Gewalt untersteht, durchzusetzen. Das Verfahren ist noch im Gange.
Inzwischen standen sich auf der einen Seite Vater und Gatte, auf der anderen Seite Frau Lemma vor Ge- richt Won gegenüber. Es gelang Jzzet Pascha, eine gerichtliche Verfügung zu erwirken, in der der Trieffer Bank verboten wird den in ihrem Depot befindlichen Schmuck ohne gerichtliche Bewilligung herauszugeben und ferner Frau Lemma untersagt wird, den noch in ihrem Besitze befindlichen Schmuck zu veräußern oder zu verpfänden.. Man droht ihr also mit dem Schrecken der Armut. Sie will sich auch dadurch nicht einschüch- tern lassen und erklärt, lieber auf ihren Schmuck ver- zichterl zu wollen als nochmals in die Türkei zurückzu- kehren. Sie spricht geläufig englisch und französisch und will sich im Notfalle als Sprachlehrern» fortbringen. Indessen. zerbracht man sich bei Gericht den Kopf, wie der verwickelte Prozeß der türkischen „Entzauberten" zu lösen sei.
Gericht und Recht«
™ s Ei« Kaplan vor dem Kriegsgericht. Der Kaplar» Johann Adam ans.Algringen, der sich vor dem Kriegsgericht der 33. Division in Metz wegen Achtungsverletzung in Berbinduilg mit Beleidigung von Vorgesetzten und wegen Sachbeschädigung zu verantworten hatte, wurde freigesprochen, da ein schlüssiger Beweis für seine Täterschaft nicht erbracht werden konnte. Er sollte, wie wir berichteten, während seiner Festungshaft in Magdeburg die Wände seiner Zelle mit für Deutschland und die Armee beleidigenden Schürften beschmiert und seinen Name»» darunter gesetzt haben.
Unterschlagungen eines Landbriefträgers. Das Göt- tinger Schwurgericht verurteilte den 24jährigen Landbriefträger Karl Jütte aus Harste. wegen Unterschlagung im Amte zu einem Jahre drei Monaten Gefängnis. Jütte hatte einzelne Summen ihm zur Bestellung mitgegebener Postanweisungen unterschlagen, die Marken von Briefen entfernt und die Briefe selbst vernichtet, einen Brief geöffnet und ihm einen Geldschein entnommen, sowie kleine Urkundenfälschungen begangen.
Ein Hexenmeister vor Gericht. Ein eigenartiger Heilkundiger stand in der Person des Händlers Martin Standtner aus Peine vor der Strafkammer des Landgerichts in Hildesheim. Der Angeklagte steht in einer Anzahl Dörfer in der Umgegend von Peine und Gif- horn in dem Rufe eines „Hexenmeisters", der auch Menschen und Vceh von allen Krankheiten befreien könne. Die eigenartige Kur, die der Hexenmeister mit feinen Patienten vornahm, bestand darin, daß er ihnen ein Beutelchen mit zerkleinerten Feuersteinen, Schwarzwürfel und Teufelsfett um den Hals hing. Dieses Amulett durfte aber nur der Angeklagte öffnen und abnehmen. Der Angeklagte erklärte auf Befragen, daß die Wirkung seines Mittels darin bestehe, daß der Feuerstein in dem Beutelchen Elektrizität erzeige, die die Krankheit anziehe. Wenn dann das Beutelchen vorsichtig abgenommen werde und man schütte seinen Inhalt in einen Fluß, dann schwimme die Krankheit einfach fort. Es ist kaum zu glauben, daß auf diesen plumpen Schwindel noch jemand hineinfallen konnte, und doch hatte der Angeklagte in einigen Ortschaften eine gute Kundschaft, die ihm 5 bis 30 X. für seine Bemühungen zahlte. Der Angeklagte erklärte, mit seinem Mittel alle Krankheiten heilen zu können. Vom Schöffengericht Peine, das für die Heilweise des Angeklagten wenig Verständnis zeigte, war der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer kostenpflichtig verworfen.
Vermischtes.
