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Schneefall im Juli. Einer Nachricht des B. T. aus Pontresina zufolge war dort am Dienstag die Landschaft durch heftigen Schneeefall in eine winterliche verwandelt. Die Temperatur sank von 32 auf 1 Grad, stieg aber mittlerweile wieder etwas.

Große Waldbrände. Im Kreise Drwin im Gou- vernement Witensk stehen infolge Blitzschlages große Waldungen und Privatforsten in Brand. Militär und Bevölkerung bekämpfen das Feuer, das sich infolge der Trockenheit in den letzten Wochen sehr schnell ausdehnte und reichliche Nahrung fand.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein neues Krebs-Serum. Im Laboratorium des Cölner Krebsforschers Dr. Otto Schmidt ist in den letz­ten Jahren energisch an der Verbesserung des von ihm auf Grund seiner Entdeckungen über die Ursache des Krebses hergestellten Serums gearbeitet worden. Das neue Präparat vermeidet die Mängel, welche dem erst- bergestellten noch anhafteten. Es wird gut vertragen, ist gänzlich ungefährlich und unschädlich. Andererseits bringt es in bedeutend größerem Prozentsatz von Krank­heitsfällen noch Erfolge. Die besten und schnellsten Re­sultate scheinen durch eine Kombination von Röntgen- unö Radiumstrahlen erzielt zu werden.

Gericht und Recht«

Urteil im Elberfelder Bankbefraudantenprozetz. Im Elberselder Bankbefraudantenprozetz wurde der Haupt- angeklagte Wechselstubenvorsteher Heck, der 1300 000 Jl. veruntreut hatte, zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Sein Kollege, der Bankbeamte Deubel, wurde wegen Unterschlagung von 115 000 ^ zu 3 Jahren Gefängnis und Sträube zu 2^ Jahren Gefängnis, Afholderbach, der falsche Buchungen vorgenommen hatte, zu sechs Wochen verurteilt.

Vermischtes.

Der Kaiser und der sportsfrohe Düppelstürmer. Am 18. April war der Veteran Risse aus Aschaffenburg am Main zu Rad nach Sonderburg zur Feier am Düp- pelöenkmal gefahren. Als die Feier des denkwürdigen Ueberganges nach Alsen herannahte, kam Risse wieder nach Sonderburg, diesmal aber mit der Eisenbahn. Als die Veteranen dem Kaiser vorgestellt wurden, fragte der Kaiser den alten Düppelstürmer, ob er die Fahrt mit einem Motorrad oder mit einem einfachen Rad zurück­gelegt habe. Risse antwortete: „Als einfacher Radfahrer, Majestät. Exz. v. Quast hat mir die Ankunft am Düp- peldenkrnal bescheinigt? General von Quast bestätigte das. Der Kaiser fragte weiter: „Wieviel Kilometer ha­ben Sie dann zurückgelegt?" — „Es war zwar schlech­tes Wetter, aber ich habe die 900 Kilometer in 10 Tagen abgefahren. Täglich waren es also 90 Kilometer." — „Wie alt sind Sie?" fragte der Kaiser. — „Ich werde im nächsten Monat 74 Jahre, Majestät." — „In dem Alter eine solche Fahrt? Das ist aber eine Leistung. Wie alt wollen Sie denn werden?" — „Das wollen wir ab­warten, Majestät. Vielleicht noch bis zum Eisernen Ju­biläum. An die Diamanten kommen wir nicht ran,

Sie sind zu rar!" erwiderte lebenslustig Risse. — Als der Kaiser später bei der Parade Risse strammen Schrit­tes vorbeimarschieren sah, winkte er ihm lebhaft und lange zu. — Risse hat sich bei dem Sturm auf die Düp- peler Schanzen eine schwere Fußverletzung durch eine dänische Fußangel zugezogen. Er lag dann mit seiner Verletzung in einem Dorfe Angels, und mit großem Eifer gelang es ihm jetzt, da er den Namen seiner Pfle­gerin und des Dorfes vergessen hatte, seine alte Wohl­täterin wiederzufinden. Sie empfing ihn mit Freuden- tränen, die alten Zeiten stiegen wieder auf und zum Abschied erhielt der Veteran einen Kuß. Um nicht ge­rührt zu erscheinen, sagte der Schalk mit lustigem Augen-

rührt zu erscheinen, sagte der Schalk mit lustigem Ar zwickern: „Das hat vor 50 Jahren besser geschmeckt 1

