Waffenstillstand In Durazzo.
* - Mbret und die Holländer.
Die Kämpfe zwischen den Truppen des Fürsten Wilhelm von Albanien und den Rebellen, öie.Durazzo immer von neuem angreifen, sollen für einige Tage aufhören, denn ein Waffenstillstand ist abgeschlossen, damit eine Zusammenkunft von Vertretern beider Parteien stattfinden kann. In der friedliebenden Bevölkerung aller europäischen Staaten ist man der unnützen Kampfe längst überdrüssig, die immer neue Opfer verschlingen, ohne daß die Lage geklärt wird. Die Machte, die das Gebilde des albanischen Fürstentums geschaffen, und dem Prinzen Wied die Zustimmung zur Thronbesteigung erteilt haben, müßten nach allgemeiner Auffassung auch dafür sorgen, daß Ordnung und Ruhe m dem geplagten Ländchen einkehre, und einige Regimenter würden dem Skandal ein Ende setzen können, aber das ganze Intrigenspiel um den Orient offenbart sich in Albanien in traurigster Weise. Die Flottenkundgebung der Seemächte hat bisher keinerlei Eindruck auf die Aufständischen gemacht, was mit ziemlicher Sicherheit voraus- zusehen war.
Der Waffenstillstand entspringt wohl der Müdigkeit der Kämpfenden in beiden Lagern. Die holländische Militärmission zeigt sich sehr verstimmt, daß sie über die zeitweilige Einstellung der Feindseligkeiten nicht befragt wurde. Sollte der Konflikt sich verschärfen, der leider schon seit einiger Zeit in der Luft liegt, so würde Fürst Wilhelm seine stärkste militärische Stütze verlieren. Mit der Fürstentreue der Miriöiten soll es nicht besonders weit her sein. Diese Stammesleute versteifen sich samt den Malissoren auf die Behauptung, daß sie nur zum persönlichen Schutze des Fürsten Wilhelm nach Durazzo berufen seien, aber nicht zum Kampfe gegen die Aufständischen. Die internationale Kontrollkommission war mit der Heranziehung der Miriöiten and Malissoren auch wenig einverstanden und mahnte davon ab. Der persönliche Schutz des Fürsten, wie sich die Albanier das vorstellen, ist an und für sich eine höchst angenehme und dankbare Aufgabe, bei deren Erfüllung man ausgezeichnet frühstücken kann. Die mo- hammedanischen Albanier erfüllten sie Jahrzehnte hindurch am Hofe des Sultans mit Vorliebe. Die katholischen Albanier glaubten die gleiche schöne Rolle beim Fürsten in Durazzo übernehmen zu können. Man möchte wie einst die Leibgarde Aboul Hamids leben. Doch die schönen Tage von Jildis Kiosk sind zu Ende. Ein deutscher Offizier wie der Fürst von Wied fordert Tapferkeit auf dem Schlachtfelde, wenn die Kugeln pfeifen, aber das behagt den Miriöiten und Malissoren sehr wenig, denn Gefahren mögen sie sich nicht aussetzen. Schutz und Schirm hat der Fürst von Albanien schon durch die Mannschaften der fremden Kriegsschiffe, da die Truppen der Mächte sich aus die Pflichten eitler Schlotz- wache beschränken.
Es heitzt immer noch, daß die Italiener mit den Mohammedanern Albaniens sympathisieren — also auf Seiten der Rebellen stehen. Die katholischen Albanier, deren Geistliche durchweg von Oesterreich besoldet werden, deren Kirchen und Schulen von Oesterreich unterhalten werden, deren auserwählte Jugend in Oesterreich erzogen wird, und die auch sonst manchen Vorteil von Wien aus genießen, sind für die italienischen Ränke- lvinuer nicht zu haben. Es gibt zwar auch im Süden des Landes einige mohammedanische Beys, die zu Oesterreich halten, aber im allgemeinen neigen die Moslems Albaniens zu Italien. Jungtürkische Stimmen prophezeien, daß weder die Türkei noch Italien den Vorteil von einem Sturze des Fürsten Wilhelm ziehen würden, sondern Oesterreich. Frankreich werde Albanien lieber in den Besitz Oesterreich-Ungarns als Italiens übergehen sehen. Zwischen Frankreich und Oesterreich beständen weder im Mittelmeere noch anderswo Interessengegensätze. Den Italienern müsse eine Lektion erteilt werden, denn ihre Ansprüche in Afrika, in Kleinasien und auf den ägäifchen Inseln und in Albanien schienen allmählich einen Umfang anzunehmen, der unerträglich werde.
