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Heimat versiegt. Zwischen Trümmern setzt das Auto­mobil seinen Weg fort. Man sieht Matratzen auf Kalk­trümmern, ausgerissene Türen. Wir sind in Santa Maria: Häuser ohne Dächer, große schlundähnliche Lö­cher an Landhäusern, an deren Mauern sich noch viel­farbig schimmernde blühende Zweige emporranken. Von einer Kirche bleibt nur noch der Hochaltar und die Orgel mit zerbogenen Pfeifen. Nun kommt Linera. Das Automobil kann nicht mehr weiterfahren, es wird von den Trümmern blockiert.

Die Szene des zerstörten Messina taucht in kleinem Maßstabe vor uns auf. Auf dem großen Kirchplaüe ist ein Lager errichtet: da liegen wirr durcheinander Ma­tratzen und auf ihnen haben sich Bauern und Bauers­frauen niedergelassen, stumm, das Kinn auf die Brust gebeugt, mit leeren, vor Verzweiflung starren Augen. Barfüßige Mädchen gehen gespensterisch zwischen den Trümmern herum. Nun kommen die Bahren, auf de­nen Tote und Verwundete gebracht werden. Unter den Trümmern hat man soeben vier Tote gefunden, auf ei­ner anderen Bahre liegt eine verwundete Frau mit tief­blauem Gesichte: sie atmet nur noch mühsam. Ihre Kinder wollen nicht, daß die Mutter fortgeschafft wird, und sie schreien verzweifelt.

In Linera ist das Leben ganz verschwunden. Nach Einbruch der Nacht hört man keinen Laut mehr, 110 Tote sind gefunden worden. Manche Leichen liegen of­fen anf der Straße da, andere sind von milder Hand mit Brettern bedeckt worden, etwa dreißig werden auf einer Rampe von Carabinieri bewacht. Neberall Stillschwei­gen: von den tausend Ueberlebenöen verschwinden in der Nacht die-Spuren. Vor dem Pfarrhause steht der Kaplan und betrachtet mit verbundenem Kopfe die Trümmer: niemand ruft seine Dienste an. Schon zeigen sich an den Leichen die ersten Spuren der Verwesung: sie haben schon zu lange offen gelegen. Da bringen bei Nachtanbruch einige wackelnde Karren die ersten roh gezimmerten Särge!

Vermischtes.

Glänzend verlaufene Probefahrt der „Vaterland". Die Probefahrt des Dampfers „Vaterland" fand nach glänzendem Verlauf Montag nachmittag ihren Abschluß. Beim Einlaufen in die Elbmündung salutierte das Fort Grimmerhörn die bayerische Prinzenflagge mit 21 Schuß. Beim Festmahl brächte Prinz Franz von Bayern einen begeistert aufgenommenen Trinkspruch auf die Werft von Blohm und Votz als Erbauerin des pracht­vollen Schiffes aus, dessen Besichtigung bei allen Teil­nehmern der Fahrt unauslöschliche Eindrücke hinterlas­sen habe. Dr.-Jng. Hermann Blohm dankte für die gnädigen Worte des Prinzen, gedachte seinerseits rüh­mend der Reederei, die dem Schiffbau durch ihre Be­stellungen solche Aufgabe stelle, und betonte, mit welcher Freude alle Kräfte sich vereinigt hätten zu diesem, wie er hoffe, gelungenen Werke, in dem Bewußtsein, für das Vaterland zu arbeiten.

Geprellte Diebinueu. In Cöln wurden am Sonn- tag zwei Mädchen verhaftet, die in einer Cölner Groß- schlächterei auf Veranlassung dreier ihnen bekannter Männer ihrem Arbeitgeber 4000 Mark unterschlagen hatten und mit den Männern eine Reise nach Antwer­pen unternehmen wollten. In Bonn, wo man zunächst hinfuhr, gelang es den Burschen, mit dem unterschlage­nen Gelde zu entkommen, während sie die Mädchen in einen Hutladen geschickt hatten, um sich dort neue Hüte zu kaufen. Vollständig mittellos kehrten die geprellten Mädchen nach Cöln zurück, wo sie gleich nach ihrer An­kunft von der Polizei verhaftet wurden. Bei dem Ver­hör erzählten sie nach längerem Leugnen den Sachver- Halt und teilten der Kriminalpolizei auch die Namen der drei Männer mit, die jetzt nach den Flüchtigen eifrig fahndet.

