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Gericht und Recht.

SH Jahre in Untersuchungshaft. Der Bankdirektor Willkomm, der frühere Leiter 5er Vereinsbank in Dip- poldiswalde bet Dresden, deren Konkurs seinerzeit all­gemeines Aufsehen erregte, ist jetzt nach 2^jähriger Untersuchungshaft gegen eine Kaution von 15 000 Mark aus dem Untersuchungsgefängnis in Freiberg in Sach­sen entlassen worden. Die Hauptverhandlung gegen Willkomm wird mehrere Tage dauern.

Vermischtes

er

Landung eines französischen Flugzeuges auf deut­schem Boden. Am Donnerstag ging bei Hirzfeloen im Oberelsaß, Kreis Gebweiler, ein französischer Bleriot- Militär-Zweidecker nieder. Die Insassen, zwei fran- Sc Offiziere, erklärten, sie hätten die Orientierung :en und wären so versehentlich über die Grenze geflogen. Das Flugzeug wurde abmontiert. Die In­sassen des Militär-Bleriot-Doppeldeckers sind Leutnant Tretara und Hauptmann Moquet vom Infanterie-Re­giment Nr. 184 in Belfort. Sie haben einen Auf­klärungsflug von Belfort aus unternommen und sind infolge des nebligen Wetters ohne daß sie es merkten, über die Grenze gekommen. Die französischen Flieger sind, begleitet von einem deutschen Offizier, wied " über die Grenze zurückgegangen.

Ein Massenmörder? Im Moselgebiet wurden in den letzten Tagen verschiedentlich Leichen gefunden, die auf Verbrechen schließen ließen, so bei Enkirch die um- schnürte Leiche eines jungen Mannes und bei Coblenz in der Mosel ein Mann, der, wie die Untersuchung er­gab, wahrscheinlich auf ein Schiff gelockt, seines Wochen- lohnes beraubt, erwürgt und dann in die Mosel ge­worfen wurde. Am Mittwoch wurde die allein auf einem Kanalschiff bei Nancy anwesende Schifferfrau Kiefer von einem Unbekannten überfallen, erschlagen und 8000 Mark bar geraubt. Man vermutet, daß alle Verbrechen ein und demselben Täter zur Last fallen.

Zwei Kinder beim Baden ertrunken. Die beiden einzigen Kinder während des Ferienaufenthalts ver­loren hat die Näherin Marie Diller aus der Memeler- straße in Berlin. Die unglückliche Mutter erhielt in später Nachtstunde das inhaltsschwere Telegramm: „Erna und Erich ertrunken. Sofort kommen." Sofort reiste die Frau ab, und es bestätigte sich, daß ihre 14- jährige Tochter Erna und ihr elfjähriger Sohn Erich in Nandel, Kreis Meseritz, wo sie seit zehn Tagen bei ihren Großeltern auf Ferienbesuch weilten, beim Baden den Tod gefunden haben. Das Mädchen sollte im Sep­tember eingesegnet werden. , t ~ ~

Aus Liebe zum Pflegekinde in den Tod. Die Frau des Chauffeurs G. in Berlin, deren Ehe kinderlos ge­blieben war, hatte vor 13 Jahren das Töchterchen einer früheren Nachbarin gleich nach der Geburt in Pflege genommen und jetzt bis zu feinem 14. Lebensjahr wie eine Mutter gehegt und gepflegt. Die wirkliche Mutter des Kindes, die sich inzwischen nach Liegmtz verheiratet hat, bat jetzt, daß sie die Tochter während der großen Ferien zu ihr kommen lassen möchte. Die Pflegemutter erklärte sich hiermit auch schließlich einverstanden. Vor acht Tagen erhielt sie nun von der Mutter den Bescheid, daß sie das Kind für immer behalten werde. Bor Schmerz hierüber trank Frau G. Salzsäure und starb bald darauf im Augusta-Hospital.

Zur Abdankung huertas.

