wie Wen genommen wurde.
Zur Erinnerung an den 2 9. Juni 1864.
Es ziemt sich, die Blicke heute um fünfzig Jahre rückwärts zu wenden auf jenen Tag, an dem eine der glorreichsten Waffentaten, welche die preußische Geschichte zu verzeichnen hat, vollbracht wurde. Zwei Namen leuchten auf, wenn man des Krieges gedenkt, den Preußen, mit Oesterreich verbündet, 18b4 gegen Dänemark führte, um Schleswig und Holstein dem Deutschtum zurückzugewinnen: Doppel und Alsen. Bet Düp- pel und bei Alsen gewann Preußen den ihm gebührenden Platz unter den Großmächten Europas wieder, bei Düppel und Alsen erfüllte sich zum ersten Male das Wort Bismarcks, daß die großen Fragen, die damals der Lösung harrten, nicht durch Reden und Beschlüsse, sondern nur durch Blut und Eisen entschieden werden H"Ä Tage nach der Erstürmung von Düppel, am 20. April, war, hauptsächlich auf Betreiben Englands, in London eine Konferenz zusammengetreten, um die friedliche Schlichtung des Streites zu versuchen, und am 9. Mai war eine Waffenruhe von einem Monat beschlossen worden. Der Starrsinn Dänemarks ließ die Verhandlungen scheitern. Am 25. Juni hielt die Konferenz ihre letzte Sitzung ab, am nächsten Tage endete der Waffenstillstand. Underdes befand sich König Wilhelm I., in Begleitung Bismarcks, zur Kur in Karlsbad und empfing dort oen Besuch des Kaisers Franz Josef L, an dessen Seite sich der Minister Graf Rechberg befand. In Karlsbad verständigten sich der König und der Kaiser am 24. Juni dahin, dgß „die Lostrennung der Herzogtümer von Dänemark in der günstigsten, den Umständen nach erreichbaren Ausdehnung" nunmehr der Zweck des Krieges sein und zur Erreichung dieses Zweckes von Alsen und Norö-Jütland jenseits des Ljimfjords Besitz ergriffen werden sollte.
Die preußischen Truppen hatten den Ablauf der Waffenruhe mit Ungeduld erwartet. An ihre Spitze war, statt des greifen Feldmarschalls Wraugel, der junge, ebenso kühne wie umsichtige Priuz Friedrich Karl von Preußen getreten, das Kommando des 1. Korps
hatte der General Herwarth von Bittenfeld erhalten und die Obliegenheiten des Chefs des Stabes bei der obersten Leitung der General von Moltke selbst übernommen. Der erste entscheidende Schlag des neubeginnenden Feldzuges sollte gegen Alsen geführt werd Sorgfältig war, unter der Ueberwachung Moltkes, der Plan dazu ausgearbeitet worden. Die Dänen fürchteten vor allem einen abermaligen Anschlag auf Fünen und hatten däher auf dieser Insel ihre Hauptmacht, vier Jn- fanterie-Vrigaöen mit Artillerie und Kavallerie, vereinigt, auf Alsen dagegen nur drei Brigaden gelassen. Vergeblich bat der auf Alsen befehligende General Steinmann mehrmals um Verstärkung. Man wollte die Besatzung von Fünen nicht schwächen, und so gebot er über nicht mehr als 12 000 Mann, die über die mit Schanz- rverken versehene nördliche und westliche Seite der Insel verteilt waren, während die Reserve in der Stärke von 3000 Mann weit ab, im äußersten Süden der Insel, bei Sonderburg stand.
Schon während der Waffenruhe hatten die Vorbereitungen begonnen und waren am 16. Juni durch einen Probeübergang über die Schlei bei Schleswig als gelungen befunden worden. Bei Ballegaard sollte der Uebergang vor sich gehen. Alle Kähne, die auszutreiben waren, im ganzen 163, wurden auf Erntewagen verladen und dicht hinter Ballegaard geschafft. In der Nacht vorn 27. zum 28. Juni füllte der Uebergang in aller Heimlichkeit stattfinöen. Doch die Dänen hatten von dem Vorhaben Kenntnis bekommen, daher mußte General Herwarth, dem Prinz Friedrich Karl den bestimmten Befehl zum Uebergang bereits am 22. Juni erteilt hatte, sich zu einem Aufschub von 24 Stunden und zur Abänderung seines Planes entschließen. Nicht mehr Ballegaard, sondern das Satrupholz wurde als Ausgangspunkt bestimmt. Etwa 2500 Mann konnten, als erste Staffel, in die 163 Boote verladen werden, und es steht in der Kriegschronik aller Zeiten einzig da, wie in der Stille der Nacht die Einschiffung auf den 200 Schritt weit ins Meer hineingeschobenen Booten in tiefstem
en.
der Stille der
weit ins Meer
Schweigen bewerkstelligt wurde. Lautlos gingen die Boote in See, glitten pfeilschnell über das Wasser, und mit dreimaligem, brausendem Hurra ward das Ufer erklettert.
