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Boeder und Bernhardt zum Opfer fielen. Die beiden Flieger waren auf einem Albatros-Doppeldecker unter- wegsund befanden sich in der Nähe von Wellendorf im Landkreise Jvurg unweit Osnabrück etwa in der Gegend, einigen Jahren das Zeppelin-Luftschiff Deutschland" verunglückte. Es kamen ihnen Gewitter­wolken entgegen, die außerordentlich gefahrdrohend waren. Die Flieger versuchten, dem Gewitter auszn- wechen, kehrten zurück und gingen bald darauf im Gleit- fluge nieder. Bei d eser Gelegenheit geriet das Flug­zeug, soweit bisher festgestellt werden konnte, an einen Baum, wurde zertrümmert und beide Flieger so schwer­verletzt, daß einer sofort tot war, während der andere kurz darauf seinen Geist aufgab.

Ein Flugzeug vom Blitz getroffen.

Bei dem Aufklärungsflug des Prinz Heinrich- Fluges gerieten Sonnabend abend unweit vom Flug­platz Wanne-Herten vier Flugzeuge mit den Führern: Oberleutnant v. Beaulteu, Leutnant Clemens, Leutnant v. Hiddessen und Oberleutnant König in einen furcht­baren Gewittersturm. Den drei letztgenannten gelang es zu landen, Oberleutnant König wurde von einer Erd­ ungefähr 200 Meter abgetrieben, wobei der Apparat von einem Blitz getroffen wurde, ohne jedoch beschädigt zu werden.

Schwere Sturmschäden in Hamburg.

In Hamburg hat das Unwetter am Sonnabend nach­mittag furchtbar gewütet. In allen alten Silleen brachen Bäume ab, Aeste bis zu 30 Zentimeter Dicke flogen auf die Straße. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. An einigen Stellen legten sich die Bäume über das Drahtnetz der Straßenbahn. Der Draht zerriß und fast der ganze Stratzenbahnbetrieb stockte eine Stunde lang. In Altona stürzte bet der Abtragung des Schornsteines beim provisorischen Bau des Elektrizitätswerkes das Ge­rüst ein. Fünf Arbeiter wurden aus 30 Meter Höhe auf die Straße geschleudert, alle erlitten schwere Ver­letzungen, denen drei von ihnen am Abend erlagen. Auf der Alster kenterten an 20 Ruder- und Segelboote. Da­bei sollen drei Personen ertrunken sein. Durch herunter­geschleuderte Dachziegel und Schornsteine wurden meh­rere Personen verletzt. Im Hafen wurde ebenfalls viel Nnheitl angerichtet.

Vom Blitz getötet.

In der Nähe von Duisburg wurden bei einem schweren Gewitter die beiden 8 und 13 Jahre alten Söhne eines Bergmanns vom Blitz erschlagen. Sonnabend abend wurde die Frau des Hüttenarbeiters Peistrup mit

ihrem fünfjährigen Sohne, als beide vom Felde heim- kehrten, in der Nähe vom Harhenberger bei Osnabrück in dein Augenblick vom Blitz erschlagen, als sie die Saustür erreicht hatten. Der Blitz hinterließ an dem ause noch verschiedene Spuren, zündete jedoch nicht

^ Gurkfeld (Schlesien), 25. Mai. (B. Z.) Auf der Feldmark wurde ein Bauer und seine 16 Jahre alte Tochter durch einen Blitzschlag getötet, der in den auf- --rL ----^ gefahren war. Eine andere roe schwer verletzt.

^ochter durch einen Blitzschlag gespannten Regenschirm gefah Tochter des Bauers wur "'

