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Ein Einjährig-Gefreiter schreibt seinen Eltern aus Lüttich folgendes:

Liebe Eltern!

Wir leben hier oben auf der Zitadelle wie in unserer Garnison, die Infanterie exerziert, wir haben Stalldienst, Pferdebewegen, Pferdebesichtigung usw. Leider dürfen wir nicht hinunter in die Stadt, man möchte sich mancher- lei besorgen, es ist jedoch streng verboten, die Zitadelle zu verlassen. Wenn mal jemand dienstlich hmunter- geschickt wird, bekommt er von allen Seiten Aufträge, Lebensmittel wie Wurst, Wein, Schokolade mitzubringen, nur muß man dafür mächtig blechen, da die Lebensimttel sehr teuer sind.

Gestern wurde uns durch Armeebefehl des Kaisers Dank für die heldenmütige Einnahme Lüttichs besannt gegeben, jetzt, wo die schwerer» Tage hinter uns liegen, schämt man sich, daß soviel Aufhebens davon gemacht wird. Aber der Stratzenkampf in den feindlichen Dörfern wird uns doch ewig unvergeßlich bleiben. So hinter­listig aus den Fenstern beschossen zu werben in ganz engen und winkligen Ortschaften, ist hundsgemein, tausendmal besser, wenn einen der Feind offen gegen- übertritt. Die Wut von unseren Futztrupper» war daher auch ungeheuer groß. Bei bem Verhalte»» der Bevölke­rung Belgiens, wenigstens der Ortschaften, durch die wir gekommen sind, war es aber die gerechte Strafe. Hier in Lüttich sind die Einwohner sehr freundlich zu uns, vielleicht haben sie Angst bekommen. Auf dem An­märsche gegen Lüttich hatte ich einige Male Gelegenheit, mit deutsch-freundliche»» Einwohnern zu sprechen, natürlich immer französisch, es ging sehr gilt diese behaupten, Belgier» »volle der» Kr»eg gar nicht, es wäre von Frankreich dazu gezwungen worden,- die Söhne des Landes seien eingezogen und nach den Festungen und Forts gebracht worden.

Unser Hauptmann ist in der Nacht von vorgestern zu gestern gestorben, seine Verwundung war auch nur durch gemeinen Verrat entstanden. Leutnant G. läuft wieder umher. Unser jetziger Batteriechef ist ein sehr energischer Herr, Energie tut aber auch not.

Die tödliche Wunde hat unser Hauptmann folgender- maßen erhalten: Unsere Batterie hatte das eine Fort in Grund und Boden geschossen. Der Kommandant £am heraus, um das Fort mit 350 Mann Besatzung zu ttber- geben. Eine Abteilung Jäger und unsere Offiziere zogen zuerst in das Fort ein. Kurz darauf explodierte eine Mine. 8 Jäger waren sofort tot und unser Haupt- man war tödlich verwundet,- er soll noch gerufen haben: Der» Hund von Kommandanten schieße ich über den öüitfctt!"

Nun genug für heute, hoffen wir das Beste für die nächsten Tage!^________________________________

Vermischtes.

Der praktische Kriegsfreiwillige. Ein hübsches Beispiel von opferwilliger Vaterlandsliebe wird derKreuzztg." aus Lud­wigslust in Mecklenburg berichtet: Dort erschien ein junger Mann aus der Umgegend auf dem Regimentszimmer und ließ sich auch durch die Bekanntmachung an der Stubentür, daß Freiwillige nicht mehr eingestellt werden, nicht zurückhalten, sondern bat um seine Einstellung als Kriegsfreiwilliger in das Regiment. Als ihm nun der Bescheid wurde, daß das Regiment vollzählig sei, auch kein Pferd mehr zur Verfügung stehe, wiederholte der brave Vaterlandsverteidiger seinen Wunsch, Kriegsfreiwilliger zu werden, und bekräftigte ihn mit den Worten:Ein Pferd habe ich gleich mitgebracht." Nunmehr wurde er sofort angenommen, und mit strahlenden Augen eilte der junge Mann zur Regimentskammer, um sich einkleiden zu lassen.

