Einzelbild herunterladen
 

Der Weg nach Paris für die Deutschen offen.

Reims von den Deutschen besetzt.

Reims, die letzte Festung auf öem Wege nach Paris, ist von den Deutschen besetzt. Die Franzosen haben keinen Widerstand mehr geleistet. Was hatte es auch aenützt. Gegen unsereBrummer" von Lüttich hatten

Sk^&itS ständgehalten. Unsere Mittel­armee marschiert auf Paris. Bald hinter Reims, bei Epernay beginnt der Abstieg ins Marnetal. Die Wäl­der hinter Reims könnten unsern Truppen noch gefähr­lich werden, dann aber geht es fast eben weiter und fast durchweg in offenem Gelände bis Paris. Schade, daß die Weintrauben in der Champagne noch nicht reif sind; das wäre etwas für unsere Soldaten. Paris ist nun das Ziel. Der stärkste Widerstand des Feindes ist ge­

brochen.

Amtlich wird gemeldet:

WTB. Großes Hauptquartier, 4. September. Reims

lst ohne Kampf besetzt worden.

Die Siegesbeute der Armee wird nur langsam be­kannt. Die Truppen können sich bei ihrem schnellen Vor­marsch nicht darum bekümmern, noch stehen Geschütze und Fahrzeuge im freien Felde verlassen da. Die Etappentruppen müssen sie nach und nach sammeln. Bis jetzt hat nur die Armee des Generalobersten von Bülow genauere Angaben gemacht. Bis Ende Llugnst hat sie

6 Fahnen, 233 schwere Geschütze, 116 Bollgeschütze, 99 Maschinengewehre und 166 Fahrzeuge erbeutet nnd 12 934 Gefangene gemacht.

Im Osten meldet Generaloberst von Hindenburg

den Abtransport von mehr als 90 000 unverwundeterr

Gefangenen. Das bedeutet die Vernichtung einer ganzen feindlichen Armee.

Der Generalquartiermeister v. Stein.

Reims ist die Krönungsstadt der französischen Könige. Es liegt am rechten Ufer des kleinen Flusses Vesle und am Kanal zur Marne in der von Weinbergen umgebenen Ebene der Champagne. Reims hat beson­dere Bedeutung als Knotenpunkt der Ostbahn und ist daher seit 1872 durch zwölf Forts auf den umliegenden Höhen in eine Festung umgewandelt worden. Auch int Kriege 1870 ist Reims als wichtiger Eisenbahnknoten­punkt von den Deutschen besetzt worden.

Die Bedeutung von Reims.

Cöln, 5. September. (Privattelegramm). DieKöl­nische Ztg." schreibt zu der Einnahme von Reims: Der Besitz von Reims ist so wichtig, weil hier eine Menge von Straßen und Bahnen sich kreuzen, die für die rück­wärtigen Verbindungen unserer Armee in Frage kom­men. Weiter westlich hat die Armee Kluck, die nord­östlich von St. Quentin die englische Armee und mehrere französische Territorialdivisionen geschlagen hatte, ihre Bewegung nach Süden fortgesetzt und ihre Kavallerie­spitze in die Gegend von Paris vorgetrieben. Auf der gauzen deutschen Front befindet sich der Feind im Zu­rückgehen. Unter dem Drucke dieser Ereignisse hat die französische Regierung es für geraten gehalten, ihren Sitz nach Bordeaux zu verlegen und man kann sich leicht vorstellen, welche Stimmung diese Tatsache bei der Be­völkerung der Hauptstadt erweckt hat, der allerlei Sieges­nachrichten vorgespiegelt worden waren, bis die Wirk­lichkeit sich nicht länger verschweigen ließ. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis im ganzen Lande Klarheit über die wirkliche Lage herrscht, aber man kann schon jetzt sagen, daß die leitenden politischen Kreise mit dem französischen Volke ein frevlerisches Spiel getrieben. Immer wieder hört man, daß französische Kriegsge­fangene erzählt haben, es sei ihnen erst auf dem Schlacht­felde gesagt worden, daß sie nicht zu einem großen Ma­növer, wie es ursprünglich geheißen habH befördert wür­den, sondern gegen den Feind. Welch ein Gegensatz ist doch das Lügengewebe, das verbrecherischer Leichtsinn um ein ganzes Volk geschlungen hat, zu der Erklärung des deutschen Feldstabes, die man aus dem Großen Hauptquartier übermittelt hat.