Ein Hoteldrama. Dienstag morgen gegen 6 Uhr hat der Reisende L. aus Magdeburg in einem Hotel der Neustadt seine Geliebte, Frl. R., eine Magdeburger Kontoristin, erdrosselt und sich dann zu erschießen ver­sucht. Die Patrone versagte und der Mann faß nun fast sechs Stunden neben der Leiche seiner Geliebten, ohne irgend etwas zu unternehmen. Gegen %12 Uhr fragten Angehörige der beiden jungen Leute aus Magde­burg telephonisch in dem Hotel an, ob die beiden dort vielleicht abgestiegen seien, sie hätten nämlich Briefe ge­schrieben, daß sie sich das Leben nehmen wollten, und man möchte deshalb die Polizei benachrichtigen, wenn man irgend etwas Verdächtiges verspüre. Als unmit­telbar nach dem telephonischen Gespräch ein Angestellter des Hotels an die Tür des Zimmers, das das Paar bewohnte, klopfte und Einlaß verlangte, fiel drinnen ^ Schutz. Man öffnete nun das Zimmer gewaltsam W land das Mädchen tot vor, während der Mann noch lebte. Er hatte eine Schußwunde in der rechten Schläse- Wend und sich eine Jalousieschnur um den Hals ge- schlungen. Man brächte ihn schwerverletzt ins Kranken- Uus. Bei seiner Vernehmung durch einen Kriminal- gab er an, seine Geliebte auf deren ausdrück- Wen Wunsch mit einem Selbstbinder erdrosselt und W bann zu erschießen versucht zu haben. Die Tat hat Beweggrund in unglücklicher Liebe.

Luftreifen eines deutschen Fliegers. Bruno Büchner, der soeben in den Kolonien glänzende Flüge hat, gehört zur alten Fliegergarde. Die Zahl ^Äsä*«"Etreisen geht, wie der Korrespondenz „Heer und geschrieben wir5, m die ® 3000 Fahrten hat der ausgezeichnete R^^ö^eits hinter sich, eine Leistung, die den Piloten ehrtz als die deutsche Flugzeugindustrie, die ihm I^ten die Waffen geschmiedet. Wenn auf sei­nen 3000 Luftfahrten Büchner im Allgemeinen von ern- „dankt er das seiner in niemals im Stich

3000 Luftfahrten Blich l^en Unfällen verschont blieb, so ver Umsicht und eisernen Ruhe, die ihr. —......... _

gelassen hat und ihn vor allen Dingen nicht zu tollen und nutzlosen Wagehalsigkeiten verführte. Trotzdem oarf Büchner immer noch, obwohl er der ältesten einer üb als hervorragend schneidiger Flieger gelten, der allen Situationen gewachsen und kaltblütig gewappnet gegen- Ubersteht. In der deutschen Fluggeschichte hat er, der letzt den Kolonialdeutschen und den Eingeborenen zum ersten Mal den Anblick einer Flugmaschine verschaffte, immer in Ehren bestanden.

Zur Erschießung des Kriminalsergeante« Waidt in ^-reglitz, über die bereits gemeldet wurde, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Einbrecher Krohne

Heuerte fünf Schüsse ab. Der erste Schutz traf die Er- Mnungsmarke des Kriminalbeamten, die Waidt auf der "Nken Brustseite trug, von den anderen vier Schüssen N^en drei in die Herzgegend. Waidt brach zusammen: Aenstrevolver, den er inzwischen gezogen hatte, ent- ein M^ Hand. Wenige Augenblicke nach der Tat kam angefahren, der Chauffeur sah den Schwerver- dagp? Boden liegen und hielt am Der Täter stand BtpAph £r der Chauffeur wußte nicht, daß er das Ver- s^^A^sangen hatte, und beide, der Chauffeur und ver Täter, hoben den bewußtlosen Waidt in das Auto.

