Die Kriegslage im Westen und Osten
Reiche Siegesbeute im Osten
WTB. Berlin, 13. September. (Amtlich). Auf Sem westlichen Kriegsschauplatz haben Sie Operationen, über die Einzelheiten noch nicht veröffentlicht werden können, z« einer neue»» Schlacht geführt, die günstig steht. Die vom FeinSe mit allen Mitteln verbreiteten für uns ungünstigen Nachrichten sind falsch.
In Belgien ist heute ein Ausfall aus Antwerpen, den drei belgische Divisionen unternahmen, zurückge- worfen worden.
In Ostrenße»» ist die Lage hervorragend gut. Die russische Armee flieht in voller Anslösung. Bis heute hat sie mindestens 150 Geschütze und 20 bis 30 000 un- verrvnnöete Gefangene verloren.
Als Sonntagsgruß kam aus dem Großen Hauptquartier eine Siegesmeldung aus dem Osten, von der auch oben die Rede ist. Die Stuften haben wiederum empfindliche Schläge bekommen und eine große Anzahl Gefangener und eine Menge Kriegsmaterial zurückgelassen:
WTB. Großes Hauptquartier, 13. September. Die
Armee des Generalobersten von-Hindenburg hat die russische Armee in Ostrenße»» nach mehrtägigem Kampfe völlig geschlagen. Der Rückzug der Rüsten ist zur Flucht geworden. Generaloberst von Hindenburg hat in der Verfolgung bereits die Grenze überschritte»» und mel
dete bisher über 10 000 unverwnndete Gefangene, etwa 80 Geschütze, außerdem Maschinengewehre, Flugzeuge und Fahrzeuge aller Art erbeutet. Die Kriegsbeute steigert sich fortgesetzt.
Die Schlacht der Oesterreicher bei Lemberg.
WTB. Wien, 13. September. Amtlich wird bekannt gegeben: In der Schlacht bei Lemberg gelang es unseren an und südlich der Grobecker Chaussee angesetzten Streits kräfte»» den Feind nach ötägigem harter» Ringen znriick- zudrängen und 10 000 Gefangene z« machen, sowie zahlreiche Geschütze zu erbeuten. Dieser Erfolg konnte aber nicht voll ausgenutzt werden, da unser Nordflügel bet Nawarnska non großer Uebermacht bedroht ist, überdies neue russische Kräfte sowohl gegen die Arinee Dankt als auch in dem Raume zwischen dieser Armee und dem rechten Flügel von Leinberg vordrangen. Angesichts der sehr bebentende»» Ueberlegenheit des Feindes war es geboten, unsere schon seit 3 Wochen fast unnntervrochen helSenrniitig kämpfenden Armeen in einem guten Abschnitt zu versammeln und für weitere Operationen ve- reitzustellen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: Höfer, Generalmajor.
Einzelheiten über die Kämpfe bei Lemberg.
Berlin, 14. September. (Privattelegraum.) Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Lok.-Anz." meldet aus dem österreichischen Hauptquartier: Die Lage der Oesterreicher sei trotz der großen Verluste recht vielversprechend, da die Heeresleitung die Verwirrung der Stuften nach den» Erfolge bei Grodek rechtzeitig benntze, um aus die bestens vorbereitete, kaum einnehmbare Linie znriick- zngeheu, wo die Armeen sich ruhig erholen und Verstärkungen abwarten können. Der Gegner hatte 350 000 Mann mehr Truppen versammelt als wir. Die inzwischen im Raume von Lemberg erschienenen Armeen von Anffenberg und Dankt stießen auf überraschend große rusttsche Heeresmasten, die sich keilartig zwischen jene schoben. Die übrige»» österreichischen Truppen mußten sich der Rückwärtsbewegung anschlietzen. Nach Aussage gefangener Russen steht es um die russischen Truppe»» trotz der erheblichen Uebermacht weit schlimmer als um die österreichischen Truppen.
