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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^-^^ für den Kreis Hersfeld

Wider Whitt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Gratisbeilagen:Illustrierter Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 306.

Donnerstag, den 3. September

J___mi'i'M.1»!

1914.

Die amtlichen Bekanntmachungen befinden sich aus der letzten Seite.

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In leuchtenden herbnestagen.

Zum 2 September 1914.

Bei Sedan mars, wo Grobes geschah, In leuchtenden Berbftestagen.

Bei Sedan mars. Bei, Burra ! Da

Gings Frankreich an den Kragen !

Bei, Burra! Freunde, das war eine Schlacht,' Das war germanisches Schlagen!

Da murde deutsche Arbeit vollbracht

In leuchtenden Berbftestagen.

Auf stieg bei Sedan der deutsche Aar.

Bei, Burra! Empor zu der Sonnen !

Dauchze nur! Dauchze du Beldenfchar:

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Schlacht mard gemonnen, gewonnen!

Der gallische Bahn im Staube moht lag Zu Frankreichs ewiger Schande. . . . Wir aber feiern heut Sedantag Im heiligen Vatertande.

(Dittelalters ägyptische flacht

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dämmert noch jenseits uom Rheine. . Fett steht und treu die deutsche Wacht

Im

im Wir

himmlischen Sonnenscheine.

Es lebe hoch das Deutsche Reich

Von vollstem bis Oberbayern!

Sieben Feinde ! wir schlagen tie mindelmeich !

Das wollen mir heute schon feiern.

einigen Deutschland. . . Bei, Burra! Berbei! kennen nicht Zaudern noch Zagen.

Hebers Dahr, übers Dahr sind Don euch mir frei

In

leuchtenden Berbftestagen.

Der (Dann der dieses bied gemacht Börts voller Stolz ihn sagen War selbst bei Sedan in der Schlacht in leuchtenden Berbftestagen.

Richard Voß imTag.

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Bus der Heimat.

* «Umtausch von Landes kreöitkassen- Schuldverschreibungen.) Die für den 1. März 1915 verlosten 3V< °/o Schuldverschreibungen der Landes- kreditkasse Serie 16 und 18 können vom 1. September d. Js. ab gegen 3V2 °/o Schuldverschreibungen der Serie 21 und 4% desgleichen der Serien 23 und 26 bei den Landesrentereien umgetauscht werden. Verkaufskurs der Serie 21 (3v2o/o) 86,75 o/o, der Serie 23 (4 o/o) 96,25 o/o und der Serie 26 (4%) 97 o/o. Auf die Gestattung des Umtausches der gekündigten Schuldverschreibungen möchten wir im Interesse der Inhaber derselben, wegen des Vorteils der alsbald eintretenden höheren Verzinsung, ganz besonders aufmerksam machen

):( Hersfeld, 2. September. Schutz den Brief­tauben. Um unnötige Verluste der mitunter sehr wertvollen Brieftauben zu vermeiden, wird darauf aufmerksam gemacht, daß Brieftauben im allgemeinen nicht abgeschossen werden dürfen.

):( Hersfeld, 2. September. Dem Ruf der hiesigen Bürgerschaft nach Feldschutz hat die Behörde in dankenswerter Weise dadurch entsprochen, daß seit Sonnabend 3 Aushülfsfeldhüter angenommen sind. Hoffentlich verstummen nun auch wieder die Klagen über die Felddiebstähle.

Breitenbach, 31. August. Auch in unserem Orte fanden sich vaterländische Herzen zur Unterstützung des Krieges. Durch eine Sammelliste des Herrn Hauptlehrers Arntes wurde der Betrag von über 400 Mark gesammelt, welcher zur Herstellung von Strümpfen und Fußlappen verwendet wird. Unsere Frauen, Mädchen und Kinder sind trotz der vielen Feldarbeit fleißig beim Stricken. Auch der hiesige Schützen- und Gesangverein beschloß, dem Roten Kreuz 40 Mark zur Verfügung zu stellen und aus jeder Vereinskasse 100 Mark für die Hinterbliebenen der hiesigen Krieger zu verwenden.

Cassel, 1. Septbr. Die von ihrem Ehemann getrennt lebende Emma Holland von hier hatte sich in gestriger ^trafkammersitzung wegen Diebstahls in strafschärfen- dem Rückfalle zu verantworten. Sie halte sich einer

verwitweten Majorsfrau, die eineStütze der Haus­frau" suchte, als solche vorgestellt und der Frau Major bei dieser Gelegenheit die Handtasche mit 16 Mark 50 Pfg. entwendet. Natürlich wurde das Verschwinden der Handtasche nach der Verabschiedung derarbeits­willigen" Person sehr bald bemerkt und Anzeige erstattet. Das Gericht verurteilte sie mit Rücksicht auf ihre Vorstrafen zu 6 Monaten Gefängnis.