Oberst Graf Hacke vom 24. Regiment und Jnge- nieurleutnant Petri stürmten voran und pflanzten die preußische Fahne auf. Der Ueberfall war fo vollständig geglückt, daß die Dänen nur in kleinen Trupps in die Schützengräben eilten. Bis um drei Uhr morgens waren zu den 3^ Bataillonen der die erste Staffel bildenden Regimenter 24 und 63 die Brigade Roeder und die Brigade Goeben als zweite Staffel gestoßen. Jetzt erschien die erste dänische Angriffskolonne auf dem Plan. Der tapfere Oberst Faaborg, der den Tag nicht überleben sollte, führte sie an, wurde jedoch mit mörderischem Schnellfeuer empfangen und mit großen Verlusten
Die «echte Wahl.
Roman von HeleneMerkel.
17)’ (Nachdruck verboten.)
Als Doktor Günther, zu welchem Magdalene in der Angst und Bedrängnis schon zuvor geschickt hatte, der aber zu einer Schwerkranken aufs Land gerufen war, endlich erschien, mußte er die Mutter geradezu mit Gewalt vom Sterbebett hinwegführen. Nun lehnte sie seitdem fast unausgesetzt in der Sofaecke im Wohnzimmer, wies jegliche Nahrung zurück und weinte oder starrte mit leeren Blicken vor sich hin. An den Vorbereitungen für das Begräbnis beteiligte sie sich so gut wie gar nicht; sie überließ die Erfüllung all der trau- rigen Pflichten, die durch das Hinscheiden Franzens er- wuchsen, der Tochter.
Wohltat für diese, daß Doktor Günther darauf Mte, die Aufwartefrau, die für gewöhnlich Arbeiten bei Dörings verrichtete, für die nächsten schlimmsten Tage ganz ins Haus zu nehmen;
Person hatte Magdalene doch S^^e. Sonst hätte ihr wohl weiter denn nahe Verwandte und Kannte besaßen die Dörings nicht, und von den paar KuMa Östlich von Franzens Ableben in Es nicht zu verlangen. Auch den bLden Kollegen Franzens, mit denen er während der mfSa0^^ hatte sie die Trauerbotschaft mitgeteilt, und es hatte sie tief gerührt, daß er eine vorhin die telegraphische Nachricht gesandt hatte, er werde persönlich nach C. kommen und seinem geliebten Freund das letzte Geleit geben. Und Blumenspenden, herrliche,
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zurückgeworfen. Vorwärts ging es nun, von Knick zu Knick, von Getreidefeld zu Getreidefeld, dem Feinde zu, der, trotzdem der Oberbefehlshaber General Steinmann inzwischen alle seine Kräfte versammelt hatte, dreimal umsonst zum Gegenangriff ansetzte. Vom Westufer des Sundes her schössen die preußischen Batterien 34 und 35 über den Sund hinweg, den Dänen in den Rücken, und um sechs Uhr war Sonderberg, der südlichste Punkt, in preußischen Händen.
General Steinmann hatte bald erkannt, daß längerer Widerstand nutzlos wäre, und war nur noch darauf bedacht, den West seiner Truppen durch Einschiffung von der Halbinsel .beseitig aus zu retten. Dorthin befahl er seinen Unterführern, sich zurückzuziehen. Nach gründlicher Ueberlegnng beschloß das Oberkommando, die Dänen nicht zu verfolgen. Seit dem Morgengrauen hielt Prinz Friedrich Karl auf der Höhe einer der Düppeler Schanzen, die ihm einen weiten Ausblick gewährte, und ließ sich über den Gang des Kampfes von den Offizieren seines Stabes berichten; einer von ihnen, Hauptmann Graf Haeseler, der jetzige Generalfeldmarschall, wurde bei dieser Gelegenheit verwundet. Den Abzug der Dänen aufhalten zu wollen, hätte unverhältnismäßig hohe Menschenopfer gekostet. Man störte sie daher nicht. Am Nachmittag des 1. Juli, um 3 Uhr, verließen die letzten von ihnen Kekenis. Alsen gehörte den Preußen.