Französische Briestaubenstationen in Deutschland? Das königliche Generalkommando des 13. württembergischen Armee­korps gibt bekannt, daß bei Andernach eine französische Brief­taube abgefangen wurde, die genaue Angaben über Deutschlands Truppentransporte beförderte. Württemberg, vielleicht auch Baden kommen sehr wahrscheinlich als Auflassungsort in Betracht. Es besteht die Möglichkeit, daß mehrere französische Brieftauben- stationen in den genannten Gebieten in Betrieb sind. Das pfäl­zische Generalkommando lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit hierauf und bittet gleichzeitig jedermann, bezügliche Beobachtungen unverzüglich an das Generalkommando gelangen zu lassen.

Ein mutiges Soldatenstückchen dreier Berliner Jungen wird dem Berliner Lokalanzeiger aus Gollub an der west- preußisch-russifchen Grenze gemeldet. Den dreien, einem Gefreiten und zwei Kameraden eines Kavallerieregiments, war das Warten auf den Feind etwas langweilig geworden, und deshalb wagten sie sich eines Abends bei einem Patrouillenritt weiter in das feindliche Gebiet hinein, als ihre Instruktion es ihnen vorschrieb. Dabei kamen sie an ein erst vor wenigen Tagen von den Russen niedergebranntes Gehöft und entdeckten in einer unversehrt ge­bliebenen Scheune Licht. Sie schlichen näher und sahen zu ihrer größten Verwunderung, wie ein russischer Major mit 15 Mann seines Truppenteils Schnaps trank und Zigaretten rauchte. Unser Gefreiter gab seinen Kameraden einen Wink, schlug mit dem Gewehrkolben die Scheunentür ein und stand mit einem Sprung mitten unter ben Feinden, die vor Entsetzen vergaßen, zu den Waffen zu greifen. Als der GefreiteHände hoch"! rief, warf der Major seine Arme schleunigst als erster in die Luft, und diesem edlen Beispiele folgte die gesamte tapfere Kriegerschar. Die Waffen wurden ihnen abgenommen, und im Triumph führten die drei Preußen die 16 Russen als Gefangene ab.

Ein deutscher Handstreich im Osten. Einem Feldpostbrief dessen Verfasser ein an der russischen Grenze stehender Hauptmann ist, entnimmt die Magdeburgische Zeitung nachstehende Schilde­rung : Auf einer Streife bis 30 Kilometer jenseits der russischen Grenze, wobei wir nirgends auf Feinde stießen, die Bevölkerung sich aber sehr freundlich gegen uns benahm, quartierte ich bei einem polnischen Gutsbesitzer, der sich als durchaus deutschfreund- lich zeigte und mich vor einem in der Stadt K. befindlichen star­ken Gendarmerieposten warnte, der dort zugleich das Aushebungs- geschäft besorgte. Ich beschloß mit Genehmigung meines Komman­deurs, womöglich diesen Posten in der Nacht zu überrumpeln und gefangen zu nehmen. Ich fuhr mit einem Unteroffizier und sechs Mann sowie einem sichern Führer bis in die Nähe der Ka,erne, die ich dunkel und unbewacht vorfand, überraschte die Insassen im Schlaf und nahm sie, sechs Gendarmen gefangen. Nach Zer­störung der Telegraphenapparate und unter Mitnahme aller De­peschen und Aushebungslisten kamen wir ohne Blutvergießen mit unserer Beute glücklich zurück.

Brief einer Mutter. Wir freuen uns, daß Du für unser Vaterland Kämpfen kannst! Gott ist mit uns! Kein Reich ist größer an Tapferkeit, als das deutsche. Hier in Berlin weiß jeder Mensch, daß der Sieg unser ist, denn die Gerechtigkeit Gottes gibt jedem Baterlandsverteidiger Kraft, Mut und Aus­dauer, und diese führen uns zum Ziel. Unser Ziel ist der Sieg, und der Sieg ist unser, dessen bin ich gewiß. Wir haben Ein­quartierung, drei Reservisten auf 4 Tage. Ich bin stolz darauf, deutsche Soldaten zu pflegen. Ich gebe volle Kost, gutes Effen; alle drei sagten zu mir: Liebe Frau, Sie meinen es zu gut mit uns. Wenn wir zurückkommen, ist der erste Weg zu Ihnen. Nun sei auf dem Posten, nütze dem Vaterland und setze Dein Leben ein, wenn es nötig ist, denn es gibt ein Fortleben nach dem Tode. Alle, die für das Vaterland ihr Gut und Leben lassen, werden als Vorbild in der Weltgeschichte weiterleben. Grüße und Küsse von Deiner Mutter.

