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Sie SchuldenwIrkschaft Europas.

Fast 161 Milliarden Gesamtschulden.

Wie derJnf." von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sind vor einiger Zeit nationalökonomische For­schungen eines französischen Gelehrten bekannt gewor­den, die sich eingehend mit der Schuldenwirtschaft der europäischen Staaten befassen. Aus den interessanten Ergebnissen dieser Untersuchungen ist vor allem der Um­stand hervorzuheben, daß sich die öffentliche Schuld aller Länder Europas auf die ungeheuer große Summe von 160 Milliarden 936 Millionen Francs belauft.

Untersucht man die Verteilung dieser fabelhaften Schuldenlast auf die einzelnen Länder, so ergibt sich aus der Statistik, daß Frankreich alle europäischen Länder an Schuldenlast bei weitem überragt. Während sich die Schulden der französischen Republik auf 33,079 Milliar­den Francs beziffern, bleibt das Deutsche Reich, das an zweiter Stelle folgt, um rund 9 Milliarden hinter der französischen Schuldenlast zurück. Immerhin hat die deutsche Staatsschuld noch die stattliche Höhe von 24,239 Milliarden, ihr kommt annähernd die russische Staats­schuld mit 23,938 Milliarden gleich. Es folgen dann nach der Höhe ihrer Schulden geordnet Oesterreich-Ungarn, England, Italien, Spanien und die übrigen europai-

" Welchesuugehenre Anwachsen die Schuldenlast Eu­ropas seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen hat, geht daraus hervor, daß noch um 1800 die europäi­sche Schuldenlast nur 25 Milliarden betrug, im Jahre 1825 schon auf 40 Milliarden, 1850 auf 47 Milliarden, 1867 auf 66 Milliarden, 1888 auf 108 Milliarden und nunmehr auf 160 Milliarden gestiegen ist. Auch was die Verteilung der Schuldenlast auf den einzelnen Kopf der Bevölkerung anlangt, zeitigt die Untersuchung höchst bemerkenswerte Ergebnisse. Danach steht wieder­um der Franzose an erster Stelle, er hat 835 Francs Schulden auf den Kopf zu tragen. Ihm folgt an zweiter Stelle der spanische Bürger mit 509 Francs, während der Deutsche mit 373 und der Russe mit 200 Francs an letzter Stelle figuriert.

Die Handwerker beim ' .

Es war ein alter Wunsch des Handwerks, dem Kriegsminister persönlich die Wünsche und Beschwerden des Handwerks hinsichtlich des militärischen Verding- ungswesen vortragen zu können. Mehrmals hatte sich die Hauptverdingungsstelle an das Kriegsministerium mit der Bitte um Gewährung einer Audienz gewandt, doch hatte der Kriegsminister sie seiner Zeit ablehnen zu müssen geglaubt, da den Wünschen des Handwerks und seinen berechtigten Forderungen bereits durch einen Runderlaß hinreichend Rechnung getragen sei.

Das Handwerk hat sich jedoch mit diesem Bescheid nicht zufrieden gegeben. Immer wieder drangen aus führenden Kreisen des Handwerks Klagen und Be­schwerden an die Oeffentlichkeit, daß das Handwerk von der Heeresverwaltung nicht genügend entgegenkommend behandelt werde. Um einer weiteren Mißstimmung und vor allen irrigen Meinungen, als stehe das Kriegs- ministerium den Forderungen des Handwerks gleich­gültig gegenüber, von vornherein die Spitze abzubre- chen, bat sich der Kriegsminister doch bereit gefunden, die wiederholt erbetene Audienz der Handwerksvertre­ter zu gewähren. Die erwähnten Beschwerden des Handwerks zielen im wesentlichen auf die mangelnde Berücksichtigung der Bedürfnisse des Handwerks in den Submissionsbedingungen, Lieferfristen nsw. bei der Ver­gebung der neuen großen durch die Heeresvorlage des letzten Jahres hervorgerufenen Arbeiten und Liefe­

rungen.

Was die Handwerker fordern, ist vor allem größere Klarheit der Ausschreibungsbestimmungen, größere Be­rücksichtigung des angemessenen Preises und Hinzu­ziehung von sachverständigen Handwerkern bezüglich der Preisfestsetzung. Diese hauptsächlichen Forderungen des Handwerks haben die Vorstandsmitglieder der Haupt­verdingungsstelle, in der die Handwerkskammern Ber­lin, Hannover, Mannheim und Reutlingen vertreten sind, dem Kriegsminister gegenüber zur Sprache gebracht. Es darf erwartet werden, daß die mündliche Aussprache der Handwerker mit dem Chef der Heeresverwaltung die gewünschte Folge hat und die Klagen und Beschwer­den aus der Oeffentlichkeit verschwinden.

