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- es* Unterstaatssekretär Dr. Coutze. Der zur Unter- suckuna der Dualaenteignungsangelegenheit in Kame- mn weilende Unterstaatssekretär Dr. Contze wird, wie dieMilitärpolit. Correspondenz" von zuverlässiger Seite erfährt, bald nach seiner Rückkehr nach Deutsch­land vorläufig in den Ruhestand treten.

t-t Ein Eisenbahnunfall in Hamburg. Sonnabend früh 5 Uhr 35 Min.^fuhr ein vom Dammtor kommen­der Triebwagenzug Nr. 2107 auf den Schluß des vor dem Hauptbahnhof haltenden Dampfzuges 375 auf. Drei Reisende und der Zugführer des Zuges 375 wur­den leicht verletzt. Der Materialschaden ist gering. Um 7 Uhr 10 Min. war die Störung wieder beseitigt. Der Verkehr war durch Umleitung aufrecht erhalten worden.

w Ein Drama anf der Straße. In der Jnns- bruckerstraße in Berlin wurde Freitag abend der Schrift­steller Wundermann von seiner Geliebten erschossen, die daraM Selbstmord beging.

w> Der Tod dreier Kinder nach Pilzgenutz. Die Schlesische Zeitung" meldet aus Oppeln: Von den 4 Kindern des Schlächtermeisters Bertzik im Alter von 6 bis 13 Jahren, die bei den Eltern ihres Kinderfränleins in Carlsruhe in Oberschlesien zu Besuch weilten, sind 3 nach dem Genuß selbst gesammelter Pilze gestorben. Das vierte Kind und das Kinderfräulein liegen schwer krank darnieder.

«^ Ein bankerotter Creditverein. In der Gläubiger­versammlung des Charlottenburger Creditvereins wurde festgestellt, daß alle Bemühungen, eine Hilfsaktion herbeizuführen, gescheitert sind, sodatz d^ Genossen der Bank damit rechnen müssen, ihre Haftpflichtsummen selbst

E'^Der'italienische Massenmörder verhaftet. Der Massenmörder Pianetto ist im Pomatal, 1700 Meter über dem Meere, von Karabinieris gestellt und verhaf­tet worden. Er erklärte, nicht weiter fliehen zu können.

s-* Straßenbahner im Ausstand. Die Straßenbah­ner in Christiania sind in den Ausstand getreten. Der Verkehr ist auf allen Linien eingestellt.

e-* Eine Hitzewelle in Amerika. Im ganzen Lande herrscht große Hitze und drückende Feuchtigkeit. Von überall her werden Hitzschläge gemeldet. In Neuyork ist die Temperatur nahezu unerträglich.

Born Umfang der Spionage

Verurteilungen zu langjährigen ZuHthausstrafen aus Anlaß der Spionage sind bei uns verhaltmsmatzlg selten gewesen. In 20 Jahren sind nur acht Personen so hart bestraft worden, während im ganzen 143 Per­sonen in dieser Zeit vor den bürgerlichen und Milftar- gerichten auf Grund des Spionagegesetzes zur Verur- ^Sur^in^r seltenen Fällen wurden die Verur­teilten begnadigt. Im ganzen wurden 112 Personen (33 Ausländer) wegen Landesverrats vom Reichsge­richt verurteilt. Hiervon wurden nur sechs Personen begnadigt, und zwar waren die begnadigten Verurteft- teir ^-^j^^ die wegen Spionage gegen Personen in der Zeit von 1893 bis 191s einge­leitet wurden, hat namentlich in letzter Zeit ständig zu- aenommen Auf Grund des 8 1 des Gesetzes vom 3. ^nli 1893 eingeleitete Strafverfahren vor den bürger­lichen Gerichten wurden in dieser Zeit 181 gezahlt. Während bis zum Jahre 1906 die höchste Zahl der Falle in den einzelnen Jahren 7 betrug, steigerte sich diese °°"L"«

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dem entsprechenden Verfahren vor den Militär­gerichten wurde gegen 22 Personen Anklage erhoben, von denen 19 verurteilt wurden. Drei hiervon erhiel­ten eine Zuchthausstrafe von 10 und mehr Jahren.

