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M MMI nach dem ssefl.

Besuch in Konopischt. Tirpitz beim Erzherzog. Rußlands Probemobilisierungen. Werben um England.

Kaiser Wilhelm, der sich die Abnahmen der Früh­lingsparaden versagen mußte, wei sie buchstäblich zu Wasser wurden, begibt sich in nächster Woche nach Ko- nopischt, um auf Einladung des österreichischen Thron­folgers die dortigen Gärten zu besichtigen. Wte erinner­lich ist, war zwischen dem Kaiser und dem Erzherzog in Miraware ein Wiedersehen in Böhmen zu einem Zeitpunkte verabredet worden, in dem die dort geschaf­fenen Gartenanlagen von einem vollen Blumenschmuck geziert würden. Die Tage sind jetzt gekommen. Es handelt sich deswegen nicht um ein Aufsehen erregendes politisches Ereignis, und doch erhält die Begegnung des Deutschen Kaisers mit dem künftigen Herrscher in Oester- reich-Uugarn eine besondere Marke durch das Erscheinen des Großadmirals v. Tirpitz, der auf Einladung des Erzherzogs im Gefolge des Kaisers in Konopischt ein­treffen wird. Schon seit längerer Zeit wünschte der Thronfolger den verdienten deutschen Flottenführer per­sönlich kennen zu lernen, und auch Graf Montecucali, der Reformator der österreichisch-ungarischen Flotte, wird Gelegenheit erhalten, seine Gedanken mit dem Lei­ter des Deutschen Marineamtes auszutauschen.

Der Beratung des deutschen und österreichischen Ge­neralstabschefs in Karlsbad folgt nunmehr die Unter­redung der deutschen und österreichischen Flottenverwal- ter in Konopischt. Von immer größerer Bedeutung wird das Interesse des Erzherzogs Franz Ferdinand für Oesterreich-Ungarns Marine. Der Bau der neuen Dreadnoughts gilt mit Recht für sein Werk. Darüber hinaus beschäftigt er sich unaufhörlich mit dem Ausbau und der Schulung der heimatlichen Kriegsflotte. Er leitet mit Vorliebe persönlich ihre Manöver kurz er stärkt auch zur See die Kraft des Dreibundes. Ueber- Haupt verdankt man dem Eerzherzog Franz-Ferdinand den frischen Zug, der durch Oesterreich-Ungarns Wehr­macht geht. Im September des Jahres 1911 wohnte Franz-Ferdinand in Begleitung seines Hauptmitarbet- ters auf dem Gebiete der Flotte, dem Grafen Monte- cuccoli, den deutschen Seemanövern in der Ostsee bei, und beide nahmen mächtige Anregungen für das Ma­rinewesen mit in die Heimat.

Der Harnisch des Zaren, dessen Verstimmung gegen das benachbarte Oesterreich-Ungarn leider noch nicht ge­wichen zu sein scheint, rasselt wieder in einer recht be­denklichen Art und Weise. Zar Nikolaus 2. ruft dem­nächst eine Million Reservisten zu größeren Feldübun­gen ein, die man in Rußland mit dem WorteProbe- mobilierungen" bezeichnet. Vielleicht behält man die Mannschaften auch noch länger unter der Fahne, und des Zaren Nachbarn sind gezwungen, an ihren Gren­zen ausreichende Sicherheitsmatzregeln zu treffen, um vor jeder Ueberraschung sicher zu sein. Eine Armee von mehreren Millionen neben sich auf dem Kriegsfuß zu wissen, namentlich unter einer sehr kritischen Lage in Europa, veranlaßt unter keinen Umständen zu süßen Träumen. Man empfindet das Unbehagliche der Situa­tion ganz besonders in Oesterreich-Ungarn, wenngleich dem Zaren jeder kriegerische Gedanke fernliegen mag. Seit der bosnischen Anknüpfung schweben die dunklen Wolken des österreichisch-ungarischen Konfliktes, die weithin ihre Schatten werfen, beständig über unserem Weltteile. Der Zar hat in den letzten beiden Jahren sein Heer an der russisch-österreichischen und der russisch- deutschen Grenze so auffallend verstärkt, daß Rußland allmählich tu ein dauerndes Kriegslager verwandelt worden ist.

