ten Kämpfen mit den Montenegriner«, welche eine schwere Niederlage erfuhren. Von den Montenegrinern wurden viele standrechtlich behandelt, weil sie die Gefangenen grausam mißhandelten. Die türkische Be- vökerung begrüßt die Truppen der Monarchie auf die herzlichste Weise. Die Kaserne in Plevlje hat noch deutsche Aufschriften wie zur Zeit der österreichischen Herrschaft.
Die Verteidigung von Kiantschon.
Aus Tsingtau wird gemeldet, Freitag abend hätten die deutschen Truppen eine Depesche des Kaisers erhalten, der sie zum Widerstand anfs äußerste auffordert. Alle Bauwerke, die dem Feind als Ziel dienen können, wurden gesprengt, alle chinesischen Dörfer des Gebiets vom Boden weggefegt.
Die Königin von Belgien flüchtet nach London.
Wie das Stockholmer „Aftenbladet" meldet, bestätigt es sich, zuverlässigen Nachrichten aus Belgien zufolge, daß die Königin mit ihren Kindern Antwerpen verlassen und sich nach England begeben wird. Die Reise wird dadurch begründet, daß bei einer eventuellen Be- lagerung der Stadt diese mit der Unterhaltung eines Königshofes nicht belastet werden soll. Auch der schlechte gesundheitliche Zustand der Könrgin und des einen Prinzen könnten die Folgen einer Belagerung nicht ertragen. Aus London wird gemeldet, daß die Besetzung der Stadt Gent durch die Deutschen jede Stnnde erwartet werde. Das Volk flüchtet in großen Massen ht der Richtung nach Ostenöe.
Unsere schweren Geschütze vor Lüttich.
Der Kriegsberichterstatter der „Nieuwe Rotterdam- sche Courant" schreibt voll Bewunderung über die deutschen strategische« Maßnahmen vor Lüttich: Die schweren Geschütze sollen in mehrere Teile zerlegt nach Lüttich gebracht worden sein. Hierbei hatten die Deutschen alles berücksichtigt und keineswegs auf das Vorhandensein von Schienen gerechnet, obwohl solche aller Wahrscheinlichkeit nach in dem Industriegebiet vorhanden sein mußten. Die deutschen Truppen hatten deshalb Schienen mitgeführt, die u. a. längs der Avenue Rogier aufgestellt worden seien, worauf man die ungeheuer schweren Geschütze fortbewegt habe. Von dort aus, also außerhalb der Stadt, habe dann aus einer Entfernung von 6000 bis 7000 Meter die Beschießung der Forts begonnen, die in aller Bequemlichkeit zusammengeschossen wurden, ohne daß Opfer an Zeit oder Soldaten gebracht werden mnßten. Die Forts hatten nicht einmal antworten können, da ihr Feuer sonst die eigene Stadt zerstört hätte.
Der Korrespondent der „Daily News", der von der belgisch-französischen Grenze nach Ostenöe fuhr, um nicht von den deutschen Truppen abgeschnitten zu werden, gibt eine Schilderung von der Panik der Bevölkerung. Er sagt: Die deutschen Truppen rücken unglaublich rasch vor. In den flämischen Dörfern hätte ihm die Bevölkerung entgegengeschrien „Warum haben uns die Engländer verraten! Warum hat man uns ganz ohne Nachricht gelassen, so daß wir jetzt hilflos sind?"
Aus der Verlustliste Nr. 10.