Ueber die gleichen Ereignisse berichtet auch der Korrespondent des „Berl. Tagebl." Danach stießen nach Wiederaufnahme der nach nenn Tagen abgebrochener» ersten Lemberger Schlacht die österreichisch-ungarischen Streitkräfte auf der Grodekeer Chaussee und südlich davon in der Richtung auf Lemberg gege»» die russische Hauptarmes. Inzwischen war ein Teil der russischen Armee gegen die Armee Anffenberg vorgegangen, ebenso stieß die zweite bisher siegreich vordringende Armee vor Lublin auf immer stärker werdende russische Kräfte und mußte deshalb ebenfalls zurückgehen. Darum konnte auch die österreichische Hauptarmee ihre Erfolge, die sich in zehntausend Gefangene»» und einer Menge erbeuteter Geschütze kund gaben, nicht voll ansntttzen und mußte auch die zweite Lemberger Schlacht abbrechen. Die Ursache dafür ist allein die numerische und artilleristische Ueberlegenheit der Russen. Die österreichisch-ungarischen
Ein Ausfall aus Antwerpen abgeschlagen
Truppen föchte,» zudem seit drei Wochen mit Unterbrechung anstrengender Märsche in ständigem verlustreichem Kampfe tagsüber und wurden nachts beunruhigt. Zunächst ist ein Stillstand der Operationen eingetreten. Die Ablösung der österreichischen Hauptarmee sowie der Armee Daukl vom Feind erfolgte glatt. Ernste Schwierigkeiten hatte dabei nnr die Armee Anffenberg zu über- winden.
Die Stellung der Oesterreicher günstig.
Berlin, 14. September. (Privattelegramm). Nach Mitteilung der Kriegsberichterstatter aus dem österreichische»» Hauptquartier ist die Lage der Oesterreicher trotz großer Verluste vielversprechend, da sie in schwer eins nehmbaren Stellungen Verstärkungen gege,» den um 350 000 Mann stärkeren Feind abwarten können.
WTB. Bndapest, 14. September. Die Serben sind auf der ganzen Linie über die Save zurückgegangen, so- datz für Scmitu keine Gefahr besteht.
Ein serbischer Einfall in Ungarn.
Wien, 13. September. Amtlich wird unter dem 10. September abends bekannt gegeben:
Nachrichten vom südöstliche»» Kriegsschauplatz lasse»» erkennen, daß Teile der serbische»» Armee, während wir die Drina überschritten, in Symrien eingebrochen sind, wo die Abwehr eingeleitet ist.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. H o e f e r, Generalmajor.
Belgrad in Flammen.
Der „Köln. Ztg." wird aus Agram gemeldet:
Semlin wurde von der Zivilbevölkerung geräumt, da die Stadt, obrvvhl offen, von den Serben beschossen wurde. Unsere Truppen haben darauf Belgrad zn beschießen begonnen, das binnen wenigen Stunde»» einem Trümmerhaufen glich und an vieler» Stelle,» in Brand stand.
Die Ausfälle aus Paris zurückgewiesen.
Der Kriegsberichterstatter Hauptmann a. D. Pietsch meldet dem „Hannov. Kur." aus dem Großen Hauptquartier unterm 12. September:
Nach einer im Großen Hauptquartier angelangten Mitteilung wurde am 5. September der Ausfall aus Paris durch die Armee Kluck abgewiesen. Unsere Truppen kamen bei der energischen Verfolgung des Feindes in das Artilleriefener der östlichen bezw. nordöstlichen Forts von Paris. Sie haben 50 Geschütze erobert und dreitausend Gefangene gemacht. Am 6. September uns ternahmen die Franzosen einen neuerlichen Ausfall unter gewaltigem Artilleriefeuer. Bei dem starken Vorstoß der Engländer und Franzosen, die in der Linie Meanr-Montmiral am kleinen Morin angriffen, dauerten die gewaltige,» Kämpfe zwei Tage, und endeten mit dem blutigen Zusammenbruch des Angriffs. Wo wir siegreich waren und der weichende Gegner verfolgt wurde, war trotzdem aus taktischen Gründen der deutsche rechte Flügel znrückgenommen.
Während dieser Tage gab es Kämpfe auf der ganzen Linie bei allen Armeen. Die kronprinzliche Armee hat die befestigte Stellung der Franzosen südwestlich von Verdun im Sturm genommen und steht teilweise westlich der Sperrfortlinie Verdun-Tonl. Diese Linie wurde auch aus westlicher Richtung angegriffen. Die Lage unserer Armeen wird im Hauptquartier günstig beurteilt.
