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wieder eine Strecke vor; grad wie im Manöver. Und S sagte der Major:Kinder, der Sprung war zu und dann sprang er uns vor und wir mit. Die Sein ififfcit nur so über unsere Köpfe weg. Einmal 8 eine an meiner Nasenspitze vorbei in die Erde und H einen Schlag, wie wenn mir jemand eine Ohrfeige «eoeben hätte. Dann sprangen wir wieder vor. Die Stiere immer vorne weg. Und da, wo's dem Major nicht schnell genug ging, ist er selbst hingemacht und hat die Kompagnie geholt und hat geschrien:Lmker Flu- °cl Zehen konnten wir die Franzosen schon von weitem, die roten Hosen und die blauen Fracks. Es war bald Mittaa und glühend heiß. Ganz blauer Himmel. Ein Flieger ganz hoch, warf Bomben, aber die taten uns nix. Äer vor uns auf dem Kirchturm schössen die Franzosen wie toll mit einem Maschinengewehr das sie herauf­geschleppt hatten, und von den Schiffen und von den Fenstern und aus den Gärten haben ste geichossen.

Alles, was noch in Deckung war, ist jetzt heraus. Der Tambour hat geschlagen, da sind wir mit aufge- vilattztem Seitengewehr zum Sturm auf die Brücke hinauf. Die Offiziere immer voran. Was mein guter Hauptmann ist, wie der aus der Hecke rauskommt, ha er eine Kugel weg und tot war er, ehe er ein Wort saaen konnte. Und er hatte grad erst eine feindliche Radfaürerabteilung zurückgetrieben und 22 Klappfahr- räder die die Franzosen auf dem Rücken tragen, er­beutet. Jammerschade um ihn! Er sah so schön aus in der Scheune, in die sie ihn nachher getragen haben, als wollte er sagen:Ich hab' meine Pflicht ll^tan.

5 Aber noch waren wir nicht drin im Dorst Ach w im hab' ganz vergessen: Wir fmö durch einen Bach, unser Kommandeur immer der Erste. Der war 10 hoch, hatz das Wasser bis an die Schultern ging und es war ant daß wir nicht von den Kleinen waren. Und wie die Franzosen uns haben stürmen sehen, da ging chr Schießen erst recht los. Denn die Franzosen schießen alle auf einmal und mörderlich, und dann und sie nne- der still. Unser Major hat einen Schutz in den rechten Oberarm bekommen, und wie ihn einer hat halten wol«

Artillerie^?un?gestolfen M zwei Seiten, und unsere

SÄÄ^ gemacht. Und alle Franzosen mußten sich^ergeben. Die ^atten^Angst, sie legten ganz schnell Gewehr und Serten- oewebr ab und sprangen in die Ecken und yooen ow Arme hoch. Es waren schmächtige Leute; ste sagem aus Küdfrankreich Ich habe ihr Stücker drei gefangen hinter Anem Weinfaß. Die liefen wie die Hasen! ^ dem .s,aus in dem wir Sonntag Logis hatten, yaoen orei tote Pferde gelegen und an der Mauer hatten sie die Männer kurzerhand totgeschossen, die aus bett Häuiern uns geschossen hatten. Für uns hat's Rotwein au^ 3nem^an gegeben/ Es war zu heiß gewesen, und wenn mir «Mit beizeiten die Feldflaschen gefüllt gehabt hatten am Morgen so wären wir verschmachtet. Gesungen haben die^ Truppen dieWacht am Rhein", als ue m

La aarde^ ^W^^^ ^habeir wir gemacht. Die machten bald die Hand rund zum Betteln, weil sie Hunger hatten. Einer, der etwas Deutsch konnte, sagte:Gesehenhab^n wir euch nie in euren grauen Joppen, nur wenn ihr sprangt, wußten wir, wo ihr wart". Sie hatten alle rote Hosen und schwarze Wickelgamaschen und gW wie Fräcke, und vorn am Kragen rote Achselstücke und am Käppi die Regimentsnummer. Nur das Käppi hat eineu grauen Ueberzug. Einem haben wir ein Körnst ansaezogen! Und dann die Stiefel! Wie es heißt, müssen die französischen Soldaten sich die Stiefel selbst hatten, und deshalb sind sie wohl alle so kaputt und schlecht. Zwei von den 150, die ich mit eskortierte, hatten gar nichts an den Füßen. Bei anderen hingen die Sohlen herunter. Die Patronen hatten ste oft nur in Papier gewickelt. Sie haben uns gezeigt, wie man die Geschosse noch extra schlimm machen kann mit einem Blech, damit die Wunden noch ärger werden. t