Vermischtes*

Grotzfeuer anf einer Stettiner Werft. Auf der Werft der Oderwerke entstand Sonnabend nachmittag um ^3 Uhr ein größeres Schadenfeuer. Auf bisher un­aufgeklärte Weise waren die Hellinge und die Stellun­gen, innerhalb derer ein für die Stettiner Reederei Ru- dolf Christian Gribel neu erbauter DampferKronprinz Wilhelm" ruhte, in Brand geraten. Das Schiff sollte in einigen Tagen vom Stapel laufen. Vom Brandherde aus übertrug sich das Feuer auch auf einen daneben lie­genden Dampfer, der gleichfalls erst im Bau begriffen war. Die Flammen griffen bei dem lebhaften Winde mit rasender Schnelligkeit um sich und zerstörten einen großen Teil der Hellinge und Stellungen. Es entstand die Gefahr, daß beide Schiffe, ihrer Stützen beraubt, Umfallen würden. Dem schnellen Eingreifen der Feuer­wehr ist es zu danken, daß dieses Unheil verhütet wurde. Beide Schiffe haben in dem vorderen Teile sehr stark gelitten, da die Platten glühend wurden und die inne­ren Holzteile zum Teil verkohlt sind. Der Schaden ist sehr beträchtlich.

Bon einem Schutzmann in der Notwehr erschosien. Ein aufregender Vorfall spielte sich in dem Hause Freienwalder Straße 29 zu Berlin ab. Die dort wohn­hafte Aufwärterin Cuno unterhielt seit längerer Zeit ein Verhältnis mit dem 43 Jahre alten wohnmsgslofen Arbeiter" Robert Bittner, der seit längerer Zeit von der Polizei gesucht wurde, da er sich seit Jahren der mcki- tärischen Kontrolle entzog und sich außerdem wegen Zu­hälterei und anderer Straftaten verantworten sollte. Wie die Polizei in Erfahrung gebracht hatte, hielt sich B. viel in der Cunoschen Wohnung auf. Er war dort im Hause wegen seines gewalttätigen Charakters ge­fürchtet und lag mit allen Hausbewohnern in Streit. Als er Sonnabend abend wieder im Hof skandalierte, er­fuhr die Polizei davon, worauf der Schutzmann Dix erschien, der Bittner verhaften sollte. Als B. den Beam­ten erblickte, flüchtete er in die Wohnung seiner Gelieb­ten, wohin ihm der Schutzmann folgte. Als dieser dem Verbrecher erklärte, daß er ihm nach der Wache folgen müsse, stürzte sich B. auf den Beamten, und versuchte ihn mit einem großen Schlächtermesser niederzusiechen. Den: Beamten gelang es, den Stich abzuwehren, und zwischen beiden Männern entstand nun ein erbitterter Ringkampf. Im Augenblick der höchsten Notwehr gab

er

zwischen beiden Männern entstand, nun ein erbitterte Ringkampf. Im Augenblick der höchsten Notwehr ac Dir hierbei einen Schutz auf den Verbrecher ab, d diesen tot zu Boden streckte. Die Leiche wurde beschlag­nahmt und nach dem Schauhause gebracht.

Bandalen in einer Kirche. Als die Beamten der katholischen Kirche in Oberschöneweide bei Berlin Sonn­tag morgen zur Frühmesse das Gotteshaus betraten, bot sich ihnen ein Bild arger Verwüstung dar. Der Hochaltar und der rechts von diesem stehende Marren- altar waren teilweise zertrümmert. Die Christusfraur war vom Kreuz gerissen. Außerdem sind wertvolle Ktr- chengeräte geraubt. Wie festgestellt wurde, hatten die Diebe versucht, die massive Tür der Kirche aufzubrechen. Da diese ihren Einbrecherwerkzeugen widerstand, wa­ren sie durch ein Fenster eingestiegen. Sie zerschlugen die Marmorplatten auf dem Hochaltar, rissen das Ta­bernakel auf, um die Monstranz zu stehlen, die aber sicher aufbewahrt war, und beschädigten schließlich das große Kruzifix. Zwei Opferkästen, die auch gestohlen waren und in denen sich Geld befand, wurden von Spa­ziergängern in der Nähe des Königin Elisabeth-Kran­kenhauses aufgefunden. Sie waren erbrochen und ihres Inhaltes beraubt.

Die Heiratsanzeige der Zukunft. Ungefähr so wer­den in Zukunft die Heiratsanzeigen aussehen:Am 2. Juni werden in der Dreifaltigkeitskirche Herr 42187 563, Sohn des verstorbenen 37 662 583 und seiner Frau gebo­renen 35 060 841 und Fräulein Anna Maria 53172 356, Tochter des Herrn 44 632 219 und seiner Frau geborenen 41371169 getraut." So wenigstens wissen Londoner Blätter zu berichten. Die obige Anzeige entspricht näm­lich dem Scheum. das in einer Sitzung derKöniglicher!