Wo wird es diesmal sein? Der Kaiser hat Berlin ver- laffen und fick zum großen Hauptquartiere begeben, am 14. Tage nach Beginn der Mobilmachung. In der Richtung Mainz heißt es oMM Hmnit W.ahs noch Mt. gesagt, wohin dar Haupt-

quarüer gelegt werden wird. Im Jahre 1866 war es am 2. Juli, als Kaiser Wilhelm auf dem Kriegsschauplätze anlangte. Sein Hauptquartier war auf feindlichem Boden in Gitschin. Am Tage darauf wurde die Schlacht bei Königgrätz geschlagen. Da der alte König Neuerungen nicht liebte, so machte cr's im französischen Kriege ebenso. Am 11. August, drei Wochen nach erfolgter Kriegserklärung, traf er beim Heere ein, und wieder konnte er, wie vier Jahre vorher, sein Hauptquartier sofort ins feindliche Land legen. Es war in Saint Avold, drei Meilen von der da­maligen preußischen Grenze im französischen Departement de la Moselle. Von Saarbrücken kommend, traf der König dort um vier Uhr nachmittags ein und stieg im Postgebäude ab. Wie am 2. Juli 1866 in Gitschin sein Grenadierregiment ihn in »Parade­ausstellung empfing, so war in St. Avold eine Kompagnie des Leibgrenadierregiments Nr. 8 mit Fahnen und Regimentsmusik ausgezogen, das bei Forbach soeben das französische Korps Froffard geschlagen hatte. Auf dem Forbacher Schlachtfelde, das der König besuchte, konnte er noch deutlich sehen, welch schweren und musterhaften, aber auch leider blutigen Kamps seine braven Leute gekämpst hatten. Aus St. Avold waren alle wohlhabenden Leute geflohen und hatten ihre Möbel und Betten, und was sonst zur Bequemlichkeit gehört, mit fortgenommen, oder anderswo untergebracht. So hatten es unsere Leute recht schwer, und es war auch für den König ein wirkliches Kriegshauptquartier: die erste Etappe in Feindesland, 37 Kilometer von Metz, 350 Kilo­meter von Paris und 700 Meter von Berlin entfernt. Noch nicht acht Tage nach des Königs Ankunft ward Mars la Tour und Gravelotte geschlagen. Wo wird es diesmal sein, das kaiserliche Hauptquartier?______________________________________________

Der größte eusttreuzer der well

in Frankreich nicht fertig geworden.

Bon einem genau Eingeweihten, der aus Paris flüchten mußte, erhält dieKöln. Vzlg." die nachstehende Darstellung. Sie ist in diesem Augenblicke von ganz aktuellem Interesse.

Erst in neuester Zeit glaubte die französische Regierung ein Gegenstück gegen die deutschen Zeppeline ausstellen zu müssen und trat mit verschiedenen Konstrukteuren lenkbarer Luftschiffe in ernstliche Unterhandlung.

Es gibt ein Luftschiffsystem, welches seit einiger Zeit von sich reden macht und selbst von deutschen Fachleuten, wie dem be­kannten Hauptmann Hildebrandt und, wenn ich nicht irre, auch von Major Parseval, dem Führer deutscher Fliegertruppen, an­erkennend beurteilt wird. Ein Schweizer Professor, Dr. Raoul Pictet, Chemiker und Spezialist der Gase, hat erst in den letzten Iulitagen ein Buch in französischer Sprache herausgegeben, wel­ches in seinem umfangreichen dritten Teil dies neue System sehr ausführlich behandelt und es namentlich in seinen voraussichtlichen Leistungen mit unserem Zeppelinsystem vergleicht. Soviel in enge­ren Kreisen bekannt, ist dieses neue Riesenluftschiff, dessen Er­finder der Ingenieur Arno Boerner ist, etwa 300 Meter lang und 20 Meter breit geplant war, also beinahe dreimal so groß wie ein Zeppelin. Statt der Gondeln besitzt es eine Brücke, welche sich vom Vorderteil bis hinten über die ganze Länge des Luft­schiffes erstreckt. Die Gasbehälter, an Zahl etwa 250, haben quadratischen Grundriß und bestehen aus je drei in einander ge­schachtelten Ballonets, mit Wasserstoff, Stickstoff und gewöhnlicher Luft gefüllt. Das Wasserstoff-Ballonet ist umgeben von Stickstoff, letztere von Luft. Durch dieses System soll verhindert werden, daß der Wasserstoff durch Blitz oder sonstige Entzündungsmassen zur Explosion gebracht werden kann; ferner aber wird dadurch cin Entweichen des Wasserstoffs infolge Diffusion ganz bedeutend eingeschränkt.

