Bei Paris tck eine Schlacht. 30 000 gefangene ßigländek in Manbenge.
Schlesische Landwehr gegen die Russen. Englands Furcht vor den deutschen Siegen. Ostende vor dem Bombardement. Die Kämpse in Polen.
In der Verfolgung ist, wie aus dein Großen Hauptquartier vor einigen Tagen gemeldet wurde, Sie deutsche Kavallerie bis in die Nähe von Paris gekommen und streifte vor den Toren der Stadt. Deutsche Flieger waren über Paris erschienen unS haben Bomben und Proklamationen abgeworfen. Alle diese Tatsachen mußten öen Parisern zeigen, daß die Deutschen mit ihren Heeren in der Nähe der Hauptstadt sind. Nun soll es
Paris zu einer heftigen Schlacht gekommen sein, worüber allerdings zunächst nur eine Mitteilung der französischen Regierung vorliegt:
Berlin, 9. September. (Privattelegramm.) Nach einer Rotter-amer Meldung -es „B. T." tobt gegen
wärtig bei Paris eine allgemeine Schlacht. Die Meldung besagt weiter, -atz -er französische linke Flügel mit dem ventschen rechten Flügel Fühlung nehme. Auch -ie englischen Truppen hätten sich an Sem Angriff anf -ie
-entsche Armee beteiligt. Nach -em „Messagero" tobt
-ie Schlacht, von -er -ie französische Regiernng Mitteilung macht, fü-östlich von Paris. Dort habe man
Geschtttzfener vernommen. Eine andere Meldung besagt, die Schlacht sei im Gange auf der Linie Antenil-» Meanx-Sezanne Bitry.
Gedrückte Stimmung der französischen Regierung.
Paris, 9. September. (Privattelegramm.) Im Ministerrat in Bordeaux berichtete Kriegsminister Millerand über die militärische Lage. Es wurde dabei besonders die Frage der Lebensmittelzufuhr besprochen. Die Session der Kammer ist geschlossen. Ministerpräsident Brviani weist in einem Bericht an den Kammerpräsidenten darauf hin, -atz zahlreiche Abgeordnete im fselbe stände», -atz -ie Not Frankreichs, -ie sich täglich äufe, -er Kammer -ie Möglichkeit -es Zusammenseins nehme. Höhere Gewalt nnd -ie Ereignisse hätten ferner zur Berlegung -er Regierung gezwungen, um den Wi-erstand -es Landes zu verstärken und anszndehuen.
Die Stimmung in Paris.
Ueber Rom erhält das „B. T." ein Stimmungsbild aus Paris, wonach das französische Heer durch Gewaltmärsche, die zur Vermeidung einer Umgehung erforderlich waren, vollständig erschöpft sei. Die an Märsche wenig gewohnten Soldaten seien seit Mittwoch von morgens 2 Uhr bis abends 9 Uhr auf den Beinen. In Paris selbst soll aber nach einer römischen Meldung wieder vergnügte Stimmung herrschen. Eine andere Meldung aus Paris malt die Lage dort in sehr düsteren Farben. Die Angst sei dort unbeschreiblich. Bis zum letzten Augenblick sei die Bevölkerung von dem Siege über Deutschland überzeugt gewesen, und habe geglaubt, daß General Joffre nur aus strategischen Gründen die Deutschen ins Land hereinlasse. Jetzt sei der stärkste Pessimismus eingetreten. Jedermann wolle jetzt fliehen. Hunderttausende drängten nach den Bahnhöfen und wollten abreisen, selbst ohne Mitnahme jeden Gepäcks, um sich vor den schrecklichen Ulanen zu retten. Von Verwundeten, die in Paris ankamen, erfuhr der Berichterstatter der italienischen Zeitung, -atz -ie Deutschen sich mit unerhörter Tapferkeit schlagen, stets vorgehen und niemals zurückweichen.
30 000 gefangene Engländer in Manbenge.
Berlin, 9. September. (Privattelegramm). Die Zahl -er gefangenen Englän-er in Manbenge schätzt -er militärische Berichterstatter -es „Berl. Lokalanz." anf etwa 80 000, -a -ie vorgesehene französische Besatzung -er Festung nur 1OOOO Mann betrug. Anch -as Munitionslager -er Englän-er ist uns mit Manbenge in -ie H8n-e gefallen. Die englische Armee hatte ihre Munition -ort- hin gebracht, -ie für -ie Artillerie nnd Infanterie an-ers ist als -ie französische.
