Deutsche lliislungs-Zn-uflrle im Auslande.
Die Aufträge des
Bei allen im Auslande abgehaltenen Wettbewerben hat die deutsche Rüstungsindustrie vorzügliche Leistungen aufzuweisen und stets hat sie sich den Konkurrenten überlegen gezeigt. Auch die Versuche, aus dem letzten Balkankriege Kapital gegen die deutsche Industrie zu schlagen, sind, wie man sich erinnert, kläglich gescheitert. Das deutsche Material hat sich überall, wo es richtig angewendet und bedient wurde, glänzend bewährt. Das wird von beiden Parteien anerkannt. Sowohl die Türken wie ihre Gegner, in erster Linie die Bulgaren, haben dies allgemein und öffentlich anerkannt. Wenn trotzdem das ausländische Material bevorzugt wird, so liegt dies lediglich an finanziellen und politischen Rücksichten.
Diejenigen Staaten der Balkanhalbinsel, die nach Beendigung des Krieges an die Neuorganisation ihres Heeres und an die Ergänzung des verbrauchten Kriegsmaterials gingen, bedurften dazu großer Geldmittel. Sie haben sie nicht in Deutschland erhalten, sondern hauptsächlich in Frankreich. Die Gewährung dieser Anleihen wurde mit Bestellungen an Kriegsmaterial aufs engste verknüpft. Das ist ein natürlicher Vorgang. So gingen unserer deutschen Industrie zahlreiche Bestellungen verloren. Von diesem Gesichtspunkte aus ist es bedauerlich, daß Deutschland als Geldgeber in dem Hintergrund bleibt. Unwillkürlich muß da die Frage entstehen, ob unsere Großbanken und die Regierung nicht allzu vorsichtig und zurückhaltend sind. Das Risiko ist bei der Anlage in ausländischen Werten heute bei den gebotenen, manchmal sehr guten Sicherheiten nicht größer als bei den inländischen Werten. Es, wäre zu wünschen, daß wir uns lebhafter an den ausländischen Em- SIonen beteiligten, um nicht von dem Markte allzusehr rängt zu werden.
Ein zweiter Grund liegt in den politischen Verhältnissen. Es ist merkwürdig, wie stark gerade jetzt auf dem Balkan die französischen Sympathien gewachsen sind. In Rumänien, der Türkei, Serbien spielen sie eine bedeutendere Rolle als früher. Dadurch wird naturgemäß die französische Konkurrenz unterstützt. Sicherlich können finanzielle und industrielle Erwägungen allein nicht den Gang der Politik beeinflussen. Es wäre aber wünschenswert, daß sie mehr als bisher berücksichtigt würden. Und schließlich sollte die tatsächliche Leistungsfähigkeit unserer Industrie in höherem Maße ausschlaggebend sein. Darauf muß gerade jetzt, wo der Abschluß neuer Handelsverträge vor der Tür steht, besonders hingewiesen werden.
Rüstungsaufträge des Auslandes sind aber auch im Onteresse unserer Landesverteidigung erwünscht. Die teferungen für das eigene Heer reichen nicht aus, um die deutsche Rüstungs-Industrie dauernd in vollem Um* fange zu beschäftigen und die hohen Unkosten aufzu- bringen, die mit den Versuchen, Erprobungen usw. verbunden sind. Soll diese Industrie auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit bleiben, so muß sie im Frieden entsprechend beschäftigt sein. Dazu gehört aber, daß die ausländischen Lieferungen an uns, nicht an Frankreich und England gehen.
Es ist verständlich, wenn man in den jungem Ländern Europas besonderes Interesse für französische Literatur und englische kaufmännische Talente hat. Dabei gibt es aber eine Grenze, deren Ueberschreitung zur Unselbständigkeit führt, und fast will es uns dünken, daß einige Staaten schon sich über diese Grenze hinwegtäuschen lassen.
Die Erfahrungen mit Dem wehrbeilrag.
Wie die „Inf." erfährt, sind zur Zeit in den maßgebenden preußischen Ressorts Erwägungen im Gange, die auf eine Verwertung der Ergebnisse und Erfahrungen mit dem Wehr-beitrag im Hinblick auf die Reformbedürftigkeit des steuertechnischen Verfahrens abzielen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die bisherige Handhabung des Einschätzungsverfahrens sich längst schon als Produkt einer veralteten Steuertechnik erwiesen hat. Nichts war besser geeignet, ihre Unzulänglichkeiten vor Augen zu führen, als die erstaunlichen Wirkungen des Generalpardons. Diese haben an den maßgebenden Stellen die Ueberzeugung gefestigt, daß die Wehrbeitragserfahrungen künftighin im Interesse eines bessere Ergebnisse liefernden steuertechnischen Verfahrens nicht ungenützt bleiben dürfen.
