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Mit der rücksichtslosen Energie, die Sie ganze deutsche Kriegsführung auszeichnet, und die chr von Anbeginn des Krieges die größten Erfolge verschafft hat, wird auch die Verfolgung der geschlagenen fran­zösischen Armee durchgeführt. Dem Gegner wird seine Ruhe gelassen, um sich wieder zu setzen und zu sammeln. Jetzt werden die Früchte der Stege gepflückt, jetzt ernten die Truppen den Lohn ihrer Kampfe. Nicht der Sreg für sich, sondern die rücksichtslose Verfolgung bringt den Niederbruch des geschlagenen Gegners. Und so drängen alle deutschen Armeen unaufhaltsam dem Feinde nach. Eine rücksichtslos durchgeführte Verfolgung erspart dem Heere weitere Schlachten. ,

Naturgemäß sind es die Flugelarmeen, die am schnellsten vorwärts kommen, da sie nicht durch einen frontalen Widerstand aufgehalten werden. Wo sie auf einen solchen stoßen, können sie ausholen und ausbiegen, während die in der Mitte befindlichen Armeen nur ge­radeaus vorgehen können. So ist auch die auf dem äußersten nördlichen Flügel vorgehende Armee des Generalobersten v o n K l u ck schon bis Combles gekom­men, 40 Kilometer östlich von Anriens, 120 Kilometer nordöstlich von Paris. Ein Versuch, seinen Vormarsch durch einen Flankenangriff aufzuhalten, ist abgeschlagen. Bei St. Quentin, 30 Kilometer östlich von Combles, hat Generaloberst vonBülow eine überlegene französische Armee geschlagen. Es werden dies die letzten noch widerstandsfähigen Teile der französischen Armee ge­wesen sein! Immer vollständiger wird dadurch die Nie­derlage der französischen Armee, immer sicherer ihr voll­ständiger Zusammenbruch. Die nächsten Armeen haben die Maas bereits überschritten und gehen auf die Aisne vor. Die französischen Befestigungen der Ostgrenze wer­den also vollkommen umgangen, die Armeen marschieren nördlich an Verdun vorbei.

Bei weiterem Vorgehen stoßen die Armeen auf die sogenannte zweite Verteidigungsstellung, die durch die Festungen La Fdre-Laon und Reims gebildet ist. Da sich aber die Armeen v. Kluck und v. Bülow bereits hinter dieser Linie befinden, wird sie den zurückgehenden französischen Truppenteilen nur wenig Schutz bieten können. Es ist wahrscheinlich, daß die geschlagene fran­zösische Armee ihren Rückzug viel weiter fortsetzen muß. Gelingt es ihr noch, in gerader Richtung zurückzugehen, so dürften erst die Lager von Paris ihr Schutz und Deckung bieten. Hält sie den Rückzug dorthin aber nicht mehr für sicher, so bleibt ihr nur noch möglich, weiter nach Sitden auszubiegen.

Hinter den vorgehenden deutschen Armeen fallen die in ihrem Bereich liegenden Festungen. So das Fort des Ayvelles und die Festung Montmedy. Sie leisten so gut wie gar keinen Widerstand. Daß der Komman­dant von Montmedy einen Ausfall gemacht hat, spricht zwar für seine Tapferkeit und die offensive Art der Kriegführung. Er muß dabei aber wenig geschickt ver­fahren sein, da er mit der ganzen Besatzung gefangen genourmen worden ist.

Beinahe noch größer sind die Erfolge, die die Ver­folgung der geschlagenen Russen im Osten hervorge­bracht hat. Drei volle Armeekorps sind vernichtet, 70 000 Mann sind gefangen genommen, darunter zwei Kommandierende Generäle, viele Geschütze und Ehren­zeichen. Das ist so gut wie eine Kapitulation ans freiem Felde. Es ist dies wohl die schlimmste Lage, in die eine Armee kommen kann. Von diesem Schlage werden sich die Russen schwerlich wieder erholen können. Auf diese Niederlage hin haben auch die anderen noch in Ost­preußen stehenden russischen Truppen ihren Rückzug an­getreten. So ist denn ganz Ostpreußen vom Feinde be­freit. Kein Russe steht mehr auf deutschem Boden.

