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Gasverslftüns einer Familie. Donnerstag morgen wurden im Hause Arndtstraye 37 zu Magdeburg die Frau Luise Winter, verw. Buecking, und deren 14 Jahre alter ^tiefsohn Albert.Winter in ihrem Schlafzimmer be­wußtlos, und die19mhrige Tochter Helene Buecking tot aufgefunden. Die Frau Winter hatte, wie polizeilich festgestellt wurde, von der Küche aus unter Benutzung eines langen Schlauches Leuchtgas nach dem Schlaf­zimmer geleitet. Als Grund zur Tat werden heftige Familienzwistlgkeiten angegeben.

Flüchtiger Defrandant. In Osterfeld bei Ober- Hausen veruntreute der Buchhalter Huelken, der bei einer TiEauunternehmerfirma angestellt war, 30 000 JL. und

Explosion in einem Laboratorium. In der Farben­fabrik Berger L Wirth in Leipzig-Schönefeld erfolgte im Laboratorium eine Explosion, durch die drei Arbeiter durch Stichflammen schwer verletzt wurden.

Eine Ortschaft in Siebenbürgen überschwemmt. Einem furchtbaren Unwetter ist eine ganze Ortschaft in Siebenbürgen zm Opfer gefallen. Durch einen wvlken- bruchartigen Regen wurde die große Ortschaft Also Ra- kos vollständig vernichtet. Die meisten Häuser sind un­bewohnbar geworden, sodaß die Bevölkerung ohne Ob­dach ist. Viel Vieh ist umgekommen, und der ange­richtete Schaden an den Feldfrüchten und Kulturen ist sehr groß.

Gericht und Recht»

Todesurteil. Der aus dem Kreise Saarbrücken stammende Bergmann Pfaff, der seine Frau und die Frau des Bergmannes Huster ermordet hatte, wurde vom Schwurgericht Aachen zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Das Urteil über den Mädchenhändler Lnbelski. In dem Beuthener Mädchenhändlerprozetz Lubelski wurde am Donnerstag in später Abendstunde das Urteil ge­fällt. Der Angeklagte wurde zu dreieinhalb Jahren Ge­fängnis und 12 000 JL Geldstrafe verurteilt. Sechs Mo­nate der erlittenen Untersuchungshaft wurden in An­rechnung gebracht.

Las Los der Zremdenlegionäre.

Von allen Kriegsveteranen haben die ehemaligen Soldaten der französischen Fremdenlegion am schwersten mit den Nöten dieses Lebens zu kämpfen. Einen neuen Beweis für diese Tatsache, die allein genügen sollte, abenteuerlustige junge Leute vor dem Eintritt in die Legion zu warnen, erbrachte ein Strafprozeß, der sich dieser Tage in Paris abspielte.

Mit zerschmetterter linker Hand, die Militär­medaille, die nur für Tapferkeit vor dem Feinde, ohne Unterschied des Ranges, verliehen wird, auf der Brust, — so stellte sich ein früherer Legionär, Andreas Knapp, den Richtern vor, um sich wegen Unterschlagung zu verantworten. Die Anklageschrift bezeichnete ihn als einen Ungarn. Sein Name deutet mehr auf deutschen Ursprung hin, und man weiß, daß Fremdeulegionare, die aus unserem Vaterlande stammen, mit Vorliebe für Schweizer, Holländer oder Ungarn ausgegeben werden. Sieben Jahre lang diente Andreas Knapp in der Le­gion. Er kämpfte in Algier, in Tonkin und in Ma- rokko. Unter den Mauern von Fes wurde er vor zwei Jahren schwer verwundet, im Tagesbefehl öffentlich be­lobt, dann aber bald darauf als dienstuntauglich kurzer Hand entlassen.^ In Paris, wohin er sich nun begab, war es ihm unmöglich, von der ihm zuerkannten Pen­sion auch nur einen einzigen Centime zu erlangen, da sie infolge bürokratischer Schlendrians nicht vrduuuas- gemäß für ihn angewiesen worden war. Er mußte sich mit einer kleinen Anstellung, deren Erträgnis nicht für seinen Unterhalt ausreichte, begnügen, und als er noch obendrein schwer erkrankte, ließ er sich verleiten, einen Griff in die Kasse seines Brotherrn zu tun.

