Der Sieg bei tongwy vollkommen
Das Eiserne Kreuz für Kronprinz Wilhelm und Prinz Oskar. Die Waffenbrüderschaft in Ostasien. Englands Sorgen. Wie sich die Bayern schlagen.
in Ostasien. Englands Sorgen.
Der Kriegsberichterstatter der „Franks. Ä6 " meldet aus dem Großen Hauptquartier unterm 23. August:
Der Sieg der kronprinzlichen Armee bei Longwy ist vollkommen, da hier ebenfalls der Rückzug der Franzosen in voller Auflösung erfolgte. Eine sofort «ach- stoßende Kavallerie-Division fand die Rückzugsstratze mit Ausrüstungsstücken, Gewehren, Tornistern und Käppis übersät. Die Berfolgnng wird energisch fortgesetzt. Die bei Metz geworfenen französischen Heeres- tetle gehen weiter zurück. Die Franzosen fochten teilweise gut, doch zeigt die große Anzahl
französischer Gefangener ein Nachgeben des Geistes der Truppen, aber sie sind auch ein Beweis für die ausgezeichnete deutsche Führung, die in sehr schwierigem Waldgelände, wo teilweise Infanterie ohne Artillerievorbereitung angreifen mußte, viele Gefangene abschnitt.
Die deutschen Truppen griffen in den letzten Tagen mehrfach trotz Mangels an Artillerievorbereitung die befestigten französischen Stellungen mit großer Bravour an und warfen alles über den Hansen.
Kronprinz Wilhelm und Prinz Oskar Ritter des Eisernen Kreuzes.
WTB. Berlin, 25. August. Telegramm an die Kronprinzessin Cecilie. Innigen Dank, mein liebes Kind. Irene Mich mit Dir über Wilhelms Sieg. Wie herrlich hat Gott ihm zur Seite gestanden? ihm sei Dank und Ehre. Ich habe Wilhelm Eisernes Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. Oskar soll sich auch brillant mit feinen Grenadieren geschlagen haben. Er hat Eisernes Kreuz zweiter Klasse bekommen. Sage das Ina Maria. Gott schütze und helfe den Jungen auch weiter und sei auch mit Dir und den Frauen allen. Papa Wilhelm.
Die militärische Lage am 23. August beurteilt Generalleutnant z. D. Metzler in der „Magdeburg. Zeitung" wie folgt:
Aus dem Kriegstelegramm vom 23. August ist zu entnehmen, daß drei deutsche Armeen auf dem nördlichen und dem mittleren Kriegsschauplatz gegen unseren Feind im Westen im flotten Vormarsch sind. Im Norden stehen seit dem 21. August abends unsere Kolonnen vor Namur? etwa 100 Kilometer südlicher hat unser Kronprinz mit seiner Armee (wohl westlich von Longwy) am 22. August einen Sieg erfochten, und wiederum 100 Kilometer weiter südlich hatte der Kronprinz von Bayern mit dem rechten Flügel seiner den Feind verfolgenden Armee Luneville am 22. August erreicht. Unbekannt ist bis jetzt der Name des Führers, der durch Belgien vordringenden Nordarmee. Jedenfalls ist dieser Armee eine interessante und hochwichtige Aufgabe zugefallen, indem sie, neben den allgemeinen Direktiven, bett Kampf gegen die französische, die belgische und demnächst auch gegen die grotzbritannische Armee aufnehmen muß und gleichzeitig Namur zu nehmen, Antwerpen andererseits mindestens zu zernieren hat.
Ueber die Stelle, an der unserem Kronprinzen der Sieg beschieden war, gibt der Wortlaut des Telegramms vom 23. August keine ganz sichere Auskunft. Es scheint, daß er von Luxemburg kommend mit seinen rechten Flügelkolonnen die französische Grenze überschritten und
großem Nachdruck scheint die unter dem Kronprinzen von Bayern stehende Armee den am 20. August erfochtenen Steg über 8 französische Armeekorps aus- zunutzen. Herzerhebend ist es, daß diese Armee am 22. August in der Linie Luneville-Blamont angekommen, am 23. August die Verfolgung fortsetzte. Es scheint, daß ihr gegenüber der Feind sich in südlicher Richtung zurückzieht.