Infanterie-Regiment Nr. 171, Colmar i. E. 3. Kom- pagme: Martin Meyer, Breitenbach (?) vermißt; Anton Sonntag, Windhausen (?) vermißt. 4. Komp.: Musk. August Fremder, Kirchditmold, tot. 6. Infanterieregiment Nr. 105, Straßburg i. E. 2. Komp.: U.-O. Johannes Teuchert, Gersdorf (?) leicht verw. 3. Komp.: Gefr. Ewald Willy Schönfelo, Lauterbach (?) schwer verw. Landwehr-Infanterieregiment Nr. 133. 5. Komp.: Gefr. Paul Alfred Schönherr, Lauterbach, leicht verw. Landwehrmann Friedrich Ernst Pfeil, Kau- sungen, leicht verw. — Nachtrag aus der Verlustliste Nr. 9: Jäger-Reg. zu Pferde Nr. 6: Jäger Heinrich S t r ü b e r, Blankenheim (Kr. Rotenburg), verw. Bad. Leibgren.-Regt. Nr. 109, Karlsruhe. 7. Komp.: O.-Lt. zu Sayn-Wittgenstein, tot. Jnf.-Regt. Nr. 138, Dieuze, 1. Komp.: Res. Heinrich Maurer, aus Wils- bach (Kr. Biedenkopf), vermißt; 3. Komp.: Musk. August Winter aus Brettenworbis sKr. Worbis), tot; Unteroffizier Adam Briel aus Allendorf (Kr. Biedenkopf), leicht verw.
Die 11. Verlustliste wurde am Donnerstag im Reichsanzeiger veröffentlicht. Sie enthält die Namen von 188 Verwundeten und Toten, wobei die Zahl der Verwundeten jedoch die der Toten bei weitem über- steigt. Die Zahl der Toten beträgt nur 17.
die deutsche Regierung in Belgien.
In ganz Belgien ist die nachstehende Proklamation in deutscher, flämischer und französischer Sprache veröffentlicht worden: t , ...
„An die Bevölkerung in Belgien! Die Ereignisse der letzten Tage bewiesen, daß die Bewohner sich nicht über die Folgen klar sind, welche Verletzungen des Kriegsrechts nach sich ziehen. Ich empfehle daher, die folgende Veröffentlichung mit größter Anfmerk- samkeit zu lesen: Mit dem Tode werden bestraft alle Landeseinwohner, die auf unsere Soldaten schießen oder sich sonst am Kampf beteiligen, die, ohne dem Heer anzugehören, versuchen, unseren Truppen z« schaden, den belgische« Truppen oder ihren Verbündeten Hilfe zn leisten, die sich einer Handlung schuldig machen, die Leben und Gesundheit unserer Soldaten gefährdet, nnd die bei Spionage betroffen werden. In den Ortschaften werden Hansfuchunge« abgehalten. Wer mit Waffen betroffen wird, zieht sich schwere Strafe zu, in belastenden Fällen wird die Todesstrafe verhängt. Ortschaften, deren Bewohner feindselige Handlungen gegen unsere Truppen begehen, werden niedergebrannt. Für Zerstörungen an Straßen und Eisenbahnbrücken werden die den Zerstörungspunkten benachbarten Dörfer zur Verantwortung gezogen.
K o l e w e."
Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Tgbl." hat vom Chef öer Feldpost folgendes persönlich erfahren:
Im Hauptpostamt zu Lüttich liegen Hunderttausende von Postsache« «vd Briefen, die seit der Besitzergreifung durch Deutschland, eingingen. Es hat sich herausstellt, daß unzählige dieser Briefe narkotisches Pulver enthalten, sodatz oer betreffende Offizier die Posträume geschloffen hat, da der Aufenthalt in ihnen unmöglich wurde. Die Belgier haben Mittel gebraucht, die an Verwerflichkeit «nd Infamie nicht überbietbar sind. In den Städten nahe dem Hauptquartier kommen Züge mit Verwundete« a«. Die Einwohner drängen sich vor, «m Verwundete auf- nehmen und pflegen zu können. Die Haltung der Verwundeten ist erstaunlich; sie wollen alle sofort wiederhergestellt sein «nd dann zur Front zurück. Das ist keine Redensart, sondern volles Herzensbedürfnis.
Zu den Sümpfen im Offen.
Bericht eines Mitkämpfers.