Wenu sich das am Horizonte stehende russisch-öster­reichische Gewitter noch nicht während des jüngsten Bal­kankrieges entlud, so war dies das Verdienst der eng­lischen und deutschen Politik, die gemeinsam für Auf­rechterhaltung des Friedens sorgte. Die russischen Draht­zieher in Paris und Belgrad scheinen dem Zaren indes keine Ruhe zu lassen. Die Presse aller Länder hallt zur Zeit von dem Bekanntwerden des russischen Vorschlages an England wider, einen russisch-britischen Flotten- bund zu schmieden. Es ist nicht mehr zu bestreiten, daß dem Könige Georg während seines Pariser Besuches der Bündnisgedanke unterbreitet worden ist. Von rus­sischer Seite ist eine Verständigung über eine gemein­same Operation der englischen und der russischen Flotte im Falle eines Krieges gegen Deutschland vorgeschlagen worden. Man fragt gespannt, ob England der Anregung tatsächlich Folge geben will, ein Zusammenarbeiten mit Rußland und infolgedessen auch mit Frankreich für den Kriegsfall durch feste Abmachungen in Friedenszeiten vorzubereiten. England würde damit die Rolle des über den Parteien stehenden Vermittlers und F ' förderers aufgeben. Wir erwarten indes, daß . .. drückende Mehrheit des englischen Volkes und der König den russischen Lockungen widerstehen.

rieöens- dte er-

Sie Zigeunerin vom Eibsee.

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Roman von Paul Beye.

(Nachdruck verboten.)

Um ihre Lippen, die sich in der Aufregung schürzten, lag ein harter, fremder Zug.

Vom Zuschauerraum vernahm man Lachen unö Kichern. Auch die Richter und der Staatsanwalt lächel­ten, nur der Verteidiger machte ein grimmiges Gesicht. Franz war starr vor Erstaunen.

Herrgott im Himmel!" tobte es in ihm.Wohin

"lr rnm beide gekommen? Auf einen Weg, der abwärts führt bis an des Abgrunds Rand und in diesen hinein l

Er wollte schreien:

alles!" ^^' Marei! Alles nehm' ich auf mich, alles, gepreßtenEpen.^ £eTtt ^E über die fest zusammen-

Nochmals wendete sich der Präsident an das Mäd- chen, dem er erklärte, die Beschuldigung durch den Zi- üEer sei heute nicht Gegenstand der Verhandlung. Er «L^ibre S^rS daß sie seinerzeit wahrschein­lich ihre Behauptung beschwören müsse.

.. Nun begründete der Staatsanwalt mit aller Schärfe Mordversuch, und diesem folgte der Wen »«Ä ^ert-Mg», 6«- °.

Die Geschworenen und Richter zogen sich zur Be­ratung zurück, im Saale bildeten sich Gruppen, die sich untereinander in gedämpftem Tone lebhaft besprachen. Die Dämmerung war hereingebrochen, tiefe Schatten bildeten sich in den Winkeln, und der unheimliche Raum, der schon so viel menschliche Schlechtigkeit und Elend ge­sehen hatte, wirkte noch unheimlicher als beim vollen Tageslichte. Franz war auf der Zeugenbank sitzen ge­

poincaree an die französischen Turner.

Die Vorschule für die Armee.

Präsident Poincaree wohnte am Pfingstmontag tu Reunes einem Bankett der vereinigten Turnvereine bei. In einer Rede lobte er ihr Werk, das vor 40 Jahren begonnen habe, als die Wunden Frankreichs noch blu­teten. Poincaree fuhr dann fort: Neue Generationen sind seitdem gekommen, die nur die Wohltaten des Friedens kennen gelernt haben. Aber die Geschichte ist da, um ihnen zu zeigen, daß die Nationen, die sich in einer scheinbaren Sicherheit e i n s ch l ä f e r n, zu oft in Erniedrigungen oder in Niederlagen wieder- aufwachen. Frankreich will aber nicht der Gefahr aus­gesetzt sein, von einer fremden Macht abhängig zu wer­den. Es ist durchaus friedliebend, aber es ist auch ent­schlossen, seine Unabhängigkeit, seine Rechte und seine Ehre zu schützen. Um diese zu verteidigen, braucht es eine Armee, die sich aus großen Effektivstärken zusam- mensetzt und rasch m v b i l i s i e r u n g s f ä h i g ist. Es braucht auch Truppen, die gut ausgebildet, erzogen und trainiert sind. Der Turnvereinsverband stelle eine v o r z ü g l i ch e Vorschule für die Armee dar, zwar nicht, um fertige Soldaten, aber um Männer von phy­sischer und moralischer Kraft heranzubllden. Der Ver­band halte dem Lande die Lehren der Vergangenheit vor, nicht um seine Blicke bei den schweren Verlusten und tödlicher Entmutigung festzuhalten, sondern um es an Vertrauen und Hoffnung zu gewöhnen und ihm ein Beispiel von Willenskraft und beharrlicher Verfolgung seiner Ziele zu geben. Bei der Erwähnung der Not­wendigkeit einer zahlreichen, an Strapazen gewöhnten Armee mit hohen Truppenstärken sah der Präsident den Kriegsminister an, der ihm zustimmend zunickte. Die Schlußsätze der Rede wurden mit starkem Beifall aus­genommen,' die Menge sang die Marseillaise, darauf spielte die Musik auch die russische und die englische Hymne, die stehend angehört und stark beklatscht wurden.

