folgreich voraugeht, und es verdient die keine Kosten scheuende Einsicht und Umsicht unserer deutschen Reedereien volle Anerkennung. Der Lohn wird nicht aus- bleiben, denn das seefahrende Publikum wird an erster Stelle die Linien bevorzugen, die ihm die größte Sicherheit bieten. Die Personalfrage spielt hierbei auch eine große Rolle, und glücklicherweise verfügt Deutschland über erstklassig geschultes und diszipliniertes seemännisches und technisches Personal."
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Das Henfieber. Wenn auf den Wiesen das Gras gemäht ist und zu Heu wird, werden viele Milliarden der winzigen Körnchen des Pollenstaubes der Grasblüte in die Luft emporgetrieben. Die Schleimhäute der Nase und die Bindehaut des Auges werden bei den dafür sehr empfindlichen Menschen durch die feinen PoNenstüub- chen außerordentlich gereizt, sie schwellen au und röten sich und die Folge ist ein hartnäckiger Schnupfen mit vielem Niesen, ja oft sogar Katarrh und Fieber, wozu sich Angenentzündungen und starke Kopfschmerzen gesellen können, also ein höchst ungemütlicher Zustand. Es gibt nun zwar einen sicheren Schutz gegen diese tem- {wräre Krankheit, den aber von den vielen von ihr Be- allenen nur wenige in Anspruch nehmen können, das st ein Aufenthalt während der kritischen Zeit auf der See oder im Hochgebirge, wo der Pollenstaub in der Luft nur wenig oder gar nicht enthalten ist. Eine längere Fahrt auf einem Dampfer oder der Aufenthalt auf geeigneten Inseln schützt vollkommen gegen den Heuschnupfen. Da aber die meisten Menschen ihrem Berufe nachzugehen haben, müssen sie zu anderen, allerdings weniger sicheren Schutzmatzregeln greifen. Hierzu gehört in erster Linie, datz sie während der gefährlichen Zeit so wenig als möglich das geschlossene Zimmer verlassen; müssen sie es aber doch tun, dann sollen sie bei jedem Ausgang einen kleinen Bausch aus Watte in der Nase tragen, wodurch das Eindringen der Pollen in die Schleimhäute zum großen Teil verhindert wird. Neuerdings wird dem Uebel dadurch vorgebeugt, daß der Patient schon vor Eintritt der Heuernte durch Einspritzungen einer Lösung der Pollen des Thimothegrases oder durch Schnupfen von Graminol oder eines anderen Heu- fiebertrockenserums immun gemacht wird, sodatz ihn die Krankheit später nicht befällt. Wie zahlreich die vom Heuschnupfen heimgesuchten Menschen sein müssen, geht daraus hervor, daß es in unserem Vaterlande einen Heufieberbund gibt, dessen Sitz naturgemäß das Paradies dieser Leidenden, Helgoland, ist.
Vermischtes.
