über etwa 50 Leute. In Sem Kampf mit Sem Feind erbeutete die Kompagnre vier Geschütze und zwei Ma- schinengewehre. 300 Franzosen wurden aufgerieben.
Aus dem Schlachlselde von Tannenberg.
Durch die zerstörten Städte. — Wie die Russen gehaust haben. — Der Feind in die Sümpfe gedrängt.
schtttternde Bilder dar. dem durch die Russen
Von seinem nach dem östlichen Kriegsschauplatz entsandten Spezialkorrespondenten erhält das „B. T." folgenden Bericht vom 30. August:
„Morgen vormittag Besuch des Schlachtfeldes bei Hohenstein: Abfahrt 6 Uhr, die Ordonnanzen bewaffnet, die Herren vielleicht auch. Es sind noch Tausende Russen in den Wäldern und viele Versprengte, auch Verwundete, die noch nicht aufgefunden." So lautete gestern abend, während die Stadt im Lichterschmuck zu Ehren des Sieges leuchtete, die Ankündigung unseres General- stabshauptmanns. Unter seiner umsichtigen Führung ward heute morgen die Fahrt nach Hohenstein angetreten, wo es sich um eine wichtige Entscheidung gehandelt hat, durch die zunächst Osteroüe mit seinem reichen Hinterland vor grausamem Geschick bewahrt blieb. Mit uns surrten mehrere Flieger los, denn ist der Feind hier auch glänzend zurückgeschlagen und ginn wesentlichsten Teil vernichtet, so gibt es doch noch genug andere große militärische Aufgaben zu lösen. Längs der mit alten Eichen und Ulmen begrenzten Chaussee boten sich erschütternde Bilder dar. Hunderte von Familien aus dem durch die Russen gänzlich zerstörten Neidenburg und Hohenstein führten auf den Feldern ihr Nomadenleben. Zum Teil hatten sie sich in Strohmieten eingewühlt, teils schliefen sie auf und unter ihren Gefährten.
Regstes soldatisches Leben herrschte überall. Die Fähnchen berittener Patrouillen flatterten im Winde, Melder auf Motorrädern sausten dahin, die Wagen der Feldpost rasselten vorüber, die schweren Lazarettautos mit ihren doppelten Tragbahrengestellen ließen Hupensignale ertönen. In flinken Kraftwagen mit bestimmter Flagge überholten uns die Offiziere des Oberkommandos, dann lange Kolonnen von Munition und Proviant, Feldtelegraphen und Feldküchen. Alles deutete auf energische Vorwärtsbewegungen hin. .
Vorüber an verlassenen Biwakplätzen mit Kochgeräten und Pferdepflöcken, Stroh- und Heuschichten, rück- kehrende Flüchtlinge mit Wagen, Pferden und Vieh hatten sie in Besitz genommen. Wie werden sie d e Heimat wiederfinden? Sehr schnell sollten wir die Antwort erhalten. Zertrümmerte und zur Verteidigung eingerichtete Häuser und Gehöfte längs des Weges, in den unteren Räumen blutiges Stroh, auf dem Verwundete gebettet gewesen, rechts beim Graben am Waldesrand der erste russische Tote, dahinter ein völlig aus- gebranntes Haus. Weinend erzählt die Besitzerin: „Dreißig Jahre haben wir hier gewohnt, alles ist nun dahin, alles Vieh fort!" Bei dem Hause steht ein Holzkreuz auf einer Russenlanze mit der Inschrift: 25 Russen begraben 28. August 1914." Und nun folgen immer drängender und eindringlicher die grausamsten Spuren des Kampfes. Erst einige Tote, dann der linke Graben völlig ausgefüllt von ihnen. Russische Infanteristen, dazwischen tote Pferde, Kühe, Schweine und Geflügel, zerschossene Wagen und zahllose Waffen. Das Jnfan- teriefeuer der Unseren hat verheerend gewirkt. In der Ferne zeigt sich eine Staubwolke. Auf Kosakenpferden nahen einige Landwehrsoldaten, dann Begleitmannschaften zu