Straßen russischer Städte klirren ließ . . .! Schmach und jenen Polen, die in dem Augenblick, in dem das Schicksal unserer Nation auf dem Spiel steht, auf die Seite ihrer Bedrücker, auf die Seite der zarischen Heere traten!"
Der Kommandant von Wilhelmshaven über Fliegerbombe«.
Der Festungskommandant von Wilhelmshaven, Konteradmiral Schnitz, hatte dieser Tage die Vertreter der Presse zu einer Unterredung eingeladen, in der er ihnen beruhigende Mitteilungen über Fliegerbomben, Spione, Wasserversorgung usw. machte. Er führte u. a. aus: In den ersten Tagen nach der Mobilmachung sind hier Besorgnisse wegen des Erscheinens feindlicher Flugzeuge und das Abwerfen von Bomben entstanden. Diese Befürchtungen sind vollkommen unbegründet. Es ist sehr zweifelhaft, daß ein feindliches Flugzeug hier erscheinen wird, um Bomben abzuwerfen, weil es kaum möglich ist, daß ein Flugzeug, das den weiten Weg von Frankreich hierher und zurück durchstiegen muß, neben dem dafür erforderlichen großen Benzinvorrat noch größere Bomben an Bord nehmen kann. Diese müßten vielmehr sehr klein und infolgedessen sehr ungefährlich sein. Für Privathäuser besteht nach dieser Richtung so gut wie keine Gefahr. Sollte aber wider Erwarten doch ein Privathaus getroffen werden, so würde die Bombe höchstens das Dach des Gebäudes durchschlagen und vielleicht auf dem Boden noch geringe Beschädigungen anrichten. Damit wäre ihre Wirkung aber erschöpft. Die Bomben werden sich auch gar nicht gegen Privathäuser, sondern gegen militärische Anlagen richten. Hier werden aber Treffer in der Nacht sehr schwer zu erzielen sein. Eine andere Frage wäre die, ob englische Wasserflugzeuge nach einer Abkürzung des Weges ihren Flug hierher nehmen könnten. Es ist selbstverständlich, daß diese Möglichkeit ins Auge gefaßt und daß die erforderliche Maßnahme getroffen wurde. Dann die Bomben aus Luftkreuzern. Diese sind viel weniger zu fürchten aus dem einfachen Grunde, weil Frankreich und England Luftkreuzer von der Leistungsfähigkeit unserer Zeppeline überhaupt nicht besitzen. Sie haben weit kleinere Luftschiffe, die gar nicht imstande sind, so weite Reisen mit dem nötigen Benzinvorrat für die Hin- und Rückfahrt und einem Bombenvorrat zuruckzulegen. Die Bevölkerung kann also ganz beruhigt sein.
Der Anstand der Zarin-Mutter.
Gegenüber der Behauptung, daß der Sturm auf die deutsche Botschaft in Petersburg durch .eine angeblich schlechte Behandlung der. Zarin-Mutter rn Deutschland hervorgerufen worden sei, erklärt der „Lok.-Anz. , daß die Zarin-Mutter mit einem russischen Hofzuge trotz der Mobilisation nach Berlin gekommen sei. Dortstleg sie in der russischen Botschaft ab, wahrend der Großfürst Konstantin im Hotel Bristol , als „Staatsrat Kunow Zimmer bezog. Die Zarin äußerte den Wunsch, die Reise mit größter Beschleunigung fortzusetzen und traf hierbei Anordnungen, als ob sie im eigenen Lande wäre. Bor allem forderte sie, daß ihr Zug direkt nach Eydt- kuhnen an die russische Grenze geleitet würde, und als der Vertreter des Auswärtigen Amtes, Graf Mirbach, darauf aufmerksam machte, daß das wegen, unterer im Gange befindlichen Mobiliiativn nicht anginge, erging sich die Zarin in solchen Schmähungen «nd Verwün- schungeu gegen Deutschland, daß der Kaiser seme Absicht, der durchreisenden Fürstin einen Besuch abzustatten, auf- gab. Einige Stunden darauf reiste die Zarm-Mutter m einem von deutschen Offizieren und ^Beamten beschützten Sonderzuge, für den man mit großer Mühe die Passage frei machen konnte, nach Kopenhagen ab, mit ihr zugleich auch der „Staatsrat Kunow" aus dem Hotel Bristol. Die Zarin ist auf deutschem Gebiet mit aller nur erdenklichen Zuvorkommenheit behandelt worden.