Nach den Angaben des Erfinders kann dieses Luftschiff mehrere Tage ununterbrochen sich in der Luft aushalten hat keinen Ballast nötig und trägt 360 Personen. Sicher ist, daß die Plane und Berechnungen bis ins Kleinste ausgeführt und in einer sehr umfangreichen Denkschrift dem französischen Kriegsministerium uberwiesen worden sind. Jedoch erst kurz vor dem österreichischem Ultrmatum waren die Verhandlungen soweit gediehen, daß die französische Regierung einen Betrag von 500000 Franken zu den erfordttlichen Vorarbeiten zur Verfügung gestellt und eine nam- hafte Gesellschaft auf dem Gebiet des Ballonbaus, die Zodiak- Werke, mit diesen Arbeiten betraute.

. Für Frankreich zu spät, um im gegenwärtigen Kriege mit diefem Rlesen-Lushchiff eingreisen zu können. Interessant ist es aber noch, die Aufgaben dieses Luftschiffes hervorzuheben, welche die Denkschrift anführt: 1. die Vernichtung des feindlichen General­stabes, 2. Zerstörung der feindlichen Hauptstadt, 3. Zerstörung der feindlichen Flotte, 4. Vernichtung des feindlichen Heeres._______

Sie erstaunlichen Leistungen in Lüttich.

Von einem alten preußischen Offizier.

Je länger man über das entschleierte Geheimnis von Lüttich nachdenkt, um so erstaunlicher erscheinen die Leistungen unsere Arinee auf bem belgischen Kriegs­schauplatz. Man sann wohl ohne Ueberhebung bc'haup- ten, daß diese Eroberung einer mobernen Festung in allen Details eine bisher unerhörte Leistung war.

Betrachten wir die Einzelheiten dieses Unterneh­mens etwas genauer. 9Jian erfuhr, daß sich franzö­sische Jnstruktwnsoffiziere in einer Festung befanden, deren Besetzung durch den Feind unter allen Umständen verhindert werden mußte. Aus dieser Tatsache der An- wesenheit französischer Militärs in einer an unserer Grenze liegenden Festung machte man mit vollen» Recht einen Neutralitätsbruch durch Frankreich und hatte nun freie Hand für alle notwendig erscheinenden Schritte. Bis heute würbe man kaun» daran gedacht haben, eine derartige Festung ohne eine regelrechte Belagerung zu nehmen, aber die deutsche Heeresleitung wagte e»nen tollkühnen Streich. Sie entschloß sich, die Festung durch Sturm zu nehmen. Dies war an und für sich ein ge­radezu verblüffender Entschluß. Noch kühner war es aber, daß man den Sturm mit nur sechs Friedens- brtgade»» unternahm, b. h. mit einer Armee, die an Kopfzahl kauin die Kopfstärke der in der Festung stehen­den feindlichen Truppen übertraf. Wir wissen, wie schwer es der deutschen Heeresleitung geworden sein muß, gegen alle Regeln eine nicht mobile Arrnee auf den Kriegsschauplatz zu werfen. Daß sie sich aber doch dazu entschloß, zeugt von einer Elastizität der Ent- schlietzungen, die im höchste»» Grade erfreulich ist und diejenigen ausländische»» Kritiken widerlegt, die zu be­haupten pflegen, daß im deutschen Heere wegen Mangels an geistiger Regsamkeit und Initiative nur nach Schema F" gearbeitet werde.

Die zweite Glanzleistung war die Besetzung Lüt­tichs durch den Fortgürtel hindurch, unbefümmert um die Verluste, die durch ben Durchbruch durch diesen Gürtel verursacht werden wußten. Man rechnete da- »nit, daß der Kommandant nicht wagen werde, das Feuer der Forts auf die Stadt selbst zu richten, und man hatte richtig gerechnet. So gelang die Festsetzung in der Stadt. Wir sönnen uns oenken, daß die belgischen Militärs über die Frechheit einer derartigen Maßnahme mächtig geschimpft haben werben, aber dieser Gedanke kann unsere Freude an bieter Frechheit nur steigern.

