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Die Flucht der Franzosen. Neue Siege.

Die Verfolgung -es Feindes. Kronprinz Wilhelm als Sieger. 8000 gefangene Russen.

Die Deutschen in Luneville. Die Antwort auf das japanische Ultimatum.

Weithin durch die deutschen Lande und in alle Welt hinaus ist die Kunde von unserem herrlichen Siege, der mit allen Mitteln moderner Kriegsführung vo.rbereitet ist, erklungen. Drei Wochen eines wunderbaren Auf­schwunges der gesamten Nation sind, so wird in der „Nordd. Allg. Zig." ausgeführt, vergangen, seitdem der Kaiser die Mobilmachung angeordnet. Vor dem Ernst der Zeit ist weggeblasen, was im Frieden im Kampfe der Parteien und Interessen wie eine unüberwindliche Schranke zwischen den verschiedenen Gruppen unseres Volkes zu stehen schien. Auch in den gemischsprachlichen Landesteilen wird es klar, wie fest die Kulturgemein­schaft zusammenhält gegenüber unseren Feinden im Westen und Osten. Einig in Not und Tod, fest zn- sammenstehend in Prüfung und Sieg wird unser Volk in dem gewaltigen Ringen unüberwindlich sein. Tief eingeprägt trägt jeder von uns das Bewußtsein mit sich, für eine gerechte Sache zu stehen. Unsere kriegerischen Erfolge 1864 waren zwar eine weltbewegene Leistung, und doch sind sie ein Kinderspiel gewesen an der uner­hörten Aufgabe, die unser Volk heute zu lösen bestimmt ist. Schon sind die Taten vollbracht, die sich an die großen Kriegslcistnngen des deutschen Volkes würdig anreihen, größere werden und müssen folgen, wir müssen siegen! Wir waren von einem dichten Lügengewebe umsponnen, das den Zweck verfolgte, die neutralen Staaten zu einer Stellungnahme gegen Deutschland und Oesterreich zu bewegen. Heute ist der erste große Sieg aller Welt be­kannt, und damit der Schleier der Täuschung zerrissen. Unsere Armee hat die Probe glanzvoll bestanden. Dank­bar und stolz grüßt Deutschland seine tapferen Sühne.

Wenn noch irgendwie ein Zweifel an der Bedeu­tung des herrlichen Sieges von Metz geherrscht hat, so müßte er durch die ausführlichen und ungeschminkten Berichte zerstreut werden, die jetzt darüber veröffent­licht werden. Sie bestätigen aufs neue, daß die mehr­tägige Vogesenschlacht sich den größten Waffentaten des deutschen Heeres würdig anrerht. Der Spezialkorre- spondent des „Hann. Cour." meldet aus dem Großen Hauptquartier:

Großes Hauptquartier, 22. August. Nachdem die französische Armee vergeblich versucht hatte, bei Mttl- hausen im Elsaß vorzudringen und geschlagen znrttck- fliehen mußte, unternahm sie am 17. und 18. August einen Angriff mit mindestens acht Armeekorps auf der Linie Metz-Saarburg, über Dieuze-Chateau Salins und Delme, und versuchte, durch die Vogesen ins Elsaß vor­zudringen. In einer Breite von fast 200 Kilometern erfolgte der französische Angriff, der von den dentschen Heere», die, wie bekannt, unter Führung des Kron­prinzen von Bayern standen, abgewiese» wurde. Die bayerischen Korps zeichneten sich besonders aus. Am 20. August erfolgte die vollständige Niederlage der Fran­zosen. Unaufhaltsam drangen die bayerischen, sächsischen und die übrigen deutschen Truppen vor; Ort für Ort wurde mit stürmender Hand genommen. Der franzö­sische Rückzug artete schließlich in Flucht aus. Die deut­schen Truppen verfolgten den Feind auf das Nachdrück­lichste, der in der Linie Toul-Epinal znrückging. Der erhebenden Tapferkeit und Kühnheit der Truppen wurde die größte Anerkennung gespendet. Am 21. August wurde der Berg Donon stürmend genommen und der Gegner überall geworfen und hartnäckig verfolgt. Die bis jetzt noch nicht vollständig zn übersehenden großen Erfolge dürsten vermutlich noch größer sein, als die ersten Meldungen erwarten ließen, da die deutsche Heeresleitung im Gegensatz zu dem Verfahren unserer Gegner nur vollendete Tatsachen mitteilt.