Keine Zahlungen mehr an die Feinde!
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Dem russischen, französischen, belgischen oder englischen Staate sollen gegen eine Reihe von Banken, Gesellschaften, Instituten usw. in ganz Deutschstind nicht unerhebliche Forderungen zustehen. Die Erfüllung solcher Guthaben an die feindlichen Mächte nach Ausbruck des Krieges schädigt das Vaterland. Wer auf diese Weist dem Feinde Vorschub leistet, wird unter Umstanden nach 8 89 RStGB. wegen Landesverrats bestraft. In Berlin hat der Oberbefehlshaber in den Marken die dem russischen Reiche gegen einen Schuldner zustehenden Forderungen, namentlich durch Bank- und Kreditgeschäfte aller Art als Eigentum eines feindlichen Staasts beschlagnahmt und dem Fiskus des Deutschen Reiches, vertreten durch den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, zur Einziehung überwiesen. Im Reichsinteresse würde es liegen, wenn das Bestehen solcher Forderungen dem Reichsschatzamt in Weitestem Umfange bekannt würde, damit zn deren Beschlagnahme das Erforderliche veranlaßt merden könnte.
Wirtschaftliche Deronte in England.
Ein bedeutender Exporteur in England äußert sich unter dem 7. August 1914 über die wirtschaftliche Lage in England in den ersten Tagen nach dem Kriegsausbruch wie folgt: „Es hat wohl jeder, der im deutsch- englischen Handel tätig ist, damit gerechnet, daß ein deutsch-englischer Krieg durch das Zerstören der sahlloien Fäden, die sich zwischen beiden Landern knüpfen, die britische Volkswirtschaft schwer treffen würde, daß aber der Krieg schon in seinem Anfang zu einer solchen Panik führen würde, haben die Engländer selbst nicht erwartet. Ist doch sofort ein allgemeines Moratorium erklärt worden, während kein anderes Krieg führendes Reich so schnell zu diesem immerhin zweischneidigen Mittel seine Zuflucht genommen hat. Tatsächlich stockt in England jedes geschäftliche Leben. Sind die Wirkungen des Krieges in Deutschland überaus empfindlichem erreichen sie doch nicht im mindesten den Grad der Deroute wie in England. Das ganze Geschäft stockt, und der Exporthandel, der den größten Teil des englischen West- Handels bildet, ruht vollständig. Konkurse, sind bereits im großen Maße eingetreten, seien »ie versickert, England wird den Krieg nicht 6 Wochen aushalten können; der Wirtschaftliche Rnin wird einfach nicht aufz«- schieben sein."
Kleine Iladirlcfiteifr
Beschlagnahme belgischer Schiffe. Die „Niederrheinischen Nachrichten" melden: Die Hafenboote „Stadt Duisburg" und „Neptun" fuhren am Sonnabend die Duisburger Häfen ab und beschlagnahmten eine Anzahl belgischer Schiffe. Die Schiffer und Besitzer wurden mit der Mannschaft an Land gebracht. Die Frauen ließ man auf den als deutsches Eigentum erklärten Schiffern
Ein belgisches Franktireurkorps. Die „Münchener Neuesten Nachr." sind durch einen glücklichen Zufall in den Besitz eines belgischen Blattes vom 7. August gelangt, in dem ausdrücklich festgestellt wird, daß offiziell ein Franktireurkorps für den Guerillakrieg gebildet worden ist.
