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Der Stundenplan der Eisenbahnen ist wie durch Zauber aufgehoben,- nur Züge mit Reservisten und Kriegs­material verlassen die Hallen. Freilich,in den Grenzen der Möglichkeit" will man auch einige wenige Züge für Zivilreisende ablassen. Aber werden sie abgehen? Wann werden sie abgehen? Wo liegen dieGrenzen der Möglichkeit"?

Die Bewohner der städtischen Vororte werden ver­gebens ihren gewohnten Morgenzug erwarten. Wie kommen sie in die Stadt? Durch Wagen? Schon ist es zu spät,- schon hat bei Bauern und Fuhrwerksbesitzern die Aushebung der Pferde begonnen, die Aushebung der Pferde und auch die der Automobile. Auf den Plätzen von Paris wird man die Automobilomnibusse leer, in langen Zügen, Stellung nehmen sehen, bis Soldaten oder Offiziere auf ihnen Platz nehmen und sie fortführen, irgendwohin, ins Unbekannte. Die Droschken fehlen, die Pferde sind schon requiriert. Die Straßenbahn, die Untergrundbahn find das einzige Verkehrsmittel, das dem Großstädter bleibt. In den Läden herrscht, soweit es nicht Nahrungsmittelläoen sind, dumpfe Stille. Hin­ter dem Ladentisch kann die Verkäuferin ungestört ihre Lektüre fortsetzen,- keinRayonchef" stört ihre Ruhe, kein männlicher Kollege kommt vorüber, denn sie alle sind zur Fahne gerufen.

Dann, am zweiten, am dritten Tage geht noch ein­mal ein Rauschen, ein Echo des Krieges durch die Stra­ßen. Die Truppen ziehen aus und es wird still. Zu­rück bleiben nur Reserveformationen, und hinter den Mauern der Kasernen beginnt die Aufstellung von Er­satztruppenteilen. Der Bürger erfährt nicht viel davon. Nnr in den Fabriken, die für die Armee wichtige Pro­dukte herstellen, geht die Arbeit weiter. Es sind die ein­zigen Arbeiter, die nicht zur Fahne gerufen sind, die Arbeiter der Militärwerkstätten, der Pulverfabriken, der Arsenale.

Und die Nachrichten vom Kriegsschauplatz? Die Extrablätter? Ach, die ersten Tage werden stumm blei­ben. Nichts erfährt das Volk von den Ereignissen der ersten Stunden. Nichts, absolut nichts. Im General­stab werden die ersten Depeschen von Reiterkämpfen an der Grenze einlaufen. Aber der Generalstab wird schweigen. In den Telegraphenämtern wird keine Nach­richt durchgelassen, die von der Armee erzählt. Und es beginnen dre dumpfen, leeren, toten Tage des angstvollen Wartens, die Tage der ungewissen Gerüchte, die gierig von allen jenen aufgegriffen werden mit Freude, mit Angst, die ihre Liebsten da draußen wissen.

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Bis Donnerstag abend war eine deutsche Anfrage bei der russischen Regierung über den Zweck der Mobi­lisierungen noch nicht erfolgt. Es wird derNattonal- zeitung" sogar glaubhaft versichert, man erwarte immer noch eine Klärung durch die Besprechungen, die in Pe­tersburg stattfinden. Eine offizielle Anfrage in Rußland wäre der letzte entscheidende Schritt, da jede ablehnende oder ausweichende Antwort sofort mit der Mobilisierung der gesamten deutschen Streitkräfte beantwortet werden müßte. Man macht in der Berliner Wilhelmstraße je­doch kein Hehl aus der Besorgnis, daß der Entschluß zu der Maßnahme Deutschlands, von Rußland klipp und klar Aufklärung zu verlangen, durch die Ereignisse be­schleunigt werden kann, da niemand vorher weiß. wie sich die Verhältnisse bereits innerhalb weniger Stun­den zu ändern vermögen. Die deutsche Regierung ist in allen diesen Tagen unablässig bemüht gewesen, an einer allgemeinen Verständigung mitzuarbeiten und überall dort die loyale Unterstützung anzunehmen, wo sie ihr geboten worden ist. Sie kann aber bei aller Frie­densliebe nicht die Hand zu Maßnahmen bieten, die ge­gen die Würde uns Ehre ihres Bundesgenossen ver­stoßen würde. Die Lage ist so gespannt, wie seit den Julitagen des Jahres 1870 nicht mehr. So faßte am Donnerstag morgen ein erfahrener Diplomat sein Ur­teil über die gegenwärtige Situation zusammen.