Tue Nachricht, daß auf dem östlichen Kriegsschauplatz 8000 Russen bei Gumbinnen gefangen wurden und daß unser 1. Armeekorps den gegen die Orte Gumbinnen- Angerburg vorgehenden Feind angriff und zurückwarf, ist hocherfreulich. Unbekannt ist allerdings die Stärke der in weiter Front im Borgehen gemeldeten russischen Armeeteile.
Deutsch-österreichische Waffenbrüderschaft in Ostasien.
WTB. Berlin, 24. August. Der Kaiserlich österreichisch-ungarische Botschafter hat heute dem Auswärtigen Amt folgende Mitteilung gemacht: Im Allerhöchsten Auftrage ergeht an das Kommando S. M. S. „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau sowie an den Kaiserlich Königlichen Botschafter tn Tokio der telegraphische Bescheid, daß die „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau muzukämpfen habe.
Ein 2Ueisteru>erk.
Roman von Paul Beye.
28) (Nachdruck verboten.)
„Ich werde nicht immer beim Oheim bleiben," sagte sie. „Wenn ich erst so gut tanzen kann wie die Filomena und singen dazu, dann bekomme ich die dreifache Bezahlung und kann mir die Mutter nachkommen lassen, um mit ihr zusammen zu wohnen."
„Und später werden Sie sich verheiraten, Nina," meinte er.
„Wer weiß es! Ich habe keine Lust dazu. Unsere Burschen sind zu wüst, sie greifen gleich nach dem Messer und ich will meine Ruhe haben. Wie hat der Pietro Tozzi die Filomena geliebt und doch hat er sie aus Eifersucht ein paarmal beinahe umgebracht. Und selbst jetzt, er tot ist, läßt ihm die Eifersucht keine Ruhe im Jen- seits. Er muß auf die Erde kommen, um ihr nachzu- fpuren."
., Da war sie richtig wieder bei dem früheren Thema, Versunkenheit^riß Gleiter aus feiner träumerischen
«mithin 5 der Pietro der Filomena nachspüren
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_ . "Ach, die Filomena geht auch an den Sebeto, um Trinkwayer zu holen. Wir haben ja doch meist nur Zisternen, denn die wenigen Brunnen M den Höfen geben in der Regel kein Wasser her und die Wasserlei! tungen sind nur für die Reichen — da ist das einzige gute Trinkwasser, das wir bekommen können das im Sebeto Wenn der Pietro der Filomena erscheinen wiE ohni ÄtaB”eÄ^ '" 6" W E" '*" «^
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Englands Sorgen beginnen.
Berlin, 25. August. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." mitteilt, wird aus Konstantinopel der „Wiener Rnnd- schau" gemeldet:
In Ostindien herrscht unter den Mohammedanern eine tiefgehende Gärung gegen England, die an einzelnen Orten zu offenen, nnr mühsam unterdrückten Ausbrüchen geführt hat. Türkische Emissäre bereisen das Land und finden überall in der Bevölkerung begeisterte Aufnahme. Die Regierung ist nicht imstande, die von London geforderte Entsendung von britischen Truppen aus Ostindien nach Aegypten durchzuführen, da alle Streitkräfte im Lande dringend benötigt werden. Der Vizekönig ist von seinem Sommersitz nach Kalkutta zurückgekehrt und hält täglich Beratnngen mit den Höch stkommandierenden.
Siegestrophären in dentschen Landen.
WTB. Karlsruhe, 25. August. Auf dem Schloßplätze wurden heute zwölf französische Kanonen mit den dazu gehörigen Munitionswagen und Protzen, die von badischen Truppen erbeutet waren, aufgestellt.
WTB. Straßburg, 25. August. Vor dem Kaiserpalast stehen jetzt neun erbeutete französische Geschütze, nachdem die zuerst eingebrachten bei Mülhausen den Franzosen abgenommenen vier Geschütze seit gestern um fünf weitere aus dem Kampfe im Weilertale herrührende französische Kanonen vermehrt worden sind. In vergangener Nacht wurde hier ein französisches Feldzeichen eingebracht, das zunächst im Gouvernementsgebäuoe aufbewahrt wird.
Am schlimmste« sind die Bayern.