Fuß. Zweitausend Gefangene sind gestern dort gemacht worden und werden an uns, vorbeigefuhrt. Stumpf trotten sie dahin. Wenn man diese rohen, Gesichter sieht, glaubt man das Schlimmste der Gerüchte. „Galgenvögel sind's, Mordbrenner, keine Soldaten," meinen unsere Landwehrleute, was mir spater Offiziere bestätigten. „Sie haben überall unsagbar gebanst, alle Häuser geplündert, alles nach Wertsachen durchsucht und mitgenommen, dann Feuer angelegt. Die Kugel ist für diese Schufte zu schade." , . , ,
Wir kommen nach Hohenstein, einem freundlichen Städtchen von 30 000 Einwohnern. Aber statt der Freundlichkeit herrscht hier des Krieges ganzes Grausen. Alles liegt in Trümmern. Durch die zerschossenen Häuserfronten sieht man ins Innere. Nichts ist ganz geblieben. Hier schwelt es noch in dichten Wolken, da lodern noch die Flammen, unerträgliche Glut verbreitend. Tote Russen liegen in den Straßen und totes Vieh: der Geruch ist kaum zu ertragen. Die Russen hatten hier drei Tage gehaust, dann wurden sie vertrieben. Unsere schwere Artillerie, die Hervorragendes leistet, heizte ihnen gehörig den Abschied ein. Eine Scheune, in der stch hundert Kosaken verschanzt hatten, wurde in Brand geschossen. Gestern und auch heute noch fMd mau tn den Kellern versteckt und verbarrikadiert Russen. Einige von ihnen erschossen heimtückisch heute zwei Landwehrmänner: die Meuchler schießen nicht mehr. Großartiges haben hier bei Hohenstein eine gemischte Landwehrbri- gade geleistet. Sie mußte den ersten Stoß der Rußen aushalten, die nach Nordwesten durchbrechen wollten. Hier setzte treffend die schwere Artillerie ein.
Den Weg, den wir gefahren, hatte auch unsere Landwehr genommen, unterstützt von einer rechten Neben- division und nördlich von einem von AllensteiN kommenden Armeekorps. Nach heftigem Kampf wurden die Russen geworfen und mehrere tausend Gefangene gemacht: auch Geschütze und Maschinengewehre erbeutet. Die Russen wurden östlich gegen die Seen surückge- drängt: zugleich griff das südlich von unserer Landwehr stehende Armeekorps über Neidenburg mit stark vor- genommenem Flügel an. Nördlich der Landwehrdwi- sion gingen über Allenstem, Wartenburg, Bischossburg weitere starke Teile unserer Truppen vor, und zwar mit starkem linken Flügel über Passenheim, sodatz die Ru von drei ja, fast von vier Seiten gefaßt und in die Sümpfe und Seen geworfen wurden. Gekampstwurde überall gegen eine große Uebermacht. Durch ßeichicktes Ansetzen und richtiges Operieren wurden die herrlichen Erfokge erzielt, natürlich auch durch die bew»nderns- rverte Tapferkeit aller unserer Truppen, öie N^egeglaubtes vollbrachten. Bei Neidenburg tobten meist erbitterte E^Was unstwe^Truppen aushalten können, zeigten uns die mittags durch Hohenstein.öiehenden entzelnen Teile von Kavallerie, Infanterie und Artillerie, fast ausichließ- lich Reserve Wie flott und frisch saßen die Leute zu Pferde, wie stramm wurde nmrschiert wie gu: war die
Merbe rote stramm wuroe uiutjmiciv wie gut war die Stimmung trotz all des Durchgemachten der letzten Tage! 7Z^ packen noch die anderen, die noch in Ostpreußen sind " hieß es: „die Kerle sollen uns noch kennen lernen, keiner darf hinaus!" Die Schlacht bei Tannenberg, rote man vielleicht diese viertägigen Kampfe nennen wird, wird immerdar zu den höchsten Ruhmestaten des deutschen Heeres zählen."
Tannenberg.
