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Unmut genommen. Longwy besetzt.

Die Bedeutung -es neuen Erfolges. Wie es in Antwerpen aussieht. Der Franktireurkrieg in Belgien.

WTB. Berlin, 26. August. Bei Namur sind sämtliche Forts gefallen. Ebenso ist Longwy nach heftiger Gegenwehr genommen. Gegen den linken Flügel der Armee des deutschen Kronprinzen gingen aus Derdun und östlich starke Kräfte vor, die zurückgeschlagen sind. Das Oberelsatz ist bis auf unbedeutende Streitkräfte westlich Colmar von den Franzosen geräumt.

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Mit wuchtigen Schlägen zertrümmern die Deutschen .ie belgische Waffenherrlichkeit. Konnte die belgische Armee es schon nicht wagen, den deutschen Truppen im offenen Felde entgegenzutreten, so hoffte sie doch, sich hinter den schützenden Festungsmauern lange Zeit hal­ten zu können. Lüttich — Huy — Namur, alle drei Festungen an der Maas gelegen, sollten diese uralte Heer- und Bölkerstraße jedem feindlichen Durchmarsch sperren. Unüberwindlich erschienen dem Belgier diese Festen. Waren sie doch von einem der berühmtesten Festungsbaumeister der Neuzeij, dem General Brial- mont, errichtet, dessen Ratschläge in ganz Europa maß­gebend waren und nach dessen Plänen in der Schweiz Rumänien, Türkei usw. gearbeitet wurde. Für sein Vaterland hatte er sicherlich die besten Pläne entworfen. Lütich und Namur waren von einem Kranze von Pan­zerforts umgeben, die unverwundbar erschienen, gegen die kein feindliches Geschoß etwas ausrichten konnte. In diesen Panzerfesten hielten die Belgier sich gänzlich sicher

Da kamen die deutschen Truppen, von Tapferkeit und Tatendrang erfüllt. Hatten die Belgier ihnen nicht freiwillig den Lurchzug gestattet, fo wollten sie ihn sich erkänrpfen. Sie schreckten nicht die Panzerwerke, nicht die tiefen Gräben mit ihren Drahthindernissen, nicht die Betonbauten. Und sie kamen nicht allein, sondern sie führten einen unheimlichen Gesellen mit sich, ein neues

Kriegswerkzeug, dessen Existenz bis dahin ein streng gehütetes Geheimnis gewesen war. Ein neues 42-Zen- timeter-Belagerungsgeschütz, dessen Wirkung alles bisher Dagewesene übertraf. Seine Geschosse durchschlugen alle Panzer, alle Betondeckungen. Keinen Schutz gab es mehr dagegen. Oft genügte ein Schutz, um ein Pan­zerwerk vollkommen zu zerstören. So fiel Lüttich, und weiter drangen die Deutschen vor.

Zwei Wochen nach der Erstürmung Lüttichs, am 21. August, abends, begann der Mund der schweren deutschen Feldgeschütze vor Namur seine eherne Sprache. Dem Vorstoß des deutschen Heeres durch das Maas-Tal

Dem Vorstoß

siegelt, sobald die schweren

ist nirgends standgehalten worden. Das auf dem Wege nach Namur liegende Sperrfort Huy war am 22. August schon seit mehreren Tagen in deutschen Händen. Nun blieb nur noch Namur. Auch sein Schicksal war be­siegelt, sobald die schweren Feldgeschütze vor seinen Wällen und Türmen aufgefahren waren. Am Freitag­abend hat Namur aus deutschen Geschützen die Feuer­taufe erhalten, und vier Tage später konnte der General- quartiermeister schon melden, daß die Stadt und die Mehrzahl der Forts in deutscher Hand sind. Nun sind auch die vier, die noch unter Feuer standen, bald nach- gefolgt. So ist eine moderne Festung, die sich dem feind­lichen Heere vielleicht wochenlang als Hindernis in den Weg zu legen hoffte, in ein paar Tagen genommen wor­den. Und allein durch das vernichtende Feuer deutscher Geschütze, deren Wirkung unsere Gegner nicht kannten. Die Erkenntnis ist ihnen nun aufgegangen, und sie wird wie ein Schreckgespenst durch Belgien, durch Frankreich und England schleichen.

