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Die Schwierigkeiten bei der Ausstellung der Verlustlisten.

Es wird uns geschrieben: Ueber die Schwierig­keiten, die die Aufstellung der Verlustlisten den be­teiligten Stellen verursachen herrscht im Publikum noch immmer eine falsche Anschauung. Man denke an die Verhältnisse nach einem mehrtägigen Kampfe. Bei jedem Truppenteil fehlen Mannschaften. 3roar weiß man von Einigen, daß ste fielen. -lber da., Schicksal vieler Anderer bleibt vorläufig ungewiß. Noch mehrere Tage nach der Schlacht finden sich Leute bei ihrer Trnppe ein, die man vermißt und vielleicht schon tot geglaubt hatte. Sie waren abgekommen und hatten sich einer anderen Truppe angeschloffen. Ueber das Schicksal der Verwundeten erfährt man oft erst nach längerer Zeit Genaueres. Leichtverwundete werden zu Fuß, per Wagen oder Auto zurückgeschafft — auch Schwerverwundete sucht man sobald wie mög­lich nach rückwärts fortzuschaffen, um Verbandsplätze, Feldlazarette etc. für etwa neu eintreffende Ver­wundete freizumachen. Wohin diese Transporte gehen, weiß die kämpfende Truppe nicht. Erst nach und nach sickern Nachrichten bis zu allen Stellen durch, wo sich die Fehlenden befinden. Zu all' diesen Fest­stellungen gehört Ruhe und Sorgfalt. Im Sturm und Drang des Gefechtes selbst und im unmittelbaren Anschluß daran sind sie deshalb unmöglich. — Oft entstehen besondere Schwierigkeiten dadurch, daß die die Verbände stark durch einander kommen so z. V. bei Ortsgefechten und in der Verfolgung. Wenn der erste Moment der Ruhe eintritt, ist mancherTruppenteil

i vielleicht Meilen von den Stellen entfernt, an denen I er gefochten hatte. Mancher Abgekommene sieht daher seine Truppe erst nach mehreren Tagen wieder. Ueber das Schicksal vieler Persönlichkeiten könnte man natürlich gleich nach der Schlacht berichten. Die Ver- lustisten sollen aber möglichst vollständig und mög­lichst sorgsam aufgestellt sein. Vollständig, damit nicht falsche Hoffnungen erweckt werden: sorgsam, um un­begründeter Trauer vorzubeugen.

Nachmals sei übrigens darauf hingewiesen, daß im Kriege 1870/71 die Verlustliste viel längere Zeit in Anspruch genommen hat, als im gegenwärtigen Kriege. Wir danken dies der besseren Ausbildung aller Nach­richtenmittel, der besseren Orginasaiion des Nachrichten­wesens und besonders dem Eifer und der Hingabe aller beteiligten Stellen, dieser im Interesse des ganzen Volkes liegenden Sache zu dienen.

Die Pflege der Verwundeten.

In welch guter Pflege sich unsere Verwundeten im Felde befinden, geht aus einer Schilderung hervor, die Direktor Max Fischer von den Mannesmann- Werken über seine Erfahrungen auf dem belgischen Kriegsschauplatz gibt. Direktor Fischer begab sich frei­willig mit zwei Autos auf das Schlachtfeld, um Schwerverwundete ins Lazarett zu schaffen. Durch verwüstete Dörfer, aufgeriffene Chausseen gelang es ihm, durch heimliche Franktireurabteilungen hindurch drei Assistenzärzte von den Düsseldorfer Allgemeinen Krankenanstalten in die Gefechtsfelder zu bringen und kostbare deutsche Menschenleben zu retten.