Briefträger als Dauerbergsteiger. „Haben Sie etwas für mich?" rufen wir dem Briefträger zu, immer m der Hoffnung, daß er uns eine angenehme Nachricht überbringt. Mit Freude gibt er uns den Brief in die Hand, glücklich darüber, daß er sich durch den Zufall eme Treppe ersparen konnte. Wir, die wir jammern wurden, wenn wir täglich mehrere Stockwerke erklimmen müßten, können uns kaum einen Begriff machen, wem ein Briefträger täglich im Steigen für eine Arbeit zu leisten hat. Am schlimmsten sind die Briefträger der Großstädte daran, die wie in Berlin und anderen deutschen Großstädten die Postsendungen in die Wohnungen tragen und nicht, wie das in Frankreich der Fall ist, alles dem Haushüter abgeben. Eine kurze Rechnung gibt uns das verblüffende Resultat, daß ein Postbote täglich unter normalen Umständen eme Hohe ersteigt, die uns alle Achtung vor seinen Leistungen einflötzen muß. Ein gewöhnlicher Briefträger hat z. B. in Berlin 28 bis 32 Häuser zu besuchen. Einige von diesen Gebäuden besitzen einen oder mehrere Nebenaufgange und Hinterflügel, sodatz jedem Briefträger mindestens 40 verschiedene Stiegenaufgänge zufallen. Die Häuser sind alle vierstöckig, also hat der Postbote. 160 Treppen für sein Revier zugewiesen. Am Tage sind 6 Bestell- gänge zu machen, an Neujahrstagen noch mehr, die nur aber nicht mitzählen wollen, weil ste, als außergewöhnliche Fälle zu rechnen sind. Es ergibt sich somit, daß, wenn der Briefträger in jedem Hause bei jedem Bestell- gange bis zur vierten Etage gehen muß, er 060 Treppen Sit steigen hat. Glücklicherweise muß der Postbote nicht jedesmal bis zur vierten Etage, es ergibt sich dadurch ein Ausfall, den wir mit 50 Treppen ansetzen wollen, somit bleiben 810 Etagen zu steigen. Die durchschnittliche Höhe dieses jeweiligen Stockwerkes nt 6 Meter. Eine einfache Rechnung ergibt also, daß der Postbote am Tage 4050, rund 4000 Meter, zu steigen hat. Rechnen wir die Etage zu 25 Stufen, so hat er die erstaunliche Zahl von 20 250 Stufen, rund 20 000 Stufen, täglich zu ersteigen. Die Höhe, die der Briefträger täglich erklimmt, erreicht die des höchsten europäischen Berges, des Mont Blanc, der bekanntlich 4810 Meter hoch liegt, dessen Fuß aber ca. 500 Meter hoch liegt. Immerhin eine nicht zu unterschätzende Leistung. .
Ein neuer Thormann. Die Untersuchung gegen den am Tage vor Pfingsten in Schwerin verhafteten Direktor des städtischen Elektrizitätswerkes, Schröder, nimmt immer größeren Umfang an. Es stellte sich heraus, daß nicht nur sämtliche Zeugnisse gefälscht sind, er war Nicht einmal im Besitz des Emjährigenscheins, obgleich er sich für einen Burschenschafter ausgab und als solcher in der Gesellschaft eine entsprechende Rolle spielte, sondern er hat auch noch eine ganze Reihe Geschäftsleute um mehr oder weniger große Beträge geschädigt. Bei einer Schweriner Bank gelang es ihm vor kurzem, ein Darlehen von 5000 aufzunehmen. Die Angelegenheit befindet sich im Stadium der Voruntersuchung. Es ist aber noch nicht gelungen, festzustellen, ob Schröder wirklich der richtige Name des Schwindlers ist. Unverständlich bleibt es, warum der Magistrat als Vorgesetzte Behörde sich nicht eher zu einer Nachprüfung entschlossen hat. ^e Klagen über Mängel im Betriebe des städti- ichen Elektrizitätswerkes gehen schon seit zwei Jahren ms Ungemessene. Wiederholt mußten von auswärts Sachverständige hinzugezogen werden, um Unregelmäßigkeiten zu beseitigen. Schröder hat in der Tat von dem Betriebe, den er leitete, keine Ahnung gehabt.
