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Angriff aus Röntg.

Ein Meisterstück unserer Kavallerie.

Der Kaiser weilt im Felde und hat den Angriffen auf Nancy beigewohnt. Das meldete am Sonntag abend Generalquartiermeister von Stein. Es wurde hin- sugefügt, daß von Maubeuge zwei Forts gefallen seien. Nancy (im rechten Winkel Metz-Straßburg) und Mau­beuge (an der französisch-belgischen Grenze) gehören zu dem äußersten französischen Festungsgürtel. Ihr Wider­stand durfte bald gebrochen sein. Die amtliche Meldung ^'^ WTB. Großes Hauptquartier, 6. September. Seine Majestät der Kaiser wohnte gestern den Angriffskämpfen um die Befestigungen von Nancy bei. Bon Maubeuge sind zwei Forts und deren Zwischenstellung gefallen. Das Artilleriefeuer konnte gegen die Stadt gerichtet wer­den. Sie brennt an verschiedenen Stellen.

Aus Papieren, die in unsere Hände gefallen sind, geht hervor, daß der Feind durch das Vorgehen der Armeen der Generalobersten von Kluck nnd von Bülow

nördlich der belgischen Maas vollständig überrascht wurde. Noch am 17. August nahm er dort nur deutsche Kavallerie an. Die Kavallerie des Flügels unter Füh­rung des Generals von der Marwitz hat also die Armee- bewegungen vorzüglich verschleiert.

Trotzdem würden diese Bewegungen dem Feinde nicht unbekannt geblieben sein, wenn nicht zu Beginn des Aufmarsches und Vormarsches die ' gen zurückgehalten wären. Von Heeresangehörigen und deren Familien ist dies als eine schwere Last empfunden worden und die Schuld der Feldpost beigemessen.

Im Interesse der arbeitsfrendigen und pflichttreuen Beamten habe ich mich sür verpflichtet gehalten, hierüber eine Aufklärung zu geben.

Generalqnartiermeister von Stein.

bewegungen »or.

Trotzdem w t unbekannt

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Die Bedeutung Nancys.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm.) Im Berl. Lok.-Anz." heißt es über die neuen Meldungen vom westlichen Kriegsschauplatze: Der Angriff der Deutschen auf Nancy ist die beste Antwort auf die Prahlereien Clemenceaus, daß es dem General Joffre gelungen sei, die deutschen Armeen zwischen Paris und Nancy einzuklemmen. DieKreuzzeitung" hält den Fall Nancys für wichtiger, als den von Maubeuge. Nancy habe großen Wert durch seine bevorzugte Lage an der Meurthe und am Rhein-Marne-Kanal. Die Anwesen­heit des Allerhöchsten Kriegsherrn bei den Angriffen auf Nancy lasse darauf schließen, daß man auf die Ein­nahme der Festung großen Wert legt.

Die Deutschen beschießen Termonde.

WTB. London, 6. September. Aus Ostende lutrb gemeldet, daß die Deutschen Termonde beschießen.

Termonde in Belgien, Stadt mit 9868 Einwoh­nern, an der Bahnlinie nach Brüssel, mit Hafen an der Scheide.

Kavalleriescharmützel bei Paris.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm). Wie dasB. T." über Genf erfährt, sollen im Norden von

Paris kleine Kavalleriescharmützel stattgefunden haben.

Der Auszug der Pariser dauert an. Die Stadt setzt die

Vorbereitungen zur Verteidigung fort. Das Boulogner

Gehölz ist teilweise wie wegrastert. Die Wege nach

Paris sind verbarrikadiert.

Rouen von den Franzosen geräumt.

Nach einer Meldung aus Kopenhagen haben die Franzosen Rouen geräumt.

Rouen ist die Hauptstadt des gleichnamigen Arron- dissements, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und hat etwa 120 000 Einwohner. Es ist eine der reichsten und in­dustriellsten Städte und Mittelpunkt der Baumwoll­industrie Frankreichs.

Die Vernichtung der Narew-Armee.