Dem Vernehmen nach beschäftigen sich die erwähnten Erhebungen mit der Frage der Vollausnutzung aller aus dem Wehrbeitragsverfahren resultierenden Erfahrungen im staatlichen Interesse, die möglicherweise zu Aenderungen im steuertechnischen Verfahren führen werben. Eine solche Aenderung bedürfte keine weitere Motivierung. Sind auch die dem Staate bisher unrechtmäßig vorenthaltenen Steuerkapitalien nicht derart hoch gewesen, wie man zuerst veranschlagt hatte, so haben doch die Nachprüfungen immerhin noch erstaunliche Re- 1
Die Zigeunerin vom Libsee.
Roman von Paul Beye.
iß) (Nachdruck verboten.)
Wieder einmal stieg der Sollerer-Franzl auf den Berg, nach der österreichischen Grenze zu, weil sich in letzter Zeit der Wilderer dort wieder spüren ließ.
Der Wald hatte dieses Jahr ziemlich früh die herbst- "che Färbung angenommen, die Buchenblätter schim- merten rötlich, der Bergahorn trug mehr gelbes, als grttnes Laub, das der kalte Nord-West über das Moos zerstreute.
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des Scheibeneckers war nicht ein^^
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Unausgesetzt wurde jetzt das Btäd« üedränm um einen richtigen Hochzeiter auszusuch«: Die
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Das erkannte auch der Franzl. Aber die Bück»? niederlegen und Bauer werden lNeindam hatte er gehabt?^E»inen Ä^ We ^aret auch davon gehabt? Einen Mann, dessen Herz nur halb bei seiner erzwungen aufgenonnnenen Pflicht war. Einen halben Mann — für eine ganze Sache.
?I?^rjn war er aus dem Wege gegangen. Sr hatte das Gefühl, als wenn er in ihrer Nähe seine Stärke und Festigkeit einbüßen würde.
Diese Sache peinigte den ehrlichen Menschen und versetzte ihn in Unruh?. Er hatte gehört, baß der junge
fultate genug zutage gefördert. Fälle, wie der jenes rheinischen Industriellen, der freiwillig auf Grund des Generalpardons sein Vermögen auf 19 Millionen ein- schätzte, während er früher nur aus 2 Millionen steuerlich veranlagt war, rechtfertigen etwaige Aenderungen im steuertechnischen Verfahren vollauf.
Sollte der Generalpardon neben seinen überraschenden Wirkungen hinsichtlich der Steuerkraft der Bevölkerung auch noch die haben, daß er den Anstoß zu einer Reform unserer Steuertechnik gibt, so darf man ihm wirklich das Zeugnis einer hervorragend gelungenen finanztechnifchen und gesetzgeberischen Maßnahme nicht vorenthalten, denn die Ueberschreitung des Wehrbeitrag-Solls um 200 Millionen auf 1200 Millionen Mark zeigt, wie sehr er seine Schuldigkeit getan hat.
Die Bedeutung des Prinz Heinrich-Zluges.
Taktische und strategische Aufklärungsttbungen.