Aus Dirschau wird uns gemeldet:
Am 26. August nachmittags kamen einige hundert russische Gefangene, darunter mehrere Offiziere, hier durch. Die Beglettmarmschasten der GekgtzgetzM gehör
ten zu einem jener braven ostpreußischen Regimenter, die auf die denkbar tapferste Weise an den Kämpfen im Osten teilgenommen haben. Ein Vizeseldwebel erzählte dem Spezialkorrespondenten des Berliner Tageblattes folgendes:
Stundenlang waren wir schwerem Schrapnell- und Granathagel ausgesetzt. Die russische Artillerie hatte sich auf 1000 bis 1500 Meter gut eingeschossen und uns herbe Verluste zugefügt. Wir gingen in furchtbarem Feuer vor. Auf 80 Meter hatten wir uns zunächst dem Feinde genähert. 24 Geschütze waren gegen uns aufgefahren, Tod nnd Verderben versendend. Es war unsere Auf- gabe, sie im Sturm 31t nehmen. Mit Hurra ging es los. Da öffnete sich eine Schlucht vor uns. Niemand zögerte. Hinunter jagten wir nnd wieder hinauf, was sehr schwierig war bei dem bewaldeten Berge und dem vernichtenden Feuer. Aber wir kamen doch hinauf und machten im Handgemenge die sich tapfer wehrenden Mannschaften der Batterie nieder. Die Geschütze demolierten wir, so schnell es ging.
Die Dunkelheit brach herein. Das Gelände war zu schwierig. Die russische Infanterie war in wilder Flucht zerstoben. Wir machten mehrere hundert Gefangene, die wir zum Transport unserer Verwundeten verwendeten. Mein Hauptmann drückte mir die Hand. Ich hatte nicht geglaubt, daß wir uns in dieser Welt sehen würden. Unser Erfolg ist groß. Jedoch gab es für viele der Unsrigen kein Wiedersehen mehr. Sie sind den Heldentod gestorben. Später fanden noch verschiedene Vorpostengefechte statt. Die Russen wurden überall zurückgeworfen.
Mein Gewährsmann erzählte mir noch, daß die in russischen Regimentern dienenden Polen nicht auf unsere Truppen feuern. Die russischen Offiziere in den hinteren Reihen schießen die Widerspenstigen oder Zögernden nieder. •
wie die „Kronprinzessin Eerilie" verfolgt wurde.
Neues über das glückliche Entkommen des Lloyddampfers.
Auf der Rückkehr aus Neuyork nach Bremen ist der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kronprinzessin Cecllie" bei Kriegsausbruch bekan itlich glücklich den Feinden entkommen. Der Dampfer hatte für französische und englische Banken 10,6 Millionen Dollar in Gold, 3,4 Millionen Dollar in Silber an Bord, als er am letzten Dienstag im Juli Neuyork verließ, um mit 1200 Passagieren über Plymouth und Cherbourg nqch Bremen zu fahren. Ueber die Fahrt berichtet die „Neuyorker Staatszeitung" vom 5. August:
Während am Freitag (31. Juli) die Passagiere an Bord auf einem improvisierten Ball zwei Tagereisen vom Plymouther Hafen lustig das Tanzbein schwangen, bemerkte einer der Reisenden plötzlich, daß sich der Mond anstatt wie bisher auf der Steuerbordseite aus der Backbordseite befand, und er hatte kaum seinem Erstaunen Ausdruck gegeben, als Kapitän Polack auch schon die männlichen Passagiere nach dem Rauchzimmer der ersten Klasse bitten ließ und ihnen dort folgende Eröffnung machte: „Meine Herren," sagte der Kapitän, „der Dampfer hat drahtlose Depeschen aufgefangen, wonach der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich erklärt ist, und wir fahren nach Amerika zurück. Wir haben Kohlen genug, um dorthin zu kommen, und ich hoffe, daß wir von keinem feindlichen Fahrzeug erwischt werden." Ein etwas nervös ungläubiges Gelächter, Applaus, einige Flüche und Proteste und noch mehr Gratulationen folgten der Ansprache. Die Lichter wurden abgeblendet, das ganze Schiff wurde vom Bug bis zum Stern mit Segelleinwand verkleidet, und während der Nacht gaben fleißige Matrosenhände den vier gelben Schornsteinen der „Kronprinzessin" einen tiefschwarzen Anstrich, so daß der Dampfer von weitem wie einer der Ozeanriesen der „White Star Linie" aussah.