Das Gouvernement von Thorn teilt zu den bis­herigen offiziellen Berichten noch folgendes mit:

Die russische zweite Armee (Narew-Armee) hat auf- gehört zn bestehen. Es sind mehr als 60 000 Gefangene gemacht. Vernichtet sind das 8., 15., 23. und die Hälfte des 6. russischen Armeekorps. Von diesen Korps sind sämtliche Geschütze und Fahrzeuge in unsere Hände ge­fallen. Durch die Flucht konnten sich unter schweren Verlusten das 1. und die Hälfte des 6. russischen Armee­korps über die Grenze retten.

Unterzeichnet: Armee-Oberkommando.

Der Reichstag und die Seewehr.

WTB. Berlin, 6. September. Im Anschluß an frühere ähnliche Besprechungen fanden gestern im Reichstagsgebäude unter Vorsitz des ersten Vizepräsiden­ten Dr. Paasche eine Besprechung führender Mitglieder

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Ein Meisterwerk.

Roman von Paul Beye.

(Nachdruck verboten.)

Bei seinen Erkundigungen hatte er gehört, daß Bondi seit dem Rückgang seiner Verhältnisse nicht mehr so wählerisch wie früher war betreffs der Prozesse, die er stihrte, und daß er sogar in dem Ruf stände, bisweilen Geschäftsleuten von zweifelhafter Redlichkeit Rat zu er­teilen, wie jene es anzufangen hätten, um bei ihren un­sauberen Unternehmungen nicht in unangenehme Be­rührung mit dem Gericht zu gelangen. Vielleicht hatte er auch Lupi in solchen Dingen seine Hilfe geliehen und dieser ihm, teils als Bezahlung, teis aber auch, um sein Schweigen zu erkausen, Wertgegenstände gegeben.

Fast eine Woche, nachdem Frank mit Nina am Sebeto gewesen, begaben die beiden sich abermals dorthin. Diesmal war es etwas später am Abend als das vorige- "^r der Mond, dessen schmale Sichel am Himmel Gegend einigermaßen. Wieder standen 7*ttta Sinter den beiden Akazien verborgen, die ihnen bereits einmal ein Versteck gewährt, und ^ben Stunde etwa vernahmen Üc ^cm geraden Weg von der Stadt her leichte schritte, und gleich daraus trat eine weibliche Gestalt aus dem Schatten der Pinien hervor, die den Fußweg begrenzten. u p u

Nina machte eine hastige Bewegung, welche ihr die

"Das ist ja die Filomena!"

»Still doch, still!" mahnte dieser, dem Mädchen die Hand auf den Mund legend. ^caocyen

Ja, es war die Filomena, darüber konnte kein Zweifel bestehen. Beim Schein des Mondes konnte man c milich ihre Züge erkennen. Rasch daherkommend, blickte u fi suchend um, dann tat sie einen Schritt vorwärts

Zwei Joris von Maubeuge gefallen.

Der Reichstag und die Seewehr. Lemberg von Oesterreichern freiwillig verlassen.

der bürgerlichen Parteien des Reichstages mit der Ab­sicht statt, den festen Willen der Slbgeordneten und des deutschen Volkes, das sie hinter sich haben, zu bekunden, anch im Kampfe znr See alle Kräfte der Nation bis zum Aeubersten einzusetzen. Der hohen politischen Bedeu­tung des gefaßten Beschlusses entsprechend, wurde so­gleich nach Abschluß der Beratung nachfolgende Mittei­lung dem Staatssekretär des Reichsmarineamts von Tirpitz zur Kenntnis gebracht:

Die unterzeichneten Mitglieder des Reichstags er­klären sich bereit, in ihren Fraktionen im Reichstage da­für einzutreten. daß alle Maßregeln des Reichsmarine- amts, welche die Kriegsnot erheischt, in etatsrechtlicher Hinsicht und bezüglich der Rechnungslegung bewilligt werden. Insbesondere sind sie bereit, einzutreten:

1. für sofortigen Ersatz verlorener Schiffe,

2. für sofortige Durchführung aller 1912 beschlossenen Maßnahmen,

3. für sofortige Bewilligung des 1913 fälligen Schiff­ersatzes,

4. für Herabsetzung der Lebensdaner der Schiffe von 20 anf 15 Jahre.

Unterschrieben: Dr. Paasche, Freiherr von Gamp, Erzberger, Gröber, Dr. Wiemer, Graf Westarp, Schultz-Bromberg.

Regierung und Reichstag.