Im Westen und Osten haben die deutschen Armeen in kurzer Zeit Erfolge errungen, wie sie die Kriegsge­schichte nur selten aufweist. In langjähriger stiller, un­ermüdlicher Friedensarbeit waren sie vorbereitet. Füh­rer und Truppe waren gleich Mt ausgebildet. Die Tapferkeit und Aufopferung der Mannschaften hat die von der höheren Führung vorbereiteten und eingeleiteten Maßnahmen zur Durchführung gebracht. Russen und Franzosen sind beide geschlagen. Sie haben ihr frevles Beginnen, das uns in einen der größten Kriege der Weltgeschichte stürzte, schon jetzt schwer büßen müssen. Noch ist aber das Ende nicht gekommen. Die Verfolgung wird noch weiter fortgesetzt, bis auch der letzte Feind zu Boden geworfen ist. Unaufhaltsam werden, so faßt der militärische Sachverständige derBerl. Morgenp." sein Urteil über die Lage zusammen, unsere Truppen weiter vordringen, die Energie unserer Führer bietet Gewähr dafür, daß auch der letzte Widerstand gebrochen werden wird.

25 000 Kriegsgefangene im Munsterlager.

Im Munsterlager (Provinz Hannover) sind am Sonntag die ersten 1200 englischen Kriegsgefangenen

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Ein Hleifterwetf.

Roman von Paul Beye.

(Nachdruck verboten.)

Sie wagte nicht zu glauben, daß es mehr als eine Täuschung ihrer Sinne gewesen war, aber dennoch war der Eindruck so stark, daß ihre gebrochene Energie sich wieder daran aufrichtete. Nun, da ihre Apathie gewichen war, hatten allerhand Pläne, die den Zweck verfolgten, sich von ihren Verpflichtungen gegen den Mommino frei zu machen, ihr Hirn gekreuzt. Der aussichtsvollste von ihnen bestand darin, im Lotto zu setzen- hierzu waren auch die hundert Lire bestimmt, die sie aus der Ladenkasse genommen. Nur wollte sie ihr Geld nicht wahllos auf beliebige Zahlen setzen, sondern sich in die­ser Hinsicht erst bewährten Rat holen. Concetta war eben ein echtes Kind ihres Volkes, das fest glaubt, daß man das Glück durch mancherlei Mittel zwingen könne. Der eine ließ sich die Glückszahlen vom Wahrsager nennen, der zweite konstruierte sie sich aus seinen Träu­men heraus, der dritte zählte sie an den Schritten ab, Haus bis zum nächsten Kreuzweg e' vierte las in einem heiligen Buch so Zahl kam, auf die er dann setzte usw. Concetta aber traute all diesen Mitteln von vorn- herein nicht so recht, sie mochten ja sämtlich gut sein, aber ob sie speziell für sie patzten, deuchte sie doch ziverfelhaft. Am besten schien es ihr, wenn sie die be- rühmte Kartenlegerin, die Chiavanna, um Rat fragte. Die Chiavanna wußte nach ihrer Ansicht alles, ihr Ruf als weife Frau reichte weit über ihre engere Heimat hinaus. Täglich eilten die, welche ihre Hilfe suchten, von nah und fern zu ihr, ihre Türe stand nicht still, und ihre Nachbarn erzählten, datz im verflossenen Sommer, als das Königspaar für kurze Zeit nach Neapel gekommen war, selbst Damen vom Hof bei ihr gewesen waren.

Als Concetta jetzt auf dem Wege zur Chiavanna

eingetroffen, die gegen unsere Truppen im Norbert Frankreichs sümpften. Im Gegensatz zn den gefangenen Franzosen und Belgiern machen die Engländer in ihren grünlich-braunen Wollanzügen äußerlich einen vorteil­haften Eindruck, doch sind alle außerordentlich bedrückt. Mit den in den letzter: Tagen eingetroffenen 500 Zuaven befinden sich jetzt 25 000 Gefangene im Munsterlager.

Die Bombenwürfe über Paris.

WTB. Rom, 2. September. DemCarriere della Sera" wird aus Paris gemeldet: Die erste Kunde von den nahenden Deutschen brächte ein deutsches Flugzeug, das in einer Höhe von 2000 Metern um Mittag eine ganze Stunde über Paris schwebte und drei Bomben herabwarf. Die erste Bombe fiel auf eine Druckerei. Die zweite explodierte vor einem Bäckereibesißer, der an der Kasse saß- der Mann wurde durch Splitter leicht ver­wundet. Die dritte fiel in die Rne Recolette- zwei Frauen wurden hier schwer verwundet. Die Bevölke­rung glaubte zuerst, daß eine Gasexplosion vorliege, und lief an den Stellen zusammen, wo die Detonationen ge­hört wurden. Bald erschien Feuerwehr, Polizei und Bürgermeister und sperrten ab. An drei Stellen ließ der Aeroplan mit Sand beschwerte Säcke fallen- diese enthielten 2^ Meter lange Banner in den deutschen Far­ben sowie Schreiben des Wortlauts:Das deutsche Heer steht vor den Toren von Paris- es bleibt Euch nichts übrig, als Euch zu ergeben!" Dieses Schreiben ver­setzte ganz Paris in große Aufregung und auf Drängen der Bevölkerung wurde angeordnet, daß ein Abtransport der Zivilbevölkerung erfolgen soll. Bis dahin hatte man in Paris, wie der Carriere della Sera meldet, keine Ah­nung von dem Fall Namnrs und dem Borrücken -er Deutschen.