Zu jedem Wassenerfolge gehört auch Glück. Für die Preußen war das unentschlossene und zaghafte Verhalten der am Nordausgange des Alsensundes unter Dampf haltenden dänischen Flotte, im besonderen des „Rvls Krake", ein glücklicher Umstand von höchster Bedeutung. Der „Rolf Krake" allein hätte durch energisches Eingreifen das ganze Unternehmen zunichte machen können.
Nicht nur in Preußen, überall in Deutschland erweckte die Nachricht von der Eroberung Alsens helle Begeisterung, in Kopenhagen aber geradezu Bestürzung. König Christian IX. entließ das von der Kriegspartei beherrschte Ministerium und gab durch Vermittelung des Königs der Belgier in Berlin seinen Wunsch nach schleunigem Friedensschluß kurrd. Schon am 15. Juli wurden die Feindseligkeiten eingestellt und am 25. Juli in Wien die Verhandlungen begonnen die dann am 1. August zur Unterzeichnung des Präliminarfriedens führten, durch den Dänemark auf die Herzogtümer Sststeswig, Holstein und Lauenburg für immer ver-
So ergab sich an sdem Fall von Alsen die ruhmvolle Beendigung des ersten der drei Kriege, aus denen Deutschlands Einheit hervorgehen sollte.
Dr. A. von W i l k e.
Sie Krisengeröchte.
Dr. Delbrück und Dr. Beseler bleiben.
Seitdem vor fünf Jahren der Kieler Hafen der Schauplatz eines Kanzlerwechsels war, tauchen zu jeder Kieler Woche Gerüchte von angeblich bevorstehenden Veränderungen in der Besetzung der höchsten Aemter auf. Das ist auch diesmal der Fall gewesen. Man hat behauptet, der Staatssekretär des Reichsamts des Innern, Staatsminister Dr. Delbrück, werde von dem ihm bewilligten viermonatigen Erholungsurlaub nicht auf seinen Posten zurückkehren, und man hat geschrieben, der preußische Justizminister Dr. Beseler sei infolge der gegen ihn im Herrenhause gerichteten Angriffe amts- müde geworden. Beide Meldungen sind inzwischen of- siziös für unbegründet erklärt worden.
Die Nachricht, die Herrn v. Delbrück betraf, trug für jeden Kundigen den Stempel der Erfindung so deutlich an sich, daß es ihrer Ableugnung kaum bedurfte. Die hohe Auszeichnung, die ihm aus Anlaß der Erweiterung des Kaiser WWelm-Kanals zuteil geworden ist, hat inzwischen die Oeffentlichkeit darüber belehrt, was von den Gerüchten über seine „Ungnade" zu halten ist. Aber bei dem Justizminister Dr. Beseler liegt die Sache doch wohl etwas anders. Die Erklärung, die Herr Dr. Beseler im Herrenhause abgab, um ein strafrechtliches Vorgehen gegen die Demonstration der sozialdemokratischen Abgeordneten beim Kaiserhoch abzulehnen, erfolgte mit Einverständnis und Billigung des Staatsministeriums und seines Vorsitzenden, des Herrn von Bethmann Hollweg. Von einer Meinungsverschiedenheit zwischen Herrn Dr. Beseler und Herrn v. Hollweg kann also gar keine Rede sein.
Aber der preußische Justizminister ist von fast 73 Jahren. Es ist begreiflich, wenn • dürfnis nach Ruhe empfindet, und Herr Dr. selbst bei verschiedenen Gelegenheiten, schon
Bethmann ein Mann er das Be-
Beseler hat bei seinem
70. Geburtstage, im Freundeskreise die Absicht geäußert, sich ins Privatleben zurückzuziehen, ist aber immer wie- ;
der zum Bleiben veranlaßt worden. Die Vermutung liegt nahe, daß die Kritik, die an seinem Verhalten im Herrenhause geübt wurde, neue Abschiedsgedanken bei ---------------.
Herrn Dr. Beseler hervorgerusen hat. Trifft dies zu, < Nord-Süd-Bahn zur Erinnerung an die volkstümlcche so hat er sich, wie die „N. G. C." schreibt, abermals be- Benennung des Regiments „Maikäferstation" zu bewegen lassen, sie auszugeben. 1 nennen. Der Magistrat hat dem Vorschläge der Ver-
Mit schmerzendem Kopf und brennenden Augen lehnte sie im Sessel vor dem Schreibtisch. Es waren seit zwei Tagen die ersten Minuten der Erholung, die sie sich gönnte.