Diese Beurteilung der Lage läßt erkennen, daß Italien auch am Bosporus mit Mißtrauen beobachtet wird. Im Interesse des Dreibunds ist dringend zu wünschen, daß die Eifersüchteleien wegen Albanien auf das italienische Volk beschränkt bleiben und nicht auf die Regierung hinübergreifen, die bisher einen korrekten Standpunkt gegenüber Oesterreich eingenommen hat.
Die Kosten des Kampfs in der Sstmark.
Der Kampf um die nationale und wirtschaftliche Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark hat gewaltige Anstrengungen und — noch gewaltigere Kosten verursacht. Will man ein richtiges Bild von der schwierigen und kostspieligen Arbeit gewinnen, die hier in langen Jahren geleistet worden ist, so braucht man sich nur daraufhin das Wirken der Ansiedlungskommission an-
Die «echte Wahl
Roman von HeleneMerkel.
(Nachdruck verboten.)
Und von dem Arzte glitten Franzens Blicke hinüber zu der Schwester, die, das einfache dunkle Pelzbarett auf dem Kopse, inmitten des anstoßenden Wohn- zimmers, zu dem die Türe offen geblieben war, stand: ste hatte, als der Doktor kam, gerade weggehen wollen zum Unterrichterteilen.
Nun trat sie lächelnd herzu.
. sorgt sich immer so viel wegen seines Be- bemerkte ste zu dem Arzte. „Ich habe ihn schon östers deswegen gescholten."
^ ^m gesagt, daß er es noch läßt mit Franz mit einem An- lene 2 "Gut überhaupt, Magda-
eE^d -e Kcage gleich einmal in Deiner Gegenwart Herr Doktor, bitte, was meinen S mir hat von der nächsten Saison
M 'er SMdttW^ S Oberst günstige Anstellung am r .9 ^-mottyeater erhalten und möchte mich zu der gleichen bereden, und da will sie — Magdalene — mir ebenfalls"« ^ wenigstens ansauae, mich ebenfalls um eme neue Stellung zu bemühen!"
".^?ese Anordnung Ihrer Fräulein Schwester ist nur zu billigen, mein lieber Herr Döring!" entschied der ^-OxmWf?cV^ bestimmten Tone, während ^.^U^en den^Geschwistern hin- und herblickte. „Wenn hin eine Anstellung er- hielten und dieselbe noch unbefriedigenden Gesundheits- zuftandes halber nicht antreten könnten, so wäre dies gewiß weit schmerzlicher und schwerer für Sie, als wenn Sie sich gleich freiwillig noch zu einigem Warten entschlössen!"
Franz mußte das zugeben.
zusehen, öte ja in erster Linie als Vorkämpferin der deutschen Interessen in den bedrohten gemischtsprachigen Landesteilen des deutschen Ostens aufzutreten berufen ist.
Man hat im allgemeinen nur schwer eine Vorstellung davon, welch enormer wirtschaftlicher Anstrengungen es bedarf, um dem Vordringen des Polentums genügenden Einhalt bieten zu können. Seit mehr als 25 Jahren ist die Ansiedlungskommission am Werke, ihre Arbeit hat seit dem Tage ihres Bestehens ein Kapital von nicht weniger als 822 Millionen erfordert. Setzt man die Einnahmen, wie sich auf Grund des neuesten statistischen Materials ergibt, zu 273 Millionen an, so bleiben immer noch 549 Millionen reine Ausgaben, die die Wahrnehmung der Interessen des Deutschtums im Laufe der Jahre erforderlich gemacht hat. Gewiß eine stattliche Summe, die eine beredte Sprache spricht für den Ernst und die Wichtigkeit, die man dem Kampf um das Deutschtum in der Ostmark beilegt.
Ist man auch noch weit entfernt von dem Ziel einer endgültigen Germanisierung der gefährdeten Lan- öesteile auf friedlichem Wege, so ist doch bisher schon große und erfolgreiche Arbeit getan worden. Von 1886 bis Ende 1913 sind nicht weniger als 1372 Güter und Bauernwirtschaften angekauft worden, die eine Boden- fläche von 438 560 Hektar ausmachen und 450 Millionen Mark gekostet haben. Die Zahl der deutschen Ansiedler stellt sich zur Zeit auf 21257, eine weitere, nicht nner= Löbliche Vermehrung ist durch die Rückkehr zahlreicher Ansiedler aus dem Auslande eingetreten.