Der Sieg zwischen Metz und den Vogesen, wo tagelange Kämpfe stattgefnnden hatten, ist durch die un­beschreibliche Tapferkeit unserer Trnppen erfochten worden. Die hartnäckigste Verfolgung hat eingesetzt. Die Folgen des Sieges sind noch nicht abzusehen, größere Ereignisse stehen bevor.

Zu der Schlacht in Lothringen meldet die „Kölnische Zeitung": Die gesamte Stärke des Feindes ergibt an fechtenden Truppen auf französischer Seite die Zahl von rnnd 310 000 Mann mit gegen 900 Geschützen, dem gleichstarke deutsche Kräfte gegenüberstanden. Keine von den früheren großen Schlachten reicht an den Massen, die eingesetzt waren, an die Schlacht in Lothringen her­an, die um hunderttausend über sie hinausgeht. Von den Vogesen bis Metz wurde gekämpft, so heißt es in der amtlichen Meldung, das heißt in einer Front von 100 Kilometer. Nach dem Berichte des französischen Höchst­kommandierenden war die feindliche Armee im Vor­

(Ein Meisterwerk.

Roman von Paul Beye.

22) (Nachdruck verboten.)

„Nun, es war fast dunkel, kein Stern am Himmel und so einsam dort, so schaurig, daß ich mich eilte, das Wasser zu schöpfen und dann rasch fortzulaufen, da plötz­lich — ein Schauer überlief den Körper des Mädchens — „erschien ein weißliches Licht am Rande des Gehölzes — ein Irrlicht wars wohl, wie deren viele bei der Schwefel­quelle Santa Lucia über der Erde tanzen sollen — und bei dem Licht sehe ich ganz deutlich das Gesicht des Pietro Tozzi. Aber wie ein fahles Leichenantlitz schaute es aus, nicht wie das eines lebenden Menschen. Doch gleich darauf war das Licht wieder erloschen, so rasch, ^nmal Zeit fand, mich zu bekreuzigen. Ich wieder unter Menschen war," schloß Nrna, die Schultern wie fröstelnd emporziehend.

nun, daß das ein Geist bewein ist? forschte der Amerikaner.

der Ü,? Eit, daß Pietro tot ist? Er hat brüben^Z ihr zu schreiben, sowie er

sie von Snw X^ wäre und keine Zeile hat

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. , »Aber das braucht ja gar kein Irrlicht gewesen zu sein, wandte er ein. „Vielleicht ritz der Mensch den «Sie sahen, einfach ein Streichholz an."- Dock

was^aim "$0 ^ kein natürliches Lllyr, l^lgnor so was gibt es nicht 1lnü dann das ^ble Leichengesicht des Pietro Tozzi! Sie können es sich nicht vorstellen, Signor, wie unheimlich es war! Nie wieder geh ich an den Sebeto, Wasser zu holen "

«WWN Sis denn Mr so ^, Wn^ -atzKir wirk­

marsch auf der ganzen Linie, etwa von Pont a Mousson bis Diö. Der rechte Flügel sollte sich der Pässe nach dem Unterelsatz bemächtigen, und dann auf die Gegend von Saarburg vorstoßen, die Mitte auf Dich der linke 8lüge! gegen die Seille. Wie weit die französischen rmeekorps vorgedrungen sind, läßt sich aus den bis­herigen Meldungen nicht ersehen. Mit Spannung muß man die näheren Nachrichten abwarten, die ja allerdings erst gegeben werden können, wenn das Ziel der Ope­rationen erreicht ist.

Wie die Franzosen über ihre Niederlage berichten.

Ueber die „Schlappe" der Franzosen zwischen Metz und Vogesen wird amtlich aus Paris gemeldet: Die französischen Truppen in Lothringen zogen sich vor an­sehnlichen feindlichen Streitkräften zurück. Längeres Standhalten wäre gefährlich gewesen. Augenblicklich deckt der linke Flügel der Franzosen tn jener Gegend die vorausgeschobenen Befestigungen von Nancy, urrö der rechte Flügel nimmt eine Stellung auf dem Donon ein.

