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schlimmen Lage. Eine

Feuer in der Villa des österreichischen Kottsttls ini Nizza. In der Villa des österreichischen Generalkon­suls brach Feuer aus. Der angerichtete Materialschaden belauft sich auf mindestens 60 000 Francs.

Eine Feuerwerkskörperfabrik durch Blitzschlag in die Luft gesprengt. Während eines heftigen Gewitters in der Umgegend der Stadt Castellamare di Stadia in der Provinz Neapel schlug der Blitz in eine Fabrik für Feuerwerkskörper ein. Das Gebäude wurde in die Luft gesprengt. Alle darin befindlichen Personen wurden un­ter den Trümmern begraben. Sechs Leichen sind bisher geborgen worden.

Die Streikbewegung unter den russischen Arbeitern. Die Gesamtzahl der Streikenden wurde nach weiteren Meldungen auf über 100 000 Mann angegeben. Die Streikbewegung hat sich jetzt auch auf die Setzer aus­gedehnt, sodaß mehrere Zeitungen nicht erscheinen konn­ten. Die Streikenden wollen einen allgemeinen drei Tage dauernden Generalstreik organisieren, um gegen die Unterdrückung der Manifestationen durch die Polizei zu protestieren.

Der Streik in Petersburg. In Petersburg streiken 50 000 Arbeiter. An verschiedenen Stellen der Haupt­stadt bildeten sich Gruppen von Arbeitern, welche revo­lutionäre Lieder sangen. Sie wurden jedoch von der Polizei zersprengt.

Der Moskauer BLckerausstand. Infolge des Bäcker­ausstandes ist eine ungeheure Brotverteuerung einge­treten und der Preis steigt täglich noch. Die ärmere Be­völkerung befindet sich in einer schlimmen Lage. Eine große Anzahl Bäckereien hat ihren Betrieb einstellen müssen, insgesamt feiern 8000 Arbeiter.

Die Cholera in Rußland. Aus Podolien werden zehn weitere Cholerafälle gemeldet. Insgesamt sind 30 Personen erkrankt und 14 gestorben.

Neue Hitzewelle in Amerika. Die größte Hitzewelle der Saison lagert über der Stadt Neuyork und es be­steht nicht die geringste Aussicht auf ein Nachlassen der kolossalen Hitze. Im Laufe des gestrigen Tages wur­den wiederum drei Todesfälle durch Hitzschlag gemeldet, ebenso eine größere Anzahl von Erkrankungen.

Bergmanns Tod. In der Grube Böckherm bei Ga- stein sind ein Obersteiger und elf Bergleute durch Koh­lenoxydgas ums Leben gekommen.

Eisenbahnunfall. Mit dem von Glasgow nach Lon­don gehenden kaladonischen Expreßzuge kollidierte, als er außerhalb der Station Carlyle hielt, der von Edin­burgh nach London gehende Nordexpreßzug. Die bei­den letzten Wagen des kaladonischen Zuges wurden zer­trümmert. Dreizehn Personen erlitten nicht erhebliche Verletzungen.

Immer wieder ein Autounglück. Infolge Versa­gens der Steuerung fuhr ein Automobil bei Bennecken- stein gegen einen Baum. Die fünf Insassen wurden auf die Straße geschleudert. Sie blieben drei Stunden lang liegen, bis ein Zufall Einwohner von Benneckenstein an die Unfallstelle führte. Der Chauffeur war auf der Stelle tot. Ein Insasse hatte eine Gehirnerschütterung, die übrigen sonstige schwere Verletzungen davonge- tragen.

Gericht und Recht»

Verurteilung eines Lustmörders. Die Strafkammer in Görlitz verurteilte den 17 Jahre alten Gelegenheits­arbeiter Liersch von Katholisch-Hennersdorf wegen Lust­mordes an der sechsjährigen Emma Weinhold rm Wald von Freibergsdorf zu 12 Jahren Gefängnis.