Wahnsinnstat eines Nenköllner Poltzeirats. Aus Burcht vor geistiger Umnachtung hat der Vorsteher der xekutive vom Polizeipräsidium zu Neukölln, Polizeirat Dr. Welsch, in seiner Wohnung zu Frieöenau Hand an sich gelegt und eins seiner Kinder in den Tod mitgenommen. Dr. Welsch war 45 Jahre alt. Aus seiner Ehe waren zwei Töchter, jetzt sieben und fünf Jahre alt, hervorgegangen. Schon seit einiger Zeit äußerte Dr. Welsch wiederholt, daß er fürchte, in Geisteskrankheit zu verfallen. Montag nachmittag überredete er seine Gattin, den Tennisplatz aufzusuchen. Er selber blieb mit den beiden Kindern zu Hause. Nachdem er eine Weile mit ihnen gespielt hatte, gab er den Kindern Bonbons, in die er Zyankali gemischt hatte. Das ältere Töchter- chen atz auch davon und brach im nächsten Augenblick tot zusammen. Als der Vater das Kind entseelt besiegen sah, entriß er der Kleineren die Bonbons, nahm die Leiche auf, ging damit in sein Arbeitszimmer und vergiftete sich selbst mit Zyankali. Das jüngste Töchterchen eilte nun Mittend MH dem Tennisplatz und Mir die
Mutter. Diese fand ihren Mann bei der Rückkehr tot im Sessel sitzend. Neben ihm lag das tote Kind. In einem Briefe, den die Amtspolizei von Friedenau an sich nahm, hatte der Polizeirat sich über den Grund zu seinem unseligen Schritt geäußert. Die Kinder habe er mit in den Tod nehmen wollen, weil die Witwenpension für eine ordentliche Erziehung der Töchter nicht aus- reiche.
Zusammenstoß mit einem Eisberg. Der Dampfer „Royal Edward", der in Avonmouth mit 650 Passagieren aus Canada eingetroffen ist, hatte ein aufregendes Abenteuer mit einem Eisberg. Das Schiff ging in der Eisberg-Region mit nur halber Kraft, als plötzlich 1200 Fuß entfernt ein Eisberg, der sehr tief im Wasser lag, auftauchte. Kapitän Wotton erkannte rechtzeitig die Gefahr, sah jedoch, daß es nicht möglich war, den Zusammenstoß vollständig zu vermeiden. Er ließ sofort die Maschinen mit Volldampf zurückgehen und wendete gleichzeitig das Schiff, um wenigstens nicht mit der Breitseite auf den Eisberg aufzuschlagen. Es gelang auf diese Art und Weise fast vollständig vorbeizukom- men, nur am Heck des Schiffes wurden einige Platten eingedrückt. Das Schiff muß ins Trockendock gehen, durch die Geistesgegenwart des Kapitäns wurde jedoch größeres Unglück verhütet.
Das Honorar des Hundearztes. Was ein Hunde- arzt der vornehmen Welt in London für Honorare beansprucht, darüber brächte eine Gerichtsverhandlung in diesen Tagen erbauliche Dinge. Eine Varieteekünstlerin war von einem Hundearzt auf Zahlung eines Honorars von 500 Mark verklagt, das in der Weise spezifiziert war, daß für jeden Besuch 21 Mark in Rechnung gesetzt waren. Für eine nächtliche Konsultation war sogar das doppelte Honorar liquidiert worden. Das war der Va- rieteekünstlerin zu teuer, und sie hatte auch vor Gericht den Erfolg, daß der Richter seiner Verwunderung über derartig hohe Ansprüche in scharfen Worten zum Ausdruck gab. Statt der verlangten 500 Mark wurden dem Arzte nur 200 Mark zugesprochen.
Höchst verdächtig. In seinen kürzlich veröffentlichten Erinnerungen an die Tage des Krieges von 1870/71 erzählt der Engländer Ernest Vizetelly eine amüsante kleine Anekdote, die er miterlebte. Sie illustriert die traditionelle französische Neigung, militärische Mißerfolge durch „Verrat" und „Spionage" zu erklären. Es war im belagerten Paris, in der Schenke sitzen zwei Soldaten und schütteln die Köpfe über die unabsehbare Kette von „Verrätereien", durch die Frankreichs Heere Niederlage auf Niederlage erleiden mußten. Eine Pause entsteht; dann blickt der eine Soldat den anderen ernst an und legt ihm die Hand aus die Schulter. „Ich bin überzeugt," sagt er mit Grabesstimme, „daß unser Hauptmann ein Verräter ist." „Wirklich? Woher weißt Du es?" „Ja," erklärte der bedächtige Marsittnger, „ist es denn Dir nie ausgefallen, daß wir jedesmal, wenn er uns vorwärts führt, unweigerlich auf den Feind stoßen?"