Der Lotse des Kaisers auf der Unterelbe. Der Kaiser hat bei Beendigung der Unterelbe-Regatta des Norddeutschen Negattavereins, die am Dienstag auf der Strecke Cuxhaven-Brunsbüttel-Cuxhaven zur Aussege- lung kam, dem Lotsen seiner siegreichen Jacht „Meteor", dem Cuxhavener Staatslotsen Schirmer, unter anerkennenden Worten das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber überreicht. Der Cuxhavener Staatslotse Schirmer fungiert bereits seit 12 Jahren als Kaiserlotse für das Gebiet der Unterelbe und Elbmtindung. Er kam damals zum ersten Male als Lotse auf den in Amerika gebauten „Meteor", als dieser am Regattatage der Unterelbe- Regatta des Norddeutschen Regattavereins seine erste Segelwettfahrt machte. Dem Kaiser scheint dieser Lotse, eine echte Seemannsgestalt, mit seiner ruhigen, besonnenen Art besonders zugesagt zu haben,' denn seit die- ler Zeit lotst Schirmer alle kaiserlichen Fahrzeuge auf der Unterelbe, und der Monarch hat ihn in diesem Zeft- raum bereits wiederholt durch Ueberreichung wertvoller Geschenke ausgezeichnet.
, König Nikita in München. König Nikita von Montenegro hat sich wegen eines Magenleidens in Behandlung eines Münchener Specialisten begeben. Von einem recht scherzhaften Interview, das der König ohne weiteres gewährte, wird in Münchener Journalistenkrecsen berichtet. Der Kronprinz führte den Journalisten sofort zum König, der ohne viel Federlesens ungefähr folgendes sagte: So ein Interview kann doch n tr dann von Interesse sein, wenn man etwas Neues hört. Neues zu sagen sei ihm unmöglich, da es dort unten gar nichts Neues gäbe. Und wenn es passiere, so seien die deutschen Zeitungen so gut informiert, daß er das Neue erst aus diesen Zeitungen lese. Damit war das Interview beendet.
Festnahme eines Falschmünzers. Der Arbeiter Loher in München betrieb als Spezialität die Vergol- dung von Einkronen-Stücken und ihre Ausgabe als 20 Mark-Stücke. In München war ihm sein Trick in 30 Fallen gelungen. Als ihm der Boden dort zu heiß wurde, verließ er München und fuhr über Leipzig und Haue. wo er wahrscheinlich wie in anderen Orten seine Geichafte zu machen suchte, nach Berlin. Dort erreichte ihn mm Mittwoch sein Schicksal in einem Konfitürenge- schaft Er hatte einen kleinen Betrag zu zahlerr und gab eine oOAkark-Note hm, dann „besann" er sich, daß er genug Kleingeld habe, vertauschte aber eines der ihm herausgegebenen 20-Mark-Stücke mit einer vergoldeten Krone. Der Verkäufer merkte den Schwindel, verfolgte den Fliehenden und ließ ihn festnehmen. Hierbei versuchte Loher, einen Münchener Beförderungsschein zu verschlucken, auf dem feine Adresse stand. Die von Berlin aus verständigte Münchener Polizei konnte noch in der Nacht drei Komplizen festnehmen.
