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von denen seinVerlassen, verlassen bitt i" wohl am bekanntesten aeworden ist, sich einen Namen geschaffen hat, feierte auch als Setter des bekannten Koschat-Quar- tetts in seiner Heimat und im Ausland große Triumphe.

»-p Ein Gewinn von 200 000 Mark der preußisch- süddeutschen Klassenlotterie wurde in der Bormittags- ziehung am Mittwoch auf die Nummer 185 810 Abtei­lung 1 und 2 gezogen.

** Verhaftung eines Bankbefrandanten. Die Kri- minalpolizei in Mannheim verhaftete am Dienstag abend den Bankveamten Hermann aus Jserlohn, der bet der Dortmunder Bank 30 000 Mark unterschlagen hatte. In seinem Besitz wurden noch sechs Mark ge­sunden.

»*£ Brand auf einem Gitterbahnhofe. Auf dem Potsdamer Güterbahnhof geriet am Mittwoch vormit­tag ein mit Emaillewaren beladener Güterwagen in Brand. Das Feuer sprang auf ein Fuhrwerk über, des- seu Kutscher, als er die Frammen löschen wollte, schwere Brandwunden erlitt. Die Feuerwehr löschte darauf das Feuer.

»S* Hinrichtung eines Raubmörders. Auf dem Hofe des Gerichtsgefängnisses in Hamburg wurde am Mitt­woch früh der Steinsetzer Albert, der am 8. September die Witwe des Landwirts Eggers in Moorfleth ermor­det und beraubt hatte, hingerichtet.

o-* Das Anfspringen auf einen fahrenden Straßen­bahnwagen mit dem Tode gebüßt hat in Berlin am Mittwoch der 50 Jahre alte Bauführer Weber. Er ge­riet unter die Räder des Wagens und wurde tödlich verletzt.

o-t Eine grausame Mutter. Das Dresdener Schwurgericht verurteilte die 40 Jahre alte Frau Alma Grundmann, die ihr drei Jahre altes Stiefkind so miß­handelt hatte, daß es schließlich starb, zu fünf Jahren Gefängnis.

»s^ Eine große Betrugsaffäre wurde iu Neapel auf­gedeckt. Die Polizei ermittelte, daß mit Beihilfe von Beamten und Aerzten angeblich Kranken eine große Anzahl von Jnvalidenkarten ausgestellt wurden, die den Inhabern der Karten aus den staatliche»» Versicherungs­kassen reichliche Krankengelder und laufende Pensionen verschafften. Bisher wurden 50 Personen verhaftet. Zahlreiche Advokaten und Aerzte sollen in die Affäre verwickelt sein.

Gericht und Rechte

Ins Zuchthaus, um ein Unterkommen zu finden.

Um nt§ Zuchthaus zu kommen, hatte sich der 61jährige Arbeiter Plettner iu Limbach zu einer bösen Tat Hin- reißen lassen, deretwegen er sich am Sonnabend vor dem Schwurgericht Chemnitz zu verantworten hatte. Er hatte am 2. März 1914 die zum Rittergut Limbach gehörige Scheune und die darin lagernden landwirtschaftlichen Vorräte in Brand gesteckt. Der Angeklagte, der gestän­dig war, erklärte, daß er seit Jahren auf dem Rittergut Limbach in Stellung sei. Da beschlossen worden sei, das Rittergut am 1. April 1914 niederzureitzen, habe er sich anderweitig nach Arbeit umgesehen, aber überall sei er seines hohen Alters wegen abgewiesen worden. Um sich nun ein Unterkommen zu verschaffen, habe er beschlossen, durch eine strafbare Handlung in eine Strafanstalt zu gelangen, er habe deshalb die Scheune angezündet. Das Urteil lautete unter Versagung mildernder Umstände auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrenrechts- verlust.