Was der Besitz von Namur für uns bedeutet, zeigt ein Blick auf die Karte. Der Schienenweg von Aachen über Lüttich ist bis Namur für uns frei, und von Namur steht unsern Truppen bis zur französischen Grenze kein Festungswerk mehr im Wege. Daß dort an der Grenze von Maubeuge bis nach Longwy der Kampf auf der ganzen Linie entbrannt ist, wissen wir. Und nun ist auch das letzte Bollwerk im Rücken der deutschen Trup­pen gefallen, ist Namur als fester Stützpunkt in deutscher Hand. Danken wir Gott und unseren tapferen Käm­pfern für diefen neuen, herrlichen Erfolg, der die Bahn frei macht für weitere Siege.

Die neuen Kruppschen Belagerungsgeschütze.

Ueber die neuen Kruppgeschütze, mit denen jetzt zu­nächst die Belgier so gründlich Bekanntschaft gemacht haben, wird geschrieben: Die Tatfache, daß es möglich gewesen ist, im Frieden Geschütze von derartiger Wir­kung völlig unbemerkt vom Auslande herzustellen, ist ein glänzender Beweis für die pflichttreue Vorbereitung

Litt Meisterwerk.

Roman von Paul Beye.

25) (Nachdruck verboten.)

Lupi war in Verzweiflung, als er gewahrte, wie die Käufer sich zurückzogen und der Umsatz ständig geringer wurde. Wiederholt hatte sich ihm Gelegenheit zu sehr günstigen Erwerbungen geboten, aber er mußte von vornherein davon Abstand nehmen, weil es ihm an Betriebskapital fehlte und seine wertvollsten Alter­tümer noch unverkauft dastanden. Wenn es so weiter­ging, war der Tag nicht fern, an dem er sich gezwungen sah, seinen Laden zu schließen.

„Es werden, ja es müssen auch wieder bessere Zeiten kommen," sagte er zu seiner Tochter, „aber wie soll ich mich so lange über Wasser halten? Wenn Du nicht so halsstarrig wärst, würdest Du dem Mommino ein gutes Wort geben, damit er uns einstweilen mit einer Summe aushilft, die ich ihm später zurückzahlen kann. Das ganze Elend ist bloß daher gekommen, daß der Mommino uns seind ist. Er hat auch die Gerüchte ausgestreut, denen zufolge man an unserer Ehrlichkeit zweifelt."

Concetta aber blieb dabei, daß sie den Geldwechsler um keine Gefälligkeit bitten wollte, mochte kommen, was da wollte.

„Vorher sollte ich den Mommino veranlassen, daß er für die Echtheit des Luca della Robbia zeugte — damals, als Du fürchtetest, daß der Fremde, der Eng­länder, der Dich wegen des Reliefs anfragte, den Betrug aus Tageslicht bringen würde — und nun willst Du gar, daß ich von dem buckligen Alten Geld leihe," er­widerte die junge Frau verächtlich. „Ich habe das eine nicht getan und werde das andere auch nicht tun."

L)U M mich ins Unglück mit Deinem Eigeu-

des Krieges im Frieden. Es ist ja ohne weiteres ein­leuchtend, eine wie große Zahl von Personen bei dem Zustandekommen eines derartigen Geschützes beteiligt werden muß, ehe die neue Einrichtung fix und fertig in die Erscheinung treten kann. Der deutschen Heeresver­waltung ist es gelungen, dies Geheimnis so vortrefflich zu wahren, daß der Feind erst durch die Wirkung deo einschlagenden Geschosse davon erfuhr. Das ist ein leuch­tender Beweis für die Pflichttreue aller in Betracht kommenden Persönlichkeiten. Es tut jedem deutschen Herzen wohl, das in aller Oeffentlichkeit festzustellen. Auch unserer größten deutschen Waffenfabrik gebührt für ihre Leistungen der Dank des Vaterlandes. Sie hat sich in diesen schweren Tagen getreu ihrer Ueberlieferung glänzend bewährt. Die Leistungen unserer deutschen Geschütze vor Lüttich und in den gesamten Kämpfen im Westen und Osten berechtigen das deutsche Volk zu der Zuversicht, daß die deutsche Artillerie allen Anforde­rungen und Aufgaben gewachsen sein wird, die der weitere Krieg uns stellt.

Kundgebungen vor dem kronprinzlichen Palais.

