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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

für den Kreis Hersfeld

ß , i( .. Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im

MKlSUiail Etlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-slnschlutz Nr. 8

Nr. 157

Mittwoch, den 8. Juli

1914

Bus der Heimat.

* Die Entlassung der Reservisten soll in diesem Jahre im Bereich des 11. Armeekorps in allen Garnisonorten am 22. September stattfinden, und zwar nach Rückkehr der Truppenteile aus dem Kaiser­manöver. Das Kaisermanöver erreicht am 15. September sein Ende. Noch am selben Tage erfolgt der Abtransport der Truppen, die spätestens am 20. September in ihren Garnisonen eingetroffen sein müssen.

* Eine neue Eisenbahn-Verfügung, das Handgepäck betreffend, wendet sich gegen die Mit­nahme schwerer und zahlreicher Gepäckstücke als Hand­gepäck in die Wagenabteile und weist das Personal an, streng darüber zu wachen, daß der Ueberfüllung der Abteile durch Handgepäck mit größtem Nach­druck vorzubeugen ist. Dem Reisenden steht in der ersten bis dritten Wagenklasse nur der Raum über und unter seinem Sitzplatz für das Handgepäck zur Verfügung, und Sitzplätze selbst dürfen nicht mit Handgepäck belegt werden. Die Gepäckträger sind dem­entsprechend streng anzuweisen, daß sie es ablehnen schwere und zahlreiche Gepäckstücke als Handgepäck in die Wagenabteile zu tragen,' sie haben vielmehr die Reisenden zu veranlassen, solches Gepäck abfertigen zu lasten. Auch die Bahnsteigschaffner haben darauf zu achten.

§ Hersfeld, 7. Juli. Am Mittwoch den 8. Juli 1914 findet in der hiesigen neuen Turnhalle das dritte Gastspiel des Sommertheaters Fulda unter der berühmten Leitung des Herrn Direktors Meno Mendel statt. Zur Aufführung gelangt die herrliche Operettennovität:Die Kinokönigin" mit ihren bekannten Schlagern:Ach Amalia, Liebliche kleine Dingerchen", und In der Nacht. Trotz der enormen Kosten scheute es die Direktion nicht mit dem Saison­schlager dem Hersfelder Publikum einen äußerst genuß­reichen Abend zu bereiten. In der Rolle der Kino­königin wird der Liebling des Fuldaer Publikums Fräulein LottiHäsener in ihren prachtvollen Costümen auftreten, sowie Herr Hans Herrmann in der Rolle des stotternden Kinoregisseurs Billy Helten. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen des tüchtigen Kapellmeisters Willy Bauermann. Da nur eine einmalige Aufführung möglich ist, so würde sich der Besuch dieser herrlichen Operette lohnen.

):( Hersfeld, 7. Juli. Nachstehend veröffentlichen wir die ersten zw a n z i g G e w i n n e der aus Anlaß der landwirtschaftlichen Bezirksausstellung stattgefundenen

lagerte. Nachdem das Hagelwetter vom vorigen Freitag schon viel vernichtet hat, ist der Schade durch das heutige Unwetter um so sichtbarer.

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Verlosung:

Von den 400 Gewinnen sind gefallen: 1. Gewinn auf Los No. 1173 besteh, in 1 Pferd,

* (Gute Honigaussichten.) Aus Imker- kreisen wird geschrieben: In der letzten Zeit haben sich die Aussichten des Honigertrages wesentlich ge­bessert, wenngleich die Blüten auf den Wiesen und " " schwunden sind. Die reiche t an den Rainen und in W

bessert, wenngleich die Blüten auf den Wiesen und Feldern verschwunden sind. Die reichen Blüten der Brombeeren an den Rainen und in Wäldern werden von den Bienen stark beflogen, und die Lindenblüten, die in diesem Jahre stark honigen, liefern so viel Honig, daß sich die Vorräte in den Bienenwohnungen jeden Tag sichtlich vermehren. Die Honigschleuder wird wöchentlich bereits mehrmals in Bewegung ge­setzt. Trotzdem bleibt noch so viel übrig, daß die Völker winterständig werden.