Politische Rundschau.
Der Kaiser an die Deutsche Landwirtschaftsgesell- schaft. Auf ein Huldigungstelegramm, das die Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft an den Kaiser gesandt hatte, ist folgende Antwort an den Präsidenten der Gesellschaft Fürsten Adolf zu Schaum- burg-Lippe eingegangen: „Der Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft meinen herzlichsten Dank für die freundliche Begrüßung. Es war mir eine große Freude und herzliche Befriedigung, wieder einmal unter den Mitgliedern der Gesellschaft weilen und mich von den neuesten Errungenschaften und Fortschritten der deutschen Landwirtschaft überzeugen zu können."
Teilung des Reichsamts des Innern? In politischen Kreisen soll der Meldung eines Berliner Blattes zufolge neuerlich von der Notwendigkeit gesprochen werden, eine Teilung des mit Arbeitsstöff überlasteten Reichsamts des Innern vorzunehmen und ein eigenes „Reichsamt für Sozialpolitik" zu schaffen. Die Erörterungen hierüber haben schon vor mehreren Jahren eingesetzt. Gewiß hat sich das Ressort des Innern auch in den letzten Jahren ständig vergrößert. Die Anforderungen an die Arbeitskraft seines Leiters sind derart gewachsen, daß selbst ein so zäher Arbeiter wie Staatssekretär Dr. Delbrück sich auf ärztliches Anraten genötigt gesehen hat, einen Urlaub von vier Monaten an- zutreten. Aus dieser Tatsache aber die Folgerung zu ziehen, daß sich die Teilung nun nicht mehr werde umgehen lassen, scheint verfrüht. Solange Herr Delbrück die Zügel noch in der Hand hat, wird daraus kaum etwas werden und da noch jüngst den Gerüchten vom Rücktritt dieses verdienstvollen Staatssekretärs ein promptes Dementi folgte, wird die Verwirklichung dieses Planes zweifellos einer fernen Zukunft vorbehalten sein.
Der Wehrbeitrag der norddeutschen Großstädte. Aus einer von der Rheinisch-Westfälischen Zeitung über die Höhe des Wehrbeitrags in den Großstädten veranstal- teten Rundfrage ergibt sich, daß 28 norddeutsche Groß- staötgebiete mit einer Gesamteinwohnerschaft von 8 464 233 Personen mit ihrem Beitrag von 293 640 312 Mark etwa drei Zehntel des geforderten Wehrbeitrags aufbringen. Die Aufzählung zeigt ferner, wie außerordentlich verschieden die Kapitalkraft der Städte ist. Neben reichen Städten wie Wiesbaden, Charlottenburg, Frankfurt a. M. u. a., bet denen der Anteil bis zu 80 bis 100 Mark auf den Kopf der Bevölkerung ansteigt, stehen andere Städte, wie Kiel, Danzig, Neukölln usw., die kaum 10—12 Mark auf den Kopf ihrer Einwohnerschaft zu leisten haben. Da die durchschnittliche Verteilung des Wehrbeitrags auf den Kopf des Einwohners in den 28 Stadtgebieten sich auf 34,70 Mark berechnet, so würde bei Zugrundelegung derselben Durchschnittszahl der Wehrbeitraq der noch fehlenden 15 norddeutschen Großstädte mit ihrer Gesamteinwohnerzahl von 3 796 270 Personen 131730 569 Mark betragen, ö. h. die 43 norddeutschen Großstädte würden zusammen einen Wehrbeitraa von 425 370 881 Mark aufbringen.
Frankreich scheut keine Opfer für seine Bündnisse. Der französische Marineminister gab am Montag zu Ehren des Generalstabschefs der russischen Marine Russin ein Frühstück. Dabei brächte der Minister einen Trinkspruch aus den Admiral aus, indem er sagte: Wir
sprechen! Nun auch Sie abraten, Herr Doktor, sehe ich es ein, daß es sich mit meiner Stimme doch nicht so schnell wieder heben wird! So schwach und wenig ausdauernd, wie diese jetzt ist, hielte ich das Sprechen nicht einen Akt lang aus, geschweige denn iMhrend drei oder vier! Magdalene hat also recht gehabt" schloß er traurig. „Ach, sie hat eigentlich immer nur zu recht!"
Eine augenblickliche Stille trat ein. Frau Döring, die sich bisher schweigend im Hintergrund gehalten hatte, seufzte leise vor sich hin. Reden, wie die eben gehörten, aus denen Franzens Wunsch nach Genesung so sehnsüchtig Herausklang, schnitten ihr allemal ins Herz.
