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Presse der neutralen Länder zur Verfügung stelle. Das Blatt fordert die englische Regierung auf, dem deutschen Beispiel zu folgen. Die Regierung müsse die Presse der ganzen Welt ausnützen, anstatt sie zu knebeln. Gleich­zeitig müsse sie daran erinnern, daß die Presse des Aus­landes tatsächliche Nachrichten wünsche, nicht philosophi­sche Betrachtungen.

Sriegsallerlei.

Das Eiserne Kreuz für Prinz Eitel Friedrich.

Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der Schwieger­sohn des Großherzogs von Oldenburg, bat das Eiserne Kreuz erster Klasse erhalten, weil er besondere Tapfer­keit bewiesen hat im Ansturm mit seinem Regiment gegen feindliche Artillerie.

Ein glänzendes Beispiel von Opferfreudigkeit erbrachte dieser Tage ein einfacher Arbeiter in Wil­helmshafen, der für die Dauer des Krieges auf die ihm zustehende Militärrente von monatlich 27 .^ verzichtete. Das Geld ist zwecks Unterstützung von hilfsbedürftigen Angehörigen unserer Krieger zur Verfügung gestellt worden. Der hochherzige Stifter ist Vater von 7 Kin­dern. Dem Hinweis auf seine eigene Bedürftigkeit be­gegnete der Mann mit der schlichten Bemerkung: Wi kummt woll mit mten Arbeitslohn ut.

Dem Vaterlaude geopfert.

Sehr viel Teilnahme findet in Dresden die er­schütternde Tatsache, daß beide Söhne des komman­dierenden Generals des 12. sächsischen Armeekorps, Ge­neral der Infanterie d'Elsa, vor dem Feinde gefallen sind. Der eine war Hauptmann,- der andere ging als Fähnrich mit ins Feld und wurde vor dem Feinde zum Leutnant befördert.

Ein Friedensappell -es Papstes.

Die Times meldet aus Rom, daß eine der ersten Handlungen des Papstes ein Appell an die Mächte sein wird, den Krieg im Interesse der Menschlichkeit einzu- stellen.

Eine neueKvltnrtat" der Engländer.

Der Meteorologe der Zugspitze Dr. E. Jaufmann wurde auf einer Ferienretse in Gibraltar von den Eng­ländern gefangen genommen. Dort wurde er von seiner Frau getrennt und dann nach Süd-England gebracht, wo er, wie Münchener Blätter berichten, gefangen ge­halten wird.

Zwei russische Damen als Kriegsfreiwillige au der Front.

Die Times meldet aus Petersburg, daß zwei Töch­ter des Obersten Tomtlowsky als Kriegsfreiwillige ein- ßnt wurden. Die beiden jungen Mädchen sind in ormen eingekleidet und auf ihren ausdrücklichen Wunsch nach der Front gesandt worden.

Verurteilter Schwätzer.

Ein Bergmann in Beuchen hatte erzählt, die Ko­saken seien in Oberschlesien eingedrungen, hätten Fern- sprechleitungen zerstört usw. Das Ratiborer Kriegsge­richt verurteilte den Schwätzer zu einem Jahre Gefäng­nis, was hoffentlich manchem Verbreiter von beunruhi­genden Mitteilungen zur Warnung dient.

Sie3nm-9um"-6ef(öoffe.

In einer Konferenz der Berliner Pressevertreter legte ein Generalstabsoffizier Dum-Dum-Geschosse vor, die man bei französischen Gefangenen gefunden hatte. Es handelte sich um zwei Arten von Geschossen. Die einen haben einen Kupfermantel, der vorn spitz zuläuft. Diese Geschosse sind mit der Spitze an einen Schleifstein

gehalten worden, sodaß die Spitze schräg abläuft. Wenn das Geschoß auf den Körper, namentlich auf Knochen auf- schlägt, dann dringt es nicht gerade durch, sondern biegt ab nach dem schrägen Winkel der Schleiffläche und schlägt alsdann mit seiner ganzen Breite durch den Körper. Andere Exemplare, ebenfalls mit kupfernem Spitz­mantel, sind an beiden Seiten mit einem scharfen Messer tief eingekerbt. Der Erfolg ist dann der, daß beim Auf­schlagen die eingekerbte Spitze abbricht, und daß nun das ausgezackte Geschoß entweder durch seine Ränder unheilbare Wunden reißt oder ebenfalls nach der Rich­tung des Bruches hochschlägt und nicht mit der Spitze, sondern mit der Breite durch Knochen und Körper geht.