in das der Täter mit einstieg und sein Opfer zur Ret­tungswache brächte. Von hier aus wurde die Polizei benachrichtigt. Polizetinspektor Hoffmann, der sofort er­schien, nahm nach kurzem Verhör den Begleiter des Verwundeten als den Täter fest. Dieser versuchte gar nicht zu leugnen und gab an, der 25jährige HMs Kroyne zu sein, der bei seinen Eltern in der Hertastr. 3 in Steg- litz wohnt. Der Kriminalbeamte Waidt starb kurze Zeit nach seiner Einlieferung auf der Rettungswache.

Kameradschaftlicher Geist. Ein hübschek Zug von militärischer Kameradschaftlichkeit wird von einem jun­gen Offizier des in Saarburg garlrisonterenden Jtisan- terieregiments 97 berichtet. Der Offizier hatte bemerkt, daß ein Mann nur noch mit Mühe der Abteilung folgen konnte, und machte scherzend einen Vizefeldwebel darauf aufmerksam, daß der Soldat seinen Tornister kauur noch tragen könne. Der Unteroffizier wollte aber den Wink nicht verstehen und marschierte ruhig weiter. Darauf­hin begab sich der Offizier zu dem Mann hin, mihm ihm den Tornister ab und schnallte ihn sich selbst auf. Der Vizefeldwebel, der sich nun auch zum Tragen erbot, wurde abgewiesen. — Nach einer anderen Meldung soll es sich nicht um einen Leutnant, sondern um den Haupt- mann der Kompagnie gehandelt haben.

„Zurück zur Natur!" Unter dieser Spitzmarke bringt die „B. Z. am Mittag" folgende zeitgernähe Glosse: Jean Jacques Rousseau „Zurück zur Natur!" 1800: das kulturirbersättigte Paris. 1914: das kultur- übersättigte Berlin. Ueberall in den Berliner Blumen­läden sieht man jetzt neben den verruchten Orchideen, den blauen und grünen Rosen, den gefärbten Lilien in Schwarz und Rot, Klatschmohn, Wiesenschaumkraut, schlichte Gänseblümchen und anderes ländliches Kraut. In großen Körben wird roter Klatschmohn auf dem Potsdamer Platz verkauft. Die elegante Berlinerin trägt Klatschroseic und Kornblumen im Gürtel. — Hier und dort zeigen große Restaurants in eindrucksvollen Plakaten an „Zum echten Staturgarten durchs Lokal!" und „echt" und „Natur" sind sehr fett gedruckt, damit man weiß, daß es sich hier nicht um zwei Oleander­kübel und Efeu in Töpfen handelt, sondern um echte Bäume, in deren Gezweig sich eigens zu diesem Zweck angestellte quinkelierende Singvögel aufhalten. — Die „Pfadfinder" suchen ihre Pfade nicht in Berlin „N." und Berlin „W." oder in den Gefilden Neuköllns, son­dern fürwahr im Grunewald und an den Gestaden des Müggelsees. Die „Wandervögel" sind begeisterte Träger der Idee: „Zurück zur Natur." Rucksack, Kochtöpfe die Menge, darüber die bebänderte Laute, die zu dem Zweck da ist, den Wald zu fragen, wer ihn eigentlich so hoch da droben aufgebaut hat. — Weg mit dem Stehkragen! — Schillerkragen! Zurück zur Natur! — In einem Laden eigens errichtet, um die Bedürfnisse der Großstadt an Tirolerkostttmen und alpinen Requisiten zu decken, ist auf dem Brustlatz eines Aelpler-Wamses zu lesen: ,Jch bin a Bua." Also denn . . . man ist ein Bua, wenn man sichs auch extra auf die Männerbrust schreiben muß.

