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W ieitföet WMW ob der AemWiidW.

Dem schneidigen Angriff unseres kleinen Kreuzers Augsburg" auf Libau, dem plötzlichen Erichemen 6er Mittelmeerflotte an 6er Küste von Algier ist eine neue kühne Tat unserer tapferen Marine gefolgt. Einem als Minenleger dienenden deutschen Baderöampfer ist es gelungen, trotz der Wachsamkeit der englischen Flottillen bis an die Themsemündung vorzudrmgen und dort Minen zu legen. Erst dann wurde er von den Eng­ländern entdeckt und zum Sinken gebracht, wobei leider ein Teil seiner Besatzung den Heldentod fand. Dieser kühne Borstatz wird auf unsere Marine einen außer­ordentlichen Eindruck machen und er wird alle unsere blauen Jungen in dem heiligen Wunsche bestärken, zu zeigen, was unsere deutsche Marine für ein gewaltiger Gegner ist. Die Meldung lautet:

WTB. Ziemlich sichere« Gerüchten zufolge ist -er von der kaiserlichen Marine übernommene-er- dampfer Königin Luise" beim Legen von Minen vor dem Kriegshafen an der Themsemündung von etner engli­schen Torpedobootsflottille unter Führung des kleinen KreuzersAmphion" angegriffen und zum Sinken ge­bracht morde«. Der englische KreuzerAmphion" selbst ist auf eine von derKönigin Luise" geworfene Mine gelaufen und gesunken. Von der Besatzung des eng­lischen Schiffes sind, dem Vernehmen nach, 130 Mann ertrunken, 150 Mann sind gerettet. Von der sechs Of­fiziere und 114 Mann zählenden Besatzung derKönigin Luise" ist ebenfalls ein Teil gerettet.

Der geschützte KreuzerAmphion" war am 4. De­zember 1911 vom Stapel gelaufen und entwickelte bei einer Wasserverdrängung von 3500 Tonnen eine Schnelligkeit von 25,4 Seemeilen in der Stunde bei ei­ner Maschinenleistung von rund 20 000 Pferdestärken. Das Schiff war mit 10 Geschützen, Kaliber 10,2 und vier zu 4,7 Zentimeter sowie mit zwei Decktorpeöoroh- ren bewaffnet. Die Länge des Kreuzers betrug 117,3, die Breite 12,6, der Tiefgang 4,2 Meter. Die Besatzung ist in den Schiffslisten mit 290 Mann angegeben.

Zum Fall Lüttichs.

WTB Berlin, 9. August. Lüttich ist fest in unsern

Händen. Die Verluste des Feindes waren groß. Unsere Verluste werden sofort mitgeteilt werden, sobald sie zu­verlässig bekannt sind. Der Abtransport von drei- bis viertausend kriegsgefangenen Belgiern nach Deutsch- land hat bereits begonnen. Nach zuverlässigen Nachrich­ten hatten wir in Lüttich ein Viertel der gesamten belgi­schen Armee gegen uns.

Von einem zuverlässigen Oesterreicher, der von Brüssel auf der Durchreise durch Deutschland sich be­findet, hört unser Gewährsmann, daß die Besatzung in nnd um Lüttich etwa 180 000 M*nn betragen hat. Sie hat sich jedenfalls vor dem Angriff in der Richtung nach Norden zurückgezogen. Man nimmt in Belgien an, daß das Bestreben der belgischen Heeresleitung darauf gerichtet ist, die belgischen Soldaten mit dem französischen Heere zu vereinigen. Die Stimmung ist schon seit Wochen und Monaten in Belgien zu Ungunsten Deutsch- lauds künstlich geschürt worden. Der Durchmarsch des deutschen Heeres durch Belgien ist durch die Einnahme der Festung Lüttichs noch nicht frei. Vor unserer Armee liegt noch das Fort Huy nnd die Festung Namur.

WTB. Berlin, 10. August. Das Bekanntwerden der Meldung, daß Lüttich fest in unseren Händen sei, wendet sich auch, wie die Kreuzzeitung feststellt, gegen Gerüchte, die auch in Berlin verbreitet waren, daß bis jetzt nur ein Teil der Lütticher Forts von den Deutschen ge­nommen sei.