Sehr viel gefährlicher aber sind noch andere Vorge­fundene Exemplare, die darauf hindeuten, daß die Ver­fertigung von Dum-Dum-Geschossen systematisch betrie­ben wurde. Man hat, wie wir schon berichteten, in Longwy eine eigene Maschinerie im Besitze der Fran- gefunden. Mit dieser Maschine wurde die Spitze öes Ntckelmantels der Geschosse abgeschnitten und dann .durch ganzen Mantel ein trichterförmiges Loch bis in den Bleikern hineingebohrt. Wenn eine so behandelte Kugel aufschlagt, wird der Bleikern herausspritzen und

Mau wie ein Explosivstoff wirken. Um den Nachweis zu erbringen, daß es s ' ' emzelte Ausnahmen handelt, fuw verschnürte und noch uneröffnete Pakete m Kugeln zur Verfügung gestellt, die erst t ~ der Pressevertreter der :

sich hierbei nicht um ver- sind vom Hauptquartier rt solchen

pßem zur Verfügung gestellt, die erst in Gegenwart der Pressevertreter der neutralen Mächte geöffnet wer­den sollen, damit die Pressevertreter erkennen, daß dieser Bruch des Völkerrechts von den Franzosen systematisch

betrieben worden ist.

Deutschland droht mit Bergeltnngsmatzregeln.

Immer wieder finden unsere Truppen auf der gan­zen Front bei den gefangenen Franzosen und Englän­dern Dum-Dum-Gefchofsen in fabrikmäßiger Verpackung, so wie sie von der Heeresverwaltung geliefert sind. Diese bewußte grobe Verletzung der Genfer Konvention durch Kulturvölker kann nicht scharf genug verurteilt werden. Das Vorgehen Frankreichs und Englands würde Deutschland schließlich zwingen, die barbarische ermiSSS6 seiner Gegner mit gleichen Mitteln z»

Vermischtes.

Ueber das Reitergefecht des Prinzen Heinrich von Bayern berichtet ein in München jetzt eingetroffener Verwundeter vom 1. Schweren Reiterregiment, daß dem Prinzen im Schlachtgewühl sein Säbel unbrauch­bar geworden war. Ein französischer Dragoner schlug ihm die Pistole aus der Faust. Sofort wurde der Prinz umringt, die jeden herannahenden Franzosen nieder­stachen. Keiner von ihnen hatte unter vier bis fünf Wunden. Von der ganzen größeren Abteilung fran- »östscher Dragoner, die der Prinz mit seiner Schwa­dron angepackt hatte, sind nur drei Leute lebend davon gekommen. Ein bayerischer Offizier, der im franzö- sischen Kreuzfeuer mit acht Mann seiner erschöpften Abteilung noch vorging, im Bajonettangriff einen feind­lichen Schützengraben ausräumte, 24 Gefangene machte und zwei Maschinengewehre eroberte, hat das Eiserne Kreuz erhalten.

Wie die deutschen Husaren tu Reims eiurttckte«. Bei Reims hat sich, wie der Berichterstatter desB. T." meldet, ein prachtvolles Husarenstückchen zugetragen. Da noch nicht bekannt war, ob die Aussagen der Ein­wohner wahr seien, die lauteten, die Besatzung hätte Reims verlassen, beschloß Rittmeister v. Hubracht mit

