20. August bei Douchery am Bahndamm in der Nähe eines Wärterhauses, das im feindlichen Artilleriefeuer stand. Das Haus fing an zu brennen, und man hörte Kindergeschrer von unterm Dach. Sofort laufen einige Soldaten ins Haus, stürmen in das obere Geschoß, er- areifell die Kinder und springen, da der Ausgang nach unten nicht mehr möglich, vom brennenden Dach her- nnter. Die Mutter ist so entsetzt und verstört, daß sie in die Maas springt, welche unmittelbar am Hause vor- überfließt. Sofort springt ein Soldat nach und rettet sie." Das sind die deutschen „Barbaren"!
Deutsches Heldenstück.
Der Kriegsberichterstatter Hirsch berichtet im C. T. von einem Wagestück eines deutschen Offiziers, gepaart mit seltener Geistesgegenwart, wie folgt:
Ein Leutnant bet der Fliegerabteilung, der Sohn eines Generals, erhält Befehl, einen Laudnngsplatz für Lt-lieaer ausznkundschaften und festzulegen. Das gc= Igelit durch Auflegen zweier Bänder in Form eines Kreuzes Der jmige Offizier saust im Automobil mit seinem Chauffeur los. Im Moment, da er auf einem nreiemeten Platze neben einem Waldesrande hält, stürzen aus dem Äalöe drei Zuaven hervor. Im Nu sind ^ entwaffnet. Da wirbeln auf der Straße, welche der Keutnaut zurückfahren muß, Staubwolken auf. Feiud- licke Kavallerie! Der deutsche Offizier überlegt nicht irmae Den einen Zuaven setzt er auf den Kühler des Kraftwagens und bindet ihn dort an. Die zwei anderen er zusamtuengebunden vor sich in den Wagen. Und «nn fliegt der Wagen an der feindlichen Kolonne vorbei.
tunae Offizier, gedeckt von den Znaven, wird für Men Franzosen gehalten und trifft wohlbehalten bei der Truppe ein.
Französische Schandtaten im Feldlazarett.
Nach einer Meldung des „B. T." aus Straßburg gaben im Metzer Krankenhause drei Landwehrleute zu Protokoll, daß am 25. August abends französische Soldaten in ein deutsches Feldlazarett eindrangen und den Stabsarsrniederstachen. Blei Berwund-tc Wien mit S le les SamMSvcrson-ls zu entfliehen, wurden anet von den Franzosen verfolgt und zusammen .Mit den Sanitätern niedergemacht. Das Lazarett ging in Flammen auf. ,
Helmut Hirth zum Leutnant befördert.
"^"Helmut Hirth, der deutsche Flieger, der, wie gemeldet, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden ist, ist wegen feiner hervorragenden Dienste im Auf- klärungsdienst im Kriege, wie die „Tagl. Rundschau meldet, zum Leutnant befördert worden.
Das Vermögen des Königs vou Belgien nach England gebracht.
In Mailänder Bankkreisen verlautet, daß das Privatvermögen des Königs der Belgier sowie der Mitglieder des Herrscherhauses nach London gebracht wurde. Die Einlagen der belgischen Nationalbank wurden der Bank von England übermittelt.
Wie die Franzosen im eigenen Lande Hansen.
Aus einer Quelle, Die jeden Zweifel an der Richtigkeit der Nachricht ausschlietzt, wird der „Nordö. Allg. Zeitung" mitgeteilt: Die Armee Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen machte beim Vorrücken die Wahrnehmung, daß viele französische Ortschaften, die noch kein Feind betreten haben konnte, völlig ausgeplündert waren. Aller Hausrat war aus den Wohnungen herausgeschleppt, zerschlagen, vernichtet. Besonders wurde dies in Montfaucon und Varennes beobachtet.
Von einem englischen Krenzer überrannt.
Der in Gothenburg beheimatete Dampfer „Tua" wurde am letzten Mittwoch früh in der Nordsee von einem englischen Kreuzer überrannt und sank. Nach Meldungen konnte ein Teil der Besatzung nach Dem Zusammenstoß an Bord des Kreuzers springen. Fünf Personen fielen ins Wasser, von denen drei, unter ihnen der Kapitän, gerettet wurden, während der Maschinist und ein Passagier ertranken.
