Englands Tücke.
Die Saat König Eduard VII. ist aufgegangen. Seit den Tagen von Reval mußten wir mit einem russisch- französisch-englischen Kriege gegen Deutschland rechnen. Alle Versuche des Deutschen Kaisers, der Blut für dicker als Wasser erklärte, sowie der deutschen Diplomatie, zu einer dauernden Verständigung mit dem Britenreiche zu gelangen, scheiterten an der Mißgunst des Insel- landes, weil wir ihm durch die Erhöhung unseres Einflusses in fernen Landen und Meeren lästig wurden. Die Entwicklung der deutschen Industrie und des deutschen überseeischen Handels waren den Briten stechende Dornen in den scheelsüchtigen Augen. Alle freundschaftlichen Worte der Engländer waren falsch, denn am Strande der Themse sann man immer nur auf die Schädigung des deutschen Reiches. Wohl gab es in England einzelne Persönlichkeiten, die in einem britisch-deutschen Kriege ein Unheil für die Welt erblickten und es zu verhüten suchten, doch ihre Kraft reichte nicht aus, um die Feinde Deutschlands zu einer besseren Meinung zu bringen.
Schon während des Marokkokonfliktes im Jahre 1911 stand die englische Flotte bereit, einen Ueberfall auf die deutsche Flotte zu wagen. Nochmals wurde der Krieg durch deutsche Nachgiebigkeit aufgeschoben, aber er wurde nicht aufgehoben. Der Balkankrieg wurde von Rußland unter britischer'Billigung angezettelt und in Balmoral von den englischen Staatsmännern einge- segnet. Gegen Oesterreich-Ungarn und gegen Deutschland sollte ein Bund der Balkanstaaten geschmiedet werden. Die Dinge nahmen indes einen verkehrten Lauf. Jetzt stellt sich das kulturstolze England auf die Seite des serbischen Mördervolkes, um im Verein mit Rußland und Frankreich zu seinen letzten Zielen zu gelangen, der Erniedrigung Deutschlands.
In der Wirkung seiner Kriegserklärung gegen das tsche Reich hat man sich in London völlig geirrt.
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Man erwartee dort einen niederschmetternden Eindruck auf den deutschen Geist, aber ein furchtbares Hohngeläch- ter schallt von unserer Seite über den Kanal. Die englische Tücke ist enthüllt, und wir sind frei von allen Semmnissen. Ein neutrales England, das auf den ugenblick lauerte, in dem es uns um Waffenerfolge bringen konnte, hätte uns unendlich viel mehr Schaden zufügen können, als es mit offener Feindschaft der Fall sein wird Blitzartig ist das ganze Ränkespiel des „perfiden Albion" aufgeöeckt.
Mit der Aufstellung der britischen Armada sollte den zaudernden Franzosen Mut gemacht werden. Man erfuhr in London, daß in Paris ein Schwächeanfall eingetreten war, und um das traurige Spiel zu retten, sah sich die britische Macht, die im Hinterhalte bleiben wollte, gezwungen, das Visir zu lüften. Der kühne Handstreich des deutschen Generalstabes mit der Besetzung luxemburgischen und belgischen Gebietes, womit wir den Franzosen zuvorkamen und ihnen den Aufmarsch verdarben, erregte an der Seine und an der Themse Entsetzen. Not kennt kein Gebot! — rief der Kanzler unter stürmischer Begeisterung im Reichstag. Wrr haben uns nicht düpieren lassen. Die glückliche Folge ist, daß wir gleich zu Beginn des gigantischen Kampfes sehen, wen wir zu unseren Gegnern zählen müssen.
Wir wissen, daß wir auch nach Norden die Front zu nehmen haben. Eine Landung englischer Truppen muß durch schnelles Zupacken verhindert werden. Wir käm- pfen freier und leichter, wenn wir den erfahrungsmäßig jeder Treulosigkeit fähigen Engländer nicht mehr unter der Friedensmaske erblicken. Die wackere deutsche Flotte wird durch Klugheit und Tapferkeit die zahlenmäßige Ueberlegenhert der englischen auszugleichen suchen. Eine Seeschlacht geht vielleicht noch den Landschlachten voran. Die Leiter der deutschen Diplomatie vermuteten, daß England durch die Verletzung der belgischen Neutralität aus dem Versteck gelockt werden würde. Vor allen Din- ^E.u wurden im Auswärtigen Amte in Rücksicht auf die ^"F?Men Erfordernisse jede andern Bedenken zurück- gestellt. Jetzt ist auch im deutschen Meere alles klar zum Gefecht — und der „Sturm auf der Nordsee" kann los- brechen.!
