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dreißig Arbeiter verschüttet wurden. Dte Aufräumungs­arbeiten sind in vollem Gange. Bisher sind 12 Tote und 7 Verletzte aus den Trümmern hervorgezogen worden.

Ein schwerer Bootsunfall ereignete sich am Freitag auf dem Wannsee, bei dem ein junges Mädchen seinen Tod fand. Beim Wechseln der Plätze verlor die acht­zehnjährige Charlotte Schüler, die mit dem Handlungs- gehitfen August Schmidt ausgefahren war, das Gleich­gewicht. Das Boot kenterte. Beide Insassen stürzten ms Wasser und obgleich der Handlungsgehilfe alle An- trengungen machte, um das Mädchen zu retten, ver- ank es und ertrank. Der junge Mann wurde völlig er- chöpft von einem vorüberfahrenden Segelboot aus ge- rettet.

o*f Wegen Ermordung eines Gendarmen zum Tode verurteilt. Das Pfälzische Schwurgericht in Zweibrük- kcn hat den Arbeiter Paul Ludwig, der im April einen Gendarmen von der Gendarmeriestation Rheinzabern erschossen hatte, wegen Mordes zum Tode und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

** Die Untersuchung in Montreal. Die letzten Ver­handlungen vor der Untersuchungskommission verliefen für die Führung derEmpretz of Jreland" günstig. Auch wurde die Beschuldigung, die Canadian Pacific- Gesellschaft habe ihr hästige Zeugen bet Seite schaffen wollen, widerlegt. Die Gesellschaft übernimmt die He­bung der Leichen und der Wertsachen von derEm­pretz": über die Hebung des Schiffsrumpfes ist noch nichts entschieden.

Gericht und Recht.

Der Elberfelder Prozeß gegen Bruuhilöe Wilden und Dr. Nolten brächte Freitag nachmittag eine Wen­dung, die großes Aufsehen machte. Der Rechtsanwalt Dr. Krause vom Oberlanöesgericht Düsseldorf war Vor­sitzender des Ehrengerichtshofes, der am Abend des 16. Februar, dem Tage, an dem Dr. Nettelbeck getötet wurde, zusammentreten sollte. An diesem Tage hat ihn Dr. Nolten von dem Vorgang in Elberfeld Mitteilung ge­macht und sich dabei wie folgt ausgelaffen: Frl. Wilden war nach Elberfeld zu Dr. Nettelbeck gefahren, um ihn zu veranlassen, sein Ehrenwort zu geben, bei der ehren­gerichtlichen Verhandlung am Abend für sie mit der Er­klärung einzutreten, daß zwischen ihr und ihm keine intimen Beziehungen bestanden hätten. Nettelbeck habe sich geweigert, sein Ehrenwort zu geben und dabei ge­äußert, dann sei seine Existenz vernichtet. Frl. Wilden habe darauf den Revolver gezogen und auf Nettelbeck geschossen. Ein Schuß habe ihn in den Hals getroffen, einer in den Unterleib. Nettelbeck sei ihr dann in die Arme gefallen, sie sei zu Boden gestürzt und hätte sich am Munde verletzt. Er, Zeuge, sei über diese Mittei­lungen bestürzt gewesen und habe Dr. Nolten gefragt, woher er diese Begebenheit wisse. Dr. Nolten habe ge­antwortet: Frl. Wilden ist nach der Tat zu mir ge­kommen und hat mir den Vorgang erzählt, ich habe sie verbunden. Der Eindruck, den der Zeuge dabei von Dr. Nolten gewonnen, sei kein guter gewesen, denn Dr. Nolten habe Dr. Nettelbeck noch einen Lumpen genannt, der das Ehrenwort gebrochen habe. Dr. Nolten habe hinzugefügt, wenn Frl. Wilden ihn nicht erschossen hätte, dann hatte es ihr Vater getan. Der Zeuge meinte noch, will dies aber nicht bestimmt unter seinen Eid nehmen, daß Dr. Nolten auch erklärt habe, Frl. Wilden habe gut darauf gehalten. Dr. Nolten befragt, gibt, nachdem er zunächst ausweichen wollte, die Möglichkeit dieser Er­klärung dem Zeugen gegenüber zu. Sie fuße dann auf die Mitteilungen Frl. Wildens, die an dem Tage sehr erregt gewesen sei.