Grotzstadtelend. An der Schloßfreiheit in Berlin wurden zwei junge, ärmlich gekleidete Mädchen beobachtet, die planlos umherirrten. Als sie dann gegen 7 Uhr abends über die Schloßbrücke gingen, sprangen sie plötzlich, einander eng umschlungen haltend, über das Geländer hinweg in die Spree, in deren Fluten sie ver- lchu>auden. Mehrere mit ihren Kähnen auf der Spree Schiffer ruderten eiligst herbei, und es gelang me beiden Mädchen zu retten. Sie hatten bereits «?Z,.EiWuhtsetn verloren, auf der Rettungswache am UE,?M^kt gelang es jedoch dem Arzt nach längerem Bemühen, sie ins Leben zurückzurufen. Nachdem sie sich
einigerlnatzen erholt hatten, erzählten sie ihre Leidensgeschichte. Die ältere der beiden, die 20 Jahre alte Verkäuferin Amanda Zilz, war vor zwei Jahren, nachdem sie ihre Eltern verloren hatte, aus Westpreutzen nach Berlin gekommen und hatte hier Stellung gefunden. Sie befreundete sich mit der jetzt 17 Jahre alten Arbeiterin Margarete Kamin, die ebenfalls eine Waise ist, und in demselben Betriebe beschäftigt war. Vor einigen Monaten verloren beide ihre Stellungen. Da sie sich vergebens um Arbeit bemühten, waren die geringen @r= sparnisse bald aufgezehrt, der Hunger stellte sich ein, und seit Tagen hatten sie nichts genossen. Am Dienstag setzte sie die Wirtin auf die Straße, weil sie die Miete nicht bezahlen konnten. Ohne Nahrung und Obdach irrten sie nun umher, bis sie die Verzweiflung zu dem gemeinsamen Selbstmordversuch trieb.
Die Grenze für die Größe der Schiffe. Jedesmal, wenn ein noch größeres als alle übrigen vom Stapel lauft, kaun man sicher sein, daß Veröffentlichungen von Sachkundigen und Nichtsachknndigen erscheinen, die voraussagen, daß wir bei der jetzt immer schnelleren Größenzunahme bald erwarten dürfen, 800 und noch mehr Meter lange Schiffe gebaut zu sehen. Berti»», der frühere Chef für Schiffsbauteil in Frankreich, hat nun in einer der Akademie der Wissenschaften übergebenen Abhandlung nachzuweisen gesucht, daß es doch eine Grenze für die Größe noch mit Vorteil zu verwendender Seeschiffe gebe. Er beweist, daß neben der zunehmenden Größe eine noch schnellere Zunahme des Eigengewichts solcher Schiffskolosse einhergehe. Die ungeheure Größe eines Bootes von 90 000 Tonnen würde seiner Berechnung nach eine so schwerwiegende Konstruktion erfordern, daß neben dem Raume für die Maschinen und die Kohlen nur noch ein Laderaum für 465 Tonnen übrigbliebe. Seiner Ansicht nach hat ein Schiff von 50 000 Tonnen noch mit die günstigsten Raumverhältnisse für die Nutzfracht. Der Laderaum im Verhältnis zur Größe der Schiffe ist aber bei solchen von 30 000 Tonnen am größten. In bezug auf ihre Schnelligkeit erklärt er die Fahrzeuge vor» 40 000 Ton- nen für die vorteilhaftesten. Natürlich gründen sich diese Berechnungen auf den gegenwärtigen Stand der Schiffs- baukunde. Kräftigere Maschinen bei gleichem Gewicht müßten sie schon verändern und ebenso vielleicht ein neues Verfahren zur Stahlerzeugung, wodurch das Eigengewicht des Schiffskörpers verringert würde.
Was französische Soldaten alles verlieren. Daß jede Stadt Fundbureaus hat, in denen sich die unwahrscheinlichsten Gegenstände ausarumeln, ist bekannt und nichts Außergewöhnliches. Einzig in seiner Art aber dürfte das Fundbureau sein, von dem die Pariser Zeitung „Excelstor" berichtet und in dem gefundene Waffen und militärische Gegenstände jeder Gattung, ausgenommen allerdinqs Kanone»» und Mitrailleusen, aufbewahrt und nie reklamiert werden. Dieses famose militärische Fund- bureau ist in Paris, und unter den gefundenen und dorthin gebrachten Waffen befinden sich ein Lebel-Ge- wehr, ein Kavallerie-Karabiner, 24 Bajonette, 5 Kavalleriesäbel, 7 Offizierssäbel und andere militärische Gegenstände. Unter den Offizierssäbeln sind einige, die schon stark verbraucht aussehen, während andere sich noch in einem guten Zustande befinden, aber alle sind versilbert oder vergoldet und mit Monogramm verziert.