Mit 1400 Franken floh er nach Belgien und wurde in seiner Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre verurteilt. Nachdem das Geld verbraucht war, erfaßte ihn die Reue, er kehrte nach Frankreich zurück und stellte sich selbst der Behörde. sodaß von neuem gegen ihn verhandelt wurde. Die Richter waren menschlich genug, Mitleid mit ihm zu empfinden. Sie zogen sein mustergültiges Verhalten in der Fremden­legion und die Not, der man ihn so rücksichtslos preis- gegeben hatte, gerechterweise in Betracht und setzten seine Strafe auf zeMt Monate herab. Und da sie dem ehemaligen Fremdenlegionär auch die Wohltat des nach ictnent Urheber, dem Senator Berenger, benannten Strafaufschub-Gesetzes zuteil werden ließen, wird An­dreas Knapp die ^6n Monate nur abzusitzen haben, wenn er von neuern 'mit dem Strafrecht in Zwiespalt gerät. Sein Fall aber zeigt mit ergreifender Deutlich­keit, welches Los den Ausländer erwartet, der sich ver­leiten läßt, für Frankreichs überseeischen Besitz seine Knochen zu Markte zu tragen.

Vermischtes.

Autounfall des Herzogs von Oldenburg. In Kai­serslautern verunglückte auf der Kaiserstraße im Wie- sental das Automobil des 70jährigen Herzogs Alexan­der von Oldenburg aus Petersburg. Der Wagen stürzte die Böschung hinab und wurde vollständig zertrümmert. Der Herzog selbst erlitt mehrere Rippenbrüche und einen schweren Nervenchok. Von den übrigen Insassen blie­ben nur der Reisemarschall unverletzt, während die Pflegerin des Herzogs, der Kammerdiener und der Chauffeur mehr oder minder schwere Verletzungen er- Utten. Die Verunglückten wurden ins Krankenhaus nach Kaiserslautern gebracht.

Anschlag auf einen Eisenbahnzug. Ein nichtswür-

Subenftüif, das leicht verhängnisvolle Folgen hatte haben können, ist in der Nähe von Rathenow ver­übt worden. Als der um 10,32 Uhr abends in Rathe- now eintreffende Eilzug aus Hannover an dem Milo- wer Bahnübergang in der Nähe der märkischen Stadt vorüberfuhr, wurde von dem rechts neben der Bahn­strecke gelegenen Akazienwäldchen ein scharfer Schutz auf den Zug abgegeben. Die Kugel durchschlug ein Fenster eines Abteils dritter Klasse, das voll besetzt war. Das Geschoß durchlöcherte den Hut eines Herrn, mehrere andere Reisende wurden durch umherfliegende Glassplitter im Gesicht verletzt. In Rathenow wurde Anzeige von dem Vorfall erstattet. Bisher ist es aber noch nicht gelungen, den Täter zu ermitteln.

Deutschlands größter Güterbahnhof. Bei Hohen- büdbera an der Strecke Krefeld-Duisburg ist zurzeit der größte Güterbahnhof Deutschlands im Entstehen, oder vielmehr teils in Vollendung, teils in ständiger ^euerbildung begriffen. Es werden Hundertundzwan- M Gleise nebeneinander liegen. Ein Teil der rte- Anlage ist bereits am 1. Juli dem Verkehr über- worden. Nach Vollendung des dritten Ablaufber­gen Ä^-?" täglich achttausend Wagen rangiert werden. Amc-^ »indamm werden zurzeit hundert Einfamilien- »r gebaut, die am 1. Oktober die an den neuen vahnhof versetzten Beamten aufnehmen sollen.

Eine schöne Ehrung für einen s veMorbenen ^Bete- ranen. In der Gemeinde Nutzloch bei - Heidelberg er­eignete sich bei der Beerdigung des Bahnwärters Au- weiler, der im Jahre 1870 den bekanntem. Todesritt bet Gravelotte mitgemacht hat, ein seltsamer/. Zufall. Am Tage der Beerdigung war eine Schwadromder „schnurr- / zeli" Dragoner aus Mülhausen zur Ernquartiermng in; Nutzloch eingeritten, und zwar dieselbe Schwadrvn. bei/ der Auweiler den Feldzug mitgemacht hatte. Bei.Gra-e velotte waren nur 17 Mann der Schwadron mit Seme Leben davongekommen. Als der Rittmeister von bem| Tode des Veteranen hörte, ließ er seine Abteilung anr der Beerdigung teilnehmen. Dragoner trugen den Sarg-, auf den Friedhof, wo über dem Grabe die üblichen brei^, Salven abgegeben wurden. j