Annahme gelangte. Danach soll jeder bei der Geburt in den standesamtlichen Registern eine mit einer Nummer versehene Karte erhalten. Wenn er erwachsen ist und die Ehe eingehen will, so wird eine diesbezügliche Ein­tragung auf seiner Lebenskarte gemacht. Man will die­sen neuen Modus der standesamtlichen Registrierung wählen, weil er eine leichtere Handhabe zur Auffindung vermißter Personen bietet, außerdem Personalirrungen bet Eheschließungen verhindert und daneben den Hei­matsstand von Auswanderern, der heute häufig schwer zu ermitteln ist, rasch und zuverlässig feststellen läßt.

Das teure Durazzo. Der große Andrang von neu­gierigen Reisenden, Unternehmern und Abenteurern zu der neuen europäischen Residenz hat eine große Preis­steigerung zur Folge gehabt. Viele Bedarfsartikel sind so teuer, daß man gezwungen ist, sie zu entbehren. Sehr hoch sind die Mieten, da an Wohnungen großer Mangel herrscht. Für eine Wohnung, bestehend aus drei Räu­men, wird eine Miete von 2000 Kronen jährlich be­zahlt. Dabei handelt es sich um Räume, die so hoch wie ein Kaninchenstall sind und die nicht die geringste Spur von einer Tapete tragen. Häuser, die gewöhnlich zweistöckig und baufällig sind und in Deutschland ohne weiteres von der Polizei gesperrt mürben, werden für 36004000 Mark jährlich vermietet. Ein Bett kostet im allgemeinen fünf Kronen für eine Nacht. Ein Zimmer in einem Hotel, nur notdürftig ausgestattet kostet täg­lich 25 Kronen. Früher wurden sogar 45 Kronen be­zahlt, bis ein Gesetz diese Geldschneiderei verbot. Sehr teuer sind auch die Lebensmittel. Schweizerkäse wird mit 6 Kronen das Pfund bezahlt. Ungefähr dersebe Preis wird für Wurst gefordert. Die Portion Spargel (3 Stangen) kostet 1,50 Kronen, und für viele Gemiise- arten, dre bei uns ein Geringes kosten, müßte man 20 bis 25 Kronen ausgeben, wenn man sich an ihnen eini­germaßen satt essen wollte. Selbst die Südfrüchte sind bedeutend teurer als bei uns. Für eine kleine Apfelsine verlangt der Händler 10 Heller. Dafür bekommt man in Deutschland 45 Stück von dieser Sorte. Trotz die­ser gewaltigen Preissteigerung sind manche Artikel aber auch noch billig geblieben. So kosten zwei Hühner 2,50 bis 3,00 Kronen und eine Truthenne 4 Kronen. Das Pfund Hammelfleisch wird mit 2530 Pfg. bezahlt und das Pfund Schweinefleisch mit 60 Pfg. Sehr billig sind auch Tabak und Kaffee. Für eine kleine Tasse guten türkischen Kaffees zahlt man 5 Heller. Für diesen Preis erhält man im Innern des Landes sogar zwei Tassen. Das Brot ist sehr teuer und außerdem schlecht, jedoch ist das nahrhafte Maisbrot billig.

Caruso über die beste Gesangstemperatur. Unter was für Umständen läßt sich am besten fingen? Caruso, der gegenwärtig in London anftrttt, hat seine Erfahrun­gen darüber jüngst einem Vertreter derDaily Mail" anvertraut: Es kommt besonders viel auf die Lufttempe­ratur an, und auch Fenchtigkeits- und Staubgehalt der Luft sind wesentlich. Wenn Caruso in einem neuen Land ankommt, vergeht etwa eine Woche, bis sich die Stimme an die neuen Bedingungen gewöhnt hat: in England sorgt die feuchte Luft dafür, daß dies verhält­nismäßig rasch gelingt, weil die Feuchtigkeit den Staub niederschlägt. Die günstigste Temperatur für das Sin­gen liegt (ob nur für Caruso) bei 16 Grad Celsius, und wenn diese Temperatur nicht zu erreichen ist, zieht er geringere Wärmegrade vor, vorausgesetzt, daß keine Zugluft herrscht. Gegen diese ist seine Stimme sehr empfindlich, und besonders ungünstig ist die Wirkung, wenn heiße Luft und Zugwind gleichzeitig vorhanden sind.