ragt 3,25 sind drei

Ein neues städtisches Schwimmbad ist am Sonntag in Neukölln eröffnet, das mit einem Kostenaufwand von zwei Millionen Mark errichtet ist. Das Schwimmbecken für Männer ist etwa 30 Meter lang und bedeckt eine Fläche von 275 Quadratmeter, die Tiefe beträgt 3,25 Meter. Zur Füllung des riesigen Beckens sind drei Stunden nötig. An den Seiten der Halle befinden sich Auskleideräume, Ruheztmmer, Wasch- und Duschzim- mer. Die Schwimmhalle für Frauen ist etwas kleiner. Ferner enthält das Staötbad 40 Wannen- und 42 Brausebäder. Einen großen Raum nehmen die medi­zinischen Bäder (eigene Abteilungen für Männer und Frauen) ein, die mit Ruhe- und Lesezimmern verbun­den sind. In der Mitte der römisch-russischen Abteilung befindet sich, nach Art der türkischen Bäder versenkt an- georöuet, ein warmes Tauchbecken. Au die Brausebä­der schließen sich die Dampf-, Warm- und Heitzluftbäder und die Massageräume an. Das Bad gewährt gleichzei­tig Raum für 500 Badende und vermag bei Höchstbe- trieb zehntausend Personen an einem Tage ein Bad zu gewähren. ,

Sie weiß sich zu helfen. Aus St. Jngbert in der Pfalz wird geschrieben: Auf eine sonderbare Idee ver­fiel dieser Tage hier ein Dienstmädchen, das seinen beim Militär in Metz dienenden Schatz wieder einmal sehen wollte. Die Maid lag seit kurzem krank im Spital, er­holte sich aber bald wieder, so daß sie für die nächsten Tage ihre Entlassung zu erwarten hatte. Von einer Freundin ließ sie nun aus dem Spital dem Soldaten nach Metz schreiben, seine Braut sei gestorben und werde am soundsovielten begraben. Natürlich hatte der Soldat beim Empfang der Nachricht nichts Eiligeres zu tun, als um Urlaub zur Teilnahme am Begräbnis einzu- ^'laub wurde ihm gewährt, und in Helm ^^y am „Begräbnistag" hier ein und meldete sich im Spital — gerade zur selben Stunde, in

i „Begräbnistag" hier ein und 77 gerade zur selben Stunde, in h^a6^ entlassen wurde. Ueber den geworden V^^ öe§ Wiedersehens ist nichts bekannt

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7^rCA02in£en, das in der Krankenanstalt Lindenburg ?i,Lr starb. Das Mädchen hatte einen angeblrch in Aachen angestellten Zollbeamten als Bräutigam, der ihr insgesamt 2000 ^ entliehen hatte.

Nachricht vom Tode des Mädchens erschien er am Nachmittag auf, der Lindenburg und verlangte den Totenschein des Mädchens, um eine Summe von 2000 Mark abzuheben, da er seine Braut in eine Lebensver- licherung eingekauft hatte. Der Mann wurde verhaftet, da sich herausgestellt hatte, daß er gar nicht Zollbeamter war, und gestand ein, daß er Versicherungsagent aus Cöln, verheiratet und Vater mehrerer Kinder fei Ob das Mädchen eines natürlichen Todes gestorben ist, wird die Untersuchung ergeben.