Es ist geschichtlicher Boden, auf dem die deutschen Waffener olge gegen die Russen errungen wurden. Bis- her knüpften sich an die Namen der Orte Tannenberg und Soloau allerdings nur trübe Erinnerungen In der Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli 1410 erlstt der deutsche Ritterorden unter dem Hochmeister Ulrich von JunMüLL MrK dir LLrMigtW PMN und Littauer
unter dem littauischen Großfürsten Jagellow eine Niederlage, die seiner Kolonisationstätigkeit im Osten starken Eintrag tat. Soldaus Name ist mit der Prüfungszeit Preußens von 1806 verknüpft. Am zweiten Weihnachts- tage, am 26. Dezember 1806 hatte hier der preußische General L'Estocq ein heftiges Gefecht mit deu Franzosen unter Ney zu besteheu. Diese geschichtliche» Erinneran- gen werden durch die deutschen Waffentaten non 1914 für spätere Geschlechter völlig verblassen. Tanne«berg und Soldau, Ortelsburg und Gilgenburg sind Namen, die von nun an alle deutsche« Herzen höher schlagen lassen werden.
Neues über die Schlacht von Metz.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Die „Neue Züricher Ztg." veröffentlicht eine Schilderung und Würdigung der Riesenschlacht in den Bogese«, die ihrem Berliner Korrespondenten von einem Reichstagsabge- ordneten zugegange« ist, der seit nahezu zehu Jabren einer der Berichterstatter der Budgetkommission Über den Heeresetat ist und Generalberichterstatter für das gesamte Waffenmese« der Armee.
Er bezeichnet die Vogeseuschlacht als die gewaltigste Schlacht der Weltgeschichte. Die französische Armee hatte eine Stärke von über 400 000 Mann. Ihre Aufgabe war, gegen Straßburg unter Umgehung von Metz vvr- zugehen. Unterstützt wurde sie durch Heinere Vorstöße durch das Oberelsaß und über die Vogeseupässe. Drei volle Tage dauerte die Schlacht, die in einer Länge von 50 Kilometer begann. Am Ende des Ringens war die Front bis auf 100 Kilometer angewachsen. Das Ergebnis der Schlacht war panikartige Flucht des Kerns der französischen Streitkräfte auf den Festungsgürtel Toul- Epinal, um dort Stützpunkte zu erhalten. Das Ueber- schreiten des Rhein-Marne-Kanals bereitete erhebliche Schwierigkeiten, zumal die deutschen Streitkräfte keine Ruhe bei Tag und Nacht ließen. Die französischen Soldaten warfen Gewehre, Säbel nnd Tonrnister weg, um leichter vorwärts zu kommen.
Der Anfang der Schlachtlinie wird durch die Orte Saarburg-Dieuze und Delme bezeichnet, ein Schlachtfeld, das nahezu jeder deutsche Offizier aus deu Kriegsspielen kennt und auf dem er sich wie zu Hause bewegt. So konnte Schlag auf Schlag erfolgen. Der von den Franzosen besetzte Donon wurde im Sturm genommen. Eine Ortschaft nach der anderen fiel in deutsche Hände. Kein Rückzug ivar es mehr, sondern ein kopfloses Fliehen, von dem die französische Armee ergriffen wurde. Der seit Jahren gut vorbereitete Plan des Großen Generalstabes feierte so seinen größten Triumph. Hier in den Bogesen wollte er den Feind haben, und er hat ihn geschlagen. Vor mehreren Jahren hat der zuständige Generalberichterstatter mir mitgeteilt, welche französische Truppenteile in das Oberelsatz einbrechen würden und wie lange man sie dort lassen werde. Es ist genau auf deu Tag und Mann so gekommen, nur ist der Erfolg der deutsche« Waffen noch größer, als man in Rechnung gestellt hatte. Die deutschen Soldaten haben sich noch wackerer geschlagen, als man annehmen konnte.