Verhaftung Wege« Verbreitung falscher Gerüchte. Es kommt leider trotz aller Verwarnungen der Behörden überall noch vor, daß falsche Gerüchte über kriegerische oder damit im Zusammenhang stehende Ereignisse
von leichtfertigen Personen absichtlich verbreitet werden. In Chemnitz hat mau jetzt einen 18jährigen Handarbeiter festgenvmmen, der nach seinem eigenen Geständnis, um sich einen Spatz zu machen, falsche berunruhigende Gerüchte verbreitet hatte. Er wurde der Staatsanwaltschaft zugeführt und sieht strengster Bestrafung entgegen.
Preußische Larrdtagsabgeorduete in Ostafrika. Die nationalliberalen Landtagsabgeordneten Dr. Arning und Gruson, über deren Verbleib man in Sorge war, sind in Tanga in Deutsch-Ostafrika eingetroffen und befinden sich demgemäß in Sicherheit.
Bestrafter Lebensmittelwucher. Wie das „Schr»- daer Kreisblatt" mitteilt, ist ein Kaufmann in Wreschen, der für Kolonialwaren unerhört hohe Preise nahm, von dem dortigen Bataillonskommandeur mit 2000 JL Geldstrafe belegt worden, die sofort eingezogen wurden.
Die unsinnige Schießerei anf Kraftwagen hat wieder einmal ein Opfer gefordert. Nachdem vor kurzem erst eine österreichische Gräfin, die für das Rote Kreuz tätig war, von einem Wachtposten erschossen worden war, ist vor einigen Tagen ein Rittmeister der Reserve, der seinen Kraftwagen selbst lenkte, in der Gegend von Neu- damm in der Provinz Brandenburg von einem auf Pastell stehenden Förster erschossen worden.
Vermischtes.
„Gold gab ich für Eisen". Die Vorgänge von 1818, wo die Opferwilligen goldene Ringe für solche aus Eisen mit der Inschrift „Gold gab ich für Eisen" dahin- gaben, wiederholen sich jetzt in Oesterreich. Zu dieser patriotischen Widmung hat, dem „Neuen Wiener Tageblatt" zufolge, eine Wienerin die Anregung gegeben. Der Austausch der Ringe und anderer Schmucksachen gegen die eiserne Zier wird gegenwärtig vom „Silbernen Kreuz" mit von Tag zu Tag wachsendem Erfolg durchgeführt. Bisher sind allein aus Wien beim „Silbernen Kreuz" 6500 Ringe und Schmncksachen eingelaufen, dazu zweihundert Sendungen mit Ringen und Schmuck- sachen aus der Provinz. Ferner wurden an einem Tage aus Brünn, Graz, Prag, Retchenberg, Klagenfurt und Innsbruck telgraphische Bestellungen von 200 bis 500 eisernen Ringen aufgegeben.
Der Kriegskomet mit freiem Auge gesichtet. Dr. H. H. Kritzinger schreibt dem „Berl. Lok.-Anz. : Auf einer nächtlichen Fahrt mit dem Militärzug von Neu-Strelitz nach Berlin habe ich am Dienstag, den 11. d. M., von 2 Uhr früh an den Kriegskometen gesichtet. Er stand, wie vorausberechnet, im östlichen Teil des Fuhrmanns, rrahe dem Sternhaufen NGC 2281, und war vom fast völlig verdunkelten Abteil aus trotz Mondschein mit unbewaff- netem Auge gerade als ein kleiner, ovaler Lichtfleck von der Helligkeit der vierten Sterngröße erkennbar. In meinem Görzfeldstecher war auch der schon ziemlich auffällige Schweif nahezu einen Grad weit zu verfolgen. Dies entsprach genau meinen Erwartungen, seit ich den Haarstern am 29. März das letzte Mal in der Abenddämmerung sah und dann in derselben Nacht einen neuen Kometen (1914 a) entdeckte, der jetzt auch noch beobachtet wird.