Der Ukas des Zaren über die Mobilmachung.

1. die Reserven von 23 ganzen Gonvernements und von 71 Distrikten in 14 anderen Gouvernements.

2. einen Teil -er Reservisten von 9 Distrikten in vier Gonvernements.

3. die Reservisten der Flotte von 64 Distrikten in 12 russischen Gouvernements und eines finländischen Gouvernements.

4. die beurlaubten Kosaken in verschiedenen Landes- teilen.

8. die entsprechende Anzahl von Reserveoffizieren, Pferden «nd Wagen.

, Da Rußland im ganzen nur 78 Gouvernements hat, handelt es sich bei dieser bisherigen Mobilisierungs­order bereits um einen sehr erheblichen Teil der gesam­ten Streitkräfte. Ueberdies kann die russische Armee überhaupt nur in Etappen mobil gemacht werden, so- datz eine vollständige Mobilisierung wahrscheinlich auch nicht anders anfangen könnte, als die jetzt angeordnete Maßnahme.

~ Nach einer aus dem russischen Grenzgebiet nach O st r o w o gelangten Meldung erhielten dort die Mi­litärbehörden am Mittwoch nachmittag 3 Uhr die draht­liche Aufforderung, das gesamte militärische Aufgebot an der Grenze in Bereitschaft zu halten und vorläufig die hauptsächlichsten Brücken und die nach Deutschland führenden Wege zu bewachen. Die Familien der Of­fiziere und Mannschaften packen ihre Habseligkeiten und begeben sich in die ihnen angewiesenen Wohnsitze im Innern des Landes.

t ** Myslowitz, 81. Juli. (B. Z.) Heute nacht wur­den von der österreichischen Grenze her mehrere Explo­sionen gehört. Es verlautet, daß gegen 2^ Uhr früh die Eisenbahnbrücke zwischen Granitza und Sczakova gesprengt worden sei. Damit ist der Verkehr auf der Warschan-Wiener Bahn unterbrochen.

Ein Warnnngsrnf aus Rußland.

das Blatt um seiner Sicherheit erhält es nachstehende Zuschrift land nicht wissen zu wollen, di

Von einem durchaus vertrauenswürdigen Freunde derBerliner Neuesten Nachrichten" in Rußland, den ' eit willen nicht nennen kann, st: Man scheint in Deutsch­land nicht wissen zu wollen, daß Rußlands Armeen be- ceits mit dem Aufmarsch begonnen haben und die eng­lische Diplomatie nur verhandelt, um den Russen einen Aufmarschvorsprung verschaffen zu können. Seit Sonn- lag sind alle Truppen aus den Sommerlagern zurück and in Bewegung. Die in Rufsisch-Polen versammelte Armee konzentriert sich. Die offizielle Mobilmachung W nicht verkündet worden, (inzwischen ist sie erfolgt, Red.) ist auch nicht nötig, weil die Regimenter alle ^^Jahresfrist auf Kriegsstand gehalten werden. Alle Lahnen und Brücken sind besetzt, sogar die Artillerie ist aie^'D^^^Eung gegangen. Hrer in Warschau stehen

A^fuen Infanterie, zwei Regimenter Artillerie ssiesi^s m bereits fort, nur etwas Festungstruppen /ÄM Zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Der Mr^II^.^. mesigen Armee erfolgt zusammen mit der