Man befand sich 46,46 Grad nördlicher Breite und 30,21 Grad westlicher Länge, als der Rückweg angetreten wurde, und dann begann ein viertägiges Rennen über den Atlantischen Ozean, das erst sein Ende erreichte, als sich der Dampfer innerhalb der Dreimeilengrenze an der amerikanischen Küste in Sicherheit befand, und währenddessen Kapitän Polack nicht von der Kommandoorücke gewankt oder gewichen ist.
Eine Gruppe von Finanziers, die sich an Bord befand, offerierte den Ankauf des Dampfers, der dann unter amerikanischer Flagge seinen Weg nach Europa hätte fortsetzen sollen, aber Kapitän Polack erwiderte den Antragstellern trocken, er habe seine Befehle vom Norddeutschen Lloyd und nach diesen und nichts anderem werde er handeln. Man versuchte, drahtlose Depeschen abzusenden, doch der tapfere Kommandant erklärte gelassen, davon dürfe nicht die Rede sein, da sonst die Position des Dampfers verraten werden könnte. „Welchen amerikanischen Hafen man denn zu erreichen suchen werde?" Ein Achselzucken, und die Antwort: „den nächsten!"
Weiter ging die wilde Jagd, und in der Nähe der Neufundlandküste tauchte dichter Nebel auf. Ohne die Fahrt zu vermindern, raste die „Kronprinzessin" hindurch, ohne auch nur ihr Nebelhorn ertönen zu lassen. Einer Abordnung von Passagieren, die Verwahrung gegen volle Fahrt im Nebel einlegte, erklärte der Kapitän: „Ich weiß genau, was ich tue, ich bin bereit, die Verantwortung zu tragen. Im übrigen haben Sie wenig Veranlassung zur Besorgnis, denn wir steuern einen Kurs, der sonst nicht befahren wird."
Am 3. August erreichte „Kronprinzessin Cecilie" den Hasen von Bar Harbox im Staate Maine und war damit in Sicherheit. Der Kapitän erzählt:
„Am Sonnabend (1. August) fingen wir eine drahtlose Depesche von dem französischen Dampfer „La Savie", welche besagte, daß der französische Panzerkreuzer „Friant" sich in der Nähe von Neufundland befinde. Ich war nicht sicher, ob der Kreuzer wußte, in welcher Gegend wir uns befanden, aber darüber, daß wir verloren seien, wenn er uns sichtete, konnte mir kein Zweifel aufkommen. Also hieß es, den Bogen um ihn herum, noch etwas größer machen, aber ich kann nicht gerade behaupten: daß mir sonderlich behaglich aus der Kommandobrücke gewesen wäre. Das Wetter war hell und klar, bis wir an die gefährlichste Gegend kamen, und mir wurde die Sache mit jeder Stunde ungemütlicher. Da senkte sich plötzlich ein dichter Nebel, graugelb wie Erbsensuppe, auf das Wasser hernieder, und wenn ich auch nie in meiner langen Laufbahn als Seemann einen Nebel willkommen geheißen habe, dieses Mal war ich von Herzen dankbar dafür. Nun wußte ich fast mit Sicherheit, daß wir außer Gefahr seien, wir hätten denn geradezu mit dem Kreuzer zusammenstoßen müssen, sonst konnte er uns nicht bemerken. Noch am Montag (3. August) haben wir eine drahtlose Depesche des britischen Kreu- zers „Essex" aufgefangen, welche anderen Kriegsschiffen unsere vermutliche Position angab, und wenn ich mich durch den Nebel hätte genieren lassen, so wäre diese Positionsangabe eine ziemlich richtige gewesen und wer weiß, was passiert wäre."
Kleine Iladirlcfifen,
Gott läßt sich nicht spotten. Am 28. Juli wagte das Journal du Midi noch zu schreiben: „Der Bismarck der Deutschen hat das Wort geprägt: „Wir Deutschen fürchten Gott und nichts in der Welt." Wir Franzosen sind noch viel zuversichtlicher, wir fürchten selbst diesen Herrgott der Deutschen nicht." — Die Tage von Mülhausen, Metz und Longwy haben bereits eine höhere Antwort auf solche Blasphemie gegeben.