Die Bedeutung der Einnahme Lüttichs wird imBerl. Lok-Anz." wie folgt bewertet: Nachdem wir Lüttich genommen haben, dürfte die weitere Er­öffnung des Weges nach Frankreich bald folgen, selbst wenn die Engländer den in dem englischen Militär­wochenblatt Broad Arrow seit Jahren besprochenen Landungsversuch bei Antwerpen nunmehr unverweilt unternehmen sollten. Ich möchte hier vorläufig nur mit einigen Worten sagen, daß wir von einer englischen Landungsarmee ernstlich nichts zu fürchten haben wür­den. Die Landung wäre lästig weil sie einen kurzen Aufenthalt in dem fo schneidigen Vormarsch unserer Armee hervorrufen könnte, aber eine Gefahr bedeutet eine englische Armee auf dem Kriegsschauplatz ganz si­cher nicht,' ja, ich möchte fast behaupten, daß ein ener­gischer französischer Heerführer den englischen Verbün­deten auf dem Festland sehr bald als eine unangenehme und die Operationen verlangsamende Beigabe empfin­den würde. Im übrigen halte ich es nicht für ausge­schlossen, daß die schnelle und energische deutsche Krieg­

Litt Meiftemv-vk.

Roman von Paul Beye.

10) (Nachdruck verboten.)

4. Kapitel.

Wenn Nina durchs Fenster gesehen hätte, als der Fremde sich entfernte, würde sie zu ihrem Erstaunen bemerkt haben, daß er doch nicht zum Nachbar Lupi ging, nach dessen Schätzen in glasiertem Ton er sich so eifrig erkundigt hatte. Ursprünglich hatte er dem Antiquitäten­händler wirklich einen Besuch abstatten wollen, aber nach den unvorhergesehenen Fingerzeigen, die er durch Nina erhalten, zog er es doch vor, zuvörderst in der Stille mit sich zu Rate zu gehen, ob er nicht lieber nach einer andern Richtung hin feine Nachforschungen anstellen sollte.

Langsam schlendernd, in bester Stimmung, schlug er » ? uach der Strada del Duomo ein, wo eine ält- liche verwandte von ihm, eine Schwester seiner ver­storbenen Mutter, wohnte, bei der er während seiner Anwesenheit in Neapel die Mahlzeiten einzunehmen pflegte.

Frank Robinson dies war der Name des Frem­den war der Sohn eines amerikanischen Geschäfts­mannes, der gelegentlich einer Reise nach Italien, wo­hin ihn als junger Mensch sein Prinzipal geschickt, seine spätere Gattin, eine Beamtentochter, kennen und lieben gelernt hatte. Da sie seine Neigung erwiderte, fo folgte sie ihm über den Ozean, aber trotzdem die Ehe eine sehr glückliche wurde, vermochte die junge Frau doch nur schwer die Trennung von ihrer schönen süd­lichen Heimat zu ertragen, sie kränkelte beständig und starb, als ihr einziges Sin6 kaum das zwölfte Lebens­jahr erreicht hatte. Nicht lange danach starb auch ihr Gatte und der kleine Frank blieb als vater- und «MsMH MÄtz zurM, her LWM Knes Oheiurs

führung dem Engländer alle Lust benahm, seine schwer­fällige Armee überhaupt in Bewegung zu setzen. Auf dem Wasser fühlt sichJohn Bull" sicherer. Dort glaubt er (wahrscheinlich irrt er sich in diesem Glaubens das Tempo vorschreiben zu können. Unsere Beweglichkeit auf dem Lande ist sicherlich nicht nach seinem Geschmack.

Erfolge an der Ostgrenze.

WTB. Berlin, 9. August. Gestern abend sind drei Kompagnien Landwehr in Schmalleningken östlich Tilsit von zwei rnssischen Infanterie-Kolonnen und einer Maschinengewehrkompagnie angegriffen worden. Die Landwehr zwang die Russen znm Rückzug auf Jurburg.

Jurburg liegt im Gouvernement Kowno unweit der preußischen Grenze und zählt 2500 Einwohner.

Schmalleningken ist ein Flecken im Re­gierungsbezirk Gumbinnen. Er hat zirka 700 Ein­wohner.

Drei gegen fünfzig!