Litowsk und Kowno-Proskurow. Wer die massenhaften Transporte der Truppen nicht selbst gesehen hat, glaubt es nicht, daß es wahr sein kann, denn keine Zeitung darf darüber etwas bringen, da sonst Sibirien darauf steht. Deutschland wartet auf die offizielle Mobilma­chung Rußlands und versäumt kostbare Zeit, die nicht mehr einznholen ist. Sobald der Aufmarsch der Russen von 20 Korps erfolgt ist, beginnt der Vormarsch. Ma­chen Sie bitte an richtiger Stelle darauf aufmerksam, da längeres Säumen die Sicherheit Deutschlands ge­fährdet. Es ist bitter ernst, was hier vor sich geht. Man will den Krieg und wird ihn erklären, wenn man anf- marschiert ist. Seit Sonntag haben wir keine deutschen Zeitungen mehr hier,- die Zensur konfisziert sie alle. Weiteres Zaudern wird jetzt zum nationalen Verhäng­nis. Vielleicht sieht der Gewährsmann des Blattes doch etwas zu schwarz.

Englische Vorsichtsmaßregeln.

Im Arsenal in Wvolwich und der staatlichen Pul­verfabrik in Paltham wird Tag und Nacht mit verstärk­tem Personal gearbeitet. Diese sowie andere Material­werkstätten werden aufs schärfste bewacht. Den Londo­ner Polizeimannschaften ist wegen der internationalen Lage der Sommerurlaub vorläufig entzogen worden. Schon abwesende Offiziere und Leute wurden zurückge­rufen.

w, London, 31. Juli.Daily Chroniele" meldet, daß die Admiralität den Besitzern von Kohlenlagern im Hafen von Cardiff in Erinnerung bringt, daß sie das Recht anf alle verfügbaren Kohlenvorräte habe. Das Blatt schreibt weiter: Es kann kein Zweifel sein, daß die britische Diplomatie in Petersburg und die deutsche in Wien ihr Aentzerstes getan haben, um den Krieg ab- znwenden.

Alles gerüstet.

DieKölnische Zeitung" erfährt aus Rom, daß der italienische Generalstab und das Kriegsministerium in den letzten Tagen alle Vorbereitungen für eine even- tnelle Mobilmachung getroffen haben. Auch die Vorräte für die Armee sind gesichert. Kenner des russischen Hee­res und der russischen Zustände glauben allerdings nicht an den Ernst der russischen Drohungen. Mit Rück­sicht auf die außerordentlichen Umstände sind die Grenz- und Küstenschutzreservisten in ganz Holland zn den Fahnen gernfen worden. Die Gerüchte von einer Mo­bilisierung sind noch nicht bestätigt.

Die Meldungen auswärtiger Blätter, daß am Frei­tag in Deutschland die Mobilisation erfolgen werde, treffen nicht zu. Ebenso ist die Meldung, daß Prinz Heinrich von Preußen nach Rußland reisen werde, völ­lig unbegründet.

DerBerl. Lok.-Anz." läßt sich aus Petersburg mel­den: Die Lage gilt im Auswärtigen Amt als fast hoff­nungslos. Die Kriegspartei, die Nationalisten und die Panslavisten arbeiten mit Hochdruck für den Krieg. DieNowoje Wremja" sagt: Der Krieg mit Oesterreich- Ungarn wäre äußerst populär. In demselben Blatte heißt es aus Krakan, daß ein weiteres Bombenattentat in Warschau, und zwar auf das Hauptpostamt erfolgt sei. Das Gebäude soll in Flammen stehen.

Bulgarienwachsam und bereit".

Sofia, 31. Juli. Die Regierung hat der So- branie einen Gesetzentwurf vorgelegt, der sich aus die Eröffnung eines Kredits von 150 Millionen bezieht, die für die Beschaffung von Kriegsmaterial verwendet wer­den und auf vier Jahre verteilt werden sollen. Da die Sobranje demnächst ihre Sitzungen unterbricht, hat der Ministerpräsident gebeten, die Borlagen ohne Verzöge­rung anzunehmen. Soweit die Haltung der Opposition erkennen läßt, kann mit einer einstimmigen Annahme gerechnet werden.