Das mexikanische Problem.

Der pfiffige Indianer Huerta hat seine Millionen zusammengerafft und seinen Diktatorposten in Mexiko aufgegeben. Ob nur vorläufig — oder ob für immer, das laßt sich angesichts des Phyrrussieges des Präsiden­ten Wilson heute noch nicht ermessen. Für einen geeig­neten Platzhalter hat Huerta gesorgt. Man nennt den neuen Mann, der die Würde eines Präsidenten von Mexiko auf sich genommen hat, spöttisch den „Huertista". Carbajal, der bisherige Minister des Auswärtigen in Huertas Kabinett, wird den Herren Wilson und Bryan aller Voraussicht nach den gleichen Widerstand entgegen­setzen wie Huerta, dessen Rücktritt für die Gestaltung des mexikanischen Problems nur eine ganz unerhebliche Bedeutung haben wird. Schon jetzt heißt es aus Washington, daß die Vereinigten Staaten von Nord­amerika auch den neuen Präsidenten Carbajal nicht an­erkennen werden, obwohl er auf gesetzlichem Wege Prä­sident geworden ist, und obwohl an seinen Händen kein Blut klebt. Die Leiter der Politik der Union haben sich ganz unbedenklich auf die Seite der Rebellen geschla­gen und würden am liebsten sehen, wenn Carranza oder Villa die Präsidentschaft Mexikos gewännen. Erst vor wenigen Tagen ließ sich Huerta von neuem zum Präsidenten wählen, denn er wollte sich durch diese Ko­mödie einen guten Abgang von der Operettenbuhne ver­schaffen. Der Krieg zwischen der Regierung und den Re­bellen wird auch nach dem Ausscheiden Huertas aus seiner Stellung munter weiter geführt werden, und mit dem mexikanischen Frieden hat es noch lange Weite. Der Vormarsch auf die mexikanische Hauptstadt wird von den aufrührerischen Generalen fortgefetzt, und so­wohl Carranza als auch Villa verfügen über erhebliche Streitkräfte. Wenn einer dieser wilden Gesellen in den Besitz der Hauptstadt kommt, so wird der Bürgerkrieg erst recht entbrennen, und die Vereinigten Staaten ste­hen immer wieder vor der Notwendigkeit, in die mexika­nischen Verhältnisse eingreifen zu müssen, wenn sie die Petroleumquellen für ihre Unternehmer retten wollen. So gerne auch Wilson und Bryan sich jetzt aus der Sache ziehen möchten, — es geht nicht an. Es ist nicht nur in Europa, sondern auch in Südamerika offen und verblümt der Verdacht ausgesprochen worden, daß das Einschreiten der Vereinigten Staaten in Mexiko früher oder später zu einem Eroberungskrieg führen werde, als dessen letztes Ziel dem amerikanischen Imperialis­mus die Erweiterung der Südgrenze der Union bis zum Panamakanal vorschwebe. Präsident Wilson wehrt sich aber gegen diese Auslegung seiner Schritte, sondern er will nach seinen eigenen Worten nur im Sinne der wahren verfassungsmäßigen Freiheit in Mexiko wirken. Doch die Absicht Wilsons gewährt noch bet weitem keine Sicherheit für die Zukunft Mexikos, so lange in den Vereinigten Staaten geheime Kräfte am Werke sind, die auf die politische und wirtschaftliche Eroberung des Mittelamerikanischen Staates hinwirken.

Im Weißen Hause wird man immer mit der Not­wendigkeit rechnen müssen, daß die Besetzung der mexi­kanischen Hauptstadt in dem Augenblick erfolgen muß, in dem einer der Rebellenführer vor Mexiko City ein- trifft. Die amerikanische Okkupationsarmee wird die Stadt so lange besetzt zu halten haben, bis ein Ausgleich Mischen den kriegführenden Parteien im Lande selbst stattgefunden hat und die Ordnung wieder Hergestellt ist. Auch dann erst kann die nordamerikanische Besatzung zurückgezogen werden, wenn die Wahl des neuen mexi­kanischen Präsidenten ordnungsgemäß im Sinne der Union vollzogen ist. Der mexikanische Totentanz ist mit Huextas AböanMng noch nicht zu Ende!