Der Kaiser an Heer und Flotte.
^.Berlin, ?. August. Das Marineverordnungsblatt veröffentlicht folgenden Allerhöchsten Erlaß an das deutsche Heer und die deutsche Marine:
.. Nach dreiundvierzigjähriger Friedenszeit rufe ich die deutsche« wehrfähigen Mannschaften zu den Waffen. Unsere heiligsten Güter, das Vaterland, den eigenen gerb gilt es gegen ruchlosen Ueberfall zu schützen. Feinde ringsum — das ist das Kennzeichen der Lage. Ein schwerer Kampf, große Opfer stehen «ns bevor. Ich vertraue, daß der alte kriegerische Geist, der den Feind, wo er ihn findet, angreift, der von jeher die Furcht und
Ein IHeifietweti
Roman von Paul Beye.
8) (Nachdruck verboten.)
Mädchen verzog den Mund, sodaß sich eine Jatte darum bildete. „Ich besuche keine sie traurig. „Ich tanze abends im Albergo Schärpe^"^ " 6 e Tarantella und dazu brauche ich die
„Die Tarantella — wie das?"
ha ä^""' im Albergo del Plebiscito tritt allabend- ÄJ? im^k?^ des Maestro Caffarelli auf und zu der Kit vierzehn Tagen. Für jetzt bin ich nur eine mich i$ S^ Er der Maestro unterrichtet dann ich spater auch mitsingen kann. Und oann verdiene ich auch mehr Gelb als jetzt." hierÄ Jhrem^ * "ötig? Sie leben doch nung^und^Kleiduna^n^ Ä ^ "nr Kost und Woh- arm unD f?aÄ doch eine Mutter, die vor drei Seti^ verdienen kann. Sie hat sitzt sie immer im ßetmftuh^^Mum fettbem sie immer seit mem sn^i Kränklich und schwach war bera SÄ Nt und sie unsern Wein- *s? * * SRÄS Ä wandten da hinter Sorrent eine Unterkunst fand BÄlM »° w Mb"ä"n^ SS n Äf im armen Mutter tun, die doch aum nicht nn Haushalt zu arbeiten vermag, sondern ^d slicken kann. Und da —" witfr das Kind leise „wollte ich doch gern etwas ver- -trnen, um es der Mutter zu schicken. Das ist der Grund,
Deutsche Kraft.
der Schrecken unserer Feinde gewesen ist. Ich vertraue auf Euch, Ihr deutschen Soldaten. In jedem von Ettch lebt der heiße, dnrch nichts zn bezwingende Wille zum Siegen uud jeder von Euch weiß, wenn es sein muß, wie ^H^^u sterben. Gedenkt unserer großen rnhm- reiche» Vergangenheit, gedenkt, daß Ihr Deutsche seid! Gott helfe uns!
Berlin, Schloß, 6.
Gedenkt unserer großen ruhm-
August 1914.
(gez.) Wilhelm, an das deutsche Volk.
Fürst Bttlow
Hamburg, 7. August. Fürst Bttlow veröffentlicht tu den Hamburger Nachrichten einen längeren Auf- rus, in dem es heißt: Es geht nm alles, um die Früchte von 1870, um die von unserm preußischen Staat vor hun- dert Jahren errungenen. Es geht nicht nur nm das jetzige Deutsche Reich, es geht auch um das alte Preußen, für das der große König sieben Jahre im Felde stand. Es geht um unsere ganze ruhmvolle Vergangenheit. Es kann nicht sein und es wird nicht fein, daß soviel Heldentat und Opfermut, soviel Wille nnd Geist umsonst gewesen sein soll. Die Nation mntz mit unbeugsamem Willen, unerschütterlich hinter der Arbeit und hinter dem Heere stehen. Das Ziel, das wir erreichen wollen, ist ein Friede, der der ungeheuren Opfer würdig ist.
Botschafter Fürst Lichnowsky anf der Heimreise.
Amsterdam, 7. August. Der deutsche Botschafter Fürst Lichnowsky nut Gefolge ist auf dem Dampfer „Petersburg" in Hook van Holland eingetroffen. Er passierte abends den Zentralbahnhof in Amsterdam und fuhr dann nach Deutschland weiter.
Die deutsche Opferwilligkeit.