Hitze «üb Unwetter in England. Während Londons noch die Gluthitze des Tages über sich ergehen lassen! mußte, bewegte sich von Südwest nach iHiorboff quer® durch ganz England ein heftiges Unwetter, \beglettet vouf Blitz- und Hagelschlag, das überall großen lSchaden an-Z richtete und eine Anzahl von Todesfälleni im,Gefvtgeß hatte. Ueber Bristol ging am Nachmittag ein! zyklou-tz artiges Hagelwetter nieder, dem ein wolkeubrinhartigerK Regen folgte. Zahlreiche Straßen wurde unter Wasserß: gesetzt und zahlreiche Häuser und Bäume vom Blitz zer-^ ■ stört, ijwei Personeu wurden durch Blitzschlag getötet. 1 Ein Teil der Eisenbahnböschung auf der Strecke nach^ London wurde fortgeschwemmt. Der Schaden wurde im^ letzten Dtoment noch bemerkt, sodaß der fällige Expretz-A zug glücklicherweise zum Stehen gevracht-werden kvnnte.m Im Distrikt von Harrogate wurde durch den Blitz eintI Hotel und eine Kirche zerstört. Beide Gebäude braun-il ten nieder. In Readford richtete das Unwetter einend großen Schaden an, der auf über 2 Millionen Mark ge-W schätzt wirb. ?luch in Birmingham sind Todesfälle durchD Hitzschlag vorgekommen. In London schoß plötzlich vorfl dem Liverpooler Bahnhof ein elegant gekkeideter jungerfs! Mann auf einen Zeitungshändler. Die erFte Kugelt/ durchbohrte die Zeitungen, die der Händler Itrug, uuE die zweite traf ihn in den Nacken; er war anffder Stellen tot. Der junge Mann, der anscheinend von eminent Hitz-si schlag befallen war, ließ sich ohne Widerstand, verhaften.^, Ein Kollege des Händlers verkaufte dann 'die durch-A löcherten Zeitungen mit einem Extraaufschlagtzund fand/« damit reißenden Absatz.

Erzherzog Franz Ferdinand als glücklicher Fami-A lienvater. Ein Pester Blatt veröffentlicht ein GespräcW des ermordeten Erzherzogs mit dem Fürstpvimas von^ Ungarn, Kardinal Czernoch, an dem der Erzherzog erst® vor kurzem die Zeremonie der Barettaufsetzung vorge-Ä nommen hatte. „Eminenz!" so habe der Erzherzog ge=^ sagt, „ich habe oft gehört, daß es Dinge im Leben gtbt,$ die wir, wenn wir sie wiederholen könnten, andersg machen würden. Aber wenn ich noch einmal eine Ehex eingehen müßte, würde ich genau so handÄu, wie ich«'

es getan habe. Wenn ich nach meiner langen'und/mühe- /batte ausder Fahrt Hala s-Paris auf ei vollen Tagesarbeit in den Kreis meiner Familie/zurück- / ^tnen Aug e nb l >Abteil verlassen kehre und meine Frau inmitten der spielenden Kinder / weise die Tasche/nicht mitgenommen, bei einer Handarbeit sehe, dann lasse ich alle meiste Sor- ^^A6, demerrte /er zu seinem Schrecken, gen hinter mir. Ich wünschte, öatz Ew. Emimenzseiunral vm-schw'.mden ^ar,^

Zeuge unseres Glückes sein könnten."

Menschenfresser in Nen-Kamernn. Ueber^Menschen-

frefferet im Bezirk Ober-Sanaa-Ubam in Nen-KamernnZ ^ Arvetter durch g.,chmolzei

fresseret im Bezirk Ober-Sanga-Uham in Nerv-Kamerun» berichtet Hauptniann Epmael im „Deutschen Lkolontal-H blatt": Im Dezeinber 1913 waren im Kare-Gebiege aufs dem von Gore über Lia-Hakau nach Buala fühlenden/ Wege mehrere Vagirmi-Karaivanen von den Kar»e über- l fallen worden. Nach den Aussagen der Bagirmr waren , hierbei im ganzen sieben der ihrigen getötet rwd aus- ; gefressen und an die 400 Stück Großvieh und xtwa 80 ; Stück Kleinvieh geraubt worden. Eine ExpedMon war/ erfolgreich und führte zur Bestrafung der Schusidigen. £

Set Trauerzug in Wien.