Einzelheiten über die Kämpfe im Westen.

Berlin, 5. September. (Privattelegramm.) Ueber die Schlachten in Lothringen gibt der Kriegsbericht­erstatter derB. 3." unter dem 1. September noch fol­gende Einzelheiten: Die Heeresleitung mußte den Feind in das deutsche Grenzland locken. Deshalb er-- folgte das vorübergehende Zurückziehen der in Lothrin­gen befindlichen Armee. Am 20. August gingen die Deutschen plötzlich zum Angriff über und warfen die Franzosen stellenweise bis zu fünfzehn Kilometer. Am 21. August erneuerten die Truppen des Kronprinzen

Litt Meisterwerk.

Roman von Paul Beye.

82) (Nachdruck verboten.)

An den folgenden Tagen speiste er wieder wie ge­wöhnlich bei seiner Tante, und fast regelmäßig traf er dort Teresa Bondi. Die junge Dame wurde ihm ständig unangenehmer und er mußte sich oft ernstlich Mühe geben, ihr gegenüber die Beflissenheit an den Tag zu legen, die zu seiner vorgezeichneten Rolle gehörte. Auch hatte er Erkundigungen über sie eingezogen, deren Er­gebnis ihn noch rnehr gegen sie einnahm. Ihr Ruf war zwar nicht schlecht, immerhin aber sagte man ihr nach, daß sie bei der Jagd nach einem Mann, dessen chermögens- umftände ihren Ansprüchen genügten, sich gar zu eifrig zeigte. Ihr Vater besaß zwar eine beträchtliche Praxis, aber auch viele Schulden, was wohl der Grund war, daß

Preis eine gute Partie machen wollte. Sie« ^a^^J^^ ^^ unbedeutendes Vermögen TnrPi^hAHpV^^ d^ch verfehlte Spekulationen ver- ^ )rner besseren Zeit, in der Teresa es Srn MfÄ^ meinte, bei ihrer Verheiratung vorerst aufs Geld zu sehen, war es auch gewesen, als sie !^^;,^^^ Hoffnungen gemacht. An ihn hätte sie tatsächlich ihr Herz verloren gehabt, während feinen vielen Nachfolgern gegenüber nur Berechnung bei ihr im Spiel gewe,en rvar. Alle diese Dinae die Arank h^e und die nur seine eigenen Vermutung bestä Ä»".nut SZ S rannte sie Nicht. Teresa hatte es eben verstanden ibre Zuneigung zu gewinnen und in Anbetrach der nahen Beziehungen zwischen den beiden Damen waats niemand, dem alten Fräulein Nach eMa^s über S Liebling zu hinterbringen. 6eS "der ihren

w$cf> würde mich so unendlich freuen, wenn Du Dir bei uns eine Frau aussuchen möchtest, Frank " Ee f einmal zu ihm.Die Amerikanerilmen sind alle so kalt

Die Siegesbeute in West und Ost. Was Paris hört den Schlachtenlärm.

von Bayern den Angriff, warfen die Franzosen zurück und nahmen nach ungeheuer erbitterten Kämpfen Saar­burg wieder. Die Deutschen drangen durch die Vogesen. Am 22. August setzten die Deutschen die Verfolgung fort. Am 24. August wurde der Donon im Sturm zurück­genommen. Am 25. August wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen. Das am 28. Angnst genommene Forts Mononviller ist das stärkste der Welt. Es konnte trotzdem unserer schweren Artillerie nicht standhalten.

Berlin, 5. September. (Privattelegramm.) Der Kriegsberichterstatter desBerl. Lok.-Anz." gibt über die Kämpfe, an denen die Armee des deutschen Kronprinzen beteiligt war, folgenden zusammenfassenden Bericht: Zum ersten siegreichen Zusammenstoß kam es mit den Franzosen am 22. August auf der Linie Verdun-Andun- le-Roman. Am 23. August wurden die Franzosen er­neut unter schweren Verlusten auf der ganzen Linie zurückgeworfen. Am 24. August hatte die feindliche Armee bedeutende Verstärkungen aus Verduu heran­gezogen. Der Vorstoß wurde durch frische Reserven und durch aus Metz herbeieilende Verstärkungen zum Stehen gebracht. Dann ging wieder der deutsche An­griff auf der ganze» Linie vorwärts. Die ganze Armee des Gegners wurde zurückgeworfen und am 25. Angnst gezwungen, sich hinter die Maas zurückzuziehen.