Teure Abonnenten. Man schreibt der „Frkf. Ztg.": Das belgische Landwirtschaftsministerium gibt ein Blatt „Bulletin de l'Agriculture" heraus. Auf eine in der Kammer gestellte schriftliche Anfrage antwortete der Minister, daß die französische Ausgabe dieser Zeitschrift — zwei, die flämische aber vier Abonnenten habe! Da die Herausgabe 7227 Franks kostet, entfallen Kuf jeden Abonnenten rund 1200 Franks.

edauert

Der witzige Musen msanfseher. Ein gelegentlicher Mitarbeiter des „Tägl. Korr." weiß von seiner Ferien- reise die folgende humoristische Geschichte zu berichten: Schon lauge hatte der Besuch des Museums gedauert, und der Aufseher desselben hat sich tatsächlich erschöpfend über die ansgeftellten Schatze geäußert, obwohl er nur einen Besucher zu führen hatte. Beim Ansgarrg zieht er seine Mütze und erwartet ein kleines Trinkgeld. Aber der Herr geht von Sannen, ohne sich eines Pfennigs zu entledigen. Da geht ihm der Diener nach und sagt ihm, die Mütze in der Hand, mit großer Wichtigkeit: „Wenn Sie zufälligerweise heute Ihr Portemonnaie verlieren sollten, wollen Sie sich gefälligst daran erinnern, daß Sie es auf keinen Fall hier aus Ihrer Tasche gezogen

haben."

Nach dem Drama von Serajemo.

Ministerkouferenzen in Wieu.

Der angekündigte gemeinsame Ministerrat trat Dienstag ^12 Uhr mittags zusammen, um sich über die aus dem Attentat in Serajewo als notwendig her­ausstellenden Maßnahmen schlüssig zu machen. An der Konferenz nahmen der Kriegsminister Krobatin, der gemeinsame Finanzminister Bilinski, die beiden Mi­nisterpräsidenten Graf Stllrgh und Graf Tisza, sowie der Minister des Aeußeren Graf Berchtolö teil. Die Zusammenkunft dauerte mehrere Stunden, über das Ergebnis ist noch nichts bekannt. Vor dem Ministerrat fand eine Besprechung der Minister mit dem Chef des Generalstabes von Hötzendorf und dem Marinekomman­danten Admiral Haus statt. Die Akten der abgeschlos­senen kriminellen Untersuchung in Serajewo liegen nun­mehr dem Ministerrat vor und dieser wird sich nach Durchsicht und Prüfung darüber schlüssig machen, ob es notwendig ist, außerhalb der kriminellen Untersuchung noch Maßnahmen diplomatischer oder politischer Natur zu treffen.

Antiösterreichische Boykottbewegungen in Serbien.

Die Blätter fahren fort, zum Boykott gegen Oester­reich aufzufordern. Die „Politika" erteilt dem serbi­schen Publikum den Rat, von dem Besuche österreichisch- ungarischer Kurorte Abstand zu nehmen, da es dort An­griffen ausgesetzt sein würde.

Die Apanage der Thronfolgerkinder.

Wie die Winer „Zeit" meldet, hat Kaiser Franz Josef jedem der Thronfolgerkinder eine jährliche Apa­nage von hunderttausend Kronen ausgesetzt. Ferner hat der Kaiser ermöglicht, daß die aus dem Esteschen Ver­mögen vom Thronfolger angekauften und ausgestalteten Schlösser lastenfrei den Kindern verbleiben, und zwar soll der älteste Sohn, Prinz Max, in den Besitz aller Schlösser gelangen. Auch die reichen Kunstschatze, die ebenfalls teilweise aus Esteschen Mitteln ^angeschafft wurden, sollen den Kindern verbleiben. — Die Kinder des ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand werden am nächsten Sonnabend zum Besuch ihrer Tante, der Gräfin Joachim von Schönburg-Glauchau, auf Schloß Wechselburg i. Sa. eintreffen und längere Zeit dort bleiben.

Die neuen Generalinspektoren der österreich. Wehrmacht.