Wegen Fälschung von Renntelegrammen, Betrugs uud gewerbsmäßiger Vermittlung von Rennwetten hatten sich vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Dortmund Oberpostassistent Max Kneisel, Gefangenen­aufseher Hugo Frank, Kaufmann Jacob Mendel und der Kaufmann Leopold Elkan zu verantworten. Kneisel soll als Beamter schon angenommene Telegramme und Einschreibebriefe solange zurückgehalten haben, bis von den beiden letzten Angeklagten, die inzwischen die Namen der siegenden Pferde erfahren hatten, entsprechende Aen­derungen vorgenommen waren. Frank war hierbei der Zwischenträger. Mendel und Elkan hatten auf diese Weise eine Firma Smith in Luzern mehrfach betrogen. Da der Angeklagte Frank wegen Krankheit nicht er­schienen war, wurde die Sache gegen Kneisel und Frank abgetrennt. Nach längerer Verhandlung wurde dann Mendel wegen Betruges und gewerbsmäßiger Vermitt­lung von Rennwetten zu 5 Monaten Gefängnis ver­urteilt, Elkan erhielt wegen Beihilfe einen Monat ®e= fängnts.

Vermischtes

Ein entgangener Gewinn. Auf ein von sechs Ar­beitern in Heilbronn gespieltes Los der Lindenmu- seums-Lotterie war der Hauptgewinn von 50 000 Mark gefallen. Vor der Ziehung hatte aber einer der Arbei­ter den auf ihn entfallenden Teilbetrag des Loses, 50 Pfennig, nicht bezahlt, vielmehr war dieser von einem der anderen Mitspielenden entrichtet worden. Als der Gewinn gezogen war, wollte der säumige Zahler auch seinen Anteil an dem Gewinn haben. Das Gericht hat jedoch nunmehr die Entscheidung getroffen, daß er keinen Anspruch auf den Gewinn habe, da er nachweislich den ihn treffenden Betrag des Loses nicht bezahlt hatte. Derjenige Mitspieler, der den Losanteil des anderen mitbezahlt hatte, erhielt nun auch den darauf entfallen­den Teilbetrag des Gewinnes. .

England und der DampferVaterland". Als das größte Schiff der Welt in Southanrpton eintraf, fand es dort zwei andere große Hapag-Schiffe, dieKaiserin Augusta Viktoria" und dieCincinnati" vor, sodaß die deutsche Gesellschaft zu gleicher Zeit drei Schiffe mit über hunderttausend Tonnen in dem englischen Hasen hatte! Man sieht in diesen Riesenschiffen die besten Förderer der deutsch-englischen Freundschaft. So schreibt derDaily Chronicle":Deutschland hat alle Ursache, auf diesen großen Ozeanpalast stolz zu sein, und seine Freude sollte von uns geteilt werden, denn dieses Schiff, das so viel kostete wie ein moderner Dreadnought, ist ein Friedens schiff." Das anerkennende Urteil des Daily Chronicle" wirb von allen anderen Blättern neidlos unterschrieben. Ihre langen Beschreibungen stimmen darin überein, daß dieser neueste Triumph deutscher Schiffsbaukunst größte Sicherheit der Passa­giere mrt ausgesuchtestem Komfort aufs glücklichste ver­einige.

Eine aufregende Fahrt. Vor einigen Tagen wurde, wie dieBohemia" meldet, der Kraftwagenunterneh­mer Josef Pfreimer in Eger vomHotel Post" in Fran­zensbad telephonisch aufgefordert, einen Wagen nach Franzensbab zu senden, weil ein Gast eine Wagenfahrt unternehmen wolle. Als Pfreimer selbst mit einem Wa­gen vor dem bezeichneten Hotel in F: " ' stieg ein feingekleideter Herr in de.. ........ Bemerken, er solle ihn nach Wien fahren, er müsse dem Kaiser einen Besuch abstatten. Pfreimer hielt die Sache für einen Scherz und fuhr in der Richtung nach Eger ab. Auf der Fahrt fragte der Fahrgast den Wagenlenker, ob er sechs Brownirrgs bei sich führe.Ich habe nämlich auch einen," bemerkte der Irre und zog einen gela­denen RMvlver aus der Tasche. Nun wurde die Sache

