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Sturz des (Weite Doumergue.

Poincaree in der Klemme.

Der französische Ministerpräsident hat sich buchstäb- zu Tode gesiegt, denn sein Sturz ist eine Folge des

gue verschwindet zunächst sein ganzer Ministerstab M der Versenkung, wenn auch dieses oder renes Stehauf­männchen vielleicht wieder in dem neuen Kabinett auf- tauckt ’ Poincaree steht an einem verhängnisvollen Scheidewege und ist sich bis zum Augenblicke nicht klar darüber, welchem Wegweiser er nachgehen soll. Die Aera der Schwierigkeiten hat auch für den Präsidenten her Republik begonnen. Die Sozialisten und die Geer- nigten Radikalen verlangen als erste Tat, der neuen Kammer die Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit und demgemäß ein Ministerium, das sich an die Spitze ihrer Phalanx stellt. Poincaree hat indes am ersten Pfingst-

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Phalanx stellt. Poincaree hat indes am stiertage in der Bret die Abschaffung der

iretagne eine energische Stellung gegen der dreijährigen Heerespflicht einge­nommen,' sodass ein Konflikt unvermeidlich geworden ist.

Mit einem Blick auf die Verständigungsversuche der französischen und deutschen Parlamentarier in Ba­sel erklärte der Präsident mit pathetischen Worten: „Frankreich braucht, um seine Rechte zu verteidigen, eine Armee, die aus großen Effektivbeständen besteht, und die leicht mobilisierbar ist." Diese Ausführungen wurden von der dreitausendköpfigen Zuhörerschaft mit begeistertem Beifalle unter dem Rufe aufgenommen: Es lebe die dreijährige Dienstzeit! Nach der Marseillaise erklang die russische und englische Hymne. Man hatte Poincarees Signal verstanden. Die Vermutung, daß der Präsident eine Kammerauflösung stir den Fall be­treibt, daß sich eine Mehrheit für die Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit entscheidet, gewinnt an Bo­den, denn die gesamten Parteien der Rechten, die ge­mäßigten Republikaner, die Monarchisten und die Kleri­kalen geben sich der Hoffnung hin, daß sie unter dem patriotischen Rufe: Das Vaterland in Gefahr! siegen werden. Die jüngsten Kammerwahlen waren mit Steuerfragen verquickt und erfolgten nicht allein unter der Parole der zwei- oder dreijährigen Dienstzeit. Aber abermalige Neuwahlen würden voraussichtlich nur un­ter diesem Zeichen ausgesochten werden.

Doumergue mußte stürzen, weil er sich der Schande der politischen Wetterwendischkeit nicht aussetzen wollte. Versuchte er es, seine früheren Erklärungen zugunsten der Beibehaltung des dreijährigen Dienstes glatt zn verleugnen, so wäre er in der Kammer von vornherein einer Niederlage sicher gewesen. Blieb er dagegen sich selber treu, und trat er den Anträgen seiner eigenen Partei entgegen, so wäre ihm eine Mehrheit zwar sicher gewesen, aber er hätte seine eigenen Truppen mit Hülfe seiner unversöhnlichen Feinde geschlagen. Was hätte Herrn Doumergue ein solcher Triumph genutzt? Schon am nächsten Tage würden die Briandisten sich beeilt haben, den Ministerpräsidenten über die allgemeine Po­litik zu befragen, und es hätte sich alsbald herausgestellt, daß er in keinem Punkte mit den Anhängern der drei­jährigen Dienstzeit übereinstimme, mit der gleichen Mehrheit, mit der er soeben die Anhänger der zwei­jährigen Dienstzeit zermalmte.

Wird ein Ministerium durch eine Tadelkundgebung gestürzt, so erhält in der Regel der Urheber des An­trags ober die Partei, die den Sieg errungen hat, den Auftrag, das Erbe eines geschlagenen Kabinetts anzu- ireten. Wenn jedoch keine parlamentarische Entscheidung vorliegt, wie im jetzigen Falle, aus der der Wille und die Stärke der Parteien hervorgeht, so ist der Präsident der Republik auf seine eigene Ueberlegung angewiesen. Soll Poincaree sich jetzt an Männer wenden, die er z

der Republik auf st ... ___________________

Soll Poincaree sich jetzt an Männer wenden, die er zu seinen schärfsten Gegnern zählen muß, oder soll er die Mehrheitsparteien ltbergehen und die Kabinettsbildung einem Gemäßigten übertragen? Für die Radikalen und Sozialisten würde dies das Zeichen zu einem erbar­mungslosen Feldzug gegen das Elysee sein. Die Poli­tiker, die im Trüben fischen wollen, sehen der sch Krise mit Behagen zu. Denn mancherlei Erwartungen and Befürchtungen birgt dieser Kuodelmuddel.