Aus Frankfurt a. M. wird der „Köln. Ztg." ge- ureldet: Ich hatte Gelegenheit, kriegsgefangene Franzosen, die an dem Gefecht an der Westgrenze beteiligt waren, zu sprechen. Sie äußerten sich übereinstimmend dahin, daß die Ueberlegenheit der Deutschen im Gefecht so groß sei, daß sie an einen Sieg der französischen Truppen nicht mehr glauben könnten. Die Wirkung der deutschen Artillerie, von der man in ihrer gedeckten Stellung fast überhaupt nichts sehe, sei unbeschreiblich. Ein Soldat gebrauchte dabei das Bild, daß es gewesen wäre, als ströme blaues Wasser aus dem Walde, so sei die französische Infanterie beim Heraustreten durch die deutsche Artillerie hingemäht worden. Die feldgrane Uniform habe die Deutschen noch zu einer Zeit verborgen, wo ihr Kugelregen schon die schlimmste Wirkung ausübte. Am schlimmsten im Gefecht seien die Bayern, die überhaupt keinen Pardon gäben und wie die Löwen in die feindlichen Reihen stürmten. Er sei überzeugt, daß die Franzosen, die einmal mit Bayern im Gefecht gestanden haben, in allen künftigen Fällen, wo ihnen Bayern gegenüberstehen, einfach die Hände in die Luft strecken würden. — Die Nachricht von der Einnahme Lüttichs fand trotz allem bei den Franzofen keinen Glauben. Sie meinten, wenn ihnen schon zu Hause viel vorgelogen worden sei, das könnten sie doch nicht glauben.
Die Haltung Italiens.
Kon-
In einer Besprechung der Weltlage nach dem Siege von Metz sagt die „Frkf. Ztg." zur Haltung Italiens:
Schon seit einiger Zeit sind Gerüchte über eine Konzentration italienischer Truppen in dem Festungsviereck Oberitaliens im Umlauf, einer Gegend, die mehr einer Stellungnahme gegen Oesterreich als einer Unterstützung seiner beiden Dreibundgenossen ähnlich sieht. Es sind zweifellos starke Einflüsse im Gange, besonders englische, die Italien von dem Wege, den ihm Pflicht und An- stand vorschreiben, auf die Seite unserer Gegner herüberziehen möchten. Der Sieg von Metz wird diesen Einflüssen entgegenarbeiten und den Besonneneren in Italien die Oberhand verschaffen. Es wird sich dort allgemein die Ansicht Bahn brechen, daß Gewinn und Erfolg für Italien nur auf der Seite seiner Dreibundgenossen zu suchen sind. Ein etwaiges Eintreten aber zu Gunsten der Triple-Entente würde für Italien, besonders unter Würdigung der durch den Sieg von Metz geschaffenen Lage eine gefährliche Abenteurer-Politik einleiten, deren Ausgang nicht abzusehen wäre, deren Verlauf aber dem Lande jedenfalls unheilbare Wunden schlagen würde. Man kann also wohl mit Sicherheit annehmen, daß Italien, wenn auch nicht für feine alten Verbündeten, so jetzt keinesfalls mehr gegen Oesterreich auftreten wird. Aber auch abgesehen von der Macht der Tatsachen wird man Italien, allen anders lautenden Nachrichten zuwider, eine treulose Handlung gegen seinen alten Verbündeten im Ernst nicht zutrauen dürfen.
denklich. Wieder einmal zeigte sich ihm eine leitende Spur für seine Nachforschungen, aber ob sie ihn freilich seinem Ziel näher bringen würde, beuchte ihm doch mehr als zweifelhaft. Wie viele solcher Spuren hatte er nicht schon hier in Neapel gefunden, aber wenn er sie verfolgte, verliefen sie alle im Sande. In allen andern Fällen, in denen man seine Hilfe als Detektiv in Anspruch genommen, auch in den dunkelsten und schwierigsten, war ihm der Weg deutlicher gewiesen gewesen, es hatte wenige Anhaltspunkte gegeben, und die waren, wenn sie auch anfangs unaufklärbar erschienen, doch von größerer Tragweite gewesen. Hier fand er unaufhörlich Spuren der Tat, und alle waren verweht. Jeder Weg, den er ein- schlug, führte ihn in eine Sackgasse. Immerhin durfte er nicht versäumen, auch das, was er eben vernommen, zu nützen.
„Sie sagten vorhin, daß Sie nie wieder abends zu dem Sebeto gehen wollten, Nina," meinte er. „Aber wenn ich Sie dorthin begleiten möchte — würden Sie sich auch dann noch fürchten?"