Schreckensnachrichlen vom Balkan.

Furchtbare Grausamkeiten an Epiroten

DieAlbanische Korr." meldet aus Valona: Nach­richten, die über zahlreiche von den Griechen im Epirus verübte Grausamkeiten durch Berichte von Flüchtlingen, sowie auf amtlichem Wege hierher gelangen, haben unter der Bevölkerung ungeheure Aufregung hervorgerufen. Griechische Banden sollen fast alle Dörfer, an die sie ge­langen konnten, niedergebrannt oder verwüstet haben.

Die Zigeunerin vom Eibsee. Roman von Paul Beye.

16) lNachdruck verboten.)

Unsicher, wie es nicht seine Art war, durchkletterte er den tiefen Graben, der ihn von dem Latschenbickicht trennte. Wirr, ineinander verstrickt, kriechen die Wurzeln über den Boden hin, strecken sich wie Fußangeln empor; manchmal stehen die Zweige so dicht, daß auch ein Wild nicht durchkommt. Er findet die Spur, verliert sie wie­der, um sie nochmals anzutreffen. Am oberen Rande des Dickichts geht sie auf felsigem Boden ganz aus.

Mit dem Durchklettern des Grabens, mit dem lan­gen Suchen, war so viel Zeit verloren worden, daß der Wildschütze überhaupt nicht mehr einzuholen war.

Was lag daran? Den Scheibenecker Bauer kann man auf semem Hofe finden.

Im Westen beginnen sich schwarze Wolken zusam- menzuzrehen Herbstgewitter, die bekanntlich zu den schwersten zahlen.

beleuchten die unter den Dunstmassen her- vorschletzenden Sonnenstrahlen die Felswände. Rasch steigt das Gewölk höher und hebt sich gespenstig von den zackigen ^hrofen ab; im fernen Hintergrund ver­schwimmt das Land im Nebel.

_, Dicht über dem Kopfe des Jägers streicht ein Schwärm unheimlich krächzender Bergraben vorüber. Franz schaudert. Was sind Bergraben? Vögel, die Aas fressen von gefallenen Rehen, Gemsen, Hirschen und Menschen. Der Tollerer hatte einmal einen erschossenen Wildschützen gefunden, dem sie schon die Augen ans- gehackt und das halbe Gesicht abgefressen hatten. Ein schrecklicher Anblick, den er lange nicht vergessen konnte. Erst als der Donner zu grollen begann, der Sturmwind erwachte und die schwarzgrauen Wolkenfetzen wie sprin­gende Wölfe vor sich hertrieb, der sausend um die Ecken

Die unmenschlichsten Grausamkeiten seien in Sormovo und in Kodra begangen worden. Die Kinder der Ein­wohner von Hormovo irrten hungernd und weinend in den Bergen umher und suchten ihre Elterm die von den Griechen massakriert worden seien. Am Fluß Drobull lagerten 2500 Flüchtlinge in mangelhafter Kleidung ohne Lebensmittel und ohne Hilfe. Die Dörfer Plezat, Leve- nicht und Fschatin Kardhik seien durch Artillerie zerstört worden, fünfhundert Einwohner von Kardhik und Ko­rona seien in den Fluß geworfen worden. Im Dorf Kodra sei kein einziger Dorfbewohner lebend angetroffen worden, nachdem die Griechen daraus verjagt worden feien. Von der ganzen Einwohnerschaft des Dorfes Lekli seien nach einem von Griechen verunstalteten Massakre nur zwei alte Weiber lebend geblieben. Bei der Regie­rung ist ein amtlicher Bericht von Tepeleni eingelaufen, nach dem in Hormovo die Leichen von zweihundertacht- zehn Männern, sowie zerstückelte Körperteile von un­gezählten Frauen und Kindern vorgefunden wurden.

Politische Rundschau.

Reichskanzler v. Bethmaun Hollweg ist Sonnabend abend mit Familie von der Beisetzungsseierlichkeit füv seine Gemahlin aus Hohenfinow nach Berlin zurückge­kehrt und hat die Dienstgeschäfte in vollem Umfange wieder übernommen. Wie dieTägliche Rundschau" er­fährt, ist zu erwarten, daß der Kanzler vom Kaiser ge­legentlich der Kieler Woche einen längeren Urlaub er­bitten und auch erhalten wird. Während der Urlaubs­zeit wird Staatssekretär Delbrück und Staatssekretär v. Jagow mit der Leitung der inneren bezw. auswär­tigen Politik betraut werden.

