kev soll ia auch das neu eingerichtete Deutsch-Kanadische Rressebureau dienen. Bezecchnend für die Stimmung sind folgende Zeile«« in einer in Edmonton (Provinz Alberta) erscheinende,« Zeitung: Unsere sonst recht wür- digen Stadtväter scheinen bem Gedanke«« seinen Geschmack abgewinnen zu können, daß sie am 27. Juli beim Empfang Seiner Königliche,« Hoheit des General-Gonver- neurs von Kanada nebst Gemahlin und Pririzessin Patricia mitwirfen sollen. Jedenfalls haben sie so ziemlich alle entdeckt, daß sie an bem betreffende«« Tage außerhalb der Stadt sein werden.
Amerika und Japan.
Jr« der Londoner „Morning Post" vom 17. August findet sich eine Information aus Washington, die besagt: Die amerikanische Regierung lege großen Wert darauf, daß der Status Quo in China aufrecht erhalten bleibt und daß Kiantscho«« an keine andere Macht als an China übergeht. Es würde bei der« Amerikanern äußerstes Mißbehage«« erwecken, wenn Japan sich der Samoa- tnfeht bemächtigt, und dies besonders mit Rücksicht auf die strategische Bedeutung der In ein in Bezug auf den Panamafanal.
Wie die Ftanzose«« schießen.
Irr einer nach Mimcher« gelangten Feldpostkarte heißt es: Bei der französische»« Artillerie versagen zu 50 Prozent aller Geschosse infolge des schlechten Pulvers, die französische Infanterie aber zielt dnrchweg z«« hoch. Die Kltgeli« pfeifen über unsere Köpfe hinweg.
45 000 Russen auf Staatskosten in Deutschland zu verpflegen.
WTB. Berlin, 22. August. In Deutschland sind zurzeit 45 000 Russen von den Staatsbehörden zu verpflegen. Die Reichsregierung hat mit Schweden vorbereitende Verhandlungen eingeleitet zum Zwecke der Abschiebung der in Deutschland festgehaltenen russischen Staatsangehörigen, soweit sie »richt militarfahlg stnd, nach Rußland über Schweden. Ei», Beamter des Auswärtigen Amtes ist bereits nach Stockholm zur Vorbereitung der Angelegenheit abgereist.
Revolution im Kaukasus.
WTB. Wien, 22. August. Die Südsla»rüsche Korrespondenz meldet aus Kronstadt, daß der Anfstand im Kaukasus gegen Rußland in völlige Revolution ans- geartet ist und blutige Kampfe stattflnden.
Serbische Greuel.
Aus Sofia meldet der Draht: Serben überfielen bulgarische Kirchen, plünderten und raubten sämtliche Kirchengeräte, Heiligenbilder usw. Aus vielen Orten wird gemeldet, daß die Serben furchtbare Greueltaten verübten und zahlreiche Kinder schändeten.
Ein amerikanisches Urteil über die englische Armee.
In einer etwa vier Wochen alten Nummer des in San Francisco erscheinenden „Examiner" finden wir einen Artikel von S. Mc. Manns, einem bekannten amerikanischen Schriftsteller, der mit der englischen Armee scharf ins Gericht geht. Der englische Soldat, sagt MÄanns, einst der beste Kämpfer Europas, ist heute der' schlechteste. Der Burenkrieg hat gezeigt, daß er physisch und moralisch die Eigenschaften, die ihn bei Waterloo auszeichneten, verloren hat. Dieses Urteil bezieht sich auf den Gemeinen, nicht auf den Offizier, der immer noch so kühn, furchtlos uud — stupide sei ivie früher. Der amerikanische Botschafter meint, daß in der britischen Armee seit etwa drei Jahrzehnten die rapide Verschlechterung ganz sichtbar geworden sei. Im eigentlichen England sei an Stelle des gesunden, stam- mtncn Bauernjungen, der einst ins Glied kam, der Abhub des städtischen Fabrikarbeiters getreten. Männer, die diese Leute während des Burenkrieges sahen, schildern, wie sich große Truppenkörper beim geringsten Anlaß kleinen „— wie Offiziere weinten un „ ten. Das früher sehr starke irische Selement
ist seit zwanzig Jahren mehr und mehr aus den Rechen geschwunden, weil die politische Agitation in Irland die jungen Leute gegen England beeinflußt hat. So ist der Schotte jetzt als kräftigster Bestandteil der „englischen" Armee übrig geblieben; und alles, was in dieser etwas taugt, ist schottisch.
während des Burenkrieges sahen. schft- grotze Truppenkörper beim geringsten Abteilungen bärtiger Buren ergaben, ,d auf ihre Mannschaften fluch- ' ' " Eelement der Armee
Allerlei über England.