„Hauptpostlagernd Paris". Einen schönen Beweis von der festen Siegeszuversicht unsrer Truppen und von dem gesunden Humor unsrer Berliner Jungen liefert die Feldpostkarte eines jungen Kriegers, die nach der „Kreuzzeitung" am Mittwoch in Berlin eingetroffen ist. Der Absender, der vor Lüttich leicht verwundet worden war, teilte seinen Eltern mit, daß er sich trotz der Verletzung sehr wohl befinde nnb schon in wenigen Tagen wieder vor dem Feinde zu stehen hoffe. Der Schluß des Briefes lautet: „Da ich in wenigen Tagen wieder gesund sein werde und dann mit vorrücke, kann ich Euch meinen Aufenthalt vorher natürlich riicht augeben. Da ich aber gern Nachrichten aus der Heimat haben möchte, so sendet Euren nächsten Brief an mich bitte nach Paris hauptpostlagernd."
Pseudomitrailleuseu. Während der letzten Balkankriege machte der russische Militärschriftsteller Lubitzki eine Beobachtung, die vielen anderen Kriegsberichter- stattern entgangen zu sein scheint: Die harmlosen, nur ein bißchen geräuschvollen Kastagnetten spielten in den Kämpfen zwischen der Türkei und Montenegrinern eine nicht unwichtige Rolle. Mit diesen Instrumenten, die sonst nur die Tänze mehr oder minder echter Spanierinnen zu begleiten pflegen, ahmten nämlich die Montenegriner in überraschend täuschender Weise das trockene Geknatter der Kugelspritzen nach. Auch die Serben wandten, um den Feind zu täuschen, diese zirkusmäßige Kriegslist an, indem sie sie noch ergänzten und vervollkommneten und mit ihren Kastagnetten ganze Kanonaden einer oft gar nicht vorhandenen Artillerie vortäusch- ten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das edle Brüder- paar auch jetzt mit solchen Theatermätzchen arbeitet. Im übrigen waren weder die Montenegriner noch die Serben die Erfinder dieser Kriegskastagnetten: zum erstenmal angewandt wurden sie vielmehr von den Japanern, die während der Belagerung von Hort Arthur durch das Geknatter die Russen irritierten . . . .
Sie erste Zahne.
Warum ward die Nachricht von der Eroberung der ersten französischen Fahne durch unsere tapferen Truppen mit so außerordentlichem Jubel begrüßt, ein Jubel, der weit größer war als der über die zwölf eroberten französische Feldgeschütze, als über die genommenen vier Maschinengewehre und die 700 in unsere Hände gefallenen Gefangenen? Kanonen und Maschinengewehre speien Tod und Verderben, die Büchsen der Siebenhundert konnten noch manch braves, junges, deutsches Blut in den Sand strecken, und die Fahne ist weiter nichts als ein besticktes dreifarbiges Seidentuch, sie ist keine Waffe, sie ist nur eine Zier.
Aber an dieser Zier ist etwas anderes geheftet oder vielmehr unlöslich mit ihr verbunden: die Ehre der Truppe, die der Fahne folgt, auf der sie den Treueid, zu siegen oder zu fallen, geleistet hat. Ein Bataillon, das seine Fahne aufgibt, ohne daß es sich Mann für Mann hat zusammenschließen oder hat niederhauen lassen, kann fürüerhin nur mit gesenktem Blick an den Reihen der Kameraden vorbeiziehen; denn das Palladium, das es mit dem letzten Blutstropfen verteidigen müßte, hat es preisgegeben. Das seidene Tuch ist das Symckol der Treue, Tapferkeit und Vaterlandsliebe.
Die deutsche Armee hat in dem gewaltigen Kriege von 1870 nur eine einzige Fahne, die eines pommerschen Bataillons, verloren. Aber dieser Verlust war ehrenvoll für sie. Sie ward nicht im Kampf genommen, sondern die Garibaldianer fanden sie, es war in den Kämpfen um Dijon, am Morgen nach dem Stampf unter einem Berg von Leichen. Kein Lebender von den tapferen Pommern hat die Fahne verlassen. Menotti Gartbaldi teilte dies selbst in einem Brief dem Kommandierenden Preußischen General mit.