Zum neuen Kompromitzantrag zur Besoldungs- novelle wird halbamtlich ausgeführt:Wenn die Ver­bündeten Regierungen sich bereitfmden sollten, dem zn- zustimmen, so würde dies im Interesse der in der No­velle bedachten Beamten geschehen, die bei Nichtzustande- kommen der Vorlage auf nicht absehbare Zeit hinaus auf die ihnen zngeduchten Einkommensverbesserungen verzichten müßten. Andererseits ergibt sich allerdings aus der Sachlage, daß die in dem Anträge gewählte Fassung des Entwurfs auch das äußerste Maß dessen -arstellen würde, was die Genehmigung der Berbün- deten Regierungen finden könnte, da diese den von ihnen bisher eingenommenen, in der Budgetkommission wie in der Vollversammlung des Reichstages wiederholt und bestimmt dargelegtcn Standpunkt nicht verlassen können."

Das Ergebnis des Wehrbeitrags. Bei der Erörte- rung eines konservativen Antrags im Reichstag über etivaige Verwendung von Mehrertrügnissen aus dem Wehrbeitrag erklärte am Sonnabend Staatssekretär Kühn, daß, soviel sich bis jetzt übersehen ließe, der Wehr­beitrag an die in der Oeffentlichkeit mehrfach genannte Summe von 1200 Millionen Mark nicht heranreichen werde. Die zu erwartende Summe sei erheblich geringer, sodatz also der konservative Antrag, der bereits mit Ueberschüssen über die vorausgesagte Summe rechne, keine praktische Bedeutuug haben werde.

Scheidemann-Kämpf und die Rechte. In den ein­zelnen Berichten über den Zusammenstoß zwischen Kttmps und Scheidemann in der Freitagssitzung des Reichstags war behauptet worden, daß der Ruf des sozialdemokratischen Abgeordneten nach einem Präsiden­ten von der Art der Herren v. Ballestrem und v. Levetzow auch in den Reihen der Rechten Zustimmung gefunden hätte. Demgegenüber legen die Fraktionen der Kon­servativen wie der Reichspartei Wert anf die Feststel­lung, daß das Verhalten des Abg. Scheidemann von ihren Mitgliedern keineswegs gebilligt worden ist, daß sie vielmehr den Bemühungen des Präsidenten, die Ord­nung des Hauses den Sozialdemokraten gegenüber zu wahren, volle Anerkennung und Unterstützung zollen.

Der Zentralausschutz -er fortschrittlichen Volks­partei trat am Sonnabend im Reichstagsgebäude zu feiner Frühjahrssitzung zusammen. Den Bericht des > geschäftsführenden Ausschufses erstattete Reichs- und I Landtagsabgeordneter Wiemer, nach dem die Partei - gegenwärtig über 23 Landesverbände, 14 Bezirksver­bände, 82 Kreiswahlvereine oder Wahlkreisleitungen». 1587 Vereine, 151 Bezirks- oder Ortsgruppen, 2 Frauen- vereine, 43 Jugendvereine, 13 Arbeitervereine und 66 Ortsgruppen des Reichsvereins der liberalen Arbeiter und Angestellten verfügt und rund 240 000 Mitglieder zählt. Am Schlüsse beantragte Wiemer namens des ge- schäftsführenöen Ausschusses, den nächsten Parteitag im September ö. I. in Eisenach abzuhalten. Dieser Vor­schlag fand allgemeine Zustimmung.

Verluste der Bauhandwerker. Dem preußischen Landtag ist eine Denkschrift über die Verluste der Groß- Berliner Bauhandwerker und Baulieferanten zugegan­gen, die im Auftrage des Handelsministeriums vom sta­tistischen Landesamt bearbeitet worden ist. Danach be­tragen die Verluste in den Jahren 19091911 20% Millionen Mark. Von 2818 Gebäuden gingen nicht ganz

fuhr und Tannen und Fichten bog und splitterte erst da fand der Jäger seine Kraft und Willensstärke wieder. Mutig blitzte sein Auge, fest und sicher stemmte er sich gegen den Bergstock, schwang sich über Gesteinstrttmmer und Spalten, dem Tale zu. Endlich kam er aus dem Bereich des Unwetters heraus; das Geriesel und Schneien hatte sich in Regen verwandelt; die Gewitter­wolken preßten sich an die Hochgipfel oder waren darüber hinweggeflogen, der Sturmwind hatte seine Nnbändig- keit verloren. Einzelne Sonnenstrahlen überglänzten Teile des Gebirges, und über die Täler senkte sich der abendliche Schatten.