WTB. Berlin, 7. September. Amtlich wird zu diesen Besprechungen gesagt: Die über diese Besprechungen ge­machten Mitteilungen lassen erfreulicherweise deutlich den festen Willen erkennen, mit der deutschen Regierung in diesem Kriege auszuhalten bis zum Letzten und ihr alle zu einer erfolgreichen Beendigung des Kampfes er­forderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Ange­sichts der erhebenden Einmütigkeit, mit der der Reichs­tag am 4. August alle seine Beschlüsse gefaßt hat, muß angenommen werden, daß es sich hier nur um eine Be­sprechung handelte, welche die gemeinsame Aktion aller Parteien vorbereiten sollte. Selbstverständlich werden die verbündeten Regierungen, soweit sie zur Fortführung des Krieges etwa noch weiterer gesetzlicher Vollmachten bedürfen sollten, was sich heute noch nicht übersetzen läßt, nicht unterlassen, dem Reichstage die erforderlichen Unterlagen zu machen.

Wie der Dreiverband den Frieden diktieren will.

WTB. London, 7. September. Der Minister des

Aenßeren und der französische und russische Botschaf­ter unterzeichneten gestern vormittag im Foreigen

Office eine Erklärung, die besagt, die bezeichneten, regel­recht autorisiert vou ihren Regierungen, geben folgende Erklärnng ab: Die Regierungen Großbritanniens

Frankreichs nnd Rußlands verpflichten sich, wechselseitig, keinen Einzelfrieden im Laufe dieses Krieges zu schließen. Die drei Regierungen kommen überein, daß, falls es angebracht sein sollte, den Friedenswortlant zu diktieren, keine der verbündeten Mächte Friedens- bedingungeu festsetzen kann, ohne vorheriges Ueberein- kommen mit jedem der beiden anderen Verbündeten.

DieVoss. Ztg." bemerkt zu dieser Meldung: Sie lasse erkennen, welch tiefen Eindruck die bisherigen Er­eignisse auf alle drei Verbündeten ausgeübt habe. Ins­besondere natürlich auf Frankreich, von dem zweifellos die Anregung zu der Erörterung der Friedensfrage aus­gegangen ist.

Die Kämpfe der Oesterreicher erfolgreich.

Frankfurt a. M., 6. September. Aus dem österreichi­schen Kriegspressequartier meldet der Berichterstatter der Franks. Ztg." unterm 4. September:

Die ungeheure Bedeutung der gesamten Ereignisse, die sür den Verlauf des ganzen Feldzuges entscheidend sein dürften, liegt darin, daß die drohende nördliche Um- safsung des österreichisch-ungarischen Zentrums endgül­tig verhindert ist. Damit ist auch die einheitliche Durch- führung eines Kriegsplanes der Russen gegen Oester- rerch-Ungarn durch ihre drei Armeen vereitelt, weil nun­mehr die Bugarmee weder der westlichen Weichselarmee noch den in Galizien operierenden östlichen Armeeteilen für die nächste Zeit Unterstützung bringen kann.

Die österreichisch-ungarische Armeeleitung kann außerdem einen Teil der an den bisherigen, Haupt­kämpfen beteiligten Truppen, die durch den Steg frei­geworden sind, an anderer Stelle einsetzen. Die Be­deutung dieses Umstandes wird sich schon in den nächsten Tagen erkennen lassen. _ , .

Lemberg wurde gestern von unseren Truppen frei­willig geräumt. Die Russen beschossen noch heute mor­gen längere Zeit unsere verlassenen Stellungen.

und im nächsten Augenblick warf sie sich an die Brust eines Mannes, der aus dem Dickicht der immergrünen Eichen herausgetreten war.

Das ist er doch der Pietro?" fragte Frank leise seine Begleiterin, die ebenso leise bejahte.

Der Pietro schien die stürmische Begrüßung seiner Geliebten aber keineswegs freundlich aufzunehmen. Un­sanft fchob er sie zurück und betrachtete sie mit finsteren Blicken.Bist Du also wirklich heute gekommen?" fuhr er sie höhnisch an.Ich glaubte schon, daß ich wieder vergeblich auf Dich warten würde, wie neulich," setzte er grimmig hinzu.

Aber ich konnte doch nicht kommen," verteidigte sie sich.Ich habe es Dir ja geschrieben, daß der Maestro den Abend, an dem wir nicht tanzten, benutzte, um mit uns zu üben."