einer Pätröuille festzustellen, ob das Fort Vitry-les- Retms frei vom Feinde sei. Auf die Frage, wer frei­willig mitritte, meldeten sich viele Mann, aus denen der Rittmeister Oberleutnant v. Steinäcker, Leutnant Mar­tini, Leutnant v. Waldow, Fähnrich Jäckel, Unteroffi­zier Dr. Arnhold, Trompeter Zwahlen und die Husaren Knappe, Krause, Buse, Reinelt, Rohne und Starke aus- wählte. Auf einem einsamen sechs Kilometer langen Waldwege in großen Sicherheitsabständen galoppierte die Patrouille an das Fort heran und stellte fest, daß es vom Feinde frei war. 9htn ritt die Patrouille weiter und erreichte um neun Uhr abends die Stadtgrenze Reims. Durch die mit Neugierigen gefüllten Straßen zog die Patrouille vor das Rathaus, gefolgt von einer großen Menschenmenge. Dort erklärte sie dem mit den Ratsherren heraustretenden Bürgermeister, daß hiermit Reims in deutschem Besitz sei und daß er selbst als Geisel für die Sicherheit der deutschen Truppen hafte. Leutnant Martini wurde mit der Meldung des Erreich­ten an die Division zurttckentsandt. Mannschaften und Pferde bezogen Quartier, Rittmeister v. Humbracht, Leutnant v. Waldow und Unteroffizier Arnhold ver­blieben die Nacht mit dem Bürgermeister im Sitzungs­saal des Rathauses und hielten neben ihm abwechselnd Wache. Am anderen Morgen 5 Uhr ritt die Patrouille zurück, zog aber nachmittags an der Spitze der Brigade v. Suckow, die mit klingendem Spiel in die alte Stadt einrückte, wieder mit ein. Reims selbst ist unzerstört, die Bevölkerung ruhig und entgegenkommend.

Ein Kaisersohn im Güterwagen. Das beste Zeug­nis für den kameradschaftlichen Geist, der im deutschen Heere Offiziere und Mannschaften verbindet, dürfte eine Tatsache sein, die bei einem Truppentransport beobachtet wurde. (Wo und wann dürfen wir aus militärischen Gründen nicht sagen, aber soweit von hier wars nicht und lange ist's auch noch nicht her.) Ein Sohn unseres Kaiserpaares, der wievielte darf nicht gesagt werden, fuhr bei diesem Transport nicht, wie der englische General French im Salonwagen, sondern im Güter­wagen mitten zwischen seinen Soldaten, mit denen er sich auf das beste unterhielt. Daß unsere braven Streiter sich über die Gesellschaft ihres KameradenKgl. Hoheit" königlich gefreut haben, versteht sich von selbst. Sie nutzten die Kameradschaft auch weidlich in harmloser Weise aus, denn soviel Ansichts- und Feldpostkarten dürfte der hohe Osfizier und Hohenzollernprinz lange nicht unterschrieben haben.

Er will das Eiserne Kreuz habe«. Eine ergreifende Episode aus den ersten Kampftagen im Oberelsaß wird derStratzburger Post" von einem höheren Sanitäts- osfizier erzählt. In den Gefechten um Sennheim war ein wackerer Musketier zuerst durch einen Gewehrschutz am Bein und dann, als er trotz der Verwundung weiterkämpfte, durch einen Granatsplitter in die Hüfte verwundet und kampfunfähig gemacht worden. In einem der Stratzburger Lazarette, wohin man den braven Soldaten gebracht hatte, wurde er sofort in ärztliche Behandlung genommen. Bei dem ersten Verband be­gann der Verwundete plötzlich zu weinen und zu schreien. Der Stabsarzt suchte ihn zu beruhigen und wendete sich schließlich, als freundlich zuredende Worte nichts halfen, an sein soldatisches Ehrgefühl: Er habe in den Kämpfen sich rechtschaffen geschlagen und werde doch jetzt, da man seine Wunden heilen wolle, nicht feig und schlapp werden. Der Kranke schaute den Arzt ver­wundert an und bekannte dann den Grund für seine Verzweiflung. Die beidendummen Wunden" seien es wahrlich nicht, die ihn so wild gemacht hätten. Seinem Vater, der Anno 1870 das Eiserne Kreuz für tapferes Verhalten vor dem Feinde bekommen habe, habe er beim Abschied in die Hand gelobt, auch er werde tapfer bleiben und, wenn irgend möglich, das Eiserne Kreuz mit heimbringen.Und nun haben", schloß der biedere Bursche,die Franzosen mich gleich zu Beginn des Krieges blessiert, und ich habe keine Hoffnung mehr, mein Wort einzulösen." Der junge Krieger brach von neuem in bitterliches Schluchzen aus, so datz der Arzt alle Mühe hatte, ihn mit dem Hinweis auf baldige Genesung zu beruhigen. Noch heute hat der kranke Soldat im Stratzburger Lazarett keinen dringenderen Wunsch, als bald wieder an den Feind zu kommen und im Kampf mit ihm das Ehrenzeichen zu erringen.

