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Ein letztes Wort an Serbien.
Die an Serbien gerichtete Note öerWietterRegie- rung läßt keinen Zweifel mehr übrig, daß die!Behörden der Donaumonarchie entschlossen sind, die Verschwörer, die die Ermordung des Erzherzogs Franz-Vrmnand in Seraiewo betrieben Haben, bis irr die Betgraoer SchMpfwinkel hinein zu verfolgen. Wenn auch von österreichischer Seite rein Eingriff ... .
Hoheitsrechte Serbiens beabsichtigt ist so verlangt man doch mit unerbittlicher Strenge die Bestrafung der an Ler A stiftuna des Attentats öeteiilg eu Personen. Die serbische Regierung wird ferner aufgefordert werden, Sicherheiten dafür zu bieten, daß die großserbische Pro- Mganöa auf dem Gebiete der Habsburgischen Monarchie von der serbischen Regierung nach Möglichkeit gehindert werde, denn in Wien hat man oie Ueberzeugung gewonnen, daß die serbische Hauptstadt der Ausgangspunkt für die Hetze gegen die Entwicklung des österreichischen Staatswesens in Bosnien ist. Die Stimmung in Belgrad ist keineswegs entgegenkommend gegen die berechtigten österreichischen Wünsche und Forderungen, sondern die Presse aller Parteien äußert sich in erbitterten Kundgebungen gegen die große Donaumonarchie. Das Blatt „Balkan" kommt zu der schnöden Unterstellung, Oesterreich-Ungarn sei selbst an der Ermordung des Erzherzogs schuld. Wenn man ihn hatte vor dem Unglück bewahren wollen, so hätte man ihn davon abhalten müssen, Serajewo am serbischen Nationaltage zu besuchen. Für die Meuchelmörder wird in Belgrad sogar direkt Partei genommen. Das Blatt „Starnpa" behauptet, die Serajewoer Polizei setze die verhafteten Attentäter der unmenschlichsten und schamlosesten Tortur aus, um von ihnen unwahre Geständnisse zu erpressen, auf Grund deren dann Anklagen gegen das serbische Volk erhoben werden sollen.
Obwohl für Oesterreich-Ungarn im Augenblicke noch die kriminelle Seite der ganzen Angelegenheit im Vordergründe steht, so muß die Frage doch ganz auf das politische Gebiet überspringen, wenn die Serben den angedrohten Boykott gegen österreichisch-ungarische Waren tatsächlich zur Ausführung bringen. Die Serben werden aufgefordert, den Besuch der österreichischen Lande und namentlich der Bäder zu vermeiden.
Serbien allein würde sich bald den österreichischen Vorstellungen fügen müssen, doch es liegt die Gefahr vor, daß die Serben, wie es bereits während der bosnischen und der albanischen Krisis geschah, in der politischen Frage Schutz hinter dem großen slavischen Bruder und dessen französischem Bundesgenossen suchen und finden. Leider bildet die grotzserbische Angelegenheit für Rußland und Frankreich einen wichtigen Zähler in der gesamtpolitischen Rechnung.
Internationale Konflikte können leicht heraufbeschworen werden, wenn die Petersburger und Pariser Diplomatie versuchen würde, der Gerechtigkeit in den Arm zu fallen. Man sollte erwarten, daß die Gehässigkeit, die sich nach der Ermordung der Erzherzogs Franz Ferdinand an der Newa und an der Seine kunögab, Die leitenden Kreise beider Länder gegenüber dem durchaus maßvollen Verhalten der österreichischen Regierung nicht blind mache. Die Ergreifung der russischen Vom- benträger in Frankreich hat soeben wieder gezeigt, wessen sich der Zar zu versehen hat, sobald er sich mit seiner Person frei hervorwagt. Der Versuch, die Sache so zu drehen, als ob ein Attentat gegen Poincaree geplant gewesen sei, ist bald aufgegeben worden. Man wollte den Zaren offenbar wegen seines erhofften Besuches in § rankreich beruhigen. Nur zum Gebrauch gegen den aren waren die Höllenmaschinen verfertigt. Ob sie auf russischem oder französischem Boden zur Explosion gebracht werden sollten, ist schließlich ganz nebensächlich. In Rußland aber sollte man umso mehr einsehen, daß das österreichische Herrscherhaus Ruhe und Sicherheit in seinem eigenen Lande verlangen kann, und daß die grotzserbischen Pläne deshalb nicht durch verruchte Taten betrieben werden dürfen.