Fnlt wird E^herzogs

Erzherzog Friedrich wurde am Montag vom Kaiser in einstündiger Audienz empfangen. Am ß.jYult wird die offizielle Mitteilung der Ernennung des Etzherzogs zum Generalinspektor der Armee erfolgen. Das Gene- ralinspektorat der Marine übernimmt der Märinekom- mandant Haus. Erzherzog Friedrich dürfte bereits die Oberleitung über die diesjährigen großen Manöver führen und sich vermutlich noch vorher nach Deutschland begeben, um sich Kaiser Wilhelm in seiner neuen Eigen-

schaft vorzuttellen.

Die albanische Krisis

Neue Hiobsbotschaften.

Die letzten Meldungen aus Durazzo lauten Höchst ungünstig. Die Feindseligkeiten der albanischen Na­tionalisten gegen den Fürsten Wilhelm sind im Wachsen begriffen. Zwischen den deutschen und österreichischen Freiwilligen sind Streitigkeiten ausgebrochen, die zu Tätlichkeiten und sogar zu Revolverschüssen geführt ha­ben. Achmed Bei hat Kroja aufgegeben und ist nach — - - * ' " 5er Regierung über

' . Siebenund-

Mati zurückgezogen, da er sich mit d, _ die Bezahlung nicht verständigen konnte. _ dreißig Freiwillige sind aus Skutari eingetroffen. Der Abordnung von Agyrokastro ist geantwortet worden, daß es unmöglich sei, der Stabs Jsnmel Kemal Bei hat sich mit

daß es unmöglich sei, der Stadt zu Hilfe zu kommen. Jsnmel Kemal Bei hat sich mit Mufid versöhnt. Die Unterhandlungen mit Prenk Bibdoda haben sich zer­schlagen, weil die Regierung außerstande ist, die Geld- forderungen des Mirditenchefs zu erfüllen. Bibdoda kehrt nach Alessio zurück und wird sich von da nach Skntart wenden.

Die Lage wird von allen Korrespondenten als tröst- los unheilbar geschildert. Alle warnen mit eindring­lichen Worten die Freiwilligen, nach Dnrazzo zu kom­men. Das vielleicht selbst irregeleitete Werbebureau verspreche ihnen das Blane vom Himmel. In Albanien erwarte sie indessen nur Krankheit, Hunger und zuguter- lctzt eine unrühmliche Niederlage. Unter solchen Um- ständen, schreibt „Popolo Romano", wären die Grotz- lnächte moralisch verpflichtet, entweder dem dürften kräf­tig unter die Arme zu greifen oder selbst nach dem Rech­ten zu sehen. Der jetzige Zustand sei für Europa, un­verblümt gesagt, eine Schmach und Schande.

Die Rundreise Turkhan Paschas.

Der albanische Ministerpräsident Turkhan Pascha verließ Wien und begab sich zunächst nach Petersburg. Von dort wird er and) nach Berlin, Paris und London reisen.

Rumäniens Stellungnahme.

Das Bukarester Regierungsorgan „Vitorul" hebt in einem längeren Artikel das Interesse Rumäniens an der Erhall ung Albaniens hervor und macht folgende Vorschläge: Jede der drei großen Gruppen des albani­schen Volkes soll je einen aus den Reihen der Nationen entnommenen Gouverneur erhalten. Fürst Wilhelm soll Fürst von Albanien bleiben, da die Ernennung eines mohammedanischen Prinzen zum Fürsten von Al­banien ein gefährliches und gewagtes Experiment sei, das die bestehenden Schwierigkeiten in der Erhaltung Albaniens nicht nur nicht beseitigen, sondern neue Reibungsflächen schaffen würde.

Turkhan Pascha aus Reisen.

ob* Wien, 8. Juli. Der albanesische Ministerpräsi­dent Turkhan Pascha ist gestern abend nach Petersburg abgereist.

Abreise der Fürstin von Albanien.

Aus Durazzo wird gemeldet: Die Gemahlin des Fürsten Wilhelm von Albanien, die Fürstin Sophie, ist mit ihren beiden Kindern an Bord eines Dampfers des österreichischen Lloyd aus Durazzo abgereist. Es wird behauptet, sie wolle sich nach Rumänien begeben und würde nicht wieder nach Albanien zurückkehren.