»-* Wien, 3. Juli. Viele Tausende hatten/ sich sie ftern abend in den Straßen aufgestellt, die der (Lecchew zug des ermordeten Thronfolgers und seinen (Gemahlin?? vom Dom nach der Hofburg-Pfarrkirche passieren mußte.?

Mast gewesen. In den Vereinigten Staaten von Amerika uty uex (yvivuiH^vi»**“1^ f“n•'-*v• >■ **_v^p'^i . scheinen sich die Ilussichten aitf vorzügliche Erträgnisse üdbahnhos hatten sich sämtliche dienstfreien //an Weizen in vollem Umfange zu verwirtHchen. Wiu- ---- " ............‘ terweizeu wird dort bereits eingeheimst und die Fort- .'cutwicklung des Frühjabrsweizens hat gute Fortschritte , gemacht. An: Weltmarkt mehrt sich infolgedessen das ^Ang?bot in amerikanischem Weizen bei stark nachgiebi- - gen -Forderungen beträchtlich. Der hiervon auSgeOenbc Preisüruck gelangte um so schärfer zur Geltung, als /gtechdeittg die Weizenverschiffungen Rußlands sehr be- /dMtend zugenvmmeu haben. Sie haben 130 000 Tv. Betragen gegen 79 000 To. in den acht Tagen vorher jmnd 43 000 To. gleichzeitig 1913. Zudem werden die Ernteaussichten Kanadas als geradezu glänzende ge- < schildert, und der Saatenstand Ungarns und Rumä- MM,hat sich gebessert. Am Berliner Markte sind diese /Verhältnisse vorerst nur in einer Herabsetzung der Lolo- 5 und Julinotrerungen zum Ausdruck gekommen, iväh- irend die Preise für spätere Sichten weaeit des unücbe-

Auf dem Sü^^..„...,., - । —, >..... ■

Offiziere, an ihrer Spitze der nunmehrige Erzherzog / Carl Franz Josef, eingefunden. , Punkt 10 Mhr rollte ß der Zug in die Bahnhofshalle. Dre Leichen mürben aus^ den Wagen gehoben und von neuem eingesegn>N. Dep , Einsegnung wohnte -er junge Thronfolger mit/tranen«- / den Augen bei. Dann wurden die Sarge auf diesTrauer- / wagen gehoben und der Zug ging unter lautlosem l Schweigen der Menge über den Weisen Platz tvor bema Südbahnhof an Schloß Belvedere, der Residenz sdes ver-^ storbenen Erzherzogs, vorbei durch die Prinz, Emgen-Ä straße über den Ring zur Höfburg, wo das Dranerge-ß folge im Burghof zurückblieb. Nach der iwchmaliMnh' Einsegm-g in der Halle der Botschafterstiege wuröm Siet Särge in die ganz schwarz ausgeschlagene Hofbnrgkapeüe? getragen und auf die Schaubetten gehoben. Während,Sie / ., ^ ______ _____..............

Sänger der Hofkapelle fangen, übergab Baron Rumers-/ ^rend die Preise für spätere Sichten wegen des unsiche- tircl) dem Hofmeister die beiden Sargschlüiiel, .worauf: r ren Ausfalls der heimischen (Dritte und infolge von die Kirche schlössen wurde. Morgen früh 8 Uhr/beginnt / Deckungeu gut behauptet blieben. In Koggen hatte der bie Zulassung des Publikums zur Besichtigmrg/und^ außerordentliche Warenmangel ein weiteres Anziehen dauert bis zum Mittag. ; ber Preise für greifbare Ware und für Lieferung im

Hin der Wohnung des serbischen Gesandte«, Her in ,Julr zur Folge, während die Notierungen für weitere ber Nähe der Gesandtschaft wohnt, war eine serbische ^-. .»- ^ — ...... ^' ^—-‘— '......— --

Trikolore mit einem kleinen Tranerflor anögesteckt. / Unter ben Bewohnern der Umgebung herrschte^arüberi

durchbrechen ^Der kommandierende Polizeiosfizter

Steige geworfen mch die Polizei mußte>?anf ziehen, um die Radaumacher zu zerstreuen. /

Falsche Gerüchte. .

alt Gestern waren p hier wegen des Kaisers zur rLeichenfeier verbreitet. Wie das Neue Wiener

;en

M-

»e* Wien, 3.