Nachher hab ich geholfen, Verwundete tragen. Die Bauern mußten Wagen hergeben und unser Herr Oberst hat selbst dafür gesorgt. Die Schwerverletzten sind nA am Abend in Autos und Wagen ins Lazarett gebracht worden. Die Leichtverletzten sind weiter sortaemacht. Auf unserem Kasernenhof stehen jetzt neun Geschütze, die wir den Franzosen abgenommen haben. Aber mein W geht ich muß aufhören. Das nächste Mal mehr. Ich muß zurück in die Front machen. Für meinen Herrn

muß zu. ... ,.. müssen drei Franzosen dran glauben!"

Kleine üadirldife»

Der Verteidiger von Lüttich in Magdeburg. Der bei der Erstürmung Lüttichs von den Deutschen gefangen genommene Festungskommandant von Lüttich traf am Sonntag nachmittag in Magdeburg em, wo er als Kriegsgefangener in der Zitadelle untergebracht wurde.

Der vergnügte Sohn des Siegers von Metz. Als der 9jährige Prinz Alfred von Bayern, des Kronprinzen Rupprechts zweiter Sohn, den großen Sieg seines Va­ters erfuhr, rief er:Da muß ich mich mal gleich aus den Kopf stellen!" Tat es und schlug vor Freude einen

Purzelbaum um den anderen.

Landsturmriegen der Turner. An alle Turner Münchens im Alter von 17 bis 39 Jahren, die dem Landsturm angehören, ergeht mit Zustimmung des Generalkommandos von den Turnlehrern die Auf­forderung, Landsturmriegen zu bilden, in denen die Turner unter sachkundiger Leitung für die water zu erwartende eingehende militärische Ausbildung vorbe- K*^Die ° Familie des Fürsten von Albanien auf der Heimreise. Nach einer Meldung aus Romstno die Kinder des Fürsten und der Fürstin von Albanien aus Durazzo in Bari eingetroffen und haben von dort die

Reise nach Neuwied fortgesetzt._________________________

Vermischtes

schmelzen erhebt sich von verschieden Einspruch. So schreibt ArTgl. Rösch. Soeben traf ich zwei Eheleute, an d« des Goldreifs '

Behaltet eure Tranriuge zum letzten Opfer. Gegen die gewiß gutgemeinte, aber vorläufig, GRt sei Dank, noch nicht notwendig gewordene und oft recht gedanken­los durchgeführte Älmmlung von Ehermgen zum Ein- " " von verschiedenen Seiten kräftiger

* ®--'r so«*," ein Mitarbeiter:

eren Händen statt des Goldreifs ein^Eisenring steckte, aber daneben er­glänzte am kleinen Finger des Mannes ein schwerer Goldreif mit großem blitzenden Brillanten, und der schlichte eiserne Ehering der jungen Frau befand sich in Gesellschaft von wenigstens entern halben Dutzend Schmuckringen, deren jeder einzelne den Handelswert des schwersten goldenen Trauringes bedeutend überitieg. Sst so etwas denkbar? AIs 1813 die Goldringe dem aterland zum Opfer gebracht wurden und Frauen und Jungfrauen ihr Haar verkauften, um den Erlös für Kriegszwecke zu spenden, da war es das Letzte, was ste

land aus dem Elend und der Schmach der Fremherr- schaft zu erretten. Jetzt aber ist Deutschland reich und stark gerüstet. Die Banken liegen voll Gold für Heeres­zwecke, große und kleine Privatv^rmögen sind noch millionenweis vorhanden. Zahllose Bürgerfamilien besitzen Sparkassenbücher, bares Geld, kostbare Einrich­tungen und wertvollen Schmuck aller Art. Läßt das alles erst, wenn es überhaupt nötig werden sollte, ge­opfert werden, ehe das heiligste Symbol der Ehe htn- gegeben wird, damit man mit einem Eisenring koket­tieren kann, denn keinen anderen Sinn hat das, solange noch kein Mangel an Münzgeld herrscht und solange jemand noch irgendetwas anderes von Wert zu opfern hat.