Auch der Miriditensührer Marke hat Durazzo ver­lassen. Er will in seinen heimatlichen Bergen eine neue Freischar anwerben. Doch glaubt man, daß er nid)t wie­der zurückkehren wird. Dagegen haben die Unterhand­lungen des englischen Admirals mit den Aufständischen insofern einen kleinen Erfolg gehabt, als diese nunmehr in die Verlängerung des Waffenstillstandes von 10 Ta­gen eingewilligt haben.

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** neuestes vom Cage.

Folgenschwerer Favrikeiusturz.

o-j> Berlin-Lichtenberg, 8. Juli. Heute vormittag stürzte in einer Fabrik für Knorrbremsen die Decke des 4. Stockwerkes ein, wahrscheinlich infolge Ueberlastung. Dabei schlugen Maschinenteile bis ins Kellergeschoß durch. Bisher wurden ein Toter und fünf Verletzte ge­borgen. Unter dem Schutt werden noch weitere Verletzte verlautet, Rettungsarbeiten sind im Gange.

Furchtbare Explosion in einer Dynamitfabrik.

ob* Hagen i. Wests., 8. Juli. Um %10 Uhr vormit­tags erfolgte im Menghause der Dynamitsabrik der Westdeutschen Sprengstoffwerke Aktiengesellschaft Ru- niinos eine Explosion. Drei Arbeiter sind getötet und drei verletzt. Der Betrieb der Fabrik ist nicht gestört.

Oesterreichs Haltztirg gegen Serbien.

o«*> Wien, 8. Juli. Die Blätter erfahren über die gestrige Ministerkonferenz, daß gegen Serbien eine im technischen Sinne als diplomatische Aktion zu bezeich­nende Schrift nicht in Aussicht genommen ist, ebenso soll nicht die Verfassung sistiert und die 1910 an Bosnien und die Herzegowina verliehene verfassungsmäßige In­stitution eingeschränkt werden. Man will die großser­bische Agitation strengstens überwachen mit allen mög­lichen Maßregeln und auch die Donauflotille vermehren.

Das Unglück in der französischen Marine.

oe* Toulon, 8. Juli. Das gesmtkeue Unterseeboot „Calypso" liegt 820 Meter tief unter Wasser. Eine He­bung ist urkmöglich.

Die vierzigmal überzeichnete Millionenanleihe.

ob* Paris, 8. Juli. Nach einer Bekanntmachung des Finanzministers ist die Anleihe von 805 Millionen Fr. etwa 40mal überzeichnet worden.

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Ein schweres Straßenbahnunglück.

** Florenz, 8. Juli. (B. Z.) Ein elektrischer Stra­ßenbahnwagen fuhr infolge Bersagens der Bremse ei­nen Abbang hinab und wurde zertrümmert. Zwanzig Personen wurden erheblich verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich.

Beendeter Streik in England.

London, 8. Juli. Der Streikausschuß der Arse- nalarbeiter in Woolwich hat gestern abend offiziell be- kannt gegeben, daß das Angebot der Regierung ange­nommen worden ist. Die Arbeit wurde heute früh wt der ausgenommen.

Ein strategischer Bahnbau Rumäniens.

^«karest, 8. Juli. Von zuverlässiger Seite wird daß die rumänische Regierung eine direkte bis 1917 herzustellende Bahnverbindung zwischen Prahovo und Bukarest plane. Ferner soll eine Bahn von Buka­rest nach einem Orte an der russischen Grenze gebaut werden. Dieser Plan soll auf Betreiben Rußlands zur Ausführung gelangen. Für den Bau der ganzen Linie von Prahovo bis zur russischen Grenze sollen strate­gische Gesichtspunkte maßgebend sein.

Meuterei in Mexiko.

»* Nenyork, 8. Juli. General Funston meldet in einer Depesche an das Kriegsdepartement in Washing­ton die Nachricht, daß eine Meuteret unter den mexi­kanischen Regierungstruppen vor Veracruz ausgebro­chen sei. Die mexikanischen Kommandoführer benach­richtigten Funston von dem Aufruhr. Funston läßt dür Wüchen verdoppeln.