Drei Deutsche in Frankreich angeklagt. Vor meh­reren Wochen wurde ein Soldat des 69. Infanterie- Regiments unter der Anklage, Patronen an zwei deut­sche Uhrmacher ausgeliefert zu haben, verhaftet. Der Soldat ist inzwischen aus der Haft entlassen worden. Die beiden Deutschen werden sich dagegen in der näch­sten Woche vor dem Zuchtpolizeigericht zu verantworten haben, ebenso ein dritter Deutscher, der unter der Be­schuldigung der Aufreizung zur Desertion in Haft ge­nommen wurde.

Das Urteil im japanischen Marine-Bestechungs- prozeß. In der Bestechungsangelegenheit der Firma Mitsui-Vickers bei Lieferungen für das Kriegsschiff Kongo" wurde folgendes Urteil gefällt: Die Direktoren Jida 1^. Swahara 2, Bamamoto 1^, der Schiffsbau- sachverständige frühere Admiral Matsuo 2, die Ange­stellten Matsuno 3, Kano 3, Hasegawa 4 Jahre Gefäng­nis. Jida, sowie Matsuno, Kano und Hasegawa wurde ein dreijähriger Strafaufschub bewilligt.

Vermischtes.

me ien

t Todesstnrz eines jungen Mädchens. Ein aufregen­der Vorfall spielte sich in Berlin im Hause Schelling-

R13 ab. Bei der Zentrale für Spiritusverwertung,

i dem genannten Hause ihre Geschäftsräume hat, war das 24jährige Fräulein Hildegard v. E. aus der Biktoriastratze in Wildpark als Buchhalterin in Stel­lung. Die junge Dame war seit einiger Zeit verlobt, die Hochzeit sollte demnächst stattfinden. Nun erhielt Fräulein v. E. einen Brief ihres Verlobten, worin er mitteilte, daß aus der Heirat nichts werden könne und daß es deshalb am besten sei, das Verhältnis zu lösen. Ueber diesen Brief geriet die Buchhalterin in hochgra­dige Aufregung. Als sie dann allein im Bureau war, öffnete sie das Fenster und stürzte sich aus der Höhe des dritten Stockwerkes auf den gepflasterten Hof hinab. Mit schweren Verletzungen wurde die Bedauernswerte nach der nächsten Unfallstation gebracht, wo sie, oft das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, unter b Händen des Arztes starb.

Im Wahn. Aus Würzburg wird gemeldet: Der 23jährige Kaufmann Herberich gab in seiner Wohnung auf den ihn auf feinen Geisteszustand untersuchenden Arzt Hofrat Dr. Rösgen mehrere Revolverschüsse ab, die diesen am Arm verletzten. Dann feuerte er auf zwei Mitglieder der freiwilligen Sanitätskolonne, die ihn in eine Anstalt dringen sollten, und verwundete beide durch Schüsse in den Unterleib schwer. Sie schweben beide in Lebensgefahr. Auch auf seine Eltern gab H. Schüsse ab, jedoch flüchteten diese und schlössen sich in ein Zimmer ein. Die herbeigeeilte Polizei erbrach die von innen verschlossene Wohnung, nahm den Verrück­ten fest und brächte ihn in die Jrrenklinik.

Schwere Folgen von Unvorsichtigkeit. Aus Cöln wird gemeldet: Nachdem in der verflossenen Nacht un­weit Wahn ein Felbschober mit 800 Zentner Heu in Flammen aufgegangen war, wobei ein auf dem Heu schlafender Handwerksbursche den Flammentod fand, stellte sich nunmehr ein Däne freiwillig der Polizei mit der Angabe, daß er durch Urvorsichtigkeit den Heuschober in Brand gesteckt habe, als er ein Streichholz anzündete, um die ihm entfallene Brille zu suchen. Die Streich­holzschachtel sei explodiert, wodurch der Schober in Brand geriet; der Däne wurde verhaftet.