Das Schicksal der deutschen Sonnenfinsternis- expedition in Rußland. Von den Mitgliedern der Ex­pedition, die in Feodosia die Sonnenfinsternis beobach­ten sollten, sind die Professoren Kempf, Schrader, Lucken- dorf, Schon, Schwasmann und Fischer über Rumänien und Ofen-Pest von Wien in ihre Heimat abgereist. In Odessa wurden sie, als sie nachwiesen, daß sie das 40. Lebensjahr überschritten hatten, freigelassen und an der Weiterreise nicht behindert. Sieben ihrer Kollegen, darunter drei Reserveoffiziere, wurden jedoch als Ge­fangene nach Orenburg gebracht, und zwar mit ihren Frauen. Die wertvollen Meßinstrumente und Apparate, sowie die optische Ausrüstung wurden beschlagnahmt.

Die höheren Behörden ließen den Ausländern eine gute Behandlung zu teil werden, aber die niederen Polizei­beamten mitten in Roheit und Gehässigkeit. Die Ge­lehrten hoffen,, daß dnrch Vermittlung der Petersburger

Akademie der Wissenschaften eine Befreiung der nach Orenburg verbannten, für kriegsgefangen erklärten sieben deutschen Gelehrten möglich wäre. Die Gelehrten erzählten Interessantes über ihre Erlebnisse. In Odessa demonstriert nur der Mob für den Krieg, die Bürger­schaft hält sich fern. Die besitzende Klasse verläßt Odessa scharenweise. Von den 2000 Mitgliedern der reichs- deutschen Kolonie in Odessa sind fast alle nach Orenburg geschickt. Nur einige Fabrikanten, deren die Stadt für die Erhaltung der wichtigsten Industrien bedarf, durften zurückbleiben. In Rußland sind allerlei Lügen verbrei­tet, Schauermären von Aufständen in Oesterreich-Un­garn, Siege der Russen, Franzosen, Serben und die Ge­fangennahme Kaiser Wilhelms durch die Franzosen. Die Astronomen bestätigen schließlich die Räumung

Warschaus.

Von einem neuen Bravourstück deutscher Seeleute das den schon bekannten Heldenstücken unserer braven

Blaujacken (der Minenlegung in der Themse-Mündung und an der ganzen Ostküste Englands und Schottlands, sowie dem kühnen Blockadedurchbruch der Kreuzer Goeben" undBreslau" bei Messina) ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann, erhält dieNeue Niederschl.