. Bange Wahl. Der dieser Tage verstorbene bekannte englische Parlamentarier und Geistliche Silvester Hörne wußte aus seinen Wahlerfahrungen eine amüsante Geschichte zu berichten. Sein Wahlagent kam eines Tages in ein Arbeiterhaus, um den Hausvater zu überredest, Mr. Hörne zu wählen. Er fand den Wähler in die Wahlmanifeste beider gegnerischer Kandidaten vertieft; vor ihm lagen die Photographien der beiden, die der Wähler gedankenvoll und kritisch betrachtete. „Na," begann Hornes Wahlagent, „was halten Sie denn von den beiden?" Der Wähler starrte weiter auf die beiden Bilder und murmelte etwas in den Bart. „Wie meinen Sie?" bestand der Wahlagent. Endlich sah der Wähler auf: „Ich kenne sie ja alle beide nicht," sagte er, „aber wenn ich sie mir so betrachte, dann sage ich nur: Gott sei Dank, daß immerhin nur einer von ihnen ins Parlament kommen kann ..."
Vorbeugung. „Ist es richtig, daß sich der junge Herr Schmidt vorige Woche in einem Schwips mit dem wohlhabenden, häßlichen Fräulein Buckelsberger verlobt hat?" — „Jawohl! Und jetzt schickt sie ihm täglich fünf Flaschen Wein, damit er nicht nüchtern wird/
Gegenseitig. .„Die jungen Eheleute in Eurem Hause leben ja wie Hund und Katze!" — „Na, jcu sie wirft ihm das Trinken vor und er wirft ihr das Essen
nach." ________________________________
Die Reife zum Mond
Phantastische Möglichkeiten.
Stur noch ein paar geringe Schwierigkeiten sind zu überwinden — und dann werden wir unztaude sein, die von Dichtern und Phantasten bisher nur in ohnmächtiger Sehnsucht erträumte Reise nach dem Monde wirklich anzutreten. Das wenigstens versichert Charles Nordmann, der bekannte Astronom des Pariser Observatoriums. Wir alle entsinnen uns der Art und Weise, der Jules Verne das Problem zu losen suchte. Das Riesengeschotz, das er zum Monde hinaufschickte, hatte wohl eine Anfangsgeschwindigkeit von 12 Kilometer in ^ Sekunde was gerade ausreichte, um das Geschoß die Anziehungskraft der Erde überwinden zu lassen. Allein diese phantastische Geschwindigkeit wurde dem «rnieftis in einer dreißigstel Sekunde gegeben und das hätte ergeben daß die Insassen des Projektils sofort zu einer nnw-miiaen Fleischmasse verwandelt worden waren Denn alle plötzlichen Schnelligkeitsschwankungen eines Gefährtes haben für die Insassen sehr gefahr iche Jolaen * das lehrt uns schon im Kleinen das plötzliche Anstalten eines Automobils oder eines Omnibusses.
