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Vermischtes.

, , Eine furchtbare Katastrophe an der Hochspannungs, leitung. In Spandau wurden durch das Berühren der Hochspannungsleitung beim Gute Bornim fünf Per­sonen getötet und sechs andere verletzt. Es wird hierzu noch gemeldet: Durch einen Zufall riß einer der Drähte der Ueberlandzentrale Spandau und fiel zur Erde. Durch den lauten Knall wurden einige Feldarbeiter her­beigelockt, welche in dem Glauben, sie könnten sich elek­trisieren lassen, eine Kette von elf Mann bildeten, wäh­rend der erste das herunterhängende Drahtende erfaßte. In diesem Augenblick kam der zerrissene Draht mit einem der anderen Drähte in Berührung und die elf Mann stürzten sofort besinnungslos zu Boden. Bet fünf Mann konnte nur noch der Tod festgestellt werden, indes die andern sechs nach stundenlangen Bemühungen wieder ins Leben zurückgerufen werden konnten. Zwei von ihnen haben aber so schwere Brandwunden erlitten, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Die Toten haben an den Händen und am ganzen übrigen Körper schreckliche Brandverletzungen. Von technischer Seite wird dem „L.-A." gemeldet: Der zerrissene Draht iel nicht anf den gutleitenden Erdboden, sodaß ein Kurz- chlutz verursacht wäre und die Leitung von selbst sofort tromlos werden konnte, sondern auf eine Hecke. Jn- ölgedessen konnte nur ein schwacher Stromübergang zwischen Draht und Erdboden stattfinden.

Zwei Opfer des Hochzeitsschietzens. Bei einer Hoch­zeit im Dorfe Grotz-Reichenau, Kreis Sagan, wollten die beiden Söhne des Schmiedemeisters Reinhold Tach- mann, 17 und 24 Jahre alt, Freuden- oder Ehrenschüsse abgeben und hatten zu diesem Zweck ein altes Rohr mit Pulver gefüllt. Als sie das Pulver durch einen Ham­merschlag zur Entzündung brachten, entzündete sich die Ladung mit einer furchtbaren Wirkung. Der jüngste Bruder wurde so schwer an der Brust verletzt, daß er hoffnungslos darniederliegt. Dem ältesten, der beim Eisenbahn-Regiment gedient und erst kürzlich die Huf­beschlagprüfung abgelegt hat, wurde die rechte Hand abgerissen. Auch trug er noch sonstige Verletzungen davon.

Auf wunderbare Weise wieder sehend geworden.

Nach einer Meldung aus Gastlesord hat ein junger Grubenarbeiter, der am vergangenen Mittwoch vom Blitze getroffen und geblendet worden war, plötzlich un­ter merkwürdigen Umständen das Augenlicht wieder­erlangt. Er mußte seit seinem Unfall das Bett Hüten, als ein schweres Gewitter niederging. Als plötzlich ein gewaltiger Blitz niederging rief er freudig aus: Gott sei Dank, ich kann wieder sehen. Tatsächlich verließ er sein Bett und konnte sich ohne Hilfe aus dem Hause begeben.