Wir haben uns »urchgeschlagen

Unsere Leser erinnern sich, datz eine unserer Ka vallerie-Divisionen in Ostpreußen einige Tage sozu­sagen verschollen war, bis sie mit, 500 russischen Gesun­genen zur allgemeinen Freude wieder auftauchte. Wie es auf dieser Streife zuging, schildert ein Regrerungs- arzt seinen Angehörigen wie folgt: .,, .

Hurra! Wir haben uns glücklich durchgeschlagen! Aber das waren Tage! Seit Sonntag (16. August) mittag bis Freitag (21. August) abend haben wir uns buchstäblich durchgebettelt. Sonntag (16. August) sollte Ruhetag sein. Als das Lroße Diner um /»7 Uhr kurz bevorstand:

Ruhetag sein. Als das große Diner um X-7 uyr rurz bevorstand:Alarm!" Wir ruckten sofort nach Norden gegen eine mordende und sengende Kavallerie-Division aus. Als wir Fühlung mit, ihr hatten, kE sie aus. Um 2 Uhr nachts zurück, erhöhte Alarmbereitschaft: an­gezogen, mit gesatteltem Pferde bereit. %4 Uhr morgens Abmarsch. Die feindliche Division ist verstärkt und nimmt unseren Angriff an. Da die doppelte Ueber- macht gegen uns war, mußten wir gegen 3 Uhr (17. August) das Gefecht nur Artilleriekampf und geringe Schützengefechte - abbrechen und nach Südwesten ab­rücken Ich blieb zurück, da ein Schrapnell einen Ein­jährigen schwer und zwei Ulanen leicht verletzt hatte. Kurz vor den Russen war ich fertig hatte meme Ver­wundeten auf einen Wagen verpackt, und im tollsten Galopp gtng's mit Sanitätsgefreiten und dem Bur chen hinter unserer Division her, die ich mit todmüdem Ganl auch erreichte Weiterer Stückmarsch bis in die tiefe Wt, Notquartier -Ulf Stroh; nach 2^ Stunden Schlaf: Alarm!" Es geht gegen eine andere russische Kavalle- ?^-Division die uns aber wieder auswich; einer vor­rückenden Infanterie-Division mußten wir wieder chdem wir sie lange über unsere Starke ge- > hingehalten hatten. Langer Marsch bis

weichen, nau,- .... , ± täuscht und hingehalten üatL rückwärts Gumbinnen (18. August). Relativ langer Schlaf bis 6 Uhr. Aufstellung in linker F ante unserer Infanterie-Division, Eingriff in die Schlacht. Plötz- Nch Abmarsch, in tollem Tempo geht es drei Stunden lang gegen Norden, wo ein Kavallerie-Korps ein Land- wehr-Regiment haA bedrängte In tiefer Nacht sind wir am Platze und schießen noch lange auf die Bande, 12 Uhr in Notquartier, Pferde gesattelt. 19. August morgens 3 Uhr Abmarsch. Das feindliche Kavallerie­korps ist vor uns ausgerissen! Wir können in die ab­rückenden Kolonnen nur noch einige wohlgezielte Schrapnells funken. Dann erreichen wir die Stellung unserer Landwehr. Ich hatte vier Stunden zu tun, bis ich den letzten besorgt und die Krankenwagen bestellt hatte. Das Finden meiner Division war recht schwierig, zumal ich nicht wußte, wo die Russen steckten. Gegen 12 Uhr (20. August.) sind unsere Regimenter wieder aus dem linken Flügel der Schlacht bei Stallupönen an­gelangt, wir funken mit Schrapnells, der Feind geht unter großen Verlusten zurück, und wir verfolgen ihn.