Spätnachmittag war es bereits abermals geworden; draußen regnete es schon stundenlang; dem vorzeitigen märzlichen Frühlingswetter von gestern war ein kalter, grauer Tag gefolgt.
Sie fröstelte. Der Abend kam ihr wieder ins Gedächtnis, als Franz seine schwere Erkrankung gemeldet. Da hatte es auch geregnet und gestürmt, und Mrübt in tiefer Seele waren sie auch gewesen. Aber daß es schon so bald noch viel trauriger werden sollte, hatten sie damals doch nicht gedacht, die Mutter so gut wie Magda- lene nicht. Ach, wie glücklich wäre die letztere doch jetzt gewesen, wenn der Bruder noch hinten im Stübchen gelegen, wenn sie ihn weiter hätte pflegen dürfen in inniger Schwesterliebe. Das ganze Leben konnte es so dauern, sie würde es nie überdrüssig geworden sein, hätten sie ihn nur noch, den Franz, den armen kranken Franz! Doch nein — der unerbittliche Tod hatte ihn hinweggerafft, bleischwer drückte der Schmerz über den Verlorenen sie darnieder. Und das würde nun so weiter gehen; jeden ferneren Tag, den sie und die Mutter erleben durften, würden sie auch den Verlust Franzens schmerzlich neu empfinden. Der Kummer, die Oede waren nicht auszudenken.
Und aufstöhnend schlug das Mädchen die Hände vor das Gesicht, und die heißen Tränen stürzten ihr aus den Augen.
Das Rolandsche Ehepaar nebst Tochter saß wieder
Politische Rundschau.
Dem englischen Flottenbesuch in Reval widmet die russische Presse warm gehaltene Leitartikel. Die „No- woje Wremja" begrüßt die englischen Gäste in einem in englischer Sprache geschriebenen Artikel. Das Blatt versichert, Deutschlands internationale Rolle sei in gewissem Sinne ausgespielt. Es habe durch fortgesetzte Rüstungen und Kriegsdrohungen (!) die Welt in Schach zu halten gewußt. Nunmehr sei es aber mit dem deutschen Prestige vorbei, seit Rußland und Frankreich • gleichfalls gerüstet seien; über die Drohungen könne man jetzt ruhig zur Tagesordnung übergehen. — Es wird uns freuen, wenn das Panslawistenblatt diese Ankündigung wahrmachen und seinerseits über Deutschland zur Tagesordnung übergehen sollte. Um so eher wird dann eine Verständigung mit denjenigen Stellen in Rußland möglich sein, die über Deutschland nicht zur Tagesordnung übergehen können, selbst wenn sie es tun wollten.
Huldigung der Düppelstürmer vor dem Kaiser. Die zur Düppelfeier in Kiel eingetroffenen Veteranen nahmen am Freitag abend zn einer Huldigung für den Kaiser Aufstellung auf dem Strandweg. Jeder trug die Kriegerdenkmünze und aridere Auszeichnungen, jeder einen Lorbeerkranz um den Hut. Unter ihnen befand sich auch Staatsminister a. D. v. Podbielski. Der Kaiser schritt die Front ab, indem er von Gruppe zu Gruppe einen „Guten Abend, Veteranen!" entbot, was kräftig erwidert wurde. Er zeichnete viele der alten Leute durch freundliche Ansprachen aus. Dann wurde der Parademarsch angetreten. Die Kapelle des Seebataillons setzte mit dem Düppeler Marsch ein in einem nicht allzu schnellen Tempo, und nun zogen die alten Düppelstürmer vorüber, keiner unter siebzig Jahren, entblößte^E Hauptes, voran die Generale und Exzellenzen, dann die Oesterreicher. Der Kaiser grüßte andauernd, zuletzt sprach er auf das freundlichste mit einem Invaliden, der nicht hatte mitmarschieren können. Das Publikum brächte den Veteranen und dem Kaiser stürmische Huldigungen dar.
Griechische Schiffskänfe in Deutschland? Griechische Blätter melden, daß die griechische Regierung demnächst von Deutschland zwei Zerstörer und zwei Unterseeboote ankausen würde. — Es dürfte sich, falls die Meldung sich bestätigt nur um ein Geschäft mit 6cut= scheu Privatwerften handeln. Offiziell sind die mehrfachen Meldungen über neue griechische Schiffsankäufe in Deutschland bis jetzt nicht bestätigt worden.