Die Kämpfe in Russisch-Polen.
Wien, 9. September. (Privattelegramm). Polnische Blätter schil-ern -te autzeror-entlichen Schwierigkeiten -es Vormarsches -er österreichischen Trnppen in Russisch-Pole« infolge -er großen Gelänveschwierigkeite«. Jedes Geschütz mußte mit zehn Pfer-en bespannt und es mußten wegen des Morastes Bretter unter die Räder gelegt werden. — Die Stoffen haben längst vorbereitete Deckungen und weitere werden im Rücken der Linie von den Bauern gebaut. Die Russen ziehen sich aus einer
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Ein AUeisteriveirk.
Roman von Paul Beye.
(Nachdruck verboten.)
Frank war begreiflicherweise hoch erfreut über die Nachricht. Ein Teil seiner Aufgabe war gelöst, aber es galt noch verschiedene andere Punkte aufzuklären, die fast ebenso wichtig erschienen wie dieser. Warum hatte man das Relief aus der Kiste genommen, in die es Lupi verpackt hatte, und diese mit Kohlen und Werg gefüllt, während man das Kunstwerk selbst in dem Sofakasten verbarg? Und wer hatte es getan? War Pietro Tozzi wirklich der Täter? Der Detektiv hätte ja mit Hilfe der Polizei feinen Schlupfwinkel aufspüren können, um ihn dann verhaften zu lassen, aber wäre er dadurch wirklich zu seinem Ziel gelangt? Je mehr er sich die Sache überlegte, desto unzweckmäßiger erschien ihm em solches Verfahren. Wenn bei dem Verhör des
Burschen nun nichts herauskam, so würden durch das Bekanntwerden seiner Verhaftung «r^A^A^^U^^ über die geheimnisvolle d u^/rgenheit Auskunft erteilen könnten, zur Vorsicht A Maßregeln gedrängt werden, die dem W man mTf^ VerhHun^ Dümmste, Hand hatte und ein aanzes H-ei MN Beamtm sich aus dem Verbrecher befindet, aber nimmermehr in Fallen, in denen es einem Detektiv allein überlassen war, seine Ermittelungen anzustellen Die Erfolge der Detektive beruhen ja vielleicht gerade auf dem Umstand, daß niemand etwas von ihrer Minierarbe weiß und sie, ungestört durch das Mißtrauen der Bevölkerung forschen können. Dieses Vorteils wollte er W um keinen Preis berauben. Er fühlte sich sicher,
Linke in die andere zurück. Beim Sturmangriff werfen die Russen die Gewehre weg und erflehen Pardon, sobald ihre Munition völlig verschossen ist.
Lokeren besetzt.
Aus Koewacht an der holländisch-belgischen Grenze wird gemeldet, daß die Stadt Lokeren, die vier Stunden von dort entfernt liegt, von den Deutschen besetzt wurde. Die Bewohner fliehen kopflos über die holländische Grenze. Koewacht ist von Flüchtlingen überfüllt. Die Eisenbahnverbindung zwischen Gent und Lokeren ist gestört.
Lokeren liegt nordwestlich von Termonde und ist Kreuzungspunkt der Bahnlinien Gent—Antwerpen und Termonde—Moerbeke.
Ostende vor dem Bombardement.
Berlin, 9. September. (Privattelegramm.) Aus Vlissingen wird gemeldet, -aß -as Bombardement von Ostende bevorstehe. Dreißig Züge von Flüchtlingen hätten die Stadt verlassen. Am 7. September wären in Ostende englische Trnppen gelandet.
Tausend Russen -nrch schlesische Landwehr gefangen.
Breslan, 9. September. (Privattelegramm.) Wie -er „Schlef. Ztg." vom hiesigen stellvertretenden Generalkommando mitgeteilt wird, hat schlesische Landwehr gestern nach blutigem Gefecht 17 Offiziere und 1000 Mann von russischen Gardregimentern nnd drei kaukasischen Regimentern zu Gefangenen gemacht.