Ein Kaiser-Wilhelm-Platz in Agram.
Wien, 16. September. Nach einer Meldung der Süd- slavcschen Korrespondenz besteht in Agram die Absicht, eniem der schönsten Plätze der Stadt den Namen Kaiser Wilhelms zu geben.
3m Gefecht.
.„.Ein Mitkämpfer berichtet in Der „Köln. Ztg." wie Sambre^ ^^ Erlebnisse in einem Gefecht füblich der ^gen 9 Uhr wurde ich bis zu einer tiefen Wiesen- euke vorgezogen und erhielt den Befehl, mit der 1. Kom- Ugme zusammen ein Dorf zu säubern. Die Ruhe und EÄI^eritatrölichkeit, mit der der Oberst den Befehl gab,
"Er einen tiefen Eindruck. Dann aber wurde ^.wieder dem Bataillon zur Verfügung gestellt und er- S alsbald vom Major den Befehl, in einen Wald ^-„rechts zu ziehen. Auf Dem Marsch sagte mir der ZWor, wir mußten eine grüne Höhe nehmen, ich solle Schützen dagegen entwickeln. Auch dieser Auftrag kam nicht zur Ausführung. Vielmehr erteilte mir der Major nunmehr den Befehl, ein Gehöft mit meiner Kompagnie zu nehmen.
'JH ging mit der Kompagnie weiter. Ohne daß das geruigste von dem Gegner zu sehen war, fing das Piepen der Jufanteriegeschosse an, lästig zu werden. Als ich den nach Südwesten gerichteten Saum des Waldes er= reichte, war nur ein Halbzug bei mir, und ein Unteroffizier meldete mir, daß der Major die Kompagnie au- gehalten und bereits eingesetzt habe. Ich war über das Abreißen der Verbindung wenig erbaut. In dem dichten Wald war das allerdings nicht wunderbar, und mir fiel Die Warnung unseres kommandierenden Generals vor dem Betreten fremder und dichter Waldungen ein. Nunmehr suchte ich den Anschluß nach vorwärts zu gewinnen, ging mit meinem zu loser Schützenlinie entwickelten Halbzug und näherte mich allmählich einer Höhe. Noch immer war nichts vom Feinde zu sehen, dagegen pfiff heftiges Stichfeuer über die Hohe herüber, und ich erkannte, wie richtig jene Beobachtung aus dem Balkankrieg sei, daß von einer Geschotzgarbe im Krieg mcht die Rede sein könnte, daß vielmehr der ganze Raum von der Gewehrmündung bis zur Reichweite des Gewehres unter Feuer liege.
Ich strebte nun rücksichtslos vorwärts, dieser Höhe M, da ich mir sagte, daß ich mit ihrem Besitz gewonnenes Spiel haben würde. Links von mir ging eine dichte Schützenlinie vor, in Der ich unsere 4. Kompagnie vermutete. Ueber der Höhe sah ich plötzlich ein Erkennungszeichen für unsere Artillerie ragen, daß Die Höhe von Infanterie besetzt sei. Ich lief nun so schnell wie möglich vorwärts und fand einen losen Schützenschwarm auf einem großen Feld versteckt, dabei einen Offizier. Der erste Mann, den ich anrief, wimmerte vor Aufregung. Ach, Herr Hauptmann, es ist schrecklich, wir und hjer ganz verloren, von rechts und links bekommen
wir Feuer. Ich wanDte mich an den Offizier, dessen Namen ich nicht behalten habe. Er war tadellos ruhig und meldete mir: „Wir haben Feuer aus dem Walde rechts, den Häusern littst und von vorne bekommest. Es ist unmöglich, hier weiter vorzugehen, und wenn wir stundenlang warten sollten. Nur Artillerie kaun uns hier helfen." Ich sah, daß bei dem schnellen Aupacken der Vorhut die Kompagnie sich zu weit hatte Vorteilen lassen, wußte auch, daß die Artillerie iiiib das Gros noch weit zurück waren mib suchte mit meinem vorzüglichen Glas nach dem Gegner, um womöglich ein Feuergefecht zu beginnen.