WTB. Berlin, 27. August. Infolge der gestrigen Siegesnachrichten waren die Linden und die angrenzen­den Straßen bis in die späten Nachtstunden sehr stark belebt. Unter begeistertem Jubel, Hurra- und Hochrufen zog eine unübersehbare Menge zu dem kronprinzlichen Palais. An der Spitze der Menge befand sich eine Gruppe Oesterreicher, die eine große österreichische Fahne entfalteten. Vor dem Palais staute sich die Menge und plötzlich sah man in der Hand der in der ersten Reihe Stehenden Wachskerzen aufflammen. Ein Oesterreicher trat vor und hielt eine begeisterte Ansprache auf die Waffenbrüderschaft Deutschlands und Oesterreichs. Er­schloß mit einem Hoch auf die beiden Monarchen und den Kronprinzen. In diesem Augenblick öffneten sich die Balkontüren und die Kronprinzessin, begleitet von mehreren Damen ihres Gesolges trat an eine Brüstung. Unaufhörlicher Jubel erscholl laut dem Berl. Lok.-Anz. beim Erscheinen der hohen Frau. Alle riefen Hurra und schwenkten begeistert die Hüte. Die Kronprinzessin dankte lebhaft nach allen Seiten.

Aus dem Großen Hauptquartier

schreibt man dem „Berl. Tagebl." unter dem 24. ü. M.: Mit großer Ruhe werden die Operationen geleitet. Nur wenige Zimmer in einem alten Gymnasium sind für die oberste Heeresleitung eingerichtet mit eigenem Telegraph und Telephon. Nach allen Seiten vor dem Gebäude stehen Posten aus Reservisten, Landwehr- und Land­sturmleuten. Weder ein General noch eine Ordonnanz erhalten Einlaß ohne Legitimation. Der Kaiser arbeitet Tag und Nacht mit Eifer und Hingabe und gönnt fW fast keine Ruhe. Das Gebäude der Heeresleitung ist ganz abgesondert und frei von Unruhen oder Hast. Alles spielt sich im Rahmen eines Kaisermanövers ab, nur, daß alles noch ruhiger und klarer ist.

Wie es in Antwerpen anssieht.

Aus dem Haag wird der „Vossischen Zeitung" be­richtet: In Antwerpen macht sich bereits heftige Unzu­friedenheit mit dem Verhalten der Regierung bemerk­bar. Am Mittwoch mittag trafen in jämmerlichem Zn- stande die ersten flüchtigen Truppen vom Schlachtfelde ein. Die Schlacht von Hannut-Loewen hat drei Tage Jedanert. Die Soldaten berichten: Unser Vormarsch ist reimal abgeschlagen worden. Wir haben gekämpft wie die Löwen, aber wir konnten gegen die Uebermacht nicht aufkommen. Für jeden gefallenen Feind standen zehn nene anf und doch hätten wir ausgehalten, wenn unsere Leute nicht von dem grauenhaften Feuer der deutschen Maschinengewehre buchstäblich niedergemäht worden wären. Ferner beklagen sich die Leute über den Mangel an Offizieren. Die Verzweiflung ist um so größer, als die Truppen sich von den Engländern und Franzosen betrogen glauben. Mit allem Eifer werde jedoch die Be­festigung von Antwerpen verstärkt. Inzwischen rücken die deutschen Truppen vor. Sie haben alle Verbin­dungen mit Antwerpen durchschnitten. Man glanbt, daß die ersten Vorpostengefechte unmittelbar bevor- stehen. Deutsche Flugzeuge überfliegen die Forts. Sie wurden beschossen, aber ohne Erfolg. Bei der Schlacht von Loewen sind, wie es heißt, die Franzosen und Eng­länder zu spät gekommen, obgleich auch sie am Streit teilgenommen haben. Unter den nach Antwerpen ge­brachten Verwundeten befänden sich anch Engländer und Franzosen.

Der Frankttreurkrieg in Belgien.

WTB. Berlin, 27. August. Der Kriegsbericht- erstater der „B. Z. am Mittag" schreibt über den Kampf

sinn," jammerte der Vater. „Solch ein undankbares Geschöpf wie Du hat noch nicht gelebt."

Concetta stand da wie eine Göttin der Rache, so schön und hoheitsvoll und doch mit einem Ausdruck von Haß in den dunklen Augen, der den Vater entsetzte. Ihr Antlitz war weiß und kalt, wie aus Marmor gemeißelt, und nur die schwarzen Augensterne schienen darin zu leben.

