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teil Touristen, die vermutlich im Schneesturm umge- kommen sind. Eine Bergungsexpedition von Windisch- Matret ist abgegangen und fand weitere drei Leichen. Es handelt sich vermutlich um eine größere Gesellschaft, die in einen Schneesturm geraten und umgekommen ist.

Der Todessturz im Luftschiff. Als das LuftschiffP. 5" in Udine landete, wurde es plötzlich von einem hef­tigen Windstoß wieder fortaerissen. Von den 10 Kavalle­risten, die das Luftschiff hielten, ließen neun die Taue los, während einer in eine Höhe von 150 Metern fort­geführt wurde, aus der er abstürzte. Er war sofort tot. Das Luftschiff landete unbeschädigt.

Der weiße Tod. Auf einer Tour sind iu den All- gäuer Alpen zwei Stuttgarter Kaufleute tödlich verun­glückt. Die Leiche des einen konnte bereits geborgen werden.

Todessturz zweier Flieger. Während eines Uebungsfluges auf dem Flugplätze in Odessa sind der Stabskapitän Firssow und sein Fluggast abgestürzt. Beide wurden getötet.

Unfall beim Minenlegen. Ein schwerer Unfall er­eignete sich in Vitry-les-Reims beim Legen von Flat­terminen. Fünf Soldaten wurden in den Gängen, man vermutet infolge von Ausströmen giftiger Gase, erstickt aufgefunden. Zwei von ihnen waren bereits tot, die anderen drei befinden sich in lebensgefährlichem Zustande.

Auch eine Folge des Dramas von Seraiewo. An der Wiener Universität ist eine Bewegung im Gange, serbische Studenten zum Studium nicht mehr zuzulassen. Eine diesbezügliche von mehreren Professoren unter­zeichnete Eingabe ist dem Rektorat bereits übergeben worden.

Die Mißernte in Rußland. An der Petersburger Getreidebörse hält man nach den letzten Saatenstanos- berichten eine große Mißernte für unausbleiblich. In­nerhalb 24 Stunden hat die große Dürre Getreide und Futtermittel in großer Menge versengt. In 16 Gouver­nements wurde iiber eine Million Dejactinengetreide von Hagel vernichtet. In anderen Gouvernements wurden 360 000 Dejactinen Getreide von den Insekten aufgefressen. Im Kaukasus haben Feldmäuse einen un­geheuren Schaden angerichtet. Die Getreidefelder Ruß­lands bieten ein trostloses Bild.

Große Not in China. In der Provinz Huanghun haben Ueberschwemmungen unabsehbare Verheerungen angerichtet. 100 000 von Einwohnern entbehren der not­wendigen Lebensmittel. Das Elend wird täglich größer. Unter dem hungernden Volke machen sich Unruhen be­merkbar.

Ein deutsches Altenheim in Chicago. In Chicago ist ein deutsches Altenheim eingeweiht worden, das mit einem Kostenaufwand von 600 000 A von den Deutschen Amerikas errichtet wurde.

Gericht und Recht«

46 000 Mark amtliche Gelder unterschlagen. Nach viertägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht in Halle den Kreisausschutzsekretär Karl Friedrich aus Bitterfeld, der in den Jahren 1895 bis 1910 46 000 Mark amtliche Gelder unterschlagen hatte, zu drei Jahren Ge­fängnis und fünf Jahren Ehrverlust.

Hartes Urteil wegen verbotenen Verkaufs eines Bildes. Nach einer Meldung aus Genua erregt in dor­tigen Gesellschaftskreisen eine Gerichtsentscheidung gro­ßes Aufsehen, die in dem Prozeß gegen die durch ihre kostbare Kunstsammlung bekannte Frau Emma Gartier gefällt wurde. Das Gericht verurteilte Frau Gartier auf Grund des Gesetzes, das den Verkauf von Alter­tümern nach dem Auslande verbietet, zu einer Geldstrafe von 62 000 Lire und einer Entschädigung an den Staat in Höhe von 150 000 Lire, sowie zur Tragung der Ge­richtskosten. Frau Gartier hatte vor einiger Zeit das wertvolle Gemälde des berühmten Malers Giovanni Battista TiepoloArmidas Liebe" für 300 000 Franks nach dem Auslande verkauft und es trotz der scharfen Kontrolle an der Grenze verstanden, das kostbare Bild seinem jetzigen Besitzer zu übermitteln.