Franz Hatte offenbar keine Ahnung, wie der Mutter zu Mute war. Bet ihm begann die plötzlich herabgedrückte Stimmung schon wieder einer hoffnungsfroheren zu weichen. Abermals zu dem Arzt gewandt, sagte er:
„Ich will mich ja gern noch eine Weile bescheiden und allen Ratschlägen und Verordnungen folgen, wenn ich nur die Gewißheit habe, daß endlich wieder bessere Zeiten für mich kommen werden! Herr Doktor! —" Franz richtete sich erregt im Bette auf und seine tief in den Höhlen liegenden, fieberisch glänzenden Augen fixierten scharf den Arzt — „Sie versichern es mir: Ich bleibe nicht immer krank, nein? Ich kann wieder auf die Bühne und spielen, all die schönen, großartigen Rollen spielen, wonach es mich so heiß verlangt?"
„Gewiß, Herr Döring, gewiß, das findet sich alles! Seien Sie nur zunächst brav und still, schön still, bitte! Ja nicht immer sich so aufregen und ängstigen! Damit zwingen wir gar nichts!"
Wie beschwichtigend und zuversichtlich das von Doktor Günther klang! Wie standhaft er den forschenden, leidenschaftersüllten Blick des Bruders aushielt, als stände es außer jedem Zweifel, daß dieser in so und so viel Zeit hergestellt sei und seiner Kunst wieder leben könne.
verfolgen mit Aufmerksamkeit die Anstrengungen Rußlands zur Vergrößerung seiner Seemacht und den Erfolg, der diese Bemühungen krönt. Ich hoffe, daß auch Sie von der Besichtigung den Eindruck erhalten haben, daß Frankreich keine Opfer scheut, um seinen Ueberlieferungen, seinen Bündnissen und seinen Freundschaften treu zu bleiben.
Kleine Hadirlcfife»
Fliegern «fall eines Prinzen. Der Student der Rechte Prinz Friedrich zu Bentheim-Steinfurt unternahm am Sonntag auf dem Flugplätze Hangelar bei Siegburg, wie schon häufig, als Fluggast des Fliegers Heller einen Aufstieg. Das Flugzeug stürzte aus 36 Meter Höhe ab. Während Heller nur geringfügig verletzt wurde, brach der Prinz beide Beine.
Die Schietzafsäre auf das Automobil des Grotzher« zogs von Oldenburg hat jetzt ihre harmlose Aufklärung gefunden. Ein Bäckerlehrling in Elsfleth schoß nach einer Scheibe, dabei verirrte sich eine Kugel und schlug ins Automobil, das damals im Schuppen des Hotels „Zum Bismarck" stand.
Verhaftungen unter Spionageverdacht. Auf Anzeige eines Kieler Photographen wurde in Hamburg ein Mann verhaftet, der im Dienste einer fremden Macht stand und den Photographen zum Landesverrat verleiten wollte. Dem Vernehmen nach ist wertvolles Material beschlagnahmt worden, auf Grund dessen weitere Verhaftungen erfolgt sein sollen.
Todesstnrz mit dem Flugzeug. Der russische Flieger Oberleutnant Borislawski stürzte am Montag mit einem Passagier aus einer Höhe von sechzig Metern. Beide Insassen des Flugzeuges wurden auf der Stelle getötet. Der Unfall soll auf einen Flügelbruch zurück- zuführen sein. '
Anschlag der Frauenrechtlerinnen gegen einen EU- zng. In Newcastle haben die Suffragetten den Versuch gemacht, den Eilzug nach Northumberland zu verbrennen. Die Bänke der dritten Klasse waren mit Petroleum begossen, Zelluloidhaarkämme, verschiedenes zündbares Material und halbverbrannte Zündhölzer lagen umher. Bloß der Wachsamkeit des Zugführers ist es zu danken, daß im letzten Augenblick eine große Katastrophe verhindert wurde.
Einen schrecklichen Abschluß fand am Sonntag das Schützensest in Schladen bei Braunschweig. Beim Abschuß der Hirsch-Scheibe traf ein Schütze den Scheiben- wärter, der aus der Deckung hervorsah, in den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Verunglückte hinterläßt Frau und sieben Kinder.