Ein Projektil oder ein Vehikel, das durch die Atmosphäre dahinsausend öum Mond gelangn soll mußte
rn mpmr Rlenichen an der Eayrr reuneymvii, tuic stetig oder langsam »“J’ÄÄÄ"® ÄÄe fS SÄ ÄS V na tt Es n der Reattwnsmowr. Um die AuSem- k>W W °-b°it°t wie die Ratete. .Die
Rakete steigt, weil das Pulver,
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um nur* eL Meter in der Sekunde ständig steigert, noch darauf an, eine sanfte Lan- duno Ä Ermöglichen. Das Jules Bernesche. Mond- gcfähr? konnte seine Geschwindiakeit nicht selbsttatig ver-
• mprthpt titßtt öük> PRINZIP OCX tjtuXClC UU/ |U wird das möglich, und man wird ^wohl die Gesstzwm- reguYieren1 sönnen.' Die Schwierigkeit, der übermäßigen ffrfi^fttw wnrAubeuaen, ist Sache der Physiker. Das em- W We Kdernisdas dem Plane eines Mondfluges einstweilen noch entgegensteht, ist, daß wir keinen Brennstoff und kein Explosionsmittel besitzen, das genü- äend Kraft hat, um Teil seines Gewichtes über die Grenzen der irdischen Anziehungskraft hinauszu-
erbrennen Gas rfimn die Raki
tiw«., das sie an der Seite e entwickelt, die durch eine
heben. Dazu brauchen wir einen Explosivstoff, der mln- bestens 400 mal so stark sein muß, wie das Nitrö-
enthält das Radium das 5000fache der erforderlichen Kraft; es handelt sich also nur noch darum, die Kraft des Radiums zu befre en, woran die Physiker eifrig arbeiten. Inzwischen wird vorgeschlagen, auf anderem Wege die erforderliche allmählich zunehmende Schnelligkeit, die der Mondomnibus brauchen würde, zu erzielen. Mas und Drauet empfehlen ein Riesenrad von 100 Meter Durchmesser. Am Ende des Rades ist das Projektil befestigt, das Rad drebt sich in der Sekunde 40 Mal um seine Achse, im geeigneten Augenblick löst sich das durch einen Gyrostaten im Gleichgewicht gehaltene Projektil von dem Rade los: und die Reise kann beginnen. Bald, in spätestens 20 Jahrtausenden, können wir zum Mond abfahren....
deutscher Einspruch in Washington?
Gegen das befremdliche Vorgehen der Amerikaner der deutschen Schiffahrt gegenüber, das zweifellos aus Aerger darüber erfolgt ist, daß die Amerikaner die Landung der Waffen in Puerto Mexiko nicht hindern konnten, sind von amtlicher deutscher Seite bereits Schritte eingeleitet. Ueber London wird aus Washiugton gemeldet, daß der d e u t s ch e B o t s ch a f t e r einen P r o - t c st gegen die den deutschen Dampfern „Ypiranga" und „Bavaria" anferlegte Strafe eingereicht habe. Darin wird erklärt, daß die Waffenladungen und die Munition für die Regierung in Mexiko bestimmt waren, die von der deutschen Regierung anerkannt war. Die Bereinigten Staaten hätten also kein Recht zu einer Intervention. £ , . . . . .
Wie aus London weiter gemeldet wird, wird dort das Recht der Bereinigten Staaten zu dem Vorgehen gegen die deutschen Dampfer ebenfalls st a r k b e z w e i -
eu und die Muni
wird dort
b e z w e i -
fest.
Die Bestrafung der beiden deutschen Dampfer „Ypiranga" und „Bavaria" durch die mexikanischen Behörden auf Drängen der Amerikaner erregt in Mexiko großes Aufsehen. Man ist der Meinung, daß diese Tatsache noch diplomatische Folgen zeitigen wird. Die Dampfer haben die Geldbuße bei den Behörden hinterlegt und verließen dann den Hafen, nachdem die Kapitäne Protest gegen diese Maßnahme, die dem inter- nationalen Recht widerspricht, eingelegt hatten.. Das Prestige der Amerikaner ist in ganz Mexiko beträchtlich im Sinken begriffen. Charakteristisch für diese Anschau- g ist, daß sämtliche englischen Oel- und Bergwerks- Gesellschaften die in ihren Betrieben stehenden Amerikaner entlassen haben. Sie haben außerdem erklärt, keine Amerikaner mehr einzustellen, bevor nicht die Situation in Mexiko vollkommen geklärt ist.
litt!
~ neuestes vom Cage.
Eine deutsche Expedition nach der Krim.
Berlin, 3. Juni. (B. Z.) Zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis am 21. August, deren Total- zone auf einer von Nordnorwegeu über Riga nach der Krim verlaufenden Linie liegt, wird von der preußischen Regierung eine Expedition nach Sttdrußland entsandt werden. Sie wird wahrscheinlich nach der Halbinsel Krim gehen, weil dort die Witterungsverhältnisse im Spätsommer am günstigsten sind. In Deutschland ist die Sonnenfinsternis nur partiell.
Tragödie nach dem Schützenfest.