Ein Vermächtnis von 35 000 JL hinterließ der in Cöln verstorbene ehemalige Elberfelder Bürger Ernst Middelhaufe der Stadt ElbeZeld. 20 000 .6 bekommt das städtische Museum zum Ankauf von Kunstwerken, 10 000 sind gestiftet für bedürftige Blinde und 5000 Mark werden der Stadtbücherei zur beliebigen Ber- füauna überwiesen.

Neue Flugkatastrophen. Bei dem im Tuilerien- garten in Paris stattgehabten Aufstieg der Freiballons, welche an dem Wettflug des großen Preises teilnahmen, ereignete sich ein schwerer Unfall. Der französische BallonToto", in dessen Korb sich der bekannte Luft­schiffer Banchet als Lenker und Dnval als Fluggast be­fanden, stieß an einen Baum, sodaß das Netz zerriß. Der Ballon flog davon, während der Korb mit dem Netz zu Boden stürzte. Die beiden Luftschiffer erlitten sehr schwere Verletzungen. Der Zustand Duvals soll hoffnungslos sein. Wie aus Madrid gemeldet wird, stürzte das Flugzeug des spanischen Fliegers Avaro, als dieser eine Notlandung unternahm, bei Aranda auf einen mit acht Personen besetzten Bauernwagen. Ein Kind wurde getötet, die sieben anderen Insassen des Wagens schwer verwundet. Auch der Flieger erlitt ernste Verletzungen.

Sein Erfolg. Herr:Mein Freund Fritz sagt, man mache sich gar keinen Begriff, wie spröde diese Dorf­schönen seien. Aber gerade das reize ihn." Dame: Na, hat er denn auch Erfolg?" Herr:Keine Ah­nung, ist noch nie über einen Watschen hinansgekom- men!"

Mexiko.

Die Abreise von Huerta und Blangnet aus Mexiko.

Die Generäle Huerta und Blanquet sind in Puerto Mexiko angekommen. In einem Interview erklärte Huerta: Als ich die Verantwortlichkeit für die Präsident­schaft übernahm, habe ich öffentlich verkündet, daß ich der Unordnung in Mexiko ein Ende machen werde. Mein Versuch hat mich die Präsidentschaft gekostet. Mein einziger und ständiger Wunsch ist es stets gewesen, den Frieden zu suchen. (?!) Ich gehe nach Europa nach Paris, wo ich solange bleiben werde, bis mein Land mich ruft.

Der neue Präsident.

In Mexiko ist Präsident Carbajal vom diplo­matischen Korps begrüßt worden. Der spanische Ver­treter hat die Hoffnung ausgesprochen, daß Mexiko jetzt einer besseren Zeit entgegengehe und daß der Friede geschlossen werde. Der neue Präsident hat in seiner Antwort die Diplomaten seiner friedlichen und versöhn­lichen Absichten versichert und hinzugefügt, daß er es sich zur Pflicht machen werde, zur Versöhnung der bei­den mexikanischen Parteien beizutragen.

Ein neuer Gegner der Regierung.

General Pascal Orozco hat nördlich von Aruas Calientes mit viertausend Mann eine neue Revolution gegen die Bundesregierung begonnen. Er wird von General Francisco Cardena unterstützt, der sich bereit macht, in den Staat Michoacan einzudringen.

Ein festgehaltenes Schiff.

Veracruz, 20. Juli. Der DampferCity of Tam- pico", der die norweMche Flagge führt, wurde von den Konstitutionalisten ungehalten, als er von Tampico nach Galveston abfahren wollte. Der Grund war die Weigerung des Kapitäns Odjfell, den früheren General der mexikanischen Bundestruppen Juan Vasquez und seine beiden Begleiter auszuliefern. Die Konstitutiona­listen behaupteten, daß Vasquez und seine Begleiter an einem Gelddiebstahl beteiligt gewesen seien. Vasquez wendete dagegen ein, daß die Konstitutionalisten diese Beschuldigung erfunden hätten, um ihn verhaften und erschießen zu können. Der Kapitän trat ihm hierin bei und bat bei Admiral Majv um Schutz. Majo lehnte diesen mit der Begründung ab, daß die Behörden von Tampico innerhalb ihrer Befugnisse handelten. Der Kapitän beharrte auf der Weigerung, Vasquez auszu- ltefern. Das Schiff wird deshalb noch im Hafen fest­gehalten.