„Ich habe viel Schreckliches, aber auch viel Er­

hebendes und Tröstliches gesehen," erzählt er. Das Wimmern und Schreien der Verwundeten, auf das er sich aus früheren Kriegsschilderungen gefaßt ge­macht, sei durch die wunderbare Kunst unserer Aerzte fast verstummt. Mit Liebe und Sorgfalt wurden den Leidenden schmerzstillende Mittel gereicht, so daß sie den schweren Transport ohne Klagen Überstunden und auf den Verbandplätzen in dankbarer Ruhe sich der weiteren Pflege oft lächelnd anvertrauten. Kein heftiges oder ungeduldiges Wort habe er vernommen, mit einer wahrhaft brüderlichen Kameradschaft neigten sich die Aerzte zu den Kranken, sie durch milden, oft auch fröhlichen Zuspruch wieder aufrichtend.

Kein Volk der Erde verfüge über ein so wohl ausgestattetes Lazarettfeldwesen wie das unsrige und ein wissenschaftlich und sittlich so hochstehendes Acrzte- korps wie das deutsche. Im ganzen Vaterland könnten die Kriegsangehörigen gewiß sein, daß jede Wunde, die noch zu stillen sei, auch mit der größten Liebe und Umsicht wieder geschlossen werde. Dabei scheine die Wirkung der modernen Geschosse nicht so schmerz- bringend zu sein, wie die veralteten Waffen; entweder brächten sie wohlgezielt an edlen Stellen den sofortigen Frieden des Todes, oder aber sie hinterließen nicht allzu schmerzhaft sich wieder ausheilende kleine Wund- kanäle. So könne es sein, daß mancher in den Ver­lustlisten als schwerverwundet gemeldete Mann in kurzer Zeit sich wieder in der Heimat ganz erholen könne. Der ungeheuren Kriegskraft unseres Heeres solge in Tod und Verderben die unvergleichliche Heil­kunst unserer Aerzte und Pflegerinnen wie ein Engel des Lebens von Schlachtfeld zu Schlachtfeld."

MmMrfahre«.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Lorenz Glebe in Hersfeld ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 14. StykiHlitr 1914

vormittags 11 Uhr

vor dem Königlichen Amts­gericht in Hersfeld anbe- raumt.

Hersfeld,

den 14. August 1914. Der Gerichtsschreiber d. Königlich. Amtsgerichts Abt. I.

ßmklds Sänger

wollen dem scheidenden Landsturm ein deutsches Lied zum Abschied singen. Ich lade deshalb zu einer

kurzen Probe

auf heute — Montag — abend ’/a® Uhr nach dem Kaiserhof ein. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Sängers und sangeskundigen Mannes, pünktlich zur Probe zu erscheinen.

Löwer.

kmg. Biirztrschult.

Morgen, Dienstag

Unterricht.

Der stellv. Schulleiter.

Prima

Speisekartoffeln

Damen, nicht unter 20 Jahren, welche bereit sind, auf der Verbands- und Erfrischungsstation der Roten Kreuz-Vereine Rotenburg-Hersfeld in Bebra zu helfen und vor keiner Hilfeleistung sich scheuen, werden gebeten, sich im Geschäftszimmer der Roten Kreuz-Organisation Hersfeld Stift Nr. 10 zu melden.

Diejenigen Geschäftsleute, welche Forderungen an die Rote Kreuz-Organisation Hersfeld haben, werden um baldige Einsendung der Rechnungen an die Geschäfts­stelle Stift Nr. 10 gebeten.

Die Vereine vom Roten Kreuz zu Hersfeld haben von heute ab im Auguste Viktoria-Haus eine

RechtsaustunWelle

für minderbemittelte Angehörige von einberufenen Soldaten eingerichtet. Rechtsauskunft durch Juristen unentgeltlich. Sprechstunden täglich von 3 bis 4Vs Uhr nachmitt. mit Ausnahme vom Sonnabend.