Den Bewohnern serbischen Stammes in Bosnien und der Herzegowina sind die Rechte in keiner Weise geschmälert gewesen. Die Verfassung dieser neuen österreichischen Lande macht eine nationale Unterdrückung in der Weise, daß einer Nation im Lande die parlamentarische Vertretung gekürzt wird, die ihr der Kopfzahl nach gebührt, ganz unmöglich. Denn jede nationale Gruppe wählt für sich eine nach den Ergebnissen der Volkszählung berechnete Anzahl von Vertretern. Der Terrorismus der Serben war damit aber nicht zufrieden, denn sie strebten nach der Vormacht. Nachdem der serbische Staat durch den Krieg bedeutend erweitert und eine beträchtliche Heeresmacht aufgestellt ist, schwillt allen Serben innerhalb und außerholb ihres Reiches der Kamm. In Wien hat man für die vielfach gezeigte Nachgiebigkeit schlimmen Lohn geerntet. Welche Wege man jetzt am Schottenring einschlagen wird, nnt dem drohenden Gespenst eines Großferbiens rechtzeitig zu begegnen,
Sie »echte Wa^L J
Roman von HeleneMerkel.
26) (Nachdruck verboten.)
„In Kürze gesagt, Herr Leutnant," erklärte Günther: „Weil ich kein Sportsmann bin! Weil mir das Talent zu einem solchen während jahrelanger Aus- dr?ris gänzlich abhanden gekommen, vielleicht überhaupt niemals stark in mir entwickelt gewesen ist!
. Der„Afizier lächelte ein bißchen ungläubig, warf einen flüchtigen Blick auf das Bäschen, dessen Miene sich immer mehr verdüsterte, und sagte verbindlich:
. "<^"Uem, Herr Doktor, gestatte ich mir einzuwen-
^ öarinnod) keinen Grund zu erblicken brau- chen, s ch von der Korsofahrt auszuschließen!"
Luther zuckte leicht die Achseln.
er "S n^»?^r §Ers, Herr Leutnant!" versetzte ireiae?^ S^' um sportliche Veranstaltungen zu betreiben, muß man auch füglich die Neiaunnori Sportsmanns für dieselben haben Die neben rwr aber vollständig ab! Ja, ich will es offen bekennen -
pfinde sogar schon bei dem bloßen Gedankt $im T Awückten Wagen in Reih und Glied mit den vieken Sportlustigen dahinzufahren und so mitzuwirken an ser großen öffentlichen Schaustellung das höchste Unbe-
"Das war des Pudels Kern!" rief Elfe mit einem kurzen Auflachen, das Günther in die Seele schM findest wieder einmal, daß die Sache sich mit Dei^n
nicht verträgt, und ledig- lich darum eiferst Du gegen eine Beteiligung! Daß ich das sehnsüchtige Verlmtgen trage, die Korsofahrt mit- zumachen, kommt bei Dir gar nicht in Betracht."
„O doch, das kommt wohl für mich in Betracht!" suchte Günther einzulenken. „Und darum: Wir reisen
in anbetracht der nach Belgrad gerichteten Note auf die Uebereinstimmung aller staatstreuen Elemente in Oesterreich und Ungarn rechnen. Auch die deutschen Sympathien stehen hinter den Schritten des hoch verehrten Monarchen. Wie hoch die Wogen des Mitgefühls für den schwer geprüften Bundesgenossen an der Donau gehen, bewies dieser Tage in Berlin eine spontane Kundgebung. Als in einem riesigen Konzertraum von einer Militärkapelle die österreichische Nationalhymne gespielt wurde, erhoben sich die Tausende der Besucher und drückten Beifall und Begeisterung aus. Die gleiche Stimmung herrscht im ganzen Deutschen Reiche und in Wien kann man damit rechnen!
Politische Rundschau.
Die Reichstagsersatzwahl in Koburg. Bei der am Freitag stattgefundenen Reichstagsersatzwahl wurden bisher gezählt: für Amtsgerichtsrat Stoll (natt) 3255, Landtagspräsident Fabrikanten Arnold (Volksp.) 5590 und für Rechtsanwalt Hofmann (Soz.) 5390. 13 Orte stehen noch aus. Die Stichwahl zwischen Arnold und Hofmann ist gesichert. Der bisherige nationalliberale Vertreter, Dr. Quarck in Koburg, hat sein Mandat bekanntlich infolge feiner Berufung zum koburg- gothaischen Minister niedergelegt. Er erhielt bet der Hauptwahl im Jahre 1912 im ersten Wahlgang 4740, der freisinnige Kandidat 3540, der Sozialdemokrat 6199 Stimmen. In der Stichwahl siegte Dr. Quarck mit 7960 gegen 6998 sozialdemokratische Stimmen.