Lüge nicht," knirschte er.Ich weiß es besser. Ihr habt nicht geübt, sondern Du hast Dir mit Deinem neuen Freund ein Stelldichein gegeben. Schweig'" herrschte er sie an, da sie reden wollteich weiß, daß Du lügst. Ich habe Dich beobachtet und kenne Deine Schliche. Aber nimm Dich in Acht, noch einmal lass' ich mich nicht von Dir zum Besten halten. Kennst Du dies hier" er riß sein Hemd auf und schlug mit der ge­ballten Faust auf feine bloße Brustdies Andenken an Deinen Verrat? Der Toni Fiorello, von dem Du Dir die goldene Kette schenken ließest, liegt noch heute an dem Messerstich darnieder, den ich ihm gab, und er wird siech sein für sein ganzes Leben und ich ich muß mich verbergen wie ein gehetztes Tier, damit man mich nicht fängt und mir den Prozeß macht. Das alles ist Deine Schuld, Du ruchloses, leichtfertiges Geschöpf beide hast Du uns auf dem Gewissen, den Tonio und mich. O Schmach über Dich Schmach!"

Filomena hatte die leidenschaftlichen Vorwürfe des Burschen stillschweigend angehört, ein paarmal versuchte sie, sich ihm schmeichelnd und liebkosend zu nähern, aber

Lemberg von den Oesterreichern freiwillig verlassen.

WTB. Berlin, 6. September. (Nichtamtlich). Die österreichisch-ungarische Botschaft veröffentlicht eine von Ministertnm des Aentzere« eingegangene Depesche: Du russische Meldung über die Schlacht bei Lemberg nnd di< siegreiche Einnahme dieser Stadt ist erlogen. Die offen, Stadt Lemberg wurde aus strategischen nnd humanitärer Rücksichten ohne Kampf freiwillig verlassen.

Wie die siegreiche Armee Anffenbergs kämpfen mußte.

Verwundete aus der siegreichen Armee Anffenbergs erzählen, wie schwer in dem tiefen Sande das Vorrückev der Truppen war. Die Infanterie konnte nicht mehr als 20 Kilometer täglich bewältigen. Der Train vermochte sich nur mit doppeltem Gespann vorwärts zu bringen. Dennoch war die Verpflegung der Truppen ausgezeich­net. Der Arfklärungsdienst der Russen ist mangelhaft. Bloß ihre Spionage erweist sich als vorzüglich. Anderer­seits fliegen ihre Flugzeuge fo tief, daß man sie in vielen Fällen herunterholen konnte. Aus ihren im vorhinein hergerichteten Stellungen konnte die russische Infanterie durch Feuerwirkung nur schwer herausgedrängt werden. Es kam in den meisten Fällen zum Bajonettangriff, vor dem die Russen aber fast immer die Flucht ergriffen. Auch in diesen Kämpfen war es eine häufige Erschei­nung, daß die polnischen Soldaten im russischen Heere einfach ihre Gewehre von sich warfen und sich ergaben. Unsere galizisch-russischen Grenzstädte strotzen von rus­sischen Kriegsgefangenen.

Die Verschanzungen der russischen Infanterie waren nicht provisorisch errichtet. Es sind vortreffliche, bis an den Hals reichende Grüben, deren vordere mit einem Schutzwall aus mehreren Schichten Stroh, Heu oder Sand versehen sind. Der Wall ist so hart und spröde, daß ihn eine Gewehrkugel nicht zu durchbrechen vermag. Charakteristisch ist, daß, während die russischen Soldaten im Kampfe stehen, in ihrem Rücken, etwa 10 Kilometer entfernt, die russischen Bauern, die zum Landsturm ein­berufen sind, Deckungen bauen.

Die Kaiserin in Danzig.

WTB. Danzig, 7. September. Die Kaiserin ist gestern nachmittag mit der Prinzessin August Wilhelm hier eingetroffen und hat im Overpräsidium Wohnung genommen.

Japan will keine Truppen nach Europa senden.

WTB. Berlin, 7. September. Der Lokalanzeiger veröffentlicht eine Erklärung des japanischen Gesandten in Stockholm: Die Meldung, daß Japan Truppen nach Europa senden wolle, sei durchaus falsch. Japan habe nicht die Absicht, sein Heer einer anderen Regierung znr Verfügung zn stellen, weder in Europa noch anderswo.