Am 17. Mai nimmt der größ e deutsche Wettbewerb für Landflugzeuge, der Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein oder Prinz Heinrich-Flug seinen Anfang in Darmstadt. So wertvoll auch diese schwierigste Prüfung des Jahres sich für die Entwickelung des Zivil-Flugwesens erwiesen hat, so beruht doch ihre wesentliche Bedeutung in dem ungegliederten militärischen Teil der Uebung, dessen Bedeutung von Jahr zu Jahr immer mehr gewürdigt worden ist. Auch in diesem Jahr sind mit dem Prinz Heinrich-Flug taktische und strategische Aufklärungsübungen rein militärischer Natur verbunden worden, die an die Geschicklichkeit unserer Fliegeroffiziere und der sie begleitenden Beobachter nicht geringe Anforderungen stellen werden. Wie im vergangenen Jahr so hat auch in diesem Jahr der Chef des Generalstabes, Generaloberst v. Moltke, die Aufgaben für die Aufklärungsübungen in der Luft gestellt. Der militärische Teil des Fluges verläuft folgendermaßen:
Für den 23. Mai ist eine große strategische Aufklärungsübung in Hamburg vorgesehen. Die beteiligten Flieger haben zunächst Aufklärungsobjekte, die im Interesse der Sache natürlich geheimgehalten werden, so vor allem ihre Aufstellung, auszuknndschaften und dann nach einer Meldesammelstelle in Minden zu fliegen, wo die Landung zu erfolgen hat. Hier empfangen sie neue Aufträge, mit denen nach Münster, von dort nach Cöln zu fliegen ist. Zwischenlandungen sind dabei nur in Münster auf dem dortigen Exerzierplatz vorgesehen. Ueber der Werkbundausstellung in Cöln sollen Meldungen abgeworfen werden. Für Cöln ist als Landungsplatz der Flugplatz Butzweilerhof bestimmt. Die Ge- samtentfernung der bei dieser Uebung zurückzulegenden Flugstrecken beträgt annähernd 600 Kilometer.
Am 24. Mai werden die Uebungen ausgesetzt und beginnen am nächsten Tage wieder bei Cöln mit einer umfangreichen taktischen Aufklärungsübung. Zunächst haben die Flieger friedensmäßig am Morgen des 25. Mai nach dem Exerzierplatz Hangelar bei Bonn abzu- fliegen. Von dort aus geschieht der kriegsmäßige Abflug zu den Aufklärungsobjekten, die bei Cöln aufgestellt werden. Auch hier sind wieder über der Werk- bunöausstellung Meldungen abzuwerfen, auf dem Flugplatz Butzweilerhof hat die Landung zu erfolgen. Die an diesem Tage zurückgelegte Entfernung ist wesentlich geringer wie die am 23. Mai. Sie beträgt kaum mehr als 100 Kilometer. Trotzdem wartet an diesem Tage der Teilnehmer eine besonders schwierige Aufgabe, die ihnen hervorragend Gelegenheit gibt, ihr Können zu erweisen. Welcher Wert diesem militärischen Teil des Prinz Heinrich-Fluges allerseits beigemessen wird, geht schon aus dem Umstand hervor, daß auch solche Flieger und Flugzeuge, die an dem eigentlichen Zuverlässigkeitsflug nicht teilnehmen, für die Aufklärungsübungen zugelassen und vollkommen gleichberechtigt hinsichtlich der Preiszuerkennung sind.
Der Prinz Heinrich-Flug 1914 vereinigt eine außerordentlich stattliche Anzahl deutscher Militärflieger, wie man sie in solcher Beteiligung bei einem derartigen Wettbewerb noch nicht gesehen hat.
Der erste Unfall.
Dem Vierstundenfluge, der Freitag nachmittag anläßlich des Prinz Heinrich-Fluges auf oem Griesheimer Flugplatz stattfand, wohnte ein nach Tausenden zählendes Publikum bei. Es fanden im ganzen 17 Flüge statt, die mit Ausnahme eines Unfalles glatt verliefen. Leutnant Carganico ist bei dem Fluge aus beträchtlicher Höhe senkrecht abgestürzt. Er hat einen Oberschenkel- bruch und einen Beinbruch erlitten. Das Befinden des Verletzten war abends gut.
Politische Rundschau.
Mit Rücksicht auf die andauernde Ueberfüllnng des höheren Lehrberufs hat das badische Unterrichtsministerium eine tief einschneidende Maßnahme getroffen; es hat der Kölnischen Zeitung zufolge über 60 Anwärtern
Ungar dem Mädchen nachstellte. Das rief etwas in ihm hervor wie Eifersucht. Eher gönnte er sie noch dem Ja- nos, der war doch ihres Stammes und ihrer Art.
Weit aufwärts, auf schwierigen Steigen, war der Jäger gestiegen, wobei er mit gutem Wind an ein Lat- schendickicht kam, wo, wie er wußte, ein starker Vier- zehnender sich einstellte.
Ist der dem Wildschützen noch nicht vor das Rohr gekommen?
Vorsichtig spähte er mit dem Glase die grüne Wildnis ab. Einige Stück Mutterwild ästen am Rande,- möglich, daß der Hirsch in der Nähe war.
Es verfloß eine Viertel-, eine halbe Stunde,- der Regen hatte sich anf diesen Höhen in Schnee verwandelt, eisig kalt pfiff der Wind um die Felswände.