Die Deutschen vor Belfort.

DerBasler Anzeiger" berichtet über neue deutsche Vorstöße im Oberelsatz vom 29. August:

Gestern drangen deutsche Retterabteilungen mit reitender Artillerie zu einer gewaltsamen Rekognoszie­rung der französischen Stellungen gegen Delle vor. Die Forts von Belfort begannen sofort ihr Feuer, namentlich das Fort Bosmont. Die Kavallerieabteilungen lieferten ein Gefecht auf der ganzen östlichen Festungslinie und zwangen auch die vorgeschobenen Fortifikationen der Franzosen zum Feuer. Die Franzosen brachten sofort Verstärkungen herbei und die deutsche Vorhut zog sich zurück. Die Franzosen hatten die Anhöhe bei Lepuix stark befestigt. Um diese Stellung wurde heftig ge- kämpft. Der wichtigste Kampf ging um die Besetzung des welchen Belchen vor sich. Diese Stellung hatten einige Male beide Teile inne, im Laufe des Nachmittags brachten indessen die Deutschen schwere Haubitzen ins Feuer. In der Nacht wurde die Stellung genommen und befestigt. Jenseits der deutschen Grenze besetzten die Deutschen den südlichen Abhang der Vogesen auf französischem Boden. Die Franzosen haben sich bei Belfort erheblich verstärkt. Ein Armeekorps, welches vor wenigen Stunden abmarschiert ist, wurde wieder zu­rückgerufen.

Generalfeldmarschall Graf von Häseler bei der Armee des deutschen Kronprinzen.

Berlin, 5. September. (Privattelegramm). Nach der Voss. Ztg. befindet sich bei der verfolgenden Armee des deutschen Kronprinzen bei Longwy auch General­feldmarschall Graf Häseler. Die Stadt Longwy-Haut ist znsammenaeschossen. * ....... ~ *

nur noch ein brauchs

znsammenaeschossen. Als der französische Kommandant nur noch ein brauchbares Geschütz hatte, ergab er sich mit 3700 Mann. Kronprinz Wilhelm ließ ihm den Degen. In der Zitadelle befanden sich Massen von D«m-Dum- Geschossen nnd die Maschine zur Herstellung derselben. Alte Männer und halbwüchsige Burschen haben Ver­wundete in unerhörter Weise verstümmelt, wie es nicht einmal in Südafrika Hottentoten und Hereros getan haben.

General von Hoiningen Ritter des Eisernen Kreuzes.

WTB. Karlsruhe, 5. September. Der Kaiser hat dem Kommandierenden General des 14. Armeekorps Freiherr» von Hoiningen unter besonderer Anerkennung der geleisteten Dienste und der herbeigeführten Erfolge in der Führung seiner Armee vor dem Feinde die Aus­zeichnung des Eisernen Kreuzes erster Klasse verliehen.

Paris hört den Donner der Geschütze.

Rotterdam, 5. September. (Privattelegramm.) Der Berichterstatter der Times meldet über die letzten Ope­rationen in Nordfrankreich: Das Sommetal wurde auf- gegeben und ist Amiens in deutschen Hände». Der drei­tägige Kampf bei Amiens erreichte seinen Höhepunkt in einem blutigen Treffen bet Moreuil, wo der Erfolg wieder auf unserer Seite war. Daily-Chronicle meldet, daß deutsche Truppen sich schon bei Ereil streiten und sogar bei St. Semlis, sodatz der Kanonendonner in Paris zu vernehmen sein dürfte.

Ein falsches Gerücht.

WTB. München, 5. September. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Das stellvertretende Generalkom-

daher meine ich, daß ein Mädchen von dort drüben nicht für Dich passen kann. Meine Landsmänninnen haben etwas viel Herzlicheres."

Die alte Dame sprach fast jedesmal, wenn sie mit ihrem Neffen allein war, von Teresa und strich deren Vorzüge in jeder Weise heraus.

Der junge Mann vermochte ein Lächeln nicht zu unterdrücken, denn der Gedanke, daß Teresa Bondi etwas besonders Herzliches in ihrem Wesen hätte, war ihm noch nicht gekommen und auf sie deuteten doch Tante Lauras Worte.