Ztg." Kenntnis durch einen ihr zur Verfügung gestellten

Privatbrief, der dieser Tage von einem Hamburger Großkaufmann an einen Glogauer Herrn geschrieben wurde. Ein Sohn des Hamburger Kaufmanns, der als gngenieur auf einem Kriegsschiff dient, berichtete seinem ater von einer hochinteressanten Wettfahrt auf Leben und Tod, welche das Schiff, das sich auf der Rückfahrt aus den Tropen befand, im Kanal mit sieben englischen Torpedobooten und drei großen Kreuzern zu bestehen hatte. Die Besatzung hat diese Strecke von 330 See­meilen, gleich 620 Kilometern, in zwölf Stunden zurück- gelegt. Verfolgt wurde das deutsche Kriegsschiff gleich zu Anfang von sieben englischen Torpedobooten, unb später versuchten drei englische große Kreuzer es in der Mitte des Kanals abzufangen. Da es inzwischen 8 Uhr abends geworden war, so entschloß sich der Kommandant des deutschen Kriegsschiffes, einfach die Linie seiner Ver­folgung zu durchbrechen. Die Engländer waren darüber so perplex, daß sie außer einigen Fehlschüssen nichts wei­ter unternahmen. Und so entschlüpfte das deutsche Schiff glücklich dem Gegner. Zu Beginn der tollen Jagd hatten in den ersten zwei Stunden die englischen Tor­pedoboote ungefähr 3 Seemeilen an Fahrt gewonnen, dann fuhren Verfolgte und Verfolger gleich schnell und dann fielen die Engländer ab. Um die hohe Geschwin­digkeit durchhalten zu können, hat das gesamte Ma- fchinenversonal des deutschen Schiffes zwölf Stunden ohne Ablösung ununterbrochen gearbeitet. Die Hitze in den Maschinenräumen stieg schon nach einer Stunde auf 47 Grad, und um die Feuerung intakt zu halten, wurde von 12 Feuerungslöchern ununterbrochen der Reihe nach bei zweien die Feuerung heransgerissen, diese abgelöscht und Koks und Kohlen auf schmalen Treppen nach oben befördert und über Bord geworfen; so wurde ein Ver­schlacken verhindert. Schließlich kam das deutsche Kriegs­schiff wie der Seemann sagt mit zwei Sack Kohlen glücklich im Hafen an, empfangen von dem brausenden Hurra der Flotte. Nachdem das Schiff in Dock gebracht worden war, stellte sich heraus, daß ein Drittel des Schiffsbodens, vom Bug an gerechnet, blitzblank ge­blieben war, erst von dort ab nahm die (in den Tropen erhaltene) Bewachsung ihren Anfang, welche nach dem Heck immer mehr zunahm. Wenn man bedenkt, daß das Schiff fast dreiviertel Jahr in tropischen Gewässern gekreuzt hat, wo das Material ungeheuer leidet, so ist das eine Glanzleistnng.

Tod ohne Verletzung. Man schreibt derKreuzztg.": In den Verlustlisten ist mehrfach die Angabe wieöerge- kehrt, daß bei Toten im »Felde eine Verletzung nicht fest­zustellen gewesen sei. Wenigstens ein Teil dieser Falle dürfte seine Erklärung in der oft erörterten Möglichkeit finden, daß ein Tod durch die Wirkung der modernen Geschosse eintreten kann, ohne daß überhaupt eine Be­rührung stattgefunden hat, also nur durch den Lustdrnck. Solche Vorkommnisse sind schon aus den Schlachten der napoleonischen Zeit berichtet, unzweifelhaft aber wah­rend der letzten Balkankriege nachgewiesen worden. Die eigentliche Ursache des Todes besteht dann wahrscheinlich in einem Gehirn- und Rückenmarkschlag, der freilich nicht stets zum Tode zu führen braucht, sondern auch mit den Erscheinungen einer Gehirnerschütterung oder tetl- weisen Lähmung vorüberaehen kann. Spuren von Ver­letzungen sind aber auch dann nicht einmal an den Ner­ven zu ermitteln gewesen.. Der Weg, auf dem die Stö­rung das Gehirn und Rückenmark erreicht geht wahr­scheinlich durch das Ohr. Auch im russtsch-iapanischen Kriege wurden solche Beobachtungen mitgeteilt, damals aber als unzuverlässig angezweifelt.

Die großen Seikerverbände im Gesechl.

Aus dem Großen Hauptquartier meldet der Kriegs­berichterstatter derFranks. Ztg.":

Das Gefecht von Tirlemont sowie die Kämpfe gegen die Russen, geben mir Veranlassung, mich einmal kurz mit den Aufgaben der großen Reiterverbände im mo­dernen Kriege zu beschäftigen. Die Aufgabe der großen Restermasien ist eine doppelte. Dem Heere weit voraus­eilend, sollen sie den Schleier durchstoyen, den die feind­liche Kavallerie gegen Aufklärung um ihr Heer gezogen hat und ferner selbst die Maßnahmen des Gegners fest­zustellen suchen. So kommt es. stets zunächst zu großen RetterkümviLn. die wie bei TrriLMwt stets für uns

ritt mit blanker

günstig geendet haben. Sehr wichtig ist die Beigavi verhältnismäßig starker Artillerie und Maschineltge- wehre an die Divisionen, da durch ihre Zuteilung die Widerstandskraft der Reiterei wesentlich erhöht wird, ohne ihre Beweglichkeit zu vermindern.