Es war, als ob aus den düster werdenden Gründen die graue Sorge heraufstiege, um sich von neuem an den Jäger zu drängen.

Er kämpft mit sich; und dann schlägt der Sollerer- Franzl eine Richtung ein, die ihn an dem Scheibenecker Hofe vorbeiführen wird. Er will sein Mädel auf das Unglück vorbereiten, das ihr Haus treffen soll.

Es war schon sehr dämmerig, als er dort anlangte. Schon vom Waldsaume aus hatte er Marei bemerkt, die im Garten schaffte.

Klopfenden Herzens stieg er vollends abwärts. Bei den nahenden -Schritten hatte das Mädel den Kopf er­hoben. Sie kamen ihr bekannt vor, aber ungewohnt müde und schleppend. Da erkannte sie ihren Schatz, der ihr Zeichen machte, zu ihm herauszukommen. Sie zö­gerte, denn das ging gegen die Abmachung mit dem Vater. Immer dringender wurden die Zeichen. Was mußte vorgefallen sein? Noch ein kurzer Kampf, daun siegten Neugier und Besorgnis.

Ist Dein Vater schon daheim?" flüsterte ihr aufge­regt der Sollerer entgegen.

Ja," entgegnete erschrocken das Mädchen.Schon fast eine halbe Stunde."

»So. Marei, ich hab Dir was zu sag'n, etwas

die Hälfte (1378) zur Zwangsversteigerung, wobei 43,30 Proz. der gefährdeten Forderungen ausfielen. Das unsolide Bauwesen findet sich hauptsächlich, bei Wohnhäusern, wobei zu bemerken ist, daß insgesamt 5252 solcher Wohnhäuser mit einem Bauwert von 8/3 Mill. Mark errichtet wurden, von denen rund 50 Proz. Verluste zu beklagen waren, und ebenso viele zwangs­weise versteigert wurden.

Kleine fiadirldifen-

147 Millionen Wehrbeitrag in Grotz-Verlin. Nach den jetzt vorliegenden amtlichen Zahlen beläuft sich der Wehrbeitrag Groß-Berlins auf 147,7 Millionen Mark, das sind noch 3,1 Millionen Mark mehr als bei der ersten Aufstellung. Der Regierungsbezirk Düsseldorf bringt an Wehrbeiträgen über 73 Millionen auf und . steht damit an der Spitze aller Regierungsbezirke.

Die englischen Wahlweibcr gegen den König. Die Suffragetten haben beschlossen, dem König Georg am kommenden Donnerstag ihren Wunsch nach dem Frarten- sttmmrecht durch eine Abordnung vorzutragen. Die Wahlweiber lassen sich weder in ihren Vorbereitungen durch die Polizei, noch daß der König auf den Rat der Minister beschlossen hat, die Abordnung nicht zu em­pfangen, stören. Die Damen wollen nötigenfalls Ge­walt anwenden. .

Ein italienisches Schiff von Beduinen geplündert. In der Nähe des Hafens von Tobruk an der afrikam- fchen Küste wurde der vom Sturm steuerlos auf den Strand geworfene KleiudampferSolferino" von Be­duinen geplündert. Kapitän und Mannschaften ver­ließen, da sich jeder Widerstand als vergeblich erwies, mit den zehn an Bord befindlichen Passagieren das Schiff und retteten sich auf zwei Schaluppen nach To­bruk. Ein an die Unfallstelle geeiltes italienisches Tor­pedoboot fand nichts als das vollkommen ausgeraubte Wrack.

Die erste deutsche Werkbundausstelluug wurde am Sonnabend in Cöln eröffnet. Der Grundgedanke der Ausstellung ist die Veredelung der Arbeit und die Be­tonung der Qualität,- die ganze deutsche Arbeit, das ein­fachste Erzeugnis der Maschinen und das entfach,te hand­werkliche Erzeugnis fallen in den Bereich der Werk- bundbestrebungen. Man will statt Quantität Qualität, um auf dem deutschen und auf dem Weltmarkt jedem Wettbewerb gewachsen zu sein. Die Wege zu diesem Ziele versucht der Deutsche Werkbund auf dieser Aus- '^"Den^eigeneu'Vater erschossen. Der 23jährige Haus­diener Erich Rosteck in Berlin hat am Sonntag teilten Vater, einen Eisenbahnbeamten, erschossen, der in der Trunkenheit seine Frau und seine Kinder seit Jahren unmenschlich mißhandelte. Der junge Mensch wollte auch sich selbst erschießen, doch hinderten ihn Hausbe­wohner daran. Er wurde einstweilig in Haft genommen.