Politische Rundschau.

Die Fahrkartensteuer kann nicht entbehrt werden. In neuerer Zeit sind in den Parlamenten verschiedener Bundesstaaten mehrfach von maßgebender Stelle Erklä­rungen dahin abgegeben worden, daß die betreffende Re­gierung für die Aufhebung der Fahrkartensteuer im Bundesrat eintreten würde. Im Gegensatz hierzu steht eine Erklärung, die der preußische Minister der öffent­lichen Arbeiten vor einigen Lager» in einer Ausschuß- sitzung des Herrenhauses abgegeben hat. Herr von Breiteilbach gab allerdings zu, daß die gesamten deut­schen Bahnen in der Fahrkartensteuer eine schwere Be­lastung sähen. Das Reich könne aber die Steuer nicht entbehren. In absehbarer Zeit ist also wohl an eine Aenderung oder Aufhebung der Fahrkartensteuer nicht zu denken.

Der Kurs in der Nordmark. Nach einer Meldung aus Kiel hat die preußische Regierung den Pastor Tonnesen in Hoptrup, der der Errichtung eines deutschen Gedenksteins zum Andenken an das Jahr 1864 wider­strebte, seines Amtes als Lokalschulimpektor enthoben.

Der Verband katholischer Arbeitervereine, Sitz Ber­lin, hielt zu Pfingsten in Berlin seinen Delegiertentag ab. Am Montag tagten die Berufsgruppen im Lehrer­vereinshause am Alexanderplatz. Bom Bischof von Hil­desheim Dr. Bertram, dem neuerwählten Fürstbischof von Breslau, erhielt der Verband ein Begrüßungs­schreiben, in dem es heißt: Möge der Verbaudstag durch die Gnade des heiligen Geistes reich an frucht­baren Unternehmungen"und mr Kraft jener einigenden Liebe sein, die allein treu wandelnd auf dem vom ober­sten Hirten der Kirche gewiesenen Pfade ein festes Band bilden kann unter den verschiedenen katholischen Orga­nisationen Deutschlands.

Für eine deutsch-französische Annäherung sprach sich der bayerische Abgeordnete Quidde in Lyon aus. Er erklärte, es sei der aufrichtige Wunsch der großen Mehr­heit des deutschen Volkes, mit dem französischen Volke in Frieden zu leben. Das Anwachsen der deutschen Rüstungen habe seinen Grund in der militärischen Schwächung Oesterreich-Ungarns infolge der veränder­ten Lage auf dem Balkan. Der Redner schloß, eine deutsch-französische Annäherung sei das einzige Mittel, den wachsenden Rüstungen, die gegenwärtig das zivili­sierte Europa zu Grunde richteten, ein Ende zu machen.

Der Dualaneger Din, dessen Beschwerde bekanntlich zu einer großen Debatte im Reichstag Veranlassung gab, soll sich in seiner Heimat wegen Hochverrats ver­antworten. Nach dem Haftbefehl, den das Bezirksgericht von Duala gegen ihn erlassen hat, soll er sich des Hoch­verrats dadurch schuldig gemacht haben, daß er versuchte, die deutsche Kolonie in englische Hände zu spielen. Der Verhaftete, der kürzlich von Berlin nach Hamburg trans­portiert wurde, befindet sich jetzt an Bord eines Wör- manndampfers und wird nach Duala zurückgeschafft.

blieben und starrte wie teilnahmslos in dumpfem Sinnen vor sich hin. Auch das Mädel war nicht auf­gestanden. Als sie so den Geliebten erblickte, für dessen Sicherheit sie eben das Opfer ihrer Ehre nicht gescheut hatte, packte sie eine herzbeklemmende Angst. Nun kannte sie sich gar nicht mehr aus, denn nach ihrem Ge­fühl glaubte sie doch, Dank verdient zu haben. Es litt sie bald nicht mehr an ihrem Platz, und in ihrer Ver­störtheit drückte sie sich durch die Leute vor, bis sie neben dem Jäger stand.

Franzl!" flüsterte sie erregt.Franzl, hast Du gar kein Wort für mich?"