Die Unruhen gehe« wett«.

Juarez, 17. Juli. In Guadalajaro soll, wie ver­lautet, ein amerikanischer Bankdirektor namens Bar- tings erschossen worden sein. — Die kleine Besatzung der Grenzstadt Palomas, 110 Kilometer von Juarez ent­fernt, die aus 50 Mann Truppen des Generals Villa be­stand, ist durch eine Bande regierungstreuer Mexikaner niedergemacht worden.

Der Marsch der Rebellen gegen die Hauptstadt.

Nach einer Meldung aus El Paso ist General Villa in Juarez angekommen, um dort Munition zu kaufen. Er hofft, seine ganze Armee binnen acht Tagen auf dem Marsche gegen die Hauptstadt zu sehen.

Der abgedankte Hnerta.

Die Familie Huertas ist in Puerto Mexiko einge­troffen. Huerta selbst wurde am Abend erwartet.

Das neue Regiment.

»s* Mexiko, 17. Juli. Die neue Regierung übt über alle Depeschen strenge Zensur. General Vulosa ist zum Kriegsminister ernannt worden.

Französische Schritte in Mexiko.

Paris, 17. Juli. Auf Grund der Nachricht, wo­nach zwei französische Priester in Zacatecas auf Ver­anlassung des General Villa ermordet und mehrere an­dere Priester in Saltillo gefangen genommen und miß­handelt worden sind, hat die französische Regierung die Vereinigten Staaten gebeten, das Interesse ihrer Lands­leute wahrzunehmen. Der französische Vertreter in Mexiko hat von seiner Regierung Auftrag erhalten, sofort eine UnteJuchung einzuleiten und im Namen Frankreichs alle Vorbehalte wegen etwa zu verlangen­der Genugtuung zu machen.

Die albanische Krisis.

Das bedrohliche Fortschreiten des epirotischen

Aufstandes.

Kein Tag vergeht, ohne daß die Blätter nicht die beunruhigendsten Meldungen von den Fortschritten der epirotischen Aufstandsbewegung zu verzeichnen haben. Die „Heiligen Bataillone" haben bereits ganz Süd- albanien in ihrer Hand, Koritza und Berat sind gefallen und in ihren Händen, nur wenige Stunden trennen sie noch von Valona. Es wird immer klarer, daß die Epi- roten ihre unleugbaren Erfolge der bewundernswerten Energie und der musterhaften Organisation ihrer Streit­kräfte verdanken, die ein Verdienst ihrer leitenden Männer darstellt. Der Mann, in dessen Hand sich alle Fäden der epirotischen Bewegung vereinen, der Kopf und Herz zugleich der provisorischen Regierung bildet, ist Georg Zagraphos.

Verteidigung Balonas.

Ismail Kemal Bei hat gestern die Bevölkerung von Valona zusammenberufen und sie aufgefordert, sich des Namens der Skipetaren würdig zu erweisen, zu den Waffen zu eilen und die Stadt gegen die vorrückenden Feinde zu verteidigen. Die Bevölkerung rief begeistert: „Es lebe der Krieg, es lebe Albanien, es lebe unser König Wilhelm I.!" Es wurde eine Kommission gebil­det, deren Aufgabe es sein soll, Mittel zusammenzu- bringen, um den Flüchtlingen aus den von den Rebellen besetzten Gebieten zu helfen und für die Familien der Verteidiger der Stadt zu sorgen. Von Koritza, Tepeleni, Berat und Firi sind große Scharen von Flüchtlingen eingetroffen, die von entsetzlichen Greueltaten, Bräno: und Metzeleien berichten, die in ihren Gebieten began­gen wurden. Auch die albanischen Truppen, die in die­sen Ortschaften in Garnison lagen, trafen aufgelöst und in entkräftetem Zustande ein.