Beachtenswerte Mitteilungen werden weiter in der Korrespondenz über die Mörser des deutschen Heeres gemacht. Ihre Herstellung geschah unter schärfster Geheimhaltung, so daß selbst im Reiche wenige darüber unterrichtet waren. Vor sechs Wochen weilte ich, so sagt der Gewährsmann des Korrespondenten, als Mitglied der Rüstungskommission in einer Munitionsfabrik und konnte feststellen, daß jede beliebige Anzahl von Geschossen und Hülse« für diese Mörser in der kürzesten Zeit hergestellt werden konnten. Diese Mörser besitze« eine hervorragende Wirkungskraft. Aus den gleiche« Mitteilungen ist zu entnehmen, daß auch die Eroberung von Lüttich früher erfolgte, als im Plan des Generalstabes vorgesehen war.
Kleine Oadiriditen-
Die Kaiserin ist in der Nacht zum Sonntag von der Reise nach dem Westen, wo sie verschiedene Hospitäler mit Verwundeten aufsuchte, wieder nach Berlin zurück- nctcfilL
Vizeadmiral Daehnhardt schwer verunglückt. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich am Sonnabend abend auf dem Kurfürstendamin in Berlin. Ein Automobil des Reichsmnrineamts, in Dem der Vizeadmiral Daehnhardt saß, fuhr beim Einbiegen, in eine andere Straße gegen einen Baum. Vizeadmiral Daehnhardt schlug mit dem Kopf gegeu die Wagenwand und erlitt schwere Verletzungen, u. a. einen Schädel bruch und einen Bluterguß in beide Augen. Vizeadmiral Daenhardt ist Direktor im Reichsmarineamt. r „
Der Oberbürgermeister von Charlottenburg verwundet. Das Oberhaupt der Stadt Charlottenburg, Oberbürgermeister Scholz (früher Oberbürgermeister in Cassel), der im Westen gegen den Feind kampft, erhielt in einem der letzten Gefechte einen Schutz m den Oberarm. Die Verwundung ist nicht bedenklicher Art. Oberbürgermeister Scholz, der augenblicklich im Lazarett , in Koblenz weilt, wird demnächst in Charlottenburg em- treffen.
Vermischtes«
Wie schwer ist eine Milliarde in Gold ? Im Reichstage sind 5 Milliarden für den Krieg bewilligt worden. Ueber die Größe einer Milliarde in Gold werden sich wohl wenige eine richtige Vorstellung machen können. (§tne Milliarde besteht aus 50 Millionen 20-Mark- Stücken Nun hat ein 20-Mark-Stück ein Gewicht von rund 8 Gramm. Nimmt man nun an, daß dieser Reichtum in einzelne Waggons eines Guterznyes aufgestapelt werden sollte, dann könnte man in einem einzelnen Güterwagen nur 10 000 Kilogr. des Goldes oder 25 Millionen Mark in Gold unterbringen. In einem Güterzugwagen haben nämlich 1250 000 Goldstücke zu 20 Mark Wert Platz. Zum Transport, der gesamten Milliarde müßte also ein Elsenbahnzug tn einer Lange von 49 Wagen verwendet werden. Dieser Fall ist Nicht rein theoretisch, sondern er kam bei der Uebersenöung der Kriegsentschädigung, die Frankreich an Demschlano für den Krieg 1870 zu zahlen hatte, in Betracht.. Die Kriegsentschädigung belief ach bekanntlich auf 4 Milliarden Mark, die in Gold zahlbar waren. Diese 4 Milliarden wogen 1600 000 Kilogr. Zur Beförderung waren 160 Eisenbahnwaggons notwendig. Sie wurde allerdings nicht auf einmal gezahlt, sondern tn größeren Teilzahlungen, deren Termine von den Regierungen festgesetzt worden waren.
Siegreiche deutsche Heerführer.
Alexander v o n K l u ck ist am 20. Mai 1846 in Münster geboren. Im Jahre 1865 trat er in das Infanterie- Regiment Nr. 55 ein und wurde 1866 Leutnant. Im Jahre 1881 wurde er Kompaguiechef und 1889 Bataillonskommandeur im Infanterieregiment Nr. 66. 1898 wurde er als Oberst mit der Führung des Füsilier-Regiments Nr. 34 betraut. 1907 wuröe ex Kommandeur
des 1. Armeekorps. Er bat Sie Feldzüge 66 und 70 mtW gemacht und wurde bei Metz verwundet. Ferner ist er bereits Träger des Eisernen Kreuzes.