9-£ Berlin. 3. Juni. Beim Königsessen der Scbüt- zengilde in Oderberg (Mark) entstand.zwischen dem Bäckermeister Fünfhausen und seiner Gattin ein Streit. Die Gattin verliest kurz darauf den Schützenhaussaal, ging nach ihrer Wohnung unb erhängte sich. Als der Mann nach Hause kam und dort seine Frau tot vorfand, tötete er sich durch vier Schlisse in die Brust.
Die Armeewettspiele um den Kaiserpreis.
fe* Zossen, 3. Juni. (B. Z.) Aus dem Wieseuplau neben der Militttrschtetzschule in Wunstorf begannen heute vormittag die großen Armeewettspiele mit dem Pistolenschießen der Offiziere um den Kaiserpreis. Es hatten sich etwa 150 Teilnehmer gemeldet. Geschossen mürbe auf zwanzig Meter Entfernung nach Figuren- scheibeu.
Katastrophe auf der Landstraße.
o-* Landan, 3. Juni. (B. Z.) Ein Mietauto, in dem vier Bäckermeister aus Herxheim und das Töchter- chen des einen, die den letzten Zug versäumt hatten, von einer Jnnungsversammlung von Queichheinc zurückkehrten, fuhr auf der Landstraße mit voller Wucht gegen ein Lastfuhrwerk. Ein Insasse des Automobils wurde sofort getötet, ein anderer und sein Töchterchen schwer und die übrigen leicht verletzt. Der Chauffeur wurde in Haft genommen.
Ein mährisches Dorf tu Flammen.
x Brünn, 3. Juni. In dem Dorfe Housek bei Boskowitz brach gestern nacht ein furchtbares ,Feuer aus, durch das nahezu das ganze Dorf eingeäschert wurde. Die Flammen fanden an den neben den Wohnungen aufgestapelten Holzvorräten reichliche Nahrung. Ueberdies begünstigte Wassermangel die Ausdehnung des Feuers. In einem Hause, das sehr rasch von den Flammen ergriffen wurde, kamen drei Personen, die sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, ums Leben.
Die gesunkene „Empretz" soll gehoben werden.
te* London, 3. Juni. Nach einem Telegramm aus Montreal soll die „Empretz of Jreland" gehoben werden können. Sie liegt zur Flutzeit 29 Faden tief, während der Ebbe aber nur neun Faden tief. Von der Canadian Pacific Company ist bisher kein Entschlutz gefaßt worden, ob das Wrack gehoben werden soll. Diese Frage soll vielmehr erst dann gelöst werden, wenn die übrigen Fragen, wie Regelung der Entschädigungssummen an die Ueberlebenden Erledigung gesunden haben. — Die Identifizierung der Leichen gebt nur äußerst langsam und unter den größten Schwierigkeiten vor sich, da fast alle Leichen offenbar durch die umherschwimmenden Schiffstrümmer arg verstümmelt sind.
Attentat auf Huerta.
o-r Neuyork, 3. Juni. Nach hier vorliegenden Meldungen ist gestern auf Huerta, als er in seinem Automobil durch die Stadt fuhr, von einem Dutzend Studenten ein Attentat verübt worden. Die Studenten feuerten mit Revolvern von allen Seiten auf das Auto Huertas. Wunderbarerweise blieben sowohl er als auch der neben ihm sitzende Offizier und der Chauffeur unverletzt. Nur die Scheiben des Wagens wurden zertrümmert. Die Studenten ergriffen die Flucht. Vier von ihnen konnten verhaftet werden. Sie wurden sofort hingerichtet. Nach wetteren Meldungen aus Veracruz ist die Gattin Huertas mit vier Söhnen an Bord deS deutschen Dampfers „Ypiranga" nach Europa abaefab- ren. Trotz aller Dementis bereitet Huerta seine Flucht vor. Sicherem Vernehmen nach wird er sich nur solange in Mexiko aufhalten, bis der erste Angriff der Rebellen unter Villa auf die Stadt erfolgt ist