Furchtbare Tat in geistiger Umnachtung. In Röt- tersdorf bei Lobenstein (Reutz) hat die 50jährige Guts- besitzerssrau Lipfert ihrem Ehemann im Bett mit einer Axt die Hirnschale eingeschlagen und begab sich zu der in der Bodenkammer schlafenden 16jährigen Tochter und schlug dieser ebenfalls mit der Axt den Schädel ein. Beide waren sofort tot. Die Frau erhängte sich sodann im Trockenboden.
Ueber eine Million Konventionalstrafe. Vor kurzer Zeit beging der Direktor der Brünner Militär-Lie- ferungsgesellschaft, Eisler, unter aufsehenerregenden Umständen Selbstmord. Gegen die Gesellschaft schwebte ein Ermittelungsverfahren der Militärbehörde wegen der Anschuldigung, daß dem Militär Militärmch mit Wasser beschwert geliefert worden sei. Nunmehr wird bekannt, daß über die Gesellschaft von der Militärbe- Hörde eine Konventionalstrafe von weit über eine Trillion Kronen verhängt wurde.
Infizierte Kaninchen gestohlen. In der Klinik des städtischen Krankenhauses in Parma wurden zwanzig zu Studienzwecken mit den gefährlichsten Krankheiten infizierte Kaninchen gestohlen. Die Behörden erließen dringende Warnungen an die Bürgerschaft zur Verhütung von Ansteckungen.
Blitzschlag in einen Kleinbahnzug. Auf einer Kleinbahn bei Budapest schlug ein Blitzstrahl in den ersten Motorwagen und zertrümmerte diesen. Der nachfolgende Wagen wollte den ersten nach der Endstation schieben, entgleiste jedoch, fuhr gegen einen Baum und wurde stark beschädigt. Vier Personen sind dabei schwer und vierzehn weitere leicht verletzt worden.
Mehrere Fälle von Pockenerkrankungen sind im Landkrankenhause zu Detmold vorgekommen. Angeblich wurden diese durch einen russischen Arbeiter eingeschleppt. Eine jüngere Krankenschwester und zwei alte männliche Insassen des Siechenhauses sind gestorben, während der russische Arbeiter genesen sein soll. Zu Befürchtungen liegt, wie es heißt, kein Grund vor.
Ein von gewaltigen Wolkenbrüchen und Hagelstürmen verursachter Orkan hat in den Gouvernements Cherson, Kiew, Charkow, der Krim und dem Nordkaukasus ungeheure Verluste im Gefolge gehabt. Dreizehn Personen wurden durch Blitzschlag getötet oder verletzt. Tausende Zentner Getreide wurden vernichtet.
Magdalene, die von der Seite her den Arzt aufmerksam betrachtete, war ganz erstaunt über dieses Maß von Selbstbeherrschung und äußerer Gleichmütigkeit. So etwas lernte sich wohl beim Anblick der vielen Leiden, die ein Arzt heilen soll und doch nicht immer heilen kann.
Sie konnte es nicht abwarten, als der Doktor sich nun im Speziellen über Franzens gegenwärtiges Befinden zu erkundigen begann: sie hatte einen Blick auf die Uhr geworfen und gewahrt, daß es für sie die höchste Zeit zum Aufbruch sei. Eben prüfte der Arzt den Puls des Kranken, da schlüpfte sie rasch in ihr Winterjackett, ergriff Handschuhe und Muff und trat so angetan wieder ins Krankenzimmer.
„Sie verzeihen, Herr Doktor, wenn ich einen Augenblick störe, ich will mich nur empfehlen! Meine erste Unterrichtsstunde beginnt gleich: ich muß eilen, um rechtzeitig an Ort und Stelle zu kommen."
Mit einer raschen Bewegung wandte der Arzt sich der vor ihm Stehenden zu: „Adieu, Fräulein Döring! Schon so früh berufseifrig?"
Ein bejahendes Lächeln ihrerseits, ein gegenseitiges verbindliches Sichverneigen, dann Magöalenes freundliches Grützen hinüber zu Mutter und Bruder, und hinausgeschritten war ste.
„Ein fleißiges Mädchen, Ihr Fräulein Tochter!" bemerkte voll aufrichtiger Anerkennung Günther zu Frau Döring.
Diese war zu ihm und Franz getreten.
„Im," gab sie in gleichmütig bestätigendem Tone zu, „sie ist sehr fleißig, unsere pflichtgetreue und starke Magdalene!"
Und nun war es doch wieder schlimmer geworden mit Franz. Die Besserung in seinem Befinden war keine andauernde gewesen. Sicheren Schrittes, ganz in der Art des bösen, heimtückischen Uebels schritt die Krankheit voxMxts. ' "' OM. feW