Das Vorgehen Japans, gegen uns wird sogar^in
Das Vorgehen Japans gegen uns wird sog England mit gemischten Gefühlen ausgenommen, liberale „Manchester Guardian" schreibt: Unter
_____ _________ schreibt: Unter dem Vorwande, die Bestimmungen des englisch-japanischen Vertrages zu erfüllen und also bundesgenossenschaft- liche Hilfe zu suchen, wolle Japan sich zum Herrn erues Gebietes machen, wo es sowohl für England als für China eine Gefahr bilden könne. Das Blatt meint, England könne in den ostasiatischen Gewässern noch ohne Japan auskommen. Wenn die Rede davon sein sollte, etwas gegen Kiautschou zu unternehmen, stehe das Recht dazu allein England zu. , „
Eine hohe türkische Persönlichkeit äußerte sich in bezug auf etwaige englische Drohungen zu dem Korrespondenten der „Dresdner Neuesten Nachrichten : In der Stunde, da England uns den Krieg ansagt, stehen Aegypten und Indien in Brand.
Dem „Nieuwen Rotterdamschen Courant zufolge hat die englische Regierung ein für die norwegische Regierung erbautes Kriegsschiff mit Beschlag belegt.
Rußland drückt auf die Türkei.
Wiener Diplomatenkreise erhielten die Nachricht, daß Rußland sich energisch bei der Pforte beschwere wegen Ansammlung großer Truppenmasien an der^^ türkisch-russischen Grenze in Asien, sowie türkische Minen- legung im Schwarzen Meer.
Ein in Konstantinopel geborener unddortasasstger Oesterreicher schreibt an seine Tochter in Berlin. Wie es jetzt in der Welt aussieht, weißt Du gewiß besser als wir. 'Die Panik ist hier groß. Die Lebensmittel sind hier fast um 300 Prozent gestiegen. Teuerungen nach allen Seiten. Banken gesperrt. Geschäfte brach dar- niederliegend. Und dabei die Sorge um Eilren Brüder Du glaubst nicht, wie man hier Deutschland liebt. Klein und Groß, Christen, Juden und Muselmanen beten «n ihren Kirchen, Tempeln und Moscheen um den Sieg der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee, denn jeder weiß daß ein Sieg Dieser beiden Armeen Freiheit ulldFAedender ganzen Welt sichern.wird, während ein Sieg der Russen einer Knechtschaft gleichkame. Es muß aber Deutschland, Deutschland über alles sein, und so muß es, so Gott will, werden._______________________
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Kleine nachrichteu
Der kaiserliche Feldgeistliche im Hauptquartier. Aus Leipzig wird der^Voss. Ztg." gemeldet: Der Pfarrer an der St. Nikolai-Kirche in^Leipzig Hofprediger Lic. Schmibt, wurde als Feldgeistlicher des Kaisers in das Hauptquartier des Großen Generalstabes berufen.
Ein Weftfale Eroberer der ersten französische», Fahue. Die erste französische Fahne, die im Gefecht bei Luneville in deutsche Hände fiel, ist, wie wir in der „Rhetn.-Westf. Ztg." lesen, von einem Westfalen ge- wormer« woroen. Der Infanterist Fischer aus Rimbeck bet Paderborn entriß sie im verzweifelten Nahkampf dem
Opferwilligkeit der Arbeiterschaft. Die gesamte Arbeiterschaft der Firma Krupp hat beschlossen, während der Dauer des Kriegs einen bestimmten Prozentsatz ihres Arbeitsverdienstes als Beitrag zur Kriegsfürsorge zur Verfügung zu stellen.