Ueber die Schlacht bei Mülhausen verbreitet der Londoner Exchange Telegraph folgende offizielle Mel­dung aus Paris: Die Franzosen haben zwischen Mttl- Hausen und Altkirch einen glänzenden Sieg errungen. Die Deutschen ziehen sich nach dem Rhein zurück und haben zahlreiche Gefangene zurückgelassen. Die Fran­zosen eroberten 24 Kanonen. — Im übrigen fordern die Pariser Blättter die Bevölkerung zur Geduld auf, da der Aufmarsch großer Heermassen Zeit erfordere. Alle An­ordnungen des Generalstabes und der Militärbehörden ließen darauf schließen, daß man auf einen Krieg von langer Dauer rechne.

(Die guten Franzosen werden sich hierin vielleicht ebenso täuschen, wie sie über den Ausgang der Kämpfe bei Mülhausen und Metz von ihren amtlichen Stellen getäuscht werden.)

Der deutsche Kronprinz als Sieger.

WTB. Berlin, 23. August. Nördlich von Metz hat der deutsche Kronprinz mit seiner Armee, zu beiden Seiten von Longwy vorgehen-, den gegenüberstehenden Feind gestern siegreich geworfen. Die in Lothringen siegreiche Armee unter Führung des Kronprinzen von Bayern hat bei -er Verfolgung -es geschlagenen Fein;» -es die Linie Luneville-Blamont erreicht und setzt die Verfolgung fort. Vor Namur donnern seit vorgestern abend die dentschen Kanonen.

Die Kunde von dem Siege des Kronprinzen wurde in Berlin am Sonntag mittag bekannt. Auf allen Straßen, namentlich Unter den Linden, die wegen des Sieges von Metz noch Festschmuck trugen, bewegte sich eine freudig erregte Volksmenge. Ihre Majestät war eben, von begeisterten Kundgebungen begrüßt, zum kronprinzlichen Palais gefahren, das ebenso wie das Schloß selber von besonders dichten Menschenmengen umgeben war, die immer wieder vaterländische Lieder anstimmten. Als nun die Kaiserin das Palais wieder verließ, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Ihr Automobil vermochte sich durch die herandrängen- den Scharen nicht mehr hindurchzuwinden und mußte schließlich den Weg durch Seitenstraßen wählen. Die begeisterten Kundgebungen dauerten den ganzen Nach­mittag fort.

Berlin am Siegessonntag.

WTB. Berlin, 24. August. Der gestrige Sonntag war wie ein hoher Feiertag. Nach dem Kirchgang, der einer Völkerwanderung glich, zogen unzählige Scharen von allen Seiten nach den Linden, und die inzwischen bekannt gewordene Nachricht vom Siege des Kron­prinzen und den weiteren Erfolgen des bayerischen Kronprinzen haben alt und jung in dem Sinne be­sprochen, in dem die Deutsche Tageszeitung schreibt: Die Erben der glorreichen Herrscherhäuser Hohenzollern und Wittelsbach als siegreiche Heerführer auf dem Felde der Ehre, das ist ein Bild von besonders froher und glückverheißender Bedeutung.

Die Tägl. Rnndschan schreibt: Die lakonische Mel­dung des Generalstabs erzählt in Lapiöarschrift Welt­geschichte großen Stiles. Die Krenzzeitung erblickt in dem Siege ein unaufhaltsames Vordringen der deut­schen Waffen ins welsche Land hinein. Als einen Sieges- sonntag bezeichnet die Vossische Zeitung den gestrigen. Das Blatt sagt die schwersten Folgen aus der japanischen Aktion für England für später voraus. Die Deutsche Tageszeituug schreibt: Unsern Brüdern in Kiautschou können wir nicht hinüber sagen, daß unsere Gedanken bei ihnen sind. Sie wissen es aber ebenso gut wie wir

lich den Pietro Tozzi gesehen haben und nicht einen be­liebigen andern Menschen?"

„Aber ich kenne doch den Pietro! Er ist doch fast ein Jahr lang täglich zum Lupi gekommen und da hab ich ihn täglich von meinem Fenster aus gesehen."

Frank gab sich keine Mühe mehr, dem Kinde aus­reden zu wollen, daß es kein Gespenst gesehen, er begriff, daß an ihrem Aberglauben alle Vernunftgründe wir­kungslos verhallten. Außerdem war auch die Gesangs- nummer zu Ende und Nina mußte wieder zu ihren Gefährten. Der Maestro hatte schon suchend nach ihr ausgeschaut.

Der junge Mann sah der Vorstellung von seinem entfernten Platz aus zu. Mit seinen scharfen Augen konnte er sie auch hier verfolgen.