Das trinkfreudige England. Nach Ausweis der amtlichen Statistik stellt der Verbrauch des Vereinigten Königreichs an alkoholischen Getränken und Branntwein pro 1913 einen Wertbetrag dar, der den im Vorjahr erreichten wesentlich übersteigt. Es wurden 1913 für mehr als 133 Millionen Mark alkoholischer Getränke konsumiert, sodatz auf den Kopf der Bevölkerung ein Durchschnittsbetrag von rund 72 Mark entfällt. An Schankstätten wurden im genannten Jahre 141000 gezählt, das macht für je 330 Personen eine Schankstätte, wobei die privaten Verkaufsstellen in den Klubs außer Ansatz bleiben. Im gleichen Jahre wurden vor dem Zuchtpolizeigericht 364 000 Anklagen wegen Trunkenheit verhandelt, und in England allein, ausschließlich Schottland und Irland, starben an Alkoholvergiftung 2802 Männer und 2074 Frauen.
Durazzo in größter Gefahr. x
Abfall der Miriditen und Malissoren.
Fürst Wilhelm hat mit den Miriditen und Malissoren Prenk Bib Dodas eine arge Enttäuschung erlebt. Die Leute weigern sich entschieden, gegen die Aufständischen zu kämpfen. Von katastrophalen Folgen für Du- razzo und den Fürsten kann die Hiobsbotschaft begleitet sein, daß ungefähr 800 „fürstentreue" Malissoren zu den Aufständischen bei Schiak übergegangen seien. Wenigstens 3000 Mann feuerdisziplinrerte europäische Infanterie und Artillerie wären nötig, um Durazzo zu retten und ein Christengemetzel zu verhindern. Die Aufständischen haben, wie aus Durazzo nach Rom gemeldet wird, wissen lassen, daß sie nach der gegenwärtigen Lage auf keinen Fall gesonnen seien, sich dem Fürsten Wilhelm noch cu unterwerfen. Von einer Erstürmung Du- razzos würde abgesehen werden, allein man werde an den Fürsten die direkte Aufforderung ergehen lassen, a b z u d a n £ e n. Der Fürst besitze zurzeit keinerlei tatsächliche Machtmittel, um dem Willen der Aufständischen ^ Jn^Rom^mmmt man zwar wieder einmal an, daß nach den wiederholten Niederlagen der fürstlichen Truppen die Abdankung des Mbret unvermeidlich geworden sei doch soll Fürst Wilhelm den diplomatischen Bertre- ern erklärt haben, daß er nur der Gewalt weichen und, so lanae er könne, die Mission, die ihm Europa über- -aae babe erfüllen werde. Er sei zum A euß erst? nent schlössen sobald die Aufständischen in
Durazzo eingedrungm sein würden.
Angriffe auf die Christen in Skutar».
Mailänder „Union" meldet aus Skutari: Nach Abzug der Miriditen nach Durazzo ist Skutari vw SÄ WamM » statt Die neuen Amtsschilder , des Fürstentums „sind nachts von den öffentlichen Gebäuden ourch Bubenhände entfernt worden. Die fremden Konsulate haben um Entsendung von Schutztruppen für die ausländischen Mcderlassungen ersucht. _______•
t* neuestes vom Cage.
®” Z^:ZZm. ^£er“&fer am« Beute vormit- taa an Bord seiner Segeljacht „Meteor", um an der Wettfahrt teilzunehmen. Als Gäste auf dem „Meteor" waren geladen Prinz Heinrich, .Großadmiral von Tir- pitz, der englische Botschafter Goschen, der englische Vizeadmiral Warrender. Der Start ging bei schönem, frischem Wetter vonstatten.
^Danzia^M. Juni" Das Militärluftschiff „Z 4" erschien heute vormittag von Königsberg kommend Über der Stadt für ^ dem großen Exerzierplatz und warf dort einer -; — mit einem Gruß an alle Ostmar- kenflieger Lc.. Dann kehrte es nach Königsberg zurück.
Sechzehn Bauarbeiter verunglückt.
^ Leipzig, 26. Juni. In Breitendorf ereignete sich ein schweres Bauunglück. Bei einem Neubau stürzte ein Gerüst zusammen, auf dem sich 16 Arbeiter befanden und begrub sie unter den Trümmern. Alle Arbeiter wurden schwer verletzt. Mehrere befinden sich in Lebensgefahr.