Cassel, 30. August. Eiu falscher Krankenpfleger, - der sich mit einer Armbinde mit rotem Kreuz aus­gerüstet hatte und angeblich Liebesdienste verrichten wollte, wurde auf dem hiesigen Oberstadtbahnhof in der Person des arbeitslosen Dienstknechtes Adolf St. angehalten und dem Untersuchungsgefängnis zu­geführt.

Cassel, 1. Sept. Wegen dreister Ladendiebstähle waren die jugendlichen Arbeiter Friedrich und Albert Sch. von hier in Gemeinschaft mit einem dritten Taugenichts, der gegenwärtig in Strafhaft sitzt, von der Strafkammer zu einer Gefängnisstrafe von je 6 Monaten verurteilt worden. Während der dritte der Ladendiebe seine Strafe antrat, legten die beiden Re­vision ein. Das Reichsgericht entsprach derselben aus formalen Gründen und wies die Angelegenheit an die Vorinstauz zurück. Die Strafkammer beschäftigte sich infolgedessen gestern noch einmal mit der Ange­legenheit und verurteilte die Angeklagten wiederum zu dem gleichen Strafmaß.

Waltershausen, 31. August. In einem Trocken- raume der Firma B. Polack A.-G. wer gestern Nacht in der ersten Morgenstunde, anscheinend durch Selbst­entzündung von Gummi, Feuer entstanden, das glücklicherweise durch die arbeitende Nachtschicht recht­zeitig bemerkt und von deren zu Hilfe eilenden Leuten unter Benutzung des Fabrikhydranten bald auf seinen Herd beschränkt werden konnte.

Elgershansen, 31. August. Ein schwerer Unfall ereignete sich hier in diesen Tagen. In einer Scheuer wurden Getreidegarben emporgezogen, wobei sich die Hausfrau oben befand, um die Garben abzunehmen, während unten in der Tenne die Großmutter die Gebunde einhakte. Plötzlich glitt die oben Stehende aus und stürzte in die Tiefe auf die alte Frau. Letztere kam infolge der Wucht auch zu Falle und verletzte sich schwer an der dort stehenden Häcksel­maschine. Beide Frauen wurden ohnmächtig ins Haus getragen und liegen mit Gehirnerschütterungen und sonstigen bedeutenden Verletzungen krank darnieder. Aerzliche Hilfe war gleich zur Stelle.

Münden, 30. August. Der Oberlehrer a. D. Dr. Stehlich, bekannt durch seine emsige Tätigkeit für die Mündener Heimatkunde, ist im 61. Lebensjahre ver­storben. In Eisleben als Sohn eines Hauptmanns und späteren Juristen geboren, war er seit 1879 in Cassel am Realgymnasium als Oberlehrer tätig und schied etwa 1904 aus seiner Stellung. In Münden lebte er während der letzten 10 Jahre.

Sontra, 1. September. Am Sonnabend kam es auf dem hiesigen Rittergute wegen der Auszahlung des Wochenlvhnes zwischen dem Jnspekor und einem russischen Arbeiter zu einem Wortwechsel, wobei letzterer eine drohende Stellung einnahm. Als er mit Gewalt aus dem Hause gebracht worden war, er­griff er eine Sense und drang mit dieser auf eine auf dem Gutshof spieleude Schar Kinder ein, welche gerade das LiedEs braust ein Ruf wie Donnerhall" ge­sungen haben soll. Es ist wohl anzunehmen, daß seine Erregung durch den Klang dieses patriotischen Liedes noch mehr gestiegen ist. Die Kinder sowie auch ein erwachsener Arbeiter, welchen er ebenfalls mit der Sense verfolgt hatte, konnten sich nur durch eilige Flucht retten.Der inzwischen verständigte Gendarmerie- Wachtmeister Münchhof nahm den Rasenden fest unb führte ihn geschlossen dem Amtsgericht hier vor.

Eschwege, 1. Septbr. Unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit hatten sich gestern zwei jugendliche Burschen, der 16jährige Bäckerlehrling Paul R. und der 14 jährige Schüler Heinrich S. von hier, wegen Ver­gehens an einem' Schulmädchen zu verantworten. Beide Angeklagten wurden zu je 6 Wochen Gefängnis verurteilt.

Göttingen, 30. August. Entgegen anders lauten­den Nachrichten muß betont werden, daß Japaner, Engländer, Rußen und Franzosen an unserer Uni­versität nicht mehr zum Studium oder als Hörer zugelassen werden. Die letzte Promotion eines eng­lischen Studierenden erfolgte am 8. d. M.