Das Reichsgericht verwarf die Revision des Für­sorgezöglings Ernst Tetzlaff, der vom Cölner Schwur- aerrcht am 6. Mai 1914 wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden war. Er hatte am 25. November 1913 in Cöln die Witwe Wiesdorf er­schossen und ihr 20 Mark geraubt.

' Vermischtes.

StapellaufErsatz Hohenzollern". Im direkten An­schluß an die diesmalige Nordlandreise wird der Kaiser am Ende der ersten Augustwoche an Bord derHohen- zollern in den Hafen von Swinemünde eindampfeu, um auf der Werft des Vulkan am 8. August dem Stapel­lauf des Ersatzbaues für dieHohenzollern" beizuwoh- nen. Die Vulkanwerke haben den Bau des neuen Kai- erschiffes in der kurzen Zeit von nur gerade einem Jahr bis zum L-tapellauf fertiggestellt, da im Sommer ver- gangenen Jahres dem Kaiser erst die Konstruktionspläne sur das Schiff zur Genehmigung vorgelegt worden sind. Aach dem Ablauf wird die Bauwerft sofort den Jnnen- ausbau in Angriff nehmen, um die neue Kaiserjacht im e-ruhjahr 1915 zur Ablieferung bringen zu können. Die letzte Baurate für die Jacht in Höhe von 5 Mill. Mark i|t für das Etatsjahr 1914 bereits bewilligt worden.

Ein gefährlicher Kampf mit Einbrechern, bei dem einer der Spitzbuben durch einen Schuß schwer ver- wundet, ein zweiter leichter verletzt wurde, spielte sich am Freitag in früher Morgenstunde in einem Hause

Oranienburger Straße zu Berlin ab. Etwa um 5 Uhr hörte der Eigentümer des Hauses, Rentier Ger­mershausen, der mit seinem Söhne Hochparterre wohnt, m der darüber gelegenen Wohnung, die der Bankier Frank inne üat^er aber zurzeit verreist ist, verdächtiges Geräusch. Germershausen weckte seinen Sohn, der schleunigst an das zuständige Polizeirevier telephonierte, wahrend G. senior sich nach Franks Wohnung hinauf begab. Hier fand er drei Männer damit beschäftigt, den Geldjchrank aufzuknacken und die Pulte aufzubrechen. Als dre Sprtzbuben sich überrascht sahen, sprang einer von ihnen auf G. zu und versetzte ihm einen Schlag auf den Kopf, der ihn vorübergehend besinnungslos machte. In diesem Augenblcck kam der Sohn des G. hinzu, der 2lens- hatte und ohne Besinnen auf dre Diebe schoß. Zwei Schüsse trafen: durch den ernen wurde ern Mann schwer, der andere leichter ver­letzt, wahrend der dritte unverwundet die Flucht ergriff. Inzwischen waren auch mehrere Polizeibeamte erschie- nen, dre beide Verbrecher festnahmen. Der Schwerver- letzte, der nach der Charitee gebracht wurde, will ein Zu- schneider aus Pankow sein, der zweite weigert sich, seinen Namen zu nennen. Die Verbrecher hatten bereits zahl­reiche Silbersachen zusammengepackt, als sie von Ger­mershausen überrascht wurden.

Ein phantastischer Schwindler. Abenteuerliche Ge- ichichten wurden in einer Verhandlung vor dem Kxieas- aerrcht der königlichen Landwehr-Inspektion in Berlin erzählt. Angeklagt war der frühere Einjährig-Freiwil-

- Unteroffizier der Reserve Köhler. Als ^.-«»T.^trj.'rhrlger war, behauptete er, daß er von Er- Feldweb^ werde Eines Tages erhielt dann der Feldwebel des Angeklagten einen Brief, in dem er u. a. forde?t?de!> ^»dhandlungen beschuldigt wurde. Auch desR^eÄa ^W Schreiber 50 Mark. Der Absender nickt die L^Äl wie jetzt festgestellt ward, Köhler, der hÄlunaen Beobachtungen über etwaige Vkitz- 9 otungen ober andere unerlaubte Handlungen des