Nein, dann fürchtete sie sich nicht, ganz und gar nicht. Aber wie konnte es dem Signor Vergnügen machen, an den Sebeto zu gehen? Die Fremden sagten zwar, daß die Landschaft dort sehr schön wäre, aber sie, Nina, konnte das nicht finden. Es war zu abgelegen, zu einsam bort; auf dem großen schattenlosen Platz, der sich vor dem Eichengehölz ausbreitete, sollten Mittagsgespenster umgehen und nicht genug damit, beherbergte die Waldung auch noch Nachtgeister. Nein, an den Sebeto konnte kein Mensch zu seinem Vergnügen gehen.
„Vielleicht gelüftete mich, mit Gespenstern Bekanntschaft zu machen," meinte Frank. „Ich habe noch nie eines gesehen."
Die Kleine bekreuzigte sich. „Gott bewahre jeden guten Christen vor ihnen," flüsterte sie, sich scheu um- iMyd.
Znfammenvrnch in Serbien.
Von der serbisch-bulgarischen Grenze wird gemeldet: Die österreichisch-ungarische Armee ist im erfolgreichen Vorrücken ins Innere Serbiens begriffen. Die Serben seien von allen Seiten gedrängt infolge der erlittenen ungeheuren Verluste. In Nisch herrsche Panik. Un-
«e serbische Flüchtlinge suchten eine Zufluchtsstätte lgarischen Grenzorten. Nachdem in Nisch kein Platz mehr für die Verwundeten ist, sind sie nach Pirot geschickt worden.
Der Führer unserer fernsten Vorhnt.
Die wenigen Worte: „Einstehe für Pflichterfüllung bis aufs äußerste", die der Gouverneur des Kiautschou- gebietes als Richtlinie für sein Verhalten infolge des japanischen Ultimatums nach der Heimat hat gelangen lassen, geben ein treffendes Bild der Persönlichkeit des Kapitäns znr See Meyer-Walöeck, der seit dem Sommer 1911 an der Spitze der Militär- und Zivilverwaltung unserer ostasiatischen Kolonie steht. In verhältnismäßig jungen Jahren war es diesem Seeoffizier be- schieden, mit der Leitung des Gouvernements „Kiaut- schou" beauftragt zu werden, als Admiral von Truppe! im August 1911 aus dem aktiven Seeoffizierkorps schied. Die verschiedenen Denkschriften der letzten Zeitabschnitte über die Entwicklung des Kiautschougebietes in all ihren Teilen haben bewiesen, daß auf der Warte im fernen Osten der rechte Mann am rechten Platz steht. Gerade im Zusammenhang mit dem japanischen Ultimatum wird man sich jetzt der Festtage im Kiantschougebiet erinnern, als Prinz Heinrich von Preußen im September 1912 in £ f t n g t a tt weilte. Der Bruder des Kaisers zollte dem Aufblühen unseres ostasiatischen Besitzes vollste Anerkennung, um sich dann im kaiserlichen Auf- trage unmittelbar an Jokohama einzufchiffen, da es hieß, dem jungen Kaiser von Japan und dem ganzen japanischen Volk die Aufmerksamkeit gelegentlich der Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Mikado zu erweisen. Das war erst 1912! Und jetzt sieht man sich im Kiantschougebiet gezwungen, in treuer Pflichterfüllung alle jene Vorbereitungen zu treffen, die die kriegerische Lage für eine Verteidigung bis zum äußersten auch gegen einen japanischen Angriff erforderlich machen.
Die Landung des englischen Heeres.
Die in französischer und englischer Sprache herausgegebene, von der niederländischen Regierung unterstützte „Gazette de Hollande", ein schon im Jahre 1677 gegründetes Blatt, das namentlich dem Ausland einen Einblick in niederländische Verhältnisse gewähren soll, berichtet über die Landung des englischen Expeditionskorps aus Brüssel unter dem 14. August: Ein englisches Expeditionskorps ist in Le Havre ansgeschifft worden, wo es von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen wurde. Die Ausschiffung vollzog sich in der besten Weise. In der Nacht von Samstag aus^onntag wurden auch kleine Abteilungen an der belgiMen Küste zwischen Ostende und Seebrügge gelandet. Seit Sonntag kreuzen geheiinnisvolle Schiffe zwischen der belgischen und französischen Küste,' die Ausschiffungen gehen ganz im gemeinten vor sich, sodatz die Bevölkerung kaum etwas davon merkt.
