arbeite mit unermüdlichem Eifer daran, das ottomanische Heer mit dem Geiste strengster Manneszucht z« erfüllen. Die Früchte habe schon die lebte Mobilisierung gezeigt. Das Gegenstück bilde die enalische Marineunssion, die ihre Aufgabe nie ernst ge­nommen zu haben scheine. Die britischen Offiziere hätten ibre nett vornehmlich dem Tennis nnd dem Bridge ge­widmet. Nach der Beschlagnahme der türkischen großen Kampfschiffe könnte die Ueberzeugung znm Durchbruch kommen, daß England die türkische Flotte jetzt zu er­halten wünsche.

Dänemarks Neutralität bedroht?

WTB. Kopenhagen, 17. September. Zu dem Artikel desEcho de Paris", der erklärt, die Flotte der Ver- bündete« müsse nun in die Ostsee eindringen nnd Däne­mark könne nicht fernerhin neutral bleiben, schreibt das «eaierungsblattPolitiken,,: Dänemark kann nur die «ute Antwort darauf haben, daß die Kriegsbegebenheiten auf dem Kontinent, wie sich diese anch entwickeln mögen, nickt anf den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges strengste Neutralität zu halten.

Die erste deutsche Siegesfunkenbotschaft nach Amerika.

Eine deutsche Armee hat einen glänzenden bluti­gen Sieg in der Nähe von Metz in Lothringen gewon­nen." Das war die erste Siegesnachricht, die die deutsche Gesandtschaft in Washington am 21. August direkt von Berlin durch Funkspruch erhielt. Sie wurde von der Gesandtschaft sogleich an die Presse weitergegeben, und eilte nun auf Flügeln des Drahtes" durch die Vereinig­ten Staaten. Der deutsche Geschäftsträger, von Haim- bausen, der von Reportern bestürmt wurde, erklärte, daß die Depesche in Geheimschrift gewesen sei.Es ist die erste Verbindung, die wir durch drahtlose Telegra- phie mit Berlin erhalten haben. Ich hoffe, daß wir von letzt an auf diese Weise mit unserer Regierung in stän­digem Einvernehmen bleiben werden." Die Depesche wurde von der Station für drahtlose Telegraphie in Tuckerton in New Jersey ausgenommen, wo die Ver­einigten Staaten einen besonderen Beamten angestellt hatten, der eine strenge Bewachung aller eingehenden oder ausgehenden Botschaften durchführen sollte. Die Nachricht rief überall großes Aufsehen hervor.

Kriegsallerlei.

Bassermann im Felde.

Ein Pirmasenser Feldwebel der Reserve erzählt von einem Besuch des Reichstagsabgeordneten Wassermann im Feldkasino in einem Schloß vor Namur folgendes: Wir hatten einen Gast in unserem Kasino zu begrüßen, den Reichstagsabgeordneten Wassermann, der mit seinen 60 Jahren stramm und rüstig eine Munitionskolonne führte. Er kam um 10 Uhr hier im Schloß an, froh und dankbar darüber, daß er jemand vorgefunden, der ihm Essen und Quartier besorgte.

Deutsche und Oesterreichs im afrikanische« Gefangenenlager.

Daily Telegraph meldet aus Johannisburg (Süd­afrika) : Das Gefangenenlager bei Robertsheigts wächst täglich. Deutsche und Oesterreicher im Alter von 19 bis zu 45 Jahren werden aus allen Teilen Südafrikas zu­sammengebracht. Jetzt soll die Zahl 4500 betragen.

Der Segen der russischen Kriegskasse.