Dabei legte sie ihm die Rechte auf die Schulter. Er zuckte zusammen und schüttelte sich wie bei einer häß­lichen Berührung.

Um Gottes willen, Franzl, warum bist Du so zu mir?"

Er mußte sich Gewalt antun, ebenso leise zu ant­worten:

Latz mich jetzt. Es wird schon besser werden. Warum hast Du mir helfen wollen, um den Preis Deiner Ehr' und vielleicht eines Verbrechens? Schau', das ver­steh' ich nicht. Entweder, ich hätt mir selber geholfen oder ich wär' untergegangen."

Da fuhr aber der Zorn in die Dirne.

Ich hab' gesehen, daß Du schwach werden willst und da hab' ich dem Mordbuben gegenüber reden müffn; der eine Augenblick verpaßt, und alles wär' verloren ge­wesen."

Dann wendete sie sich erregt ab. Der Saal wurde erhellt, der Gerichtshof und die Geschworenen traten ein; dann wurde der Gefangene hereingeführt, dessen aschfahles, von der Aufregung verzerrtes Gesicht in dem dämmerigen Lichte förmlich leuchtete.

Der Obmann verlas den Spruch der auf nicht- schuldig des Mordversuches lautete. Gedämpfte Beifalls­

Frankreich vekommt ein neues Kabinett. Im Mi­nisterrat am Montag erklärte der Präsident Doumergue, baß die Aufgabe, welche sich das Kabinett vorgenommen habe, vollendet sei, und daß sein Programm durch die letzten Wahlen bestätigt worden sei. Daher sei er der Meinung, daß die Macht in andere Hände übergehen müßte. Trotz der dringenden Bitten seiner Kollegen hielt Doumergue seinen Entschluß aufrecht. Die ge- etuigten Sozialisten beschlossen, eine Erklärung zu ver­öffentlichen, in welcher u. a. betont wird, daß sie nur ein Ministerium unterstützen werden, das die zwei­jährige Dienstzeit als Maximum ansieht.

Eine englische Gewerkschaftsallianz. Die drei großen Gewerkschaften der Grubenarbeiter, der Eisenbahner und der Transportarbeiter, die zusammen an 1350 000 Mit­glieder zählen und seit längerer Zeit ein Schutz- und Trutzbündnis anstreben, haben beschlossen, der am 4. Juni zusammentretenden Exekutivkonferenz der engli­schen Gewerkschaften den Entwurf eines solchen Bünd­nisses zu unterbreiten. Bei Gefahr eines Wirtschafts­kampfes, der sich um Löhne, Arbeitszeit oder Arberts­bedingungen dreht, wird das gemeinsame Sekretariat so­fort benachrichtigt. Dieses beräumt dann sofort eine Sitzung der drei Exekutiven an, in der der Bericht der betroffenen Gewerkschaft gehört und geprüft werden soll. Außer in den genannten Fällen kann das Sekretariat auch bei allen anderen Fragen, die die Interessen der Gewerkschaften berühren, gemeinsame Sitzungen der Exekutiven einberufen.

Kleine IkKfirldhfen-

Bäderfrequenz. Baden-Baden 21775; Badenweiler 1633; Brückenau 272; Davos 13 774; Ems 3670; Fran­zensbad 1211; Friedrichroda 2605; Homburg 2806; Karls- bab 13 451; Kissingen 8173; Königstein 3064; Kreuznach 2496; Marienbad 3435; Nauheim 9259; Neuenahr 4790; Oberhof 7816; Orb 855; Salzschlirf 1328; Satzungen (Thür.) 625; Sooden-Werra 2031; St. Blasien 1374; Wildbad 3005.

Ein Landheim für den Jnngdeutschlandbnnd. In dem ehemaligen Benediktinerkloster Mönchröden in Thü­ringen, das im letzten Jahrhundert landwirtschaftlichen Zwecken diente, wird ein Lanöheim für ben Jungdeutsch- landbund durch die Zentralleitung öes Bundes einge­richtet werden. Der Jungdeutschlandbund hat bas An­wesen bereits gekauft.

Nach Art des Thormann-Alexauder. Der Direktor der städtischen Elektrizitätswerkes in Schwerin (Meck­lenburg), Schröder, der seit drei Jahren im Amt ist, ist verhaftet worden. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß er ähnlich wie Thormann-Alexanber seine Zeugnisse gefälscht hat.

Keine Spur von Andres. Wie die Behörden von Jakutsk berichten, ist dort weder über die Auffindung des Ballons von Andree noch über den Fund von mensch­lichen Skeletten etwas bekannt.