Zum lob der Gemahlin des Kanzlers.;

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet ! ?»^u„von Bethmann Hollweg einen 'Nachruf, in dem । es heißt: Frau von Vethmann Hollweg war nach ihrer i ganzen Wesensart eine echte deutsche Frau. In ihrer I UHrhaft edlen Erscheinung paarten sich anmutige ! Würbe und einfache MundlichkLit in seltener Harmo-

me. Als tapfere und mutige Lebensgefährtin ffmtb sie ihrem Gemahl zur Seite, mit dem sie im nächsten Mo­nat 2o Jahre vereint gewesen wäre. Wenn ihre Nei­gung sie mehr zum stillen Wirken in engerem Kreise gezogen haben mag, so erfüllte sie mit gleicher Hingabe die hohen Pflichten, die an die Gattin des ersten Beam­ten des Reiches herantreten. Mit unermüdlicher Sorge und nie versagender Güte des Herzens widmete sie sich den Werken christlicher Nächstenliebe und sozialer Hilfstätigkeit. So wird ihr Hinscheiden weit über den Kreis ihrer Familie hinaus als ein schwerer Verlust empfunden werden. In der harten Prüfung die über den Reichskanzler gekommen'ist, vereinigen sich alle, die der Entschlafenen näher treten durften, mit ihm zu auf­richtiger Trauer.

Als Frau von Bethmann Hollweg mit ihrem Ge­mahl ins Reichskanzlerpalais Wilhelmstraße 77 zog, begleitete sie auch dorthin ihre um anderthalb Jahre äl­tere unverheiratete Schwester, Fräulein Klara v. PfuÄ, um sie in der Führung des Haushalts zu unterstützen. Denn ihre Gesundheit war, im Gegensatz zn ihrer kraft­vollen Erscheinung, damals schon angegriffen. Frau v. Bethmann Hollweg teilte den Geschmack ihres Gatten für eine vornehme, doch keineswegs luxuriöse Lebens­weise, und diese Anschauung machte sich auch im Reichs­kanzlerpalais geltend. Der Zuschnitt entsprach Dem Hause eines wohlhabenden märkischen Rittergutsbe­sitzers. Behielt doch Herr v. Bethmann Hollweg auch als Reichskanzler die hausväterliche Gewohnheit bei, seiner Familie und seinen Gästen die Suppe selbst aus- zuteilen. Am 17. Juni d. J. hätte die Verstorbene ihre silberne Hochzeit mit dem Reichskanzler feiern können. Ihrer Ehe entsprossen vier Kinder, von denen ein Sohn im zweiten Lebensjahre starb. Ernst Friedrich und Isa sind noch zu Freienwalde geboren, als der Reichskanzler noch Landrat in Freienwalde war, Au­gust Felix hat zu Potsdam das Licht der Welt erblickt.

Frau von Bethmann Hollweg, eine geborene von $fuel, aus dem bekannten märkischen Geschlecht, war seit längerer Zeit von einem Frauenleiden befallen, und daß dieser Zustand kritisch war, erfuhr man, als der Reichskanzler mit Rücksicht darauf zweimal seine Ab­reise nach Korfu verzögerte. Die durch starken Blutver­lust in den letzten Wochen herbeigeführte Schwäche schloß einen operativen Eingriff aus, und so ist die Frau, noch nicht 49 Jahre alt, aus dem Leben geschieden.

Allein in der Eiswiisle der Anlarklis.

Die Leiden eines Südpolfahrers.

Dr. Douglas Mawson, der wie durch ein Wunder einem sicherm Tode entronnene Führer der wissen­schaftlich so erfolgreichen australischen Südpolarexpedi­tion, ist am Sonnabend abend mit seiner jungen Ge­mahlin in London eingetroffen. Auf der Fahrt von Tonlon hat G. Ward Price Mawson begleitet, und ihm erzählte während der Reise der verwegene Gelehrte, dessen Nerven noch immer nicht völlig von den Folgen der einsamen Wanderung durch die Eiswüsten der Antarktis erholt sind, die Geschichte jener furchtbaren Tage.

In Begleitung von Leutnant Ninnes und dem Schweizer Dr. Mertz war Mawson mit drei Schlitten aufgebrochen, um in östlicher Richtung das unbekannte Land zu durchforschen. Am 15. Januar 1913 hoffte man zurück zu sein: die erste Tragödie ereignete sich am 14. Dezember, 311 englische Meilen vom Lager entfernt. Man überschritt einen schneebedeckten Gletscherspalt: zu­erst Dr. Mertz, der fröhlich deutsche Studentenlieder singend mit seinem Schlitten als Wegbahner voraus war, dann Mawson. Nach einer Weile wandle sich Maw­son um: zu seinem Entsetzen sah er nichts als das weiße Schneefeld. Von Ninnis und seinem Schlitten keine Spur.