Spanien will neutral bleiben.

»e* Madrid, 31. Juli. Offiziell verlautet, daß Spa­nien in dem internationalen Konflikt volle Neutralität bewahren werde.

Die österreichisch-serbischen Kämpfe.

6-* Sofia, 31. Juli. (B. Z.) Nach hier vorliegenden Meldungen sollen serbische Vortrnppen südlich Belgrad bei Adala die ersten Verteidigungsstellungen beziehen. Die Hanptstellung würde im Raume bei Arangelovac- Usice konzentriert, wo es anch zu den ersten größeren Aktionen kommen dürfte.

o-* Semlin, 31. Juli. (B. Z.) Um 8% Uhr abends kam es gestern zn einem heftigen Vorpostengefecht an der Save, bet welchem auf österreichischer Seite auch Artillerie und Flugzeuge eingriffen.

Serbische Deserteure.

Bulgarische Blätter melden, daß im Grenzgebiet zahlreiche serbische Deserteure eingetroffen sind. In der Grenzstadt Kula haben sich am Donnerstag allein hun- dertundsechzig Deserteure mit Gewehren den bulgari- schen Behörden ergeben. _ .

Gerüchtweise verlautet, daß in Nenserbien Unruhen bedeutenderen Umfanges ausgebrochen sind. Die nicht- serbischen Elemente weigern sich, in die Armee einzu- treten, sodaß sich bei Aufstellung neuer Regimenter er­hebliche Schwierigkeiten ergeben.

An der deutschen Westgrenze

macht sich begreiflicherweise besondere Spannung über den Fortgang der Krisis fühlbar. So wird demBerl. Lok.-Anz." aus Saarbrücken gemeldet: Krtegsfiebcr be­herrscht die Saarbrücker Gegend,- die wildesten Gerüchte finden gläubige Ohren, alles et t, sich mit Nahrungs­mitteln zu versorgen. Die Geschäfte werden ebenso ge­stürmt wie die Sparkasse. Bis wett auf dte Straße hin­aus drängen sich die Käufer, den Händlern werden dte Waren buchstäblich aus den Handen gerissen. Die Rre- sennachsrage nach Mehl, Hülsenfrüchten, Kartoffeln usw. bewirkte ein rapides Anschwellen der Prerse. Salz wird schon jetzt mit vierzig Pfennig pro Pfund bezahlt, Mehl und Kartoffeln sind nur schwer und zu Teuerungsprei­sen erhältlich. Da die Geschäfte den Ansturm mcht be­friedigen können, müssen sie zeitweise schließen, bis auf telegraphische Order neue Vorräte eintreffen. Die Brücken werden militärisch bewacht, die nach Frankreich gehenden Züge streng revidiert.

eintreffen. Die nach Frankreich

An unserer Ostgrenze.

Die Polizeidirektion in Königsberg t. Pr. macht durch Anschlag bekannt: Zur Sicherung des Hauptbahn­hofes und dessen Betriebsanlagen wurde eine ^militä­rische Wache am Hauptbahnhof forme Posten an den Be­triebsanlagen daselbst aufgestellt. Um Unglücksfalle zu vermeiden, mache ich die Bevölkerung darauf aufmerk­sam, daß die Annäherung an die Ersenbahnöetrlebsan- lagen (Gleisen, Brücken, Stellwerken usw auf naher als hundert Meter verboten ist. Das Passieren dieser Anlagen durch Zivilpersonen ohne Begleitung eines Postens ist verboten. Zwrlperwnen werden von den Posten mit einem Halt migerufen und müssen stehen. Zuwiderhandelnde setzen sich der Gefahr aus, erschossen zu werden.

Zwei russische Generalstabsautomobile augehalten.