Feldwebels gemacht hatte. K. erhielt dann Urlaub nach Hamburg. Nach Berlin zurückgekehrt, erzählte er feinem Hauptmann, er habe auf Helgoland den Erpresser, einen gewissen Reichardt, getroffen und ins Meer geschleudert. Dre Polizeibehörde auf Helgoland ließ nach der Leiche suchen, doch vergeblich. Gegen K. wurde daun ein Ver­fahren wegen Totschlags eingeleitet, aber wieder einge- stellt, weil sich die Haltlosigkeit seiner Angaben heraus- stellte. In der Verhandlung gab K. zu, datz er die ganze Sache erfunden habe. Später wollte K. einem Cölner Arzt, der angeblich ein Serum gegen Krebs erfunden hatte, das Krebsheilserum für 380 000 Mark abkanfen.

fuhr auch nach Cölu, trat aber dort alsDetektiv Smith" auf und erklärte, Köhler sei ein Schwindler. Eines Tages erschien der Allgeklagte weiter in einer Zeitungsredaktion und erzählte, datz er einen Akademi- ter im Zweikampf erschossen habe. K. kam noch wieder­holt in die Redaktion und machte immer neue Angaben über das Duell, sodaß verschiedene Artikel über die An­gelegenheit erschienen. Solche und ähnliche Geschichten hat der Angeklagte mehrfach erfunden, um sichinter- essant" zu machen. Er gab sich auch als Kriminalkom- missar aus. Ferner ließ er sich künstliche Schmisse bet- bringen. Der ärztliche Sachverständige stellte den An­geklagten als einen Menschen hin, der an krankhafter Ueberphantasie leide, doch hielt er den 8 51 nicht für am wendbar. Das Kriegsgericht verurteilte den Angeklag­ten mit Rücksicht auf seinen krankhaften Zustand sehr milde. Es erkannte wegen Beleidigung eines Vorge­setzten, einfacher Urkundenfälschung und wegen Abstat- tung einer falschen Meldung auf zwölf Tage Mittel­arrest sowie auf Degradation.

Eine unheilvolle Prophezeiung. Düstere Zukunfts­bilder für das weibliche Geschlecht entrollt der fran­zösische Arzt Dr. Brotg, indem er sich mit dem Einfluß der modernen Kleidung auf die Körperbildung und die Familienpathologie beschäftigt. Die Eva der Zukunft das ist die betrübliche Schlußfolgerung des Mediziners die Eva der Zukunft wird als Hauptschmuck die Glatze tragen.In den 30 Jahren meiner Praxis habe ich eingehende Beobachtungen darüber anstellen können, wie die Körperbeschaffenheit der neuen Generation sich allmählich, langsam aber unaufhaltsam, verwandelt. Die Brust fällt ein, die Schultern krümmen sich, kalte Füße werden fast eine Normalerscheinung, die Hände zeigen eine Neigung zu violetter Färbung, das Gesicht wird schmaler, Stirnfalten sind häufiger, die Verdauung ver­schlechtert sich." Und das ist nicht alles, die Blutarmut wirkt auf Gesicht und Schädel ein, die Elastizität der Poren nimmt ab, die Nase entwickelt sich stärker, das alles sind Folgen des Lebens am Schreibtisch und der Lektüre bei Licht. Diese Verschlechterung des Allgemein­befindens wirkt auf die Kopfhaut, stört die Talgaus- sonderung und führt unaufhaltsam zum Verlust der Haare. Schon heute klagen die Frauen über häufigen und zunehmenden Haarausfall. In Wirklichkeit ist dieses Phänomen nichts anderes als der Vorläufer der Glatze, die bisher ein Privilegium des Mannes war: das weibliche Geschlecht marschiert der Kahlköpfigkeit entgegen. Dr. Broigs wenig galante Prophezeiung wird zwar die Perückenmacher erfreuen, aber die Her­zen der Frauen wird sie nicht mit gläubiger Begeiste­rung erfüllen . . .