Die Gemahlin des Präsidenten Wilson gestorben. In Wien eingetroffene Amerikaner berichten, daß die Gemahlin des Präsidenten Wilson am 7. August gestorben sei. Eine Nachprüfung dieser in amerikanischer« Kreisen Berlins bisher unbekannten Meldung an amtlichen Stellen war bisher nicht möglich.
So ist's recht. Der Direktor des geodätischen Instituts in Potsdam, Geheimer Oberregierungsrat Hetmert, hat anläßlich der niedrigen Handlungsweise Japans seine ihm verliehenen japanischen Ordensauszeich- nungen, zum Beispiel den Orden von der ausgehenden Sonne und den vom Heiligen Schatze, der japanischen Botschaft kurzerhand zurückgesandt.
Vermischtes.
Ueber die Ermordung vor« vier Deutschen in Monaco durch Franzosen wird der „Voss. Ztg." aus den« italicui- schen Grenzorte Ventimiglia berichtet: Als die Franzosen sich am 3. August der fürstlichen Landesverwaltung bemächtigten, aus Furcht, deutsche Kriegsschiffe könnten der« neutralen Hafen von Monaco zerstören, verhafteten sie der« Kasinvdirektor Kurz, sowie drei audere Deutsche namens Hanschild aus Berlin, Knatte aus Nürnberg und Hobrecht aus Hamburg. Der amerikanische Konsift legte sich ins Mittel. Mau versprach ihm, daß man den Direktor Kurz freilasseu werbe. Als der Konsul zwei Tage darauf sehr energisch die Erledigung der Angelegenheit forderte, wurde ihm in Nizza die Antwort zuteil, daß Kurz mit acht anderen Deutschen in dringendem Verdacht der Spionage stehe. Drei Tage später hörte man, daß er bei einer Gegenüberstellung mit feinen Anklägern von der in den Gerichtssaal eingedrungener« Volkslnenge gepackt, auf die Straße geschleift und ermordet werben sei. Recht uud Gesetz ist hier unten im Südeu gegenüber Deutschen und Oesterreichern außer Kurs gesetzt. In anderen Teiler« Frankreichs dürfte es nicht besser, eher schlimmer sein. Der Fürst Albert von Monaco ist eines der ersten Opfer des Krieges geworden, und man weiß, wie der Korrespondent mitteilt, bis heute nicht, wo sich der von den Franzose,« aus seinem Lande verjagte Herrscher von Monaco befindet. Der Korrespondent erzählt unter anderem noch: Wie viele unschuldige Deutsche unter dem bloße«« Verdacht der Spionage hier erschossen worden sind, ist unmöglich, fcst- zustellen. In vielen Fällen sind Deutsche auf französischem Territorium, noch ehe der Krieg erklärt worben war, mitten in der Nacht aus ihren Betten geholt rvor- ben, um nach wenigen Stunden füsiliert zu werden. Der von einem Schuldner geäußerte Verdacht, daß der deutsche Gläubiger ein Spion sei, genügte. Zur Führung einer Untersuchung läßt man sich keine Zeit. Der Direktor Kurz wurde befehltlbigt, daß ein an ihn gerichteter postlagernder Brief auf ein Komplott gegen Frankreich hingewiesen habe.
J,n Feuer deutscher Maschinengewehre. Einem geldpostbriefe der „Hamburger Nachrichteu" von der stgrenze über das Gefecht bei Soldau entnehmen wir folgendes: „. . . Höre denn, was uns Dragoner von Soldau erzählten: An der Grenze auf einem langgestreckter« Hügel eine preußische Reiterabteilung, wenige Schwadronen, dicht hinter ihnen, durch der« Hügel eben gedeckt, einige Niaschinengewehre, der Kavallerie zngeteilt. Da komlnen zivei russische Kavalleriebrigader« an, sehen die paar feldgrauen Reiterchen, und gleich vergnügt auf sie ein, eine Brigade vorn, die andere als Rückhalt hinterher. Unsere Dragoner ihnen entgegen, vor dem Feinde aber, im rasendster« (Galopp teilen sie sich rechts und links, den Maschinengewehren frei Schußfeld lassend. Da tat sich den Russe,« die Hölle auf. Was da geschah, soll unbeschreiblich gewesen fein; in zwei Minuten war die erste Brigade ein Knäuel von Menschen- und Pferdeleibern, die zweite, erschüttert, aufgelöst, jagt zurück, aber rechts unb links die deutschen Reiter holten auf, schwenkte«« ein, preßte«« die Linie zu einem saufen zufammen, wo sich keiner rücken und rühren konnte, geschweige denn Lanze und Schwert gebrauchen. So wurden zwei Brigaden vernichtet mit einem Opfer von 3 Toter« und 18 Verwundeten auf unserer Seite.