Reichstagsabgeordnete nach Ostafrika. In den nächsten Tagen werden vier Reichstagsabgeordnete sich nach Deutschostafrika begeben, nämlich Lizeutiat Mumm (Wirtsch. Vgg.), Jrl (Zentr,), Jckler und Kleinath (Rat.) Im Herbst beabsichtigt der Konservative v. Böhlendorff- Kölpin sich nach Afrika zu begeben. Die Abgg. Jrl und Jckler sind Mitglieder der von der Deutschen Kolonial- gesellschaft veranstalteten Gesellschaftsreise, deren Aufenthalt in Deutsch-Ostafrika auf etwa 3 Wochen berechnet ist. Die Reisegesellschaft besteht nunmehr aus 37 Personen.
Freier Sonnabendnachmittag für Arbeiter und Arbeiterinnen. Man schreibt der „Germania": Dem Reichstag ist eine Eingabe der deutschen Gewerkvereine zugegangen, in der beantragt wird, auf gesetzlicher Grundlage für alle Arbeiter und Arbeiterinnen einen freien Sonnabeuö nachmittag einzuführen. Diese Frage wird auch den im September in Bern tagenden internationalen Konaretz für gesetzlichen Arbeitsschutz beschäftigen. Die Frage steht in einem gewissen Zusammenhang mit der Regelung der Sonntagsruhe im Han- öelsgewerbe,' denn falls auch die Arbeiterschaft in der Lage wäre, am Sonnabend ihre Einkäufe für den Sonntag zu machen, würde es möglich fein, eine weiter- geheuöe Einschränkung der Sonntagsruhe im Hauöels- gewerbe herbeizuführen, die gegenwärtig noch schwer durchführbar erscheint.
Bei den dänischen Landsthingswahlen wurden 20 Rechtsstehende, 5 Freikonservative, 20 Linksstehende, 5 Radikale und 4 Sozialisten gewählt. Die Rechte verliert 5 Sitze. Von den 12 vom König ernannten Mitgliedern sind 9 Anhänger der Regierungsvorlage betreffend die Verfassungsänderung, sodatz der neue Landsthing aus 38 Anhängern und 28 Gegnern der Vorlage besteht. Der aufgelöste Landsthing zählte 33 Anhänger und 33 Gegner der Vorlage.
Die englischen Armeemanöver. Auch in diesem Jahre werden in England größere Armeeübungen statt- finden, bei denen, rote im vorigen Jahre, das Königspaar anwesend sein wird. Die Leitung der Manöver liegt wiederum in den Händen des Feldmarschalls Sir John French, des früheren Chefs der Reichsgeneralstabes, während sein Nachfolger, Generalleutnant Sir Charles Douglas, das Amt des Oberschiedsrichters versehen wird. Die Manöver werden einen Zeitraum von 5 Tagen, vom 15. bis zum 19. September, einnehmen. Was dem diesjährigen englischen Manöver eine besondere Bedeutung verleiht, ist der Umstand, daß an ihnen größere Bestände des Territorialheeres in einer Stärke von etwa 9000 Mann teilnehmen werden.
Ein russisches Kanalprojekt. Das russische Verkehrsministerium stellt den Bau des 100 Werst langen, 22 bis 25 Fuß tiefen und 50 Fuß breiten Seekanals in den Donmündungen in Aussicht. Die Baukosten werden auf annähernd 60 Millionen Rubel veranschlagt. Für die Vorarbeiten dieses Kanalbaues und für Hasenarbeiten in Taganrog und Rostow wird der Verkehrsminister bei der Reichsduma die Bewilligung von 788 000 Rubel beantragen.
Neuerliche Griechenverfolgungen in Kleinasien. Die Berichte des ökumenischen Patriarchats in Konstantinopel bezeichnen die Lage der Griechen im Norden Kleinasiens als zunehmend prekär. Aus den Schwar- zenmeerhäfen Samsun, Jrapezurit und anderen Küsten- orten beginne man das griechische Element jetzt unter
an dem Tag, an welchem der Korso stattfindet, nach Dresden und sehen uns denselben von der Tribüne aus an —"
„Für das Vergnügen bedanke ich mich!" fuhr Else in höchster Erbitterung auf. „Ich könnte absolut keinen Geschmack daran finden, wie die Einfalt vom Lande öa- zusitzen und zuzusehen, wie sich die anderen amüsieren! Ich will mitfahren," rief sie, mit dem kleinen Fuß auf- stampfend, „bet dem Korso selbst will ich mitfahren!"