nveren

Sie deutsch'stauzösische Vfingstkonserenz in Bafel

findet in der „Deutschen Zeitung" eine recht skeptische Beurteilung: „Der grundstürzende Irrtum dieser Ver­ständigungskonferenzen liegt ja darin, daß sie schlechtweg die Verhältnisse in Deutschland und in Frankreich gleich setzen. Bet uns haßt niemand die Franzosen. Frank­reich braucht nur den Frankfurter Frieden öffentlich und für ewig anzuerkennen und sein Schwert nicht mehr je­dem anzubieten, der mit dem Deutschen Reiche irgend­einen Span hat — und von unsertwegen dürfte dann Freundschaft und eitel Höflichkeit durch die Schlucht und über die Zaberner Steige hin und zurück fluten. Aber freilich — Frankreich müßte dann tief mit in . ;

Pflug pflügen bei sich daheim. Bis zu den Schulbüchern der Elementarschulen hinab müßte es alle Ungerechtig­keit, Gehässigkeit und Roheit gegen Deutschland und das

em Reform-

Sie Zigeunerin vom Libsee

Roman von Paul Beye.

lNachdruck verboten.)

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Daß Marei einen falschen Eid hätte schwören können, wollte ihm nicht aus dem Kopf.

Sein einfacher Sinn haßte alle Winkelzüge. Wenn man ein Unrecht getan hat, soll man in Gottes Namen auch die Strafe hinnehmen. Würde es sich nur um ihn selbst gehandelt haben, so hätte er sich schon längst selbst angegeben. So aber handelte es sich um Marei und die ihrigen. Ein Elend, ein Jammer! Und seine Liebe zu dem Mädchen?

. . Seit jenem Verhandlungstermine fühlte der Franzl, l^^Ws &c™$ne^ lag, das sie beide auseinander- „Nicht daß Marei ihn unter Kälte und Zurück- S? S«“ K iMWx a,a ^3108 cteÄ«^ “* d°° M-'u-'i in

S^an in den nächsten Wochen konnte er die Er- galten. Der Forstmeister ^sagt, daß er den Janos, der zurzeit aus der Gegend vollständig verschwunden war, shr einen verleumderischen Halunken halte. Von der Einleitung einer Untersuchung sei gar keine Rede.

hatte bei solchen Reden der Franz! vor dem wohlwollenden, braven Manne gestanden? In den Boden hatte er sinken mögen vor Scham und Reue. Wenn er Forstwart war, mußte er die Scheibenecker- Wchter heiraten. Es gab nichts anderes. Statt eines WonnesHauers überrieselte ihn aber kalter Schrecken.

Wie wird sich erst feine Zukunft gestalten? Wenn ein unvorsichtiges Wort den Zauber bricht, was dann? War ein solches Leben, eine solche Zukunft wert, gelebt

Deutschtum auSroden, mit der seine durch die kriegerische Niederlage so tödlich verletzte Eitelkeit jetzt einen mora­lischen Hintergrund für den Revanchegedanken aufrecht zu erhalten sucht."

„Daß solch ein Wandel und Entschluß bei ben Nach­kommen der alten Gallier möglich ist, glauben wir je­doch erst dann, wenn wir den Beweis vor Augen haben. Was also soll inzwischen die Beteuerung der Notwendig­keit einer zweiseitigen „Verständigung"? In Deutsch­land will selbst der schlimmste Chauvinist, von dem wir einmal einen Augenblick glauben wollen: es gebe ihn — nur abwehren, nur zeitig und genügend rüsten, zur Ab­wehr eines Koalitionskrieges aus der französischen Küche,' und höchstens dann äußerlich und längeres Zögern aus irgendeinem Grunde für uns verderblich wäre."

„Wenn die Deutschen in Basel nur deshalb mit- wirkten als „Verständiger", um Frankreichs Streben zu fördern: den Zorn und Angriffskrieg-Gedanken aus seiner Seele langsam zu entfernen, dann hätte ihre Be­teiligung Sinn."

Politische Rundschau.

