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gerbst

Wer hat in diesen Tagen voll kriegerischen und vaterländischen Geistes noch offene Augen für die Natur! Wer wandert noch in einer stillen Stunde hinaus aus den engen Straßen tn bie /onnige Frei­heit ! Draußen verblüht und verwelkt des Jahres schönste Zeit, einsam und ungesehen wie ein ver- klungenes Märchen, dem wir einst so inmg und kmd- lick eraeben lauschten. Wer hat überhaupt noch em- ame Stunden voll ruhevoller Selbstvergeffenheit übrig Metern erregten und gespannten Hasten und Treiben, das durch »Ktmb-» rast und-«-- mit sich sortr-ch, in ungestümem Dränge! Wir haben die harmonische Fühlung mit der blauen Ferne, mit ihren weiten arünen Auen und ihren sonndurchgluhten Höhen ver­loren. Die sanften, stillen Sommertage mit ihrer quellenden Poesie sind verrauscht wie ein Wellenschlag und der bunte Herbst schreitet müde lächelnd durch das Feld. Die weiten Felder wiegen sich nicht mehr im leichten Winde und auf den Wiesen und an den Gräben blühen nicht mehr in farbiger Wildnis die Blumen. Das Laub beginnt sich zu färben, und wenn des Abends der Wind durch die Baumkronen fahrt, fallen leise und unmerklich die ersten falben Blätter zur Erde nieder. Müde und schläfrig breiten sich am sonnigen Nachmittage die weiten gelbgrünen Flächen bis an die Hänge der Berge. Kein Liedersang hallt mehr wie sonst in den sanfteü Tagen des Friedens aus dem traulichen Gebüsch. Einsam ist die Welt ge­worden. Wie verträumt fliehen die Tage dahin in ihrem matten Herbstgold. Weiße Fäden durchstiegen schimmernd die Luft und an dem alten Gemäuer wird der wilde Wein gelber und feuriger von Tag zu Tag. Es ist Herbst geworden überall, farbenfroher, stimm­ungsvoller Herbst, der seine malerischen Bilder rings in hundert wundersamen Arten ausbreitet. Bilder, die niemand sieht, die verbleichen werden in ihrer sonnigen Einsamkeit. Goldener Lebensttberfluß, der dahin rinnen wird, bis eines Tages die kalten Winde vernichtend über die sinkende Herrlichkeit dahinbrausen werden.

In den Gärten blühen zu Tausenden in lieblichen Farben die Astern und Georginen. Sie werden nicht verblühen und verbleichen. Ihnen ist in ihres Daseins kurzem Herbst ein besseres Los beschieden. Sie wan­dern in ganzen Sträußen an die Lagerstätten ver­wundeter Krieger, ein Gruß der lieben, heimatlichen Erde, an unsere tapferen Söhne, die ihr teures Blut für sie vergossen.

Herbststimmung hält die Natur in ihrem Bann. Aber in den Städten und Dörfern, in den Herzen der Menschen, dort kann kein Herbstgefühl den stolzen Mut überwuchern. Dort ist der Frühling mit seinem Hoffen, mit seiner Werdekraft und seiner ganzen Jugendfülle eingezogen, der deutsche Frühling.

n.

Mische null Sorgen der SchwemMer.

Durch unermüdlichen Fleiß, durch jahrelanges Studieren und Probieren ist es unserer tatkräftigen Landwirtschaft gelungen, durch eigene Produktion die Volksernühruug zu gewährleisten. Bon welch großer Bedeutug das für unser Vaterland ist, erfahren wir seit der Mobilmachung Tag für Tag, wir werden das aber im Lanfe des Krieges noch mehr einsehen. Aus nationalen Pflichtgefühl heraus müssen wir dafür sorgen, daß uns diese Leistungsfähigkeit der Landwirt­schaft erhalten bleibt. Leider droht hier Gefahr, der vorzubeugen die allerhöchste Zeit ist. Es kommt näm­lich sehr häufig vor, daß Landwirte die neugeborenen Ferkel und auch Sauen schlachten, weil sie nur einen geringen Preis dafür erzielen. In manchen Ort­schaften läßt man das Schlachten sogar durch Ausschellen bekanntmachen, um das Fleisch überhaupt los zu werden. Nur wer tiefer zu blicken weiß, versteht dies an­scheinend unverständliche Handeln. Ein großer Teil namentlich der kleinen Schweinezüchter war es ge­wöhnt, die nötigen Futtermittel erst dann zu zahlen, wenn er das Geld für das gemästete Schwein in Händen hatte. Er hat also auf Kredit gewirtschaftet, und ist dabei ebenso auf seine Rechnung gekommen wie seine Gläubiger. Das ist jetzt anders geworden. Obwohl die Behörden dafür zu sorgen trachteten, daß der Kredit nicht schroff abgeschnitten wird, vermag der kleine Züchter nur ganz ausnahmsweise sich Kredit zu verschaffen und wird dadurch um so härter getroffen, als zu der Erhöhung der Preise für Futtermittel sich ein bedenkliches Sinken der Viehpreise gesellt hat. Von feiten der Behörden hat man zwar Höchstpreise für Lebensmittel festgestellt, um das kaufende Publikum vor der Profitgier gewissenloser Händler zn schützen, man hat aber ganz übersehen, daß auch die Landwirt­schaft eines Schutzes gegen Ausbeutung bedarf. Das Versäumte kann und muß nachgeholt werden durch Festsetzung von Mindesteinkaufspreisen bei Vieh. Nur dadurch wird es möglich, einer drohenden Gefahr für unsere Landwirtschaft und für die künftige Volkser­nährung vorzubeugen. Wir verkennen die Schwierig­keit einer solchen Maßnahme nicht. Rascheste Hilfe ist hier am Platze, da die kleinen Züchter und Mäster nicht lange warten können. Städte und industrielle Groß­betriebe könnten hier die Landwirtschaft sehr wirksam unterstützen, indem sie den Landwirten das Vieh zu angemessenem Preise abkaufen es zu Konserven ver­arbeiten lassen und an Bedürftige billig abgeben.