§ Hersfeld, 7. Juli. (Zirkus Bar um kommt nach Hersfeld.) Auf seiner diesjährigen Tournee nach Holland wird dieses gutrenommierte Zirkus­unternehmen, welches durch die unfreiwillige Löwen- jagd in Leipzig das Tagesgespräch fast der ganzen Welt wurde, auch zu ganz kurzem Gastspiel nach hier kommen. Noch nie war eine Fülle derartiger exotischer Tiere vereint gewesen, als wie in Barums Riesen­schau. Nicht durch nach außen hin prangende Karussel- vorbauten und marktschreierische Reklame will Barums Zirkus glänzen, sondern durch grandiose Zusammen­fassung alles dessen, was die fünf Erdteile bieten, will er uns zeigen, daß es noch Neues, nie Gezeigtes auf dem Gebiete der Tierdressur gibt. Zu allen Zeiten haben die zirzensischen Künste ihre Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlt. Zirkus Barum ist kein sogenantes Zirkus- oder Vergnügungs-Etablrsfe- ment mit althergebrachten abgedroschenen Vor­führungen, welches ausbeutend auf das Publikum wirken soll, sondern in neuem modernen Gewände bietet er uns ein dreiteiliges Programm: eine Völker­schau, einen wandernden Zoologischen Tierpark und einen equestrisch-hippologischen Teil. Ein ganzes Heer von Künstlern ist für diese Weltschau verpflichtet, ganze Truppen Araber, Chinesen, Japaner, Afrikaner, mdische Fakire und Derwische, unverwundbare Feuer- fresser und Fackeltänzer, wilde Asiaten und Tscher- kessenreiter, buntbemalte und geschmückte Original- Indianer begleiten dieses Riesenunternehmen und werden auch hier ihre heimatlichen Sitten und Ge­bräuche vorführen. In den vielen ausgedehnten Zeltanlagen befindet sich eine regelrechte Menagerie mit Tieren aus allen Erdteilen. Da sind die brüllenden Löwen, die schneeweißen Polar-Eisbären, der 75 Zentner schwere Riesen-Elefant, die braunen Grisly­bären, Lamas, Zebras, die schnatternden Gänse, Schimpansen und Affen, die bildschönen herrlichen Rassepferde vom Vollblüter herab bis zu den kleinen niedlichen Jrländer- und Shetlandponys. Zirkus Barum liebt eben die Kontraste und darum haben auch seine Darbietungen einen wissenschaftlich bildenden Wert. Zurzeit aastiert das Unternehmen in Gotha

und dür

erfolgen.

ne Darbietungen einen wlyenicyafrcrcy oicoenoen Zurzeit gastiert das Unternehmen in Gotha rfte sein Eintreffen in Hersfeld am 21. Juli

.. 8 Hersfeld, 7. Juli. (Keine Kirsch kerne auf ®trabe werfen!) Jetzt kann man wieder die M so oft gerügte Unsitte beobachten, daß Kinder, Erwachsene beim Verzehren von Kirschen >.'^ine achtlos auf die Straße und den Bürgersteig ^'e leicht kann, was die Erfahrung gelehrt auf einen Kirschkern tritt, zu Fall Ur$ Schaden nehmen. Deshalb sollte die sl^flfl^^9, Kirschkerne nicht auf die Straße zu werfen, weitgehendste Beachtung finden.

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Kuh, Rind

Alsfeld (Oberhessen), 5. Juli. Die Vergebung der Arbeiten für die Kanalisation hier hat ein bemerkens- wertes Ergebnis gehabt. Die höchste Forderung hat eine Darmstädter Firma mit 343 057 Mk. gestellt, während eine Gießener Firma mit 169 920 Mk. Mtndestfvrdernde war.