Bald fand man die Oeffnung in der Schneedecke, durch die Ninnis mit seinen Hunden und seinem Schlit­ten in schwarze, unergründliche Tiefe hinabgestürzt war. Er muß sofort tot gewesen sein: an eine Bergung der Ueberreste war nicht zu denken. Die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr war für die beiden Ueberlebenöen nur mehr gering. Der Schlitten, der mit Ninnis in die Tiefe gegangen war, hatte den Hauptproviant ge­tragen. Was an Nahrnngsmitteln übrig blieb, war kaum mehr als eine Wochenration für einen Mann.

Die Heimfahrt begann. Dr. Mawson erzählt, wie die Hunde, für die man kein Futter mehr besaß, bald an Erschöpfung hinzusterben begannen, „obgleich wir sie auf den Schlitten lnöen, um ihre Kräfte zu schonen. Ihre Körper lieferten kaum eine Nahrung mehr. Wäh­rend wir uns weiterarbeiteten, sprachen Mertz und ich fast immer von europäischen Restaurants und den Mahlzeiten, die wir uns leisten würden, wenn wir heim kämen."

gilt neues Unglück stand bevor: nach Neujahr be­gannen die Kräfte von Mertz zu schwinden. Er wurde mit jedem Tage schwächer, vermochte kaum noch etwas zu genießen und verlor die Fröhlichkeit, die sonst nie von ihm wich. Mawson versuchte alles, aber umsonst, am Morgen des 7. Januar begann Dr. Mertz zu phanta­sieren, dann verlor er das Bewußtsein und um Mitter­nacht war er tot. Furchtbare Schneestürme hatten ein­gesetzt: und nun war Mawson allein in der erbarmungs­losen Eiswüste. ,

„Von meinen Fugen losten sich die Sohlen: von meinem Körper waren Haut, Haare und Fingernagel schon vorher abgefallen. Ich warf die Hautsohlen, die sich von meinen Füßen lösten, nicht fort, der Schmerz, mit dem nackten Fleisch zu gehen wäre unerträglich gewesen. So heftete ich die Hautsohlen mit Lanolin an, band sie mit Leinen fest, zog sechs Paar Strümpfe da­rüber, und dann wieder meine Feldstresel: anders hatte ich dem Wind und dem Eis ni$t trotzen können. Jeder Schritt bereitete mir nun große Qualen. Ich glaubte nicht mehr, daß es mir möglich fern werde, allein heim- zukommen. _ , , _,

Oft fiel ich bis an die Ellenbogen durch Schnee­decken über Gletscherspalten: einmal fiel ich ganz hin­durch und hing an dem mit dem Schlitten verbundenen Seile über dem Abgrund. Einen Augenblick überkam mich der Gedanke, mich loszubinden und in die unbe­kannten Tiefen hinabfallen , zu lassen, aber ich wollte mich nicht von den Dingen schlagen lassen.

22 Tage hindurch schleppte sich Mawson so durch die weiße Einsamkeit, bis er am 29. Januar, nur durch einen glücklichen Zufall, etwas. Schwarzes im Schnee sah: ein Proviantdepot, das die Hckssexpedition aus­gesetzt hatte. Die Nahrungsmittel steigerten Mawsons Kräfte, und nun drang er zu einem zweiten Depot vor, das nur noch 20 Meilen vom Hauptlager entfernt war. Allein er war nun so erschöpft, daß er acht Tage rasten mußte, ehe er daran gehen konnte, diese letzte Etappe zurückMl^gen.^^ch ^ ^ erret^te, roär 6le „Aurora" vor einer Stunde abgefahren: er sah sie noch am Hori- wnt. Aber sieben Freunde waren noch zurückgeblieben und in deren Gesellschaft und Pflege konnte er sich er­holen, bis nach einem vollen Jahre die „Aurora" wie­der kam und sie aus ihrer Einsamkeit befreite.