Vermischtes.

Ein Ehedrama in Leipzig. Das Schlossersehepaar Waurich die Frau war 34, der Mann 40 Jahre alt scheint nicht allzu glücklich miteinander gelebt zu aben. Irgendwelche erhebliche Zerwürfnisse sollen indessen nicht vorgekommen sein. In der Nacht zum Sonntag kam das Ehepaar gegen %2 Uhr von einem gemütlichen Zusammensein mit Familienangehörigen nach Hause. Sonntag morgen kurz nach % 8 Uhr vernahmen Haus­bewohner in der Wohnung zwei kurz aufeinander fol­gende Schüsse. Die sofort verständigte Polizei fand die Ehefrau mit Schußwunden in der linken Schläfe tot im Wohnzimmer auf. Sie hatte ihrem Leben mit eige­ner Hand ein Ziel gesetzt. Bei der weiteren Hnier- suchung der Wohnung fand man auch den Ehern n mit einem Schutz in der Schläfe tot im Bette liegend. Offen­bar hat die Frau ihren Mann im Schlafe er' ^ssen. Bevor sie jedoch Hand an sich legte, schickte sie il.en jährigen Sohn mit einem Brief zu ihrem Vater. Kau»,, hatte dieser den Brief gelesen, so eilte er in die Woh­nung zu spät: Er fand sie bereits als Leiche vor. Was die Frau zu ihrem unglückseligen Entschluß be­stimmte, ist nicht klar. Nächst dem, daß sie mit ihrem Manne nicht in dauernder Harmonie lebte, scheint ihr schlechter Gesundheitszustand sie zur Tat veranlaßt zu haben.

Für 10 000 Briefmarken unterschlagen. Von einem ungetreuen Angestellten ist ein Verlagsgeschäft in der Burgstraße zu Berlin, das sich hauptsächlich mit dem Versand beschäftigt, um etwa zehntausend Mark geschä­digt worden. Seit Wochen liefen bei der Firma fort­während Beschwerden von Kunden ein, die behaupteten, brieflich Bücher bestellt und den Betrag in Briefmarken beigefügt zu haben. Die Geschäftsinhaber ließen nun ihr Personal, soweit es in Frage kam, beobachten, ohne daß es zunächst gelingen wollte, die Täter zu ermitteln. Der seit längerer Zeit bet der Firma angestellte Pack­meister Max B. aus der Siegfriedstraße in Schöneberg und ein zweiter Angestellter B. wurden dabei über­rascht, als sie von einigen Postnachnahmepaketen die Briefmarken entfernten. Zur Rede gestellt, gestanden die beiden ein, seit geraumer Zeit eine große Zahl der täglich zu Hunderten und Tausenden bei der Firma einlaufenden Briefe geöffnet und die beigefügten Brief­marken entwendet zu haben. Die Verlagsfirma schätzt den ihr zugefügten Schaden auf mindestens 10 000 Mark.

Der Frauenmord in Wien. Der bereits gemeldete Mord einer ärmlichen alten Frauensperson gestaltet sich durch die Verhaftung und das Geständnis des Mörders, sowie durch die Persönlichkeit des Opfers zu einem in­teressanten Krimmalfall. Es wurde nur der notdürftig bekleidete Rumpf einer alten Frau in einem Sack aus der Donau in der Nähe des Praters gefischt. Bei der Untersuchung fand man in der Tasche des Opfers auf einem zerknüllten Zettel eine Adresse ohne Namen. Es war dies die Adresse des Mörders mit seiner eigenen Handschrift. Er hatte die alte Frau in seine Wohnung gelockt, sie dort mit einer Hacke erschlagen, ausgeraubt und zerstückelt. Kopf, Beine und Arme verbrannte er