Deutsche Helden «no Christe«. Aus dem Lazarett schreibt ein schwerverwundeter Jäger an seinen Vater: „Vater, ich habe meinen Arm verloren, aber meinen AM gefunden!"
Das Eiserne Kreuz für Generaloberst v. Heeringe«. Der Generaloberst v. Heeringen, der frühere Kriegsminister und ehemalige Kommandeur des 2. Armeekorps, hat, wie die „Ostsec-Ztg." hört, das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse hat er sich bereits als junger Leutnant im Kriege 1870/71 er- worben.
Graf Zeppelin reist ins Feld. Graf Zeppelin erklärte in Ulm, nach dem „Berl. Lok.-Anz.", auf seiner Durchreise, daß er sich als Kriegsfreiwilliger gemeldet habe, daß man ihn aber nicht haben wollte, weil er schon zu alt sei. Trotzdem aber wolle er ins Feld reisen. Bet seiner Abreise wurde der Graf mit Hochrufen begleitet.
Ein Schrapnellschntz und 72 Tote. Von den in München eingetroffenen Verwundeten wird erzählt, wie in einem Schützengraben 72 Franzosen gefunden wurden, die ein einziger Schrapnellschuß getötet hatte.
Landsturm „ohne Waffe". Aus Göhren auf Rügen wird dem „Tag" geschrieben: Die Landsturmmänner erwarten ihre Einbernfung. Die Sorge ist groß. Eine Frau sagt zur andern: „Ja, ja, mit Deinem Mann geht es gut. Der ist ßau 5 fhtrm mit Waffe. Aber meiner. . . der ist Landsturm ohne Waffe! Wie soll sich der wohl gegen den Feind wehren?!
Ein Husarenstreich in Charleroi. Am letzten Freitag sollen, wie das „B. T." melbet, dem Pariser,,Temps" zufolge unsere Husaren von der Vorhut ein Reiterstück in Charleroi vollbracht haben. Ein Trupp ritt in die Stadt ein und grüßte mit lautem „Bon jour!" Die Hu- saren wurden zuerst für Engländer gehalten und ritten quer durch die Stadt. Erst ein Offizier am Ausgang der Stadt erkannte die deutsche Uniform und ließ dann feuern. Die Husaren entkamen jedoch dem feindlichen Feuer.
Die feldgrünen Pferde der russische« Kavallerie. Die Londoner „Times" bringen ein Telegramm ihres Petersburger Korrespondenten, worin es etwa wie folgt heißt: 30 fOtiUionen Pferde stehen den russischen Regimentern fiir diesen Krieg zur Verfügung. Sämtliche russischen Kavallertepferde sind grün angestrichen, damit sie auf bett Wiesen und im Walde unsichtbar werden. (Anm. d. Red.: Wir woUeit uns den „Times" für die Preisgabe der russischen Kriegslist erkenntlich erweisen, indem wir verraten wollen, daß unsere Heeresleitung die für den Sommerfeldzug gegen Rußland bestimmten Pferde braun oder schwarz anstretchcn ließen; für den Winterfeldzug werden sie natürlich weiß angepinselt.)
Englische Kavallerie geschlagen.