Ein neuer Ausfall von Antwerpen ist von unseren Truppen abgewieser» worden. Der Franktjreurkrieg steht in Belgien in voller Blüte, wie Fälle aus den letzten Tagen beweisen. Französische Flüchtlinge kehren haufenweise in ihre Dörfer zurück. S»e sind unglücklich darüber, daß ihre Bürgermeister sie falsch beraten haben, sehen sie doch, daß die deutschen Truppen menschliches Leben und Eigentum schonen, sich musterhaft aufführen und alles bezahlen. Der Gesundheitszustand der Truppen ist sehr gut. Es gibt keine Epidemien.
Zu den Kämpfen bei Paris schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „Die neue große Schlacht spielt sich auf einer Front von etwa 125 Kilometer ab. Als westlicher Punkt wird Nanteuil angegeben, ein Ort nördlich von Meaux bei dem schon früher genannten Senlis, wo der rechte deutsche Flügel angesetzt hat und wo hauptsächlich die Engländer stehen dürften; eine Vermutung, die schon psychologisch ausreichend begründet sein dürfte, und die sich noch auf die bisherigen Erfahrungen stiitzt, denen zufolge die Truppen Frenchs sich immer auf dem linken Flügel, England zunächst, hielten. Die französische Annahme, daß die deutschen Truppen Paris ganz rechts liegen ließen, ist schon früher haltlos geworden, als die Pariser die deutschen Kanonen in der Nähe donnern hörten: jetzt
Die Oesterreicher bei Lemberg
weiß man, daß dabei nicht nur ein örtlicher Sitfammen« stoß nahe der französischen Hauptstadt, sondern eine Schlacht von großer Ausdehnung in Betracht kommt, auf einer Linie, die nordöstlich von Paris beginnt, dann zur Marne geht und weiter dem unterhalb Meaux mündenden Flützcheu Grand Morin folgt, an welchem Cvu-
Marne ^eht
denden Flüß^v». V^^»4»V |vtm, DU tvniyvui
lommiers und Sezanne liegen. Oestlich von diesen lieg« Vttry le Francois, das als östlicher Punkt der Schlachtfront bezeichnet wird, südöstlich von Chalons an der Marne, die hier südnördlich verläuft, während die im allgemeinen nördlicher verlaufende Marnelinie vor unseren Heeren überschritten ist."
Der Kleinkrieg auf hoher See.
Aus Stockholm wird gemeldet: Ein englisches Kriegsschiff hat im Atlantischen Ozean einen deutschen Kohlendampfer, der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" bei Barbados den englischen Dampfer „Cowes Castle" versenkt. — Aus Kingston meldet Reuter, daß ein englisches Kriegsschiff einen Hapagdampfer, dessen Name nicht genannt wird, aufgebracht und dabei 400 Passagiere zu Kriegsgefangenen gemacht habe.
Englands Nordseeflotte rührt sich.
Wie die britische Admiralität mitteilt, sind am Freitag und Sonnabend von zahlreichen starken Geschwadern und Flottillen Erforschungsfahrten durch die Nordsee bis nach der Helgoländer Bucht unternommen worden. Unterwegs wurden keine deutschen Schiffe angetroffen.
Deutsche Kriegsschiffe in der Ostsee?
Dem Kopenhagener Blatt „Politiken" wird aus Stockholm berichtet: Die deutsche Ostseeflotte rührt sich. Nach Berichten von Personen auf den äußersten schwedischen Schären hat man am Montagmorgen ein Geschwader von 29 Schiffen bei Gotland beobachtet. Außerdem berichtet man, daß ein deutsches Geschwader von 31 Linienschiffe«, Kreuzern und Torpedojägern vor den nördlich liegenden Schären am Montagmtttag sichtbar gewesen ist. Eine Stunde lang kreuzte das Geschwader langsam in der Gegend auf und ab, worauf es nach Osten ging.
Schwere Kämpfe in Afrika.