Eine Arbeiterfamilie durch Fleisch vergiftet. Aus der Gemeinde Bottrop wird ein schwerer Fall von Fleischvergiftung gemeldet. Der Bergmann Wetzlar hatte vor einigen Tagen ein Schwein geschlachtet. Nach dem Genuß des Fleisches erkrankte die ganze, aus sieben Personen bestehende Familie. Wetzlar und zwei Kinder sind bereits im Krankenhaus gestorben. Die Frau und drei weitere Kinder sind lebensgefährlich erkrankt.

Ausreise des größten englischen Passagierdampfers. Sonnabend nachmittag trat dieAquitania", das größte bisher gebaute englische Schiff, ihre erste Fahrt nach Neu- uork an. DieAquitania" gehört öer Cunard Linie und wird an Größe nur von derVaterland" übertroffen.

Suffragetten als Kirchenbrennerinnen. Die Kirche von Wargrave au der Themse ist in der Nacht zum Sonn- Z tag abgebrannt. An der Brandstätte wurde ein Schrift-" ' stück der Suffragetten gefunden.

Die Tapferen von derGoeben". Kriegsminister Enver Pascha erschien am Sonntag im deutschen Kran­kenhause zu Konstantinopel, überbrachte den beiden beim Brande der Tafchkyschlakaserne verwundeten Matrosen des PanzerkreuzersGoeben" die Grüße des Sultans und überreichte ihnen die Liakat- (Verdienst) -Medaille in Gold bezw. Silber. Der Kriegsminister hielt dabei an die Matrosen eine kurze Ansprache in deutscher Sprache, in der er sagte, daß der Sultan durch diese Auszeichnung ihre Tapferkeit und Opferwilligkeit habe belohnen wollen.

Von türkischen Räubern entführt. Der belgische Landwirtschaftsingenieur Tack, der bei Thyra au der Eisenbahn Smyrna-Aidin ein Landgut bewirtschaftet, wurde von einer Räuberbande entführt. Nach Konsu­latsmeldungen soll es sich um eine türkische Bande han­deln. Die Räuber verlangen ein Lösegeld von sechstau­send Pfund oder 128 000 Francs. Auf Einschreiten der belgischen Gesandtschaft wurden durch die Regierung Gendarmen zur Verfolgung der Räuber ausgesandt.

Kostspielige Unordnung. Bei der Neurenovierung des chemischen Laboratoriums der Universität Moskau wurden zwei Glasgefäße, je 50 Milligramm Radium

bezeugungen und Murren gingen gleichzeitig durch den Saal, sodatz der Präsident wiederholt Ruhe gebieten mußte. Janos war sichtlich überrascht, der Forstgehilfe blickte gleichgültig vor sich hin. Nachdem der Freispruch verkündet war, verließ der Zigeuner hocherhobenen Kopfes den Saal.

Die Marei wartete umsonst auf ihren Schatz. Der hatte sich durch einen Nebengang gedrückt, war in sein Gasthaus geeilt, hatte sofort seinen Rucksack gepackt, und war mitten in der Nacht isaraufwärts den fernen Bergen zugewandert.

* *

Es war im zweiten Jahre »räch der Gerichtsverhand­lung. Die Buchen färbten sich rot, der Ahorn goldgelb, das Grün der Wiesen war stumpf geworden, denn die Natur war ihres Sommerfestes müde.

Um diese Zeit schreit auch der Berghirsch, und die Jäger ziehen aus, teils um ihn zu schlitzen, teils um ihn zu erlegen.

Auch der Franzl war einem guten Hirsch schon oft nachgestiegen,' er konnte den alten, schlauen Burschen aber nie schußfähig vor das Rohr bekommen.

Dröhnend und von anderen Hirschschreien wohl un- terscheidbar rollte dessen tiefer Batzton an den Wänden hin oder wurde spottend vom Echo zurückgeworfen. Aber immer hielt er sich im Dickicht und an den unweg­samsten Stellen.

Das dauerte schon einige Tage, und nun beschloß der Jäger nicht eher vom Berge zu steigen, als bis die wertvolle Beute sich in seinem Besitze befände.

Der Forstgehilfe saß schon drei Tage in der Dienst­hütte am Höllentalboden und war nicht wenig ärgerlich über seine vergeblichen Bemühungen. Eben erst war er von einem Pürschgang zurückgekommen und »nachte sich daran, sein einfaches Abendessen zu kochen. Die a'W' Zeit her war sein Gemütszustand ein sehr gedrüL«.

(Fortsetzung felgt).