Max Freiherr von Hausen wurde am 17. De- zember 1846 in Dresden geboren. Hier trat er in das Kadettenkorps ein und ging später, in das dritte sächsische Jägerbataillon als Portepeesahnrich über. 1864 wurde er Sekvnde-Leutuaut. 1890 erhielt er als Oberst das Grenadierregiment Nr. 101, 1900 wurde ihm das 12. Armeekorps unterstellt. Seit 1902 ist er sächsischer Staats- und Kriegsminister. Auch er hat als Teilnehmer am Kriege 1870/71 n. a. das Eiserne Kreuz erhalten.
Josias von Heeringen wurde am 9. März 1850 in Kassel geboren. 1867 trat er in das Füsilier-Regiment Nr. 180 ein und wurde 1869 Leutnant. Im Jahre 1895 wurde er zum Oberst befördert und mit der FUhrnna des Jnfanterieregilnetttes Nr. 117 beauftragt. 1900 wurde er General der Infanterie und Kommandeur des 1. Armeekorps. Im Jahre 1870 wurde er bei Wörth schwer verwundet. Er ist ebenfalls Ritter des Eisernen Kreuzes. Er ist allgemeiu bekannt öllrch seine Tätigkeit als Kriegsminister. _ ____ "
Karl v v « B ü l o lv wurde am 24. März 1846 in Berlin geboren. 1864 trat er in das zweite Garde- Regiment z. . ein und rvurde 1806 Leutnant. Im Feldzug 1866 wnrde er bei Sovr leicht verwnndet. Am Kriege 1870=71 nahm er im 2. GarSe-Landwehr-Regt- ment teil. 1894 wurde er Kommandeur des 4. Garde- Regimeuts z. F. Vor dem Kriege war ihm das 3. Armeekorps unterstellt. Er ist Ritter des Eisernen Kreuzes.________________________
Sie Schlacht von Sieuze.
Die Schlacht von Dieuze.
Der Hauptschlag, durch den die acht französischen Armeekorps zwischen Metz und dem Wasgenwald zu- rückgeworfeu wurden, so daß sie dank einer rücksichtslosen Verfolgung sich auflösen und auf ihre Hauptstütz- punkte zurückflute« mußten, erfolgte ant Donnerstag, den 20. August. Wir hatten, so berichtet der Gewährs- tnantt der „Magdeb. Ztg.", in der Nacht vorn 19. auf den 20. August in Schützengraben gelegen, jeden Augenblick eines französischen Angriffs gewärtig. Obwohl von Zeit zu Zeit Schlisse geivechselt lvurden, gingen die Frarrzosen nicht vor. Da fam gegen 5% Uhr auf unserer Seite der Befehl gum Angriff auf die frauzösischeu Stellungen westlich und östlich von Dieuze. Die Franzosen hatten gegenüber von Burg-Altdorf eine Vorstellung am Monacker Walde nordivestlich von Vergaville einge- nommen. Sie wurden hier von unseren Truppen nnter starkes Feuer genommen, das sie lebhaft erwidertell. Unter der Wucht unserer Maschinengeivehre ließ das französische Gewehrfeuer indessen bald nach und unsere Leute drangen trotz der Hinderllisse, die der hochstehende Hafer auf den Feldern bot, mit ««gestümer Tapferkeit gegen den Feind vor, sich immer wieder zu Zügen und Kvnrpagnien gnfatmnenfcfjlicfienö und den Angriff vorwärts tragend. Während des Vorgehens fiel es uns auf, daß aus einigen Häuschen in den Weinberg- parzellen nördlich des Monacker Waldes, in denen sich angeblich Verwundete befinden sollten, ein heftiges Flankeufeuer fam. Unsere Truppen «lachten diesem schändlichen Treiben ein rasches Ende, erschossen die Insassen und legten- die Häuser in Trümmer. Den rechte« Flügel des Feindes eroberten die deutschen Truppen durch einen glänzenden Bajonettangriff. Die Franzoserl fatnen ins Wanken, wichen uni> flüchteten renueud auf ihre Hauptstellulia zu. Die mit französischen Leiche« wie besäten Aecker legten Zeugnis davoil ab, welch' grausige Ernte hier der Tod gehalten hatte. Alles drängte nun auf die Hauptstellung zurück, aus der ein verdecktes mörderisches Artilleriefeuer unsere Truppen aufzuhalten versuchte. Aber vergebens! Vorwärts ging es mit unwiderstehlicher Gewalt, die Höhen hinauf, und unter diesem Stoße und dem tatkräftigen deutschen Arttlleriefeuer mußte der Feind seine Hauptstelluug räumen. Er tat es auf -er ganzen Linie: Demi von Vergaville bis Dieuze wareri die Straßen wie übersät mit französischen Leichen, mit Löbellgewehren und Tornistern, die die Flüchtenden weggeworfen hatten, um in ihrem Laufe unbehindert zu sein. Wagenladungen von französischen Patronen bedeckten hier den
,... Die mit fran- er legten Zeugnis
Boden.