Fulda, 6. Juli. Das hiesigeFeldartillerie-Regiment wird vom 31. Juli bis einschließlich den 29. September aus der Garnison abwesend sein. Bis zum 8. September bezieht es Quartier auf dem Schießplatz Senne und nimmt dann vom 4.20. September an dem Kaisermanöver teil.

Hof Urlettig, 6. Juli. Einen schweren Unfall er­litt am Sonnabend hier ein junger Arbeiter. Derselbe war am 1. d. M. hier in Arbeit getreten. Am Sonn­abend nachmittag war er damit beschäftigt mit einem mechanischen Rechen, vor den ein Pferd gespannt war, Heu zusammen zu rechen. Der junge Mann saß aus der Maschine. Als diese mit einem Rad über einen Steinhaufen fuhr, fiel er von dem Sitz herab und kam unter die Maschine. Hierbei drang dem Bedauerns­werten ein Zinken durch ein Auge in das Gehirn. Schwer verletzt wurde der Verunglückte mittels Auto dem Hersfelder Krankenhaus zugeführt.

Fulda, 6. Juli. Auf dem vorgestrigen Schweine­markte waren 2 Läufer und 257 Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden für Läufer je nach dem Alter 30 Mk., für Ferkel 8, 12 und 16 Mk. pro Stück.

Grasmäher, Drillmaschine, Schreibtisch mit Sessel, Cambridge-

Walze, Heurechen, Egge, Pflug, Egge, Schleifstein u. Krauthobel, Lederstuhl, Nähtisch, Regulator, Decimalwage, Einradhacke,

Cassel, 7. Juli. Auf dem festlich m Bahnhof in Wilhelmshöhe traf gestern nach 5 Uhr 5 Minuten der frühmorgens von

eschmückten

mittag um Wildpark

abgegangene aus einer Maschine und sechs Salon­wagen bestehende Hofsonderzug ein, der durch Herrn Königl. Eisenbahnbaurat van Heys geführt wurde. Die Kaiserin und die Prinzessin Eitel Friedrich, beide in Trauerkleidung, entstiegen zuerst dem Zug dann folgte Prinz Eitel Friedrich.

Cassel, 6. Juli. Zum Bierboykott hat die 4. Zivil­kammer des Königl. Landgerichts zu Cassel auf An­trag der Hessischen Herknlesbrauerei, der Schöfferhof- brauerei und der Brauerei A. Kröpf eine einstweilige Verfügung erlassen, wonach es dem verantwortlichen Redakteur des hiesigen sozialdemokratischen Organs, dem Gewerkschaftskartell und dem Verband der Brauerei und Mühlenarbeiter usw. bei Meidung einer für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Geldstrafe von 1000 Mark verboten wird, das Publikum, insbesondere die Angehörigen der sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaft aufzufordern, das Bier der Antragsteller nicht mehr zu trinken.

Göttingen, 4. Juli. Der Knecht Jsermann kam gestern auf unaufgeklärte Weise zu Falle, wobei ihm die Räder des schweren Fuhrwerks den Kopf zermalmten und seinen sofortigen Tod herbeiführten.

Einbeck, 5. Juli. Die den Gebrüdern Karl und Otto Runge aus Münden gehörige Mühle ist durch ein Sonnabend nacht ausgekommenes Feuer voll­ständig abgebrannt. Der Schaden soll über 200 000 Mark betragen.

Sandersleben, 6. Juli. Als heute mittag der Personenzug von Hettstedt, der um 10 Uhr 28 Minuten hier fällig ist, die Weiche am Bahnübergang passierte, öffnete derSchrankenwärter für einenvorüberfahrenden Güterzug vorzeitig die Schranke. Dadurch kamen 2 Frauen im Alter von 17 und 28 Jahren unter den Personenzug und wurden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Personalien sind noch nicht festge­stellt. Es soll sich um die Töchter eines Nachtwächters handeln.