Huerta's Slbfahrt.

^ Puerto (Mexiko), 20. Juli. Die Abreise des Generals Huerta ist zum mindesten um einen Tag ver­schoben, da Huerta seine Freunde, die ihn in die Ver­bannung begleiten wollen, nicht znrücklassen will, augenblicklich aber auch ein Schiff, das sie mitnehmen könnte, zur Stelle ist.

Die albanische Zrage.

Die Klage des Fürsten.

DieNeue Freie Presse" meldet derDtsch. Tages- ztg." zufolge aus Amsterdam: In einem Briefwechsel mit der Königin Wilhelmina von Holland führt der Fürst hauptsächlich Klage über die finanzielle Lage in Albanieii. Weder zur Bestreitung der Hofhaltung, noch für die Beamten sei mehr Geld vorhanden. Der Wft schreibt die Flucht einzelner Gendarmen der Tatsache zu, daß sie keinen Sold erhalten, und sagt zum Schluß: falls ihm die Mächte nicht bis zum 1. August eine aus­giebige Finanzhilfe leisten, werde er ernstlich seine Ab­dankung erwägen.

Prenk Bibdoda über die Lage des Fürsten.

Der Merditenhäuptling Prenk Bibdoda hat sich von einiaen Journalisten interviewen lassen. Er erklärte, daß die Lage des' Fürsten militärisch eine sehr schlechte sei. Europa, das Albanien theoretisch geschaffen habe, müsse auch dafür sorgen, daß seine Schöpfung prak- S Wert erhalte. Er sei der Ansicht, daß die erste Bedingung zur Lösung der Schwierigkeiten die Ver­jüng der Hauptstadt von Durazzo nach Skutari bilde, wo der Fürst inmitten einer treuen und bis zum Aeutzersten ergebenen Bevölkerung leben würde.

Essad Paschas Umtriebe.

Essad Pascha scheint von Rom aus .irgend einen Couv in Albanien zu planen. Er hat seinen Sekretar nachKorfu entsandt, wo dieser sich mit aus Valona ein­getroffenen albanischen Führern treffen soll.

Besserung der Lage in Valona.

Nach Meldnnaen, die an Wiener unterrichteter Stelle eUlgetroffen sinö, hat sich die Lage in Valona we­sentlich gebessert. Die Epiroten haben ihren Vormarsch auf Valona eingestellt und sind wieder an die Nmd- grenze des nördlichen Epirus zurückgekehrt. - Der österreichisch-ungarische KreuzerSzigetvar", der vor Smyrna lag, hat Befehl erhalten, sofort nach Valona auszulaufen.

Ein Vormarsch gegen die Rebellen.

Hauptmann Ghirardi nt mit 800 Freiwilligen und zwei Maschinengewehren von Valona aufgebrochen, um gegen die Aufständischen zu^marichreren, die jenseits der Wojutza ein Lager bez

: marschieren, die jenseits der ^öjutza ein Lager bezogen haben. Aus dem Innern des Landes treffen beständig Flüchtlinge ein. Die Stadt ist ruhig. ^ gage in Durazzo.

Aus Durazzo wird derTimes" gemeldet, zwei Abteilungen rumänischer Freiwilliger, im ganzen 6500 Mann, sind jetzt nach Durazzo unterwegs. Der Oberst Schäfer, der früher in ägyptischen Diensten gestanden hat, hat einen höheren militärischen Posten vom Für­sten erhalten. Er wird in kurzer Zeit in Durazzo ein­treffen. Die Armee des Fürsten nimmt ersichtlich an Stärke zu. Aber ebenso raich schwindet das Geld. Ob es möglich sein werde, von Durazzo aus die Offensive 58 LküLkifen, sei überdies sehr zweifelhaft.