In derAllensteiner Zeitung" berichtet ein Augen­zeuge von einemGefecht", das drei deutsche Infante­risten mit fünfzig russischen Kavalleristen gehabt haben. Es heißt dort: Vormittags um 8% Uhr erscholl in Prost- ken plötzlich der Ruf:Alles flüchten, der Feind kommt!" Eine Panik bemächtigte sich der Bevölkerung. Unser Gewährsmann hielt es jedoch für richtig, sich zunächst den Feind mal anzusehen. Er ging zur Grenze und sah auch tatsächlich, wie eine Abteilung von etwa 50 Kavalleristen wie rasend heranstürmte: sie waren noch etwa 800 Meter entfernt. Da krachte plötzlich ein Schutz, gleich darauf ein zweiter, dritter und vierter. Beim vierten Schuß fiel der russische Offizier, der die Pa­trouille führte, tot vorn Pferde. Der nächste Schutz warf einen russischen Gefreiten tot in den Sand. Als der siebente Schntz fiel, machte die ganzeHeldenschar" kehrt und flüchtete eiligst. Und wer waren die Sieger? Drei deutsche Infanteristen, die in einem Kartoffelfelde lagen und deren Feuer ausgereicht hatte, um 50 russische Ka­valleristen wie die Hasen vor sich herzujagen.

Acht Geschütze den Russen abgenommen.

WTB. Berlin, 9. August. Die Grenzschntzabteilung in Bialla, zehn Kilometer östlich von Johannisburg, hat den Angriff einer russischen Kavalleriebrigade zurttck- gewiesen. Acht Geschütze und mehrere Mnnitionöwagen sind in unsere Hände gefallen.

Die Hauptstadt Togos von den Engländern besetzt.

WTB. Berlin, 10. August. Wie wir hören, ist vor der Hauptstadt von Togo, Lome, eine starke englische Trnppenmacht von der britischen Kolonie Goldküste er­schienen. In Abwesenheit der kleinen Polizeitruppe nnd sämtlicher wehrfähiger Weißen, die sich mit dem stellvertretenden Gouverneur ins Hinterland begeben hatten, nahmen die Engländer von der Hauptstadt Be­sitz unter feierlicher Znsicherung, die Ordnung anfrecht z« erhalten und das Eigentum zu schützen.

Die Oesterreicher gegen die Russen.

WTB. Wien, 10. August. Die bis Mjechow, 30 Kilometer nördlich Troppau vorgedrnngenen österreichi­schen Truppen setzten die Offensive fort nnd besetzten bis gestern abend Ortschaften anf vierzig Kilometer vor­wärts. Sie überschritt die Weichsel nnd setzten sich am jenseitigen Ufer fest. Sämtliche Vorstöße feindlicher Kavallerie in Ost- und Mittelgalizien wurden abge- wiesen.

Türkische Schiffe von den Engländern beschlagnahmt.

WTB. Konstantinopel, 9. August. Die Regierung gibt amtlich bekannt, daß England zwei im Bau befind­liche, der Türkei gehörige Grotzlinienschiffe sowie zwei für Chile im Ban befindliche, von der Türkei angekaufte Zerstörer in die englische Flotte eingereiht hat. Dies erregt in der Türkei lebhaftes Erstaunen und Protest.

Japans Haltnng ungewiß.

WTB. Tokio, 10. August. Mit Rücksicht anf das englisch-japanische Bündnis hat Japan keine Neutrali­tätserklärung erlassen. Seine Haltung wird von den Ereignisien auf den Meeren des fernen Ostens ab­hängen.

Frankreich weist auch die Rumänen aus.

WTB Wien, 9. August. Nach einer Meldung des Wiener Korrespondenz-Bnreaus wurden aus Frankreich nicht nur Deutsche, Oesterreicher, Ungarn nnd Italiener, sondern auch Rumänen in drakonischer Weise ausge- wiesen. Letztere wurden in brutaler Weise aus ihren Wohnungen geholt und konnten nur unter Mißhand­lungen und großen Fährlichkeiten über die Grenze kom-