Rudolstadt, 6. Juli. In der vergangenen Nacht versuchte auf dem hiesigen Bahnhöfe der Holzarbeiter Albert Scheler aus Schwarza den nach KatzyUtte ab­gehenden Zug zu besteigen, als er sich schon in Be­wegung gesetzt hatte. Er verfehlte das Trittbrett und geriet unter die Räder. Dem Unglücklichen wurde der linke Arm und das linke Bein abgefahren. Er ist heute vormittag im Rudolstädter Krankenhause seinen Verletzungen erlegen.

Hanau, 6. Juli. Auf der Straße Frankfurt- Hanau überschlug sich ein den Adlerwerken in Frank­furt gehörendes Automobil, worin ein Fahrmeister und sechs Fahrdienstprüflinge saßen. Bier Insassen wurden schwer und einer leicht verletzt.

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8. d. Mts. die Auslieferung der Gewinne erfolgt von Donnerstag ab von 11 bis 1 Uhr Vormittags und 5 bis 7 Uhr Nachmittags in der früheren Buchdruckerei von Bächstädt am Hanfsack oder per Post. Lebende Gewinne werden auf vorherige Anmeldung im Büro der Königlichen Veranlagungs-Kommission sogleich

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Bild M. Rahm,

amtliche Gewinnliste erscheint am Mittwoch, den

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verabfolgt.

):( Hersfeld, 7. Juli. Wie wir hören, ist die k i n e m a t o g r a p h i s ch e A u f n a h m e d e s L a n d - wirtschaftlichen Festzuges am Sonntag recht gut gelungen, zumal auch gerade an der Aufnahme- Stelle infolge Nachlaffens des Regens dre Schirme der Festzugsteilnehmer geschlossen waren. Dre erste Vorführung des Films wird am kommenden Donnerstag im Hersfelder Lichtschauspielhause stat^ finden. Gleichzeitig mit dieser Vorführung wird»noch ein hochinteressanter Film aus dem Jahre 1813 ge­zeigt, der prächtige Szenen aus dem eisernen Jahre bringt.

-h- Niederaula, 6. Juli. Infolge des schlechten Wetters kam die Hersfelder Ausstellung nicht in der ihr gebührenden Weise zur Geltung. Trotzdem fanden die oorgeschricbencn Vorführungen statt und man konnte manches schöne Exemplar unter den Deren bewundern. Der mit dem ersten Staatspreis und einem Diplom ausgezeichnete Saanenziegenbock vom Zuchtverein in Heckershausen ging käuflich in den Be­sitz des Ziegenzuchtvereins Niederaula über. Es wäre wünschenswert, wenn von diesem PrachtUer recht viele Nachkommen abstammen wurden. - Bei der vom Zieaenzuchtverein Hersfeld angesetzten Versammlung wurde beschlossen, am 2. August d Js. nachmittags 3 Uhr bei Gastwirt Hasenpflug in Niederaula eine Ver­sammlung abzuhalten, zu der sämtliche Vereine der Ziegenzucht unseres Kreises Vertreter entsenden sollen, um einen Kreisztegenzuchtverband ms Leben zu rufen Durch den Herrn Landrat aus Marburg wurde in der Hersfelder Versammlung genügend klar gelegt, welche Vorteile in dem Zusammenschluß zu finden sind.

Niederaula, 5. Juli. Das bereits gemeldete Hochwasser dürfte das stärkste sein, das seit Jahr­zehnten hier beobachtet worden ist Infolge der Wolkenbrüche stieg die Aula schnell, so daß das ganze Aulatal einem See gleicht. Die Ernte auf den Feldern ist vernichtet und die Gärten sind verwüstet. Aula und Fulda führen viel Holz mit, das an den Ufern

Wetteraussichten für Mittwoch den 8. Juli.

Wechselnde Bewölkung, strichweise Niederschläge, wärmer, südwestliche Winde.