Dreizehn weitere Erdstöße haben sich im Laufe des Sonnabends in der Umgebung des Aetna ereignet. Auch aus Neapel wird in den letzten Stunden gemeldet, daß der Vesuv in voller Tätigkeit ist und daß der Ausbruch jedesmal mit dem Aetna in Zusammenhang steht.

Schreckenstaten desWeißen Wolfes". Die Baude desWeißen Wolfes" hat die Stadt Tsin Tschao ge­plündert und dabei zahlreiche Einwohner ermordet. Auch eine in der Nähe gelegene Ortschaft vernichten sie zu plündern. Sie wurden jedoch von Regierungstrup­pen angegriffen, geschlagen und erlitten schwere Ver­luste.

Vergiftung mit Enteneiern. Fünf Personen und in Genf nach dem Genuß von Enteneiern unter Ber- giftungserscheinungen erkrankt. Am Freitag «Mud brächte ein Arbeiter seiner Familie mehrere Enteneier' mit und auch gleich davon. Am nächsten Tage mußte er ins Krankenhaus gebracht werden. Jetzt aßen auch die Frau und die Kinder von den Eiern und erfragten ebenfalls. Eins der Kinder ist gestorben. Der Mann schwebt in Lebensgefahr.

Massenverhaftung von Verstchernngsschwindlern in Neapel. Die Neapeler Polizei hat eine weitverzweigte Bande von Schwindlern entdeckt, die Versicherungsge- fellschaften betrogen, indem sie Verletzungen simulierten oder sich künstlich solche beibrachten, um Arbeitsunfähig­keit zu erzeugen. Sie sollen auf diese Weise an drei Millionen erschwindelt haben. Auch verschiedene Aerzte und Rechtsanwälte sollen in die Angelegenheit ver­wickelt sein. Bisher wurden 60 Verhaftungen vorge­nommen.

Ermordung einer Greisin. Die 72 Jahre alte, in der Weberstraße zu Berlin wohnhafte Almvsenempfän- gerin Julianna Maler wurde seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen. Als der Sohn, ein selbständiger Kauf­mann, darauf nach der Wohnung feiner Mutter kam, fand er seine Mutter in ihrem Zimmer am Bettmosten härmend erdrosselt auf. Die sofort benachrichtigte Mord­kommission stellte fest, daß die Greisin unzweifelhaft er­mordet worden ist, und zwar wahrscheinlich schon am

etwas recht Ungutes! Aber hier kann's nicht sein. Es können Leute vorbeikommen fei in einer Viertel­stunde oben am Waldrand, dort, wo das Marterl steht."

Um Gottes will'n, Franz!" rief, auf das tiefste er­schreckt, das Mädel. Es blieb ihr keine Zeit zu einer Frage, denn schon war der Jäger verschwunden, und sie hörte nur mehr die sich entfernenden Tritte.

Nach einer Viertelstunde gelang es dem Mädel, un­gesehen den Hof zu verlassen. Es gewann die Höhe, auf der das moosüberwachsene Marterl stand. Marei frö­stelte vor Angst und Aufregung und fuhr erschreckt zu­sammen, als neben ihr die Gestalt des Jägers auf« tauchte, der seine Hand schwer auf ihre Schulter legte.

Marei, bleib' standhaft!"

Sie konnte nicht antworten, sondern suchte klopfen­den Herzens die Züge ihres Geliebten im stark herein- brechenden Halbdunkel ins Auge zu fassen.

Du weißt, daß unser Forstamt unter einem scharfen Wildschützen leidet. Heute bin ich keine hundert Schritte von ihm weg gewesen, wie er einen kapitalen Hirsch ge­schossen hat. Ich hab' ihn ganz deutlich gesehen und er­kannt: Es war Dein Vater!"

Die Hände vor das Gesicht schlagend, sank Marei auf dem Hügel zusammen, der das Marterl umgab. Diese schreckliche Nachricht hatte sie getroffen, wie ein Blitzschlag.

Aber die Nerven eines gesunden Bauernmädels sind stark; unter Heißen Tränen gewann sie die Fassung, ihm zuzuwinken, fortzufahren.

Der Jäger setzte sich neben sie und hielt liebkosend ihre Rechte in seinen Händen, und nun erzählte er ihr ausführlich die Vorgänge des heutigen Tages.

lFortsetzung folgt.)