„Und wenn ich Dir auch den Willen täte, Vater," entgegnete sie eifrig, „was sollte es helfen? Der Eng­länder, von dem Du fürchtest, daß er Dich vor Gericht bringen würde, hat gar nicht daran gedacht. Er hat sich nicht wieder bei uns blicken lassen und ich hätte mich also ganz vergebens erniedrigt, wofern ich Deinem Wunsch gemäß mit dem Mommino geredet. Und ebenso ver­gebens wäre es, wenn ich Geld von ihm borgen wollte, denn Deinen Ruin hält nichts auf. Er ist die Strafe für das Unrecht, das wir meinem Gatten zugefügt. Und weil die Strafe gerecht ist, müssen wir uns ihr fügen."

Lupi geriet wieder einmal in eine fassungslose Wut. Er schimpfte, warf mit den Stühlen im Zimmer innrer, stampfte mit den Füßen und machte einen Lärm, daß man es weit draußen auf der Straße hören konnte. Concetta aber tat, als ob sie das alles nichts anginge. Sie besorgte den Haushalt, ohne sich viel Mühe damit zu machen, sorgte für ihre Kinder und verbrachte die übrige Zeit in grüblerischem Müßiggang. Es schien, als ob ihr alles gleichgültig wäre, außer ihren Kindern, denen sie sich letzthin mehr widmete als früher.

Die Liebe für ihre Kleinen war es denn auch, die ihr Vater benutzte, um sie seinem Willen gefügig zu machen.

„Ich möchte wohl wissen, was aus den armen Würmern werden soll, wenn sie uns den Laden schließen," äußerte er eines Tages. „Wenn es zum Kon­kurs kommt, bleibt uns kein Pfennig übrig und Du kannst mit den Kindern betteln gehen."

gegen die Franktireure: Der Frankttreurkrieg in Bel, gien ist die Schöpfung eine wohldurchdachten bürger­lichen Organisation. Ich habe selbst gesehen, wie man den Bürgermeister des zerstörten Clermont einbrachte, wo die Weiber wie Bestien nachts über schlafende Ver­wundete herfielen und sie in nicht wiederzugebender Weise marterten, bis der Tod sie erlöste. Belgier haben mir erzählt, daß dieser Bürgermeister trotz des inständi­gen Abratens des Ortspfarrers die Bevölkerung zum Ueberfall auf die deutschen Soldaten aufforderte und mit Waffen versah.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Verteilung von Waffen und Munition an die Zivilbevölkerung systematisch durchgeführt worden ist. — Der Mut der Bürger und die Wut gegen Deutschland wurden kiinstlich durch lügnerische Nachrichten aufgestachelt: die Russen seien schon über Breslan hinaus in Deutschland et»- gedrungen und im Anmarsch auf Berlin; die Engländer hätten den größten Teil der deutschen Flotte zerstört und landeten an der Ostseeküste. Im Oberelsatz hätten die Franzosen unter begeisterter Mithilfe der Elsässer einen großen Sieg errungen. Derartig behördlich ver­breitete Gerüchte mußten das leicht erregbare belgische Volk aufreizen. In wenigen Tagen wähnte man mit Hilfe der Franzosen die Deutsche» aus Belgien hinaus- zuwerfen.

Um die Ueberfälle zu beendigen, gab es nur ein Mittel, nämlich mit unnachsichtlicher Strenge einzn- greifen und Beispiele aufznstellen, welche durch ihre Schrecken für das ganze Land eine Warmmg bedeuteten. Die prompte Justiz, so auch die der Provinz Lüttich anf; erlegte erhöhte Kriegskontribution wirkte ausgezeichnet und ich glaube, daß, vereinzelte Fälle ausgenommen, der Frankttreurkrieg zu Ende ist. In Namur wurden viele Hunderte Pakete Zigaretten beschlagnahmt, welche zwischen dem Tabak Pulver enthielten, damit sich die Soldaten beim Nanchen die Augen verbrennen sollten.

Das belgische Heer hielt sich durchschnittlich überall tapfer. Panik und Flucht sind durch unsere strategische und taktische Führung, die der der Gegner überlegen war, begründet. Unter den fortgeworfenen Ausrüftungs- gegenständen sah ich einigemale Hosen und erfuhr, daß einzelne Soldaten im Tornister Zivilkleidung Mit­nahmen, um, wenn es schief ging, sich leicht in Zivilisten verwandeln zn können.

Die Kriegsbente der Oesterreicher bei Krasnik.

Aus dem österreichischen Kriegsquartier wird amt­lich berichtet: Nach den letzten Nachrichten haben unsere Truppen in den Kämpfen nm Krasnik über zweitausend Gefangene gemacht und drei Fahnen, zwanzig Geschütze sowie sieben bespannte Maschinengewehre erbeutet.