Die Strafverfahren, die gemäß 8 3 des Gesetzes vorn 3. Juli 1893 eingeleitet wurden, beziffern sich .bei dem Verfahren vor den bürgerlichen Gerichten auf 76 in der Zeit von 1893 bis 1913. Hiervon wurden 23 Per- sonen außer Verfolgung gesetzt. 23 wurden zu. Zucht­haus bis unter 5 Jahren verurteilt, 4 zu Zuchthaus von 5 bis 10 Jahren und 1 zu Zuchthaus von 10 Jahren und mehr. In dem entsprechenden Verfahren vor den Militärgerichten wurden nur sechs Strafverfahren geleitet. Bei fünf Personen erfolgte die Verurteilung.

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WHiensdiatf, Kunst und Literatur.

Tre«««»« JtaWfM« Sptttiyoe. 2? d">s wurde wieder ein siamesisches Zwlllingspuar durch chirurgi­schen Eingriff getrennt. Professor Mtgnot nahm i^ ner Klinik die Trennung emes Sauglingspaares Ma- rie-Anni und Anni-Marie vor, die am unteren Ende der Wirbelsäule zusammengewachsen waren. Die Ktnoer wurden chloroformiert und die Operation nahm genau 14 Minuten in Anspruch-jetztschlummert jede derklei- nen Schwestern in einer besonderen Mege. Es war die schwierigste Operation, die Professor Mignot nach seiner Angabe in dieser Art je ausgeführt hat.

Eine nette Rockesellersche Millionenstiftung. Die reichstdotierte Anstalt der Welt ist nunmehr das Rocke- feller Institute of Medical Research, das John D. Rocke- feller zum Studium menschlicher Krankheiten ins Leben rief und dem er von Zeit zu Zeit größere Schenkungen zur Erweiterung seines Forschungskrecses überrvies. Zum Ankauf neuen Geländes und zur Errichtung neuer Laboratorien usw. hat Rockefeller jetzt dem Aastitut wei­tere 2 550 000 Doll. überwiesen. Die Anstalt verfügt nunmehr über ein Vermögen von 12 500 000 Doll.

Gericht und Recht«

Pohl legt Berufung ein. Der Feldwebel Pohl, der wegen des Verrats militärischer Geheimnisse vom Kriegsgericht zu 15 Jabren Zuchthaus verurteilt worden ist, hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Der zu spät geweckte Gast. Ein eigenartiger Fall von Schadenersatzanspruch hat jüngst den Berliner Hotel­besitzerverein beschäftigt. Infolge eines dem Portier zur Last fallenden Verschuldens wurde ein Gast zu spät ge­weckt: er verlangte von dem Hotelbesitzer Ersatz der ihm durch den verlängerten Aufenthalt entstandenen Kosten. Der Stuttgarter Deutsche Versicherungsverein, bei dem der betreffende Hotelbesitzer versichert war, lehnte es je­doch ab, für den entstandenen Schaden zu haften, weil es sich nach seiner Auffassung weder um einen Sach- oder Personenschaden, sondern um einenVermögens­schaden" handele. Der Hotelbesitzer brächte diesen Fall im Hotelvesitzerverein zur Sprache, und auf dessen Er­suchen teilte der Stuttgarter Versicherungsverein mit, daß er sich eifrig damit beschäftige, drese Lücke in seiner Haftpflichtversicherung zu beseitigen. Auch der Hotel­besitzerverein will zur Beseitigung dieser Lücke wertere Vorschläge machen. Aus der Bewertung über die Lücke in der Haftpflichtversicherung scheint hervorzugehen, daß die Forderung des Gastes auf Schadenersatz als berech- ttgt anerkannt worden ist.