im Ofen; den Rumpf warf er unbemerkt in die bei sei­ner Wohnung vorbeifließende Donau. Bei seiner Ver­haftung leugnete er und benahm sich sehr kaltblütig. Als jedoch das Verhör viele Stunden gedauert hatte, gestand der Mann seine Tat ein. Er ist Nachtwächter und tech­nischer Sanitätsdiener gewesen, heißt Dasching, ist 62 Jahre alt und war in letzter Zeit arbeitslos. Die er­mordete Frau ist die 73jährige Pfründnerin Schmerz. Sie lebte nicht nur von ihrer kleinen Armenunter­stützung, sondern auch vom Betteln, das ihr viel ein- trug. In ihrer Wohnung fang man in verschiedenen Verstecken 500 Kronen bares Geld, Kästen mit guten Kleidern, Wäsche, Vorräte von Tee, Kaffee, Zucker, Seife, auch Getränke, die auf Jahre hinaus gereicht hät­ten. Als Daschings verstorbene Frau noch lebte, wohnte er im selben Hause mit der Bettlerin, und diese pflegte seine krebskranke Frau aufopfernd. Seither kamen sie nicht mehr zusammen, bis vor wenigen Tagen der Mör- 6er die Bettlerin zu sich bestellte. Bet ihm fand man 140 Kronen, obwohl er alle seine Wertgegenstände ver­setzt hatte. Er würbe jedenfalls, falls der Mord nicht entdeckt worden wäre, unter einem Vorwand in die Wohnung der Ermordeten gekommen sein und hätte sich dort alles Wertvolle nach und nach angeeignet.

Ein 50jähriger Massenmörder. Ein 50jähriger Mann namens Simone Pranetta hat aus unbekannte« Gründen in Camerata Cornello bei Bergamo einen Arzt, einen Gemeindesekretär und dessen Tochter so­wie vier andere Personen getötet. Der Mörder streift noch in der Umgebung von Camerata umher. Eine weitere Meldung besagt: Ein Einwohner von Bergamo, namens Simone Pianetta, befand sich in dem Nachbar­dorfe San Giovanni Bianso am Krankenbette seiner Mutter. Plötzlich ergriff er ein Gewehr und tötete den die Mutter behandelnden Arzt Dr. Morali, sowie den gleichfalls anwesenden Priester Paleni. Er entfloh so­dann aus der Wohnung und eilte zum Bürgermeister­amt. Dann tötete er den Sekretär des Bürgermeisters Tindici und dessen Tochter Valeria. Auf der Flucht ius Gebirge traf er noch einen anderen Magistratsange­stellten, sowie den Bruder des getöteten Sekretärs. Auch sie wurden erschossen. Augenblicklich wird er im Gebirge von zahlreichen Carabinieri gesucht. Die Be­völkerung erklärt, daß es sich um einen Akt furchtbarer Blutrache handele. Die Aufregung in allen Orten ist sehr groß. Die Mutter Pianettas liegt infolge der Auf­regung, hervorgerufen durch die tragischen Szenen, im Sterben.

Mutter und Kind in den Tod. Einen tragischen Ab­schluß hat eine Ehe gefunden. In Pankow vergiftete sich die Frau des Töpfers R. aus der Maximilianstraße mit ihrem acht Monate alten Kinde durch Gas. Wäh­rend der Mann und die beiden älteren Kinder im Vor- öerzimmer nichtsahnend schliefen, ging sie mit dem jüng­sten in die Küche, drehte den Gashahn auf und erwar­tete, mit dem Kleinen im Arm, den Tod. Frau R. war seit längerer Zeit kränklich,- da sie nun ihren Angehö­rigen nicht mehr zur Last fallen wollte, schied sie frei­willig aus dem Leben und nahm das Kleinste mit sich in den Tod, da sie sich von ihrem Liebling nicht trennen wollte.

Die albanische Krisis.

Turkhan Pascha in Berlin.