,-ranzensbad erschien, ;en Wagen mit dem

ungemütlich und Pfreimer ließ daher den unheimlichen Gast neben sich aus den Lenkersitz setzen. So konnte Pfreimer den Irren besserüberwachen. Dieser ersuchte ihn nun, er solle zu einem Schneider fahren, er fei ?a'?ttK?er Herrgott und Gesandter des Deutschen Kai­sers. Pfreimer gmg nun auf die Ideen des Irren ein und versprach ihm, ihn zum Minister zu fahren. Ob er Kmder habe, frug der Irre. Der Wageuleuker bejahte die Frage. Dann solle er ihn nur gleich einmal hinfah- ren, er wolle ihnen einige Millionen schenken. Der Chauffeur versprach nun bereitwilligst, dies zu tun, und fuhr in größter Eile nach Eger vor die Polizeiwach- stube.Hier müssen wir aussteigen, hier wohne ich," sagte er, dort angekommen, dem Irren, und dieser lei­stete sofort Folge. Auf der Wachstube bedeutete Pfrei­mer den Wachleuten durch Zeichen, daß er einen Irren bringe, zwei Wachleute setzten sich mit iu den Wagen und dieser fuhr zum Allgemeinen Krankenhause, wo man den Irren in die Zelle für Geisteskranke brächte. Dort bekam er Tobsuchtsanfälle. Aus feinen Papieren ging hervor, daß er der Reisende einer Leipziger Gummiwarenfirma Franz Willi Hitler sei.

Ein eigenartiges Hochzeitsgeschenk. Die Tochter eines französischen Adeligen hatte die Absicht, sich mit einem Marine zu vermählen, desse« politische Gesin­nung dem Vater nicht patzte. Kurz entschlossen, sagte die Tochter, datz sie den Mann ihrer Liebe dennoch hei­raten werde, unb daß sie sich die Aussteuer selbst verdie­nen wolle. Der Vater war überrascht von dem festen Willen seiner Tochter und meinte, da er sie bisher im= mer nur als Spielpüppchen angesehen hatte:Gut, ich will, falls Du eine Stellung entnehmen solltest, Dir au Deinem Hochzeitstage den fünfzigfachen Betrag des Geldes auszahlen, das Du in einem Jahre verdient hast." Das junge Mädchen begann zu arbeiten, gab Stunden in Musik uud Sprachen, nahm Stellungen als Aushilssköchin a«, da sie die feine Küche erlernt hatte, ging mit den Kindern einer reichen Familie täglich Tennis spielen und lietz sich am Abend in einem Pen­sionat als Vorleserin und Klavierspielerin auwerben. Sie verdiente in diesem Jahre die nette Summe von 3000 Francs und bekam vo^ ihrem Vater an ihrem Hochzeitstage, der vor einigen Tagen war, die Summe von 150 000 Francs ausgezahlt. Außerdem aber er­klärte der Vater, daß sein Kind entschieden das tüch­tigste Mädchen sei, das ihm in seinem Leben unter die Augen gekommen sei, da sie ohne etwas gelernt zu ha­ben, sich ihren Lebensunterhalt so gut verdienen konnte. Und mit der Wahl des Herrn Schwiegersohnes ist er jetzt auf einmal auch einverstanden; denn er traut ja ihrem Urteile jetzt etwas zu.

Er will nicht radel«. Von einem gelegentlichen Mitarbeiter wird demTägl. Korr." die folgende Ge­schichte aus den» bayerischen Hochland berichtet: Die Bauer»» in jenen, von der gewinnbringenden Fremden- industrie noch nicht beglückter» Gegenden haben ein schweres Leben. Sie müssen hart arbeiten, um kärg­lichen Gewinn dafür einzuheimsen und beschränken sich daher auch nur auf die allernotwendigsten Ausgaben. Und mit einer wahrhaft verblüffenden Schlagfertigkeit erwidert» sie oft den Reisenden, die ihnen auf ihren Ge­schäftstouren dies oder jenes Kulturerzeugnis unter alten Umständen verkaufen wollen. Sam da auch dieser Tage der Vertreter eines großstädtischen Fahrradhauses zu einem solchen Bauer und bemühte sich, dem guten Landmann einen Begriff von ben Vorteilen und An- nehmlichkeiten zn geben, in bereit Genuß ihn der Besitz eines Stahlrosses versetzen werbe. Er hatte schon alle erdenklichen Mittel und Künste versucht und war jedes- mal wieder an der steinerne»» Hartnäckigkeit des Bauer»» gescheitert. Mit den» Reste seiner Kräfte wollte er nun zum letzten Sturm übergehen.Na, Vatter, lasseu's Ihnen doch überzeugen! 150 Market sind doch nicht si arg viel Geld. Schauen's Ihnen doch dieses wunderbare Fahrrad erst einmal richtig an. Um so wenig Geld ist's ja halb geschenkt. . . ."Was sollet denn i' damit an- fanga," gibt ihm der Bauer zur Antwort,für hundert- undfuchzig Marke! kriag i' auf'm Markt ja scho' a' ganze Kuah! Von der Hab' V aba nacha a' was! Die ko r doch bessa brauch« als den Karr»» da!"Ja, aber immerhin, sännt Ihr doch zun» Beispiel nicht in ein paar Minu­ten da und bahin fahren. Ich glaube nicht, daß Ihr Eure Wege als Reiter auf Eurer Kuh machen werdet!" Dös sag' i ja a' gar net! Aba i' glaub' a' net, daß t mV dengerscht unter am Fahrrad hisetzen ko' und nacha a's Melken anfanga kunnt!"