„Pst, nicht so stürmisch, Else!" mahnte Herr Roland und der junge Offizier räusperte sich verlegen.
Jetzt hielt Frau Roland, die sich absichtlich noch nicht wieder in die Debatte gemischt hatte, es doch für angebracht, auch ihre Meinung zu äußern, und scharfen Tones sprach sie:
„Es ist Elfe nicht zu verargen, wenn sie gereizt wird) Hermann selbst gibt ihr ja allen nur erdenkbaren Anlaß dazu! Er verlangt von ihr Verzicht auf alle und jede Lebensfreude! Dafür mag sie mit ihm aufgehen in seinem Beruf und dessen Interessen!"
„Das ist eine etwas zu starke Uebertreibung, Kle- mentine!" trachtete Herr Roland sich ins Mittel zu legen. „Ich habe noch stets gefunden, daß, wenn Hermann eine Sache so entschieden vertrat, er auch seinen Grund dazu hatte. Uebrigens wäre es am Ende ja möglich, daß er sich die Sache noch anders überlegte. Es ist ja wohl heute noch kein endgültiger Beschluß darin nötig, Artur?"
„O, nein — keineswegs!" beeilte der Gefragte sich zu erwidern. „Es hat noch volle drei Wochen Zeit! Dann allerdings," er zögerte und blickte mit einem eigentümlich fatalen Lächeln zu Günther hinüber, „wird die Liste der Teilnehmer geschlossen!"
Ehe das unerquickliche Thema noch weiter gesponnen werden konnte, erschien, gleichsam zur Rettung für alle, der Diener am Eingang des Pavillons und mel-
Mordanschläge gegen Griechen. Wie der,,Tamps" aus Athen erfährt, ist auf zwei Griechen, Sre Aivalt verlassen wollten, ein Anschlag verübt worden. Einer von ihnen wurde getötet. Auch aus Smyrna werden verschiedene Mordanschläge gemeldet. So waren vor einigen Tagen zwei Griechen spurlos verschwunden. Ihre verstümmelten Leichen wurden in der Nähe von Turbali aufgefunden.
Die Deutschenhetze in Galizien. Das „Nordbvhmrsche Tageblatt" meldet, der deutsche Botschafter in Wien, Herr v. Tschtrschky, habe den Minister des Auswärtigen Grafen Berchtold auf die polnische Hetze gegen die Deutschen in Galizien, von der auch eine ganze Reihe reichs- deutscher Staatsangehöriger betroffen wurde, aufmerksam gemacht.
Die Untersuchung über das Attentat in Serajewo. Wie in Kreisen, die der österreichischen Diplomatie nahe stehen, verlautet, wird die österreichische Regierung das Ergebnis der Untersuchung über das Attentat in Serajewo der serbischen Regierung und den serbischen Polizeibehörden zunächst vertraulich mitteilen, um diese zu einer weiteren Aufdeckung der Fäden der Verschwörung zu veranlassen. Erst wenn die serbische Regierung in dieser Hinsicht versagen sollte, würden die Tatsachen, die durch die Untersuchung der österreichischen Behörden festgestellt sind, veröffentlicht werden, um die serbische Regierung durch den Druck der öffentlicheil Meinung Europas zu nötigen, ernstere Schritte gegen die Umtriebe der Verschwörer vorzunehmen.
Die Reise des Präsidenten. Der französische Senat nahm mit Einstimmigkeit bei 288 anwesenden Mitgliedern die Gesetzesvorlage betreffend Bewilligung des Kredits für die Reise des Präsidenten Poincaree nach Rußland, Schweden, Norwegen und Dänemark an.
Die Ulsterfrage. Die Versammlung der provisorischen Regierung von Ulster hat eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß das Mißtrauen gegen die Bona fides der Regierung sie zwinge, in ihren Vorbereitungen zum Widerstände gegen die Anferlegnng eines Homerule-Parlaments auf Ulster fortzufahren.
Die mexikanischen Wirren. Guadalajara im mexi- kauischen Staat Jalisco, die zweitgrößte Stadt Mexikos, ist von dem Konstitutionalistengeneral Obregon erobert worden. Die Truppen Huertas wurden vollständig geschlagen. Fünftausend Gefangene sowie große Vorräte an Waffen und Munition fielen in die Hände der Kon- stitutionalisten. Diese leiten jetzt den Vormarsch nach der Stadt Mexiko ein. Wie aus Nogales gemeldet wird, räumen die Truppen Huertas den Hafen Guaymas int Staate Sonora.