Turnscheu. Im Briefkasten des Altöttinger Lieb- frauenboten steht, wie wir den. N. N." entnehmen, folgenderTurnrat" zu lesen:Ein bißchen Turnen schadet nicht: aber das sportmäßige Turnen hasse ich von Grund der Seele. Je besser der Turner, desto miserabler der Student! Irrenärzte behaupten, durch das Turnen würde das Gehirn allzu stark mit Blutdruck belastet. Sportsleute werden nie besonders alt. Uebertriebene Turngaukler würden sich am besten einer Seiltänzer- Bande anschließen." Ein bißchen Schimpfen schadet nicht: aber das sportmäßige Schimpfen usw. (wie oben).

Ein widerspesslisec Reservemann.

Ein eigenartiger Vaterlandsverteiöiger scheint der Infanterist Swoboda des 36. österreichischen Infanterie­regiments zu fein. Der Mann war zu einer Reserve- Übung einberufen und sollte mit seinem Regiment aus Jungbunzlau nach Tirol abgehen. Diese Garnisons­änderung schien aber dem Reservisten wenig zu behagen, denn er weigerte sich mit aller Entschiedenheit abzureisen. Aber nicht nur das, er wurde rabiat und richtete in seiner Mannschaftsstube sich zum regelrechten Widerstand ein. Nachdem er die Türen mehrfach verschlossen, verrammelte er die Tür mit Koffern, Matratzen und Bettgestellen. Außerdem führte er in der Stube ganze Barrikaden auf, soöaß ein Zugang nur mit großer Schwierigkeit mög­lich war.

Der widerspenstige Reservemann hatte sich augen­scheinlich auf eine längere Belagerung gefaßt gemacht, denn er hatte vorsorglicherweise 50 Brote als Proviant mitgenommen. So faß er denn hinter seinenBarri­kaden" und wartete der Dinge, die da kommen sollten. Als nun die 200 Reservisten auf dem Kasernenhofe zum Abmarsch antraten, fehlte natürlich Swoboda. Da er als unsicherer Kantonist bekannt war, der schon einmal in Tirol heeresflüchtig geworden war lag der Gedanke an eine erneute Fahnenflucht nahe. Es stellte sich je­doch bald heraus, daß der Gesuchte sich im Kasernement versteckt hielt. So wie man sein Versteck aufgespürt hatte, forderte man ihn auf, sich freiwillig zu ergeben. Er beantwortete dies damit, daß er jeden. der sich ihm nähern würde, niederzuschießen drohte. Nun griff man zu einem eigenartigen Mittel. An dre Türöffnung legte man Wasserschläuche und hielt auch eine Feuerspritze bereit, wahrend Soldaten mit schuybereiten Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten auf das Ausbrechen des unbotmäßigen Reservisten warteten.

Ununterbrochen schleuderten die Schläuche Wasser­mengen in die Mannschaftsitube. Nicht lange, so stand das Wasser im Raume einen halben Meter hoch. Nun wurde es sichtlich Swoboda ungemütlich in seinerBe­hausung", und er versuchte einen Ausbruch. In densel­ben Augenblick, als er die Tür öffnete, traf ihn em gewal­tiger Wasserstrahl ins Gesicht, wdau er taumelte und zu Boden schlug. Im Fall entlud sich sein Gewehr, der Schutz ging durch die eigene Hand des Uebeltaters Nun drangen die Soldaten in den uberichwemmten Raum, stürzten sich auf öen Reservisten, der üÄ trotz seiner Ver­letzungen verzweifelt wehrte, und fesselten ihn. Augen­blicklich noch im Krankenhaus befindlich, steht Swoboda nach seiner Genesung einer sehr schweren Bestrafung entgegen.

Schwere Rall-nkaiaskroplie in Seslerreich.

Neun Todesopfer.