Londoner Bilder. Dieweil die Herren im Parla­ment zu Westminster erklären, England erfreue sich in diesem Jahre eines unerhörte»» Wohlstandes, stößt man in Londons düsteren Armenstraßen auf Schritt unb Tritt auf Tragödien des Alltags, wie nur die Sieben- millionenstadt sie entfaltet. Der Sommer steht vor der Türe, eine halbe Million Bauarbeiter machen Miene, in den Ausstand zu treten, und überall sieht manHun­germärsche"; sie zähle»» zu ben Erschütterndsten, was Londons Alltag bieten kann. Unbarmherzig prasselt ein eisiger Stegen nieder, die drückende Atmosphäre ist grau- fahl und undurchsichtig und voll von nervenaufreiz^»- ben Düften der offenen Fisch- und Gemüseladeu. Da durchbricht jäh ein lautes Geklapper auf bem Straßen- pflaster die Eintönigkeit. Wir wende»» uns um, und bei dem Anblick steht uns das Herz still: Ein Zug von Hun­derten und Aberhunderten ausgehungerter Männer und bleicher Weiber mit zerzausten Haarei» unb elenden Kleidern viele mit kleiner» Kindern im Arm trabt geisterhaft vorbei. Es sind dieHungermärschler". Viel Trostloses sieht man in London, aber diese armen Teu­fel sind doch das Traurig,te. Schlaff, apathisch, ohne eine Spur von Energie ziehe»» sie dahin.. Ueber ihren Häup­tern flattern wie zur Ironie zerfetzte schmutziggraue Banner mit roten Buchstaben: Prozession der Hunger- inärftßlerf Helft o helft den Hungermärschler«!" Zu beiden Seiten des elenden Zuges schleichen die Mitglie­der des Koinitees". An einer Art Schärpe tragen sie Sammelbüchsem »nit denen sie.unaufhörlich klappern. Wie wir eine KupfermünzeJn eine Büchse fallen lassen, faat der Träaer-Wir kommen vor» Nord-London, Sir, wir sind bereits fünf Stunde»» auf dem Weg und habe», noch nichts zu essen bekommen. Jetzt geht es nach einemDevot", wo wir Brot und Spezereten erhalten sollen." Im gleichen hoffnungslosen Tempomarschiert" der Zug weiter . . . Nun M er beimDepot" ange­langt. In die erloschenen Züge und Augen scheint mit einem Male Leben zu treten. Tausend Laib Brot und fünfhundert Paketchen Spezereten sind zum Verteilen da! Unter den armen, durchnäßten Teufeln entsteht ein Gedränge, um nicht mit leeren Handen abziehen zu müssen.

Kein Wunder.Fällt es Ihnen nicht auch auf- der Mann hört in letzter Zeit so sthlecht."Natürlich, er steckt ja bis über die Ohren in Schulden."

Ein Trust der Taschendiebe.

Neuyorker Bilder.