Sobald nämlich die feindliche Kavallerie geworfen ist, muß man darauf rechnen, auf feindliche Infanterie und Artillerie zu stuften, gegen die naturgemäß ein An- ritt mit blanker Waffe nur in ganz wenigelt Ausnahme- fällen, wie bei starkem Nebel, möglich ist. Es handelt sich daher darum, den Gegner auf andere Weise zu zwingen, seine Truppen zu zeigen und seinen Aufmarsch zu ver­zögern. Zu diesem Zweck muß das Gefecht zu Fuß an­gewandt werden. Mit dem Karabiner in der Hand liegen die Reiter in beträchtlicher Ausdehnultg auf einer gut gelegenen Höhe in Stellnng, ihre Maschinengewehre und Geschütze fangen an zu feuern. Angesichts dieser Beschießung ist es dem Gitter unmöglich, länger in Piarschkolonne zu bleiben. Batterien müssen vorgezogen werden, und lange Schützenlinien gehen umfassend gegen die von der Reiterei besetzten Höhen vor. Sobald aber der Gegner auf wirksame Feuerentferttung herange- kommen ist, räumt die Reiterei die Höhen und geht weiter riickwärts erneut in die Verteidiaungsstellung. So wiederholt sich das Spiel immer wieder. Dnrch dieses Verhalten wird naturgemäß der Vormarsch der gegnerischen Kolonnen wesentlich verzögert und auch die Infanterie stark ermüdet und unlustig gemacht, da sie einem Gegner gegcntibersteht, den sie nicht fassen kann.

Ich habe es selbst seinerzeit im Kaisermanöver bei Tauberbischofsheim miterlebt, daß ein aus zwei Di­visionen znsammengesetzes Kavallertekorps den Vor­marsch des 13. Korps eilten vollen Tag aufhielt. Die bisherige Verwendung der russischen Reiterei war nicht gerade glänzend. Besonders aber ist beispielsweise die Vernichtttng zweier Kavalleriebrigaden vor allem auf die sehr schlechte Aufklärung zurückzufttüren. Ein An­tritt größerer Reitermassen ins Blaue hinein wird stets mit ihrer Vernichtung enden.

3m Kamps mit den Bussen.

Aus einem Feldpostbrief.

Aus einer großen Reihe von Briefen aus dem Felde veröffentlicht derTag" nachstehend einen, der von der Ostgrenze eingetroffen ist.

Gott sei Dank bin ich noch in der Lage, Dir ein Lebenszeichen zu senden. Hier wird noch immer um Eydtkuhneri gerümpft. Am Tage ziehen sich die Russen über die Grenze zurück, ltnd des Nachts schleichen sie wie­der zurück, stecken die Dörfer in Brarid und morden und rauben Kinder, Frauen, Greise. Gestern haben sie wie­der vier Personen schwerverwundet, die nach ihrer Wirtschaft sehen wollten und etwas nach der Grenze zu- rückgingen. Stallupönen liegt etwa 10 Kilometer von Eytkuhnen. fJch habe nur ein Hemd und einen Zivil- anzug gerettet und etwas Essen mitgenommen, da wir zu Fuß flüchteten. Keinen Tag sind mir in Sicherheit. Die vielen Verwundeten und Toten, das kriegerische Leben und das fortwährende Geschlitzfeuer machen einen ganz nervös. In Eytkuhnett ist das meiste runterge- brannt oder mit Granaten zerschossen. Wann das hier ruhiger werden wird, ist nicht abzusehen. Wir sind mitten im Hexenkessel drin. Ich bin nicht eingezogen und lebe doch mitten im Kriege. Na, hoffentlich werden wir mit dem Leben davonkommen, da wir doch nun schon eine stärkere Macht bekommen. Ueber Eydtklthnen ist ein Strafgericht Gottes hereingebrochen. Du hast keine Ah­nung, wie das Volk hier lebte. In ©ybitulinen war ein internationales Gaunerpack zusanimengewürfelt. Lauter Verbrechergesichter, das Geld hatte keinen Wert, der deutsche Beamte und Einwohner wurde hier garnicht ge­achtet, sondern nur der Russe. Das Geld wurde rein verschleudert in Sekt und Gelagen. Wo es hergekommen, das sieht man jetzt. Lauter Spione; ein großer Teil dieser Bande ist schon erschossen, doch haben sich die mei­sten nach der Schweiz geflüchtet, wie die Sache losging. Wie ich erfahren habe, ist meine Wohnung schon mehrere Tage ausgebrannt. Na, es wird ja wieder werden, wenn man nur mit dem Leben davonkommt und wir den Steg haben. In unserem ganzen Militär herrscht ein Geist und Jubel, wenn die Leute ins Gefecht ziehen, der gar nicht zu beschreiben ist, und kommen diese Leute aus dem Gefecht, keine Spur von Müdigkeit oder Verzagtheit. Mit solchen Truppen kann die Welt erobert werden. Anders die Russen, diese mürrischen und verzagten Ge­sichter schon in Friedenszeit, wo ich doch täglich Gelegen­heit hatte, dieses zu sehen. Die Gefangenen freuen sich, wenn sie eingebracht werden, und sagen:Nun werden wir endlich zu essen bekonimen."