Russische Truppentransporte nach dem Westen.
Berlin, 9. September. (Privattelegramm). Der Kapitän -es Kohlen-ampfers „Mary", von England nach Aarhns unterwegs, meldet laut „Boss. Ztg.", vor Leeds eine Reihe von Eisenbahnwagen (etwa vierzig) mit russischen Soldaten gesehen zn haben, mit etwa tausend Mann in jedem Zuge. Diese seien von Archangelsk überführt.
Englands Furcht vor den deutschen Siegen.
Frankfurt a. M., 9. September. (Privattelegramm.) Die „Franks. Ztg." meldet aus Stockholm: Mehrere Deutsche in Aegypten, die bisher anf freiem Fntz gelassen waren, wurden von den englischen Behörden verhaftet aus Besorgnis, die Eingeborenen könnten durch sie Kenntnis von den deutschen Siegen erlangen.
Eine „edle" Nation.
Der „B. Lok.-Anz." veröffentlicht aus einem ihm vorliegenden Briefe folgende Stelle: „Man sollte es nicht für möglich halten, daß eine zivilisierte Nation in derart schmachvoller Weise Krieg führt wie gerade die Engländer. Jeder englische Soldat hat zur Ausrüstung eine Art Schiffermesser, wo an der einen Seite ein gebogener, über einen Finger langer Dorn angebracht ist. Mit diesem Dorn zerfleischt die Gesellschaft die Berwnndete». In der Schlacht verschanzen sie sich zu mehreren Reihen hintereinander. Wenn unsere Truppen stürmen, hält die erste Reihe weiße Fahnen heraus und hebt die Arme hoch zum Zeichen, daß sie sich ergeben wollen, und wenn die Unseren näher kommen, werden sie von der zweiten Reihe mit Schnellfeuer und Maschinengewehren empfangen. Es ist eine edle Nation."
Englische Willkür.
WTB. Rotterdam, 9. September. Der durch einen französischen Kreuzer aufgebrachte holländische Dampfer „Nieuw Amsterdam" ist heute früh hier eingetroffen. Ein Teil seiner Ladung wurde im Hafen von Brest als Kontrebande beschlagnahmt. Der Kapitän des Dampfers protestierte dagegen, als eine Verletzung der Londoner Deklaration.
Neue Flottenverstärkung in England.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Der englische Gesandte in Kopenhagen veröffentlicht ein Telegramm des englischen Ministers Grey, worin es heißt, die englische Flotte werde in den nächste« 12 Monaten -nrch 2 große Schlachtschiffe 1. Klasse, 15 Kreuzer und 20 Torpedobootsjäger verstärkt werden.
Die „überlegene" Taktik der Feinde.
Die fortgesetzten Mißerfolge der verbündeten englisch-französischen Heere finden jetzt eine Erklärung, die auf eine tiefgründige Weisheit der vereinigten Heeresleitung schließen läßt. Bisher ist natürlich über verborgene deutsche Pläne nichts an die Oeffentlichkeit gedrungen. Jetzt, nachdem der Plan vollständig geglückt zu sein scheint, sieht die staunende Mitwelt, daß das Geheimnis dieser überlegenen Taktik darin besteht, durch
daß er allein und ohne fremde Beihilfe erfahren würde, welche Rolle Tozzi in der Reliefangelegenheit gespielt hatte.
Um zu wissen, ob der letztere das Relief bei Seite geschafft hatte, mußte er vor allen Dingen sicher sein, daß der Bursche wirklich die Amerikafahrt auf der Clena mitgemacht. Wenn er sich vergegenwärtigte, was er am gestrigen Abend zu seinem flatterhaften Liebchen gesprochen, so schien ihm dies höchst zweifelhaft. „Wenn ich das Geld zur Ueberfahrt beisammen habe, reist Du mit mir nach Amerika," hatte er gesagt. Das ließ doch, streng genommen, den Schluß zu, daß er noch nicht dort gewesen war.
Wer war aber der Mensch, der unter seinem Namen auf der Clena gefahren war und der Mr. Browning Dienste geleistet hatte?
Frank Robinson glaubte es zu wissen, aber absolut sicher konnte er seiner Sache natürlich noch nicht sein, ehe er die untrüglichen Beweise in Händen hatte.