Lnremburg durch ein französisches Flngzeng bombardiert.

Aus Luxemburg wird derKölnischen Zeitung" be­richtet, daß in der Nacht vom 23. zum 24. August über dem Bahuhofviertel in Luxemburg ein französisches Flugzeug, wahrscheinlich ein Lenkballon, der von Bonne­weg herübergekommen war, fünf Bomben geworfen habe- jedenfalls zu dem Zweck, um die Bahnhofsanlage zu zerstören. Die erste Bombe fiel unweit des Bahn­einschnittes in einen Garten, die zweite nicht weit davon ins freie Feld, die dritte auf das Gleis südlich der neuen Bonneweger Brücke. Diese Bombe ritz ein mehrere Raummeter messendes Loch und beschädigte die unter- irdisch verlegten Weichenzüge. An der Hinterfront der Häuser, die dort an den Bahneinschnitt stoßen, sprangen durch den Luftdruck alle Fensterscheiben. Die vierte Bombe fiel vor dem Fürstenpavillon auf dem Bürger­steig. Sie riß ein kesselförmiges, metertiefes Loch von zwei Metern Durchmesser und lockerte in der Runde die P'lastersteine. Sämtliche Fensterscheiben an der Front­seite des Fürstenpavillons gingen in Splitter. Die Skulpturen über der Tür wurden durch Granatsplitter beschädigt. Die fünfte Bombe flog durch das Dach des Hotels Jnternation, durchschlug die beiden Fußböden zum ersten Stock und zur Küche und blieb, ohne zu platzen, vor dem Spülstein liegen. Die Bevölkerung wurde durch diesen Ueberfall in große Aufregung ver­setzt. Der Staatsminister ist bei den zuständigen Be­hörden vorstellig geworden.

Auszeichnung des bayerischen Kronprinzen.

Der König von Bayern hat dem Kronprinzen Rup- precht durch den Kriegsminister Generalobersten Frei- hcrrn von Kreß das Großkreuz des militärischen Max Joseph-Ordens überbringen lassen und zwar dasselbe Stück, das der Urgroßvater des Kronprinzen König Lnö- Wig I. selbst als Kronprinz 1807 erhalten hat. fDer Or­den, der nur für Kriegstaten verliehen wird, und mit dem Pensionen und sonstige Vorzüge verbunden sind, hat von dem Kriege 1870/71 her nur noch vier Ritter, darunter den Generalfeldmarschall Prinz Leopold, einen Bruder des Königs.

Eifersüchteleien zwischen Joffre und French.

Zur besseren Würdigung der englischen Truppen- sührung hat General French in einer besonderen Zei­tungsnotiz den jüngsten Bericht des französischen Gene­ralstabes ergänzt, der zwar die englischen Anstrengungen rühmend hervorhob, aber mit anderen Ausdrücken, als French gewünscht hätte. Dadurch entstand ein Gerücht von Unstimmigkeiten zwischen Joffre und French, das vom Kriegsminister dementiert wurde. Dieser trug Sorge, daß French fortan alle Berichte, in denen von den englischen Truppen die Rede ist, vor ihrer Veröffent­lichung einsehen wird.

Ein Umschwung in Italiens öffentlicher Meinung.

Der römische Berichterstatter des ungarischen Blat­tesAz Est" veröffentlicht einen Stimmungsbericht, in dem es heißt: Die öffentliche Meinnng Italiens hat in

war, schien es ihr ganz verwunderlich, daß sie in der Zeit ihrer tiefen Herzensnot nie auf den Einfall geraten war, die Frau zu befragen, ob ihr Anselmo noch unter den Lebenden weile. Wer weiß, ob sie ihr nicht den Trost gegeben, der sie befähigt hätte, mutig dem Elend und dem Drängen ihres Vaters bezüglich Mommino die Spitze zu bieten. Je näher sie dem Hause kam, in dem die weise Frau wohnte, desto mehr wuchs ihre Spannung und ihre Ungeduld.