Uralt ist das Ansehen der Fahne und der Feldzeichen, lange ehe die Romer ihren Legionsadler und ihre Feldzeichen den Truppen vorantrugen, folgten schon Kriegen und Asiaten ihren Bannern und Feldzeichen nach. Im Mittelalter umgab die Fahne ein fast mystisches Geheimnis, fiel sie in Feindeshand, so galt die Mhlacht als verloren. Die mutigen Landsknechte
Fremtdbergs banden sie sich an den Arm fest, damit sie nur mit dem Tod des Trägers an seinen Nachbar im Streit übergehen könnte. Immer und bei allen Völkern ist der Verlust der Fahne, als der größte Verlust, den eine Truppe erleidet, angesehen worden.
ginn haben wir sie, die erste französische Trikolore, die im heißen Ringen dem Feinde genommen ward. Dank den Kühnen, die sie eroberten, und möge die Zahl der erworbenen feindlichen Feldzeichen, wie 1870. am Schluß des Krieges einem Wald von Bannern gleichen. Das ist unser heißer, inniger Wunsch.
Frankreichs Grenzseslungen.
Die Franzosen haben nach dem Feldzuge 1870, als sie ihre Armee und die Landesverteidigung neu organisierten und aufbauten, an der deutschen Grenze eine Reihe von zusammenhängenden Befestigungen geschaffen, durch die sie sich gegen eine erneute Offensive chützen wollten. Sie befürchteten, von den Deutschen Werfällen zu werden und wußten, daß ihre Armee nicht stark genug tttib nicht schnell genug mobil sein roürbe, um einem feindlichen Angriff erfolgreich Widerstand leisten zu können. Diese Schwäche sollte durch die Grenz- befeftigmtgen ausgeglichen werden. Diese bestanden aus einzelnen großen Waffenplätzen, die mit einem mehrfachen Gürtel von Forts umgeben waren. Diese großen Fortsbefestignngen wurden durch eine zusammen- hängende Kette einzelner Sperrforts miteinander verbunden, die alle wichtigen Wege und Defileen sperrten. Sie lagen außerdem so nahe aneinander, daß sie sich gegenseitig unterstützen sonnten.
Im Süden liegt zunächst die große Lagerfestung B e l f v r t an der großen Völkerpforte, der Tronee de Belfort, die zwischen dem Nordhang des Jura und dem Südabfall der Vogesen sich hinzieht, und in der auf deutschem Boden Misthaufen liegt. Belfort ist der rot* derstandsfähigste und modernste Wafsenvlatz Frankreichs von großer natürlicher Stärke mit einem doppelten Fortsgürtel und einer Zitadelle. Der Zwischen» raum im Süden von Belfort bis zur Jura wird durch das Fort Montbard bet Montbeliard sowie durch die Sperrbefestigungen auf dem Lombard gesperrt. Nach Norden zieht sich die Sperrsortlinie der oberen Mosel bis nach E V i n a l bin. Sie besteht aus sechs Foris. Diese halten die Tal- und Wegemündungen der Bo- gesen unter Fetter und liegen auf dem linken Moseluser. Spinal ist eine große Fortsetzung mit einem Um* fang von 50 Klm. Nun folgt nach Norden eine 70 Klm. breite offene Lücke, die bis Toul reicht. Vorwärts Toul liegt die befestigte Stellung von N a n c y, die durch ein* seine Batterien und Erdwerke für eine längere hartnäckige Verteidigung vorbereitet ist. Im Suden stellt das Fort Pont St. Vincent die Verbindung mit Toul her, im Torben sperrt Fronard die Bahn nach Metz. Vorgeschoben dicht an die französische Grenze ist Fort Manonvillers zum Schlitze der Bahtt Saarburg—Lulte- ville—Nancy.
Toul, der Knotenpunkt dreier strategischer Bahnen, besitzt einen doppelten Fortsgürtel von 63 Klnr. Gürtellänge. Von hier bis nach Berüun zieht sich die Sperrfortslinie der mittleren Maas (110 Klm. Länge), die auf den Cotes des Meux liegen. Sie bestehen aus 7 Forts, die die Stromübergänge beherrschen. Es sind dies: Jony-sous les Cotes, Gtrvnvolle. Lionvolle, Camp des Romains, Paroches, Troyon, Genicourt. B e r b u n ist wieder ein großer moderner Wafsenvlatz. Es besitzt 17 große Forts, 21 selbständige Werke und etwa 50 Batteriestellungen. Es ist burd) das Gelände sehr begünstigt und in den letzten Jahren durch Aufwendung großer Mittel verstärkt und modernisiert.