Wie wir schon bei der Einnahme der französischen Vorstellung Maulesel gefunden hatten, die noch mit Maschinengewehren und anderem Material bepackt waren, so fielen uns auch tu der Hallptstelluug des Feindes Batterien, darunter solche allerschwersten Kalibers, in die Hände, deren Pferde noch nicht einmal aus- gespannt waren, sondern erschossen im Geschirr an der Erde lagen. Auch der gange Weg von Vergaville bis Geblingen war mit verwundeten ««d tote« Rothosen bedeckt, was den Schluß zuläßt, daß auch auf dem Rückzüge dem Geguer schwere Verluste beigebracht worden sind. Ein französischer Major, der sein Bataillon davon- laufen sah, stellte sich auf die Böschung eines Grabens und erschoß sich bei unserem Nahen Die Franzosen ließen sich zu Hundertel! gefangen nehmen und baten flehentlich um ihr Lebeu.
Wie wenig Widerstandskraft die Franzosen trotz ihres so viel gerühmten „Elaris" besaßen, rann mit nrancherlei Episoden bewiesen werden. Aus einem Bahnhofsgebäude g. B. haben drei Gruppen unserer Leute, die stark in der Minderheit waren, eine französische Besatzung von mehreren hundert Mann heraus- geholt. Die Franzosen eröffneten aus dem Gebäude heraus zwar auf die wenigen anrückenden Deutschen ein Feuer, steckten dann aber bald, als sie sahen, daß sich unsere Leute in ihren: Vorgehen dadurch nicht abschrecken ließen, auf etwa hundert Meter eine weiße Fahne heraus, um sich zu ergeben und ihr Leben in Sicherheit zu bringen.
Demgegenüber waren die deutschen Truppen von einem Heldenmute beseelt, der die glänzenden Leistungen hervorbrachte. Auch links von uns ging, wie wir beobachteten, das Gefecht schnell voran, der Feind flüchtete auf Dieuze zurück, um von dort den Rückzug auf Lunevtlle anzutreten. In den Kämpfen bekam man den Eindruck, daß die französischen Verwun- deten ganz systematisch auf unsere Truppen schießen, die sich ihnen nähern. Eine ganze Anzahl deutscher Krieger hat auf daese Weise das Leben eingebützt, darunter auch ein Oberst. Nach diesen trüben Erfah- rungen ist man dazu übergegangen, die französischen Verwundeten erst daraufhin zu untersuchen, ob sie noch im Besitz von Waffen sind, bevor man sie versorgt.
** neuestes vom Cage«
Die Beute in der Schlacht bet Tannenberg.
aiJll®«li«- L September. (Amtlich.) Nach weiterer Mitteilung des Hauvtquartiers ist die Zahl der Gefangenen in der Schlacht bei Gilgenburg - Ortelsburg noch größer gewesen als bisher bekannt, sie betrug 70 000 Mann, darunter 300 Offiziere. Das gesamte Ar- tilleriematerigl der Rüsten ist vernichtet.