Der britische Gouverneur von Nyassaland meldet nach der „Franks. Ztg.": Eine englische Streitmacht rückte am 8. September aus, um den Feind über die Grenze nach Teutsch-Ostafrika zurückzuwerfen. Die Deutschen
waren 500 Mann stark. Sie zogen sich zurück und griffen Karotga an, das von 50 Mann, darunter neun Weißen, verteidigt wurde. Nach dreistündigem Kampfe traf die englische Hauptmacht ein, die die Deutschen aus Songwi zurückdrängte. Mehrere Deutsche wurden getötet, drei Offiziere verwundet und gefangen genommen. Auf englischer Seite sind vier Europäer tot und sieben verwundet. (Da der Gewährsmann der „Franks. Ztg." ein Engländer ist, kann man der Meldung nicht unbedingt Glauben schenken, wenn auch leicht zu begreifen ist, daß die Deutschen dort der ganz unverhältnismäßig großen Uebermacht der englischen Truppe»» auf die Dauer kaum werden standhalten können. Sie stehen aus schwierigstem Posten, aber sie werden ihn heldenhaft verteidigen bis zum letzten Al
- Die englische Regierung ........., .
zufolge in Kamerun drei englische Offtziere gW______ und mehrere Mannschaften verwundet worden seien. Aus den Namen der Getöteten ist zu ersehen, daß Trup-
temzuge.) erntest Nachrichten, Setteft j nglifche Offtziere gMllen
pen aus Nigeria an den Kämpfen beteiligt waren.
König Ludwig von Bayern im Felde.
Der König von Bayern ist wieder ins Feld gereist. Unterwegs hatte er eine Zusammenkunft mit seinen Söhnen. Im Felde besuchte er zahlreiche bayerische Regimenter und überreichte dem Kronprinzen einen Tagesbefehl an die bayerischen Truppen, in dem er ihnen seine Anerkennung und den wärmsten Dank für ihr Verhalten ausspricht.
Prinz Joachims schönster Tag.
Prinz Joachim telegraphierte an die Großherzogin Luise von Baden:
Durch Gottes Gnade war es mir vergönnt, im Schrapnellfeuer für unser geliebtes Vaterland verwundet z« werden. Du kannst Dir denken, wie stolz ich bin. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse wird mich stets an diesen schönsten Tag meines Lebens erinnern.
Joachim.
WTB. Wien, 13. September. Baron Leopold Chln- mecky erhielt ans Allenstein vom Prinzen Joachim von Preußen folgendes Telegramm: Haben Sie herzliche»' Dank für Ihre freundlichen Wünsche, die mich in Erinnerung an unsere gemeinsame Reise doppelt erfreuten. Ich bin stolz darauf, für der» gemeinsamen Erfolg
39)
(Nachdruck verboten.)
Tonio liegt noch immer im Krankenhaus und wird wahrscheinlich nicht wieder gesund werden: sie sagen, er hätte die Lungensucht durch den Messerstich bekommen — aber was nützt dem Gericht ein Haftbefehl, wenn sie den Täter nicht finden! Der Pietro wird gerade so dumm sein und sich fangen lassen! Unmittelbar nach Gargiulos Abfahrt verschwand er und hielt sich verborgen — o, er kennt alle Schlupfwinkel in den Bergen, den kriegen sie nie. Aber für mich ist es ein rechtes Elend, daß der Pietro nicht statt des Gargiulo nach Amerika gegangen ist, denn, wie ich Ihnen schon sagte sritaRAtl» Ach nicht los und ich hätte doch jetzt so gute
Et»e Zukunft - wirklich sehr gute Aus- ,^m»»ena hielt inne und seufzte tief. „So was keinem nicht alle Tage geboten," meinte sie weh-
das siir Aussichten?" forschte Frank, auch denken fmLu0™** nichts anging und er sichs hiMielteru worauf die Worte des Mädchens mich heiraten. Er ist ein reicher Ar der in-MaL bester heißt ja wohl die Stadt - große ^abrikc»^km und daß ich den lieber möchte als beSieK »R Lotrecht schlecht SÄK meinem Glück so im Wege zu sieben!" ®up well mr «Ä15 "" 6,6 «u°-« uÄmTS A
„Warum brennen Sie ihm nicht durch mftnP Schönste?" fragte der Amerikaner. rueme
. "^ ä^n ®ft^ Er kommt mir ja
armes, unglückliches Geschöpf! Am besten wäre es schon für mich, wenn —" sie stockte, als wenn sie sich doch scheute, das auszusprechen, was ihre liebevolle Seele erfüllte. Ganz leise und zögernd kam es nach: „Verdient hätte er es schon, der Pitro — meinen Sie nicht auch, Signor?"