Plötzlich warf eines der Tiere den Kopf auf und sicherte nach der Höhe zu. Franz! nahm rasch das Glas an die Angen.
Und da schallte es schon aus den Latschen mit gewaltigem Basse: „Oö — öo — oöoöoöo!"
Den Jäger ließen diese Töne mit einem Freuden- schauer überlaufen, denn ein Vierzehneuder — ein anderer konnte es wohl nicht sein — war immerhin eine Seltenheit und eine Wonne für ein Jägerauge.
„Oö — oö öoöoöo —!" dröhnte es langgezogen.
Das Mutterwild äste ruhig weiter; es schien zufrieden zu sein, daß sein Herr und Meister nahte.
Bald darauf schimmerte es an dem Latschenrande rot; es dauerte noch eine Weile, dann trat der Hirsch aus dem Dickicht und schrie dem Mutterwilde zu. Franzl war ganz in diesen großartigen Anblick versunken. Ueber ihm stand der Waldrecke, den fast schwarz be- mahnten, dick altgelaufenen Hals vorstreckend, mächtig seine Ankunft bekundend.
Da sicherten die Tiere nach der rechten Seite.
Im selben Augenblick krachte ein Schutz — der
auf Oberlehrerstellen eröffnet, daß für sie in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Verwendung im Staatsdienst sei, und daß sie sich sobald als möglich nach einer anderen Beschäftigung umsehen sollten. Bei Besprechung dieser leidigen Verhältnisse in einer der letzten Sitzungen der Zweiten badischen Kammer empfahl der Zentrumsabge- ordnete Pros. Wirth den Uebergang zum Offiziersberuf, der gegenwärtig die besten Aussichten biete.
Die Petitionskommission des Reichstags hielt am Freitag ihre letzte Sitzung vor den Sommerferien ab. Ein Einwohner aus Düsseldorf hatte der Kommission ein Gesuch unterbreitet um Erlaß eines Gesetzes, durch das 1. Vereinigungen, deren Mitglieder sich zur Ehelosigkeit verpflichten, verboten werden sollen, und 2. männliche Personen, die zur Ehelosigkeit verpflichtet sind, zum Unterricht oder zur Erziehung der Jugend nicht zugelassen werden. Ein sozialdemokratisches Mitglied hielt einen Teil des Gesuches für so bedeutungsvoll, daß es eine Beratung wünschte. Da aber angesichts der Geschäftslage hierfür keine Zeit mehr zur Verfügung stand, wurde das Gesuch von der Tagesordnung abgesetzt.
Die Hochseeflotte, die vor einigen Tagen Kiel verlassen hatte, ist manövrierend um Skagen gegangen und nunmehr auf der Reede von Helgoland eingetroffen, um von dort aus die Uebungen in der Deutschen Bucht fort- zusetzen. An ihnen werden auch mehrere Marineflug- zeuge teilnehmen.
Die Ersatzwahl in Stendal - Osterbnrg. Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Magdeburg J[ lStendal-Osierburg) erhielten Hoesch (kons.), dessen Wahl für ungültig erklärt worden war, 11877 Stimmen, Wachhorst de Wente (ntl.) 6965, Beims (Soz.) 6943. Es findet Stichwahl zwischen Hoesch und Wachhorst de Wente statt. Bei der Wahl am 12. Januar 1912 erhielten die Konservativen 10 512, die Nationalliberalen 8621 und die Sozialdemokraten 7434 Stimmen. Bet der Stichwahl siegte dann der Konservative Hoesch mit 13 288 Stimmen über den bisherigen nationalliberalen Vertreter Fuhrmann, der nur 10 995 Stimmen auf sich vereinigte.
Für die Reichstagsersatzwahl in Coburg, die erforderlich wird durch die Ernennung des Abg. Dr. Quarck zum Staatsrat des Herzogtums, hat die Fortschrittliche Volkspartei den coburgischen Landtagspräsidenten Fabrikant Arnold-Neustadt als Kandidaten aufgestellt. Auch bei der letzten Wahl kandidierte ein Fort- schrittler, fiel aber für die Stichwahl aus.
Ein Kaiserwort über England. Bei dem Festessen aus Anlaß der Einweihung der englischen Kirche in München gab im Anschluß an die Ansprache des Vertreters der Regierung, der bekannte Vorkämpfer einer deutsch-englischen Verständigung, Professor Dr. Sieper folgende verbürgte Aeußerung des Deutschen Kaisers über Deutschland und England unter großem Beifall bekannt: „Wir sind zu groß, um feind zu sein, so müssen wir groß genug sein, um Freunde sein zu können."