Juliunwetter. Ueber viele Teile Badens und des Schwarzwaldes sind antzerordentlich schwere Gewitter niedergegangen, begleitet von wolkenbruchartigen Re­gengüssen und Hagelschlägen. Am schwersten hat. das Unwetter im Amtsbezirk Meßkirch gehaust,, wo an vielen Orten die Ernte bis zu 90 Prozent vernichtet ist. Die Wassermassen haben vielfach den Boden aufgerissen und das Erdreich weggeschwemmt, Stundenlang bot die Gegend ein winterliches Bild, da die Hagelschlohen den Boden 15 Zentimeter hoch bedeckten. Der Schaden wird im Meßkircher Amtsbezirk allein anf 100 000 .//. geschätzt. Der Sturm war so heftig, daß auf den Feldern stehende beladene Heuwagen umgeworfen wurden. Bei Schönen­bach in der Baar wurde ein Bahndamm weggeschwemmt, sodaß der Verkehr auf der Bregtalbabn eingestellt, wer­den mußte. Riesige Hagelschlotzen sind auch in Trrberg, Donaueschingen und Furthwaugen niedergegangen, wo die Felder wie gewalzt daliegen und die Hoffnung auf eine gute Ernte völlig zunichte geworden ist. — Aus Graz wird berichtet: Ueber der Stadt und Umgebung ist ein schweres Unwetter niedergegangen, das von ei­nem gewaltigen Hagelschlag begleitet war. Der herr­schende Organ entwurzelte viele Bäume und deckte viele Häuser ab.' Durch das von den Bäumen herabgerrsiene Laub wurden die Kanalgitter verstopft, sodaß das Was­ser keinen Abfluß hatte und sich staute. Binnen kurzem ergossen sich die Fluten in die Straßen der Stadt, die bald in reißende Bäche verwandelt waren. In mehreren Straßen stand das Wasser über einen Meter hoch. Es ergoß sich in die Kellerwohnungen und Kaufladen und richtete hier großen Schaden an. — Ueber ganz Italien sind furchtbare Gewitterstürme niedergegangen, die zum Teil recht schweren Schaden anrichteten. In Erbo wur­den drei Personen vom Blitz getroffen und getötet, in Venedig schlug der Blitz in eine Gondel ein, die sofort sank. Mehrere Personen fanden hierbei ihren Tod.

„„„i. Am schwersten hat das Meßkirch gehaust,, wo an vielen

Bad) dem Drama von Serajewo.

Franz Ferdinand das Opfer der Verschwörung.

r Aus der Untersuchung über das schreckliche Ver­brechen von Sarajewo werden der Korrespondenz „Heer und Politik" aus Wien noch folgende, bisher, unbekannt gebliebene Einzelheiten mitgeteilt: Es wrrd immer mehr klar, daß das unglückliche österreichische Thron­folgerpaar seinem traurigen Schicksal doch nicht hatte entgehen können. Auch wenn Erzherzog Franz Fer- dmand sich hätte bestimmen lassen, die verhängnisvolle Fahrt vom Rathaus nach dem HospUal zu unterlassen, ihn hatte doch der grause Tod ereilt. Dies ist das furcht­bare, direkt lähmende Ergebnis der Untersuchung, die für die weitgehende Verzweigung der grotzserbischen Verschwörung einen unwiderleglichen Beweis beibringt. Selbst angenommen die Mörderkugel Cavrilo Prinzips Wie den Thronfolger nicht erreicht, so waren wenige Minuten später an nahegelegen« Stelle andere Bom­ben oder Revolver in Aktion.getreten, um Oe terre chs Hoffnung zu vernichten. Die Ergebnisse der Unter- suchung sind so grauenhaft, daß sie den Untersuchungs­richtern den entsetzten Ausruf entlockten: „Um Gottes- wille«, da hat ja der Thronfolger förmlich durch eine „Allee von Bombenwerfern fahren müssen! Und tat­sächlich war es auch so. Der Attentatsplan war bis ins Einzelnste vorher so genau festgestellt, datz über die ganze Fahrstraße, die der Erzherzog berühren mußte, Meuchelmörder verteilt aufgestellt waren, um be,m Miß­lingen des ersten Anschlages sofort an die Stelle des Attentäters zu treten. Es steht fest, daß, so lange eines der geplanten Attentate den gewünschten Erfolg nicht hatte, ein neues versucht worden wäre, bis Franz Fer­dinand beseitigt war. Das ist nicht etwa leeres Ge- prahle und Wichtigtun der serbischen Mordbuben, über­einstimmende Beobachtungen und Zeugenaussagen ha­ben ähnliche Bekundungen zutage treten lassen. Wie wäre es auch sonst möglich gewesen, daß Prinzip an ei­ner Stelle die tödlichen Schüsse abgeben konnte, an der, nach dem vorher festgelegten Programm, der Thronfol­ger garnicht hätte vorbeikommen sollen, wenn nicht an En Orten, die der Thronfolger menschlicher Berech- Luna nach Überhaupt hätte passieren können, die ganze gelauert d die serbischen Fanatiker auf-

Eiue Enthüllung des ganze» Komplottplanes?