Ein braver Berliner Junge schreibt aus Rasten- burg an seine Eltern in Tegel:In aller Eile. Bin noch munter. Jeden Tag etwa 30 Kilometer laufen, keine Kleinigkeit. Nachts Scheune schlafen und um vier wieder raus. Liegen hier im Stoppelfeld und warten Befehle ab. Vorigen Montag erstes Gefecht mitgemacht. 100 von uns gegen 2000 Russen, vier Stunden gekämpst, bis unsere Artillerie ankam, dann zogen die Brüder ab. Wir sind jetzt beim Regiment, welches die russische Kriegskasse erbeutete. 1800 000 Rubel, fein was? Wir be­kommen dafür zehn Tage doppelte Löhnung!" Jetzt wird unser Berliner sich seiner doppelten Löhnung wohl schon weiter im Osten erfreuen können.

Französische Bestialität.

Oberst schreibt derTägl. Rdsch.": Vor der sssEt mehr als 40 000 Mann, 400 schweren Geschützen und anderen wertvollen Kriaegsmaterial ge- W^n Festung Maubeuge standen zum Teil gar keine Truppen, zum Teil nur schwache Kavallerieposten. Als ein junger Fähnrich einen Posten revidierte, wurde dieser 8Möe.von einer französischen Abteilung angegriffen, ^^.^ahnrrch wurde am Bein verwundet, der Posten mußte zurückweichen, blieb aber in der Nähe, da der o m^t weiter vordrang. Nach einiger Zeit hörten die Leute des Postens lautes Schreien und sahen bald darauf die französische Abteilung zurückkehren. Welch handliches Bild bot sich ihnen dar, als sie den Posten H^dtt besetzten: Mit zerschlagenen Gliedern fanden sie pw &iikit?, das junge Blut, als verkohlten Leichnam sn dem angezündeten, aber nicht brennenden Hause vor. Es sei hervorgehoben, daß es aktive fraizösische Soldaten waren, die dieses schändliche Verbrechen begingen.

Die Sümpfe in den Bogefen.

Von einem deutschen Mitkämpfer.

An den schweren Kämpfern die unsere Truppen in dem schwierigen Wald- und Gebirgsgelände der Vogesen, zum Teil gegen Elitetruppen der Franzosen zu bestehen hatten, waren vor allem unsere Reserveformationen beteiligt. Unseren braven Reservisten und Landwehr­leuten, alles Männer zwischen 25 und 35 Jahren,. muß die allerhöchste Anerkennung für diese kolossalen Lerstun- gen ausgesprochen werden. Unser Regiment hat, so er­zählt der Schreiber dieser Zeilen in derFranks. Ztg.", während 12 Tagen dauernd im Gefecht gestanden und in dieser Zeit von 24 Stunden nur 1 bis 2 Stunden auf der blanken Erde, zum Teil auch im Wasser Scklaf und Ruhe gesunden. Die Franzosen hatten in dem hierfür besonders geeigneten Gelände schwere Ver­schanzungen und befestigte Schützengräben aufgeworfen und eine Menge Artillerie eingesetzt, die in so glänzen­der versteckter Stellung war, daß man sie kaum auf- finden konnte. Wir hatten nur wenig Artillerie und mußten die meisten dieser Stellungen mit der blanken Waffe stürmen, ohne daß sie vorher von unserer Ar­tillerie beschossen worden wären. Die größte Leistung dieser Zeit war wohl die Erstürmung des Donon, der in steiler Höhe von 400 Metern sich über den Punkt erhob, von dem aus der Sturm angesetzt werden mußte. In zweieinhalb Stunden haben wir gegen unerschütterte Infanterie und Artillerie, die sich in außerordentlich starken Verschanzungen befanden, diese Befestigung voll­kommen genommen und von den Franzosen gesäubert. Wenn man bedenkt, daß dies alles Reservisten und Landwehrleute gewesen sind fast alle aus dem Ba­

ran-

dischen öle weder aus ihrer Dienstzeit noch aus den Manövern derartige Kämpfe in Wald und Gebirge kannten, so muß man diese Erfolge besonders hoch einschätzen.