Tampico gefalle«.

In Veracruz ist die Nachricht eingetroffen, daß Tampico gefallen sei, und daß die mexikanischen Bun- destruppen ungeheure Verluste erlitten hätten. Die Ausländer fliehen vor den einrückenden Rebellen aus die Kriegsschiffe der fremden Mächte.

Ein aus Pueblo eingetroffener Spanier berichtet, daß sechs Spanier in Pueblo von dem Pöbel unter qualvollen Martern getötet wurden. Sie wurden le­bend auf einen Scheiterhaufen geschleppt, der mit Petro­leum übergossen und angezündet wurde.

Der Fall von Tampico, der nach den umfassenden Vorbereitungen der Rebellen und in Anbetracht der von ihnen zum Angriff zusammengezogenen starken Streit- kräfte als wahrscheinlich bezeichnet werden muß, wurde die Herrschaft Huertas schwer erschüttern, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die auf die Hauptstadt vorrük- kenden Scharen Carranzas den Widerstand ihrer Geg­ner bereits durch inneren Zwist gebrochen finden. Ein Machthaber in Mexiko kann seine „Getreuen" nur durch Erfolge an sich fesseln. Sitzt ihm aber das Verderben bereits im Nacken, dann läuft ihm die ganze Helden- schar seiner einstigen Freunde in alle Himmelsrichtnn- gen auseinander. Und es hat den Anschein, als ob die ersten Zeichen der zusammenbrechenden Macht Huertas nicht mehr aus sich warten lassen. Wenn Tampico dem alten Diktator jetzt verloren geht und sich dann die ganze Macht seiner Feinde gegen die Hauptstadt selbst wendet, dann wird er Die Häupter seiner Lieben Im wahren Sinne des Wortes bald zählen können.

Die ersten Opfer des „Feldzuges".

Die Leichen der bet Veracruz getöteten Matrosen wurden am Montag von Dem Schlachtschiff „Montana" in Neuyork gelandet und in feierlichem Zuge durch die Stadt geführt. Im letzten Augenblick hatte Präsident Wilson sich entschlossen, an der Feier teilzunehmen. Die siebzehn Särge wurden auf Lafetten transportiert. Auf der Marinewerft empfing Der Präsident Den Zug ent­blößten Hauptes und hielt mit leiser Stimme in großer Bewegung eine Rede, in der er u. a. sagte: Wir sind nach Mexiko gegangen, um der Menschlichkeit zu dienen. Wenn wir ein Mittel finden, wünschen wir nicht, mit den Mexikanern zu kämpfen, sondern wir wünschen, ihnen zu dienen. In einem Angriffskrieg zu sterben, ist nichts, worauf man stolz sein könnte, aber in einem Kriege, der ein Dienst ist, zu sterben, ist etwas, auf das man stolz sein darf.

•■* neuestes vom Cage.

Eine Grenzübung vor dem Kaiser.

Metz, 12. Mai. Heute vormittag wurde in Gegenwart des Kaisers im Osten von Metz zwischen Pauge und Colombey eine große militärische Hebung abgehalten. Beteiligt waren Die Truppen Der Stand­orte Metz, Saarlouis, Diedenhofen, St. Avold und Mör- chingen. Beiden Parteien waren Truppenteile aller Waffengattungen und Flieger zugewiesen. Der Kaiser war um 6,50 Uhr in Metz ansgebrochen und fuhr im Automobil auf Der Strecke Metz-Borny-Colombey bis zu dem Punkte, wo die Totenallee einmündet. Dort stieg er zu Pferde. Anwesend waren der Kommandierende General des 16. Aumeekorps, Der Kommandeur von Metz und Der Generalinspekteur Der Festungen Claar. Die Nacht über hatte es geregnet. Heute vormittag herrschte klares, aber kühles Wetter.

Eine französische Tartarennachricht.