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meldet und ausgesagt, daß er von dem Attentat und seinen Vorbereitungen genaue Kenntnis hatte und den ganzen Komplottplan enthüllen wollte. Es geht daraus klar hervor, daß die ganze Verschwörung in Belgrad organisiert wurde. Die Mitglieder dieser Verschwörer- organisation sind serbische Offiziere, Kaufleute, Advo­katen und Mitglieder der Skupschtina. Es ist den An­gaben Grcaks zufolge eine weit verbreitete Organisa­tion, zu deren Kosten die reichen Kaufleute und auch die Regierung selbst bedeutende Summen beigetragen haben sollen. Die Organisation besteht etwas länger als ein halbes Jahr. Die Mitglieder der Organisation wurden von Grcak mit Namen angeführt. Der Plan wurde ge­nau ausgearbeitet. Der Zweck der Verschwörung war: Ungarn und die übrigen Gebiete der Monarchie, die von Serben bewohnt sind, ständig in Erregung zu halten. Den Gipfelpunkt des Planes bildete die Ermordung des Thronfolgers. Doch damit ist die Tätigkeit des Kom­plotts noch immer nicht erschöpft. Grcaks teilt nun anch weitere Attentatspläne mit. Mitglieder der Verschwö­rung sind zahlreiche in Bosnien, Agram, Susak und anderswo wohnende Serben. Grcak teilte noch mit, daß er die Einzelheiten zur Vorbereitung des Attentats gegen den Thronfolger kannte, und gab eine Erklärung ab, die mit den Geständnissen der in Serajewo verhaf­teten Attentäter vollständig übereinstimmt.

Die russische Parteinahme.

Die „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg: Die rus­sische Presse bringt über den Verlauf und das Ergebnis der Untersuchungen in Serajewo so gut wie keine Nach­richt. Alles was auf eine serbische Urheberschaft hiu- deutet, wird totgeschwiegen. Dagegen werden Meldun­gen über Verfolgungen von Serben in Oesterreich sehr genau dargestellt, so daß über deren tatsächlichen Um­fang offenbar falsche Meinungen entstehen.

Eine energische Aufforderung an Serbien.

Der „Pester Lloyd" schreibt: Oesterreich-Ungarn will keinen Krieg mit Serbien, aber es darf mit Recht er­warten, daß Serbien nach allen Richtungen die Pflichten eines ehrlichen Nachbarn erfülle. Der Ton, den die halbamtliche „Samouprava" bei Erörterung der Verhält­nisse unserer Monarchie anschlug, ist ein trauriger Be­weis dafür, daß die serbische Regierung mit den elemen­tarsten Grundbegriffen der internationalen Wohlan- ständigkeit nicht im klaren ist. Wir können nach Bel­grad nur den Rat erteilen, in diesem Punkte unverzitg- lich Wandel zu schaffen und für die ehrliche Erfüllung aller jener Verpflichtungen zu sorgen, die in Verbindung mit dem zweifellos in Belgrad vorbereiteten Attentat der serbischen Regierung erwachsen. Die für das Schick­sal der Monarchie verantwortlichen Faktoren werden sich unmöglich der Pflicht entziehen können, diese Frage bei der serbischen Regierung in aller Ruhe, aber ernst­haft und entschieden zur Sprache zu bringen.

Herausfordernde Haltung der serbischen Presse.