Es war jetzt der „Tütentanz" an der Reihe. Einer der Burschen hatte sich eine aus Seidenpapier gedrehte Tüte, die an einem Draht befestigt war, hinten in die Schärpe gesteckt, und die Mädchen mit brennenden Ker­zen in den Händen versuchten dieselbe in Brand zu stecken. Um ihnen diese Aufgabe zu erschweren, um­ringten die anderen Burschen schützend den Tütenträger. Die sämtlichen Bewegungen wurden im Tarantellatakt ausgeführt. Man erkannte deutlich, daß allen Beteilig­ten das Spiel Vergnügen machte, ihre Wangen glühten und ihre Augen blitzten vor Eifer, dabei lachten und jubelten sie wie eine Schar aufgescheuchter zwitschernder Vögel. Maestro Cafarelli aber stand, würdevoll mit dem Schildpatt über die Saiten seiner Mandoline streichend und schaute wohlgefällig auf die lustige Szene.

Auch jetzt wieder entwickelte sich zwischen Filomena und ihrem Engländer das Augenspiel von vorhin und einmal wurde sie davon in Anspruch genommen, daß es eine Stockung in der hüpfenden und tanzenden Gruppe gab und der Maestro sich veranlaßt fand, das Mädchen zur Ordnung zu rufen.

Aul den Tütentanz folgten noch verschiedene scherz­

wissen, daß ihre Gedanken dem Allerhöchsten Kriegs­herrn, der Ehre und dem Ruhme des deutschen Volkes und Reiches gehören.

Die Franzosen abermals geschlagen.

Die Deutschen in Luneville.

WTB. Berlin, 25. August. Die Truppen, die unter Führung -es Kronprinzen von Bayern in Lothringen siegten, habe« die Linie Lnneville-Blamont-Curey über­schritten. Das 21. Armeekorps zog heute in Luneville ein. Die Verfolgung beginnt reiche Früchte zu tragen. Außer zahlreichen Gefangenen sind von in -en Vogesen vorgehendem linken Flügel bereits einhundertfünfzig Geschütze erbeutet worden. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat heute den Kampf und die Verfolgung nordwärts Longwy fortgesetzt. Zu beiden Seiten von Neufchateau fortgehende Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlug heute eine über den Semois vorgedrungene Armee vollständig und befindet sich in der Verfolgung. Zahlreiche Geschütze, Feldzeichen und Gefangene, darunter mehrere Generale sind ihr in die Hände gefallen. Westlich -er Maas gehen unsere Trup­pen gegen Mattbenge vor. Eine vor ihrer Front auf­tretende englische Kavalleriebrigade ist geschlagen.

Ein Sieg in Ostpreußen.

WTB. Starke russische Kräfte sind gegen die Linie Gumbinnen-Angerbnrg im Vorgehen. Das erste Ar­meekorps hat am 20. d M. erneut den anf Gunibinnen vorgehenden Feind angegriffen und geworfen. Dabei sind achttausend Gefangene gemacht und acht Geschütze erbeutet. Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallerie-Division war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit zwei feindlichen Kavallerie- divisionen herumgeschlagen. Sie traf gestern bei dem ersten Armeekorps mit fünfhundert Gefangenen wieder ein. Weitere russische Verstärkungen sind nördlich der Pregel und südlich der masurischen Seenlinie im Vor­gehen. Ueber das weitere Verhalten unserer Ostarmeen «ruß noch Schweigen bewahrt werden, um dem Gegner nnsere Maßnahmen nicht vorzeitig zu verraten.

Unaufhaltsames Vordringen in Belgien.

Großes Hauptquartier, 22. August. Brüssel ist von unseren Truppen stark besetzt. Unsere Armee geht in Belgien unaufhaltsam vorwärts. Die Uebergave BE- sels, dessen Bevölkerung noch nicht an die Einnahme vön Lüttich glaubte, erfolgte ohne Kampf. Huy, ein Sperr- fort auf dem Wege von Lüttich nach Namur, ist. schon seit mehreren Tagen in unseren Händen.