Vereitelte Sperrung eines belgische«« Tunnels. Die „Köln. Ztg." entnimmt der „Krefelder Ztg." folgende Schilderung eines Eisenbahnarbeiters aus Krefeld- Oppum: 36 Arbeiter der Oppumer Hauptwerkstätte wurden am letzter« Sonnabendabend mit Sonderzug über Aachen nach Belgien befördert. I«« einem Tunnel zwischen Nasgroue und Verviers hatten die Belgier 17 der schwersten Lokomotiven mit Volldampf aufeirranöer- fahren lassen, um den Tunnel für Militärzüge der Deutschen zu sperren. Mai« hatte vergebens versucht, biefen 400 Meter langen Tunnel zu sprengen. In den vorhandene«« Sprenglöchern befanden sich noch 186 Kisten Dynamit. Sie sind von einem Unteroffizier herausgeholt worden. Als der Sonderzug der Oppumer Arbeiter in Herbesthal antam, wollte man ihn zuerst nicht über die Grenze lassen. Unter militärischer Bedeckung, auf der Maschine sechs Mann und in jedem Wagen sechs Mann, wurde aber der Zug ohne Licht über die Grenze geschoben und kam Sonntag morgen um 4 Uhr vor dem Tunnel an. Hier bot sich den Ankommender« ein schreckliches Bild der Verwüstung. Von den 177 Maschinen standen noch sieben in dem Tunnel kreuz und quer durcheinandergeworfen. Bis Dienstag nachmittag waren fünf Maschinen herausgeholt und ein Gleis frei geworben zur Durchfahrt. Mit Hilfe des Eisenbahner- Reaiments wurden neue Schienen eingebaut, sodaß am Mittwoch vormittag der Truppentransport bis Lüttich vor sich gehen konnte. Die Maschine, die das Gleis fretniachte, wurde mit Grün geschmückt und mit der Auf- chrift „Ich bin ein Preuge" unter lautem Jubel herauS- befördert und ebenfalls nach Herbesthal gebracht.
Wie der Papst gewählt wird.
Der Stuhl Petri, der durch den Tod Pius' X. verwaist ist, w'rd nicht lange unbesetzt bleiben und schon die nächsten Tage werden vorausslchtllch die Wahl des neuen Oberhauptes der katbollschen Christenheft bringen. Es dürfte deshalb interessieren, über den aMerst komplizierten Vorgang einer Papsttvahl etwas Näheres zu ^^Ntft'dem Tage des Todes des früheren Papstes tritt Sedisvakanz ein: der päpstliche Stuhl wird frei. Bis -um 6 Taae nach dem Tode wird ein Gebäude hergestellt, das Konklave. Die Wahl selbst muß spätestens am 12. Tage nach Eintritt der Sedisvakanz beginnen. Das Konklave besteht aus einem abgemauerten Raun«, sodaß nur ein einziger Eingang bleibt, der später, wenn die Wahl begonnen hat, vermauert wird. Es ist dies also die denkbar strengste Klausur der Wähler. In dem Konklave versammeln sich die Kardinale zur Wahl und müssen bartn bleiben. Tag um Tag umkreisen dann päpstliche Wachen das Lokal, um fremde Annäherung zu verhüten und aufzupassen, daß keine Oeffnung in