Das Blatt Odjek in Belgrad verzeichnet die Ge­rüchte, daß die serbische Regierung zngestimmt habe, die Untersuchung über das Attentat von einem österreichi­schen Polizelkommissar auf serbischem Gebiet fühen zu lassen. Das Blatt erklärt dazu, es könne nicht daran glauben, daß Belgrad den Skandal und die Schande er­leben sollte, einem österreichischen Kommissariat unterge­ordnet zu werden. Das Blatt Balkan bemerkt, daß das erwähnte Gerücht um so unsinniger sei, als ja gerade Oesterreich-Ungarn wegen Verfolgung Unschuldiger unter internationale Kontrolle gestellt werden müßte. Für österreichische Beamte und Soldaten gäbe es in Serbien nur einen Empfang: Die Spitze« der Bajonette.

Ein Manifest Kaiser Franz Josephs.

Der Kaiser hat an den Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, den Ministerpräsidenten Grafen Tisza und den gemeinsamen Finanzminister von Bilinski ein gleich­lautendes, vom 4. Juli datiertes Handschreiben gerichtet, in dem es heißt:

Eine verbrecherische Hand hat mich des lieben An­verwandten und treuen Mitarbeiters, hat schutzbedttrf- tige, dem zartesten Alter kaum entwachsene Kinder all- dessen, was ihnen auf Erden teuer war, beraubt und namenloses Weh auf ihr unschuldvolles Haupt gehäuft. Der Wahnwitz einer kleinen Schar Irregeleiteter ver­mag jedoch nicht an den geheiligten Banden zu rütteln, die mich und meine Völker umschlingen, er reicht nicht heran an die Gefühle inniger Liebe, die mir und dem angestammten Herrscherhause aus allen Teilen der Monarchie aufs neue in so rührender Weise kundge­geben wurden. Sechseinhalb Jahrzehnte habe ich mit meinen Völkern Leid und Freuden geteilt, auch in den schwersten Stunden stets eingedenk meiner erhabenen Pflichten der Verantwortung für die Geschicke von Mil­lionen, über die ich dem Allmächtigen Rechenschaft schulde. Die neue schmerzliche Prüfung, die Gottes un- ersorschlicher Ratschluß über mich und die Meinen oer= häng N den Vorsatz stärken auf dem als recht anerkannten Wege bis zum letzten Atemzüge aus- Aitbarren zum Wohle meiner Völker, und wenn ich der- ewst das Unterpfand ihrer Liebe als kostbarstes Ver­mächtnis meinem Nachfolger hinterlassen kann so wird dies der schönste Lohn meiner väterlichen Fürsorge fern, cy* beauftrage Sie, allen, die sich in diesen kummervollen Tagen in bewährter Treue und Ergebenheit um meinen Thron geschart haben, meinen tief empfundenen Dank

kundzutun. Franz Joseph m. p.

Der Kaiser hat ferner einen Armee- und Flotten-

Kaiser hat am Sonnabend die Kinder des ver­storbenen' Erzherzogs Franz Ferdinand in einer 20 Mi­nuten dauernden Audienz empfangen.

Streik in England und Frankreich.

Streik im Arsenal von Woolmich.

^m Arsenal von Woolwich ist ein Sireik au^>ge- im Laufe des Tages auf alle Abteilun- aen^ausbreitet?. Ein Arbeiter hatte sich geweigert eine Maschine zu montieren, deren Unterbau von nichtorga

!»Ä6« SN»E«S^ fettenabteilung befinden sich in Streik.

Ausstand im Grnbenrevier von St. Etienne.

Aus St. Eti-nn-wird «gl« im »--«--- mobuten erklärten sich letztere mit ihren streikenden Ka­meraden solidarisch. Eine Deputation der Streikenden mird am Montag vom Präfekten empfangen werden. Non dem Ausacmg dieser Unterredung dürfte es ab- hängen^b der Streik beigelegt oder eine wertere Ver- schärstmd erfahren rRrd- n^ecken der Loire streiken Staufenb Arbeiter. Diese fordern den Achtstun- L^ Die Ruhe wurde bisher noch nirgends gestört.

Die Lage in Albanien.