Berlin, 7. August. Die der Berliner Vereinigung angeschlossenen Banken und Bankgeschäfte haben beschlossen, größere Geldbeträge sowohl für die Pflege der Kranken und Verwundeten als auch zur Unterstntmng der zurückgebliebenen Familien der Eingezogenen zur Verfügung zu stellen.
Unsere Brüder in Oesterreich-Ungarn.
Klansenbnrg, 7. August. Heute nacht traf ein Son- derzug mit deutschen Militärpflichtigen aus Rumänien hier ein. Dce Bevölkerung bereitete den Deutschen eine stürmische Begrüßung. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache. Darauf wurden die Leute von der Stadt bewirtet. Hochrufe auf die deutsche Armee, auf Kaiser Wilhelm und den Dreibund ertönten, worauf die Deutschen mit Hochrufen auf Oesterreich erwiderten. Die Deutschen schenkten der Stadt eine dentsche Fahne als Erinnerung und erhielten darauf eine ungarische Fahne.
Nachrichten aus Rußland.
Petersburg (über Kopenhagen), 7. August. Ein Kaiserlicher Ukas ordnet den Zustand des antzerordent- lichen Schutzes für alle Orte der Gouvernements an, über die noch nicht der Belagerungs- oder der Kriegst zu stand verhängt worden ist.
Kosaken als Deserteure.
Wie ostpreußische Blätter melden, ist die Zahl der russischen Deserteure sehr groß. Allein an der Grenze eines ostprentzischen Kreises sind der Königsberg Har- tungschen Zeitung znfolge 2—300 Kosaken zn uns nber- gelanfen und haben sich festnehmen lassen. Sie befinden sich in deutschem Gewahrsam. Ebenso werden von anderen Grenzorten DeserKonen gemeldet. Wie die ANen- steiner Zeitung meldet, bitten die Leute um ihre Gefangennahme, weil sie sich vor einem Kriege mit Dentsch- land fürchten.
Aufruf der russischen Polen znm Aufstand.
Die Wiener „Reichspost" meldet aus Krakau vom 3. August: In Russisch-Polen wurde ein aus Warschau datierter Aufruf zu einem polnischen Aufstande verbreitet, der von zahlreichen polnischen Parteien unterzeichnet war. Der Aufruf fordert dazu auf, den russischen Behörden und dem Militär alle möglichen Hindernisse zu bereiten. Die polnischen Organisationen sollen genau über die Bewegungen der Russen informiert werden. Jede Gemeinde wird aufgefordert, die Unabhängigkeit vom russischen Reiche zu proklamieren.
Freche serbische Lügen.
Kronprinz Alexander von Serbien eröffnete die Skupschtina durch eine Botschaft, in der es heißt, daß Serbien znr Vermeidnug des Krieges alles getan habe. Die Regierung sei nicht verantwortlich. Der Zar und seine edelherzsge Sorge für Serbiens Zukunft hcitten die besondere Gewähr Dafür gegeben, daß er sich mit dem Schicksal Serbiens verknüpfen werde. Die gerechte Sache finde nicht geringe Sympathie bei Frankreich und England. Um Serbien zu isolieren, sei man von dem Attentat von Serajewo ausgegangen, aber ohne Erfolg. — Die „gerechte Sache" — diese Worte Der Serben klingen wie ein Hohn auf die Gerechtigkeit.
warum ich abends im Albergo del Plebiscito die Tarantella tanze."
„Warum mußte denn Ihre Mutter nach Ihres Vaters Tod ihren Weinberg verkaufen?" fragte der Fremde teilnahmsvoll.
Nina zögerte ein wenig mit der Antwort, dann entrang sich ihren Lippen flüsternd und scheu das Wort „Lotto".
Er verstand. Hatte er doch oft genug von seiner verstorbenen Mutter, die eine geborene Italienerin gewesen, erzählen gehört, in welchem Maße die unselige Spielleidenschaft ihre Landsleute beherrscht und wie ungezählte, namentlich den unteren Volksklassen Angehörige ihr alljährlich Wohlstand und häusliches Glück opfern. Was er nicht wußte, war lediglich, ob der Verlust des Weinberges auf das Schuldkonto von Ninas Vater oder Mutter fiel.