Ich beabsichtige mich vorläufig überhaupt noch nicht zu verheiraten," entgegnete er ausweichend.Außer­dem, wo findet man immer gleich eine Frau, die einem so gut gefällt, daß man sie ein ganzes Leben lang an seiner Seite haben möchte?"

Tante Laura hüstelte ein wenig und meinte dann lächelnd:Nun, ich denke, Du hast sie in Deiner Nähe. Teresa"

Teresa?" unterbrach er sie mit erheucheltem Stau­nen.Wie kommst Du auf sie, liebe Tante? Daß Sig- nora Teresa Bondi eine passende Frau für mich sein könnte, ist mir wahrhaftig noch nie eingefallen."

Ja, was hast Du denn nur gegen sie?" fragte das alte Fräulein traurig und enttäuscht.

Je nun, nichts bestimmtes. Ich liebe sie nur nicht, und dann freilich möchte ich auch offen gestanden keine Frau haben, die so wenig aufrichtig ist, wie Dein Schütz­ling, liebe Tante."

Was? Unaufrichtig soll Teresa sein?"

Ja, zum mindesten berechnend. Bei allem, was sie sagt und tut, merkt man die Absicht."

Tante Laura schlug vor Verwunderung die Hänöe "Da bist Du wirklich ungerecht gegen das lcebe Mädchen. Ich habe selten ein Wesen gesehen, das so wenig seine Gefühle und Stimmungen zu verbergen vMma wir sie. Als ich sie neulich besuchte, kam ich

die Kriegsberichterstatter melden.

mando gibt bekannt: In München ist das Gerücht ver­breitet, daß Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Bayern verwundet und gefangen sei. Es ist wohl kaum nötig, hinzuznfttgen, daß an dem Gerücht kein wahres Wort ist.

Das heuchlerische Japan.

antschan bereit hatte,

Hamburg, 5. September. (Privattelegramm.) Die hier eingetroffene New Yorker Times vom 5. August enthält eine Depesche aus Tokio vom 4. August (dem Tage der Kriegserklärung Englands an Deutschland), aus deren Inhalt hervorgeht, daß Japan zn dieser Zeit schon seinen Plan betreffs K antschan bereit hatte, während die Japaner noch ihre heuchlerische Maske ge­genüber Deutschland znr Schau trugen. In dem Tele­gramm wird von einer nach einer Sitzung des japani­schen Ministerrats erlassenen Proklamation gesprochen, die im wesentlichen schon das iapanische Ultimatum an Deutschland enthält.

rngen. In dem Tele

Warum die französische Regierung flüchtete.

London, 5. September. (Meld. d. Reut. Bur.) Nach einem Telegramm aus Paris gründet sich der Beschluß, die Regierung nach Bordeaux zu verlegen, ausschließ­lich auf militärische Bewegungen, da Paris der Mittel­punkt der Operationen beider Armeen wird. Man glaubt, daß Paris nicht notwendigerweise ein unmittel­bares Angriffsziel sein wird. Paris soll mit äußerster Hartnäckigkeit verteidigt werden, da ein Angriff natür­lich möglich ist. Die letzten Ereignisse lassen dies in naher Zukunft als unwahrscheinlich erachten, aber die Verlegung der Regierung wurde für notwendig ange- fesjen, um die nötige Bewegungsfreiheit im Lande zu bewahren.

Zwei französische Oberkommandierende?

Aus Paris angelangte Depeschen besagen, daß das Oberkommando der französischen Streitkrttfte General Gallieni, der schon am deutsch-französischen Kriege 1870 teilnahm, übertragen wurde. Derselben Meldung zu­folge erhielt er einen dem englischen Heerführer gleichen Wirkungskreis. Das Oberkommando liegt somit in zwei Händen. In Berlin war bisher nur bekannt, daß General Gallieni anstelle des Generals Micheles zum Kommandanten von Paris ernannt worden war. Eine Bestätigung vorstehender Nachrichten bleibt daher abzu- warten.

Seltsame französische Kriegsführung.