Das Gesamtergebnis des Wehrbeitrags. Wie die „Tägl. Rundsch." erführt, ist nach den bisherigen Schätzungen auf Grund der Ergebnisse der Veranlagung mit einer Wehrbeitragseinnahme in Höhe von 1200 Mill. Mark zu rechnen. Es liegen schon mehrere einzelstaat- liche Abrechnungen vor, darunter die ausschlaggebende preußische. Eine Kürzung der dritten Rate steht nicht in Aussicht.
Kleine fladiriditen.
Die neue Kaiserjacht „Ersatz Hohenzollern" wird im Monat August im Beisein des Kaisers vom Stapel laufen. Der Ban ist auf der Bulkanwerft bei Stettin m der letzten Zeit außerordentlich vorgeschritten^ünd nähert sich seiner Vollendung. Während die alte „Hohenzollern" 116 Meter lang ist, hat der „Ersatz Hohenzollern" eine Länge von 161 Metern. Die Besatzung ist 455 Mann stark, während die „Hohenzollern" über eine Besatzung von nur 348 Btann verfügte.
Notlandung eines französischen Fliegers bei Nien- bvrg. Ein verirrter französischer Flieger, namens Beriet, der sich auf dem Fluge von Paris nach Berlin befand, angeblich um sich um den Pommerypokal zu bewerben, hatte die Richtung verloren und unternahm Freitag mittag bei Nienburg a. Weser auf einer Wiese eine Notlandung. Nachdem seitens des Bezirkskommandos seine Personalien und der Zweck seines Fluges festgestellt war, erfolgte gegen 2 Uhr der Weiterflug. In Johannisthal ist er um 8,08 Uhr abends angekommen.
Die drahtlose Verbindung Deutschland - Amerika vollendet. Die von der Hochfrequenz-Aktiengesellschaft für drahtlose Telegraphie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika erbaute Radiostatton Tuckerton ist nunmehr fertiggestellt. Am 14. d. M. fand der erste Tele- graphleverzuch mit der Golöschmiötschen Hochfrequenz- maschine in Tuckerton statt. Die aufgegebenen Telegramme wurden einwandfrei auf der deutschen drahtlosen Station Eilvese bei Hannover empfangen.
Das Naschen mit dem Tode gebüßt. @ut bei dem Oekonom Schröder in Uehrde (Braunschweig) in Stet-
Hirsch sprang in einem gewaltigen Bogen nach vorwärts, um nach einigen wilden Sätzen verendend zu- sammenzustürzen.
In rasender Flucht brach das Wildpret durch das Dickicht.
Ein Fluch entrang sich den Lippen des Jägers, der sofort seine Büchse anschlug. Hier, vor seinen Augen, war eine der vielen Untaten geschehen — die nächsten Augenblicke mußten ihm den Frevler zeigen.
„Entweder — oder! — Er oder ichI" war der Entschluß des Jägers, der in fieberhafter Aufregung jede Bewegung in den Latschen beobachtete.
Lange ließ sich weder etwas hören noch sehen. Endlich meinte er das Abrollen eines Steines vernommen zu haben. Dann war es ringsum wieder totenstill.
Endlich tauchte langsam, vorsichtig, aus den Krüppel- kiefern eine Gestalt auf. Sich nach allen Seiten um* sehend, schritt ein Mann ohne Gewehr auf den erlegten Hirsch zu.
Das Blut drängte sich dem Jäger zu Kopfe, daß es ihm fast den Blick verdunkelte. Dann aber sah er deutlich, mit einem Entsetzen, daß ihm der pochende Puls aussetzte — den Vater seiner Marei — den Bauer von dem Scheibeneck!
Wie erstarrt, unfähig ein Glied zu rühren, fühlte sich der Tollerer. Er schauderte, als sich der Mann über den Hirsch beugte, diesen genau betrachtete und dann wieder zwischen den Latschen verschwand.
Der erste Gedanke war: Nach! Folgen! Den Uebel- täter greifen! Aber sein Fuß stockte, deutlich stand vor seiner Seele das ungeheure Unglück, das damit über die Scheibeneckertschen hereingebrochen war. Doch die Pflicht trieb ihn dennoch vorwärts.
(Fortsetzung folgt.)