Einen höchst interessanten Einblick in die Neuyorker Verbrecherwelt gewährt ein n»cht wenig Aufsehen erre­gender Aufsatz, den der bekannte amerikanische Richter

Edward Swann auf Grund seiner reichen Berufserfah» rangen in einer Neuyorker Zeitschrift veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit der Behörde»» mtb der Gesetzgeber auf eine weitreichcude uud eigeue Organisation des Verbrechens zu lenken: auf ben Trust der Neuyorker Taschendiebe. Den»» von einem regelrechten Trust muh angesichts dieser Organisation gesproche»» werden. -

Die Art mtb Weise, wie der Trust der Taschendiebe arbeitet, wurde bem Richter Swann besonders klar durch das Geställdilis des vor einigen Monate»» festgenomme- neu SafchenbicbeS Thomas Mack. Mehrfach war Mack bereits verhaftet worden, und jedeslnal war im Ver­laufe von zwölf Stunden die geforderte Kauttonssumlne bei Gericht hinterlegt. Richter Swann erzählt: Die wirkliche Arbeit des Diebstrustes beginnt erst, wenn es gilt, einen Ankläger dazu z»» bringen, seine Anklage ge­gen ein Mitglied dieser Diebesgenossenschaft fallen zu lassen. Mack erzählte, »vas für Krokootls-Komödien zu diesem Zwecke unter Umständen inszeniert werden. Z. B. wurde nach seiuer Verbaftuitg eine alte weinende Frau zu bem Opfer seiner Taschcudiebsküuste geschickt. Noch nie hat Tonlmy bisher so etwas getan," schluchzte die Alte,ruinieren Sie mir meinen armen Jungen nicht wegen dieses ersten Fehltrittes das ganze Leben. Seien Sie bar«»herzig und geben Sie ihn» die Möglich­keit, sich z»» bessern."

Fast immer hat dieser Stiel Erfolg, bem Bestoh- lene« wird versprochen, ihn» feben Schaden zu ersetzen, der Kummer der alten Frau rührt thu, und das Ende ist entweder die Zurückziehung der Aliklage oder eine bem Tascheudieb so günstige Zeugenaussage, daß ber Richter in mehr als einem Falle wehrlos ist. Als Mack ein zweites Mal verhaftet würbe, erschien bei dem Opfer statt der alten Frau ein junges hübsches Weib, das trüneude»» Airges bent Bestvhlenen ein weinendes kleines Kind elltgegenhielt.Ich bin Tommy Macks un­glückliches Weib. Werder» Sie es übers Herz bringen, wegen eines einmaligen »»nglückselige»» Vergehens des Vaters dieses unfehnibige Kind ins Unglück z»» stürzen?" Als im Jahre 1918 der berüchtigte Taschendieb David Goldberg feftgcuommcu war, weil er einen gewissen Willian» Tymeson bestohler» hatte, erschien bei Symewn, dem einzigen Belastnngszeugen, diealte Mniter" Goldbergs und erzählte, daß die Fra», ihres Sohnes krank im Hospital liege. Tymeson hatte Mitleid unb war bereit, seine Aussage z»» verweigern; er erzählte vor Gericht von dem Vorfall. Allein der Richter ver­tagte nun die Verhandlung und ordnete Nachforschnngen an, bereu Ergebnis war, daß Goldberg nicht verheira­tet und daß seine Mutter vor Jahre»» in Europa gestor- ben war.

Derselbe Fall ereignete sich kürzlich, als eine junge Kmvschauspielerin bestohlen warb; die von dem Die­besbund vorgeführte Komödie rührte die Schanfpielerin so, daß sie nur mit größter Mühe dazu bewogen wer­den konnte, vor Gericht eine Aussage zu machen, unb auch die war dem Diebe günstig gefärbt. Der jüngste Streich desTrusts" war der Versuch, bem zu vier Monaten Gefängnis verurteilte»» Pussu Färber die Ab­leistung seiner Strafe zu erspare»». Pussy Färber ist ein besonders geschicktes undtüchtiges" Mitglied der Bande; man entschloß sich daher, ins Gefängnis einen Ersatzmann zu schicken. An bem Tage, da die Ueberftth- rung des Verurteilte»» ftattfhibeu sollte, brächte es ein gewisser Willian» Smith dazu, sich wegen Laudstrei- cheret feftnehmen zu lassen, zahlte seine Strafe von drei Dollar nicht mtb wurde nun ebenfalls ins Gefängnis gebracht. Bein» gemeinsamen Transport vertauschte»» die Beiden ihre Rollen. Willian» Smith ging alsPussy Färber" in Haft, Puss», Färber aber bezahlte als Wil- liam Smith die drei Dollar und war fünf Minuten spä­ter frei. Als der Betrug bemerkt wnrbc, war Färber längst jenseits der Grenzen des Staates Neuyork.