Ein schwieriges Rettungswerk.
H-» Wanne, 26. Jmri. Von den drei am Mittwoch nachmittag auf Zeche Plutow verschütteten Bergleuten wurden gestern abend zwei nach zweiurrdzwauztgstün- diger Rettungsarbeit als Leichen geborgen. Auch der dritte dürfte wohl kaum lebend geborgen werden können.
Ein Pionier-Einjähriger ertrunken.
Munden, 26. Juni. Auf dem benachbarteil Was- serübunasplatz ist heute der Einjährig-Freiwillige Mühlhatlsen vom hiesigen Pionier-Bataillon verunglückt. Der Ertrullkelle stammt aus Hauau und ist der Sohn eines Forstassessors.
Die Ursache der Pariser Erd stürze.
w, Parts, 26. Juni. Aus dem Bericht des Generaldirektors des Bergwesens geht hervor, daß die großen Erdstürze in Paris nicht auf das Unwetter, sondern auf die leichtfertigen Arbeiten bei der Untergrundbahn zurückzuführen sind, die bet einiger Vorsicht hätten vermieden werden können.
Der Prozeß gegen Frau Caillaux.
»-^ Paris, 26. Juni. Der Vorsitzende im Prozeß gegen Frau Caillaux hat im Einverständnis mit dem Oberstaatsanwalt beschlossen, zu den Verhandlungen, die sechs Tage dauern dürften, außer den Zeugen und Sachverstündigelt lediglich die Mitglieder der Advoka- tcnschaft und die Presse zuzulasse,!. Insbesondere wird Frauen der Zutritt versagt werden.
Furchtbare Tat eines wahusiuuigen Patienten.
c*-» Paris, 26. Juni. In St. Maximes durchschnitt ein plötzlich tobsüchtig gewordener Patient dem Arzt Dr. Dorret mit einem Rasiermesser die Kehle und biß einem Gendarmen der ihn festnehnlell wollte, die Nase ab. Ein anderer Gendarm schoß den Wahnsiltttigen Nieder.
Ein Vermächtnis für das Louvre.
Mb Parts, 26. Juni. (B. Z.) Der vor einigen Tagen in Florenz verstorbene Achilles Baille hat dem Louvre eine Million Francs vermacht, deren Zinsen alljährlich für den Ankauf von Gemälden verwandt werden sollen.
Die unzufriedenen Pariser Postbeamten.
o-* Paris, 26. Juni. 4000 Unterbeamte der Postun d Telegraphenverwaltung hielten gestern eine Versammlung ab und billigten die Handlung ihrer Kameraden. Sie erklärten sich solidarisch mit ihnen und hießen die Maßnahmen für gut, welche die Syudikatsver- waltung vorfchlageu werde.
Vereiteltes Attentat einer Suffragette.
m> Nottingham, 26. Juni. Dem Polizeigericht wurde eine Frau vorgeführt, die kurz vor der Ankunft des Königspaares in der Nähe der cum Empfange der königlichen Gäste errichteten Tribürre verhaftet worden war. In ihrem Besitze würden Explosivstoffe, Zlfttd- schnur und eine Flasche Benzin vorgefuttden sowie Flugschriften der Suffragetten.
Greueltaten chinesischer Bauden.
m> Peking, 26. Juni. Meuternde Soldaten haben gestern mit den Räuber»! die Stadt Kalgan geplündert und einen Teil derselben • zerstört. Die Plünderung dauerte von Mittwoch abend bis Donnerstag früh 4 Uhr. Unter den Einwohnern wurde ein Blutbad angerichtet. Die Telegraphenleitungerr find zerstört. Die Fremden- niederlassungen sollen unversehrt sein.