Die Wahl selbst kann auf dreierlei Weise erfolgen'. 1. durch Akklamation alle Wähler nennen, gleichsam durch Den Geist Gottes getrieben, denselben Namen. 2. Wahl durch Wahlmänner, sämtliche Wähler übertragen etn- ftimmin ihr Wahlrecht auf mindestens zwei Kardinäle, die nun die eigentliche Wahl vornehmen, täglich zwei- mal, und dabei die Bestimmungen beobachten müßen, die ihnen bei der Uebertraguna des Wahlrechts durch die anderen Kardinäle gestellt sind, die sich aber «lebt selbst wählen dürfen. Der Regel nach erfolgt jedoch die Wahl durch schriftliche, geheime Abstimmung, durch Wahlzettel. Diese Wahlzettel sind ganz merkwürdig, halb geschlossen, so, daß der Warne des Gewählten zu sehen ist, der des Wühlers aber nicht. Sie werden au den Kardtualdekan, den Bischof von Ostia, abgegeben. Die Stimme des Gewählter« wird, wenn er sich selbst gewählt hat, nicht mitgezählt. Die Abstimmung ist gleichfalls täglich zweimal vorzunehmen. Die Wahl «nutz mit zwei Drittel Majorität erfolgt sein. Ist dieses Ergebnis nicht erzielt, so findet die engere Wahl statt. Hierbei darf nur gewählt werden, wer vorher mindestens eine Stimme erhalten hatte, und ««jemand darf der« wiederwählen, dem er bereits einmal seine Stimme gegeben hatte, wohl aber darf der Wähler sagen: „acccdo nemini", ich gebe meine Stimme niemanden«. Die abgegebene«« Stimmen wer- den mit denen der ersten Wahl znsammeugezühlt. Erst, wenn auf diese Weise zivei Drittel iWaforttät erzielt morde«« ist, hat die Wahl ihren Abschluss gefunden.
Der Gewühlte hat seine Annahme zu erklären oder abzulehuen. Wimmt der Gewählte an, so erhält er ohne weiteres sofort die ordentliche Regierungsgewalt des Papstes. Gleichzeitig pflegt er seinen Namen zu wechseln, wie der Kardinal Graf Pecct sich Papst Leo XIII. nannte. Im Gegensatz zu früheren Betten hat heute kein Herrscher mehr das Wecbt, au der einmal vollzogenen Wahl etwas zu ändern, nur Oesterreich, Frankreich und Spanien, die katholischen Staaten, haben noch ein gewisses Recht, bet der Wahl etwas miUnreben, insofern ihnen die Befugnis zusteht, je einen Kardinal für passiv wahlunfühig zu erklären, also abzulehuen. Ist der Name des Gewählten sestgestellt, so wird er vom Kardt- naldekan verkündet. Es folgt nun die advratio: der Fußkuß seitens der Kardinäle und die Zulassung dieser zur Umarmung. Für den Fall, daß der Gewühlte noch nicht Bischof sein sollte, was leicht vorkommen kann, wir6 er vom Bischof von Ostia geweiht. Hierauf folgt
nannte. Nm Gegensatz zu 1 Herrscher mehr das Recht,
Ostia geweiht. Hierauf folgt ira und schließlich die Besitz-
die Krönung mit der Tiara und schließlich die Besitznahme des Laterans, eines dem Papste, ebenso wie der Vatikan, seitens der italienischen Regierung überlasse- ucn Palastes, in dem der Papst, gefolgt von den Kardinälen, durch die Säle wandelt und sich hin und wieder auf einen Stuhl niederläßt. Nunmehr hat endlich die katholische Christenheit ein neues Oberhaupt erhalte«.
WTB. Rom, 22. August. Die Beisetzung des Papstes findet heute nachmittag 6 Uhr in aller Stille statt, uud zwar gemäß bem Wunsche des Papstes in der Gruft von St. Peter, in der die Päpste vor dem 17. Jahrhundert beigesetzt sind. — Das Karöittalkollcgium hielt gestern feine erste Sitzung ab. Es waren 25 Kardinäle anwesend, die den Eid ablegten.
Ein Papst-Regent?