Bernrteilnng eines russischen Spions in Schweden. I Der wegen Spionage verhaftete russische Untertan Jo- Hannewitsch Anderson wurde in Malmö wegen Landes­verrats zu fünf Jahren Strafarbeit und drei Jahren Ehrverlust verurteilt.

Aus dem Reiche der Technik«

Einführung einer neuen fahrbare» Brücke in der französischen Armee. Der Kriegsminister sowie der Gouverneur von Paris wohnten in Versailles inter­essanten Pionierübungen bei. Die Pioniere errichteten eine eiserne fahrbare Brücke neuesten Modells, die in der Lage ist, anch schwere Lokomotiven zu tragen. Die allgemeine Einführung der Brücke in der französischen Armee dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Vermischtes.

LnftkreuzerZ. 4" in russischem Gewehrfeuer. Aus Neidenburg im Kreise Allenstein wird gemeldet: Am Dienstag traf der LuftkreuzerZ. 4" auf seinen Uebungsfahrten im Kreise Neidenburg ein. Er hielt seinen Kurs neben der russischen Grenze, und muß dann in der Richtung auf Piotrowitz über die russische Grenze geraten sein. Die russischen Grenzsoldaten be­schossen den Zeppelinkreuzer, trafen ihn aber nicht. Der Z. 4" änderte daraufhin feinen Kurs und flog über Neidenburg nach Allenstein zurück.Z. 4", der sich seit etwa Jahresfrist im Besitz der preußische» Militär­behörde befindet, ist dasselbe Luftschiff, das am 3. April vorigen Jahres in Luneville jenseits der französischen

Grenze landen mußte.

Ein fünfter Spießgeselle Sternickels? Mit den

Verbrechen des Raubmörders Sternickel wird ein unter dem Verdacht des Mordes verhafteter Schlosser Sprem- berg aus Wriezen in Verbindung gebracht. Spremberg ist kürzlich unter dem dringenden Verdacht, den Mord in der Oderbruch an dem Lehrling Jagdmann verübt zu haben, verhaftet worden. Lange Zeit war es nicht möglich, den Urheber zu ermitteln, bis jetzt plötzlich die Kunde von der Festnahme des Täters kommt. Die Be­lastungsmomente gegen Sp. sind sehr schwer. Sp. war in derselben Fabrik, in der der Lehrling Jagdmann be­schäftigt war, tätig gewesen. Es wird vermutet, daß er eine Beraubung der Portokasse im Auge gehabt und aus diesem Grunde den Mord begangen hat. Man glaubt ferner, daß der Verhaftete ein fünftes Mitglied der Sternickelschen Mörderbande ist. Es wurde nämlich im Besitz des Sp. Geld vorgefunden, das von dem Ehe­paar Kalies, das bekanntlich von Sternickel ermordet wurde, stammen soll. Ferner fand man bei einer Durch­suchung der Wohnung des Verhafteten ein goldenes Armband, das der Frau Kalies gehört hat.

Vom elektrischen Strom getötet. Beim Legen einer Telephonleitung Lenzing-Schörfling kamen der 26jäh- rige verheiratete Arbeiter Franz Sperr und der 24jäh- rige ledige Franz Müller der Starkstromleitung, die nicht ausgeschaltet war, zu nahe. Sperr war sofort tot, Müller erlitt lebensgefährliche Brandwunden. In Neu- dorf bei Eger war der Anstreicher Zink mit dem An­streichen mehrerer Fenster beschäftigt. Er verlor dabei das Gleichgewicht und kam im Sturze mit der am Hause vorbeiführenden Starkstromleitung in Berührung. Zink war sofort tot.