An die Katastrophe unseres L. Z. 2 bei Johannisthal erinnert ein Unglück, das am Sonnabend vormittag die österreichische Militär-Luft,chiffahrt betroffen hat, Ein mit neun Personen bemannter MiUtarballon ist infolge eines Zusammenstoßes mit einem Zweidecker explodiert, wobei sämtliche Insassen den Tod fanden. Ueber das furchtbare Unglück liegen zurzeit nur spärliche Nachrich­ten vor. Der Draht meldet:

w. Sott «abend vormittag explodierte in der Nähe von Klein-Schwechat in Nieder Österreich der Militär- ballonKörting" in etwa zwanzig Metern Höhe. Sämt­liche Insasse,:, ein Hauptmann, fünf Leutnants, zwei Chauffeure und ein Zivilingenienr, sind tot. Mit dem Luftschiff soll ein Farman-Zweidecker zusammengestotzen fein und die Explosion verursacht haben. Auch $er Zwei­decker stürzte mit feinen Insassen, einem Offizier und seinem Begleiter, ab.

Einzelheiten über die Katastrophe.

s-p Um 8 Uhr vormittags war -er Körtittg-Luft- ballou von der Lnftschiffhatte Fischamend zu einer Uebungsfahrt aufgestiegen. In der Gondel hatten Platz genommen Hanptmanu Hanswirth, Oberlentnant Hof- stctter, Oberleutnant Breuer, Leutnant Heidiugcr, Kor­poral Hadirnar, Gefreiter Weber und Ingenieur Kam, merer. Der Ballon beschrieb eine Kurve in der Umge­gend von Fischancend und stenerte dann gegen Engers- dorf und den historischen Königsberg. Um %9 Uh, war der Feldpilot Lentnant Pflatz mit dem Fliegerlent- nant Buchta als Begleiter aus einem Farman-Doppel- decker auf dem Flugplätze Fischamend aufgestiegen, um den Ballon zu verfolgen. Er umkreiste mehreremale den Ballon «nd snchte ihn zu Überholen. Bei diesem

Versuch stietz er au die Ballonhülle, welche einen Rik erhielt. Es erfolgte alsbald eine heftige Explosion und der Ballon ging in Flammen anf. Sowohl der Ballon als der Apparat stürzten ans 400 Metern in die Tiefe und blieben am Abhänge des Königsberges zertrüm­mert liegen. Sämtliche Insassen des Ballons wurden als verkohlte Leichen aufgefunden. Oberleutnant Pflatz und Lentnant Buchta sind gleichfalls tot. Ihre Körper sind fnrchtbar verstümmelt. Hanptmanu Hauswirth war einer der ältesten Luftschifferoffiziere, Oberlentnant Pflatz galt als einer der hervorragendsten Flieger.

Großes Grubenunglück in Kanada.

Kaum hat sich die mitfühlende Erregung über das Massennuglück auf dem Loreuzstrom gelegt, und schon wieder sind Hunderte von Menschen, ebenfalls in Ka­nada, mit eitlem Schlage dahingerafft. Ward bet dem Schiffsunglück das Element des Wassers zu einem Rie- sengrabe, so ist es hier der Erde finsterer Leib, der viele Opfer ihres schweren Berufes bedeckt. Wir erhalten von dem erschütternden Unfall folgende Meldung aus Calgary (Staat Alberta, Kanada):

In der Hillcrest-Kohlenzeche im Croivsttestdistrikt in der Nähe von Ferni hat eine Explosion stattgefimden. Dem Schachte entsteigen riesige Rauchsäulen/und Flam­men. Die Schätzung der Totenzahl schwankt zwischen 200 und 600. Bis zum Abend waren 50 Leichen geborgen Nach einer späteren Meldung konnten von dert eingeschlossenen Bergleuten zweihundert gerettet werden. Alle Hoffnung, auch die anderen zu retten, sei aufgegeben worden.

neu geborgen, oen sechshun-

225 Opfer.

®s* Einem Telegramm aus Winnipeg zufolge ha­ben sich bei der Explosion dreihundert Bergleute in der Grube befunden. Man schätzt die Zahl der Opfer anf 225.

Grubenunglück in Belgien.