Keine dentschen Mannschaften als Bediennug gefangener Offiziere.

WTB. Berlin, 7. September. Zur Bedienung der kriegsgefangenen Offiziere werden keine Mann­schaften des deutschen Heeres kommandiert. Sofern diese Offiziere keine Burschen oder Diener mitgebracht haben, werden Leute ihrer Nationalitäten in der-un­bedingt notwendigsten Zahl aus den Mannschafts­gefangenen des Lagers herangezogen werden.

Flüchtlinge aus Antwerpen.

Berlin, 7. September. (Privattelegramm). Aus Rom wird demB. T." gemeldet, daß an den letzten Tagen Schiffe mit Flüchtlingen aus Antwerpen die Wester-Schelde passierten.

Beschädigte englische Kreuzer.

WTB. Wien, 7. September. Die Südslavische Korre­spondenz meldet ans Konstantinopel: Wie an unter­richteter Stelle verlautet, liegt im Hafen von Alexan- drien ein schwer beschädigter englischer Kreuzer, der deut­liche Spuren der Beschießung aufweist. Außerdem liegen dort ein zweiter englischer Kreuzer, ein Torpedojäger und zwei Torpedoboote, die sich nach Port Said geflüch­tet hatten, im Dock in Reparatur.

WTB. London, 7. September. Das Pressebureau der Admiralität meldet: Ein deutsches Geschwader, be­stehend aus zwei Kreuzern nnd vier Torpedobooten, hat fünfzehn englische Fischerboote mit einer Ladung von Fischen in der Nordsee weggenommen und die Mann­schaft sowie die Fischer gefangen nach Wilhelmshaven gebracht.

Der Kampf um Kiautschou.

Der PariserTemps" meldet über Neuyork aus Peking, die Japaner hätten die kleine Insel Tashien außerhalb der Bucht Kiautschou genommen.

angesichts seiner drohendeil Miene wich sie doch immer wieder zurück.

Und nun" fuhr er fort,statt Deinen Leichtsinn zu bereuen, hast Du Dich schon wieder an einen andern gehängt. Ein reicher, vornehmer Herr solls ja diesmal sein, der Dir wahrscheinlich nicht bloß eine goldene Kette schenkt, sondern Dich ganz in Gold faßt. Natürlich, wie kann gegen so einen der arme Pietro Tozzi aufkommen, der nichts besitzt als ein Herz voll Liebe für Dich- Schämst Du Dich nicht, mich so zu betrügen?"

Wie Du nur so böse sein kannst," schmollte das Mädchen.Ist das der Dank dafür, daß ich zu dieser späten Stunde mutterseelenallein an diesen verrufenen Ort gekommen bin, um Dich zu sehen? Wenn Du daraus nicht meine Liebe erkennst, dann"

Deine Liebe!" unterbrach er sie mit grellem Auf­lachen.Bilde Dir doch nicht ein, daß ich das glaube. Du bist gekommen, weil Du Dich vor mir fürchtest, ttttt mich zu beschwichtigen, aber nicht aus Liebe. Kannst D« denn überhaupt lieben, herzloses Geschöpf? O, ich Narr, brach es stöhnend aus seiner Brust,daß ich mich von Dir betören lassen mußte! Als ob es nicht andere Mädchen auf Erden gäbe, die besser und treuer sind als Du!"

So geh' und such' Dir doch eine," sagte sie trotzig- Ich halte Dich nicht."

Wieder lachte er gellend auf.Das möchte Dir passen, nicht wahr? Damit Du ungestört mit Seinem Englän­der tändeln könntest! Nein, mein Täubchen, so haben wir nicht gewettet. Ich habe mein Leben um Deinet­willen verpfuscht, nun will ich auch den Preis dafür haben. Mein bist Du und mein bleibst Du. Sowie ich ! das Geld dafür zusammenhabe, reisen mir nach Amerika ! hörst Du Du mit mir. Glaube nicht, daß Du mir entgehen sannst. Und wenn ich Dich noch einmal um i dem Engländer treffe, so ists Dein Unglück. Das laß i Dir gesagt sein, mein Schätzchett." (Foxts. folgt.).