Furchtbare Rache. Die 23 Jahre alte Wirtschafterin Josepha Scherzer in Lilienfeld (Niederösterreich) zündete nachts das Hans ihres Schwagers, des Gutsbesitzers Leopold Zuser, an. Zuser wurde als verkohlte Leiche aufgefunden. Das ganze Gut wurde ein Raub der Flammen. Die Scherzer gebärdete sich nach der Tat wie wahnsinnig und wollte Selbstmord begehen, woran sie verhindert wurde. Man verbrachte sie in das Häft­lingsspital nach St. Pölten. Sie hat die Tat aus Rache begangen.

Schreckenstat einer verzweifelten Mutter. Eine ya- lizische Bauernfamilie, die vor Jahren nach Amerika ausgewandert war und deren Familienoberhaupt all­mählich 10 000 Kronen an feine Angehörigen in die Heimat geschickt hatte, kehrte dieser Tage in die Heimat nach Lemberg zurück. Hier erfuhr der Mann, daß die betrügerischen Verwandten das ganze Geld für sich ver­tan hätten. Aus Verzweifluug hierüber schnitt die Bäuerin in Abwesenheit ihres Mannes dreien ihrer Kinder die Kehle durch, legte die Leichen nebeneinan­der und entleibte sich darauf auf dieselbe Weise. Das vierte Kind, das den Vorgang beobachtet hatte, entriß sich den Händen der Mutter und floh. Als man den Bauer an die Leichen seiner Angehörigen führte, wurde er wahnsinnig.

Eine romantische Trauung wurde in der Kirche von St. Charles in London vollzogen. Der Bräutigam war Prinz Louis von Bourbon, ein Vetter des Königs Al- fons von Spanien, die Braut ein junges 23jähriges Mädchen aus London, Beatrice Harrington. Prinz Louis hatte das Mädchen, das einer einfachen bürger­lichen Familie entstammt, in einem Seebade im vorigen Jahre kennen und lieben gelernt Nach der Trauung begab sich das junge Paar in die spanische Botschaft, um eine amtliche Bestätigung der Eheschließung zu er­halten, die jedoch verweigert wurde.

Frauenmangel in Kanada Sir Arthur Conan Doyle, der weltberühmte Verfasser der Detektwgeschtch- ten ist eben aus Kanada in Liverpool angekommen, wo er sich fünf Wochen aufhalten will. Wie der Gaulois erzählt hat er einen sensationellen Aufruf an die eng- lM Bevölkerung erlassen:Kanada braucht 100 000 Frauen," sagt Conan Doyle. Ein Mangel an Frauen herrscht in Kanada. Die Farmer leben in Einsamkeit, ohne Frau und Kind. Kein Mensch, der für sie sorgt, ihnen schöne Gerichte zurechtkocht, sie tröstet, wenn sie traurig sind. Es ist ein jammervolles Dasein! Diesem Mitzstand will der Staat abhelfen, indem er 100 000 Frauen einlädt, in die Wildnis zu kommen und ihnen die Reise bezahlt.Ueberall habe ich klagen hören und dabei haben die Farmer dort glänzende Gelegenheit, reich zu werden." - Sicherlich wird Conan Doyle mit seinem Aufruf Erfolg haben: dieseEheagentur" ist jedoch nicht neu. Kürzlich haben sich in London 1000 Frauen nach Australien emgeschlfft, wo Ehefrauen, Köchinnen, Dienstmädchen u. dergl. gebraucht werden.

Huerias Glück und Ende.

Fast 12 Jahre hat die Gewaltregierung Huertas, freilich nicht zum Glück des Landes, das durch die Wirren an den Rand des Abgrundes, gebracht worden ist, gedauert: gewiß hat dieser eigenartige Charakter mit eiserner Faust die Zügel der Herrschaft geführt, gleich­wohl aber ist es ihm nicht gelungen, der Rebellen Herr zu werden, die unter ihren verschiedenen Führern heute das Haupt höher tragen, als re zuvor. Huerta Hatte gründlich abgewirtschaftet, die Zwangskontributionen und die gewaltsamen Entstellungen der jüngsten und ältesten Jahrgänge der Bevölkerung in die Regierunas­truppen, mußte auf die Dauer Erbitterung hervorrufen und den Anhang des Präsidenten schwachem Gleich­