daß er Gewehr, Mäntel, Bagage, Feldküchen, kurz alles auf dem Wege läßt. Dann mußten wir noch südlich gegen einen anderen zurückgehenden Feind, der von unseren Regimentern attackiert wird; die Ulanen hatten dabei derbe Verluste, ich hatte wieder viel Arbeit. Als ich um 9 Uhr abends fertig bin, reite ich auf gut Glück nach Pillkallen und treffe auch richtig noch mein Regi­ment. Als wir gerade unsere Quartiere aufsuchen wollten, fliegen Schrapnells in das Städtchen. Eine rückgehende Infanterie-Division kam von Westen und trieb uns aus dem Städtchen.

Nun waren wir in Schwulibus! Im Osten Ruß­land, im Süden weichende russische Armeekorps, im Norden das Kavalleriekorps, im Westen rückgehende Infanteriedivisionen. Wir zogen im Zickzack gegen Osten und Norden und mußten auf der Chaussee über­nachten, d. h. die Pferde blieben oben stehen, wir legten uns in den Graben und versuchten zu schlafen.

Um ein Haar hätten sie uns im letzten Gefecht noch gehascht, zum Glück schoß die russische Artillerie schlecht, so daß wir das Gefecht fast ohne Verlust abbrechen konnten und glücklich nach Nordosten entkamen. Für unsere große Bagage und Sanitätsstaffel hatten wir keine Hoffnung. Nach langem Marsch und abermaligem Gefecht kamen wir gestern abend in eine verlassene För­sterei bereits gegen ^7 Uhr. Wir schlachteten für unsern Stab ein Schwein, gruben Kartoffeln aus, kurz, wir machten uns ein schlemmerhastes Abendbrot nach fünf» tägigem Hungern. _

Heute war ein ruhiger Tag, der erste seit acht Tagen. Wir kamen bereits um 8 Uhr ins Quartier, man konnte sich mal endlich ordentlich waschen, im Hotel essen, ein reines Hemd anziehen, kurz, man fühlte sich wieder wie ein Mensch. Unsere große Bagage hat sich wunderbarer- weise auch retten können, sie hat einen Gewaltmarsch von 80 Kilometer in einem Tag gemacht. Die Russen können nur in übergroßer Ueberzabl was leisten. Wenn sie geschlagen werden, ziehen sie sich fluchtartig zurück. Bei lins dagegen ist der Rückzug bet Erkennen des aus­sichtslosen Karnpfes bisher jedesmal glänzend durchge- führt. Und ob die Schrapnells noch so nahe platzen, ruhig im Trabe gehen die Regimenter wie auf dem Exer­zierplatz zurück, es ist eine ivahre Pracht."

Uniformierte Apachen.

Wie die Franzosen in der Reichsbanknebensteste in Saarburg hausten, schildert der amtliche Bericht, den der Direktor seiner Vorgesetzten Behörde eingereicht hat. Es heißt darin: , a

Beim Eintritt in die Bank bot sich uns ein wüstes Trümmerfeld. Die Tür zu den Bankräumen wurde er­brochen, die Scheiben des Kassenabschlirsses wurden ein­geschlagen, mit Beilhieben der im Sprechzimmer stehende Schreibtisch zertrümmert und nach Papieren durchsucht. Das im gleichen Raum härigende Kaiserbtld wurde ver­nichtet, der Telephonapparat nebst den elektrischen Be­leuchtungskörpern zerschlagen und ein gleiches Zer-- störungswerk im Geschäftszimmer fortgesetzt. Alle Pulte sind erbrochen, die Türen eingetreten, die Schubladen Herausgertssen und sämtliche Formulare oder Akten in wüstem Durcheinander auf den Bodeu verstreut. Große Mühe verwandten sie auf den Geldschrank, den sie erst mit einem mächtigen Stemmeisen von vorn aufzubrechen versuchten, und den sie darin, als dies mißlang, umleg­ten, um vom Boden aus Sprengversuche zu machen. Sie verließen die Bank mit dem Bemerken, daß sie gar nicht gehofft hätten, noch so viel vorzufinden. (Es war Sil­berzeug im Schränk.) _ ,