Fürst Wilhelm besichtigte sämtliche Geschützabtei. Iititgeit, um auch gleichzeitig für die neu angekonunenen Gebirgsgeschtttze entsprechend günstige Positionen fest­zustellen. Da sich der Fürst bei dieser Gelegenheit an den bei der Besichtigung der Stellungen anwesenden Bildhauer Gurschner wandte, um dessen Meinung über die Geschützpositionen au hören, fühlte sich der anwe­sende verantwortliche Ärtilleriekommandant, der hollän­dische Hanotmantt Fabius, zurückgesetzt und überreichte feine Demission. Zwei in Valona desertierte albanische Gendarmerieoffiziere sind verhaftet worden. Die Aufständischen haben eingewilligt, anch mit den Ge­sandten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns zu ver­handeln. Sie haben ihnen Briefe gesandt, in denen sie eine Zusammenkunft für den 22. d. M. vorschlagen. Sonnabend abend um 11 Uhr begannen ein lebhaftes Gewehrfeuer und eine heftige Kanonade gegen angeb­lich vorrückende Aufständische. Das Feuer dauerte bis 12 Uhr 30 Minuten. Später stellte sich heraus, daß es sich um einen falschen Alarm handelte.

Angriff der Rebellen auf Durazzo.

Durazzo, 20. Juli. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde die Stadt durch einen Angriff der Aufständischen beunruhigt. Das Gefecht. unterstützt durch Maschinengewehr- und Schiffskanonenfeuer, dauerte mehr als eine Stunde.

Das kriegerische Montenegro.

Unione" melbet, die montenegrinische Regierung habe die Sknpschtina zur Bewilligung eines besonderen Heereskredits von 75 Millionen Kronen zum 2. August einberufen.

Pessimistische Stimmung in Bukarest.

In Hinsicht auf die Ereignisse auf beut Balkan hat bisher noch keiner der rumänischen Milcister seinen Sommerurlanb angetreten. Die Mitglieder des Kabi­netts sind der Ansicht, daß die politische Lage es erfor­dere, daß jedermann auf seinem Posten bleibt, um allen Eventualitäten gegenüber gerüstet zu sein.

Italienische Kriegsschiffe auf der Fahrt.

Rom, 20. Juli. Die erste Division des zweiten Schlachtschiffgeschwaders und sechs Tvrvedobootsjäger verließen am Sonnabend Spezta, um in Gaeta den Herzog der Abbrnzzen als Befehlshaber an Bord zu nehmen. Sie soll sich mit dem ersten Geschwader, das Admiral Amerv d'Aste befehligt, vereinigen und dann nach einem iiubelamitcn Bestimmungsort in den alba- nischen Gewässern abdampfen.

neuestes vom tage«

Das brennende Motorboot.

o-» Königswnsterhausen, 20. Juli. (B. Z.) Gestern abend geriet das MotorbootMunhüsung" auf dem Dolzensee in Brand. Die Insassen, 5 Personen, wurden durch das MotorbootMignvn^ gerettet.

Ein großer Auftrag Englands. _

Duistldorf, 20. Juli. Die rheinische Metalliva- ren- und Maschinenfabrik Gerhardt hat am Sonnabend mit der englischen Regierung einen Lieferungsvertrag über Geschützmunttion verschiedener Sorten tu Höhe von 5 Millionen Mark abgeschlossen.

Folgenschwere Schlägereien.

w? Stratzbnrg, 20. Juli. Zwischen Zivil- unb Militärpersonen kam es gestern abend in Mutzig zu einer schweren Schlägerei. Die Soldaten kamen aus Straßburg. Sie sollen in eine Wirtschaft durch Schläge an die Läden Einlaß begehrt haben. Darauf kamen 4 in der Wirtschaft befindliche Arbeiter aus der Wirtschaft heraus unb es entwickelte sich eine Schlägerei, in bereit Verlauf 2 Soldaten durch Revolverschüsse ernstlich ver­letzt wurden.