Zur Frage der Einheitsschule hat der deutsche Lehrertag in Kiel am Dienstag folgende Resolution an­genommen: „Die deutsche Lehrerversammluug fordert die organisch gegliederte nationale Einheitsschule, die einen einheitlichen Lehrerstand zur notwendigen Voraus­setzung hat, und in der jede Trennung nach sozialen und konfessionellen Rücksichten beseitigt ist. Sie richtet da­her an alle volks- und bildungsfreundlichen Kreise des deutschen Volkes die Aufforderung, alle Kräfte daran zu setzen, daß die der Verwirklichung dieser Einheitsschule entgegenstehenden Widerstände überwunden werden." — Als Ort der nächsten Tagungen des Deutschen Leh­rervereins wurden Breslau für 1916 und Essen a. o. Ruhr für 1918 gewählt.

Die Arbeiten des Rüstungsausschnsses treten nun­mehr in ihr wichtigstes Stadium. Auf der Tagesord­nung der nächsten Sitzung, die in diesen Tagen statt- findet, stehen die Lieferungen an Handfeuerwaffen und an Geschtttzmaterial. Die leitenden Männer der beteilig­ten Industrien sind eingeladen, an dieser Sitzung teil- zunehmen. Berichterstatter für das Artilleriematerial ist der Abg. Erzberger.

Das verwaiste Oberpräsidium in Posen. Als Nach­folger des verstorbenen Oberpräsidenten Dr. Schwary- kopff wird der Gumbinner Regierungspräsident Gramsch genannt, der bis zum 1. Juli v. J. Präsident der Ansiedlungskommission war.

Oberstleutnant v. Winterfeldt in den Großen Gene- ralstab versetzt. Das „Militärwochenblatt" meldet: von Winterfeldt, Oberstleutnant mit dem Range eines Ab­teilungschefs im Generalstabe der Armee und Militär- attachee bei der Botschaft in Paris, ist unter Enthebung von dieser Stellung zum Abteilungschef im Großen Generalstabe ernannt worden. Oberstleutnant v. Wtn- terfeldt ist, wie erinnerlich sein dürfte, bei den letzten französischen Herbstmanövern bei einem Automobilun- sall schwer verletzt worden. Erst vor kurzem ist er wie­der genesen.

Abdankung des Fürsten Wilhelm von Albanien? Die „Nationalzeitung" meldet aus Rom: In informier­ten Kreisen wird versichert, Fürst Wilhelm von Alba­nien sei mit einer ehrenvollen Abdankung einverstan­den und zwischen Rom und Wien schwebten bereits Un­terhandlungen mit einem passenden Nachfolger.

Bukarester Verlobungsgerttchte. Nach einer Mel­dung der „Neuen Freien Presse" aus Bukarest trifft Prinz Karl von Rumänien, ein Enkel des Königs Carol, zum Empfang der Zarenfamilie aus Potsdam in Bukarest ein. Es verlautet, daß bei dieser Gelegen­heit die Verlobung des Prinzen Karl mit der ältesten Tochter des Zaren stattfinden soll.

Kleine lladiridifeit

Sektierer als Störer des Gottesdienstes. Zwei Ar­beiter aus Harburg, die Anhänger einer besonderen Sekte sind, drangen am 1. Pfingstfeiertag, in Sackleinen gekleidet, in die Neustädter Krrche zu Hanuover und störten den Gottesdienst, indem sie dem Geistlichen in seine Predigt einfielen und ihm widersprachen. Man entfernte die Störer des Gottesdienstes aus der Kirche, brächte sie zur Polizei und von dort zur Beobachtung ihres Geisteszustandes in eine Irrenanstalt.

Selbstmord eines ungetreuen Polizeibeamten. Gegen den Polizeisekretär Scharfenstein vom Cölner Polizei­präsidium war ein Verfahren wegen Unregelmäßigkeiten im Amte eingeleitet worden. Dienstag vormittag wurde der Beamte, der seitdem seinen Posten verlassen hatte, in Düsseldorf erschossen aufgefunden. Bei der Haus­suchung wurde festgestellt, daß der Selbstmörder unter anderem Strafmandate eigenmächtig ausgefertigt und die Geldbeträge in seine Tasche gesteckt hatte.

Seine Blicke glitten zur Büchse, die an einem Nagel an der Hüttenwand hing.

Sollte er das Ding herunternehmen? Ein leichter Druck auf den Abzug, und die Kugel, die durch das Gehirn saust, macht allen bösen Gedanken ein Ende.

Ob es aber damit fertig ist, wenn er sich erschießt? Wird man nicht forschen und grübeln? Und die Marei! Müßte sich die nicht sagen:

„Den Menschen hab' eigentlich ich in den Tod ge­trieben."

Wird die nun schweigen oder reden? Und dann? Kein Ausweg, nicht einmal der Tod konnte hier helfen.