*e* Stratzburg, 12. Mai. Aus französischen Zeitungen ist in die deutsche Presse eine Mitteilung übergegangen, daß Der Kaiser kürzlich dadurch in Lebensgefahr ge­schwebt habe' daß auf der Fahrt nach Straßburg das Automobil beinahe von einem Eisenbahnzuge ersaßt worden wäre. Wie die von der Eisenbahnverwaltung angestellte Untersuchung ergeben hat, ist an der Meldung kein wahres Wort.

Der Arbeitsplan des Prenßenparlaments.

Os* Berlin, 12. Mai. Nach einem Beschluß des Seniorenkonvents des Abgeordnetenhauses soll die Etatsberatung am 20. Mai zum Abschluß gebracht wer­den. Am Tage nach Himmelfahrt soll eine allgemeine Aussprache über Die Besoldungsfrage stattfinden, die nach wie vor aus Der Etatsberatung ausgeschaltet bleiben soll. Der Präsident soll sich mit der Staatsregierung in Verbindung setzen, welche Vorlagen noch notwendig zu erledigen sind und wann Die Vertagung bis zum Herbst in Aussicht genommen ist.

Professor Jastrow und seine Hörer.

>* Berlin, 12. Mai. (B. Z.) Professor Jastrow wurde heute vormittag vor Dem ersten nach der Beendi­gung der Differenzen stattfindenden Kolleg von seinen Hörern mit stürmischem Beifall empfangen. Er dankte für Die Begrüßung in einer Ansprache.

Tod eines bekannten katholischen Geistlichen.

»t Berlin, 12. Mai. (B. Z.) Pater Bonavelltura vom Dominikanerorden, einer der bekanntesten katholi­schen Geistlichen, ist heute früh in der St. Maria-Vik- toria-Heilanstalt im 51. Lebensjahre gestorben. Am Freitag vormittag findet in der Pauluskirche ein feier­liches Requiem und nachmittags auf Dem St. Sebastian- Kirchhose in Reinickendorf die Beisetzung statt.

Hinrichtung eines Gattenmörders.

»**> Cöln, 12. Mai. Heute früh 6 Uhr wurde der Gattenmörder Reuter aus Mülheim am Rhein durch den Scharfrichter Gröbel aus Breslau hingerichtet. Er war im vorigen Jahre vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilt worden, weil er seine Ehefrau in Der Nähe von Mülheim auf das Eisenbahngleis geworfen hatte, so daß sie von einem Zuge übersahren und getötet wurde. Dabei wollte der Mann den Glauben erwecken, als ob Selbstmord vorliege.

Bulgarische Heeresverstärkuugen.

Sofia, 12. Mai. Der Kammer ist gestern ein neuer Gesetzentwurf zur Reorganisation der bulgari­schen Armee zugegangen. Danach soll Die Infanterie um 40 Bataillone vermehrt werden. Jedes Kavallerie­regiment soll eine weitere Eskadron erhalten. Außer, dem sollen zwei neue Artillerieregimenter mit Festungs­geschützen gebildet werden.

Das unfehlbare Mittel der Suffragette.

os* London, 12. Mai. Die Suffragette Wood, die vor einigen Tagen versuchte, ein Bildnis des Malers Sargent zu zertrümmern, mußte gestern in Freiheit ge. setzt werden. Sie hatte seit ihrer Verhaftung den Hun- Erstreck erfolgreich,durchaeführt und hatte sich dabei fc sehr geschwächt, dau sie die Treppe des GefäniguiiseL heruntergetragen und mit einem Wagen nach ihrer Woh. nung gefahren werden mußte.

Die Mörder des Konsuls Batt.

Oe* Tunis, 12. Mai. Als gestern ein Polizeibe- amter in einem Cafeehaus in Suk Harkas zwei verdäch. tig aussehende junge Leute verhaften wollte, feuerte Der eine vier Revolverschüsse auf den Beaurten ab, der aber unverletzt blieb. Der Beamte streckte Den Burschen durch» einen Schutz nieder und verletzte ihn tödlich. Sein Ge­fährte ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Man glaubt, daß es sich um die Mörder des in einem Personenzug« ermordet aufgefundenen norwegischen Konsuls Bmi handLÜ.