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Das bedrohte Durazzo.

Man befürchtet ernstlich einen neuen Angriff auf Durazzo. Neuer Eisendraht und Flechtwerk zur Ver­vollständigung der Verteidigungsstellungen wurden ge­landet. Da wichtige Ereignisse erwartet werden, wurde ein Parlamentär zu den Rebellen gesandt.

Rumänische Freiwillige.

Die Anwerbung von Freiwilligen für Albanien nimmt einen überraschend günstigen Verlauf. Die Zahl der sich Meldenden hat bereits die Höhe von 6000 Mann erreicht.

Rüstet Serbien?

»-$■ Budapest, 17. Juli. (W. T.) Der Pester Lloyd meldet aus Serajewo, daß die serbische Regierung meh­rere Reservistenjahrgänge in einer Gesamtstärke von 70 000 Mann einberufen hat. Die serbische Armee be­finde sich somit schon heute auf halber Kriegsstärke. Auch Truppenverschiebungen aus Neuserbien sind im Gange.

o-* Wien, 17. Juli. Meldungen zufolge, die hier an militärischen Stellen einlaufen, hat die serbische Re­gierung mehrere Reservejahresklassen, zusammen 70 000 Mann, einberufen. Dadurch wird der normale Frie­densstand des serbischen Heeres auf 110 000 Mann

erhöht.

Schlimme Zeit in Durazzo.

w Durazzo, 17. Juli. Am Hofe des Fürsten herrscht Entmutigung. Der Bruder der Fürstin Fürst Günther zu Schönburg-Waldenburg, ist nach Sinaiaja abgereist, um Rettungsversuche zu unternehmen und Hilfe durch Vermittlung des rumänischen Königs zu er­wirken. Man scheint nur noch das Ergebnis der Reise Turkhan Paschas an die europäischen Höfe und den Er­folg des Appells abzuwarten, den Fürst Wilhelm an die Gesandten der Mächte in Durazzo gerichtet hat, um so­dann die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Die Nervosität in der Stadt steigt täglich. Dazu kommen neue Konflikte mit den holländischen Offizieren. Von Koritza, Kepeleni, Berat und Fieri sind große Scharen von Flüchtlingen nach der Küste unterwegs.

Die Lage in Valona verzweifelt.

Rom, 17. Juli. Die,, aus Valona hier eintref- fenden Nachrichten lauten äußerst besorgniserregend. Die Aufständischen und Epiroten stehen nur noch vier Stunden von der Stadt entfernt. In Valona selbst hat sich ein Komitee zur Verteidigung der Stadt gebildet. Doch glaubt man, daß diese von Jsmael Kemal Bey ge­führte Schar den Aufständischen kaum wirksam wird entgegentreten können. Sollte es den Rebellen gelin­gen, in die Stadt einzudringen, so werden Masiakres befürchtet. Im Hafen liegen drei fremde Kriegsschiffe, von denen Truppen bisher noch nicht gelandet sind. Au­ßerdem befinden sich noch ein österreichischer und ein italienischer Handelsdampfer im Hafen, um Flüchtlinge im Falle eines Angriffs amzunehmen. Der Fall der Stadt wird stündlich erwartet.

Italienische Schiffe auf der Fahrt.

^ Rom, 17. Juli. Der Kreuzer „San Arco" wird morgen in den albanischen Gewässern sein. Der Ge­schwader-Admiral Amerc, drei Dreadnorghts mit der entsprechenden Anzahl Kreuzern und Torpedobooten sind zu taktischen Uebungen nach dem tonischen Meere ausgelaufen.

w neuestes vorn Tage.

Großfeuer in einer württemvergischen Ortschaft.

w Stuttgart, 17. Juli. (W. T.) In Sulz braun- len in vergangener Nacht 11 Häuser und Ställe mit sämtlichen Getreidevorräten nieder.