Zwei Individuen sind in Durazzo verhaftet worden, als sie Gewehre aufkauften, die die Regierung den Freiwilligen liefert. Die Leute zahlten für jedes Ge­wehr 20 Franken. Etwa 200 Gewehre wurden in ihren Behausungen vorgefunden.

Prenk Bibdoda ist mit etwa hundert Mann in Durazzo eingetroffen. Er verlangt zur weiteren Be­kämpfung der Insurgenten 100 000 Franks. Die In­surgenten haben Starowo eingenommen und bedrohen Koritza. Aus Skutari wird gemeldet, daß 1000 Maltsso- reu nach Alessio marschieren, um von dort aus gegen die Rebellen zu ziehen. Aus den Stämmen der Castro« und aus Skutari werden 800 Mann unter eignen Füh­rern in den Kampf ziehen, die sich nicht mehr dem Be­fehl Princ Dodas, der seine ganze Autorität eingebüßt hat, unterstellen wollen.

Zuversicht des Fürsten.

Der Fürst ist seit einigen Tagen wieder zuversicht­licher Stimmung. Er inspiziert die Truppen, läßt sich die Freiwilligen oorstellen und besucht täglich die in den provisorischen Lazaretten untergebrachten Verwun­deten aus den letzten Kämpfen.

Die angebliche Reise der Fürstin nach Rumänien.

Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die Nachrich­ten über eine Abreise der Fürstin von Albanien nach Rumänien haben sich bisher nicht bestätigt.

Ein Berliner Werbebnreau für Albanien.

In der Reichshauptstadt hat sich ein Komitee ge­bildet, um ausländische ausgediente Soldaten aller Waf­fengattungen als Freiwillige nach Durazzo zu cnt* senden.___________

m neuestes vom tage.

Des Kaisers Nordlandfahrt.

o-^ Potsdam, 6. Juli. Der Kaiser ist heute vormit­tag 9 Uhr 20 Minuten nach Kiel abgefahren, von wo aus er die Nordlandreise antritt.

Reise der Kaiserin nach Wilhelmshöhe.

o-* Potsdam, 6. Juli. Die Kaiserin ist um 10 Uhr 20 Minuten nach Wilhelmshöhe abgereist. In ihrer Be­gleitung befanden sich Prinz und Prinzessin Eitel Fried­rich, die einige Tage in Wilhelmshöhe verweilen werden.

In der Notmehr.

os* Berlin, 6. Juli. Eine aufregende Szene spielte sich in den ersten Morgenstunden des gestrigen Sonntag ab. In der Bralldellbnrgerstraße mußte sich der Gast­wirt Stetza der Angriffe des angetrunkenen Kohlen­händlers Richter und seines Sohnes mit dem Revolver erwehren. Dabei wurde Richter durch einen Schutz in den Unterleib schwer verletzt.

Mordtat.

Dresden, 6. Juli. Hier hat der 35jährige Ge­legenheitsarbeiter Oskar Lehmann seine Stiefmutter er­mordet. Die alte Frau wurde mit einem Strick erdros­selt aufgefunden. Kästell und Behälter waren erbrochen. Ein Sparkafseribuch wird vermißt.

Ermordung eines Herbergsvaters.

os* Driburg (Westfalen), 6. Juli. Gestern abend ermordete der 32jährige wandernde Schmiebegeselle Her­mann Franke aus Vohwinkel ohne sichtbare Veranlas­sung in der Herberge zur Heimat mit einem Jagdgewehr durch einen Schuß in den Kopf den bei seinem Bruder, dem Herbergswirt, zum Besuch wetleuden Laienbruder einer überseeischen Mission, Josef Weskamp, einen ge­bürtigen Driburger. Die Nachricht wurde den Dribur- gern auf dem Schützenfestplatz bekannt. Der Täter ist verhaftet.

Streik der Dockarbelter in Köl«.

ob* Köln, 6. Juli. Itnchdem bereits am Sonnabend morgen die Hafeu- und Dockarbeiter in den Ausstand getreten waren, streiken seit heute früh sämtliche Trans­portarbeiter. Sie verlangen bessere Lohn- und Arbetts­

bedingungen.