Nachdem wir in dem ersten kleineren Gefecht uns daran gewöhnt hatten, die Kugeln pfeifen zu hören, konnten wir die Beobachtung machen, daß das franzö­sische Infanterie- und auch das Maschinengewehrfeuer keine übermäßige Gefahr für uns bedeutete. Das fran­zösische Jnfantertegewehr, eine an und für sich sehr gute Waffe, hat den Nachteil, daß die acht Patronen des Magazins einzeln geladen werden müssen, was jedes Mal eine ziemliche Feuerpause bedingt. Das französische Maschinengewehr schießt erheblich langsamer als das unsrige und gibt erheblich weniger Schüsse in fortlaufen- der Reihe, weshalb der moralische Erfolg dieser Waffe beträchtlich der unsrigen zurücksteht. Der moralische Effekt des deutschen Maschinengewehrfeuers zeigt sich sowohl bei den feindlichen, wie bei den eigenen Trup­pen, indem erstere Vorgehen, während letztere, sobald sie unsere Maschinengewehre im Feuer hören, nicht mehr au halten sind: und das deutsche Hurra verträgt kein Franzose! Ich habe in den zwölf Tagen nicht ein ein­ziges Mal erlebt, daß die Franzosen einen Gegenstoß gemacht hätten. Ich habe sogar in der ganzen Zeit kei­nen Franzosen von vorn gesehen, sondern nur entweder im Schützengraben liegend oder auf der Flucht, denn von einem Rückzug kann man nicht mehr sprechen. Wenn die Franzosen eine verschanzte Stellung aufgeven, so ziehen sie sich in panikartiger Flucht zurück und man findet auf dem Schlachtfelde Gewehre, Tornister, Leder­zeug, ja sogar Uniformröcke in wett größerer Zahl als man Verwundete und Tote findet.

Das Schlimmste bei dieser Kriegsführung und das, was uns auch viel Blut gekostet hat, ist die hinterlistige Art und Weise, mit der die Franzosen Vorgehen. Ver­wundete und Unverwundete bleiben in den Stellungen wie tot liegen und schießen dann auf die in die Stellung eingedrungenen deutschen Truppen. Andere belegen die Schützengräben mit ihren Tornistern und Käppis und klettern auf die Bäume, wo sie sich festbinden, damit selbst ein in die Bäume gerichtetes Feuer, von dem sie getroffen werden, nicht durch ein Herabfallen des einen oder des anderen Aufklärung über ihre Art und Weise des Angriffs gibt. Nach dem Ueberschretten der französi­schen Grenze hatten wir die ersten Tage auch schwer unter der Feindseligkeit der Zivilbevölkerung zu leiden, die aus Häusern und vor allem von Kirchtürmen auf unsere Truppen feuerte. Nur durch eiserne Strenge, nachdem verschiedene Ortschaften in Trümmer gelegt waren, haben wir Ruhe bekommen. Wir mußten jeden fußbreit Boden erkämpfen und haben auf jedem Schlachtfeld frischen Truppen gegenübergestanden, wie sich aus den Nummern der französischen Verwundeten

und Toten feststellen ließ, während unsere Truppen durch die engen und steilen Wege oft von jeder Berpflegungs- möglichkeit abgeschnitten waren. Da die Feldküche,r und die große Bagage nicht vorgezogen werden konnten, so haben wir einmal drei Tage von einer einzigen Tasse Kaffee gelebt.

Trotz dieser kolossalen Anstrengungen und Ent­behrungen an Essen und Schlaf haben unsere Leute brillant ausgehalten, und sind auch in ihrer Stimmung ausgezeichnet, sodatz die festeste und größte Siegeszuver­sicht berechtigt ist.

Vermischtes.