Bayerns Erbschaftssteuer.

w München, 17. Juli. Wie von hier gemeldet wird, hat die Reichsratskammer dem Gesetzentwurf die Erhebung von Zuschlägen znr Reichservschaftssteuer zugestimmt.

Schreckenstat in geistiger Umnachtung.

München, 17. Juli. Die Gattin des bekannten Kunstmalers von Heydt, die in einer Villa am Staru- berger See wohnt, fuhr gestern mit 2 ihr bekannten Kin­dern auf den See hinaus, entkleidete sich und sprang, nachdem sie ein Fläschchen Lysol ausgetrunken hatte, in die Fluten. Sie kam nicht wieder zum Vorschein. Die Kinder wurden durch Fischer aus Land gebracht. Die Tat geschah offenbar in geistiger Umnachtung.

Wieder ein Opfer des Flugsports.

Schwerin, 17. Juli. Heute früh ist auch Leut­nant von der Lithe, der vorgestern auf dem Flugplatz Gorries mit dem Flieger Gatgaud zusammenstieß, den erlittenen schweren inneren Verletzungen erlegen.

Ankunft zweier vermißter Hochtouristen.

e-t Innsbruck, 17. Juli. (W. T.) Die im Zug- spitzengelnet als vermißt gemeldeten Touristen Hog aus Kitzing und Hüll aus Renegersburg i. Schlesien sind wohlbehalten wieder in Innsbruck angekommen.

Oesterreichs Thronfolger bei Kaiser Franz Josef.

w Bad Jschl, 17. Juli. Der Thronfolger traf heute früh, von dem Publikum mit lebhafter Begeiste­rung begrüßt, hier ein und wurde vom Kaiser in Au­dienz empfangen.

Tschechische Ausschreitungen.

Wien, 17. Juli. Nach einer tschechischen Ver­sammlung, in der mehrere Redner in der brutalsten Weise gegen die Deutschen hetzten, zogen die Teilnehmer, tschechische Hetzlieder absingend, durch die Straßen von Ärünn. Sie zertrümmerten viele Fensterscheiben und demolierten das Lokal des deutsch-akademischen Gesang­vereins. Die Polizei nahm etwa 30 Verhaftungen vor.

Cholera- und Pestfälle in Rußland.

^ Petersburg, 17. Juli. In 3 Kreisen des Gou­vernements Pvtol sind 19 Cholerafälle vorgekommen. In Astrachan wurden 46 Pestfülle festgestellt, von denen 43 tödlich verliefen.

Schweres Säbelduell.

o-* Madrid, 17. Juli. Zwischen den Direktoren der Zeitungen „El Parlamentarier und „Tribuna" fand gestern ein Duell mit schweren Säbeln statt. Der Di­rektor des ersten Blattes wurde von seinem Gegner durch einen Hieb über den Kopf schwer verletzt.

Ein Dorf durch Waldbrand vernichtet.

»-^ Torondo, 17. Juli. Das Dorf Hears in Nord- Ottawa wurde durch einen Waldbrand fast vollständig vernichtet. Nur drei Häuser blieben stehen, 800 Ein­wohner wurden obdachlos.

Die Lage auf San Domingo.

** Washington, 17. Juli. Auf San Domingo wird eine Verschlimmerung der Lage der fremden Kolonisten befürchtet, die vielfach zur Abreise rüsten.

Ein Automobil in Flammen geraten.

Tunis, 17. Juli. Ein Automobil, das den Post- dienst zwischen den Stationen Cairuan und Dichon ver­sieht, war aus noch unbekannt gebliebenen Umständen in Brand geraten. Es explodierten zwei Benzinbehäl- ter und das brennende Benzin ergoß sich über die Klei­der mehrerer Reisender, von denen zwei bei lebendigem Leibe verbrannten, während mehrere andere schwer ver­letzt wurden. Auch der Chauffeur des Autos erlitt ernste Brandwunden. Er Hat das Augenlicht verloren und man zweifelt, daß er mit dem Leben davonkommen wird.