** Hamburg, 20. Juli. In der Nacht zum Sontltag kam es am Eichholz zil einem gefährlichen Zusammen­stoß zwischen Rowdies und Schutzleuten. Mehrere Schutzlente, die die Ruhestörer zur Wache bringen woll­ten, wurden plötzlich von etwa 20 Personen Überfällen, welche die Arrestanten befreien wollten. Es entspann sich ein heftiger Kampf, bet dem die Schutzleute blank ziehen mußten. Während des Kampfes, an beut sich 17 Schutz­leute und etwa 40 junge Burschen beteiligten, erhielt ein Schutzmann mehrere Messerstiche in den Rücken. Eine Anzahl Burschen wurden schwer verletzt. Ein ähnlicher Zusammenstoß spielte sich in der Nacht zum Sonntag in der großen Freiheit in Altona ab ,wo die Polizei bei der Festnahme von Rowdies angegriffen wurde und als sie mit der blanken Waffe vorging, von der Menge mit einem Steinhagel überschüttet wurde. 18 Personen wurden verletzt.

Jmrner wieder Opfer der Berge.

w Innsbruck, 20. Juli. Gestern sind von der gro­ßen Tschirspitze zwei führerlose Touristen, die Fabri­kanten Hugo Köhler und Georg Beurmann aus Chem- nitz, abgestürzt. Beide Touristen sind tot. Die Leichen sind geborgen und nach Wolkenstein gebracht worden.

Berhaftitttg eines Anarchisten.

o-* Paris, 20. Juli. Im Auftrage des Ministers des Innern wurde in Arras gestern ein gewisser Gelee verhaftet. Dieser hatte in einem anarchistischen Blatte le grand foir" einen Artikel veröffentlicht, in dem er die Ermordung des Thronfolgerpaares billigte. Auf Grund des Artikels würbe gegen ihn Anklage wegen Aufreizung zum Mord unb Vergehens gegen das Pretz- gesetz erhoben.

Eine Geldstrafe von 4 Millionen Francs.

»-^ Paris, 20. Juli. Das Bankhaus Perrier, das vor einigen Monaten eine türkische Schatzanleihe ausge- geben hatte und wegen verspäteter Anmeldung zu einer Geldstrafe von 4 Millionen Francs verurteilt worden war, hat, wie der Finanzminister Noulens auf eine An­frage eines Deputierten mitteilte, gegen das Urteil Ein­spruch erhoben.

Ein deutscher Spion?

os* Paris, 20. Juli. Wie aus Rouen gemeldet wird, ist man in Thiberville einer neuen Spionageafsäre auf die Spur gekommen. Der Abt Heurtebourt, Priester der Gemeinde Sontaine le Louvet, war vor einiger Zeit von einer Reise nach Dentschland und Oesterreich zu­rückgekehrt. Er hatte nach der Rückkehr den Bahnhofs­vorsteher von Thiberville gebeten, ihm die Mobilisa- tionsplane zu entsiegeln, die bekanntlich in verschlosse­nem Brtefumichlage auf dem Bahnhof deponiert sind und nur im Kriegsfall geöffnet werben dürfen. Für diesen Dienst versprach der Abt dem Vorsteher die Summe von 500 Francs. Der Bahnhofsvorsteher ging des Scheines halber auf diesen Vorschlag ein In dem Augenblicke, als der Priester die Moötlisativnsdoln- mente photographieren wollte, wurde er verhaftet. Er wurde auf bte Polizeiwache in Rouen gebracht und gab dort zu, Spionage zu Gunsten Deutschlands verübt zu haben.

Die kritische Ulsterfrage.

f.. ,** London, 20 Juli. DieTimes" melden: Ein Eichst bedeutsamer Schritt zur Beilegung der inneren Krise ist geschehen. Der König hat Einladung zu einer Konferenz im Buckinghampalast ergehen lassen, in der die Regierung, die Oppositionisten. die Nationalisten unb bte Ulsterleute durch je 2 Mitglieder vertreten sein sollen. Die Konferenz wird morgen stattfinden. Wie man er­fahrt, wird Premierminister Asquith heute im Unter-