^Latzt ihn nicht frei!" Aus einem Orte des Erz­gebirges wird berichtet: Eine energische Frau hat dem eingeforöerten Militärpasse ihres Mannes ohne dessen Wissen folgendes Schriftstück beigelegtBitte, lasset ihn nicht frei das ist ein tüchtiger saufer, der großer starker Mann. Sonnabend und Sonntag liegt Er ihn der Stube betrunken, Schlägerei macht Er oft, Frau und seine 4 Kinder behandelt er so schlecht, halb verhungern müsen die alles verseuft Er, Montags geht er Nicht auf Arbeit. Bitte nochmals laßt ihnen nicht frei, Er sagte, wen Er frei käme, wollte Er ein ganzes Faß kaufen vor freuden, der hat die andern schon paar Jahre lang aus gelacht weil die Ihre Dienstzeit haben weg machen müsen, und Er ist entlassen worden. So bald wie möglich zieht Ihnen ein, daß Er nicht mehr sauseM Kahn." Man hat der tapferen Frau den Gefallen getan -er" wurde ge­nommen, und der gesunde Dienst in frischer Luft soll ihm vortrefflich bekommen. In den nächsten Tagen geht s vor den Feind. Nun kann er seine Tapferkeit zeigen.

Der Bnffenfang bei Gilgenburg

tie Russen^" die 'sedenfä'üs zu stegcs.,ewtß - .......ich Berlin einschlugen,

Ueber die Vorbereitungen zum großen Russenfang im Ostpreußen finden sich in dem folgenden Feldpost­brief, der derKönigsberger Hartungscben Zeitung" zur Veröffentlichung zur Verfttguug gestellt wird, inter- ^^"Jch^bir? heute gerade auf Wache und habe so die beste Zeit, Dir einiges über unseren Sport mit den Russen zu erzählen. Also es war am Sonnabend nachts. Wir hatten d'5 - 'ifi

über Hohenstein die Richtung nou ~------ - . -

in strammem Marsch umgangen. (Von Gefangenen hör­ten wir, daß ihnen der Kaffee in Berlin vorgesetzt werden sollte.) Nun hatten wir sie im Kesiel. Jetzt aalt es sie festzuhalten. Wir hatten uns bei einem Dorf verschanzt und erwarteten halb schlafend, halb wachend den Gegner. Um 3 Uhr morgens wurden wir abgelöst und marschierten bis 5 Uhr, als wir unerwartet von vorne^Jnfanterie- und Maschinengewehr- und von links Artilleriefeuer bekamen. Wir schwärmten aus und ainaen gegen den vor uns liegenden Wald vor. Da Ben K noch Leute von einem Regiment, die Ge-

!fȀ^^

SterÄ^

ÄÄÄ^

das auf russisch: Kehrt! Marsch-Marsch! Die müssen schon sehr in der Mehrzahl fein, wenn sie dieses Kom­mando nicht verstehen. Oder aber sie bewaffnen sich mit ch??r Hauptwaffe: einem langen Baumast mit gestohle­nen Fensieraardinen oder Hemden und schwenken damit mFr ß'^ V sie sich -Mb-N wollen. Fast möchte ich sagen, in Kompagnien kamen

^e gLM um 10 Uhr war das Gefecht erledigt. Der Hauptsatz kam aber erst am Nachmittag, so um 1 bis 2 Uhr herum. Es kam der Befehl die Mussee und die Eisenbahn zu besetzen, um die Eingeschlossenen in Empfang M nehmen. Rechts und links von uns lagen andere Regimenter, hinter uns die Artillerie, die in den vor uns liegenden Wald feuerte. Den Kosaken wurde es ein wenig ungemütlich darin, und nun sahen wir folgen­des: Ungefähr 30 Kosaken kamen in langsamem Schritt auf uns zugeritten, weiße Tücher schwenkend. Bis dicht vor unsere Linie kamen sie. Kaum aber sahen sie uns, als sie auch wie besessen: Rechts um! Marsch- Marsch! machten, um an einer anderen Stelle durchzu- kommen. Da lauen andere Truppen, die sie mit Feuer