wohl hatte er deren noch immer genug, sodass er ei ruhig wagen konnte, das Parlament aufzulösen uni Neuwahlen auszuschreiben, weil er gestützt auf seine Macht es verstand, in der Mehrzahl gefügige Kandida­ten durchdrücken zu lassen. Wenn gleichwohl Huerta sich jetzt entschlossen hat, abzudanken, so geschah das, weil er keinen anderen Ausweg aus den Wirren mehr sah, und wohl selbst fühlte daß seine Stunde geschlagen habe. Sein Nachfolger Carbajal ist einer seiner treuc- sten Anhänger und wird sicherlich die ihm gegebenen Ratschläge für die Richtlinien seiner Reg erung Folge leisten. Von Bedeutung bei der jetzigen Situation muß die Aufnahme sein, welche der Regierungswechsel bei den Amerikanern hervorgerufen hat. Mau verhehlt in den Kreisen der Washingtoner Regierung ferne Be­friedigung über den Sturz Huertas nid)L andererseits aber befürchtet man, daß kein Systemwechsel etntrcfcii und somit alles beim alten bleiben wird. Von der Erfüllung des Traumes einer Annektion oder Auf­teilung Mexikos ist man heute weiter entfernt, denn je zuvor. Die Rebellen mögen sich wohl der amerikani­schen Unterstützung gefreut und sie auch gerne benutzt haben, in Wahrheit sind sie aber, genau wie die An­hänger der Regierung, entschiedene Gegner und Hasser Nordamerikas, wie das bei der amerikanischen Invasion deutlich genug in die Erscheinung trat. Auch jetzt wer­den die Rebellen sich in ihrer Haltung Nicht beeinflus­sen lassen, sie erkennen ebensowenig, wie das Herr Wilson tun wird, die neue Regierung an, sondern rüsten sich zum Marsch aus Mexiko. Aus alledem er­hellt, daß der Rücktritt Huertas wohl eine Wendung, aber keineswegs eine definitive Entscheidung in den mexikanischen Wirren bringt, und daß man mit ihrer Fortdauer noch auf längere Zeit hinaus rechnen muß.

Expräsideut Huerta.

Puerto Mexiko, 18. Juli. Huerta uuö Blanguez sind gestern abend hier etnaetroffen.

Mexiko.

Das neue Regime.

Aus Mexiko meldet dasReuterbureau": Carbajal hat die sofortige Freilassung aller politischeu Gefauge- nen angeordnet. Alles hängt jetzt davon ab, ob Car- ranza und Carbajal zu einer Einigung gelangen. Wenn Carranza darauf besteht, gewaltsam in die Stadt Mexiko einzuziehen, wird mit der Anerkennung Amerikas zurückgehalten werden, bis eine Wahl stattgeftlnden hat. Die amerikanischen Truppen werde,t nicht aus Vera­cruz zurückgezogen werde», bevor nicht jede Schwierig­keit beigelegt sei.

Die ungeklärte Lage.

Die politische Situation bleibt nach wie vor unklar, da es mit den Nordrebellen bisher zu keiuer Einigung gekommen ist. Carranza verlangt die unbedingte Un­terwerfung der Hauptstadt und der dortigen provisori­schen Regierung, da nur dann die von den Konstitu- tionalisten beabsichtigten Reformen verwirklicht werden können. Er will keine Amnestie versprechen. Einer De­pesche derKöln. Ztg." aus Washington zufolge geht dort das Hauptstreben vorerst dahin, eine Plünderung der Hauptstadt Mexiko durch die Rebellen zu verhüten. Man hat Carranza sehr ernste Vorstellungen gemacht und hofft, daß die europäischen Regierungen dem Bei­spiele Amerikas folgen werden.