Mit einem schmerzlichen Stöhnen sank Franzl auf die Holzbank und schlug, wie in heißer Scham, die Hände vor das Gesicht.--

Wie es oft in den Bergen vorkommt — die Witte- rung hatte einen raschen Umschlag erlitten. Schwarz kamen die Wolken über das Gebirge und legten sich in dicken Schwaden an die Schrofen und Steilwände. Kein Laut als ein fernes, leises Dröhnet!, das Gestöhn des Sturmwindes, der schon hoch oben um die Firnen und Kuppen brauste.

In der Nähe der Hütte regte sich noch kein Blatt. Doch nicht lange, da begannen die Fichtenwipfel zu er­zittern, die Spitzen der Buchen bewegten sich unregel­mäßig und unruhig,- oft wurde nur ein einzelnes Aest- chen geschüttelt. Auch das erstarb wieder, und eine atem- hemmende Schwüle lag über dem Walde.

Plötzlich sauste es heulend von den Schrofen nieder, einzelne Wirbelwinde fuhren in die Fichten, hoben kleine Holzstücke und dürre Blätter hoch über deren Wipfel und ließen sie nachlässig, wie weggeworfenes Spielzeug wieder fallen.

Dann aber brauste der Sturm majestätisch, mit ge­sammelter Kraft daher, bog die Bäume, daß sie ächzten mch trachten, warf dürre Aeste herunter, daß ste split-

Be! einem Spazierritt zu Tode geschleift. Der 42. jährige Großhändler Georg Werner in Bamberg hatt« am 2. Pfingstfeiertage einen Spazierritt unternommen. Plötzlich scheute das Tier und ging mit dem Reiter durch, der vollkommen die Herrschaft über das Pferd verlor. An einer Wegbiegung wurde Werner aus dem Sattel geworfen, verfing sich aber mit seinem rechten Bein so unglücklich in dem Steigbügel, daß er buchstäblich zu Tode geschleift wurde.

Die Gräfin Tiepolo freigesprochen. Die Gräfin Tie- polo, die Gattin des Hauptmanns Oggione, die am 8. November den Burschen ihres Mannes Polimantt er­schossen hatte, ist vom Schwurgericht in Oneglia freige­sprochen worden. Die Freisprechung erfolgte, weil das Gericht der Ueberzeugung war, daß sie in berechtigter Notwehr gehandelt habe.

Teuflische Tat eines Gatten. Im Dorfe Zagorze bei Lodz wünschte ein Arbeiter sich von seiner Frau und vier Kindern zu befreien, um eine andere Frau zu hei­raten und ersann hierzu einen teuflischen Plan. Er sprengte seine Wohnung durch eine Bombe in die Luft, wobei seine Frau und ein Kind ums Leben kamen, die übrigen Kinder sich aber wie durch ein Wunder retten konnten. Der Verbrecher wurde verhaftet.

Infolge Bersagens der Steuerung raste Dienstag abend ein Automobilomnibus in das Schaufenster eines Herrengarderobegeschäftes in der Prinzenstraße zu Ber­lin. Der angerichtete Materialschaden ist beträchtlich. Die Insassen kamen jedoch mit dem bloßen Schrecken davon.

Diebstahl im Zarenpalast. In der Angelegenheit des Juwelendicbstahls beim Stallmeister des Zaren hat die Petersburger Geheimpolizei den Erzieher der Söhne des Stallmeisters, einen Franzosen namens Danjou, im Verdacht, der in Abwesenheit des Elternpaares mit dessen ältesten Söhnen plötzlich in die Schweiz abge­reist ist.

Zweikamps im Gefängnis. Zwei Insassen eines Gefängnisses in Palermo gerieten wegen eines Stückes Schwarzbrotes in Streit und forderten sich zum Zwei­kampf. In Gegenwart von achtzehn Gefangenen steckten sie die Distanz ab und gingen dann mit zugespitzten Git- terstttben aufeinander los. Im zweiten Gang stürzte der eine mit durchbohrtem Herzen tot nieder.

Sicherheit zur See.

Der deutsche Schiffbau erfolgreich voran.

Der schnelle Untergang der „Empreß of Jreland" nach erfolgten! Zusammenstoß mit dem norwegischen Kohlenbampfer „Storstad" drängt, wie Konteradmiral z. D. Louran, Reichskommissar beim Seeamt Hamburg, in den „Münch. N. N." schreibt, erneut die Frage in den Vordergrund, wie es mit der Sicherheit zur See bestellt ist. Bor allem zeigt dieser Seeunfall, daß es mit der Durchführung des Schlagwortes „Bootsraum für alle an Bord" nicht getan ist, wenn nicht gleichzeitig eine lange Schwimmfähigkeit des Schiffskörpers selbst sicher- gestellt ist.