empfingen. Die Schufte wollten nichts anderes, als durchbrechen. Hinter einem Gehöft versteckten sie sich. Kaum sah das unsere Artillerie, als sie auch die wilde, verwegene Jagd vorholte. Das wiederholte sich noch einige Male, bis nur noch harmlose Pferde berumliefen. Die lebenden Kosaken ergaben sich. Der schönste Lohn wurde uns zuteil, als wir Kavallerie- und Artillerie- Regimenter anfahren sahen, als wenn es auf den Exer­zierplatz ging. Geführt von ihren Offizieren, kamen sie langsam an. Das Ganze sah aus wie eine Vorführung im Kinematographen. Viele Tausende hatten wir auf einen Haufen. Sehr viele Pferde hat unsere Kavallerie eingefangen. Als wir den Gefangenentransport führ- ten, fragte ein Russe polnisch ein Mädchen, wie weit es zum Bahnhof wäre. Das Mädchen gab ihm daranf zur Antwort:Ihr fahrt nach Berlin zum Kaffee." Mit lan­gem Gesicht und schimpfend zog er weiter.

Soll ich noch etwas über die Russen als Soldaten sagen? Was wir bis jetzt vor uns hatten, das singt wirklich nicht:Lieb Vaterland, magst ruhig sein!" Ich hörte einen Muffen zum anderen sagen:Der Preuße ist doch ein stolzer Soldat." Und ein anderer verstand es nicht, wie unsere Leute mit einem Stück Brot unter­einander teilten. Das WortKameradschaft" kennt er gar nicht. Er weiß und) nicht, wofür er fämpft. Un­gern folgen sie dem Gestellungsbefehl, ungern gehen sie in die Schlacht. Alles tun sie nur, weil sie es tun müssen und unter Aussicht stehen. Bei der ersten besten Gelegen­heit ergeben sie sich.

Wie anders der Deutsche! Jeder einzelne rveiß, wo­für er kümpft. jeder einzelne hat nur das Bestreben: Ran an den Feind. Wenn es zum Sturm geht, dann gibt es kaum iwdj Atempausen, kein Halten. Jeder will der erste sein. Ein Larld, das solche Soldaten hat, das kann nicht besiegt werden.

Alugabenleuer im Feindesland.

;c im

Wie es einem Fliegeroffizier bei einem Flng^ Nebel ergehen kann, schildert der nachstehende Bru anschaulicher Weise:

Am 25. August waren wir gerade auf unserm neu ausgesuchten Flughafen gelandet. Da gab mir mein Hauptmann um 6.45 abends den Befehl, die Abmarsch­straße der englischen Armee zu überfliegen. Es hingen Überall Regen- und Nebelwvlken, auch mußte die Dun­kelheit bald fjereiubredjen; wir mein Beobachter Oberleutnant H. und ich also los. In der Nähe lag die französische Festung M., vor deren Geschützen wir uns hüten mußten. Als wir 200 Meter Höhe erreicht hatten, ging schon der Regen und Stebel los. Ich ver­suchte durchzukommen, aber nach etwa 25 Minuten Flugdauer wußten wir nicht mehr, wo wir waren. Wir versuchten nun, durch weiteres Umherkreisen über die Umgegend die ^Orientierung wiederznfinden. Aber die Luft wurde immer dicker, die Dunkelheit kam und so mubterl wir uns zur Notlandung ins Ungewisse ent* schließen.