Vom Feind war nichts zu entdeckeu: alle Augenblicke dagegen nahm das Schwirren der Geschosse zu, um wieder schwacher zu werden, fast gleichzeitig hörte ich dann das Helle knattern. So verging eine Stunde, als plötzlich unsere Artillerie eingrtsf, mit drei Lagen gegen die Landstraße, deren Bäume ich deutlich erkanlite, in einer Breite von etwa 300 Meter streute, so daß ich voller Freude einen blauen Rauchschleier von liuks nach rechts ziehen sah. Jetzt war der Augenblick zum Vorgehen gekommen, und ich sah gleichzeitig mehrere blaue Gestalten drüben laufen. Gott sei Dank, der Feind war gefunbeu, er mußte in einem Schittzengraben vor der Straße liegen. „Kerls," brüllte ich, „der Feind geht zurück, unsere Artillerie beschießt ihn aufs heftigste. Lchuellfeuer, Verfolguugsfeuer, 800 Meter." Aber ich war deu Leuten ja unbekannt, und so machten meine Worte wenig Eindruck. Ich nahm mir ein Gewehr und schoß auf Die lausenden Franzosen, ein Unteroffizier beobachtete. Als das Feuer des Feindes immer heftiger wurde, rief der Unteroffizier jubelnd, „da läuft einer," ging in Anschlag und brach im selben Augenblick neben mir zusammen. Ich suchte ihn zu verbinden, als mich der erste Schutz in das linke Handgelenk traf. Ich hatte das Gefühl, als ob das Blut mit aller Gewalt in meine Hand getrieben würde, so daß sie bersten müßte. Meine Finger quollen dick auf, die Hand fiel schwer herunter, und ich mußte mich niederlegen. In diesem Augenblick sehe ich neben mir zwei Leute meiner Kompagnie, Die sich daran machten, mich zu verbiudeu und meinen Befehl, sich niederzuwerfen, nicht befolgten. Sie ruhten nicht, bis ich verbündest war. Dann besam ich noch einen Schuß von der Flanke durch Den Oberscheukel, auch den verbanden sie, nur wenn die Geschosse zu toll pfiffen, deckten sie sich. Sie schoben mir noch einen Tornister unter den Kopf, das Forttragen verbot ich. Neben mir lag der brave Unteroffizier, der mich verbunden hatte, und schützte mich mit seinem Leib. Inzwischen entwickelte sich in der Schützenlinie ein Leben, wie ich es im Frieden für unmöglich gehalten hatte. Fragest und Meldungen jeder Art, bis das erlösende Wort erschallte „Artillerie fährt am". Leider fielen nur wenige Schüsse.
Plötzlich überflog uus ein deutscher Flieger, von den Franzosen wie wahnsinnig aber erfolglos beschossen. Doch Htlfe sonnte er uns nicht bringen, und wieder vergingen Stunden. Als ein französischer Flieger über uns wegzog, hat er wirklich die Stellung unserer Artillerie erkundet, die nach seinem Rückflug schwere Verluste erlitt, wie ich später von dem Batteriechef hörte. Auch wir bekamen es zu spüren, und ich sah wie immer vier weiße Wolken nebeneinander mit Entfernungett von hundert Bietern zwischen jeder Lage auf uns zurückeu. Im all- gemeiuen mögen etwa 25 Prozeut Der Geschosse nicht geplatzt sein. Um diese Zeit mag es gewesen sein, daß ich einen Unteroffizier der 3. Kompagnie wegen seiner hervorragenden Kaltblütigkeit bewunderte. Er feuerte die Leute kräftig an uud beobachtete dazwischen, indem er aufstand. Doch unsere Lage wurde immer schlimmer, und ich hörte mit einem Male, wie zwei Unteroffiziere sich zuriefen: „Wir müssen Den Hauptmann zurückbringen, er darf nicht in Die Hände des Feindes fallen." -Als ich mich weigerte, erhielt ich zur Antwort: „Sie sind