Las albanische Trauerspiel.

Die Aktion der Großmächte.

Die WienerZeit" bringt erneut die Meldung von gegenwärtig zwischen den Großmächten schwebenden Verhandlungen, die militärische und finanzielle Hilfe für den Fürsten Wilhelm von Albanien zum Ziele ha­ben sollen. Da die Meinungen der Mächte über einen Semeinsamen Schritt noch auseinandergehen, werde eine Einigung in den nächsten Tagen zu erwarten sein. Es wird versichert, daß Fürst Wilhelm persönlich nach wie vor fest entschlossen ist, auf seinem Posten auszuharren bis zum Aeußersten. In Berliner unterrichteten Krei­sen bringt man die Meldung, daß der Schwager des Fürsten, Prinz Gtinther von Schönburg-Waldenburg, Wien und Sinaja besucht, mit erneuten Versuchen des neuen Herrschers in Verbindung, Hilfe für seinen ge­fährdeten Thron zu suchen. Wenn einige der Mächte ein gemeinsames Einschreiten zur Sicherung der Lon­doner Beschlüsse für nötig halten, so wird die deutsche Regierung sich zweifelsohne einem solchen Schritt an- schließen, aber nur, wenn alle Großmächte sich daran beteiligen.

Valona vor dent Falle.

Die Epiroten umzingeln die Stadt Valona von Sü­den her und die Aufständischen von Norden. Die Flücht­linge aus Epirus lagern in der Umgegend der Stadt. Der italienische Admiral Trifari gab Weisung, daß bei Rionera ein neutrales Lager angelegt wird, das durch vier weiße Fahnen geschützt werden soll.

Die albanischen Aufständischen gegen die Epiroten?

DerPopulo Romano" will aus sicherer Quelle er­fahren haben, daß die Epiroten fünf Stunden von Va­lona bei Dakoti und die mohammedanischen Aufständi­schen in Fieri stehen. Das genannte Blatt knüpft daran die Vermutung, daß diese zwei feindlichen Heere auf­einander losgehen werden.

Greueltaten bei der Einnahme Koritzas.

Der Präfekt von Koritza erklärt, daß bei Einnahme der Stadt die Griechen das albanische Viertel plünderten und alles, was nicht geflohen war, niedermetzelten.

Italiens Vorbereitungen zum Eingreifen in Albanien.

Ein unter dem Kommando des Herzogs der Abruz- zen stehendes Geschwader bestehend aus den Panzer- schlfsenRoma",Napoli",Regina Elena" undVit- torio Emmanuele" wird am Montag in Spezia erwar­tet, um dort kriegsmätzige Ausrüstung aufzunehmen und sofort nach den albanischen Gewässern, angeblich mit dem Ziel Durazzo, abzudampfen. Das in Genua lie-

00- Infanterieregiment hat gleichzeitig mit dem Befehl, sich für den Ausmarsch bereit zu halten, bereits dce vollständige feldmarschmäßige Ausrüstung erhalten. Es wird allgemein angenommen, daß dieser Befehl sich auf eine bevorstehende Einschiffung naeö Albanien be­ziehe.

Griechenland und die epirotische Anfstandsbemegung.

beauftragte ihre diplomatischen Ver- reterim Auslande, die Gerüchte, wonach die griechische Armee an dem eptrotiscben Fel^zug und insbesondere Angriff auf Koritza teilgenonlmen habe, katego­risch zu dementieren.

Beabsichtigte Flottenknndgebnng der Mächte vor Valona.

"b^eue Freie Presse" in Wien erhält von ihrem rbmiI»en Korrewondenten folgende Information: * A "fahre, hat sich Italien an die Mächte mit dem Vorschlag gewandt, den Epiroten, falls sie Valona besetzen, durch das Erscheinen europäischer Kriegsschiff' vor der Stadt zu zeigen, daß sie den Willen der Grost mächse M respektiexen haben.

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