Ein Kenner der englischen Armeeverhältnisse schreibt der „Post":
Ganz besondere Genugtuung hat wohl jeder empfunden, daß die ersten englischen Truppen, die gegen die unsrigen eingesetzt wurden, — eine Kavalleriebrigade — sofort die deutschen Hiebe bei Maubeuge gekostet haben. Freude wird es auch erregen, daß es gerade die Elite- truppe des englische« Oberkonrmaudierende« French ist, die geschlagen wurde, denn dieser ist ganz besonders stolz auf die Erfolge seiner Reiterei, die ihn in den Geruch des befähigsten englischen Truppenführers gebracht haben. Nach unseren militärischen Begriffen fehlt der englischen Kavallerie, die vorzüglich beritten ist, die furchtbarste Waffe der neuzeitlichen Reiterei, die Lanze. Nur Dragoner und Ulanen führen zum Eskortedienst und bei Paraden Lanzen, die im übrigen bei Expeditionen gegen „wilde Völkerschaften" ausnahmsweise mitgenommen werden können. Dies würde natürlich keineswegs den Gebrauch dieser Waffe gegen uns ausschließen, wenn man die Mannschaften entsprechend ausgebildet hätte, was aber nicht der Fall ist. So dürfte die englische Kavallerie nur mit einem am Sattel befestigten Säbel mit gerader Klinge etwa nach Art unseres Klirasfierpalasches und mit dem Gewehr Modell 1903 Lee-Ensielb ausgerüstet sein, das am Sattel getragen wird.
Die englischen Kavalleristen find an sich recht gute Reiter und ganz sicher hoch einzuschätzen. Es existieren im ganzen 28 Ltnienkavallerteregimenter, von denen 7 Garde-Dragonerregimenter („Garde" ist nur eine historische Bezeichnung), 3 Dragoner-, 12 Husaren- und 6 Ulanenregimenter sind. Die Unterschiede bestehen nur in den Paradeuniformen und eventuell im Pferdematertal. Abgesehen von der Lintenkavallerie sind noch 3 Garde-Kürassierregimenter, sowie ein Lifeguards- und 1 Horseguardsregiment vorhanden, die aber in der Heimat bleiben. Die gesamte Expedittonsarmee oder Feldarmee soll eine Kavallerie - Truppendivision aufweisen, die aus 12 Regimentern zu je drei Eskadrons, 1 Maschi- nengewehrabteilung, 4 reitende Batterien zu 6 Geschützen zusammengesetzt ist. Diese würden zusammen 36 Eskadrons, 24 Geschütze, 12 Maschinengewehre und rund 9800 Säbel ausmachen.
Aus dem Auftreten der Kavallerie geht hervor, daß das perfide Albton im Gegensatz zu den im Parlamente abgegebenen Erklärungen des schamlosen Heuchlers Grey sofort nach Ansbruch des Krieges englische Truppen nach Frankreich geschafft hat: ein neuer Beweis für die in Schmutz starrende englische Gesinnung. Es ist anzunehmen, daß zunächst die jederzeit bereite „Strivina Forces^ in der Stärke von etwa 45 000 Mann in Al- dershot übergesetzt wurde.
Zwischen Metz und den Bogefen.
20. August 1914.
Wo ist es gewesen? Wer hat es geseh'n: Zwischen Himmel und Erde die Fahne weh'n?
Ein Fahnenreiter riesenhaft,
Im Bügel steil den Faynenschaft, Um den Leib die Schärpe schwarz-weiß-rot, In der Faust das Schwert, und das Schwert Und der Reiter? Gott rief in der Cherubin? CMr^ Der deutsche Erzengel rete vor!
Sankt Michel, heut sollst du im Glorienschein Des Herrgotts Fahnenjunker sein!
Der sprach kein Wort. Er sprang in den Sitz.
Vom Rosseshuf schnob durch die Wolken ein Blitz — Wer hat es geseh'n? Wo ist es gewesen . . .? Zwischen Metz und den Vogesen.
Da lachte der Bayern Kronprinz hell: Gott's Gruß, mein deutscher Michael!
Gott's Gruß! — das soll unser Feldschrei sein. Gott's Gruß! Und mitten in Feind hinein!
Da stürmten sie vor, zu Pferd und zu Fuß, Kanonen brüllten: Gott's Gruß! Gott's Gruß! Aus Schwertern sang es und Büchsenlauf, Aus Lanzen klang es und Noßgeschnauf,
Aus Blut und Wut und Rauch und Ruß: Siegreich, siegreich der deutsche Gruß!
Die Fahne flattert, die Sonne scheint — Kronprinz von Bayern, wo ist der Feind? Der Feind? Gott's Gruß, der ist gewesen Zwischen Metz und den Vogesen.
IW verzog.