verwundet, Herr Hauptmann, und befehlen nicht mehr." Das war natürlich nur Rederei, die Leute wollten mich nicht im Stich lassen, legten mim auf eine Zeltbahn und trugen mich fort in einem wahrhaft rasenden Feuer, so daß sie sich häufig niederwerfeu mußte«. Ich war vom Fieber geschüttelt, sah noch unsere Batterie, rufe den Kanonieren zu, doch mit aller Kraft unsere Infanterie zu unterstützen. Da flutet unsere zerschossene Abteilung zurück, ich höre, wie der ttuterofsizier schreit: „Vorwärts, wir dürfen den Hanptmann nicht liegen lassen, die Franzosen machen jeden Offizier nieder," und wieder gelingt es, die Leute zum Halten, sogar zu einem Sprung vorwärts zu bringen, während die Granaten unter ihnen platzen. _
So hatten meine Retter mich etwa 500 Meter zu- rückgebracht, bis sie mich hinter einer Mauer uiederlegeu konnten. Schließlich gelang mir ein Versuch, mich zu erheben und gestützt auf meine Leute zuruckzuwanken bis in den Wald. Erst als der erste Mranfeittrager kann verlieh mich mein tapferer Unteroffizier, dem ich mein Fernglas mit den Worten schenkte: „Wir beide werden den heutigen Tag nie vergessen." Bitte, lieber Freund, verwenden Sie sich dafür, daß er und die beiden andern das Kreuz befummelt, das würde mir eine wahre Freude sein Die schönste Erinnerung an diesen neunstündigen Tag wird für mich die rührende Treue uud Aufopferung meiner Leute bleiben, die ich doch erst seit vier Wochen kannte.
Vermischtes
der Besatzung in Berührung 1 kein Verständnis für Reuig und bezüglich der Klopfpeitschc
Die Klopfpeitsche, Die „Nowoje Wremja" vom 3. Sevtember 1914 erzählt unter der Uebelnhrist „Die Ausriistung der deutschen Kriegsschiffe" folgendes: „Bei der Untersuchung des deutschen Kreuzers „Magdeburg" stellte sich ein interessanter Umstand heraus, der aus die Behandlung in der deutschen Marine schließen laßt. In jeder Offizierskammer befand sich eine lederne Per che, Handariff 25 Zentimeter und neun Riemen von 30 Zen- Umetem Mnge Auf den Griff ist K. M. (Kaiserliche Marine) und der Name des betreffenden Offiziers ein- gestempelt. Diese Peitschen zeigen das Merkmal eines sehr häufigen Gebrauchs: besonders avgeuutzt, nt Die des ersten Offiziers, der ja nach dem Charakter seiner dienstlichen Tätigkeit am meisten mit den «wieren Chargen der Besatzung in Berührung kommt." — Daß Die Runen kein Verständnis für Reinigung der Uniformen haben und bezüglich der Klopfpeitschen von sich selbst auf aridere schließen, ist nicht weiter erstaunlich.
Brave Tat eines Polen. In einer Der ersten Schlachten in Ostpreußen machte eine preussische Kompagnie einen Sturmangriff auf eine russische Stellung, Die durch Artilleriefeuer erschüttert war. Bei dem Vorgehen erhielt ein junger Fähnrich von einem russischen Offizier zwei Revolverschüsse und stürzte zu Boden. Em Pole, Der zum Zeichen der Ergebung bereits seine Waffen fortgeworfen hatte, nahm nun den schwerverwundeten Fähnrich auf seine Arme und trug ihn nach dem deutschen Verbandplatz. Auf dem Wege dorthin erhielt der Pole von Russen zwei Kugeln in Den Rücken. Trotzdem hatte er noch Die Kraft, sich mit seiner Bürde bis zum Verbandplatz zu schleppen. Dann brach er zusammen. In einem Lazarett zu Berlin hat sich das Befinden des Mannes schon so gebessert, daß er wohl völlig wieder- hergestellt werden wird.