nachstehende Brief in

Ich setzte auf einen Stoppelacker den Glcitflug an; wie ich etwa 10 Meter über dem Boderc abfangen wollte, war es ein mannshoch bewachsener Weizenacker. Ich setzte jetzt die Maschine möglichst sanft hin, konnte aber doch nicht verhindern, daß sie sich durch die Bremswir­kung des Getreides überschlug, wobei wir beide heraus­geschleudert wurden. Da lag nun die Kiste auf dem Rücken und wir beide daneben in völlig unbekanntem Gelände. Wir lagen an einer Chaussee, an der ein einsames Bauerngehöft, anscheinend ein Wirtshaus, lag. Wir pirschten uns mit geheizter Pistole vorsichtig heran, fanden das Haus aber leer. Jetzt gingen wir zum Apparat zyrück, um alles nidjt befestigte mitzu- nehmen, und beschlossen, an der Chaussee irgendein deutsches Fahrzeug abzuwarten, das uns weiterbringen könnte. Endlich gegen 10 Uhr abend blitzten die Lichter eines Autos auf, wir stellten uns auf die Chaussee und hielten es an. Es war ein deutsches Feldauto, das die Feldpost Vorbringen sollte.

Wir stiegen ein, und schon nach fünf bis zehn Mi­nuten Fahrt brüllte uns etwas an, im Lichte unseres Autos stehen zwei französische Infanteristen mit ihren helleuchtenden roten Hosen mit angeschlagenem Gewehr. Der Chauffeur stoppte, und wir auf die Kerls los, der eine nahm in der Bestürzung sein Gewehr herunter, der andere schlug auf meinen Beobachter Oberleutnant H., der der vorderste von uns war, da er rechts gesessen hatte, an, dieser schoß ihm die Pistole direkt ins Gesicht, daß er wie ein Sack in den Straßengraben kollerte. Jetzt wollte unser Motor nicht wieder ansprtngen, und wir mußten den Wagen noch außerdem auf der Chaussee wenden,' dabei hörte man das Trappeln und Durch­einanderrufen der französischen Feldwache. Wir be­schlossen aber, unser Aeußerstes zu versuchen, die Feld­post zu retten, ein Mann kurbelte wie verzweifelt, eud- lich sprang der Motor an. Der Gefangene wurde auf den Wagen geschmissen, ebenso die zwei Gewehre, und zurück ging es. Gott sei Dank fingen erst jetzt die Franzosen an zu feuern. Wir fuhren in rasender Ge­schwindigkeit und wurden etwa 500 Meter weiter von ein paar Häusern, anscheinend Patrouillen, beschossen. Nach zirka 30 Kilometer Fahrt erreichten wir die ersten deutschen Posten. Wir fuhren zum Generalkommando, wo man uns bereits aufgegeben hatte."

Mein Kriegsfreiwilliger.

Noch einmal die Hand! Nein, ich halte dich nicht, Du lieber, sonniger Junge.

Ich sah dich, ich fühl dich, ich spreche ja nicht, Ich meistre die bebende Zunge.

Nun ziehst du dahin, und ich bleibe zurück, Muß ohne dich weiterleben,'

Aus den Augen leuchtet dir edelstes Glück, Wie du selbst es mir immer gegeben.

Du opferst dich willig dem Vaterland, Du fürchtest den Tod nicht nicht Wunden. Su dir ist ein heiliges Feuer entbrannt, as ich schaudernd hab mttempsnnden.

Ich hielt dich, als Gott dich mir hatte geschenkt. Als wollt' ich dich nimmer lassen.

Heut halt ich dich nicht, weil Gott es so gelenkt. Ich kann es mit Mühe nur fassen.

So zieh denn, mein Junge, von Siege zu Sieg Wie du hofftest in heißem Verlangen, Und kehrst du heim aus dem heiligen Krieg, Will mit Stolz ich dich zärtlich umfangen.

Und kehrst du nicht heim, dann klage ich nicht, Dann wart ich voll Demut im stillen

Bis zum eigenen Tod, bis zum jüngsten Gericht Und füge mich Gottes Willen.

Wenn aber dann an dem jüngsten Tag Der große Weckruf erklungen, Dann weiß ich, ist meine erste Frag' Nach meinem geliebten Jungen.

(In derKattowitzer Zeitung" hat ein Vater vor seinem siebzehnjährigen Sohn, der als Kriegsfreiwillige, eintrat, mit diesem Gedicht Abschied genommen.)