Geradezu klassisch »st es nun, daß die Mobilmachung der betreffenden Brigaden tu oer feindlichen Festung erfolgte! Bisher pflegte man nur zu verhindern, daß der Feind ins Land kommt, und unsere Mobilmachung stört, aber daß man tu Ferndesland eine Festung er­obert, um dann dort die Truppe»» mobil zu machen, das ist grandios und sicherlich noch nicht dagewesen l Die Idee war kühn, ihre Ausführung noch kühner. Das merkwürdige Bild oer Besetzung einer befestigten Stadt, deren Forts noch irr den Händen des Festwes waren, üte raltblüttüv Herbetfchaöuna der aEaLllLeu schwerer»

Geschütze, um dann von innert her diese Forts M Uebergabe zu überreben, oder sie zu zerstören, vervoll- ständigt das Bild eines bisher unerhörten Verfahrens zu Bezwingung von Festungen. Wir müssen stolz sein auf die Heeresleitung, die derartiges planen sonnte, und auf die Armee, die es durchzuführen vermochte.

Hoffentlich vergessen die Engländer nicht, dieses neue Verfahren mit der MarkeMade in Germany" zu bezeichnen.

Sie Straßenfämpfe in Misthaufen.

Ein Berliner, der nach Misthaufen im Elsaß ein« gezogen war, gibt derBerliner Morgenpost" folgende Schilderung der Zustände in jener elsässischen Fabrik­stadt, in der am Montag voriger Woche der Kampf zwischen Deutschen und Franzosen sich abgespielt hat.

Das französische Armeekorps, das von Belfort aus auf deutsches Gebiet notgedrungen war, hatte die Stadt Mttlhause»» bereits besetzt gegen den Widerstand unserer an Zahl unterlegene»» Streitkräfte. Die Zivil­bevölkerung von Misthaufen und namentlich die Ztvtl- behürden haben sich tatsächlich den französischen Ein- bringliugcu gegenüber nicht so verhalten, wie man es von Einwohnern einer deutschen Stadt hätte erwarten sollen. Lange Haber» sich die Franzose»» des Besitzes der Stadt aber nicht zu erfreuen gehabt. Einzelne Teile der französische»» Streitmacht versuchter» schor» über Mül- Hausen hinauszudringen, als unsere verstärkten Grenz- schlttztrupven tu Eilmärschen heranrückten und die fran­zösischen Abteilungen znrnckrvarfen.

Jr» ben Straßen Misthaufens wurde dann um den Besitz der Stadt mit Erbttteruug gesümpft. Der Mut und die Tapferkeit der deutschen Truppe»» haben den Steg über die Franzosen davongetragen. Um jeden Fußbreit Straßeliterrain wurde so erbittert gesümpft, daß Berwuudete und Tote zu Hunderten die Straßen bedeckten. Die Situation im Kampfe war für das deut­sche Militär um so schwieriger, als frauzostsch gesinnte Bürger von Misthaufen in den Kampf mit eingrtffen und aus ben Häusern heraus auf deutsche Soldaten schössen. Besonders aus einem Kloster heraus wurden der deutscher» Streitmacht nicht unerhebliche Verluste zugefügt. Daß mit diesen Leute»» kurzer Prozeß gemacht werben wird, darf man wohl erwarten, denn ein Frank­tireurkrieg auf deutsche»»» Bode»» gegen deutsches Militär ist wohl das Unerhörteste, ivas und dieser Krieg bringen konnte.

Der Wiederbesitz Mülhanseris ist seit Mo»»taa voriger Woche, wo dieser Kampf gespielt hat, gesichert. In Mülhausen befinde»» sich von der französischen Truppe nur noch Verwundete und Gefangene. Auch auf deutscher Seite haben wir viele Verwundete. Noch am Dienstag zeigten die Straße»» die schauriger» Reste, die ein Kampffeld bietet: Herumliegenöe Gewehre, Aus­rüstungsstücke, Hnnderte von deutsche»» und französischen Gewehrpatroner». Jetzt herrscht in Mülhausen die beste Gesinnung. Mit den Französlittgen, die man ja nun ersannt hat, wird man schnell fertig werden, und die in der Ueberzahl gut deutsch gesinnte Bevölkeruug hat unseren Truppen in den folgenden Tage»» nach Kräften beigestanden.

Japans Machlgclüsle.