Die Geschoßwirkung unserer schweren Artillerie vor Lüttich war ganz ungeheuer. Die Panzertürme der mo­dernen Forts von Lüttich waren nicht imstande, den Geschossen unserer schweren Geschütze zu widerstehe«. Unsere Truppen drangen zuerst zwischen den Forts im Nordosten von Lüttich durch, und erstürmten hier die Stadt. Die beschossenen Forts sind Trümmerhaufen. Größere Erfolge auf dem belgischen Kriegsschauplatz werden bald erwartet. ,

Der Bahnverkehr ist bis nach Belgien hinein trotz der verbarrikadierten Tunnels überraschend schnell er­möglicht worden durch den Ban einer 6 Kilometer lau­gen Umgehungsbahn, der von den Eisenbahnkompagmen in fünf Tagen ansgeführt wurde. Die Stimmung im Heere ist überaus zuversichtlich.

Des Kaisers Dank.

WTB. Berlin, 24. August. Seine Majestät der Kaiser hat folgende Kabinettsorder erlassen:

Mobilmachung und Versammlung des Heeres an den Grenzen sind vollendet. Mit beispielloser Sicher­heit und Pünktlichkeit haben die deutschen Eisenbahnen die gewaltige Transportbewegung ansgeführt. Dank­bar gedenke Ich zunächst der Männer, die seit dem Kriege 1870/71 in stiller Arbeit eine Organisation ge­schaffen haben, die nunmehr ihre ernste Probe glänzend bestanden hat. Allen denen aber, die Meinem Rufe folgend mitgewirkt haben, das deutsche Volk in Waffen auf den Schienenwegen dem Feinde entgegenzuwerfen, insbesoudere den Linienkommandanturen und Bahn­bevollmächtigten sowie den deutschen Eiseubahnverwa!- tungen vom ersten Beamten bis zum letzten Arverter spreche Ich für ihre treue Hingabe nnd Pslichterfttttnng Meinen treuen Kaiserlichen Dank aus. Die bisherigen Leistungen geben Mir die sicherste Gewähr dafür, daß die Eisenbahnen auch int weiteren Verlaufe des gronen Kampfes um des deutschen Volkes Zukunft jederzeit den Ä:n Anforderungen der Heerführung gewachsen fein n.

Großes Hauptquartier, den 22. August 1914.

(gez.) Wilhelm I. R.

hafte Szenen, und erst, als wieder eine Gesangsnummer eingeschoben wurde, durfte Nina sich zu ihrem Freunde gesellen. Der Kleinen glühten die Wangen vor Ver­gnügen und mit kindlichem Entzücken hörte sie die Lob- sprüche an, die Frank ihrem graziösen Tanzen zollte.

„Wer bringt Sie denn aber nach Hause, Nina?" er­kundigte er sich. „Man sagte mir, daß die Vorstellung bis nach elf dauert —" .,

„Fast bis Mitternacht, Signor. Aber wer soll nach Hause bringen? Anfänglich ging ich mit der Filomena, die auch in der Strada nuova di Capodimoiue wohnt, aber die läßt sich jetzt von ihrem Engländer ge­leiten. Ich fürchte mich aber nicht, denn daß ich Geld bei mir tragen könnte, das die Mühe lohnen würde, es not zu rauben, glaubt ja doch niemand."

Frank dachte bei sich, daß es für ein schönes junges Mädchen noch andere Gefahren gäbe, die größer wären als diese, aber hütete sich, die Harmlosigkeit des Kindes zu stören.

„Darf ich Sie heimbringen, Nina?" fragte er.

Sie nahm sein Anerbieten unbefangen an, und als die letzte Tarantella, zum Kehraus die rasendste von allen, getanzt war, trat er mit Nina den Heimweg an- Heller Mond flimmerte über den Straßen und warme Nachtluft war ganz erfüllt von Blumendnft; aus einzelnen Häusern schallte Gesang und Mandolinen- klang — kurz, es lag eine poetische Stimmung über der Stadt, die auch auf Frank nicht ohne Einfluß blu.0» Unwillkürlich zog er den Arm feiner Begleiterin, den er in den seinen gelegt, fester an sich, was die Kleine m ihrer Zutraulichkeit aber gar nicht zu bemerken fönen* Lustig und wohl auch etwas aufgeregt durch den num' wohnten Weingenuß, plauderte sie von allem Erdeur- lichen, von ihrer sorglosen Kindheit und ihrem schw"^ Leben im Hause des Oheims, das ihr jedoch jetzt, fröhuai gelaunt wie sie war, gar nicht zu schwer deuchte.

(Fortsetzung folgt.)