Das Musketier Hmrich bei Lagarde erlebte.
Die Bedeutung des siegreichen und ehrenvollen Gefechts von Lagarde in Deutsch-Lothringen liegt darin, daß hier Grenzschutztruppen, die seit dem Augenblick der Erklärung der Kriegsbereitschaft Tag und Nacht nicht zur Ruhe gekommen roaren, den mit großer Ilebermacht versuchten Einfall in deutsches Gebiet glänzend zurück- schlugen. Das mehrstündige heiße Gefecht bei tropischer Hitze war die Feuertaufe des neuen Grenzkorps. Heinrich Hinrich, der Musketier, der feinen verwundeten Offizier ins Lazarett nach Deutschland gebracht hat, erzählt nach einem dem „Berl. Lok.-Anz." zur Verfügung gestellten Bericht folgendes:
Sonnabend und Sonntag waren wir in Lagarde, wir das Bataillon vom Grenzschutzregiment. Lagarde ist wie alle Lothringer Dörfer, nur größer. Es liegt am Rhein-Marne-Kanal und ist Zollstation. Zu uns ist am andern Morgen der Befehl gekommen: „Das Bataillon nimmt Lagarde!" Also wir wieder hin und marschiert, erst die Straße entlang, dann durch Hafer- felder, auf die die Sonne herabbrannte, daß es so eine Art war. Wir sind dann neben dem Wald hergegangen und der Wald war voll Franzosen.
Dann ist das Bataillon in den Wald hineiugegangen und bei jeder Schneise haben wir gedacht: „Sind sie da?
„Kommen sie?" Aber wir sind glücklich durchgekommen und alle, die im Wald waren, haben keine gesehen. Wie wir aus dem Wald herauskommen, fallen die ersten Schüsse von den Franzosen. Nun hieß es, vorgehen über Wiesen, die mit Viehgattern überzogen sind. Einnml sind wir drunter durch, der Major und alle Herren Ofn- ziere mit uns, einmal sind wir rüberweg. So kamen wir dem Feind immer näher. Und nun schössen wir auch und warfen uns nieder, und dann sprangen wir
—————B— [■Willi JI।id* H-gKMäK*.-
„An welchem Tag gehen wir denn hin, um aus dem Sebeto Wasser zu holen?" fragte er.
Sie rechnete nach. „Morgen am Mittwoch treten wir wieder im Albergo bei Plebiscito auf, am Donnerstag wieder, für Freitag sind wir zu einer Privatvorstelluug im Palazzo Vitale bestellt, wo ein alter Engländer seinen Landsleuten ein Fest gibt — vor Samstag bin im also nicht frei, aber am Samstag kanns sein. Also, wenn es dem Signor am Samstag paßt?"
Frank war zufrieden und er verabredete sich mit seiner kleinen Freundin, daß er sie an dem bezeichneten Tage um acht Uhr abends an der nächsten Straßenecke von ihrer Wohnung aus erwarten wollte.
„Also auf Samstag abend, Nina," flüsterte er ihr zw als er sich vor ihres Oheims Hause verabschiedete, irr hatte ihr Händchen ergriffen, das beim Vollmondschem weiß und leicht wie ein Blumenblatt in seiner Rechten lag. Wenn er seinem Gefühl gefolgt wäre, würde er einen Kuß darauf gedrückt haben, doch rechtzeitig besann er sich noch, daß er damit das Mädchen nur in Verwirrung und Erstaunen versetzt haben würde. Einem Kind aus dem Volke — denn etwas anderes war sie doch kaum — küßt man nicht die Hand, wie einer Dame bei höheren Kreise. .
„Schade!" dachte er und fragte sich hinterher, was denn eigentlich schade wäre. Daß Nina keine Dame der höheren Kreise war oder daß er ihr nicht die Hano küssen durfte?
Indessen hatte das Mädchen seine Hand losgelayen uttb den Schlüssel ins Schloß gesteckt, der sich knarreno darin drehte. „Gute Nacht, Signor," hörte er ihre weicm Stimme ihm leise zurufen. Gleich darauf war sie >m Haus verschwunden, aber Frank war es immer nocy, als sähe er dort, wo sie eben gestanden, ihr weifte» Gesicht, vom Mvndlicht umflossen.
(LErtzung folgt.).