Unterbleibens der .. .

verschiedene Gerüchte verbreitet. w

Taablatt erfäßrt bestätigt sich das Gerücht, wmmch das Fernbleiben mit den hier verfügten Verhaftung- Wer mröäL Serien jn sammenhang gebracht wird, nicht. — Prinz Heinrich VDN üat feilte Steife ttnc§ JS^ett ßwedf^ Tell" nähme an den Trauerfeierlichkeiten anfgegeben und kebA von Berlin direkt nach Kiel zurück. Der deutsche Botschafter wurde heute vachmitm von Kaiser Franz Joseph in längerer Audienz empfangen.

Der Kaiser reist nach Jschl? __

Mien 3 Juli. Wie hier bekannt wird, hat Kaiser Wilhelm an Kaiser Franz Joseph die Anfrage aerichtet ob sein Besuch in Jschl genehm wäre. Nach­dem eine zu stimmende Antivort nach Berlin abgegmrgen ist wird & Her Wilhelm im Laufe der nächsten Woche in Jschl dem greisen Monarchen persönlich i^ndolteren.

1 /w neuestes vom tage.

/ / Ein neuer Spionageprozetz.

M »* Leipzig, 3. Juli. Vor dem zweiten Strafsenat Hdes Reichsgerichts, der jetzt über Anklagen wegen /Spirmage zu entscheiden hat, begann heute vormittag die Verhaudlung gegen den im 18. Lebensjahre stehen­den Chemiker Jean Fraueois Hausse, geboren in Jar- vine bei Nancy. Der Arrgeklagte ist luxemburgischer Staatsangehörigkeit. Es wird ihm zur Last gelegt, in Metz versucht zu haben, sich zu Spivuagczweckeu in Be­sitz von Schriften, Karten und Zeichuungen zu setzen, ocren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidi­gung geboten war.

Prozeß Rosa Luxemburg vertagt.

i w= Berlin, 3. Juli. In der heutigen Bormittags- i Atzung des Luxemburg-PlAzesses erklärte der Erste < Staatsauwalt, er habe wegen der kurzen Frist aus den /zumeist sehr entfernt gelegenen (Garnisonen die Kriegs- . gerichtsakten nicht herbeischaffen können und bitte des- shalb um Vertagung. Trotz, Widerspruches der Vertei- ^digullg wurde die Vertagurfg auf unbestimmte Zeit be» | ^^Tropische Hitze in Berlin. /

> o-p Berlin, 3. Juli. (B. Z.j' Die Hitze hat noch zn- i genommen. Um 1114 Uhr zeigte/das Thermometer ve-

? reits 30 Grad im -Schatten.,

Aus Furcht vor Strafestn den Tod gegaugen.

i ^ Neuköllm 3. Juli. (B. Z.) Der Geineiudcschst- ler Walter Sch. Sohlr eines MÄhaltikers, schoß sich mit dem Revolver seines Vaters ubr den Augen des Br>l- ders eine Kugel in die rechte/Schlüfe und verletzte sich schwer. Er hatte ohne Wissen/oer Eltern die Schule ver­säumt und war/deshalb von, der Mutter bestraft worden.

Antideutsche Demonstrattoaren Der Pole».

W’ Wien, 3. Juli. In Staüislau fanden gestern ernste antideutsche-Demonstrativuen statt. Die Polen sertrümmerben die/ Fenster an deutschen Häusern uni» verschonten /auch nicht die aoongelische Kirche.

K Explostonsunglück.

»-4- Marseille, 3. Juli. >Ein schwerer Unfall hat sich j gestern nachmittag er.eig»ret, als Fabrikarbeiter damit // beschäftigt waren, ein kaltes Haus durch eine Mine zu 6 spreugeu. Aus Mlvorsichtigkeit explodierte eine Kiste (mit 10 Kilo Dynamit vorzeitig. Der Werkmeister u»ld zwei Arbeiter mürben auf der Stelle --getötet. Die Let- / chen waren bis zur Unkenntlichkeit ■verstümmelt.

L Ein russischer Botschafter beltohlen.