Außer der Kreditgewährung ist die Schaffung von Futtermitteln zu nicht allzu hohem Preise dringend notwendig. Für die Schweinezucht und Mast kommt in erster Linie die Kartoffel in Betracht. Zweiffellos könnte die Frage der Versorgung des Marktes mit Schweinefleisch viel leichter gelöst werden, wenn eine Organisation für den Absatz von Futterkartoffeln vom Osten nach dem Westen geschaffen würde. Die Schweine­züchter und Schweinemäster im Westen des Reiches

werden ganz bestimmt die nötigen Kartoffeln im Osten kaufen, wenn sie für ihre Mühe einen entsprechenden Schweine-Preis erwarten können und wenn sie wissen, daß sie die Kartoffeln zu angemessenen Preise bekommen, natürlich Schwankungen im Preise der Futtermittel einen unangenehmen Einfluß auf die Rentablität der Mast ausüben, dürfte es sich empfehlen, einheitliche Durchschnittspreise für die Kartoffeln für das ganze Jahr festzulegen. Das würde sicher ein Ansporn für viele Landwirte sein, die Schweinemast eifriger zn be­treiben, da sie dann in der Lage sind, schon von vorn­herein wenigstens annähernd zu berechnen, ob sich die Mast auch halbwegs rentieren wird. Daß die Züchter und Mäster umsonst arbeiten oder gar noch Geld zu- setzen, wird ihnen auch in dieser schweren Zeit, wo jeder Opfer bringen muß, kein vernünftiger Mensch zumuten. Die größeren Besitzer können ihre kleine Berufsgenossen dadurch unterstützen, daß sie ihnen billig Kartoffeln verkaufen und das Geld dafür stunden bis nach Verkauf des gemästeten Schweines. Sollte wirklich in der einen oder anderen Gegend des Reichs im Frühjahre sich ein Mangel an Kartoffeln bemerk­bar machen, weil den Züchtern die Möglichkeit fehlte, Kartoffeln zu konservieren, so wäre diesem Mangel durch Bezug von Trockenkartoffeln abzuhelfen. Diese sind wegen ihres großen Nährgehaltes für die Mast außerordenttich geeignet und außerdem auch preiswert.

Da die Kartoffel für die Schweinezucht und Mast sehr notwendig ist, muß einer Verschleuderung und Vergeudung der Kartoffel mit allen Mitteln vorge- beugt werden. Leider versuchen gewisse Händler, die durch den Krieg geschaffene Notlage mancher Land­wirte auszunützen und ihnen die Produkte unter Marktpreis abzulocken. Man scheut dabei auch vor falscher Vorspiegelungen nicht zurück. So suchte ein Kartoffelhändler in einem an eine ganze Reihe von Landwirten gerichteten Schreiben diese zur Liefe­rung von Kartoffeln durch die Behauptung zu ver­leiten, daß Brennereien und Stärkefabriken während des Krieges nicht arbeiten dürfen. Das ist selbst­redend unwahr. Wir warnen unsere Landwirte dringend, sich nicht von Händlern zum unnötigen Ver­kauf von Kartoffeln verleiten zu lassen. Entschließt sich die zuständige Behörde im Sinne unserer An­regungen der Gefährdung der Schweinemast vorzü- beugen, dann werden alle Kartoffeln bauenden Land­wirte ihr Producktzu einemangemessenen Preise absetzen können und gleichzeitig ein wesentlich Teil dazu bei­tragen, daß unsere Volksernährung sichergestellt bleibt.

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