überlassen, der zwar nicht reich, aber immerhin be­mittelt genug war, um dem Knaben eine äußerst sorg­fältige Erziehung zuteil werden zu lassen. Da dieser Oheim einer der berühmtesten Detektivs Neuyorks war, so machte es sich ganz von selbst, daß sein Neffe in seine Futztapfen trat. Er verriet so ungewöhnliche Anlagen für seinen Beruf, daß er seinen Lehrmeister bald überflügelte. Der ältere Robinson aber, weit davon entfernt, auf die Erfolge Franks, den er zärtlich liebte, eifersüchtig zu sein, war vielmehr außerordentlich stolz auf ihn und übertrug ihm bereitwilligst jede schwierige Aufgabe, deren Lösung den jungen Mann reizte. Als vor einigen Wochen Mr. Browning, einer der reichsten unter den vielen Milliardären der Ber­einigten Staaten sich mit einem ebenso interessanten, wie gewinnverheißenden Auftrag an die Detektivfirma Robinson u. Co. wandte, der eine Reise nach Europa notwendig machte, so überließ der Oheim die Ausfüh­rung desselben gern dem Neffen auf dessen Bitte. Während Frank in der alten Welt seine Nachforschungen anstellte, verblieb Mr. Leslie Robinson immerhin noch die Pflicht, unter dem Sternenbanner in der nämlichen Angelegenheit zu wirken. Wenn es den beiden Ro­binsons gelang, Licht in die dunkle Sache zu bringen, so winkte ihnen als Lohn für ihre Bemühungen nahezu ein Vermögen, welches streng genommen in keinem Verhältnis zu dem Objekt stand, um das es sich handelte.

Mr. Browning, der Auftraggeber, war ein Mann, der sich nicht lumpen ließ und der den betreffenden Fall gewissermaßen als Sport betrieb. Wie es schien, hatte er selbst sich von einem schlauen Betrüger düpieren lassen und das vertrug sich nicht mit seiner Ehre als schlauer Geschäftsmann: um die Gauner, die ihn über­listet, zu entlarven, hätte er noch ganz andere Summen geopfert, als die, welche er den beiden Robinsons ver- spxochtzn.

men. Sie wollen in ihrer Heimat berichten, welches Ge« ficht die vorgegaukelte französische Freundschaft in Wahrheit zeigt.

Franktireurs kämpfen aus dem Hinterhalte.

Die Meldungen, die von den Kämpfen um Lüttich vorliegen, lassen erkennen, daß die Landesbewohner sich an den Sümpfen beteiligt haben. Truppen sind aus dem Hinterhalt, Aerzte an der Ausübung ihrer Tätigkeit beschossen worden. Gegen Verwundete wurden Gran- famkeiten von der Bevölkernng verübt. Ebenso liegen Meldungen vor, daß die französische Grenzbevölkerung gegenüber Metz aus dem Hinterhalt deutsche Patrouillen abgeschosse» hat. Es kann sein, daß die Vorfälle durch die Zusammensetzung der Bevölkerung jener Industrie- bezirke hervorgerufen sind. Es kann aber auch sein, daß ein Franktireurkrieg in Frankreich und Belgien vor­bereitet worden ist, um gegen unsere Truppen ange- wandt zu werden. Sollte letzteres zutreffen, und durch eine Wiederholung solcher Vorfälle erwiesen werden, dann haben unsere Gegner es sich selbst zuzuschreiben, wenn der Krieg mit unerbittlicher Strenge auch gegen die schuldige Bevölkerung geführt wird. Man wird es den deutschen Trupven, welche gewöhnt sind, gute Dis­ziplin zu halten, und den Krieg nur gegen die bewaffnete Macht des feindlichen Landes zu führen, nicht verdenken können, wenn sie in gerechter Selbstverteidigung keinen Pardon geben. Die Hoffnung, durch die Entfesselung der Leidenschaften des Volkes auf den Krieg einzuwir- ken, wird an der unerschütterlichen Energie unserer Führung und Truppen zuschanden werden. Vor dem neutralen Auslande sei aber schon festgestellt, daß nicht deutsche Truppen es waren, die eine solche Form des Krieges hervorgerufen haben.

Bekanntgabe der Verlustlisten.

WTB. Berlin, 10. August. Dem durchaus berech­tigten Wunsche des Volkes, über unsere Verluste etwas zu erfahren, wird in weitestem Maße Rechnung getragen werden. Die Trnppen werden durch die Militärbehör­de« in der Heimat die Angehörigen so schnell wie mög­lich benachrichtigen. Außerdem werden Regimeuter- weise Verlustlisten veröffentlicht werden.

Das einige Deutschland.

In den nur von der sozialdemokratischen Arbeiter­schaft, den sozialistischen Organisationen usw. besuchten Bierlokalen der Reichshauptstadt ertönt in den Tagen der gegenwärtigen nationalen Gefahr zum ersten Male seit den jahrelangen Parteikämpfen dasHeil Dir im Siegerkranz" und dieWacht am Rhein" bis in die späte Nacht hinein. Hunderte von sozialistisch organi­sierten noch nicht einberufenen Bauarbeitern haben sich in den letzten beiden Tagen freiwillig zum Heeresdienst gemeldet.