Göttingen, 31. August. Wie der Universitäts­professor Dr. Leonard in Heidelberg zum Zeichen seines Abscheues vor englischen Ehren eine von der Royal Society in London erhaltene goldene Medaille im Werte von ungefähr 1000 Mark zugunsten des Roten Kreuzes überwies, haben, wie dasGött. Tagebl."

mitteilt, auch mehrere Professoren der hiesigen Uni­versität bereits in aller Stille das Gleiche getan.

Cobnrg, 29. August. Vom Supertndenten Dr. Kükenthal ist jetzt eine Nachricht eingegangen. Er befindet sich noch mit einigen Deutschen wohlbehalten in Bastia auf Korsika, wird aber von den Behörden festgehalten. Er wollte seine Heimreise bereits am 21. Juli antreten, doch wurde sie ihm, wie auch anderen Deutschen, nicht genehmigt.

Fulda, 30. August. (Lehrerseminar.) Dank des aegenkommens des hochwürdigsten Herrn Bischofs der Unterricht des Königl. Lehrerseminars am nächsten Montag, den 7. September, in den Räumen des Priesterseminars wieder ausgenommen werden.

Fnlda, 31. Augnst. Am Donnerstag, 3. September, wird hier ein Viehmarkt abgehalten werden. Der Auftrieb beginnt morgens von 6V2 Uhr ab.

Frankfurt a. M., 81. August. DasPetit Journal" veröffentlicht eine Meldung aus London, wonach dort Amerikaner, die aus Deutschland kamen, erzählt hätten, in Frankfurt habe die Bevölkerung den Donner eines Gewitters für den Kanonenoonner eines heranrückenden Franzosenheeres gehalten,' sie sei erschreckt auf die Straße gestürzt und habe die Behörden angefleht, die Stadt den Franzoseu zu übergeben.

Frankfurt, 81. August. Eine Siegesfeier, wie sie in Frankfurts Mauern wohl noch nicht zu verzeichnen war, fand gestern abend auf Veranlassung des Frank­

furter Sängerverbaudes und der Frankfurter Turner­schaft an zwei Stellen statt. Auf dem Opernplatze, wv ein endloser Zug vvnLackeltrügern Aufstellung nahm, hielt im Anschluß an den Gesang desAlt- niederländischen Dankgebets" Oberbürgermeister Voigt eine Ansprache in der er auf die Waffentaten des deutsch. Heeres hinwies. Nach einem brausend aufgenommenen Hurra auf das deutsche Heer wurde gemeinsam die en. Die Sänger ließen dann hwertlied", den Neitergesang Morgenrot", denGuten Kameraden" und zum SchlußLützvws wilde verwegene Jagd" folgen. Da­mit hatte dieser Teil der Feier sein Ende erreicht. Von hier aus ging es nach dem Bismarkdenkmal, wo das Vorstandsmitglied der Frankfurter Turnerschaft, Prof. Bender eine weitere Ansprache hielt, die mit einem Hurra auf das einige Volk in Waffen schloß. Mächtig erklang dann dieWacht ant Rhein" über den Platz vor dem Standbild des Mannes,der Deutschland in den Sattel gesetzt hat".

Nationalhymne gesungen Körners zündendesSch

Verzeichnis

der bei L. Pfeiffer, Depositenkasse Hersfeld ferner eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

Für dar Rote Krem, Sektion Sersfeld

von Herrn Adam Döring, Dünkelrode . M. 2.

Funks Druckerei, Ertrag von

verkauften Ertrablättern . . . 10.

Radfahrerverein Ransbach . . . . 30.

Herrn Martin Visier, hier . . . . 10.

Allg. Ortskrankenkasse f. d. Landgem.

Fräulein Liesbeth Pforr hier . . . 4.

Gesangverein Allmershausen . . . 25.

Herrn Heinrich Bätza hier . . . . 100.

Herrn Apotheker Adolf Drube, Hersfeld 100.

Frau Forstmeister Diels hier . . . 30.

Herrn Unteroffizier Ehrhardt Landsturm-

Bat. 2. Comp......... 10.

F- G. Wwe........... 10.

Gesangverein Wippershain . . . . 25.

Frau Heinrich Nephuth hier . . . 20.

Gesangverein Friedlos...... 30.

Herrn Tierarzt Friedrich hier . . . 10.

Skatgewinn v. Herrn Rechnungsrat

Schultheiß hier....... 2.

Israelitischer Verein f. Unterstützung

Hilfsbedürftiger....... 100.

Beamten d. Firma L. Pfeifer, Depositen-

kasse Hersfeld........ 60.

und monatlich M. 50. bis auf weiteres

--M. 1078.-

heutiger Bestand M. 13.633.10

Wettcraussichten für Donnerstag den 3. September.

weiter, trocken, warm, nachts Abkühlung, nord- östliche Winde.