Vor dem Hotel Kaiserhof in Saarlouis hielten am Mittwoch zwei Automobile an, deren Insassen, zwei ChaulkLstke und ein Serrschaftlichsr Tstrnrr, im Hotrl

frühstückten. Die Reisenden machten sich verdächtig Ein vom Landrat und einigen Offizieren vorgenomme­nes Verhör ergab, daß die Automobile dem 19jährigen russischen Fürsten Orlow und dem 48jährigen Großfür- stell Nikolaus gehörten, die mit der Bahn von Frank­furt nach Paris gefahren sind. Dorthin sollten ihnen die Automobile, zrvei russische Generalstabswagen, fol» gen. Bei der Durchsuchung der Wagen fanden sich eine Schreibmaschine und einige Feldstühle vor. Es wurde sofort in Berlin angefragt, was mit den Automobilen geschehen solle. Die Reisenden wurden, demTag" zu- folge, inzwischen festgehalten. In dem sächsisch-böh­mischen Grenzort Warnsdorf wurden drei Russen unter dringendem Spionageverdacht verhaftet und ins Ge- fängnis eingeliefert. DieAllenst. Ztg." meldet: Ein vorn russischen Nachrichtenbureau entsandter Spion ist am Donnerstag hier verhaftet worden.

Die Stimmung in Berlin.

In Berlin herrschte am Donnerstag abend unter den Linden und in den angrenzenden Straßen bis weit über Miternacht ein so gewaltiger Menschenandrang, wie er selten erlebt wurde. Nicht ein Zug aus dem Bilde erinnerte alt jene Auffassnng der politischen Lage, die sich vor einigen Tagen zuweilen etwas laut äußerte. Still und ernst so schreibt dieB. Z.", gingen reife Männer, die eben Geschäftsschluß gemacht hatten, Be­amte, die von ihren Frauen vom Bureau abgeholt wor» den waren, junge Paare, Studenten, Kaufleute, orben- geschmückte Veteranen und dienstfreie Soldaten neben­einander. Erst in den späten Nachtstunden versuchten einige junge Leute, Nmzüge zu veranstalten, die aber feinen tiberrnüsttgen Anklang fanden. Das große reife Berlin, das sich hier in den Straßen drängte, wollte keilte geräuschvollen Kundgebungen. Es wartete in tiefstem Ernst, wie ihn die Stunde erheischt, auf die Entscheidung einer Schicksalsfrage.

Gold statt Papiergeld.

»-* Berlin, 31. Juli. An den Schaltern der Reichs- Vank herrschte heute großer Andrang hauptsächlich von kleinen geilten, die ihr Papiergeld in Gold Umtauschen wollten. Der Verkehr wickelte sich aber ruhig ab. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß sich die zurückgezahl­ten Goldbeträge in mäßigen Grenzen halten.

** Amsterdam, 31. Juli. Wie das Handelsblatt aus guter Quelle erfährt, hält man die Mobilisierung der holländischen Armee für unabwendbar.

Der Bundesrat erläßt Ausfuhrverbote.

»* Berlin, 31. Juli. Der Bundesrat hat heute drei

Kaiserliche Verordnungen angenommen, die sofort die

Ansfnhr von NahrnngsmiEcln, Streu und Futtermit­teln, von Tieren und tierischen Produkten, Kraftfahr­zeugen jeder Art und eine Reihe von Oelen verbieten.

Eine gleiche Maßnahme ist in Belgien getroffen worden:

o-t Brüssel, 31. Juli. Ein Erlaß der belgischen Re. gieruug verbietet von heute ab zu Wasser und zu Lande die Ausfuhr von Vieh, Getreide usw., ferner von Auto­mobilen und anderen Gefährten, ebenso die Ausfuhr von Pferden. Die Regierung hat sämtliche Reserveoffi­ziere der dritten und fünften Division einberufen.

** neuestes vom rage.

DerImperator" bleibt in Hamburg.

o-#* Hamburg, 31. Juli. Mit Rücksicht auf die poli­tische Lage ist die heutige Abfahrt des DampfersIm­perator" verschoben worden.

Vorsicht beim Htthueraugenschueideu.

o-* Hirschberg a. S., 31. Jutt. An einer Blutver­giftung, die er sich durch Ausschneiden von Hühner­augen zugezogen hatte, starb hier der 45jährige Gast­hofbesitzer Adolf Mergner.