Deutsche Matrosen als Helden

Wieder haben, wie der Draht aus Konstanttuopel meldete, drei unserer braven blauen Jungen bet ei­nem Rettungswerk den Heldentod gefunden, als sie bet dem jüngsten Konstantinopeler Brand sich eifrig an den Löscharbeiten beteiligten, bei denen sie sich so schwere Brandverletzungen zuzogen, daß sie ihnen nunmehr eider erlegen sind. Der Heldentod der wackeren deut- chen Seeleute erinnert daran, daß schon mehrmals deut- che Seemänner Gelegenheit hatten, in hervorragender Weise an den Rettungsaktionen gelegentlich großer Feuersbrünste in der türkischen Hauptstadt teilzu- nehmen. _

Erst bei der letzten wütenden Feuersbrunst, dre ganze Stadtviertel von Stambul in Schutt und Asche legte, waren es deutsche Matrosen, die an Stelle der vollkommen versagenden hauptstädtischen Feuerwehr durch ihr energisches mutiges Eingreifen dem verhee­renden Feuer ein Ziel zu sitzen vermochten. Das tür­kische Kriegsministerium hat damals den deutschen Ret­tern ein glänzendes Lob ausgestellt, wie ja auch jetzt wieder bet dem jüngsten Brand, dem dre drei deutschen Helden zum Opfer gefallen sind, der Kriegsminister Enver Pascha nicht genug Worte der Anerkennung für das unermüdliche und kühne deutsche Hilfswerk finden konnte. Der oberste Chef des türkischen Heeres ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich im Krankenhaus nach dem Befinden der verletzten deutschen Matrosen zu er­kundigen, für deren Erhaltung er die herzlichsten, Iei=

______gen, für deren Erhaltung er die herzlichsten, iet= der nicht in Erfüllung gegangenen Wünsche «"ßert^

So sehr erfreulich und ehrend für deutschen Mut und deutsche Tatkraft das Verhalten unserer Seeleute auch sein mag so zeigt doch anderseits der Verlust so wackerer" Angehöriger unserer Marine mit erschrecken­der Deutlichkeit, daß die Feuersicherheit der türkischen Hauptstadt noch immer erbärmlich genannt werden muß. Sticht nur die leichteste Bauart der Häuser, bte dem Wüten des Feuers de r besten Nährboden bietet, sondern mich vor allem die völlige Hilflosigkeit der türkischen Feuerwehr ist es die im allgemeinen rede Feuers- brunst K KonstaR einer aroßen Katastrophe

werden läßt. Es hat nichts gentitzt, daß seiner Zeit bte Konstantinopeler Feuerwehr unter Lei ung des una^ rifdten Grafen Szecheny nach dem Muster der Budi pester" Feuerwehr nülsiärisch organisiert wurde Es ist ibr wie die iünaste Katastrophe wieder gelehrt hat, der­selbe geringe Wert beizumZsen, wie den-freiwilligen Löschkomvaanien, den sog.Tulumbadichis.

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Schwere Kxplosionskalaslrophen.

Eine Sprengstoffabrik zerstört.

In der Schießbaumwoll- Fabrik der Deutschen Svrenastosf-Gesellschast in Düren ererguete sich Sonn- abgedeckt 13 Arbeiter wurden schwer, 15 weniger ichwer verseht Bei den Aufräumungsarbeiten wurden drei Tote gefunden, einer der Schwerverletzten starb wenige Minuten später im Hospital vier weitere schweben in Lebensgefahr: zwei Personen werden vermißt und dürf- ten unter L Kümmern begraben fein. Die Explosion entstand im sogenannten Löseraum durch L^gehen einer Patrone. Die Ursache ist noch nicht aufgeklärt. Außer ben drei Toten werden noch drei Personen vermißt. Man glaubt, daß sie unter den Trümmern begraben liegen.