Die Erwiderung der griechischen Regierung auf die Antwortnote der Pforte ist, wie in Berliner diplomatischen Kreisen verlautet, in Konstantinopel einer günstigen Aufnahme sicher. Sie schafft für den Augenblick wenigstens die Gefahr eines Zusammenstoßes zwischen Griechenland und der Türkei aus der Welt, obwohl die zwischen den beiden Staaten schwebende Hauptfrage, die Juselsrage, von ihr nicht berührt wird. In unterrichteten Kreisen erachtet man es für sicher, daß diese Frage mit dem Augenblick, wo die Rückgabe der noch in den Händen Italiens befindlichen Inseln an die Türkei erfolgt sein wird, von Neuem aufgeworfen werden wird und daß dann der eigentlich entscheidende Moment für die Gestaltung der Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei gekommen ist.
Kleine Radiriditsa
Dem Obersten von Winterfeldt ist auf Vorschlag des französischen Kriegsministers das ' Kommandeurkrenz der Ehrenlegion verliehen worden. Oberst von Winterfeldt, der bekanntlich bei einem Automobilunfall schwer verunglückte, wird sich noch einige Zeit in Grisolles aufhalten.
Das Jnbilänms-Zeppelin-Lnftschiff „L Z 25" ist nunmehr auf der Zeppelin-Werft in Friedrichshafen sertiggestellt worden. Am Montag wird mit den Probefahrten begonnen werden. Das neue Luftschiff ist als neuntes Militärluftschiff gebaut worden.
„Parsevals" von Zeppelingrötze. Die Luftfahrzeuggesellschaft Bitterfeld plant eine Erweiterung ihrer Ballonhalle, um künftig auch „Parsevals" von der Länge der Zeppelinschiffe bauen zu können. Das nächste projektierte Schiff erhält 160 Meter Länge und zwei Gondeln.
Die erste Million Besucher ans der „Bngra". Die Zahl der Besucher auf der Leipziger Ausstellung für Buchgewerbe hat die erste Million erreicht. Im Durchschnitt kommen somit auf den Tag seit der Eröffnung der Ausstellung 20 000 Besucher.
Eine „Maikäferstation". Das Garöe-Füsilierregi- ment hat beim Berliner Magistrat beantragt, die in der Nähe der Kaserne liegende Untergrundbahnstation der
der Ver
tend später angezündet wurde, mochte man noch gern als etwas Anheimelndes, Langgewöhntes.
Es wurde viel und animiert gesprochen, besonders auf feiten der Damen, die gestern abermals in Dresden gewesen waren und nun von dort berichteten. Des „unumgänglichen" Besuchs bei Oberfinanzrats wurde natürlich mit besonderer Betonung Erwähnnng getan, ebenso des dabei zufälligen Begegnens mit Arthur, der als Intimus von Hans Förster nach wie vor ziemlich häufig im oberfinanzrätlichen Hause verkehrte.
Was die Einrichtung des zukünftigen jungen Ehepaares betraf, so arbeiteten nun so und so viele Dres- dener Geschäfte wacker darauf los, wie Frau Roland mit Genugtuung hervorhob; gleichwohl schien sie sich bezüglich Reichhaltigkeit und Luxus derselben immer noch nicht genug tun zu können. So überraschte sie zum Beispiel die beiden aufhorchenden Herren mit den neuen Projekten, daß sie die Malereien im Speisesaal der für das Brautpaar augekauften Villa von Malern aus der Meißner Manufaktur ausführen lassen wollte und daß zweitens Elses Zimmer in einem ganz anderen als dem früher vorgesehenen Stil eingerichtet werden würde. Letzteres auf den Ratschlag Fräulein Margot Försters, die, selbst mit künstlerischem Talent begabt, in liebenswürdig aufopfernder Weise den neuen Plan eigens entworfen hatte.
„Mein Zimmer wird aber nun auch märchenschön!" beteuerte Elfe mit glänzendem, vielsagendem Blick dem Verlobten. „Du wirst staunen, Hermann, wenn Du dieses Allerheiligste zum erstenmal Betreten darfst!*
Er lächelte still, wie im Erschauen von ZukunftS- glück.
„Es soll wohl so eine Art Ueberraschung für rnich werden?" fragte er, der Braut tief in die Augen sehend und seinen Arm zärtlich um ihre Schulter legend.
Sie nickte.
(Fortsetzung folgt.),