Ä w Calaib, 3. Juli. Der russische Botschafter in ? London, Graf Muravieff, der gestern an Bord des Pa- ketdampfers „Engadvt" aus Lvlldvn hier angekomlneu ' war, ist um. ß:ine Handtasche bestohlen worden, in der sich Juwelen im Werte von 100 000 Frau es und eine lBarfumme von 5000 Francs befanden. Der Botschafter s der Fahrt iCalais-Parts auf einer Station für Augeirblick^bas Abteil verlassen unb unkluger- die Tasche/rlicht mitgenommen. Als er znrlick-

zu seinem Schrecken, daß die Tasche

Nantes, 3. Juli. In einer hiesigen Eisengietzerei zwei Arbeiter durch geschmolzenes Metall ge- gtöteL ,

1 Angvfsf auf einen Expretzzug.

ymp Nenyork, 3. Juli. Wie aus Templedon im Staate Dregon gemeldet wird, hielten 5 Banditen den Expreßzug Washington Templedon auf offener Strecke an. Zwischen den Reisenden und den Banditen entspann sich ein Revolverkamps, bis die Bailditen schließlich in sie Flucht geschlagen wurden unb einen Toten zurück- Eßen. Ein Zugbeamter wurde gleichfalls getötet unb Mn Polizist schwer verletzt._____________________________

^Berliner Getreide- und Viehmarkt.

' Das Wetter ist in der mit dem 1. Juli abgeschlos- nen Berichtswoche für die Eutwicklung der aus dem

: O z Das Wetter ist in der mit dem 1. Juli abgeschlos- * ( Mienen Berichtswoche für die Entwicklung der auf dem Melde stehenden Ernten allenthalben durchaus vvrteil- u?? Lbast gewesen. In den Nereiuiaten Staaten von Annn-ira

' Termine sich nur zum Teil behaupten konnten. Die Preisbewegung für Roggen in nächster Zeit wird ziem­lich allein bavon abhängen, ob das gegenwärtig herr­schende prächtige Reisewetter anhält und eine frühe , Ernte ermöglicht. Man ist vielfach der Hinsicht, daß öle Klagen über Schädigungen in der Roggenblüte über- Ä^n waren. In Hafer war das Angebot in inlän- dtscher Ware sehr mäßig, aber die Kauflust war gleich­falls außerordentlich klein. Immerhin haben andere Sichten eine Aufbesserung erfahren, und dieser Umstand stützte die Preise für spätere Lieferung. Mais schwächte sich aus die Zunahme argentinischer Verschiffungen weiter ab. Am, letzten Tage der Berichtsivoche stellten sich die Preise für September wie folgt: Weizen 194,26, Roggen 164,50, Hafer 161,50, Mais 139.

menbaeroicbtpreifc des städtischen Bichmarktes.

Höchü. Schlachtw. 47 48 JL, tungsleisch., nicht ausgem. und ältere ausgem. 43—45 JL, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 39 4^ Mark. Bullen: ausgewachsene, höchst. Srhlachtw. 48 44 Mark, vollst, jüngere 40--42 JL, maßtn genährte jüngere und gut genährte ältere 36—39 JL Färsen: vollst, uns. gern. Färsen höchst. Schlachtivertes 40—43 JL Kühe: vvllfl., ausgem. höchst. Schlachtw. bis zu 7 Jahren 36 ^"ere alisgem. und wenig gut entwickelte jüngere 33—35 JL, mäßig genährte Kühe und Färsen 32—31 JL gering genährte Kühe und Färsen — JL aungvieb: gering genährtes — jl Kälber: Doppesten- feinste Mastkälber 59 -82 Mark, mittlere Mait- und beste Saugkäkber 52 -58 X geringere Mast- und gute Saugkälber 45 50 JL. geringe ^fugfalber 35--43 JL Schake: Mastlämmer und jüngere Masthamme! 45—48 JL, altere Masthammel, geringere Mastlammer und gut genährte junge Schafe 40 44 X mäßig äenahr e Sammel und Schafe 34-39 JL Schweine: Fettschweine über 3 Zlr. — jl, nollstetschige 24b 300 Pfd. 42 JL, 200-240 Pfd. 41-43 JL 16Ü-Ä Pfd. 40-41 Mark, unter 160 Pfd. 38 jl, Sane» 86 -87 x

'Cbft. Schlachtw. 43 44 atzig genährte jüngere