„Was soll ich meinen? Daß sie den Pietro fangen und hinter Schloß und Riegel setzen?"
Sie nickte verschämt. „Verdient hätte ers," wiederholte sie. „Das schlimmste ist nur, daß er nach einigen Jahren wieder herauskäme. Oder würden Sie ihn — Sie sind ja ein kluger Mann, Signor, und wissen das sicher — würden sie ihn wegen seiner Tat an dem Tonio zu lebenslänglichen» Zuchtharrs oder gar zum Tode verurteilen?"
„Ich vermag Ihnen auf Ihre Frage keine Antwort zu geben," sagte Frank kurz. „Doch glaube ich kaurn, daß Ihr Verlobter zu vieljährigem Gefängnis verurteilt werden würde. Selbst im schlimmsten Falle dürfte man ihm mildernde Umstände zuerkennen."
Die Filomena wiegte bedauerlich den Kopf. „Aber was soll ich nur anfangen, Signor?" fragte sie kläglich. „Ich rnöchte doch mein Glück ^ natürlich verstand sie unter dem „Glück" den Engländer — „nicht von mir stoßen."
„Ja, da vermag ich Jh»»en wirklich nicht zu raten," entgegnete er kühl. „Was der Mensch sich eingebrockt hat, muß er ausessen. Im übrigen sind wir gleich bei Ihrer Wohnung angelangt und ich möchte rnich von Ihnen verabschieden. Schönsten Dank für ihre Mitteilungen. Nehme»» Sie als Zeichen desselben dies hier." Dabei zog er ein Schächtelchen aus der Tasche, öffnete den Deckel und er»thttllte vor den gierigen Augen des Mädchens eine hübsche, mit Granaten und kleinen Perlen besetzte Brosche.
Wie er jetzt weiter schritt, war es ihm mit einemmal, M M K einen Schatten Wer das $fW$ der M
fallen sah. Er wollte den Kopf wenden, um sich zu überzeugen, woher er käme, als er plötzlich etwas wie einen Stoß gegen seinen Rücken fühlte. Mit einer unwillkürlichen Bewegung griff er dorthin, etwas Warmes rann ih»n über die Hände und gleichzeitig hatte er die Empfindung, als ob er sank — langsam — ganz langsam, tiefer, immer tiefer.
Was war das? Schmerzte ihn nicht etwas im Rücken oder in der Seite oder---Er vermochte sich nicht klar darüber zu werden, die Gedanke»» vergingen ihin und immer tiefer sank er.
Das letzte noch, was er mit halbem Bervußtscin wahrnahm, war ein gellender Aufschrei einer »veiblichcn Stimme — dann stürzte er besinnungslos au Boden.
13. Kapitel.
Am Tage, der den geschilderte»» Ereignissen folgte, warteten Tante Laura und Teresa Bondi vergeblich mit dem Mittagessen auf den jungen Amerikaner. Als eine Stunde über die Zeit hinaus vergaugen war, zu der er versprochen hatte, bei ihnen zu erscheinen, wurden sie unruhig und das alte Fräulein schickte nach seinem Hotel herüber, um sich nach ihrn zu erkundigen. Da hörte sie denn zu ihrem Schrecken, daß ihr Neffe die Nacht überhaupt nicht in dem Gasthaus zugebracht hatte. Er war am Abend zuvor — die Stunde wußte »liernand genau — ausgegangen und seitdem nicht wieder heimgekehrt. Der Hotelier war in Anbetracht der Straßen- rüubereien, die in letzter Zeit in den weniger belebten Straßen Neapels sich häufiger »viederholt hatten, selbst schon wegen des Ausbleibens seines Gastes in Sorge und hatte vor einer Weile sogar schon auf die Polizei geschickt, um dort den Vorfall an melden. Er wartete nun auf die Antwort.
(FortseZung folgt.)