Ueber die Art, wie sich in dieser Kriegszeit vielleicht die Nemvahl des Papstes vollziehe, sagte der Zentrums- abgeorbnete Erzberger einem Mitarbeiter der „Voss. Ztg." folgendes: Voraussichtlich wirb es unmöglich sein, daß das Konklave der Kardinäle infolge des Krieges zur Wahl des neuen Papstes in üblicher Weise in Stom zusammentritt. Der verstorbene Papst habe aber für diesen Fall einen Camerlengo ernannt. Dieser werbe, falls die Kardinäle zur Papstwahl nicht zusam- mcutreteit können, Papstregent, bis eine papftwahl möglich ist. Daneben wäre auch eine andere Art der Papftwahl als die durch das Kvnklave möglich. Wenn die Regierungen den Kardinälen erlauben, sich telegraphisch zu verständigen, so könnte auch auf diesem Wege eine Wahl zustandekommen, vorausgesetzt wird aber, daß eine solche Wahl durch Akklamation einstimmig erfolgt, d. h. daß alle Kardinäle sich auf einen Kandidaten einigen.
*• neuestes vom Gage.
Erfolge der Oesterreich er gegen Rußland.
WTB. Lemberg, 22. August. „Przegled Lwowski" meldet: In der Nähe von Ftaoziewihorv an der öfters reichisch-russischen Grenze kam es gestern zn einem größeren Zusammenstoß einer starken Abteilung russischer Infanterie und Kavallerie mit nnseren Truppen, bestehend anS einigen Kompagnien Infanterie, die von Husaren unterstützt waren. Der tapfere Bajonettangriff nnserer Truppen lichtete in knrzer Zeit die Reihen des Feindes. Die Russen ergriffen in wilder Panik die Flucht. Sie ließen zahlreiche Tote und Verwnndete zu- rück. Unsere Truppen zeigten die größte Tapferkeit und nnerhörten Mut. Sie verloren nicht einen einzigen Mann. Auch die Zahl der Verwundeten ist gering.
Bulgarien trifft alle Vorbereitungei«.
WTB. Sofia. "2. August. Der bisherige bulgarische
2. August. Der bisherige bulgarische rg, General Radko Dimitriew, der u hat, um als Freiwilliger in die treten, ist pensioniert und in der gestrichen worben. stets ist der Hafen
Handelssch'i'ffahrt gesperrt worden. Jn'den Hak «arna dürfen Schiffe nur am Tage zwisch^
Gesandte in Pc seinen Posten i russische Armee
Liste der aktive,« ^wee gestrichen worden. — Auf Anordnung des 5kriegsministers ist der Hafer« von Burgas für die Handelsschiffahrt gesperrt worden. In den Hafen von Warna dürfen Schiffe nur am Tage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einlaufen, aber auch nur, wenn sie einen Lotsen an Bord haben.
Russische Offiziere im serbischen Heer.
WTB. Wien, 22. August. Die Südslawische Korrespondenz meldet: Wie verlautet, würben die von den österreichisch-ungarischen Truppen geschlagenen serbischen Abteilungen von russischen Offizieren kommandiert, die freiwillig in die serbische Armee eingetreten
waren.
Japans Ultimatum noch unbeantwortet.
WTB. London, 22. August. Wie Reuters Bureau erfahrt, hat die japanische Rotschaft bisher weder aus Tokio noch sonstwoher irgend eine Mitteilung erhalte«, die eine Antwort Deutschlands auf das japanische Ulti- nlatum anzeigt, welches am Sonntag mittag Londoner Zeit avlaufr.
Feldpostbriefe können verschlossen sein.
, WTB. Berlin, 22. August. Eine Berlftrer Zeitung brächte die Nachricht, daß die deutsche Feldpost ver- schlossene Feldpostbriefe nicht auShänbtgen dürfe und erklärte: Feldpostbriefe an die im Feld stehenden Trup- ^r« müssen unverschlossen abgesandt werden. Das Wolffsche Telegraphenbureau ist ermächtigt, demgegen- liber zu erklären daß die Nachricht unzutreffend ist, daß ^^ die Feldpostbriefe an unsere Soldaten nach wie vor verschlossen abgesandt werde,« dürfen.
Reichstagserfatzwahl in Württemberg.
WTB. Stnttgart, 22. August. Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Ravensburg erh?elt der von der Zentrumspartei aufgestellte Landessekretär St egele 13 494 Stimmen, Gutsbesitzer Adono sZtr.) 544 Sttnrmen. Die Nationalliberale«« und Sozialdemokraten auf die gegenwärtige kriegerische
Zeit ihre AgWMjuren zurückgezogen,