Belanutmachuns.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, a ß für freiwillige Gaben zum Besten der im Felde stehenden Trnppen, Verwundet« und Kranken im Bereiche des 11. Armeekorps 2 Abnahmestellen in Cassel und zwar

Abnahmestelle 1 für Sanitätshilfsmittel (Lazarett­bedarf- F r a n k f u r t e r st r a ß e Nr. 70 (Firma Schmidt und Keerl)

Abnahmestelle 2(für Bekleidungsstücke, Nahrungs­und Genußmittel M or i tz st r a ß e 29 (Firma Henschel und Sohn) eingerichtet worden sind, welche dem Generalkommando unterstehen.

An diese Abnahmestellen sind alle freiwillige Gaben (außer Geld) zu richten, gleichviel ob sie von Vereinen gesammelt oder von einzelnen Gebern gespendet werden. Gaben mit Sonderbestimmung, z. B. für Angehörige einer Provinz, einer Truppengattung usw. anzunehmen ist nicht tunlich. Derartigen Wünschen kann nicht entsprochen werden.

Frachtstücke, die mit nachstehender Bezeichnung

Frei!

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Krankenpflege

Militärgut nach § 5O2 der Milit. Tr. Ordg.

trifft diese Woche eine La­dung ein.

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F. W. Auel.

Der Baterliindistze Fraueu-Verein. Der Männer-Verein vom Boten Kreuz.

Genossenschaft sreiwi». Krankenpfleger im Kriege, Zweigverein Hersseld.

Am 1. September 1914 soll unter Leitung des Herrn Sanitätsrats Dr. Israel ein neuer Ausbildungs­kursus beginnen. Anmeldungen sind bis 26. ds. Mts. bei Herrn I. Walther Unt. Frauenstraße 30 zu machen.

Der Vorstand.

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Wir brauchen Sanitäts- und Postenhunde für unser Heer. Wer übernimmt es, für die Bereitstellung von geeigneten Hunden in seinem Kreise oder Bezirk zu werben? Man lese die Kriegs-Sonderausgabe der S.-V.-Zeitung. Meldungen umgehend an die Haupt­meldestelle beim 1. Schriftwart O. Lischner in Magde- burg-S., am Bahnhof.

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F. Sauer.

äußerlich kenntlich gemacht und an die Abnahmestellen gerichtet sind, werden auf allen Bahnen und der Heeres­verwaltung zur Verfügung stehenden Schiffen frachtfrei befördert.

Der den Gaben beizufügende Frachtbrief soll den Inhalt der Sendung und die empfangende Stelle genau angeben. Jedes Frachtstück muß mindestens auf zwei Seiten mit einer mit den Angaben des Frachtbriefes übereinstimmenden Ausschrift (aufgeklebter Zettel) ver­sehen sein.

Kleinere Einzelgaben werden zweckmäßig den von den Vereinen vom Roten Kreuz errichteten Uuter- sammelftellen zugeführt, von wo sie nach Gattungen gesondert den vorerwähnten Abnahmestellen zugeführt werden. Für die Sendungen an diese Untersammelstellen wird jedoch Frachtfreiheit nicht gewährt.

Geldbeträge werden an den oben bezeichneten Abnahmestellen nicht entgegengenommen. Sie sind ausschließlich an die in den Aufrufen des Zentralkomitees und Vaterländischen Frauenvereins (Hauptvereins) sowie die in den Aufrufen der örtlichen Vereinsorganisationen vom Roten Kreuz bekannt gegebenen Sammelstellen abzuführen.

Cassel, den 17. August 1914.

Der Territorialdelegierte der freiwilligen Krankenpflege.

Hengstenberg.

Oberpräsident.

Katholisch. Gottesdienst. Lititszahtk

Montag, den 24. August •

7 Ukr nhmha NU^^I. für die Vereme

unil Naturalien)

7 Uhr abends Bittandacht, vom Roten Kreuz zu Hersfeld werden

Dienstag hPn ■m <??" ^llrch bekannt gegebenen Sammelstellen

7 Uhr Reauiem Rwpn^s> ^™ ^^f^nttner der Organisation vom

S ÜL«JW) entgegen-

Papst Pius X.

ETS”' T^lich geöffnet von 9—12 und von 3

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