Berliner Getreide- und Viehmarkt.

Fortgesetzt lebhafte Verkaufslust Nordamerikas für Weizen und günstiges Erntewetter in Deutschland wa­ren in der bis zum 14. Juli reichenden Berichtswoche die bestimmenden Faktoren für die Preisbewegung am Berliner Getreidemarkt. Naturgemäß stellte sich sümt- liches heimisches Getreide billiger. Was Weizen an- geht, so berechnet man, daß die Vereinigten Staaten bet ihrer glänzenden Ernte etwa sechs Millionen Tonnen an das Ausland würden abgeben können, da aber dann immer noch etwa zehn Millionen Tonnen von anderen Exportländern würden geliefert werden müssen, um den gewaltigen Bedarf Europas zu decken, so glaubt man trotz des augenblicklichen starken Verkaufsandranges Nordamerikas angesichts der hinsichtlich der Ernte nicht besonders günstig lautenden Berichte aus Rußland und Rumänien sowie anderen Exportgebieten an ein be­trächtliches weiteres Heruntergehen der Notierungen des Weizens nicht, und diese Erwägungen bilden eine gewisse Stütze. Gleichwohl beträgt der Preisrückgang 2 bis 2N ./z Bei Roggen gab besonders die Notierung für Lieferung im Juli nach, nämlich um 3ü X weil man bei dem vv st glichen Erntewetter auf das baldige Erscheinen guter neuer Ware am Markte mit Bestimmt­heit rechnen kann. Spätere Termine verloren nur 2 bis 114 X weil die entschiedene Verschlechterung der russi­schen Ernteaussichten einen Rückhalt gewährt. Hafer war in naher Lieferung um mehr als 4 ,/Z niedriger zu kau­fen, zeigte sich aber für spätere Termine widerstands­fähiger, da man fürchtet, daß die bisher gehegten Ernte- hoffnungen wegen der andauernden Hitze sich möglicher- weise nicht in vollem Umfange erfüllen werden. Mais stellte sich im Einklang mit dem Ausland teurer. Am letzten Tage der Berichtswoche waren die Preise für Lieferung im September die folgenden: Weizen 192,75, Roggen 162, Hafer 160, Mais 140,50.

Lebendgewichtpreise des städtischen Viehmarktes. Ochsen: vollfteischige, ausgemttstete, höchsten Schlacht­wertes 48—50 X ftmgfleischige, nicht ausgemästete und altere ausgemastete 44-46 X mäßig genährte junge und enaS öV^i8 / Bückn: ausgewachsene Höchsten Schlachtwertes 46-47 X vollfleischige jüngere 44—46 X mäßig genährte jüngere und gut genährte ^J^ vollsleisLige ausgemästete Fär­

sen höchsten Schlachtwertes — vz Kühe: vollfteischige an^gemaitete höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 43—45 X ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere 39—41 X mäßig genährte Kühe und Färsen 34—36.X gering genährte Kühe und Färsen — Jungvieh: gering genährtes bis — ^ Kälber: Doppellenöer feinster Mast 90—102 X feinste Mast- kalber 60—62 X mittlere Mast- und beste Sangkälber 52—57 x geringere Mast- und gute Saugkälber 45—50 Mark, geringe Saugkälber 35—40 .ZZ Schafe: Mastläm­mer und jüngere Masthammel 44-48 X ältere Mast- Mmmel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 41—44 X mäßig genährte Hammel und Schafe 34—38 ^ Schweine: Fettschweine über 3 Zentner 45 bis 46 ^vollfteischige 240- 300 Pfund 45—46 X 200 bis 240 Pfund 44 46 X 160—200 Pfund 43—45 X unter 160 Pfund 42—43 x Sauen 40—41 'X