In einem Ultimatum wird Fürst Wilhelm nach italienischen Meldungen von den Vertretern der Groß­mächte Geldmittel und Hülfstruppen verlangen, um den Aufstand bezwingen zu können, und im Falle der Ab­lehnung gedenkt der Herrscher aus dem Hause Wied seine Dornenkrone niederzulegen. Es ist schwerlich zu leugnen, daß sich Albanien im gegenwärtigen Augen­blicke in einer der gefährlichsten Krisen befindet, die dies unglückliche Land jemals durchzumachen hatte, doch Fürst Wilhelm hat bisher eine so starke Beharrlich­keit auf seinem Posten bewiesen, daß er die Flinte schwerlich ohne weiteres ins Korn werfen wird. Es würde eine verhängnisvolle Lage entstehen, wenn der Fürst den Thron verloren geben würde, denn das ein­zige Mittel, dem Lande Ruhe, Fortschritt und Einigkeit zu verleihen, wäre damit geschwunden. Aus Petersburg ist Turkhan Pascha, der albanische Ministerpräsident, allerdings mit leeren Händen abgereist, denn die all­gemeinen Zusagen, die ihm an der Newa gegeben wur­den, können ihm wenig nützen. Ob den Hoffnungen Turkhan Paschas in Berlin gedient werden konnte, steht sehr dahin, denn an der Wilhelmstraße hält man mit großer Entschiedenheit an dem Standpunkte fest, daß das Deutsche Reich bei der Entwicklung der Dinge im Orient nicht direkt beteiligt ist, sondern nur das Streben hat, die Londoner Beschlüsse der Mächte in Wirklichkeit umzusetzen und namentlich die Wünsche Oesterreich-Ungarns und Italiens zu erfüllen.

Die deutsche Politik hat sich nicht für den Fürsten Prinzen Wied eingesetzt, als er von Potsdam nach Durazzo;.?, und Kaiser Wilhelm hat ihm direkt ab- gerate-, sich in ö. s albanische Abenteuer zu stürzen. Wen ' Deutschland so». B keinerlei Verantwortung für die Thronbesteigung des Fürsten Wilhelm übernom­men it so ist das Bertmer Auswärtige Amt doch ge- t ms neue albanische Reich nach Möglichst zu stütz m, und deshalb fand Turkhan Pascha bei seinem dreitägigen Aufenthalte in der deutschen Reichshaupt- stadt auch eine durchaus freundliche und zuvorkom­mende Aufnahme. £ Qfr

Es ist ein nicht zu unterschatzender Vorteil für Al­banien, daß es in der Persönlichkeit des hochachtbaren und vornehmen Turkhan Pascha einen Staatsmann fand, der eine lange und vielseitige Erfahrung hinter sich hat. Obwohl er rm türkischen -Staatsdienste eine glänzende Laufbahn vor sich zu haben schien, entschloß er sich doch sofort, als ihn seine Heimat rief, die ver­antwortliche Führung des albanischen Staatsruders zu übernehmen und ohne Wanken stand^er dem jungen Fürsten zur Seite, als ihn andere Machthaber ver­rieten. Von dem Ergebnis der augenblicklichen Rund­reise Turkhan Paschas wird das Schicksal des Fürsten Wilhelm abhängen und nur wenn der Minister aus­reichende Geldmittel zugestandenerhalt, wird das Ul­timatum hinfällig, das Fürst Wilhelm den Vertretern der Großmächte unterbreitete.

Efsad Pascha gegen den Fürsten Wilhelm.

DieTribuna" in Rom veröffentlicht ein Interview mit Essa8 Pascha, der sich darin offen als Todfeind des Fürsten Wilhelm bekennt. ,^Der Fürst hat mein Haus zerstört, darum möge er nach, feinem Hause zurückkehren," sagte er. Essad Pascha erklärte ferner, so­bald ein neuer Fürst ernannt würde, werde er nach Albanien zurückkehren und die Bevölkerung beruhigen. Albanien werde unter einem neuen Regrme auch ohne die finanzielle Hilfe Europas auskommen.