Gerüsteinstirrz beim Brückenbau.

** Budapest, 31. Juli. Heute früh stürzte ein meh­rere Stock hohes Gerüst an der im Abbau befindlichen Kettenbrücke ein. Mehrere Schiffe wurden beschädigt, Menschen wurden nicht verletzt.

Berliner Getreive- und Viehmarkt.

Die Kriegsgefahr bildete in der am 28. Juli abge­laufenen Berichtswoche das ausschlaggebende Moment für die Preisbewegung am Berliner Getreidemarkte und hat zu einer kräftigen Fortsetzung der Steigerung der Notierungen geführt. Neuerliche Nachrichten über ungünstige Ernteaussichten Rußlands, unbefriedigender Ernteausfall Rumäniens, der sehr bedeutende Import- bedarf Oesterreich-Ungarns, Klagen über enttäuschende Erdruschernebnisie beim Roggen aus dem Jnlande und angebliche Verschlechterung des Standes des Sommer­weizens in Nordamerika wirkten in gleicher Nichtirng. Das Exportgeschäft lag ganz darnieder, und dieser Um­stand sowie vermehrtes Angebot von Ware aus dem Jn- lande hatte schließlich eine mäßige Abschwächung zur Folge. Die Gestaltung der Tendenz wird aber auch fernerhin wohl ausschließlich von der Entwickelung der politischen VerhülUitsse abhängig bleiben. Die Notte- rungen für Lieferung im Herbst gewannen beim Wei- zen und Roggen am meisten, nämlich bis ca. 7 X wäh­rend für nahe Termine bezüglich des Weizens aurertka- nisches Angebot und bezüglich des Roggens inländische Ablieferungen etwas hemmend wirkten. Hafer profi­tierte nicht im gleichen Maße wie die Brotfrüchte. An­scheinend hat man hinsichtlich der Ernte eine etwas gün­stigere Auffassung gewonnen. Die Preissteigerungen

ÄE Artikel erreichten kaum 3 ^ Mais stellte sich cm Anichluß an das Ausland für Julilieferung um etwa 4 höher. Am letzten Tage waren die Notie­rungen für Lieferung im September: Wetzen 202,00 X Roggen 171,25 X Hafer 166,75 X Mais,

getendßcwi^ des städtischen Viehmarktes. Ochsen: vollfleischige, ausgemastete, höchsten Schlacht- wertes 4850 X jungfleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 4446 .X mäßig genährte iunae und oui genäOrle ältere 40-ri M. Lullen" ausg-wuL sene, höchsten Schlachtwertes 4446 X vollfleischige jüngere 4346 X mäßig genährte jüngere und gut genährte altere 40-42 X Färsen: vollfleischige aus- £^'^. Färsen höchsten Schlachtwertes jl Kühe: ?uU7 Schlachtwertes bis

3U / Jahren 44,00 «X ältere ausgemästete und wenia und w/«1^ ^ 4245 x mäßig genährte Kühe S $sttfen 38-O9 X, gering genährte Kühe und Fär­sen ^ Jungvieh: gering genährtes bis 29 ^ Käl­ber. Doppellender feiniter Mast 8598 // feinste Mast- täl&er 66,00 X mittlere Mail- und bK?Saugkälb?r 5662 X geringere Mast- und ante Saunfaiber so hiß

' geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis '^V Saugkälber 8848 ^ Schafe: Mast- wmmer und jüngere Masthammel 47-40 ..... Masthammel, geringere Mastlämmer und g ^ift genährte Ä

3440 ^ Schweine: Fettschweine über 3 Zent­ner 45 X vollfleischige 240300 Pfd. 44__46 200 bis

IWÄ 160-200 Pfd* »ItÄ &0 VlrmL 4041 ^, Sauen 4041 ^

55 X geringe Saugkälber 3848 ^ Schafe: Mast- lammer und jüngere Masthammel 4740 ^ ältere " tlämmer und gut genährte

iummel und