Doch da beantwortete das Mädchen ihm schon unaufgefordert diese Frage. „Der Vater war so gut und er hätte am liebsten die Mutter und mich in Samt und Seide gekleidet und nur darum ging er zn einer alten Wahrsagerin und ließ sich von ihr die Gewinnnummern geben, um darauf zu setzen. Aber es waren doch nicht die richtigen Nummern, denn sie gingen alle leer aus — alle, ein Jahr, wies andere — und der Vater mußte Geld aufnehmen auf den Weinberg, so viel, daß er verkauft wurde, als er starb."
Der Fremde sagte teilnahmsvoll: „Nun, jedenfalls ist es traurig für Sie, daß Sie von Ihrer Mutter getrennt sind, Signorina, und so schwer arbeiten müssen und gar kein Vergnügen haben. Indessen, ich will Sie nicht länger aufhalten und jetzt zum Signor Lupi herübergehen. Vielleicht hat er etwas Schönes in Reliefs für mich. Ich finde ihn doch wohl um diese Stunde zu Hause? Ihn oder seinen Schwiegersohn —"
„Seinen Schwiegersohn?" Nina schlug vor Erstaunen Die Hände zusammemn. „Den Signor Gargiulo?"
Die Verfolgung bet Automobile.
Berlin, 7. August. Die Heeresverwaltung veröffentlicht eine bringende Mahnung an die Bevölkerung. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, daß das ins Unvernünftige ausgeartete Aushalten der Kraftwagen au den Landstraßen anfhalten möge. Die Grenzen sind abgesperrt nnd es ist nicht anznnehmen, daß noch feindliche Automobile herein oder Heranskommen. Die Maßnahmen, welche die Ortspolizeibehörden und an vielen Stellen auch die Bevölkerung selbst zum Anhalten und Ermitteln feindlicher Spione getroffen haben, sind gewiß ganz zweckmäßig. Aber sie dürfen nicht über das Ziel hinausschietzen und dazu führen, daß selbst Offiziere und Kuriere aufgehalten werden, welche Nachrichten befördern, von deren rechtzeitiger Ankunft viel für das Ganze abhängt. Vor allem müssen die von der Militärbehörde ansgestellten Ausweise beachtet und ihre Inhaber ungehindert durchgelassen werden.
Neuer Beweis französischer „Ritterlichkeit".
Wien, 7. August. Die Neue Freie Presse meldet aus Budapest: Wie verlautet, ist der Minister für Kroatien Graf Pejaczevich mit Familie, die sich in Vichy auf- hrelt, von den Franzosen an Der Heimreise gehindert worden.
Ein Aussprnch des Staatsskretärs v. Tirpitz.
Aus Reichstagskreisen wird geschrieben: Heute, wo ganz Deutschland unter dem Eindruck Der englischen Kriegserklärung steht, muß man sich Der Aeußerung unseres Staatssekretärs des Reichsmarineamts Erzellenz v. Tirpitz erinnern, Die er in einer Kommissiorrssitzung des Reichstages machte und Die wegen ihrer Bedeutung keinem Der Anwesenden aus Dem Gedächtnis entschwunden ist. Es war nach Dem Erlaß des Flottengesetzes, als in der Budgetkommission Die Frage unserer Flotten- rüstung erörtert wurde. Datnals erklärte der Staatssekretär v. Tirpitz: „Zum Schutze unserer Küste reicht unsere Flotte vollkommen aus." Dieses Ausspruches aus dem Munde des verantwortlichen Leiters unserer Marine muß man am heutigen Tage gedenken, um die englische Kriegserklärung richtig einzuschätzen. Wenn unsere Flotte, wie Herr v. Tirpitz sagte, ausreicht, um tue Küste zu schützen, so dürften wir trotz des dreifachen Gegners, Dem unsere Wehrmacht heute gegenübersteht, im vollen tltld utrerschütterlichen Vertrauen den koin- menden Ereignissen entgegensehen,- denn England wird nicht in der Lage sein, Frankreich und Ritßland einen Beistand zn gewähren, der für die Entscheidung, Die Die Schlachten des Landkrieges bringen werden, irgendwie ins Gewicht fällt. So ernst auch Deutschlands Lage im Kampfe mit drei Großmächten ist, Englands Kriegserklärung kann auf das Vertrauen an einen Erfolg unserer guten Sache keinen Einfluß habert. Im übrigen ist damit ja auch nur die Lage eingetreten, die der Kaiser und seine Ratgeber bei allen Erwägungen über Deutschlands Kriegsrüstung von jeher als selbstverständlich an- nahmen.
Die Deutsch-Amerikaner auf der Wacht.