Ein neuer Kronprätendent.

Budapester Blättern zufolge hat ein Familienrat der Familie Bonaparte beschlossen, im Falle der Abdankung des Fürsten von Albanien die Kandidatur des Prin­zen Roland Bonapa rt e für den albanischen Thron vorzuschlagen. Prinz Roland ist bekanntlich mit der Tochter des Svielpächters von Monte Carlo, Blanc, vermählt.

Borwürfe gegen die europäische Diplomatie.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Mailand: Der Carriere della Sera" erhebt gegen die europäische Diplomatie, namentlich gegen die Regierungen Oester- reich-Ungarns und Italiens, den Vorwurf, in der al­banischen Frage schwere Irrtümer begangen zu haben. Beide Staaten hatten die Jnternationalisierung Alba­niens als ein Spiel betrachtet, indem sie bestrebt gewe­sen seien, voreinander den Vorrang zu gewinnen. Das gegenseitige Mißtrauen zwischen den Verbündeten habe die Schwierigkeit der Lage erhöht. Dabei sei nicht daran gedacht worden, Seit neuen Staat mit Geldmitteln und Streitkrästen auszustatten. Jetzt drohe auch Valona in die Hände der Epiroten zu fallen. Die albanische Frage sei viel schlimmer geworden, als sie nach Beendtgnng der Balkankriege gewesen sei.

Die schlimme Lage in Durazzo.

o-* Durazzo, 14. Juli. Hier ist die Lage uuverätt- dert. Ein offensichtlich unter dem Einfluß der schlech­ten Nachrichten aus Süöalbauien von der Regierung an die Aufständischen entsandter Parlamentär wurde von diesen mit dem Bemerken zurückgeschickt, sie hätte nicht mehr zu verhandeln. Ein Angriff auf Durazzo scheint nicht mehr beabsichtigt. Jedoch ist Valona von den Aufständischen und den Epiroten, die mit den Auf­ständischen im besten Einvernehmen leben, bedroht. Ma­jor Melken und Wallenhofen sind aus Koritza hier ein« getroffen. Die mohammedanischen Häuser in Koritza und die Dörfer der Umgegend sind niedergebraunt.

Herr von Hartwig ermordet?

o-t Paris, 14. Juli. DerPetit Parisien" erhält folgende Depesche aus Belgrad: Hier erhält sich mit Hartnäckigkeit das Gerücht, daß der russische Gesandte Herr von Hartwig vergiftet worden fein soll. Dieses Gerücht hat große Aufregung, besonders in Seit unteren Schichten der Bevölkerung, hervorgerufen. Die serbische ZeitungLa Tribuna" beschuldigt Oesterreich-Ungarn in aller Form, Herrn von Hartwig ermordet zu haben. Eine andere Besinnst behauptet, daß sehr wichtige Do­kumente, die Hartwig bet sich geführt hätte, auf der österreichisch - ungarischen Gesandtschaft verschwunden seien (?!)

Hartwigs Begräbnis.

Zu dem Staatsbegräbnis des russischen Gesandten von Hartwig, das in Belgrad stattfindet, ist gestern die Witwe des Verstorbenen eingetroffen. Hartwig wird neben dem ehemaligen Minister Mtlanowitsch beigesetzt. Ein besonderes Zeremoniell wurde für das Leichcube- «nis ausgearbeitet. Die Kosteu werden von der ser- m Regierung bestritten. Die serbischen Minister heben den Sarg vom Wagen und tragen ihn in die Kirche hinein, die fremden Diplomaten aus der Kirche heraus.

** neuestes vom Tage.

Zum Tod des Gesandten von Haxthausen.

o-* Berlin, 14. Juli. Der deutsche Gesandte in China, von Haxthausen, litt seit Jahren an einem hart­näckigen Harnleiden, das bereits im vorigen Jahre eine Operation notwendig machte. Durch die Operation schien das Uebel gehoben und der Gesandte kehrte auf seinen Posten zurück. Anfangs Mai traten jedoch die alten Beschwerden wieder auf, denen der Gesandte jetzt erlag.