Explosion in einer Tanersiosfnlederlage.

In der Nacht zum Sonntag entstand in der Sauer« stoffniederlage des Kaufmanns Mandt in Stettin Feuer, das sich innerhalb weniger Minuten auch auf benach­barte Lagerplätze fortpflanzte. Die gntzeisernen Saner- stofflaschen explodierten unter lautem Knalleil,' die be­nachbarten Häuser wurden durch die fortwährenden Ex­plosionen so heftig erschüttert, daß sie von den Bewoh­nern fluchtartig verlassen wurden und zum Teil ge­räumt werden mußten. Das Feuer griff dann auf ein Oellager über. Unter großen Schwierigkeiten gelang es der Feuerwehr, gegen drei Uhr die Gewalt des Bran- des zu brechen.

Surazzo von den Aufständischen angegriffen.

Das Fürstenpaar auf einem italienischen Kreuzer.

Was nach den letzten Meldungen über den Rück­zug der Regierungstruppen auf die Hauptstadt befürch­tet mürbe, ist eingetreten; Durazzo ist von den Auf- stäudischeu von mehreren Seiten aus augegriffen worden. Der Fürst und die Fürstin sowie ihr Gefolge haben sich an Bord des italienischen Kriegsschiffes Misurata" begben. Allch die Europäer, die darum an­gesucht haben, sind an Bord der italienischen Schisse ge­bracht worden. Die italienischen Matrosen sind an Bord zurückgekehrt, bis anf eine dreißig Mann starke Ab­teilung, die zum Schutze der italienischen Gesaudischaft zurückgeblieben ist. Die A u f st tt n ö t s ch e n haben vier holländische Offiziere zu Gefangenen gemacht. Eine De­putation der Aufständischen ist mit den Mitgliedern der Internationalen Kontrollkommission, die den Aufstän­dischen entgegengefahren waren, um mit ihrren zu ver- haudeln, in Durazzo augekommen und hat das An­suchen gestellt, mit dem Fürsten zu sprechen. Der F ü r st hat sich infolgedessen in Begleituug seines Generalstabes und des italienischen Admirals Trtferi Sonnabend abend wieder an ßanb begeben. Auch die Flirstin be- gab sich später wieder an Land. An Bord des italieni­schen PanzerkreuzersMisurata" sind nur die Kinder des Fürstenpaares und das Gefolge zurückgeblieben. Italienische Matrosen murden auf Wuusch des Fürsten sur Bewachung des Palastes aufs neue gelandet.

Der Kampf um Durazzo.

Sonnabend mittag verkündete ein Kanonenschuß den Beginn des Kampfes. Der holländische Oberst Thomp­son, der von den Hügeln bei Durazzo aus zwei Ge­schütze befehligte, hatte den Befehl zum Feuern gegeben. Die Schüsse waren aber ohne Wirkung. Die Bevölke­rung von Durazzo geriet in Schrecken und verbar­rikadierte sich in den Häusern, während die italieni­schen Seeleute zur Verteidigung der Gesandtschaft und des Palastes des Fürsten Vorbereitungen trafen. Am Nachmittag murde der Kampf noch heftiger. Das Auto­mobil eines Italieners brächte Tote und Verwundete in die Stadt. Zahlreiche muselmanische Frauen flüch­teten in die italienische Gesandtschaft und auf die Schiffe, die den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt wurden. In der Stadt befinden sich mehrere hundert Verwun­dete. Die Verluste der Aufständischen sollen groß sein.

Fürst Wilhelm will abdanken?

0:* Paris, 25. Mai. (B. Z.) Nach Blättermeldun- gen aus Durazzo soll Fürst Wilhelm eine Abdankungs- nrkunde unterzeichnet haben. Meldungen aus Kon­stantinopel zufolge beträgt die Zahl der Aufständischen 10 000, von denen 6000 um Durazzo und die übrigen in Durazzo selbst sind. Die Bewegung wird von dem Jungtürken Arif Hikmet geleitet.