Jetzt war sie am Ziel. Auf ihr Klingeln an dem Glockenzug, der neben der einzigen Türe des jämmer­lichen Häuschen der Wahrsagerin hing, öffnete ihr ein halbwüchsiges Mädchen in zerlumpten Kleidern die Pforte zu dem geheimnisvollen Gelaß. Mit Herzklopfen kletterte die junge Frau die steile schmutzige Stiege zum Oberstock empor uud trat auf das Geheiß ihrer Füh- rerin in eine halbdunkle Kammer, wo sie warten mußte, bis die weise Frau bereit sein würde, sie zu empfangen. Die Tante hat Besuch," flüsterte das Mädchen ihr zu, setzt Euch einstweilen, Signora." Dann legte es den Finger an den Mund, Concetta bedeutend, sich still zu verhalten und humpelte hinaus. Jetzt erst bemerkte Concetta, daß das Kind auf dem rechten Fuß stark hinkte. Der jungen Frau dämmerte eine dunkle Erin­nerung auf, als ob sie über dieses Kind schon einmal etwas erzählen hören, aber sie vermochte sich nicht zu entsinnen, was und wer ihr davon gesprochen. Auch waren ihre Gedanken von naheliegenderen Dingen zu sehr erfüllt, als daß sie länger bei dem Gegenstand hätte verweilen mögen.

Nachdem sie etwa 10 Minuten gewartet hatte, öffnete sich die Türe nach dem Nebenzimmer und ein häßliches altes Weib, das ein orangegelbes Tuch turbanartig um den Kopf geschlungen hatte, trat ein.

Die letztere lud Concetta durch eine Handbewegung i nach dem nebenanliegenden Zimmer ein und wies sie 1 dort an, sich niederzusetzen. Dieser Raum war bedeutend

den letzten Tagen eine merkliche Wandlung erfahren Das unaufhaltsame Vordringen der deutschen Armee nach Paris, die großen Erfolge Oesterreich-Ungarns gegenüber der russischen Armee und nicht zum wenigsten die Unfähigkeit der englischen Heerführung sind «ich» ohne tiefen Eindruck auf die öffentliche Meinnng ge­wesen. Die Zittrigen der Dreiverbands-Diplomaten haben bei dem italienischen Kabinett nicht verfangen. Der König war immer ein unerschütterlicher Anhänger des Dreibundes. Die Presse beginnt einzuschwenkeii und die maßgebenden Blätter nehmen von Tag zu Tag eine dem Dreibund günstigere Haltung ein. Das ita­lienische Programm läßt sich folgendermaßen formulie­ren: Wir wollen keine franzosenfreundliche und keine deutschfeindliche, wir wollen ausschließlich italienische Politik treiben.

Japaner als letzte Rettung.

Pichon, der frühere französische Minister des Aus­wärtigen, erörtert imPetit Journal" den Plan mehrere hnnderttausend Japaner zur ttnterftü$ung bet Dreiverbandes nach Europa kommen zu lassen, was seiner Ansicht nach bei der voraussichtlich langen Dan« des Krieges wohl möglich wäre.

Elsässische Landesverräter.

WTB. Colmar, 2. September. Der Maler Waltz, gen. Hansi. der Rechtsanwalt Albert Helmer, der Zahn­arzt Carl Huck aus Colmar, welche sich bei ben fran­zösischen Truppen befinden, würben als Landesverräter erklärt. Wer ihnen Aufenthalt gewährt, der wird nach Kriegsgebrauch erschossen. Durch Kriegsgerichtsurteil vom 28. August ist der Steinhauer Kenfling in Longel- bach wegen Landesverrats zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde am 29. August durch Erschießen voll­streckt. Der Verräter hatte einem französischen Posten die Pfadfinder als Personen verraten, welche der Lan- desverteiöignng Dienste geleistet haben. Er hat daraus den Kosten zum Schießen auf einen Knaben verleitet, den er für einen Pfadfinder hielt.

Deutsche Eisenbahnbeamte für Belgien.

WTB. Magdeburg, 2. September. Eine von der Eisenbahndirektion Magdeburg zusammengestellte und aus Eisenbahnbeamten und Arbeitern bestehende Etsen- bahnbau- unb Betriebskolonne ist nach Brüssel abge­gangen. Die Kolonne ist 420 Mann stark und steht unter der Leitung des Regierungsbaumeisters Gold- schmidt aus Magdeburg. Sie befindet sich in beschleu­nigter Fahrt auf Anordnung des Chefs des Felöclsen- bahnwesens nach dem belgischen Kriegsschauplatz, um die. zerstörten Eisenbahnen im Rücken unseres Heexes nne- derherzustellen und in Betrieb zu nehmen.