Ein schneidiger Infanterist. Aus den Kämpfen um Lemberg werden jetzt amtlich erhobene Einzelheiten über Heldentaten eines einzelnen Mannes bekannt, die den Glauben, daß in modernen Schlachten der Ein-
Seine nur Null werde. widerlegen,' es kommt nur darauf an, daß eine starke Persönlichkeit durch die Gunst der Umstände in die Lage kommt, sich zu betütigeu. Der Infanterist des tescheuer Landwehrregimeuts Nr. 31 Julius Reif führte in dem Gefecht bei Suchodvl am 24. Nimmst in einem kritischen Momente seine Kompagnie zu einem Vorstoß an, indem er selbst allein vorau- eilte, die Distauzpflöcke vor der feindlichen Verteidigungsstellung herausriß und diese bann mit seiner Kompagnie im Sturm entnahm. Reif wurde sofort zum Korporal ernannt. In den folgenden Zagen zeigte er sich noch weit kühner und selbständiger. So hielt er mit seinem Schützeuschwarm in furchtbarem Geschütz- und Gewehrfener so lange vorn aus, bis die bereits fünf- bis sechsmal aus dieser Vinic zurttckgeflutete Mannschaft seiner Kompagnie endlich bei ihm festen Fuß faßte. — Am 28. führte Reif bereits einen Zug, Dessen Kommando ihm «»vertraut war, mit derartigem (Sinn, daß er wesentlich zur Vertreibung der Russen beitrug. Wenige Stunden später bemerkte Reif auf einer Waidblöße etwa 100 russische Infanteristen, die deu vorrückeuden Oesterreicheru in Flanke und Rücken fallen wollten. Reif sammelte rasch etwa 70 Mann, stürmte auf den 800 Schritt entfernten Gegner los, tötete den Kommandanten mit einem Bajonettstich und fvr-
einer Waldblühe etwa 100
derte die 100 Russen zum Ablegeu der Waffen auf. Als diese aber weiter feuerten, machte Korporal Reif die Hälfte der Russen mit seinen Voltten nieder und verjagte den Rest. — Kurz Darauf rückte Reif gegen eine von vier russischen MaschiuettgewehrabteiUnigeu besetzte Höhe vor, die unsere Truppen empfindlich beschossen. Sieben seiner Leute befahl er zu einem ftlantcimimrtff gegen die etwa 40 Mann starke Bedeckung, mit den übrigen nahm er die Maschinengewehre im Sturm, erbeutete diese und nahm die Bedeckung gefangen. Korporal Reif wurde zum Feldwebel ernannt und soll die höchste Anszeichunng erhalten, die Unteroffizieren zugänglich ist.
Aus Der Schlacht bei Tannenberg.
Das „Berl. Tagebl." druckt den Feldpostbrief eines Offiziers aus dem Osten ab, Der interessante Einzelheiten aus der großen Schlacht bei Tannenberg enthält. Es heißt Darin unter anderem: Von Neidenburg ging es in aller Frühe nach Willenburg. Unsere Artillerie feuerte tagelang in Die Russen hinein von allen Seiten und wir fegten hinterher alles rein. In...... hatten die Russen einen Durchbruch nach Süden nach der Grenze versucht, unsere Grenadiere im Marsche unter dem Schutze Der Stacht von der Seite angegriffen und ihnen viele Verluste beigebracht. Das mußten sie schwer büßen. Unser erstes Bataillon tarn Den Grenadieren gegen 5 Uhr zu Hilfe. Ich gab mein Pferd einem Manne zum Halten und ging als Spitze mit einem Feldwebel und ein paar Mann einige hundert Meter vor dem Bataillon auf der Landstraße itnö links und rechts durch Den Wald mit der Pistole in der Hand.