Ein Nachspiel zu einem Gerichtsurteil.

Berlin, 14. Juli. Anläßlich der Verurteilung der Charlottenburger Denkmalsschänder zu je 5% Jah­ren Gefängnis wurde zugunsten der Familienangehö­rigen eine Sammlung eingelettet. Um für die Spen­den eine einheitliche Sammetstelle zu schaffen, teilte der Vorstand des Wahlvereins Teltow-Beeskow mit, daß sein Kassierer solche Beträge entgegennehme und die Auszahlung dieser Unterstützung regeln werde. Wegen dieser Veranstaltung ist jetzt ein Strafverfahren ein­geleitet worden. Der Redakteur der Fränkische« Volks­bühne, Hakke, sowie der Sekretär Alex Grager und der Kassierer Adolf Pagel im Wahlverein Teltow-Beeskow sind wegen Aufforderung zu einer unerlaubten Hand­lung bereits unter Anklage gestellt worden.

Unter der Anklage des Landesverrats.

, ** Berlin, 14. Juli. Der Prozeß gegen den Vize­feldwebel Walter Pohl vom 1. Westfälischen Pionier­bataillon Nr. 17 wegen Verrats militärischer Geheim- nisse an fremde Mächte, insbesondere an Rußland, be- ö deute vor dem Kriegsgericht der Kommandantur Berlin. Nach 3(ufruf der Sachverständigen und Zeugen wurde auf Antrag des Anklagevertreters die Oeffent- lichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit für die Dauer der ganzen Verhandlung ausgeschlossen.

Die tropische Hitze.

^^^rr' ^ Iult. Heute vormittag 11 Uhr zeigte SchatttnENersaule bereits 30 Grad Celsius im

1 Schwere Unwetter in Hessen-Nassau.

** Neustadt (Hessen-Nassau), 14. Juli. Sehr schwere Unwetter richteten gestern abend in ganz Hes­sen-Nassau großen Schaden an. In der Nähe von Frankenberg wurden mehrere Gebäude vom Blitz ein- geaschert.

Die Unglücksfahrt des Zeitnngs-Autos.

Prenzlau, 14. Juli. Heute früh fuhr auf der Chaussee bei Dauer das schwere Zeitungsautomobil der Firma Mosse mit voller Geschlvindigkeit gegen einen Baum und überschlug sich. Das Automobil wurde völ­lig zertrümmert, der Chauffeur war sofort tot.

Ein neuer Weltrekord.

_ ** Leipzig, 14. Juli. Der Flugzeugmeister der Deutschen Flugzeugwerke, Chefpilot der Deutschen Flugzeugwerke in Leipzig-Lindenthal, Oelerich, erreichte heute früh auf einem Militärdoppeldecker eine Höhe von 7500 Wer und überbot damit den 6570 M?ter- Weltrekord Linnekogels.

Das Oberhaupt von Zabern.

^ Z°bern, 14. Juli. Der Gemeinderat schlug mit 17 von 23 Stimmen den bisherigen Büraermeister »ÄÄ^ äs äs auf die Mauern eingeäschert.

Für 200 000 Mark Diamanten gestohlen

^Au^erpen, 14 Juli. Einem Diamantenhänd- Amsterdam nach Antwer­pen für 200 000 Mark Diamanten gestohlen.

Wahnsinnstaten eines Soldaten

Lorient, 14. Juli. Ein Soldat des zweite« Ä^^?^ wurde bei einer Uebung infolge eines Kitzschlages von Wahnsinn befallen. Er zog seinen ^abel, schlug zwei Pferde nieder und griff sodann feine Kameraden an, von denen er mehrere verletzte. Es gelang nur mit Mühe, den Wahnsinnigen zu über- wattigen.

Eine Kritik des französischen Kriegsmaterials. . daris, 14. Juli. Die Enthüllungen des Sen* torg ^umdert (siehe politische Rundschau. Red.) über den Zustand des französischen Kriegsmaterials haben in Parlament und Presse großes Aufsehen bervargernf^-