Das erste, was er am folgenden Morgen tat, war, daß er sich auf das Schiff Segab. Der Kapitän führte ihn zu dem Relief, das selbstverständlich das gesuchte war. Dann ließ er sich noch einmal den Platz zeigen, auf dem es gefunden worden, wobei er nicht unterlassen konnte, sich selbst im stillen Beifall zu spenden, weil er gleich nach der Besichtigung der betreffenden Räumlichkeiten gefolgert hatte, daß das Kunstwerk sich noch an Bord und zwar in allernächster Nähe der Brow- ningschen Kabine befinden müsse. Vielleicht hatte der Pseudo-Tozzi es ins Meer versenken wollen und es nur in den Sofakasten gesteckt, weil er fürchtete, daß jemand, dessen Schritte er hörte, dazu kommen möchte. Der Sofakasten war lediglich von ihm benutzt worden, weil er das nächste Versteck bot.
„Haben Sie gar nichts Verdächtiges an dem Pietro Tozzi bemerkt?" fragte Frank den Kapitän.
ständigen Rückzug ins Innere Frankreichs Deutschland von seinen besten Truppen zu entblößen, um den Russen, wie es die Niederlage bet Ortelsburg bewiesen hat, den Vormarsch nach Berlin zu erleichtern. Der militärische Mitarbeiter der Times schreibt über diese fabelhafte Strategie:
Es darf nicht vergessen werden, daß die Absicht der englisch-französischen Operationen darin besteht, die besten Truppen Deutschlands nach Frankreich hineinzu- locken, um den Einmarsch der Russen in Preußen und ihr Vordringen nach Berlin zu erleichtern. Diese Maßnahmen wurden den Verbündeten in dem Augenblick aufgezwungen, als der Heeresleitung klar gemacht wurde, der Plan des deutschen Generalstabes gehe darauf hinaus, den Franzosen zuerst den Todesstoß zn versetzen, und als es ihr weiter einzuleuchten begann, daß Frankreich wegen der zahlenmäßigen Ueberlegenheit der deutschen Truppen im Anfang keine Gelegenheit erhalten konnte, den: Feinde einen vernichtenden Stoß zuznfügen. Die Verbündeten sind gezwungen, diesen Plan bis zum Aeutzersten durchzuführen, da sie sich dessen sicher sind, daß jeder Schritt, der die Deutschen weiter von ihrer Heimat fortlockt, die Schwierigkeiten für die deutsche Heeresleitung immer mehr erhöhen wird. Es besteht guter Grund dazu, zu glauben, daß diese Taktik dem längeren Verlauf, den der Krieg wahrscheinlich haben wird, zu einem guten Erfolge für die verbündete Heeresleitung führen wird. Der ganze Verlauf des Krieges spricht durchaus für die konsequente Durchführung des genialen Planes der deutschen Heeresleitung, und unser Heer wird schon das Nötige tun, die bedeutsame militärische Leistung unserer Gegner in ihrer Weise zu fördern. — Nun wissen wir, warum die Franzosen und die Engländer immer nach rückwärts reterieren.
Kaiserliche Ehrung -es Generalobersten von Hausen.
WTB. Dresden, 9. September. Die „Sächsische Landeszeitung" meldet: Se. Maj. der Kaiser hat an Se. Maj. den König unterm 7. September folgendes Telegramm gerichtet: Ich habe hente dem Generalobersten von Hansen folgendes telegraphiert: „Seit Beginn des Krieges hat die -ritte Armee durch anstrengende Märsche und verlustreiche, noch heute andauernde Kämpfe mit feindlichen Truppen und verräterischen Landesbewoh- «ern große Erfolge errungen und es allen anderen Armeen an Ausdauer und Tapferkeit gleichgetan. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen und Ihren tapferen Truppen meine höchste Anerkennung nnd meinen Kaiserlichen Dank auszusprechen. Ich ersuche Sie, dies Ihrer Armee bekannt zu geben." Es gereicht mir zur besonderen Freude, Dir dies mitznteilen. gez. Wilhelm.
Vorzügliche Marschleistnnge« unserer Soldaten.