Kleine lladirldife»
Der Berliner serbische Stttdentenverein. Die drei Vorsitzenden des serbischen Vereins, die vor einigen Tagen von der Polizei festgenommen wurden, sind wieder in Freiheit gesetzt worden, soöaß ersichtlich ist, daß es sich um keine Verhaftung, sondern um eine Sistierung handelte.
Vollendung der neuen Cölner Hängebrücke. Angesichts der rüstig fortschreitenden Arbeiten an der neuen Cölner Hängebrücke, die die alte Schiffsbrücke ersetzt, kann schon jetzt mit Bestimmtheit als Termin für dieFer- tigstellung der Anfang Mai 1915 in Aussicht genommen werden. Aus diesem Anlaß hat die Stadt Cöln größere Feierlichkeiten vorgesehen, zu denen auch der Kaiser emgeladen ist. Für den Cölner Besuch des Kaisers ist einstweilen der 16. Mai angesetzt.
Das Opfer eines Mädcheuhändlers? Eine 20jährige Ungarin in Harburg hat mit einem Nachbar ein Kino besucht und ist von diesem Ausgange nicht in die elterliche Wohnung zurückgekehrt. Auch der „Nachbar" mit seiner Frau ist merkwürdigerweise verschwunden. Er hat unangemeldet dort gewohnt und ist beschäftigungslos gewesen. Aus seinen gesprächsweise gemachten Aeußerungen zu Nachbarsleuten ist leider die Annahme gerechtfertigt, daß es sich um einen Mädchenhänoler handelt, dem die Ungarin zum Opfer gefallen ist.
Brand einer Banmwollspinnerei. In Erlangen brach in der Baumwollspinnerei ein Feuer aus und vernichtete Baumwolle im Werte von 60 000 JL
Opfer des Badesports. Im Verlauf der letzten beiden Wochen sind allein in der Nähe von Hochemmerich neun Personen beim Baden im offenen Rhein er«- trunken.
Im Weinberg ermordet. In einem Weinberg bei Türkheim wurde die 60jährige Witwe Guob ermordet aufgefunden. Von dem Täter, der die Frau durch zahlreiche Messerstiche tötete, fehlt jede Spur.
Große Weinfälschnug. Die Polizeibehörde in Hamburg beschlagnahmte bei einer dortigen Firma 1300 Liter Portwein, der mit über vierzig Prozent Wasser verfälscht war.
»»MM«»««S^^WWM>W»MW»»WllMW«WWI^«»» II ’IH I 1 i11 iSS8S3E3» dete, daß ein schwerkranker Patient Herrn Doktor Günther rufen lasse. Ohne das geringste Zögern stand der Arzt auf, bat um Verzeihung, daß er seine Gegenwart den anderen entziehen müsse, küßte Else flüchtig und schritt mit einem eiligen „Auf Wiedersehen" aus dem Pavillon.
Else war trotzig sitzen geblieben, nicht ein paar Schritte hatte sie ihm das Geleit gegeben. Verdrossen sagte sie zu der Mutter:
„Da haben wirst Wieder der Beruf, der alles störende Beruf! Nicht einmal ordentlich aussprechen kann man sich über etwas!"
Frau Roland nickte stumm, mit verächtlicher Miene. Sie war über Günthers Stellungnahme zur Korsofrage vielleicht im stillen noch aufgebrachter als die Tochter, und nur die Rücksicht auf den Besuch und die sichere Annahme, daß der Gatte in anbetracht desselben kein Kritisieren des abwesenden Schwiegersohnes dulden würde, hielt sie davon ab, ihrem erregten Herzen Luft zu machen und sich in heftigen Reden über letzteren zu ergehen.
Ein schleppendes Gespräch kam aufs neue in Gang. Wie ein drückender Alp lag es auf der kleinen Gesellschaft.
Plötzlich erhob Elfe sich.
„Es ist eine entsetzlich drückende Luft hier im Pavillon," sagte sie, „ihr entschuldigt, ich muß mich eine Weile im Garten ergehen!"
„Tu es, Kind!" stimmte Frau Roland ihr bei. „Soll Artur Dich begleiten? Er wird es mit Vergnügen tun!"
Else zögerte im Hinausschreiten.
„Wenn Artur Lust hat!" lautete die wenig liebenswürdige Antwort.
Der junge Offizier stand schon neben ihr.
„Aber selbstverständlich!" schnarrte er. „Gnädige Base brauchen nur zu befehlen!"
Gemeinsam entfernten sie sich. (Forts, fslgt.l