Auch in Belgien ereignete sich ein Grubenungllick, doch ist es gelungen, alle Bergleute, die in großer Ge­fahr schwebten, zu retten. Der Draht meldet darüber: »e* Eine Grubenkatastrophe ereignete sich am Frei­tag auf der Grube Vieille SRarihaye bei Lüttich. In einer Tiefe von 600 Meter brach plötzlich ein Brand aus. Den Rettungsmannschaften gelang es, etwa 200 eingeschlossene Bergleute an die Förderstelle zu bringen. Man hegte Befürchtung für etwa 200 Bergleute, doch gelang es abends, die Bergleute, die sich noch im bren­nenden Schacht befanden, zu retten. Nur ein englischer Arbeiter verbrannte im Maschinenraum.__

Ein Ultimatum der Aufständischen.

Aufforderung an den Fürsten, das Land binnen 24 Stunden zu verlassen.

Wie aus Durazzo nach Rom gemeldet wird, haben die Aufständischen im Laufe des Freitags an den Für­sten Wilhelm ein Ultimatum gerichtet, in dem sie an ihn die Forderung stellen, daß er binnen 24 Stnnden das Land verlasse. Fürst Wilhelm nahm von diesem Ultimatum Kenntnis und sandte sogleich den nach Schiak abgegangenen Malissoren einen Boten nach mit den: Befehl, zurückzukehren. Der Bote fiel jedoch in die Hände der Aufständischen uitö wurde erschossen. Der englische Admiral Troubridge soll dem Fürsten drin­gend nahegelegt haben, seinen Palast zu verlassen und sich vorderhand auf ein Kriegsschiff zu begeben. Der Fürst hat es jedoch entschieden abgelehnt, diesen: Rat zu folgen. Wie es heißt, habe:: die Aufständischen ihren Sturn: nur unterbrochen, um dein Fürsten Zeit zu geben, damit er das Land verlasse. Die Insurgenten wollen ein Gemetzel unter der Bevölkerung von Du- razzo vermeiden, allein sie haben in ihrem Ultimatum bekanntgegeben, daß ein fortdauernder Widerstand um absehbare Folgen nach sich ziehen könnte. Wie es heißt, soll unter den bei den letzten Stümpfen schwer Ver­letzten ein deutscher Offizier sein, dessen Name aber nicht genannt wird.

Die Schiffskauonen bereit.

>* Die österreichisch-ungarische und italienische Re- grerung haben die Kommandanten der vor Durazzo vor Anker liegenden österreichischen und italienischen Schiffe ermächtigt, im Falle des Eindringens der Rebellen in die Stadt und bei Eintritt von unmittelbarer Gefahr für die Person des Fürsten und seine Familie sowie für die Ausländer die Schiffsgeschütze in Aktion treten zu lassen. ______________________________

Bandei und Verkehr«

* Berlin, 20. Juni. Wöchentlicher SaatenstandSbe- richt der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirt- schaitsratS. Der Wmterwe:zen ist im Schossen hier und da begann er ivaar , schon zu blühen. Die Rostbildung, die seinen Stand vielfach beeinträchtigt, hat in Süd- deutschland infolge übermäßiger Feuchtigkeit weiter zu­genommen, m den übrigen Gebieten konnte dagegen eher ein Nachlassen des Befalles festgestellt werden. Ueber den Einfluß der Witterung auf den Verlauf der Roggenblüte gehen die Ansichten der Berichterstatter noch iehr auseinander. Vielfach befürchtet man, daß die Befruchtung mangelhaft erfolgt sei und daß die Aehren ANL^mn Lücken aufweisen dürften, indes ist ein av- schliependes Urteil zur Zeit noch nicht möglich. Für die Sommersaaten war übermäßige Rasse in Süddeutsch­land nicht von Vorteil, während im Osten stellenweise zu große Trockenheit Besorgnisse veranlaßt. Das sind jedoch nur Ausnahmen: im allgemeinen wird der Stand

zu große Trockenheit Besorgnisse veranlaß

jedoch nur Ausnahmen: im allgemeinen wir___________ der Sommersaaten günstig beurteilt. Die Futterpflan­zen haben sich infolge der warmen Witterung der letz­ten Zeit vielfach noch gebessert und der zweite Schnut wächst gut nach. Die überall in Angriff genommene Heuernte läßt teilweise nur mäßige Erträge erwarten. Das Wachstum der Hackfrüchte hat gute Fortschritte gemacht, doch ist die Entwicklung gegen andere JaHre immer noch etwas im Rückstände.