Der Kriegsberichterstatter der „Voss. Ztg.", der die Schlachtfelder um Verdun beschreibt, rühmt die Marschleistungen bei unseren Armeen. Er sagt: Immer weiter geht es vorwärts an den Feind. Das ist der eine Gedanke, der alle beseelt, die Aktiven, die Reservisten, Landwehr- und Lündsturmmänner. Dies Verlangen ist es auch, was uns die Möglichkeit gibt, dem Fernde ewig anf den Fersen zu bleiben. Nur aus diesem Mist Heraus, der den Körper völlig beherrscht, sinb-MarschkA- stungeu von 59 bis 60 Kilometer zu erklären, die wir häufig zu verzeichnen haben.
Flucht der Türken aus Rußland.
Aus allen am Schwarzen Meer gelegenen Städten, besonders aus Odessa, fliehen den russischen Blättern zufolge die Türken nach Konstantinopel. Zuerst reisten die in der Türkei Wehrpflichtigen, jetzt folgen in Massen selbst Greise und Greisinnen. Viele dieser Leute, die seit Jahrzehnten in Rußland lebten, verkaufen ihre Habe für einen Spottpreis. Die russischen Blätter erklären: „Ubeer die Gründe der Abreise besragt, geben die Türken ausweichende Antworten."
Russisch-englische Kritik.
Nach Londoner Meldungen bezeichnen russische Berichte aus verschiedenen Gegenden den Kampfwert des einzelnen deutschen Soldaten als gering, die Artillerie dagegen könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Aeroplane hätten einen bedeutenden Kampfwert. Die Zeppelinluftschiffe seien vollständig wertlos. Vor dem Bajonett zeige der deutsche Soldat eine Abneigung. Eine einzelne russische Kompagnie habe ein ganzes deutsches Regiment in die Flucht getrieben, als sie zum Bajonettangriff übergegangen sei. — In einem mehrspaltigen Artikel will die Times darlegen, wie die deutsche Regierung die Stimmung der neutralen Staaten beeinflusse, indem sie' einen Ueberflutz von Nachrichten der
Dieser verneinte. „Sehen Sie, Signor," meinte er, „unter den Deckfahrgästen, die mit uns nach Amerika reisen, gibt es viel Gesinde! der bösesten Art, da ist man an wüst ausschauende Persönlichkeiten gewöhnt. Der Tozzi schaute aber gar nicht einmal wüst aus, im Gegenteil, er ging stets mit peinlicher Sauberkeit gekleidet, benahm sich bescheiden und anständig und machte überhaupt weit mehr den Eindruck eines verkleideten Kavaliers, als den eines verkommenen Bösewichts, der er doch allem zufolge gewesen sein mntz."
Frank stieß einen leisen Pfiff aus. Das, was der Kapitän da eben gesagt, war genau das, was er zu hören erwartet, als er seine Frage getan.
Höflich bedankte er sich bei dem Beherrscher der Elena für dessen Bemühungen, worauf er eigenhändig das Relief in eine Kiste packte und anordnete, daß man es in sein Hotel schaffen sollte. Dann verabschiedete er sich von dem Kapitän und verließ das Schiff.
Am Abend besuchte er wieder das Albergo del Plebiscits. Diesmal widmete er sich aber wenig^ seiner kleinen Freundin als sonst. Vielmehr trat er m den Pausen zur Filomena Circenzi heran und drim« ihr seine Bewunderung ihrer Kunst aus. Da sie weder spröde noch unempfindlich für Anerkennung war, ° zeigte sie sich sehr liebenswürdig und entgegenkommend gegen Frank, zum großen Verdruß ihres Engländers, der wütende Blicke auf seine Angebetete und deren neuen Verehrer warf. Der Star der Caffarellisann Truppe ließ sich aber das nicht ansechten, sie nickte dem Engländer zärtlich zu und fofet-ierte flott weiter n» dem Amerikaner. Das schöne Mädchen verstand offenbar ausgezeichnet auf die Behandlung der Männer, denn tatsächlich gelang es ihr bald, die Eifersucht ihre- alten Verehrers zu beschwichtigen, so daß dieser Ende dasatz und in voller Gemütsruhe zusah, wie sie 01 Sonne ihrer Gnade über Frank leuchten ließ. (5-14