DerTägl. Rösch." wird aus dem Briefe eines Kavallerieofsiziers folgende Stelle mitgeteilt:Gestern ritten wir über eins der Schlachtfelder zwischen Lüttich nnd Namnr. Wir fanden dort zahlreiche tote und ver­wundete Turkos, lauter farbige Leute, keine Franzosen. Wir fragten einen der Verwundeten, wo denn die toten Franzosen hingekommen wären. Er sagte unter wilden Verwünschungen auf die weißen Offiziere der Truppe, die französische Infanterie wäre nicht mehr ins Feuer zu bringen gewesen, deshalb wären die Farbigen vor­geschickt worden. Sie wären erst wie der Teufel darauf losgegangen, was ich ihnen gern glaube, denn grausig genug sahen die Kerle aus. Als sie dem Feuer der Deutschen nicht mehr standhalten konnten und znrück- gingen, hätten die Franzosen selber auf sie geschossen. Das ist französische Kameradschaft. Und öazn Dnm- Dum-Geschosse! Da ist es begreiflich, wenn am Schluß eines Artikels imTag" Generalmajor Keim meint: Wer die erbitterte Stimmung in den weitesten Kreisen unseres Volkes über die neuesten Schandtaten unserer Feinde kennt, wird auch wissen, daß jede falsch ange­brachte Humanität nach dieser Richtung für ein Ver­brechen an den vor dem Feinde stehenden Söhnen un­seres Volkes gehalten würde.

Wachsende Kriegsbegeisternng in der Türkei.

Wie derWiener Reichspost" aus Konstantinopel gemeldet wird, soll dort die Stimmung der Bevölkerung gegen die Tripleententemächte bedrohliche Formen an­nehmen.

Der russische Kriegsplan.

DieKöln. Ztg." meldet aus Stockholm: Nach rüst fischen Zeitungsnachrichten gesteht Rußland jetzt amtlich die Niederlage bei Tannenberg ein. Man mißt jedoch, wie demL.-A." aus Kopenhagen gemeldet wird, und) Londoner Zeitungsquellen, in Petersburger amtlichen Kreisen der russischen Niederlage angeblich keine Be­deutung bei. Der Plan Rußlands sei, zunächst das österreichische Heer aufzureiben und dann nach Berlin zu marschieren. Auch mit diesem Plarie wird es wohl feine erheblichen Schwierigkeiten haben! Den Sieg der deutschen Waffen in Ostpreußen gestehen auch die ru,-

gerade dazu, wie sie ihre Zofe wegjagte, weil sie sich über sie geärgert hatte und dann, denk' doch nur, wie erregt sie jedesmal wird, wenn die Rede auf Concetta Gargiulo kommt, die sie gar nicht leiden mag."

Das war nun freilich eine eigentümliche Auffassung von Tante Laura, zügellose Heftigkeit und Gehässigkeit gegenüber mißliebigen Personen als Beweise von Auf­richtigkeit zu erachten. Dergleichen konnten nur Per­sonen von der harmlosen Gemütsart der guten Tante fertig bringen.

Frank ließ indes öen Gegenstand fallen und sprach von etwas anderm. Da er jedoch fortfuhr, mit Teresa Bondi freundschaftlich zu verkehren und chr sogar in gewisser Weise den Hof zu machen, so gab Tante Laura ihre Hoffnungen doch noch nicht verloren. Mit der Zeit, meinte sie, werde ihr Neffe Teresas Vorzüge schon schätzen lernen.

Da die letztere ihm beständig von den Kunstgegen- stänöen erzählte, die ihr Vater besaß, erbat er sich von ihr die Erlaubnis, sie besuchen zu dürfen, um jene Dinge in Augenschein zu nehmen. Teresa war selbstverständlich hoch erfreut über seinen Wunsch und schon am nächsten Tage begab sich Frank in ihr väterliches Hans.

Der Advokat Bondi, ein noch verhältnismäßig jun­ger Mann, dessen Aeutzeres und Wesen sehr an seine Tochter erinnerte, empfing ihn mit ausgesuchter Höflich­keit und zeigte ihm seine sämtlichen Schätze. Frank war erstaunt über die Menge alterttimlicher Schmuckfachen, die Bondi sein Eigen nannte und deren Erwerb ihm wenig im Einklang mit dem zu stehen schien, was man über seine Bernrögensverhältnisse wußte. Wie beiläufig erkundigte er sich, ob die Sachen von Lupi stammten, was jener zögernd bejahte.

Wenn da nicht irgend etwas dahinter steckt, was das Licht der Oeffentlichkeit scheut," dachte der junge Mann,so will ich nicht Frank Robinson heißen."

(Fortsetzung fgj&x