60 000 Italiener aus Frankreich ausgewiesen.

Aus Frankreich wurden, nach einer Meldung der Voss. Zig.", 60 000 italienische Arbeiter ausgewiesen. Die Arbeiter sind dem empfhidlicöften Elend preisge- geben, da sie ohne Bezahlung entlassen wurden. Viele mußten zu Fuß bis an die Grenze wandern.

Zwei kaiserliche Handschreiben an den König von Italien.

Aus Mailand wird derBoss. Ztg." unter dem 7. August gemeldet: Gestern abend traf in Rom der italienische Botschafter in Wien ein. Er bringt angeo- lich ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Franz Joseph an den König von Italien. Heute wird der Botschafter zunächst vorn Minister des Auswärtigen und dem Ministerpräsidenten und später vorn König-em- pfangen werden. Nach derItalic" ist auch der ehe­malige deutsche Militärattachec in Rom, v. Kleist, mit einer Botschaft Kaiser Wilhelms an den König von Italien in Rom eingetroffen.

Die Zustände in Russisch-Polen werden durch verschiedene Mitteilungen aus polnischen Blättern, die nach Berlin gelangt sind, illustriert. Da­nach ist in Czenstochau kurz vor der Besetzung durch die deutschen Truppen zu einem scharfen Kampf zwischen Arbeitern und Kosaken gekommen. Auch in Sosnowice kam es zu tumultuarischen Aufstandsszenen. 40 000 Arbeiter, hauptsächlich Bergleute, Hüttenarbeiter usw., die einberufen worden waren, stellten sich nicht, sondern organisierten einen Aufstand. Es kam zu einem heftigeil Kampf mit den Kosaken, wobei die Arbeiter den Sieg davontrugen. Sie sprengten darauf das Elektrizitäts­werk in die Luft, das den ganzenJndustriebezirk mit Licht und Kraft versorgte. Auch in Warschau sollen alle großen Magazine mit Lebensmitteln und Munition in die Luft gesprengt worden sein. Eine polnische Zeitung erhält einen Brief ihres Warschauer Korrespondenten vom 1. August, worin u. a .berichtet wird, es sei Mt- sache, daß die Russen ihre Kanonen aus Warschau in die zweite Verteidigungslinie gebracht hätten. Es sei dies jedoch durchaus verständlich, nachdem die Forts von Warschau infolgedessen für die Verteidigung keine nen­nenswerte Bedeutung meßr habe. Es Herrscht allgemein

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Abgesehen davon, daß die Aufgabe an und für sich Frank in hohem Maße reizte, benutzte er die Gelegen­heit, das Heimatland seiner Mutter kennen zu lernen, mit Freuden. Schon lange war es seine Absicht gewe­sen, dorthin zu reisen und die einzige dort lebende nähere Verwandte der Verblichenen, das Fraulein Laura Spignatelli, zu besuchen. Die ältliche Dame, welche in einer zwar nicht regen, aber dennoch herzlichen Korrespondenz mit dem Neffen gestanden, war über­glücklich, als es ihr endlich vergönnt war, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, und ihr einziger Kum­mer war nur, daß Frank sich nicht bewegen ließ, bei ihr zu wohnen. Es hätte ihm das aber zu großen Zwang auferlegt und darum blieb er allen ihren Bitten gegen­über fest. Im übrigen lag das Hotel, in dem er wohnte, nur wenige Schritte von dem Häuschen der Tante ent­fernt, sodaß Frank, sofern es seine Zeit erlaubte, bei ihr die Mahlzeiten einnehmen konnte.

Wiederholt hatte er während der wenigen Tage, die er erst in Neapel weilte, eine junge Dame bei ihr ge­sunden, deren häufige Anwesenheit bei der Tante ge­wisse Vermutungen bei ihm anregte. Die gute Tante hatte eS sich, obwohl sie selbst nie vermählt gewesen war, offenbar in den Kopf gesetzt, dem Sohn ihrer geliebten Schwester zu den Freuden der Ehe zu verhelfen, eine Absicht, die er als einigermaßen unbequem empfand.'

Auch heute war die Signorina Tercsa Bondi wieder zum Mittagessen bei ihrer mütterlichen Freundin. st" ihrer etwas lauten und lebhaften Weise begrüßte sie den jungen Amerikaner sehr erfreut und überschüttete um mit einem Schwall von Fragen über die Erlebnisse 6Cy Vormittags.

(Fortsetzung folgt.)