In kaum iviederzugebender Weise wütete in der Dlttlstwobllilng des Barlkvorstandes die französische Sol­dateska. die von Montag bis Donnerstag darin Quartier bezog. Nicht nur wurden auch hier Schreibtische, Truhen und Schränke jeder Art erbrochen, zertrümmert und ihres Inhaltes beraubt, Uhren, Nählnaschinen, Kaffee­maschinen zerschlagen, Teppiche mit Unrat besudelt und zerschnitten, sondern auch sonst die Wohnung in einen ganz unglaublichen Zustand versetzt. Nachdem sie die ganzen Kellervorräte ausgerälimt und sich an den vor­handenen eingemachten Früchten, Gemlisen, Gelees usw. gütlich getan hatten, schütteten sie alles, was sie nicht verzehren konnten, auf Sofas, Teppiche usw. Größere Meugen vorhatlüener Fruchtsäfte und Mehl wurden in den Zimmern ausgeschüttet, Marmelade mit den Glä­sern an die Wand geworfen, und im Keller entdeckte 500 eingelegte Eier als Wurfgeschosse gegen Wand und Bil­der der Wohnung benutzt.

In ähnlicher Weise hausten sie im Eßzimmer, das noch mit Scherben von zerbrochenem Geschirr und Glä­sern angefüllt ist. Die Leinenschränke einschließlich der Damenwäsche wurden völlig ausgeraubt und der ganze Leinenschatz des Bankvorstandes, soweit er nicht mitge­nommen wurde, in der unglaublichsten Weise zerfetzt und besudelt . Auch unter der vorhandeuen Garderobe räumten sie auf und ließen nur wenig zurück. Die ganze Wohnung bietet ein Bild unbeschreiblicher Verwüstung, das noch erhöht wird durch die von einer 15-Zentimeter- Haubitze im Fremden- und Kinderzimmer hervvrge- rufene Zerstörung. Mit gleichem Nalidalismus verfuh­ren sie in der Wohnung des Kassenöteners, wo sie die in der Eise zurückgelassenen Schmucksachen mit sich gehen hießen."__________________________________________

fiaiferroorte.

Wir lassen nicht nach und werden

Den Feinden ans Leder geh'n Stolz muß liber gallischer Erden Das deutsche Banner weh'n.

Wir wollen und müssen siegen

Im Osten und Norden und hier: Jetzt heißt es brechen und biegen, Und wer nicht zeroricht, das sind wir!

Und ob sie mit Siegesdepeschen Ihre Völker betört und verdummt Jetzt werden wir sie dreschen, Daß ihnen der Schädel brummt!

F. v. O. (Aus derJugend".)

~ neuestes vom tage.

Japanische Flieger über Tsiugtau.

WTB. Tokio, 9. September. Japanische Flieger haben Bomben auf Tsingtau herabgeworfen.

Frankreichs Generalissimus zunr Aentzersten entschlossen.

WTB. Paris 9. September. (Amtlich) Der fron- zösische Generalissimus hat folgenden Tagesbefehl er­lassen: Es ist jetzt nicht mehr der Augenblick, rückwärts zu schauen, wndern anzugreifen, den Feind zurückzu- drangen und das gewonnene Terrain, koste es was es wolle, zu behaupten.

Aranktireurkrieg in Frankreich.

. _ WTB. London, 9. September. Der Korrespondent desDaily Chronicle" in Bordeaux bestätigt, daß Frank­tireurs Angriffe unternommen habe«. Ein Flüchtling aus einem Ardennendorf habe ihm erzählt, daß jnnge Leute und Frauen bewaffnet worden seien, die eine Ulanenpatrouille aus dem Hinterhalt niederschosse«. Das Dorf wurde darauf zerstört.