Nördlich von Berdult ist das Gelände im allgemeinen unbefestigt. Es finden sich nur einzelne Sperrbefesti- guttgen, die an wichtige Punkte der Grenze vorgeschoben sind, die aber kein zusamnlenhängendes System bilden. Es sind dies: die kleinen Festungen Longry und Mont- medy, die das Tal des Chiers sperren, ferner die kleine Festung Mezieres mit dem dicht dabei gelegenen Fort les Ayvelles und das weiter an die belgische Grenze vorgeschobene Fort Charlemont. Letztere sperren das Maastal. Im Oisetale liegt das Fort Hirson. Nach einer kleinen unbefestigten Lücke kommt die Befestiv gungsgruppe der Nordgrenze, die im Süden mit Man- beuge beginnt und sich bis Liste erstreckt.
Hinter dieser vorderen Linie haben die Franzosen noch eine zweite Linie geschaffen. Dies ist im Süden das Festungsdreieck Besanemr—Dijon—Langres, das hinter der Strecke Belfort— Epinal liegt, ferner die Fe- stnngsgruppe Reims—Laon—La Fere, die die Lücke Ber- dun-Manbenge sperrt. Und in dritter Linie, gewisser- maßen als letzter Stützpunkt, befindet sich das große verschanzte Lager von P a r i ö, das aus drei nach Norden, Osten und Südwesten vorgeschobenen Lagern besteht. Man erkennt aus dieser Aufzählung, wie zahlreich die Befestigungen sind, die an der fratlzösischen Ostgrenze liegen. Der Festungskrieg wird deshalb in dem jetzt beginnenden Kampfe eine große Rolle spielen.
** neuestes vom Sage.
Viertausend belgische Kriegsgefangene im Sennelager.
WTB. Berlin, 15. August. Auf dem Truppen» Übungsplätze Sennelager bet Paderborn sind viertausend belgische Kriegsgefangene eingetroffen. 50 gefangene Offiziere gaben ihr Ehrenwort, keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Sie genießen Erleichterungen. Ein französischer Offizier, der auf einem Patrouillenritt bei Saarburg gefangen genommen wurde, verweigerte sein Ehrenwort und wird streng bewacht. Die Kriegs- gefangenen arbeiten am Chausseeban.
Russische Militärs als Gefangene in Berlin.
WTB. Berlin, 18. August. Unter den hier zurück- gehaltene« rnssischen Militärs befinden sich solche von hohem Range, darunter der einstige Höchstkommandie- rende der russischen Schwarze-Meer-Flotte, Admiral Skrndlow, und ein früherer Generalaonverueur von Moskau. Man spricht von 28 Generälen und höheren Dsitzieren dce hier in Einzelhaft sind, während der weib- liche Anhang in hiesigen Hotels wohnt. Ueber schlechte Behandlung können die Herren sich nicht besagen Einige Stunden am Tage dürfen sie nmhergehen,
Bandei und Verkehr.
Reiche Kartoffelernte. Unser wichtigstes Volks- Nahrungsmittel, die Kartoffel, verspricht in otefem Jabre ÄÄÄ Ä »<«» ShÄÄ»
ernte 000 WO 00st Zentner, von denen^70 000 000 Zentner ^gggs»s?gNichlichen Enm^ung g^ und etwa WO 000 000 Zentner für Viehfutter verwendet wurden.
rechnet man mit einem Ernteergebnis von mindestens 15,75 Tonnen auf den fSpftar ÄS S?r«ieinhalb Millionen Aktar alö' K^ tofselland dienen, haben wir, gering geschätzt, mit einer @nttc V9N utc^T (tl§ eiltet 9JtlKinxoe JtPtttitcnt au xeÄ* ne». Unser yetorf WiKawÄ «» (S