Der gewallte Krieg.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: In Schweizer Blättern begegnet man einer Erklärung, Die eriicbüm) von der französischen Vertretung in Bern herruhrt. Der Botschafter der französischen Republik läßt barm aus­führen, daß schon vor mehreren Monaten Frankreich der Schweiz die Versorgung mit Getreide für den Kriegs­fall angeboten habe. Dieses ganz unbegrünbet und un­erwartet erfolgte Anerbieten ist ein Beweis, daß bereit« vor mehreren Monaten Frankreich mit dem Krieg rechnete.

Erneutes Aufgebot der französischen Streitmacht.

Der französische Kriegsminister beschloß, die Jah­resklasse 1914, die Reserve des aktiven Heeres, sowie die älteren Klassen der Territorialarmee einzuberufen, welche vorläufig zurückgestellt waren.

Die Territorialarmee, die in größerem Umfang aufgeboten worden ist, bildet ein befonderevcvlied des französischen Heeres, das selbständig neben dessen drei Hauptteilen, dem Feldheer, der Reserve und den Ersatz­formationen besteht. Die Territorialarmee bildet im Heer eine, auch im Frieden, völlig organisierte Truppe mit bestimmten Standorten und eigenem Offizierkmpv. Die Mannschaften der Territorialarmee stehen im Alter von 24 bis 41 Jahren, entsprechen also insoweit etwa den deutschen Landwehrleuten 2. Aufgebots. Im Kriege wird die Territorialarmee folgendermaßen verwendet: als Besatzung von Festungen, im Küstenschutz, im Felde und tm Etappendienst.

Depression in London.

Dem römischen Vertreter eines großen Amsterdamer

Hanses ist ans London folgende Meldung zugegangen: Japans Auftreten hat Amerika auss höchste erregt, da Japans Absicht, sich territorial in China ausznbreste», klar ist. Der Alarm der Nenyorker Presse machtt London großen Eindruck. Die Mängel der kriegerische' Vorbereitungen Frankreichs wirken hier gleichfalls ver­stimmend, sodaß die skeptischen Betrachtungen über du Zweckmäßigkeit der Teilnahme Englands am Kriege fw mehren.

Ein Attentat anf den Zaren.

Berlin, 2. September. (Privattelegramm.) D« Voss. Ztg." wird über Kopenhagen berichtet: Nach einer besser, ja fast elegant möbliert, nur herrschte leider auch hier zu viel Schmutz und Unordnung, als daß das Ganze einen angenehmen Eindruck hätte wachen können. Vielleicht meinte die Chiavanna diese Vernach­lässigung der Wohnung ihrem Berufe schuldig zu leu.

Nun Signorina Gargiulo" begann sie, Paar durchdringende, schwarze Augen, die mit jugenv- lichem Feuer in dem verrunzelten, kastanienbraunen Gesicht bräunten, fest auf Concetta heftendwarm kommen Sie erst heute? Ich habe Sie seit Momm erwartet." Diese Worte drückten dasselbe aus, was üm. cetta auf dem Herweg gedacht hatte, sie ging jede darüber hinweg und fragte nur:Woher kennen meinen Namen, Signora Chiavanna?"

Wer sollte die schöne Concetta nicht kennen, lautete die Gegenfrage.Aber nun werden Sie vv allem wissen wollen, ob ihr Gatte noch lebt? Nicht so- Da die Besucherin,während Röte und Blässe in lyr Zügen wechselten, nur stumm uickte, fuhr die Alte Beruhigen Sie sich, Madame er lebt."

Er lebt!" rief die junge Frau jubelnd. D

Er lebt, so wahr ich hier vor Ihnen sitze, u Sie werden wieder mit ihm vereinigt wero ' er wird Sie und Ihre Kinder zu sich holen nach eim fernen Lande, weit übers Meer. Er liebt Sie, wie er © immer geliebt hat und hat an Sie gedacht und stw Ihnen gesehnt Tag und Nacht."

Concetta faltete in überströmendem Glückfellglei gefühl die Hände. Auch nicht der leiseste Zweifel an * Aussage der Chiavanna trübte ihre Freude. Aw i nun aber fragen wollte, wo ihr Gatte wäre, winkte Alte mit der Hand und erklärte feierlich, nichts roe> verraten zu dürfen. Die Mächte, welche ihr die geschenkt, Vergangenes und Zukünftiges, Nahes u Fernes zu erschauen, erlaubten es ihr nicht, um würde schwer von ihnen gerächt werden, wenn sie d Willen sich ungehorsam zeigte. (Forts. fow^