* neuestes vom Tage.

De Lage an der Ostgrenze.

WTB. Berlin, 24. Aug. Während auf dem westlichen Kriegsschauplatze die Lage des deutschen Heeres durch Gottes Gnade eine unerwartet günstige ist, hat auf dem östlichen Kriegsschauplatze der Feind deutsches Gebiet betreten. Starke russische Kräfte sind in der Richtung des Angerapp und nördlich der Eisenbahn Stallupönen- Jnsterburg vorgedrungen. Das erste Armeekorps hatte den Feind bet Wirballen in siegreichem Gefecht aufge­halten. Es wurde zurückgenvmmen auf weitere rück­wärts stehende Truppen. Die hier versammelten Kräfte haben den auf Gumbinnen und südlich vorgegangenen Gegner angegriffen. Das erste Armeekorps warf den gegenüberstehenden Feind siegreich zurück, machte acht­tausend Gefangene und eroberte mehrere Batterien. Eine zu ihr gehörende Kavalleriedivision warf zwei russische Kavalleriedivisionen unb brächte fünfhundert Gefangene ein. Die weiter südlich kämpfenden Truppen stießen bald auf starke Befestigungen, die ohne Vorberei­tungen nicht genommen werden konnten. Bald befanden sie sich in siegreichem Vorschreiten. Da ging die Nach­richt ein vom Vormarsch weiterer feindlicher Kräfte aus der Richtung des Narews gegen die Gegend südwestlich der masurischen Seen. Das Oberkomnrando glaubte hiergegen Maßnahmen treffen zu müssen und zog seine Truppen zurück. . Die Ablösung vom Feinde erfolgte ohne jede Schwierigkeiten. Der Feind folgte nicht.

Die auf dem östlichen Kriegsschauplatz getroffenen Maßnahmen mußten zunächst durchgeführt und in solche Bahnen geleitet werden, daß eine neue Entscheidung gesucht werden kann. Sie steht unmittelbar bevor. Der Feind hat die Nachricht verbreitet, daß er vier deutsche Armeekorps geschlagen habe. Diese Nachricht ist unwahr. Kein deutsches Sttmeekorps ist geschlagen. Unsere Trup­pen haben das Bewußtem des Steges und der Ueber- legenheit mit sich genommen. Der Feind ist über die Anger^p bis jetzt nur mit Kavallerie gefolgt. Längs der Eisenbahn soll er Jnsterburg erreicht haben. Die beklagenswerten Teile der Provinz, die dem feindlichen Einbruch ausgesetzt sind, bringen dieses Opfer im In­teresse des ganzen Vaterlandes. Daran soll sich dasselbe nach erfolgter Entscheidung dankbar erinnern.

Der Generalquartiermetster. gez. von Stein.