Da zur Zeit des Unfalles Nebel herrschte, muß an­genommen werden, daß bereits alle üblichen Vorsichts­maßregeln, wie Schottenschlietzen und Fahrtverminde­rung, zur Ausführung gebracht waren. Trotzdem ist das Schiff nach kurzer Zeit, die nicht ausreichte, alle Boote zu Wasser zu bringen, gesunken, ein Beweis, daß die entstandene Verletzung so groß war, daß die vor­handenen Sicherheitseinrichtungen zur Beschränkung des Lecks und Erhaltung der Schwimmfähigkeit nicht ausreichten. Bei eintretenden Seeunfällen kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß durch Schlagseite (d. i. Ueberliegen des Schiffes infolge Eindringens der Wassermassen), veränderte Stabilität und Seegang ein Teil der Boote zunächst nicht zur Verwendung gelan­gen kann und hierdurch, wenn dies die einzige Ret­tungsmöglichkeit, eine Panik entsteht, die an sich noch weitere Opfer fordert.

Es geht hieraus überzeugend hervor, daß es in erster Linie darauf ankommt, die Schwimmfähigkeit des Schiffes unter allen Umständen zu erhalten, um Hilfe * --------- ' ' ~ " male av-

von anderen Dampfern abzuwarten und Notsignale ab­geben zu können. Diese Hauptaufgabe sämtlicher Si­cherheitsbestrebungen zur See Haben meiner Ansicht nach die Seeberufsgenossenschaft, der deutsche Schiffbau unk vor allem unsere deutschen Reedereien in vollem Maße erkannt und bei Neubauten berücksichtigt. Bei der kttrz- lichen Probefahrt des neuen Hapagdampfers „Vater­land" hatte ich Gelegenheit, unter sachverständiger Füh­rung die ganz besonders durchgearbeiteten Sicherheits­vorrichtungen gegen Kollisions- und Feuersgefahr zu bewundern und ich habe den Eindruck der absoluten Si­cherheit auf diesem Schiffe mitgenommen.

Ich habe bei dieser Gelegenheit erneut die Ueberzeu­gung gewonnen, daß die zu schaffende Unsinkbarkeit des Schiffes die Grundlage aller Sicherheitsmaßnahmen zur See sein muß. Ohne Ueberhebung darf wohl behauptet werden, daß der deutsche Schiffbau durch zweckentspre­chende Schotteneinteilung hierin bahnbrechend und er­

terten, und durchfegte mit gewaltigen Stößen Gräben und Schlünde.

Düster blickte Franz in diesen Aufruhr der Ele­mente,' wie ein ihm Verwandtes empfand er den Sturm. Da wandte er auf einmal den Kopf etwas zur Seite und erblickte eine in einen Lodenmantel gewickelte weibliche Gestalt, die am Rande des Dickichts, keine zwanzig Schritte von ihm entfernt, aus einem Baustumpf saß.

Zu jeder anderen Zeit würde er von solch einem unvermuteten Anblick überrascht gewesen sein. Heute hatte er nur ein dumpfes Staunen dafür, daß da drüben ein Weib saß, das ihn unverwandt aus schwarzen, heißen Augen anblickte. Er kannte es auch nicht, das Gesicht war zu sehr verhüllt.

Da klang durch das Windesbraufen eine bebende Stimme zu ihm herüber: „Franzl, kennst Du mich utcht mehr? Die Maruschka?"

Er nickte.

„Ja, ja. Jetzt kenn' ich Dich. Du bist ja die Zi­geunerin vom Eib-See."

Darauf wurde es wieder still zwischen den beiden. Neben dem Mädchen sauste ein starker Fichtenast zu Boden, der im Sturze seine Splitter gegen sie warf. Franz sah auf; etwas, wie das gewohnheitsmäßige Ge­fühl, das Schwache zu schützen, dämmerte in ihm auf.

„Ein gefährlicher Platz, Maruschka. Könntest leicht Schaden nehmen dort drüben."

Sie schüttelte unmutig den Kopf.

„Was tut das? Früher oder später muß es doch aus sein."

„Warum?" fragte Franzl, ohne besondere Absicht.

„Warum?" kam es leidenschaftlich von drüben. „Warum? Ich will's Dir sagen: Weil ich unglücklich bin, weil ich nicht mehr leben will- weil ich nicht mehr ertragen kann, daß ich--o, Gott!!" rief Maruschka und schlug verzweifelt die Fäuste vor die Stirn.