Das deutsche Durchschnittspublikum hat zwar un­begrenztes Vertrauen zum Heere und ist fest überzeugt, daß wir zu Lande siegen werden. Anders denkt es über die Flotte. Es freut sich zwar ehrlich über die Schnei- digkeit unser er Führer zur See, aber rvtrtltche Erfolge traut es ihnen nicht zu. Seit den Tagen der Hansa hat Deutschland keine »virklicher» Seekriege mehr geführt; daher diese Beklommenheit, um nicht z»» sagen dieses Mißtrauen, wenn Marinefragen und Marineschlachten in den Kreis der landläufigen Erörterungen gezogen werden. Damals, als am ewig denkwürdigen 4. August das ganze deutsche Volk Hinter Kaiser und Heer trat, als der Deutsche Reichstag unter großer Begeisterung ein- fttmmtg die Mittel zum großen Kriege bewilligte, da fiel schon in derselben Nacht der kalte Sau der englischen Kriegserklärung auf die bunten Blaublüuilein der Hoff­nungen,- sie verwelkten, verdorrten zwar nicht, aber bei dem Gedanken an einen Seekrieg war doch den meisten im Publikum sehr unbehaglich zu Mute.

Die englische Flotte wirb die unsere vernichten, war ö»eser ängstlichen Gemüter unwillkürliche Schlußfolge­rung. Jetzt zeigte sich wieder dasselbe Bild, als es ruch- bar wurde, daß Japan den gewaltiger» Krieg, den Deutschland und Oesterreich-Ungarn gegen drei Fronten 3U führen haben, ausnutzen will, um Kiautschou als leckeren Bissen zu verschlucken. Vergeblich hing neben der Depesche über Japans hinterhältigen Raubzug die erfreuliche Nachricht vom schönen Erfolge bei Stallu-

wo 3000 Russen gefangen wurden. Aber der Erfolg zu Lande galt den meisten nichts, gar nichts. Japar» fampft gegen uns zur See, feine Flotte wird uns nun auch noch 8it schaffen machen, das lähmte die Hoffnungen der allermeisten. Gerade sie jubelten am lautesten, als die falsche Nachricht von der Kriegserklä­rung Japans an Rußland auftauchte. Und jetzt werden sie von Japan so sehr enttäuscht und erschreckt.

Japans Ländergier überrascht den Eingeweihten nicht. Die,Brite»» Ostasiens" haben längst begonnen sich die Kramerpolitik Albions zum Vorbild zu nehmen! Das blühende deutsche Gebiet von Kiautschou reizte schon lange ihre Begehrlichkeit zum Nechtsbruche. $alb weroen unsere Tapferen, taufende Meilen von der deut­schen Heimat, zu Wasser und zu Lande, die Ehre der schrvarz-weih-roten Flagge zu verteidigen haben. Ein heldenmütiger Kampf weniger Männer gegen eine er­drückende Uebermacht wird dort entbrennen. Ihr Unter­liegen wird ehrenvoll fein für sie und ihr Vaterland, verlustreich für ihre gelben Feinde. England aber wird die große Verantwortung auf sich laden, daß es in Asien im Bunde mit der gelben Rasse gegen die weiße sümpft, ebenso wie es in Afrika im Augesichte der schwarzen >WX% W « sA % -------Hi, wird von England begünstig!, diesem neuen Feinde wird da#

rung Jap sie von J

von England veranla

Auch gegenüber diesem neuen Feinde wird Deutsche Reich feine eiserne Entschlossenheit bewahre». Es geht aufs^Garrze. Wie die Armee wird auch die Mar»ne ihre 'Lchuldigkeit tun. Auch auf dem Meere ist Vernunft beM wenigem^ ^ff deutschen Gewässern erscheine»

^^^i Schläge getan, mit denen sich bliche Volk und sein getreuer Nachbar Luft mache» und ihre Feirrde aufs Haupt schlagen werden. J^ '' stehen noch ""-»» -'"-- «-^ ---------- v

uno ipre ^eutoe aufs Haupt schlagen werden. Jetzt stehen noch zwei gegen sieben,- dann aber werden manche Zeit und Mut gefunden haben, um die WeT machte Rußland und England, töd"' ~ ----

sind, zu treffen Eine bittere Lehre aber U.^ w ^^iich^Bolk hieraus gezogen: es wird nie wieder

lich, abe

>, wo sie sterblich hat berestS das