Der Diebesbund verfügt über eine ganze Reihe sehr tüchtiger Advokaten und über Geldn»ittcl, die sehr statt­lich sein müssen, denn die zu Gnnster» verhafteter Mit­glieder unternommenen Schritte verursache»» ungezählte Ta,»sende von Dollars Kosten, ungerechnet die Sum­men, die in gefährlicheren Fällen ben Bestohleneu als Ersatz und Schweigegeld zugeführt werden, um der An- klage alle Stütze»» z»r entziehen.

Der Prinz Heinrich-Zlug.

^.Von Frankfurt kommend, sind Mittwoch früh vor» 5,52 Uhr ab bis Mittag 13 Flugzeuge über Cassel eingetr,offen und teils gelandet, teils weitergeflogen. Das nächste Ziel war Braunschweig, wo die Flugzeuge

Teil landeten zum Teil die Fahrt nach Hamburg ^^tzte'». Bei»n Landen auf dem Forst z»» Cassel fuhr oer Flieger Stiefvater in den Apparat des Oberlcut- nants Kastner. Der Apparat wurde schwer beschädigt

Der Flieger Emertch ist am Mittwoch auf deut Wege vor» Frankflirt nach Cassel bei Gießen gelandet. Er wollte am Nachmittag wieder auf­steigen. Der Flieger Obcrleutnpm Hantelmann ist beim Landen gegen eine 3mm gestoßen, wobei der Pro­peller beschädigt würbe. Als das Flugzeug 952 am Mittwoch morgen außer Konkurrenz in Frankfurt mit Leutnaut Stenzer unb Begleite» auf den» Griesheimer Exerzrerplatze zmn Prinz Heinrich-Flug startete, stürzte der Apparat wegen Motordefekts ab und wurde zertrümmert. Die beiden Flieger blieben unverletzt.

Gerüchte über einen Rüdfritt huertas.

Präsident Wilson hat den amerifanifchen Vertre­tern auf der Niagara-Konferenz mttgeteilt, daß die ame­rikanische Regierung die endgültige Beilegung der Strei­tigkeiten in Mexiko als Bedingung für e ne Zurückzie- huna der amerikanischen Trupven aus Beraeruz a« Er rügte h nzu, daß der Frieden ihn» von der Entfer- nung Huertas und, der Aufrechterhaltung einer strengen und gerechten Reglerung abhängig z»» fein scheine. Die Abgeiandten Huertas erklärten sich bereit, den Rücktritt Huertas zu empfehlen, unter der Beding^g jedoch daß zuvor endgültige Entscheidung über bie Wt der Regie­rung getroffen werde, die dann folgen solle. Die mi- litärische Lage in Mexiko bereitet der amerikanischen »

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Der Ursprung dieser Meldung macht ihren Wert etwas fragwürdig. Immerhin ist es auffällsg daß die siA ^bderholen und ansche!nend auch verdichten; sie werden auch von Neuyorker Blättern verzeichnet. Auch an der Neuyorker Börse ala»!bt »na!! angeblich, wie eine Meldung derFr. Zta? versichert an die Richtigkeit der Gerüchte. 0 owjiwrr,

Befürchtungen in der Stadt Mexiko.

. , ** An -er Hauptstadt Mexiko wird die Lage als sehr ernst angeiehen und man befürchtet, daß es in den nächsten Tagen zun» Aufstand kommen wirb. - In Neu- York kursieren Gerüchte, daß Huertas Leibgarde gemen« habe. Huerta soll gegen seine politischen Gegner ruckffchtslos vorgehen und viele von thue», haben Sk«« richten lassen. Die Ereignisse drängen zur EjuschetdurtS.