Der Präsident des deutsch-amerikairischen Natwnal- bundes in Neuyork erklärt in einem Aufrufe: In dieser schweren Zeit Deutschlands ist es Pflicht, daß wir Deutsch-Amerikaner fest nnd treu zusamineustehen. Die Exekutive des Nationalbundes ist auf Der Wacht für die besten Interessen des Deutschtmns, für die beste Art und Weise Der Bewahrung des deutschen Slamens gegen Gehässigkeit nnd Unwissenheit einer Minderheit in unserem eigenen Lande. — Der Aufruf regt an, überall Sammlungen zu yeranstalten.
* Die TÄrieanssichten. *
Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Sessen gibt in einem Extrablatt der landwirtschaftlichen ertfdjrtft eine Uebersicht für die diesjährigen Ernteaussichten. Darnach wird die Kartoffelernte nicht wesentlich hinter der vorjährigen zurückstehen. Auch unsere Getreideernte fällt im großen und ganzen gnt aus. Der Roggen, welcher zum großen Teil schon geerntet ist, war über Mittel. Weizen, Gerste und Hafer stehen gut im Felde. Ebenso war die Futterernte, die zum Teil schon eingebracht ist, gut, zum Teil recht gut. Was noch draußen steht, verspricht reichlichen Ertrag, doch hängt der Wert der Ernte davon ab, ob sie gut ecugebracht werden kann. Für die großen Viehbestände wäre demnach reichlich Futter vorhanden. Auch soll vorerst kein Marcgel an Fleisch und Milch zu befürchten sein.
Heinrkehr aus England.
Eine deutsche Lehrerin, die sich zu Studienzwecken in England aufgehalten hatte, schreibt Dem „B. T.: Nach einer unvergeßlich schweren 72 Stunden langen Fahrt bin ich wieder auf deutschem Grund und Boden und empfinde das Glück der Heimat in tiefster Seele. Ich war mit einer Freundin nach England gereist, nm mich tu Der englischen Sprache zu vervvllkominnen, und hielt mich dort auf Dem Lande auf, als die Nachrichten von einem möglicherweise bevorstehenden Krieg immer dichter zu uns drangen. Wir fuhren also über Bristol
„Ja doch. Was ists mit dem?" forschte der Herr interessiert.
„Ja, wissen Sie denn nicht, Signor, daß Der fort ist — verschwunden schon seit drei Monaten — wenns nicht gar länger ist?"
Nein, der Herr wußte nichts darüber, ganz und gar nichts, aber es war erstaunlich, welche Wißbegierde er in dieser Sache verriet. Als Nina ihm dann ausführlich alle näheren Umstände des Falles erzählt hatte, soweit sie ihr selbst nämlich bekannt waren und er durch geschickte Kreuz- und Querfragen auch herausgebracht, daß das Verschwinden des Signor Gargiulo merkwürdigerweise mit dem angeblichen Verkauf des Luca Delta Robbia zusammengefallen war, empfahl er sich verblüffend fdjneu. Es lag ihm eben gar nichts daran, mit dem Mouunino Bozzari zusammenzutreffen, Der jeden Augenblick nach Hause kommen konnte.
„Und noch eins, Signorina —" sagte er beim Abschied — „erzählen Sie Ihrem Oheim lieber nichts von all den Dingen, die wir zusammen besprochen habe». Da Nina ihn erschreckt ansah, fügte er rasch hinzu: „Dell Grund erkläre ich Ihnen ein andermal, denn wir sehen uns ja noch öfters,- für jetzt muß ich fort. Auf Wiedersehen, Signorina — auf Wiedersehen." Er streckte im seine Rechte hin und umschloß das kleine braune Händchen, das sie ihm zaghaft reichte, mit warmem Drn«^ Wenige Sekunden später war er fort, des Mommtno-.' Nichte in einem Aufruhr der Gefühle zurücklafscnd.
Wie betäubt sank das Kind auf seinen Stuhl zurü« und versuchte sich klar zu machen, was geschehen war.
Warum sollte sie dem Oheim nichts von der gehabten Unterredung mitteilen? Nun, schließlich konnte es tyr recht sein, denn Der Onkel wäre sicher arg zornig gecvm- den, werkn er gehört hätte, was sie Dem Fremden da m ihrer Harmlosigkeit vorgeplaudert. Das wußte der tere denn auch recht gut und erachtete es daher für überflüssig, dem Kinde AuWärungen zu geben. M W