Schtffsunglück.

o-* Stettin, 6. Juli. Der Dampfer „Saxonia" der Reederei Kunstmanu in Stettin überrannte in der Nacht zum Sonntag auf der Fahrt von Swinemünde nach Stettin den Weiß-Steulbe, ein mit vier Männern be­setztes unbeleuchtetes Boot. Vier Insassen fielen ins Wasser. Drei von ihnen ertranken, während der vierte mit Hilfe des Rettungsapparates, der ihm vom Dam­pfer aus zitgeworfen wurde, gerettet werden konnte. Der Unfall ereignete sich in der Dunkelheit bei regnerischem Wetter. Den Kapitän trifft keine Schuld.

Eine Familie in den Tod gegangen.

o-* Waldshnt, 6. Juli. Die Familie des Kaufmanns Schulz aus Düsseldorf, der seit Anfang April hier in einem Hotel wohnte, verschwand gegen Mitte Juni. Gestern nun wurden die Leichen des Mannes und des Sohnes, sowie der Tochter geländet. Die Familien- tragödie soll in Nahrungssorgen die Ursache haben.

Konflikt mit Krankenkassenärzten.

ob* Berlin, 6. Juli. (B. Z.) In der Ortskranken- kasse des Kreises Niederbarnim ist ein Konflikt zwischen der Kassenverwaltung und den Kassenärzten ausgebro- chen. Sämtliche, der kassenärztlichen Vereinigung an­gehörenden Aerzte, insgesamt 118, haben mit dem heu­tigen Tage ihre Dienstleistungen eingestellt, da bisher eine Einigung nicht erzielt werden konnte.

Ein Massenprozetz gegen Revolutionäre.

o-* Lodz, 6. Juli. Hier steht ein Monstreprozetz ge­gen 53 Revolutionäre bevor. Die Angeklagten gehören der terroristischen Organisation, „revolutionäre Rächer", an. Sie hatten seinerzest zahlreiche Morde verübt und die Einwohnerschaft von Lodz und Umgegend terrori­siert. 169 Zeugen sind geladen worden.

Flieger-Mißgeschick.

o-* Kopenhagen, 6. Juli. Der Flieger Christiansen, der gestern früh 4 Uhr 14 in Kiel zum Fernflug nach Kopenhagen aufstieg, mußte wegen Motorbefektes in

Kopenhagen aufstieg, mußte wegen Motorbefektes in Tureby landen. Bei dem Schauflug in Kopenhagen er­litt der Apparat Caspars einen Motordefekt und mußte aus 50 Meter Höhe plötzlM niedergehen. Der Apparat geriet in ein Moor. Der Motor und der Apparat wur­den beschädigt. Caspar blieb unverletzt.

Ein Drama im Hotel.

Innsbruck, 6. Juli. (B. Z.) In einem Hotel wurde ein Man nnamens Brvchniz aus Budow bei Ber­lin erschossen und eine Frau Weise aus München mit schweren Unterleibsverletzungen aufgefunden.

Die Todesfahrt des Admirals.

o-t» London, 6. Juli. (B. Z.) Admiral Ashe ver­unglückte auf der Fahrt im Automobil nach Winchester, indem das Auto mit einem anderen Kraftwagen zu- sammenstieß. Der Admiral wurde herausgeschleudert, er­litt einen Schädelbruch und starb bald darauf im

Hospital.

Ein deutscher Wilderer im Ausland ergriffen.

fe* London, 6. Juli. (B. Z.) Bei der Ankunft des Dampfers „Luba" in Jmmingham wurden Deutsche verhastet. Die Polizei erkannte in einem von ihnen einen in Deutschland gesuchten Wilderer namens Fah- renbach, der einen Förster erschossen hatte. Der Betref­fende gab dann auch zu, der Gesuchte zu sein. Der an­dere Verhaftete wurde wieder freigelassen.