*-» neuestes vom Cage«

Tod eines Berliner Gelehrten.

0-* Berlin, 25. Mai. Der Mathematiker und Na-

turwissenschaftler Geheimer Regierungsrat Dr. Hettner, ordentlicher Professor an der Berliner Universität und Professor an der Technischen Hochschule in Charlotten- burg, ist heute hier gestorben.

Anzeichen eines Bootsunglücks.

o-* Berlin, 25. Mai. (B. Z.) Auf dem Schwieloch- fce wurde ein Boot mit Kleidungsstücken treibend auf­gefunden. Man glaubt, daß die Insassen bet dem Un­wetter am Sonnabend ertrunken sind.

Die Aufklärnngsübnngen zum Prinz Heinrich-Flug

o-* Cölu, 25. Mai.

rich-Fluges bilden die ., ____________________ ____________

Übungen, die vom Cölner Flugplätze nach dem Exerzier­plätze bet Bonn führen. Zu diesem Fluge sind heute früh zwischen 7,09 Uhr und 8,25 Uhr 28 Flieger, darun­ter 13 auf Doppeldeckern, gestartet. Die Off Cölner Flugplatzes beteiligen sich an dem Flüge. Der Himmel ist bedeckt, das Wetter kühl. Der anfänglich heftige Sprühregen ließ später nach. Prinz Heinrich war von 6 Uhr morgens am Startplatz.

Ein russischer Prinz verhaftet.

o-* Petersburg, 25. Mai. Prinz Obolensky, Mit­glied des Aufsichtsrates der Petersburger Straßenbahn- Gesellschaft, ist gestern verhaftet worden, da ihm große Unterschlagungen zu Ungunsten der Gesellschaft nach- gewiesen worden sind. Im Augenblick seiner Verhaf­tung versuchte der Prinz Gift zu nehmen, konnte aber von den Beamten noch daran gehindert werden.

vuubcu 6HHi vHI16 ^vnu tup.yum. t. Den Abschluß des Prinz Hein- heutigen taktischen Aufklärungs-

>ffiziere des

. Fluge. Der . Der anfänglich Prinz Heinrich war

von Kossuth t.

o-* Budapest, 25. Mai. Der Abgeordnete und frühere Handelsminister Franz von Kossuth ist im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Infizierte Kaninchen gestohlen.

w Paris, 25. Mai. W. Z.) In der Nacht zum Sonntag haben Einbrecher aus dem Laboratorium des Bakteriologen Bonnefoy eine große Anzahl Kaninchen gestohlen, die mit allerlei Jnfektionskeimen geimpft waren. Die Täter sind unbekannt.

Suche nach einem vermißten Flieger.

0-* London, 25. Mai. Die Nachforschungen nach dem verschwundenen englischen Aviatiker Hamel, der am Sonnabend einen Flug über den Kanal unternommen hatte, dauerten gestern bis tief in die Nacht fort, sind aber leider vollkommen ergebnislos geblieben. Man hat infolgedessen alle Hoffnung aufgeben müssen, den be­dauernswerten Flieger wieder zu sinden und ist über­zeugt, baß er im Nebel über dem Kanal sich verirrt hat und irgendwo abgestürzt und ertrunken ist, genau wie f. Zt. der Flieger Cecil Grace. Voraussichtlich wird man nie genau erfahren, wo sich das Unglück abgespielt hat.

Oesfeutliche Besichtigung desVaterland".

oh* Neuyork, 25. Mai. Ueber 10 000 Personen nah­men gestern den DampferVaterland" in allen seinen Teilen in Augenschein. Tausende mußten unverrichteter Sache umkehren, weil sie keinen Platz mehr finden konn­ten. Das Eintrittsgeld ist für das Seemannsheim be­stimmt.

Eine Stadt durch Feuer zerstört.

0-* Viktoria (Britisch-Kolumbien), 25. Mai. Die Stadt Atlin ist durch Feuer fast ganz zerstört worden. Das Geschäftsviertel ist völlig vernichtet, ein großer Teil der Privathäuser ebenfalls zerstört. Auch die öffentlichen Gebäude der Stadt sind nieöeraebrannt. Keines der abaebrannten Gebäude war versichert