Die Brandkatastrophe in Amerika.
w Neuyork, 26. Juni. (B. Z.) Späteren Nachrichten aus der Stadt Salem im Staate Massachusetts zufolge war der Brand gestern abend noch nicht gelöscht. Das Feuer hat das Zentrum der Stadt ergriffen und bereits die halbe Stadt zerstört. Das Elektrizitätsrverk ist niedergebrannt und die Stadt ohne Licht. Der Schaden beträgt bereits mehr als 20 Millionerr Dollar. Zehtl- tausend Menschen sind obdachlos. Bei der Explosion der Oeltanks wurden fünfzig Mensche»» verletzt. Fast alle öffentlicher» Gebäilde der Stadt sind vernichtet. Der Brand ist noch immer nicht gelöscht.
Berliner Getreide- und Viehmarkt.
Die Tendenz des Berliner Getreidemarktes zeigte in der am 24. Juni abgeschlossenen Berichtsrvoche ein recht verschiedenartiges Aussehen. Die gltt»»zenden Ernteaussichter» Norönirrerikas für Weizen Haber» ein starkes Angebot in dieser Frucht von dort her auf dem Weltmarkt zu nachgiebigen Forderungen veranlaßt. Die billigen Frachte»» erleichtern die Unterbringung. Diese Verhältnisse blieben nicht ohne Eirrfluß auf die Preis- betvegung für Weizen auch am Berliner Markte. Einer» Rückhalt bot aber die Knappheit an verfügbarer Ware, sodatz die Abschwächungen gegen die Vorrvvche nicht über eine Mark Hinansgingen. Noch entschiedener Eam der Warenmangel bei Rogger» und Hafer zur Geltung. Rog- gen Julilieferung gewann 2% Mark, spätere Sichten % bis % Mark. Hierbei mögen auch mancherlei Klagen über z»» geringe Feuchtigkeit aus den östlicher» Gebieten sowie Befürchtutlgen hinsichtlich eingetretener Schäden
durch Regenfälle bei der Roggenblüte von Einflutz gewesen sein. Hafer stellte sich gleichfalls für den Juli- termir» um mehr als 2 Mark teurer. Eine Ursache für die Widerstandsfähigkeit des hiesiger» Marktes bildeten auch die sich zu»n Teil widersprechende»» Berichte über die Ernteanssichten Rußlands und Ungarns, sowie die hinter den Erwartungen z»»rüübleiberiden Wetzer»ver- schiffungen Indiens und Australiens. Am letzten Tage wirkten auch die nicht für ersprießlich erachteten heftigen Gewitterreger» befestigend für Roggen. Mais stellte sich auf niedrigere arnerikanische Notierungen billiger. Am letzte»» Tage der Berichtswoche wurden für Lieferung im September nachstehende Preise notiert: Weizen 194, Roggen 164,25, Hafer 161,50, Mais 139,75.
Lebendgewichtpreise des städtischen Viehmarktes. Ochsen: vollst., ausgemäst., höchst. Schlachtw. 47—48 .X, jungfleisch., nicht ausgem. und ältere ausgem. 43—45 .//„ mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40—42 X Blüten: ausgewachsene, höchst. Schlachtw. 44 ./Z vollst, jüngere 42—43 X mäßig genährte jüngere und gut nährte ältere 38—40 ^ Färsen: vollst., ausgem. Färse»» höchst. Schlachtw. 41-43 .# Kühe: vollst, ausgem. höchst. Schtachtw. bis zu 7 Jahren 38—40 X ältere ausgem. und wenig gut entwickelte jüngere 33—36 X mäßig genährte Kühe und Färsen 33—36 X gering genährte Kühe und Färsen — Jl. Jungvieh: gering genährtes — ^ Kälber: Doppellender feinster Mast 85—96 X feinste Mastkälber 63—64 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 57—60 X geringere Mast- und gute Saugkälber 50—55 X Heringe Saugkälber 40—47 Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast Hammel 46—48 X ältere Masthammel, geringere Mastlämn»er und gut genährte junge Schafe 40—45 X mäßig genährte Hammel und Schafe 32—38 ^ Schweine: Fettschweine über 3 Ztr. — X vollfleischige 240 300 Pfd. 46 X 200—240 Pfd. 44—46 X 160—200 Pfd. 44-45 X unter 160 Pfd. 43 bis 44 X Sauen 41—42 X
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