Die Russen sengen und brennen.

WTB. Wien, 27. August. Das Kriegspreisequartier meldet: In Lemberg traf heute mittag der erste große Transport Russen ein. Aus allen Meldungen geht übereinstimmend hervor, daß die Russen in ihrer bekann­ten barbarisch» Weise anf eigenem und fremdem Gebiet alles verwüsten. Dörfer und Gehöfte schonungslos in Brand stecken und mit diesem Verfahren allen völker­rechtlichen Vereinbarungen geradezu Hohn sprechen. Unter diesem Sengen und Brennen hatten anfangs das galizische Grenzgebiet und die Bevölkerung sehr zu lei­den. Seit wir auf feindliches Gebiet vorgedrnngen sind, trifft die russische Verwüstungswut die dortigen Ort­schaften. Diese Methode vermag unser Vorrücken nicht aufznhalte». Die Nachrichten von dem großen Erfolg unserer Waffen bei Krasnik hat in allen Kreisen großen Jubel geweckt.

Abreise des Zaren zur Armee.

Dem Londoner „Daily Expreß" wird aus Peters­burg gemeldet, daß der Zar beschlossen habe, sich ins Feld zn begeben und während der Dauer des Krieges inmitten feiner Truppen zu bleiben. — Ob er's wirklich tun wird?

Französische Kriegslügen.

In einem Privattelegramm von „Dagens Nyheöer" datiert aus Paris vom 19. August, bestätigt das fran­zösische Kriegsdepartement, daß der deutsche Kronprinz schwer verwundet sei. Er sei nach einem Lazarett in Aachen geführt worden, wohin der Kaiser in Begleitung von drei Söhnen aus Mainz geeilt wäre. — Unser Kron­prinz hat den Franzosen bei Longwy sehr fühlbar be­wiesen, was es mit seiner angeblichen schweren Ver­wundung auf sich hat.

Deutsche Antwort auf japanische Frechheit.

Das japanische Ultimatum ist bekanntlich einer Ant­wort nicht gewürdigt worden; eine deutsche Antwort anderer Art darf aber der japanische Geschäftsträger mit in seine Heimat nehmen. Er hatte am Sonnabend die — Harmlosigkeit, an die deutsche Regierung die Anfrage zu richten, wie die in Schutzhaft genommenen Japaner behandelt würden. Es ist ihm der Bescheid geworden, daß für die Behandlung der gefangenen Japaner die Grundsätze europäischer Kultur Anwendung fänden, die

„Ich werde für sie arbeiten," sagte sie, aber es klang nicht sehr zuversichtlich. Lupi entging das nicht und er setzte mit seinem Drängen bei diesem Punkt ein.

„Was willst Du arbeiten?" fragte er höhnisch. „Willst Du für Fremde waschen oder Dich als Magd ver­mieten? Was? Du hast ja nichts gelernt, womit man Geld verdienen kann und Du bist es nicht gewöhnt, zu arbeiten."

Die junge Frau gestand sichs zu, daß der Vater im Grunde recht hatte, aber doch wollte sie sich so leichten Kaufes ihm nicht beugen. Am Abend des nämlichen Tages ging sie aus und versuchte in verschiedenen Ge­schäften Aufträge für Nähereien und Stickereien zu erhalten, aber umsonst; als man sie fragte, in welcher Handarbeitstechnik sie erfahren sei, stellte.es sich überall rasch heraus, daß sie den Ansprüchen nicht genügte. Mutlos und müde kehrte sie nach ein paar Stunden heim. Am folgenden Tage trat sie aber dessenungeachtet von neuem ihre Rundgänge an, doch mit dem gleichen schlechten Erfolge.

„Eine so schöne Frau wie Ihr, Signora, hat es doch wahrlich nicht nötig, sich die Augen mit mühseligen Sticheleien zu verderben," sagte ihr der Prinzipal in einem Wäschegeschäft. „Die kann sich auf bequemere Art Geld verdienen."

„Wie meint Ihr das?" fragte Concetta düster.

„Es gibt doch viele ehrbare Gewerbe, die für die Schönen bessere Aussichten bieten, als für die Häßlichen."

„Und was sind das für Gewerbe?" orschte Concetta zögernd.

„Nun, Ihr könntet die Tarantella tanzen. Da erstens die Truppe des Caffarelli, zweitens die des Do­nars und drittens die freilich weniger angesehene öes Bellaghi. Außerdem sonntet Ihr bei den Malern Modell stehen. (Fortsetzung folgt.)