Plötzlich links russische Reiter. Wir schössen einige ab. Sie kamen zu uns und flehten uns an, teilweise ver- wundet. Die anderen sprengten zurück. Plötzlich schwärmten wir alle nach links aus. 200—300 Meter vor uns waren Die Russen in......und im Walde. Maschinengewehrfeuer ging über unsere Köpfe hinweg. Von unser Kompagnie ein Toter und drei Verwundere, einer mit Kopfschutz sah frisch aus und sagte: „Ich verliere nie deu Mut, Herr Veutnaut!" Nachdem wir eine Weile gelegen und geschossen hatten, stürzten wir Durch einen modderigen Graben vor und die Russen flohen, soweit sie nicht erschossen waren. Wir erbeuteten russische Geschütze, Maschinengewehre, Die wir zu Marmelade verpassten, Pferde und mehrere tausend Gefangene. Dann marschierten wir nach.......weiter. Wir sahen links, daß die Russen am Waldrande. weiße Tücher schwenkten.
Endlich kam ein Trupp mit einer großen weißen Fahne und da gingen wir mit ebensolchen entgegen. Die Russen ergaben sich ohne Schuß, zwei Armeekorps. Der russische Oberbefehlshaber mußte seine Leute auffor= dein, die Waffen wegzuwerfen, sollst schösse unsere Artillerie. Nun famen auf unsere Stelle 20 000 Gefangene heraus, alles durcheinander, darunter ein kommandierender General und mehrere höhere Offiziere, auch ctit Feldprediger, der wie Tolstoi aussah. Der andere Kom- maildierende hatte sich schon vorher selbst erschossen. Die Offiziere, hundert vom Generalstab usw. wurden in zwei Gehöften auf Stroh zusammengepfercht. 20 000 Mann lagen, teilweise barfuß und hungrig, Wächte hindurch auf deu feuchten Sümpfen, von lins bewacht. Zu Zaufcuäen trieben wir die noch darinsteckenden Russen und Pferde heraus. Es wurde großer Pserdemarkt ab- gehalten, rvobei ich statt einem schönen Grauschimmel, den ich vormittags hatte und der mir wieder fortgekom- men war, eine Fuchsstute erhielt, ein prächtiges Tier mit Offiziersattelzeug. Die Nacht fam und wir lagen schußbereit in......Ich mit dem Hauptmann tu dem Garten eines Hauses auf Stroh unter einem Baume. Die ganze Nacht schoß es. Die Russen hatten Neidenburg schon besetzt, wurden aber schleunigst Hinallsgetrieben.
Der Brief schildert dann den Weitermarsch der Truppen mit ihrer ganzen ungeheuren Breite, mit Pferden, Waffen, Wagen und Geräten. Er sagt dann: Wie wenn man in einen Ameisenhaufen stößt, so waren die russischen Geschütze und Wagen durcheinander geraten, als sie sich voll allen Seiten umzingelt und von unserer braven Artillerie beschossen sahen. Nicht nur die Ofsiziere, sondern fast alle Unteroffiziere und Mannschaften wurDen mit erbeuteten Pferden beritten gemacht. Das Bataillon des Briefschreibers hatte nicht weniger als 20 000 Pferde zu transportieren. Die Polen sageli, sie wollen nicht nach Rußland zurück. Sie haben am uns nicht einen Schuß abgegeben. Auch russische Bauern sind hier in Zivil, die Brot fahren mußten. Ein fruchtbarer Jammer, ein Strafgericht! Das müßte nur die russischen Oberherren so tre fen, alle mit ihren var- fümierfeu Kästen, die sie ins Feld mituehmen.
— neuestes oom Coge.
Eine Thronrede der Königin Wilhelmine.
Haag, 15. September. Bei der Eröffnung der Ge- ueralstaalen hielt die Königin eine Thronrede in der es u. a. heißt: Bei dem schrecklichen Kriea der in einem Teile der Kulturwelt wütet, be ndm M Land iu mehr als sonst die unu/.ttrbrochene ^cch stelle jedoch dankbar fest, daß die absolute Neutralität, Die Holland beobachtete, bis jetzt m keiner Weise verletzt worden ist. Anzuerkenuenist, daß die Mobilmachung ra,ch und tadellos erfolgt ist. Rolland empfangt mit offenen Armen alle Unglücklichen, Zuflucht suchen. Das Wirtschastsleben fangt am einige Besserung zu zeige Sowohl Belgien als England und Deutschland schließ regelmäßig laufende Geschäfte ab.
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